[0001] Im gesamten Bereich der Metallverarbeitung und Metalloberflächenbehandlung sowie
in Kühlkreisläufen ist es üblich, zur Vermeidung unerwünschter Korrosionserscheinungen
mehr oder minder stark alkalisch wässrige Lösungen einzusetzen, die korrosionsinhibierende
Zusätze für Eisen- und Nichteisenmetalle enthalten. Dies gilt beispielsweise für so
weit verbreitete Prozesse wie die spangebende und spanlose Metallumformung, die Reinigungsbehandlung
von Metalloberflächen oder den Innenschutz strömender wässriger Systeme.
[0002] Bekannte und weitverbreitete korrosionsinhibierende Zusätze sind beispielsweise anorganische
Salze wie Natriumnitrit oder Chromate, gegen deren weitere Verwendung auf diesen Arbeitsgebieten
jedoch zunehmend toxikologische bzw. ökologische Gründe sprechen.
[0003] In jüngerer Zeit weicht man deshalb auf organische Inhibitorensysteme aus, die die
genannten Nachteile nicht mehr zeigen. So werden beispielsweise gemäss der DE-B 1
298672 Alkylarylsulfonamidocarbonsäuren bzw. deren Salze für diesen Zweck vorgeschlagen.
Bekannt ist auch die Verwendung von alkylsubstituierten Benzoesäuren. Die genannten
Typen haben aber auch schwerwiegende Nachteile. Salze der alkylsubstituierten Benzoesäuren
beispielsweise besitzen eine starke Empfindlichkeit gegenüber der Wasserhärte, was
die Verwertbarkeit etwa auf dem Sektor der mineralölfreien Zerspanungsflüssigkeiten
stark herabmindert. Ähnliche negative Eigenschaften, jedoch geringer ausgeprägt, zeigen
auch Alkanolaminsalze der angeführten Alkylarylsulfonamidocarbonsäuren. Hierbei kommt
es mit zunehmender Gebrauchsdauer der Funktionsflüssigkeiten aufgrund von Verdampfungsverlusten
an reinem Wasser und der damit verbundenen Aufhärtung der Gebrauchslösung zu einer
Ausscheidung schwerlöslicher Calcium- bzw. Magnesiumsalze, die zur Bildung von kristallinen
Rückständen auf den Maschinen und zur Verarmung der Lösung an wirksamer Substanz führt.
[0004] Bekannt ist auch die Verwendung von N-Acylaminocarbonsäuren in Form ihrer Salze als
Korrosionsschutzmittel. So ist in SE-A 7712954 die Verwendung der Hydrazinsalze dieser
Säuren beschrieben.
[0005] Weiterhin ist aus der DE-A 1 645745 bekannt, die N-Acylaminocarbonsäuren in Form
ihrer Salze mit N-Alkyl-alkylendiaminen einzusetzen. Bedingt durch die Anwesenheit
dieses speziellen Amins sind die in diesem Dokument beschriebenen Salze öllöslich
und können daher in Systemen eingesetzt werden, die auf flüssigen Kohlenwasserstoffen
basieren.
[0006] Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind wassermischbare, hartwasserstabile Korrosionsschutzmittel,
die eine Verbindung der Formel

enthalten,
wobei
R, verzweigtes C6-C13-Alkyl oder C5- oder4 C6-Cycloalkyl und Polycycloalkyl mit 6 bis 13 C-Atomen, die durch 1 bis 2 C,-C4-Alkylgruppen substituiert sein können,
R2 Wasserstoff oder C,-C6-Alkyl und
R3 C1-C11 Alkylen in gerader oder verzweigter Kette bedeuten und diese Verbindungen in Form
ihrer Alkalimetall-, Erdalkalimetall-, Triäthanolamin-, Diäthanolamin-, Triisopropanolamin-,
Mono-, Di- oder Triäthylamin-, Monoisopropylamin-, Mono-2'-äthylcyclohexylamin-, Mono-i-nonylamin-,
2-Methyl-2'-aminopropanol-, Cyclohexylamin-, N,N'-dimethylcyclohexylamin-, N-Hexylamin-,
N-Octylamin-, Triisobutylamin-, Di-N-hexylamin-, Äthylendiamin-, Diäthylentriamin-,
Piperidin-, Piperazin- oder Morpholin-Salze vorliegen.
