(19)
(11) EP 0 025 428 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
15.02.1984  Patentblatt  1984/07

(21) Anmeldenummer: 80890098.9

(22) Anmeldetag:  05.09.1980
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3E04B 1/76, E04B 1/64, E04B 1/70

(54)

Wärmeisolierung für Mauerwerk

Thermal insulation for a wall structure

Isolation thermique pour murs


(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE CH DE FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 06.09.1979 AT 5877/79

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
18.03.1981  Patentblatt  1981/11

(71) Anmelder: Krassnitzer, Theobald
A-9065 Ebenthal, (Kärnten) (AT)

(72) Erfinder:
  • Krassnitzer, Theobald
    A-9065 Ebenthal, (Kärnten) (AT)

(74) Vertreter: Klein, Adam, Dipl.Ing. 
Patentanwälte Klein & Pinter OEG Fasangasse 49
1030 Wien
1030 Wien (AT)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Wärmeisolierung für Mauerwerk, bestehend aus Isolierplatten aus wärmedämmendem Material mit geschlossenen Poren, die an der Innenseite und/ oder an der Aussenseite des Mauerwerkes befestigt und mit quer zur Plattenebene verlaufenden Kanälen versehen sind, die von wenigstens einer Plattenseite ausgehen.

    [0002] Es ist bekannt, Gebäude jeder Art, insbesondere Wohngebäude, gegen Wärmeverluste mit Hilfe von Isolierplatten zu isolieren, die entweder innen oder aussen am Mauerwerk des Gebäudes oder aber sowohl innen als auch aussen angebracht sind. Wenn die Wärmeisolierung im Innern des Gebäudes angeordnet ist, bleibt das Mauerwerk verhältnismässig kalt. Das Innere des Gebäudes kann rasch aufgeheizt werden, es kommt aber zur Kondensatbildung durch die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit. Bei an der Aussenwand vorgesehener Isolierung wird das Mauerwerk hingegen mitgeheizt und dient als Wärmespeicher. Die Aufheizung erfolgt langsamer, doch es kann auch dort zur Bildung von Kondensat kommen. Durch Anordnung von Isolierplatten innen und aussen am Mauerwerk wird demgegenüber auch keine grundlegende Verbesserung erzielt, weil auch dort im Gebäudeinneren Wasserdampf in das Mauerwerk eindiffundiert, der an der kalten Aussenseite nicht ausreichend abgegeben werden kann.

    [0003] Aus der D-A-26 731 ist eine Dämmplatte für Dachdeckungen bekannt, die aus organischen oder anorganischen Zellkörpern besteht und an ihrer Unterseite mit in Richtung der Plattenebene sich erstreckenden, rinnenartigen offenen Kanälen versehen ist. Dadurch wird ein Kanalsystem geschaffen, das sich bildendes Kondensat ableitet. Der Feuchtigkeitsdurchgang durch die Isolierplatten bzw. das dazugehörige Mauerwerk wird dadurch aber nicht beeiflusst.

    [0004] Eine Wärmeisolierung für Mauerwerk der eingangs angeführten Art ist durch die CH-A-460 292 bekannt. Bei dieser bekannten Ausführung werden Isolierplatten verwendet, die mit einer Vielzahl gestreut angeordneter, konisch verlaufender Bohrungen versehen sind. Diese Bohrungen durchsetzen die lsolierplatten quer zur Plattenebene. Die Isolierplatten sind so in eine Gebäudeaussenwand eingebaut, dass sich die Bohrungen vom Gebäudeinneren her nach aussen verengen. Dadurch sollen kaminartige Entlüftungen gebildet werden, durch die ungehindert die Benutzungsfeuchte, als auch die etwa bei einem Neubau noch vorhandene Baufeuchte nach aussen entweichen kann.

    [0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die bekannten Wärmeisolierungen aus Isolierplatten so zu verbessern, dass die Bildung von nachteiligem Kondensat verhindert und eine vorteilhafte Abstimmung und Regulierung des Feuchtigkeitsdurchganges durch das Mauerwerk ermöglicht wird.

    [0006] Gemäss der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass die Kanäle nur über einen Teil, vorzugsweise über den grösseren Teil der Plattendicke, durchgehen und gegen die Plattenebene geneigt verlaufen, wobei die Isolierplatten derart aussen oder innen am Mauerwerk befestigt sind, dass die Kanäle in Richtung von innen nach aussen des zu isolierenden Bauwerkes nach unten geneigt sind.

    [0007] Aus der FR-A-388 451 ist zwar die Anordnung von nach unten geneigten Querkanälen schon bekannt. Dort sind die Kanäle jedoch nicht in Isolierplatten, sondern im Mauerwerk selbst angebracht, wobei auch ihre Funktionsweise von jener der Kanäle bei der erfindungsgemässen Wärmeisolierung verschieden ist. Die bekannten Kanäle stehen an ihrem unteren Ende zwingend mit der freien äusseren Umgebung in Verbindung, wobei es zu einer Luftzirkulation in den Kanälen kommen soll, durch die Feuchtigkeit abgeführt wird. Mit der erfindungsgemässen Ausbildung soll hingegen in erster Linie der Feuchtigkeitsdurchgang durch das Mauerwerk beeinflusst bzw. geregelt werden.

