[0001] Die Erfindung betrifft einen Pfannenstand zur Durchführung metallurgischer Behandlungen
von Stahlschmelzen, insbesondere zum Nachbehandeln nach dem Frischen, zur Desoxidation,
Einstellung der Legierungsgehalte, Entschwefeln und Abscheiden unerwünschter Einschlüsse,
mit einer in den Stand bringbaren Pfanne und mit einem über die Pfannenmündung in
Stellung bringbaren heb- und senkbaren Deckel, der eine oder mehrere Durchtrittsöffnungen
zum Durchführen von Behandlungsmittel führenden an einem Lanzenträger montierten Lanzen
aufweist. Steigende Anforderungen an die Stahlqualitäten erfordern in immer stärkerem
Ausmass eine Nachbehandlung des erschmolzenen Stahles in einer Pfanne vor dem Vergiessen.
Zur Durchführung pfannenmetallurgischer Vorgänge ist ein Abdecken der Pfanne, in der
die Behandlung stattfindet, aus Gründen der Sicherheit von Personal und Anlage unbedingt
erforderlich. Dazu müssen die Deckel, welche eine oder mehrere Durchlässe für Temperaturmesslanzen
und Tauchlanzen zum Einblasen von Feststoffen und für die Probennahme enthalten, vor
der Behandlung auf die Pfanne aufgesetzt und nach der Behandlung von dieser entfernt
werden.
[0002] Eine Vorrichtung zum mechanisch gesteuerten Aufsetzen und Abheben von Giesspfannendekkein
ist beispielsweise aus der DE-AS 2457976 bekannt. Bei dieser Konstruktion wird die
Pfanne unter einen an eine Traverse einer Hubkonstruktion hängenden Deckel in den
Behandlungsstand eingebracht und der Deckel mit der Pfannenmündung verriegelt und
nach erfolgter Behandlung die Pfanne in umgekehrter Weise zum Lösen des Deckels zurückgeführt.
Diese Manipulationen erfordern einen erheblichen Zeit- und Arbeitsaufwand, der bei
schneller Schmelzenfolge, wie sie beispielsweise bei Blasstahlwerken gegeben ist,
nicht zur Verfügung steht und zwangsläufig zu Engpässen und Wartezeiten führt.
[0003] Besondere Schwierigkeiten ergeben sich dann, wenn geeignete Vorrichtungen für die
Pfannenmetallurgie in bereits bestehende Stahlwerke eingebaut werden sollen, wo die
Bauhöhen und die mittels Kränen erreichbaren Bereiche schon vorgegeben sind.
[0004] Die Erfindung bezweckt die Vermeidung der geschilderten Nachteile und Schwierigkeiten
und stellt sich die Aufgabe, einen Pfannenstand der eingangs erwähnten Art zu schaffen,
der in bereits bestehende Stahlwerksanlagen eingebaut werden kann und kein Hindernis
für einen schnellen Wechsel verschlissener Lanzen darstellt.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss bei einem Pfannenstand der eingangs bezeichneten
Art dadurch gelöst, dass
a) der Deckel an der Oberkonstruktion des Pfannenstandes an drei Aufhängestellen aufgehängt
ist, mittels welcher der Deckel nach Rückziehen der Lanze(n) und Ausfahren der Pfanne
mittels eines Pfannentransportwagens aus dem Stand aus seiner horizontalen Lage in
eine aufrechte Lage nach unten verschwenkbar ist;
b) nach Verschwenken des Deckels in aufrechte Lage die Lanze im Pfannenbereich vom
Lanzenträger lösbar und an einen Lanzenabstellplatz verfahrbar sowie zurückverfahrbar
ist.
[0006] Vorteilhaft sind zwei Aufhängestellen durch einerseits an der Oberkonstruktion und
anderseits gelenkig am Deckel angeordnete Hubzylinder und die dritte Aufhängestelle
von einem Seilzug gebildet, die die an der Oberkonstruktion angeordnete Seiltrommel
mit einem am Deckel befestigten Haken führt.