[0007] Als Basen, die für eine Neutralisation der oben beschriebenen Carbonsäuren geeignet
sind, kommen Alkalimetallhydroxide und Alkalimetallcarbonate sowie die entsprechenden
Erdalkaliverbindungen in Frage, wie beispielsweise Natriumhydroxid, Natriumcarbonat,
Kaliumhydroxid und Bariumhydroxid. Darüber hinaus kommen als Basen auch folgende organische
Amine in Betracht: Triäthanolamin, Diäthanolamin, Triisopropanolamin, Mono-, Di- und
Triäthylamin, Monoisopropylamin, Mono-2'-äthylcyclohexylamin, Mono-i-nonylamin, 2-Methyl-2'-aminopropanol,
Cyclohexylamin, N,N'-dimethylcyclohexylamin, N-Hexylamin, N-Octylamin, Triisobutylamin,
Di-N-hexylamin, Äthylendiamin, Diäthylentriamin, Piperidin, Piperazin oder Morpholin.
Für die Salzbildung können die Säuren und die Base in stöchiometrischen Mengen oder
auch jeweils eine Komponente im Überschuss verwendet werden.
[0008] Die beanspruchten Korrosionsschutzmittel können allein oder in Mischung mit bekannten
Metallbearbeitungsflüssigkeiten oder wässrigen Ölemulsionen verwendet werden. Die
Korrosionsschutzmittel können als wässrige Lösungen,-4 Dispersionen oder Emulsionen
angewendet werden. Die Anwendungskonzentration, in der die beanspruchten Korrosionsschutzmittel
eingesetzt werden, hängt ab vom Verwendungszweck der Flüssigkeit, mit der die Eisen-
und Nichteisenmetalle in Berührung kommen. Sie liegt im allgemeinen zwischen 0,5 und
10 Gew.%, vorzugsweise 2 bis 5 Gew.%. Für die Wirkung der beanspruchten Korrosionsschutzmittel
ist es wesentlich, dass die Alkylgruppe R, der oben angegebenen Formel verzweigt ist.
Diese Säuren erhält man in bekannter Weise durch Umsetzung von Aminocarbonsäuren mit
Carbonsäurechloriden nach bekannten Verfahren in Gegenwart von Alkali im Sinne einer
Schotten-Baumann-Reaktion. Die Aminocarbonsäuren gewinnt man beispielsweise durch
Hydrolyse von Lactamen wie ε-Caprolactam oder y-Butyrolactam oder durch die Anlagerung
primärer Amine an Acrylsäure-, Methacrylsäure- oder Crotonsäureester oder -nitrile
und nachfolgende Verseifung. Als Beispiel für Aminocarbonsäuren seien Ω-Aminoundecansäure,
ε-Aminocapronsäure, y-Aminobuttersäure, β-Alaninglycin-N-n-butyl-β-aminopropionsäure,
N-i-Propyl-ß-aminopropionsäure, N-Cyclohexyl-ß-aminopropionsäure, N-Cyclohexyl-a-methyl-ß-aminopropionsäure
und N-Cyclohexyl-β-methyl-β-aminopropionsäure genannt. Beispiele für Säurechloride
sind Pivalinsäurechlorid, 2-Äthyl-hexansäurechlorid, Isononansäurechlorid, Bicycloheptensäurechlorid,
Tricyclodecansäurechlorid, Naphthensäurechlorid und Neodecansäurechlorid. Bevorzugt
sind Isononansäurechlorid, 2-Äthylhexansäurechlorid und Neodecansäurechlorid.
[0009] Die Salze der oben beschriebenen Carbonsäuren besitzen eine ausgezeichnete Korrosionsschutzwirkung
gegenüber Eisen und haben, was für die praktische Verwendung ausserordentlich wichtig
ist, eine nur geringe Neigung zur Schaumbildung. Ausserdem sind sie sehr weitgehend
unempfindlich gegenüber den Härtebildnern des Wassers und hinterlassen selbst unter
extremen Elektrolytbelastungen beim Eintrocknen Rückstände, die als niedrigviskos-ölig
zu bezeichnen sind, und die nicht kleben. Diese Rückstände lassen sich leicht mit
der Gebrauchslösung als auch mit frischem Wasser wieder auflösen.
Beispiel 1
2-Ethylhexanoyl-s-aminocapronsäure
[0010] 113 g (1,0 Mol) ε-Caprolactam werden in 280 ml Wasser gelöst und mit 120 (1,0 Mol)
33-proz. Natronlauge 4 Stunden unter Stückfluss erhitzt. Man kühlt auf 20°C und tropft
innerhalb 1 Stunde 158,4g (0,975 Mol) 2-Ethylhexansäurechlorid und gleichzeitig zur
Aufrechterhaltung eines pH-Wertes von 12 ca. 120g 33-proz. Natronlauge bei 20-25°C
zu. Die Lösung wird nachgerührt bis keine Natronlauge mehr verbraucht wird und anschliessend
bei 50°C mit halkonz. Salzsäure auf pH 1 angesäuert. Man trennt in der Wärme ab und
wäscht mit 350 ml Wasser. Die Säure wird am Rotationsverdampfer bei 75°C/100 ml Hg
entwässert und fällt als fast farbloses viskoses Öl ab, das nach einiger Zeit kristallin
erstarrt. Ausbeute 233 g (93%). Säurezahl 225, Wassergehalt 0,4%.