    [0008] Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, dass das Mauerwerk von Gebäuden an seiner wärmerern Seite mehr Wasserdampf aufnimmt, als es an seiner kälteren Seite abgeben kann, wodurch es zur Bildung von Kondenswasser kommt. Durch die Anordnung der erfindungsgemässen Kanäle in den Isolierplatten wird der über den Querschnitt des Mauerwerks vorhandene Diffusionswiderstand den Erfordernissen angepasst, so dass auf der einen Seite des Mauerwerks bzw. der Isolierplatten nur so viel Feuchtigkeit aufgenomen wird, wie auf der anderen Seite abgegeben werden kann. Es wird also im Bereich der wärmeren Innenseite des Mauerwerks gegenüber den weiter aussen liegenden Bereichen eine Diffusionsbremse eingebaut, die die Bildung von Kondensat im Mauerwerk und in der Isolierung verhindert. Gleichzeitig wird erreicht, dass aus dem beheizten Innenraum weniger Feuchtigkeit abgegeben wird, wodurch eine zu starke Austrocknung der Luft vermieden wird, wie dies bei den heute üblichen Heizungen meist der Fall ist.

    [0009] Im Rahmen der Erfindung ist es möglich, die jeweils gewünschten Diffusionswerte in den einzelnen Bereichen des Mauerwerks beliebig zu wählen, und zwar durch entsprechende Wahl der Anzahl, der räumlichen Anordnung und der Tiefe der Kanäle in den Isolierplatten. Durch den bei der erfindungsgemässen Anordnung nach aussen geneigten Verlauf der Kanäle kann Kondenswasser, das sich im Inneren der Kanäle allenfalls sammelt, an der kälteren Aussenseite Isolierplatten ins Freie abfliessen, wogegen es an der wärmeren Innenseite der Isolierplatten im Inneren der Kanäle verbleibt und langsam wieder verdampft. Es ergibt sich dadurch eine vorteilhafte Regelung der Luftfeuchtigkeit in den mit der erfindungsgemässen Wärmeisolierung versehenen Räumen.

    [0010] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung sind der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen zu entnehmen, die in der Zeichnung dargestellt sind. In dieser zeigen:

    Fig. im Längsschnitt einen Ausschnitt aus einem Mauerwerk, das an seiner Innenseite mit einer erfindungsgemässen, Wärmeisolierung versehen ist, und

    Fig. 2 einen Ausschnitt aus einem an seiner Aussenseite mit einer erfindungsgemässen Wärmeisolierung versehenen Mauerwerk, gleichfalls im Längsschnitt.



    [0011] Das Mauerwerk, welches aus jedem beliebigen Baumaterial bestehen kann, ist in der Zeichnung mit 1 bezeichnet. Es braucht nur mehr die für das Bauwerk erforderlichen Festigkeitseigenschaften aufzuweisen, so dass es verhältnismässig billig hergestellt werden kann. Zur Erzielung der erforderlichen Wärmeisolierung sind gemäss Fig. 1 an der Innenseite des Mauerwerkes 1 Isolierplatten 2 angebracht, und zwar mit Hilfe einer Mörtelschicht 3. Diese ist auf das Mauerwerk 1 unmittelbar aufgetragen und greift in eine Verzahnung 4 der Isolierplatten 2 ein. Die Isolierplatten 2 sind auch auf ihrer anderen Seite mit einer Verzahnung 5 versehen, auf die ein Verputz 6 aufgebracht ist. Durch die Verzahnungen 4 und 5 sind die Isolierplatten 2 und der Verputz 6 mit dem Mauerwerk 1 nicht nur durch Haftung verbunden, sondern auch durch eine formschlüssige Verankerung.

    [0012] In Fig. 2 ist die Aussenseite des Mauerwerks 1 dargestellt. Auch dort ist auf das Mauerwerk 1 zunächst eine Mörtelschicht 3 aufgetragen, auf der über eine Verankerung 4 Isolierplatten 2 verankert sind. Auf der Aussenseite der lsolierplatten 2 befindet sich über eine Verzahnung 5 wiederum der Verputz 6, wobei es sich im Falle der Fig. 2 um den Aussenputz des Gebäudes handelt. In beiden Figuren ist jeweils nur ein Ausschnitt aus einer Isolierplatte 2 dargestellt.

