[0001] Die Erfindung betrifft einen Achshaltersteg zur Sicherung der Radsätze von Eisenbahnfahrzeugen
an den äußeren Wangen der Drehgestellrahmen oder Wagenuntersätze. Die Achslager von
Eisenbahn-Radsätzen sind in Aussparungen der äußeren Wangen der Drehgestellrahmen
oder Wagenuntergestelle vertikal verschiebbar gelagert, um während des Betriebes ein
Einfedern zu ermöglichen. Zur Sicherung der Radsätze nach unten beim Anheben des Wagens
oder Drehgestelles sind die Aussparungen durch Achshalterstege verriegelt.
[0002] Da die Aussparungen für die Achslager eine erhebliche Schwächung der Drehgestellwangen
bedeuten, sind die Achshalterstege und ihre Befestigung derart ausgeführt, daß sie
große Zugkräfte aufnehmen können, d. h. auch im Normalbetrieb festigkeitssteigernd
wirken.
[0003] Als Mittel zur Kraftübertragung von den Achshalterstegen auf die Wangen der Drehgestellrahmen
finden Schraubverbindungen Anwendung (DE-PS 108 441, DE-PS 621 004). Bekannt sind
ferner Verbindungen mittels Paßschrauben, Paßbuchsen mit Schrauben, Schulterstücke
oder Abkantungen mit Schrauben und Verzahnungen mit Schrauben. Die Befestigung des
Achshaltersteges muß hohen Anforderungen genügen. Sie muß eine starre, d. h. verformungsarme
Übertragung großer Kräfte ermöglichen, und dabei möglichst verschleißfrei und betriebssicher
und außerdem schnell und einfach lösbar sein. Die bekannten Achshalter und deren Befestigung
entsprechen weitgehend den an sie gestellten Anforderungen, weisen jedoch den Nachteil
auf, daß die Schraubverbindungen infolge Korrosion und Einwirkung von Schmutz schwer
lösbar sind.
[0004] Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, einen Achshalter so auszubilden, daß dieser
die durch die Aussparung bedingte Schwächung der Drehgestellwange weitgehend ausgleicht
und die Befestigung vereinfacht wird.
[0005] Die Lösung der Aufgabe besteht darin, daß der Achshaltersteg parallele Profile und
Druckstücke mit zur Senkrechten geneigten Druckflächen, die sich auf Vorsprün
- gen der Drehgestellwange abstützen, aufweist und mittels auf der Drehgestellwange
drehbar angeordneter Schaken unter Vorspannung von oben her gehalten ist.
[0006] Infolge der zur Senkrechten geneigten Druckflächen an dem Achshaltersteg und den
Vorsprüngen der Drehgestellwangen entsteht durch die Vorspannung der Befestigungsmittel
eine keilförmige, kraftschlüssige feste Anlage mit großer Druckfläche und entsprechend
kleiner Flächenpressung. Außerdem liegen der Achshaltersteg und die Drehgestellwange
in einer Ebene, so daß keine zusätzlichen Biegemomente auftreten. Durch diese Maßnahmen
wird die von der Aussparung reduzierte Steifheit der Wange erheblich verbessert. Die
Zugkräfte im Achshaltersteg werden an den Druckflächen in zwei Komponenten aufgelöst,
von denen nur die erheblich kleinere in vertikaler Richtung wirkt. Nur diese geringe
Kraft ist von dem Befestigungsmittel des Achshaltersteges aufzunehmen. Die zur Befestigung
des Achshaltersteges auf den Drehgestellwangen drehbar angeordneten Schaken sind robuste
und unempfindliche Befestigungselemente, die es ermöglichen, den an seinen beiden
Enden zum Aufbringen und Einrasten der Schaken entsprechend profilierten Achshaltersteg
mit wenigen Hammerschlägen zu befestigen bzw. zu lösen. Die Sicherheit der schraubenlosen
Verbindung des Achshaltersteges mit der Drehgestellwange ist dadurch gewährleistet,
daß die Drehpunkte der Schaken der senkrechten Radachse näher liegen als ihre Anlagepunkte
am Achshaltersteg. Da die Schaken aufgrund ihres Eigengewichtes die Tendenz haben,
ihre funktionsgerechte Stellung beizubehalten, ist die Gefahr eines selbsttätigen
Lösens infolge von Schwingungen oder Stößen beim Rangieren der Wagen vermindert. Eine
Kontrolle der Achshaltersteg-Befestigung ist außerdem durch Inaugenscheinnahme leicht
möglich.