Beispiel 2
[0011] Mischung aus 2-Ethyl-hexanoyl-s-aminocapronsäure und Isononanoyl-s-aminocapronsäure
113 g (1 Mol) s-Caprolactam werden wie in Beispiel 1 beschrieben hydrolysiert und
anschliessend mit einer Mischung aus 79,6 g (0,49 Mol) 2-Ethylhexansäurechlorid und
86,5g (0,49 Mol) Isononansäurechlorid, die getrennt oder auch aus einer äquimolaren
Mischung von 3-Ethyl-hexansäure und Isononsäure nach bekannten Verfahren hergestellt
werden können, entsprechend Beispiel 1 umgesetzt. Man erhält 238,6 g (90,4%) eines
fast farblosen Öls, Säurezahl216.
Beispiel 3
Tricyclodecanoyl-s-aminocapronsäure
[0012] 113 (1 Mol) s-Caprolactam werden gemäss Beispiel 1 hydrolysiert und mit 181,7 g (0,91
Mol) Tricyclodecansäurechlorid umgesetzt. Man erhält die Titelverbindung als gelbes
hochviskoses Öl in einer Ausbeute von 236,1 g (88,5%) mit einer Säurezahl von 194.
Beispiel 4
Isononanoyl-ε-aminocapronsäure
[0013] 113 g (1 Mol) s-Caprolactam werden wie in Beispiel 1 hydrolysiert und mit 172 g (0,975
Mol) lsononansäurechlorid umgesetzt. Die Aufarbeitung liefert 257,5 g (95%) eines
fast farblosen viskosen Öls, das nach einiger Zeit krisallin erstarrt, Säurezahl 210.
[0014] Zur Herstellung eines wässrigen Korrosionsschutzmittels wurden jeweils 35 g Säure
der Beispiele 1-4 mit 50 g Triethanolamin und 15 g Wasser zu einer klaren, homogenen
Lösung vermischt.
[0015] Die Rückstandsbildung der nach den Ausführungsbeispielen erhaltenen Produkte wurde
mittels eines Langzeit-Umpumptestes geprüft. Das Prinzip dieser Prüfmethode besteht
darin, dass man ca. 101 einer wässrigen Lösung der Korrosionsschutzmittel in grossvolumigen
offenen Glasgefässen über längeren Zeitraum bei Raumtemperatur in einer Weise umpumpt,
die geeignet ist, auf der Glaswandung Belagbildung durch Spritz- und Verdampfungsvorgänge
hervorzurufen. Zu diesem Zweck wird in die Flüssigkeit eine elektrisch betriebene,
handelsübliche Laborpumpe mit einer Förderleistung von 10 I/Min. eingebracht, die
durch eine Schlauchleitung von 0,8cm Durchmesser die Lösung ansaugt, über Niveau fördert
und in scharfem Strahl wieder auf die Oberfläche des Badinhaltes zurückdrückt. Die
Austrittsöffnung des Strahls befindet sich dabei ca. 15 cm oberhalb des Flüssigkeitsniveaus,
der Eintrittswinkel des Strahls kann beliebig gewählt werden.
[0016] Die erwünschte Belagbildung auf den nicht überspülten Teilen der Gefässwandung tritt
nun auf zweierlei Weise ein. Einmal sorgt der normale Spritzvorgang für eine Benetzung.
Zum anderen reisst der Strahl beim Eintauchen ständig eine Vielzahl kleinerer Luftbläschen
in tiefere Schichten mit, die, an der Flüssigkeitsoberfläche wieder zerplatzend, die
Gefässwandung kontinuierlich mit einem Flüssigkeitsfilm besprühen. Bei dieser Verfahrensweise
ist gleichzeitig die Gewähr hoher Verdampfungsraten auch bei Raumtemperatur gewährleistet.
Sie liegt bei Füllmengen von 10 I in der Grössenordnung von 1 I/Tag. Die Verluste
werden jeweils durch Trinkwasser von 20 dH (ca. 350 ppm) ersetzt, wodurch eine kontinuierliche
Aufhärtung des Systems erreicht wird. Die Zunahme an Härtebildnern wird hierbei rechnerisch
über die jeweils zugesetzten Nachfüllmengen ermittelt.