    [0013] Um den Widerstand der Isolierplatten 2 gegen die Diffusion von Wasserdampf zu ändern, ohne den Wärmedurchgangswiderstand zu beeinträchtigen, sind in beiden Ausführungsbeispielen in den Isolierplatten 2 Kanäle 7 vorgesehen, die jeweils von einer Plattenseite ausgehen und quer zur Plattenebene verlaufen, sich also in Richtung der Plattendicke erstrecken. Die Kanäle 7 reichen über einen Teil der Plattendicke, in Fig. 1 über den grösseren Teil der Dicke der lsolierplatte 2. Gemäss Fig. 2 gehen von beiden Seiten der lsolierplatte 2 Kanäle 7 aus, die wie im Falle des Beispiels nach Fig. 1 in der Platte blind enden. In beiden Ausführungsbeispielen sind die Kanäle 7 gegen die Plattenebene bzw. die Horizontale geneigt. Sie verlaufen derart, dass sie in Richtung von innen nach aussen des zu isolierenden Bauwerkes nach unten geneigt sind, im Falle der Innenisolierung nach Fig. 1 also gegen das Mauerwerk 1 und im Falle der Aussenisolierung nach Fig. 2 vom Mauerwerk 1 weg nach aussen.

    [0014] Die Kanäle 7, die Dichte ihrer Anordnung, ihre Länge und ihre Dimensionen bestimmen im wesentlichen den Diffusionswiderstand in den einzelnen, senkrecht zum Wärmedurchgang gemessenen Schnittflächen der Isolierplatten 2. In dem in Fig. 1 mit a bezeichneten Bereich der Isolierplatte 2, in welchem keine Kanäle 7 vorgesehen sind, ist der Diffusionswiderstand verhältnismässig gross, im Bereich der Kanäle 7 ist er entsprechend kleiner. Der Bereich a bildet somit an den Innenverputz 6 anschliessend eine Diffusionsbremse, die dem Eindringen von Wasserdampf in die Wärmeisolierung und in das Mauerwerk 1 einen bestimmten Widerstand entgegensetzt. Dieser Widerstand wird im Bereich der Kanäle kleiner und ist im Bereich der in Fig. 2 gezeigten Aussenisolierung noch kleiner, weil dort die lsolierplatten 2 mit von beiden Plattenseiten ausgehenden Kanälen 7 versehen sind. Dadurch wird sichergestellt, dass in die Wärmeisolierung und in das Mauerwerk 1 aus dem Inneren des Gebäudes nur soviel Feuchtigkeit eindringt, wie an der Aussenseite des Gebäudes abgegeben werden kann. Die Bildung von Kondenswasser im Mauerwerk und in der Isolierung wird dadurch verhindert. Zusätzlich wird verhindert, dass aus dem Inneren des Gebäudes eine zu grosse Feuchtigkeitsmenge durch das Mauerwerk nach aussen dringt, so dass es auch beim Beheizen des Innenraumes nicht zu einer zu starken Austrocknung der Luft kommt.


    Ansprüche

    1. Wärmeisolierung für Mauerwerk (1), bestehend aus Isolierplatten (2) aus wärmedämmendem Material mit geschlossenen Poren, die an der Innenseite und/oder an der Aussenseite des Mauerwerks (1) befestigt und mit quer zur Plattenebene verlaufenden Kanälen (7) versehen sind, die von wenigstens einer Plattenseite ausgehen, dadurch gekennzeichnet, dass die Kanäle (7) nur über einen Teil, vorzugsweise über den grösseren Teil der Plattendicke durchgehen und gegen die Plattenebene geneigt verlaufen, wobei die Isolierplatten (2) derart aussen oder innen am Mauerwerk (1) befestigt sind, dass die Kanäle (7) in Richtung von innen nach aussen des zu isolierenden Bauwerkes nach unten geneigt sind.
     


    Claims

    Thermal insulation for a wall structure (1), consisting of insulation panels (2) made from heat insulating material having closed pores, the panels (2) being attached to the inner surface and/ or to the outer surface of the wall structure (1) and being provided with channels (7) extending crosswise to the plane of the panel and starting from at least one surface thereof, characterized in that the channels (7) traverse the panels (2) across a part of their thickness only, preferably across a larger part thereof, and extend in an inclined direction in relation to the plane of the panel, the insulation panels (2) being attached outside or inside of the wall structure (1), such that the channels (7) are inclined downwards in the direction from inside to outside of the building structure to be insulated.
     


    Revendications

    Isolation thermique pour murs (1), composée de plaques isolantes (2) en matière isolante thermique aux pores fermées, les plaques isolantes (2) étant attachées à la surface intérieure et/ou extérieure du mur (1) et ayant des canaux (7) s'étendant à travers le plan de la plaque et partant d'une surface de la plaque au moins, caractérisée en ce que les canaux (7) s'étendent seulement dans une partie de l'épaisseur de la plaque, en préférence dans une partie plus grande que la moitié de l'épaisseur, et s'étendent dans une direction inclinée par rapport au plan de la plaque, où les plaques isolantes (2) sont attachées au dehors ou à l'intérieur du mur (1) de telle manière que les canaux (7) sont inclinés dans le sens descendant de l'intérieur à l'extérieur du mur à isoler.
     




    Zeichnung