[0007] Beim Verschwenken des Pfannendeckels gerät dieser aus dem Bereich der Achse(n) der
Lanze(n), so dass es möglich ist, verschlissene Lanzen unterhalb der Arbeitsbühne
zu wechseln. Die Arbeitsbühne bleibt dadurch frei von platzraubenden Lanzenwechselvorrichtungen.
[0008] Ein weiterer Vorteil der Erfindung liegt darin, dass für das Aufsetzen des Pfannendeckels
auf die Pfanne bzw. das Abheben von der Pfanne kein zusätzlicher Kran benötigt wird.
Wartezeiten, die ihre Folgewirkungen bis auf den Takt des Schmelzbetriebes haben können,
werden dadurch vermieden.
[0009] Zweckmässig ist der aus einer Stahlbramme von mindestens etwa 100 mm Dicke gefertigte
Deckel mittels eines Umfangringes auf die Pfannenmündung aufsetzbar.
[0010] Aufgrund des hohen Eigengewichts ist eine Ver- und Entriegelung des Deckels auf der
Pfanne nicht erforderlich.
[0011] Weitere Einzelheiten der Erfindung werden anhand eines Ausführungsbeispieles durch
eine Zeichnung näher erläutert, wobei Fig. 1 eine Vorderansicht der Pfanne in Behandlungsposition
mit angehobenem Pfannendeckel, Fig.2 eine Draufsicht auf die Arbeitsbühne mit teilweise
geschwenktem Pfannendeckel ohne Pfanne und Fig.3 eine Seitenansicht des erfindungsgemässen
Pfannenstandes mit ebenfalls teilweise geschwenktem Pfannendeckel zeigt.
[0012] Gemäss Fig. 1 wird eine Pfanne 1, welche die zu behandelnde Schmelze 2 enthält, von
einem Pfannentransportwagen 3 aufgenommen und auf Schienen 4 in den Pfannenstand verfahren,
wo Behandlungen der eingangs erwähnten Art an der Schmelze 2 durchgeführt werden.
Diese Pfannenmetallurgie erfolgt mit Hilfe einer oder mehrerer Lanzen 5, wobei die
Pfanne 1 während der Behandlungen durch einen Pfannendeckel 6 abgedeckt werden muss,
um zu grosse Belastungen des Bedienungspersonals und der Anlagen durch Hitze und Rauch
zu vermeiden.
[0013] Der Deckel 6 ist aus einer mindestens 100 mm starken Stahlbramme mit einem seitlichen
Umfangsring 7 von ca. 200 mm Höhe gefertigt und wird auf die Pfannenmündung 8 aufgesetzt.
Die Schmelze 2 darf dabei höchstens bis zum Niveau 9 reichen, so dass ein Abstand
von mindestens 500 mm bis zur Pfannenmündung 8 besteht. Damit wird erreicht, dass
der Deckel 6 ohne feuerfeste Zustellung gefertigt sein kann, ohne dass Gefahr besteht,
dass sich der Deckel 6 während der Behandlungsvorgänge verzieht. Ein Aufheizen und
Warmhalten der feuerfesten Zustellung zwischen den einzelnen Behandlungen kann dadurch
entfallen.
[0014] Der Pfannendeckel 6 ist an drei Aufhängestellen 10, 11, 12 an der Oberkonstruktion
13 oberhalb des Pfannenstandes aufgehängt. An den beiden Stellen 10 und 11 erfolgt
die Aufhängung mittels Hubzylinder 14, welche sowohl in den Aufhängestellen 10 und
11 mit dem Pfannendeckel 6 als auch mit der Oberkonstruktion 13 an den Stellen 15,
16 gelenkig verbunden sind. Die dritte Aufhängung 12 ist als Seilzug 17 ausgebildet,
derart, dass eine auf der Oberkonstruktion 13 befestigte, mittels Elektromotor angetriebene
Seiltrommel 18 über ein Seil 19 mit einer Umlenkrolle 20 verbunden ist und über einen
Haken 21 den Pfannendeckel 6 an der Aufhängestelle 12 trägt. Mit Hilfe der Hubzylinder
14 und des Seilzuges 17 kann der Pfannendeckel 6 in Richtung des Pfeiles 22 gehoben
und gesenkt werden, wobei die Hubeinrichtungen derart dimensioniert sind, dass sie
in der Lage sind, den Pfannendeckel 6 auch im Falle einer Bärenbildung von der Pfanne
zu lösen.