[0017] Für die Prüfungen wurden wässrige Zubereitungen mit einem Wirkstoffgehalt von 3%
verwendet. Als Vergleichsproben wurden folgende Produkte herangezogen:
Vergleich A:
Homogene Mischung aus
35% Para-tertiär-butyl-benzoesäure
50%Triethanolamin
15% H20
Vergleich B:
Homogene Mischung aus
35%s-(Benzolsulfonyl-methyl-amino)-n-capronsäure gemäss DE-C 1 298 672
50% Triethanolamin
15% H2
[0018] Die Testergebnisse sind in der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst.

1. Hartwasserstabile Korrosionsschutzmittel, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine
Verbindung der Formel

enthalten,
wobei
R1 verzweigtes C6-C13-Alkyl oder C5- oder C6-Cycloalkyl und Polycycloalkyl mit 6 bis 13 C-Atomen, die durch 1 oder 2 C1-C4-Alkylgruppen substituiert sein können,
R2 Wasserstoff oder C1-C6-Alkyl und
R3 C1-C11 Alkylen in gerader oder verzweigter Kette bedeuten und diese Verbindungen in Form
ihrer Alkalimetall-, Erdalkalimetall-, Triäthanolamin-, Diäthanolamin-, Triisopropanolamin-,
Mono-, Di- oder Triäthylamin-, Monoisopropylamin-, Mono-2'-äthylcyclohexylamin-, Mono-i-nonylamin-,
2-Methyl-2'-aminopropanol-, Cyclohexylamin-, N,N'-dimethylcyclohexylamin-, N-Hexylamin-, N-Octylamin-,
Triisobutylamin-, Di-N-hexylamin-, Äthylendiamin-, Diäthylentriamin-, Piperidin-,
Piperazin- oder Morpholin-Salze vorliegen.
2. Hartwasserstabiles Korrosionsschutzmittel, bestehend aus einer 0,5 bis 10 Gew.%igen
wässrigen Lösung, Dispersion oder Emulsion der Verbindung gemäss Anspruch 1.
1. Anticorrosive stable to hard water, which comprises a compound of the formula

in which
R1 is branched C6-Cl3-alkyl or C5- or C6-cycloal- <yl, or polycycloalkyl having from 6 to 13 carbon atoms optionally substituted
by 1 or 2 C1-C4-alkyl groups,
R2 is hydrogen or C1-C6-alkyl, and
R3 is C1-C11-alkylene in linear or branched chain in the form of their alkali metal-, alkaline
earth metal-, triethanolamine-, diethanolamine-, triisopropanolamine-, mono-, di-
or triethylamine-, monoisopropylamine-, mono-2'-ethylcyclohexyl- amine-, mono-i-nonyl-amine-,
2-methyl-2'-aminopropanol-, cyclohexylamine-, N,N'-dimethyl- cyclohexylamine-, N-hexylamine-,
N-octylamine-, tri-isobutylamine-, di-N-hexylamine-, ethylene diamine-, diethylene
triamine-, piperidine-, piperazine- or morpholine-salts.
2. Anticorrosive stable to hard water consisting substantially of a 0.5 to 10 weight
% aqueous solution, dispersion or emulsion of the compound as claimed in claim 1.
1. Agents de protection contre la corrosion stables à l'eau dure, caractérisés en
ce qu'ils contiennent un composé répondant à la formule:

dans laquelle:
R1 désigne un alkyle en C6-C13 ramifié, un cy- cloalkyle en C5 ou C6 ou un polycycloalkyle en C6 à C13, qui peuvent porter 1 ou 2 radicaux alkyles en Ci à C4,
R2 désigne l'hydrogène ou un alkyle en C1 à C6 et
R3 désigne un alkylène en C1 à C11 en une chaîne linéaire ou ramifiée, et ces composés sous la forme de leurs sels de
métaux alcalins, de métaux alcalino-terreux, detriéthanolamine, dediéthanol- amine,
de triisopropanolamine, de mono-, di- et triéthylamines, de mono-isopropylamine, de
mono-(éthyl-2 cyclohexyl)-amine, de mono-iso- nonylamine, de méthyl-2 amino-2 propanol,
de cyclohexyl-amine, de N,NI-diméthyl-cyclohexyl- amine, de N-hexylamine, de N-octyl-amine, de tri-isobutylamine,
de di-N-hexylamine, d'éthylène- diamine, de diéthylène-triamine, de pipéridine, de
pipérazine ou de morpholine.
2. Agent de protection contre la corrosion stable à l'eau dure qui est constitué d'une
solution, dispersion ou émulsion aqueuse à 0,5 à 10% en poids d'un composé suivant
la revendication 1.