[0007] Als zusätzliche Sicherheit kann vorgesehen werden, daß die Schaken gegen unbeabsichtigtes
Lösen durch Sicherungselemente geschützt sind. Dazu sind in den Endabschnitten des
Achshaltersteges Bohrungen vorgesehen, in die Splinte, Spannstifte oder dergl. eingebracht
werden können. Gemäß einer Ausführungsform ist vorgesehen, daß die Schaken als federnde
Elemente ausgebildet sind, die in Einrast-Profile am Achshaltersteg einrasten. Die
Endabschnitte des Achshaltersteges sind so ausgebildet, daß die funktionsgerechte
Einbaulage der Schaken ohne zusätzliche Sicherungslemente gewährleistet ist. Die aufwärts
wirkende Zugkraft ist genau festgelegt und unabhängig vom Montagevorgang.
[0008] Eine weitere Befestigungsart des Achshaltersteges besteht darin, daß zusätzlich zu
als Federelemente ausgebildeten Schaken mit Langlöchern versehene Laschen vorhanden
sind. Hierbei bewirken Spannschaken die Anpressung des Achshaltersteges an die Drehgestellwange.
Die Laschen verhindern bei einem Bruch des Spannschakens ein Herabfallen des Achshaltersteges
und der Spannschakenhälften.
[0009] Der erfindungsgemäße Achshaltersteg ist in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend
beschrieben.
[0010] Es zeigen:
Fig. 1 einen an einer Drehgestellwange angeordneten Achshaltersteg
Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie II - II
Fig. 3 Befestigung des Achshaltersteges mit Schraubenzugfedern
Fig. 4 Befestigung des Achshaltersteges mit Spannschaken und Laschen.
[0011] Der Achshaltersteg 1 besteht aus zwei parallelen Profilen 1a, 1b, die im Abstand
der Stärke der Drehgestellwange 2 oder des Wagenuntergestelles an seinen Enden durch
Druckstücke 1c miteinander verbunden sind. Die Druckstücke 1c besitzen dem Achsausschnitt
des Achshaltersteges 1 zugewandte zur Senkrechten geneigte Druckflächen 3 , die den
Druckflächen an den Vorsprüngen 2a der Drehgestellwange 2 entsprechen. Die Endabschnitte
des Achshaltersteges 1 weisen zur Montage bzw. Demontage ein kurvenförmiges Profil
4 auf und besitzen ein Einsatzprofil 5, in das die der Befestigung dienenden Schaken
6 einrasten. Die Schaken 6 sind auf der Drehgestellwange 2 bzw. auf dem Wagenuntergestell
drehbar gelagert. Dabei liegt der Drehpunkt 7 der Schaken 6 der senkrechten Radachse
8 näher als der Anlagepunkt 9 am Achshaltersteg 1 . Zur Aufnahme von Sicherungselementen
10 sind in den Endabschnitten Bohrungen 11 vorgesehen. Die Schaken 6 können als federnde
Elemente ausgebildet werden. Fig. 3 zeigt eine Ausführung mit Schraubenzugfedern 12
, deren obere Ringösen um einen Zapfen 13 in der Drehgestellwange 2 drehbar sind.
Die unteren Ringösen eines Federpaares umschlingen einen Bolzen 14 , der in dem Einsatzprofil
5 am Achshaltersteg 1 anliegt. Gemäß Abb. 4 sind die Schaken als annähernd halbkreisförmige
Spannschaken 15 ausgebildet. Zusätzlich sind noch Laschen 16 vorgesehen, die eine
direkte Verbindung zwischen dem Zapfen 13 in der Drehgestellwange 2 und dem unteren
Einrastbolzen 18 herstellen. Zum Ausgleich des notwendigen Federweges beim Ein- oder
Ausbau des Achshaltersteges 1 sind in der Lasche 16 Langlöcher 17 vorhanden.
1. Achshaltersteg zur Sicherung der Radsätze von Eisenbahnfahrzeugen an den äußeren
Wangen der Drehgestellrahmen oder Wagenuntergestelle, dadurch gekennzeichnet, daß
der Achshaltersteg (1) parallele Profile (1a, 1b) und Druckstücke (1c) mit zur Senkrechten
geneigten Druckflächen (3), die sich auf Vorsprüngen (2a) der Drehgestellwange (2)
abstützen, aufweist, und mittels auf der Drehgestellwange (2) drehbar angeordneter
Schaken (6) unter Vorspannung von oben her gehalten ist.
2. Achshaltersteg nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehpunkte (7)
der Schaken (6) der senkrechten Radachse (8) näher liegen als ihre Anla- gepunkte (9) am Achshaltersteg (1).
3. Achshaltersteg nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaken (6)
als federnde Elemente (12) ausgebildet sind, die in Einrastprofile (5) am Achshaltersteg
(1) einrasten.
4. Achshaltersteg nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich zu
als Federelemente ausgebildeten Schaken (15) mit Langlöchern (17) versehene Laschen
(16) vorhanden sind.
5. Achshaltersteg nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaken (6)
gegen unbeabsichtigtes Lösen durch Sicherungselemente (10) geschützt sind.