[0015] Ausserdem kann der Pfannendeckel 6, nachdem die Lanze 5 entlang des Lanzenträgers
23 aus dem Pfannendeckel 6 gehoben und der Pfannentransportwagen 3 aus dem Pfannenstand
entfernt wurde, in eine aufrechte Lage geschwenkt werden. Dazu wird der Seilzug 17
betätigt und das Seil 19 verlängert, wodurch sich der Deckel 6 an der Aufhängestelle
12 absenkt. Dabei bleiben die beiden Hubzylinder 14 in Position, so dass die Aufhängestellen
10 und 11 die Drehpunkte der Schwenkbewegung darstellen. Dieser Vorgang ist in den
Fig. und 3 veranschaulicht, wobei in Fig. die Behandlungsposition der (ausgefahrenen)
Pfanne 1 in strichpunktierter Darstellung eingezeichnet ist. Das Verschwenken des
Dekkels 6 bei ausgefahrener Pfanne 1 hat den Zweck, ein Wechseln der Lanze 5 zu ermöglichen.
Die Lanze 5 wird in abgesenkter Position nach Lösen eines Klemmverschlusses 24 vom
Lanzenträger 23 entfernt und entlang der Führungsschiene 25 bewegt. Im Abstand vom
Lanzenträger 23 wird die Lanze 5 von einem Lanzenhebezeug 26, welches auf der Oberkonstruktion
13 auf Schienen 27 verfahrbar ist, aufgenommen und zum seitlich von der Behandlungsposition
gelegenen Lanzenabstellplatz 28 gebracht. Das Einsetzen einer neuen Lanze 5 erfolgt
in umgekehrter Reihenfolge. Nachdem die Lanze 5 mittels Klemmverschluss 24 am Lanzenträger
23 befestigt wurde, wird sie aus dem Pfannenbereich nach oben herausgezogen. Daraufhin
wird durch Betätigen des Seilzuges 17 der Deckel 6 in die horizontale Lage zurückgeschwenkt,
und die Pfanne 1 auf dem Pfannentransportwagen 3 in Behandlungsposition gebracht.
[0016] Nach dem Einfahren der Lanze 5 durch die Öffnung 29 des auf der Pfanne 1 aufliegenden
Pfannendeckels 6 in die Schmelze 2 kann wieder ein Behandlungsverfahren durchgeführt
werden.
1. Pfannenstand zur Durchführung metallurgischer Behandlungen von Stahlschmelzen (2),
insbesondere zum Nachbehandeln nach dem Frischen, zur Desoxidation, Einstellung der
Legierungsgehalte, Entschwefeln und Abscheiden unerwünschter Einschlüsse, mit einer
in den Stand bringbaren Pfanne (1) und mit einem über die Pfannenmündung (8) in Stellung
bringbaren heb-und senkbaren Deckel (6), der eine oder mehrere Durchtrittsöffnungen
(29) zum Durchführen von Behandlungsmittel führenden an einem Lanzenträger (23) montierten
Lanzen (5) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass
a) der Deckel (6) an der Oberkonstruktion (13) des Pfannenstandes an drei Aufhängestellen
(10, 11, 12) aufgehängt ist, mittels welcher der Deckel (6) nach Rückziehen der Lanze(n)
(5) und Ausfahren der Pfanne (1) mittels eines Pfannentransportwagens (3) aus dem
Stand aus seiner horizontalen Lage in eine aufrechte Lage nach unten verschwenkbar
ist;
b) nach Verschwenken des Deckels (6) in aufrechte Lage die Lanze (5) im Pfannenbereich
vom Lanzenträger (23) lösbar und an einen Lanzenabstellplatz (28) verfahrbar sowie
zurückverfahrbar ist.
2. Pfannenstand nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Aufhängestellen
(10, 11) durch einerseits an der Oberkonstruktion (13) und anderseits gelenkig am
Deckel (6) angeordnete Hubzylinder (14) und die dritte Aufhängestelle (12) von einem
Seilzug (17) gebildet sind, die die an der Oberkonstruktion (13) angeordnete Seiltrommel
(18) mit einem am Deckel (6) befestigten Haken (21) führt.
3. Pfannenstand nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der aus einer Stahlbramme
von mindestens etwa 100 mm Dicke gefertigte Deckel (6) mittels eines Umfangringes
(7) auf die Pfannenmündung (8) aufsetzbar ist.
1. Ladle stand for carrying out metallurgical treatments of steel melts (2), in particular
for post-treatment after refining, for deoxidizing, adjusting the alloying contents,
desulphurizing and separating undesired inclusions, comprising a ladle (1) placeable
into the stand and a liftable and lowerable cover (6) placeable into position above
the ladle mouth (8), which cover includes one or several passage openings (29) for
passing lances (5) carrying treating agents and mounted on a lance carrier (23), characterized
in that
a) the cover (6) is suspended on the upper structure (13) of the ladle stand on three
suspension points (10, 11, 12) by means of which the cover (6), after retracting the
lance(s) (5) and moving the ladle (1) out of the stand by means of a ladle transporting
car (3) is downwardly pivotable from its horizontal position into an upright position;
b) after pivoting the cover (6) into the upright position, the lance (5) is detachable
from the lance carrier (23) in the ladle region and movable to a lance deposit (28)
as well as movable back.
2. Ladle stand according to claim 1, characterized in that two suspension points (10,
11) are formed by lifting cylinders (14) arranged on the upper structure (13) on the
one hand and articulately on the cover (6) on the other hand, and the third suspension
point (12) is formed by a rope winch (17) comprising a rope drum (18) arranged on
the upper structure (13) and a hook (21) fastened to the cover (6).
3. Ladle stand according to claim 1, characterized in that the cover (6), which is
manufactured of a steel slab of at least about 100 mm thickness, is placeable onto
the ladle mouth (8) by means of a circumferential ring (7).
1. Poste de poche pour effectuer des traitements métallurgiques de bains d'acier en
fusion (2), en particulier pour le traitement ultérieur après l'affinage, pour la
désoxydation, le réglage des teneurs en éléments d'alliage, la désulfuration et l'élimination
d'inclusions indésirables avec une poche (1) pouvant être amenée dans le poste, et
avec un couvercle (6) que l'on peut soulever et abaisser, qui peut être amené en place
au-dessus de la gueule (8) de la poche, qui présente une ou plusieurs ouvertures de
passage (29) pour y faire passer des lances (5) conductrices d'agents de traitement,
montées sur un support de lances (23), caractérisé en ce que:
a) le couvercle (6) est suspendu à la construction supérieur (13) du poste de poche,
en trois points de suspension (10, 11, 12) au moyen desquels le couvercle (6), après
retrait de la ou des lance(s) (5) et après que la poche (1) ait été sortie du poste
à l'aide d'un chariot de transport de poche, peut être basculé de sa position horizontale
vers le bas en une position dressée;
b) après basculement du couvercle (6) dans sa position dressée, la lance (5) dans
la région de la poche peut être dégagée du support de lances (23) et peut être amenée
en un point (28) de dépôt des lances, ainsi qu'être ramenée de celui-ci.
2. Poste de poche suivant la revendication 1, caractérisé en ce que deux points de
suspension (10, 11) sont formés par des cylindres de levage (14) montés à articulation
d'un côté sur la construction supérieure (13) et d'autre part sur le couvercle (6)
et en ce que le troisième point de suspension (12) est formé par une transmission
à câble (17) que commande, par un crochet (21) fixé au couvercle (6), le tambour à
câble (18) monté sur la construction supérieure (13).
3. Poste de poche suivant la revendication 1, caractérisé en ce que le couvercle (6)
fait d'une brame d'acier d'une épaisseur d'au moins environ 100 mm, peut être posé
sur la gueule (8) de la poche par un anneau périphérique (7).