(19)
(11) EP 0 027 172 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
22.04.1981  Patentblatt  1981/16

(21) Anmeldenummer: 80105178.0

(22) Anmeldetag:  30.08.1980
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3A61F 13/00, A61F 13/06, A61F 13/10
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI NL SE

(30) Priorität: 07.09.1979 DE 2936174

(71) Anmelder: Bauerfeind Gmbh & Co.
D-4152 Kempen 1 (DE)

(72) Erfinder:
  • Hess, Heinrich, Prof. Dr.
    D-6630 Saarlouis (DE)
  • Bauerfeind, Hans B.
    D-4152 Kempen - 1 (DE)
  • Kleylein, Horst
    D-8502 Zirndorf/Nürnberg (DE)

(74) Vertreter: Stark, Walter, Dr.-Ing. 
Moerser Strasse 140
D-47803 Krefeld
D-47803 Krefeld (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Bandage


    (57) Die Anmeldung betrifft eine Bandage (1) aus elastischem Bandagenstoff, insbesondere in Schlauchform für die Abstützung bzw. Kompression von Knie-, Sprung, -Ellenbogen-und oder Handgelenken. Derartige Bandagen (1) werden bei Gelenkverletzungen, wie sie insbesondere beim Sport vorkommen, aber auch bei degenerativen Gelenkveränderungenverwendet.
    Um bei Gelenkverletzungen ein schnelleres Abschwellen und eine bessere Resorption des damit verbundenen Ergusses und zudem ein angenehmeres Tragen zu bewirken, besitzt die Bandage (1) wenigstens einem im angelegten Zustand die Knochenvorsprünge des Gelenks umgebende, die benachbarten Gelenkweichteile beaufschlagende Kompressionseinlage (2,3). Die Kompressionseinlage (2,3) übt Druck auf die Gelenkweichteile aus und erzeugt damit einen mechanischen Reiz, der ein schnelles Abschwellen bewirkt. Die Knochenvorsprünge werden dagegen von der Kompressionseinlage (2,3) nicht beaufschlagt, so daß die Gelenkfunktion nicht beeinträchtigt wird. Zudem kann auch keine Schnürwirkung der Bandage (1) entstehen, wodurch die bei den bisher bekannten Bandagen auftretende Muskelatrophie nicht mehr auftritt.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Bandage aus elastischem Bandagenstoff, insbesondere in Schlauchform für die Abstützung bzw. Kompression von Knie-, Sprung-, Ellenbogen- und/oder Handgelenken. Derartige Bandagen werden bei Gelenkverletzungen, wie sie insbesondere beim Sport vorkommen, aber auch bei degenerativen Gelenkveränderungen verwendet.

    [0002] Die bekannten Bandagen sind meist schlauch- oder strumpfförmig aus elastischen Gummi- oder Kunststoffäden hergestellt und werden bei einer Gelenkverletzung über das betreffende Gelenk gezogen. Aufgrund ihrer Elastizität üben sie eine stützende und gleichzeitig massierende Wirkung aus, die dem Abbau (Resorption) des sich bei derartigen Verletzungen fast immer bildenden entzündlichen Ergusses dienen soll.

    [0003] Bei diesen Bandagen werden allerdings die vorstehenden Gelenkknochen, wie beispielsweise die Kniescheibe und das Wadenbeinköpfchen beim Kniegelenk oder das Radiusköpfchen und der Ellenhaken beim Ellenbogengelenk, am meisten belastet, da hier die komprimierende Wirkung am größten ist. Dies ist jedoch unerwünscht, da hierdurch die Gelenkbewegung erheblich behindert wird. Außerdem ist die Druckausübung auf die Knochenvorsprünge ohne Nutzen, da in diesen Bereichen naturgemäß nichts komprimiert und somit auch keine Massagewirkung erzielt werden kann.

    [0004] Die Dehnung der Bandage durch die Knochenvorsprünge verhindert darüberhinaus gerade dort eine Komprimierung, wo sie am meisten erwünscht ist, nämlich in den den Knochenvorsprüngen direkt benachbarten Gelenkweichteilen. Diese Gelenkweichteile, insbesondere die Kapselanteile und evtl. vorhandene Fettkörper, sind bei Gelenkverletzungen in der Regel durch Gewebeflüssigkeit aufgequollen und verdickt. Sie bedürfen deshalb eines gleichmäßigen Wechseldruckes zur Erzielung eines mechanischen Reizes, damit die eingelagerte Flüssigkeit abtransportiert wird und der Erguß sich zurückbildet. Eine derartige Massagewirkung tritt aber nicht oder kaum ein, wenn die Bandage durch die Knochenvorsprünge sozusagen ausgebeult wird.

    [0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Bandage so zu gestalten, daß bei Gelenkverletzungen ein schnelleres Abschwellen und eine bessere Resorption des damit verbundenen Ergusses und zudem ein angenehmeres Tragen bewirkt wird.

    [0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Bandage gelöst, die durch wenigstens eine im angelegten Zustand die Knochenvorsprünge des Gelenks umgebende, die benachbarten Gelenkweichteile beaufschlagende Kompressions- einlage gekennzeichnet ist. Die Kompressionseinlage übt Druckt auf die Gelenkweichteile aus und erzeugt damit einen mechanischen Reiz, der ein schnelles Abschwellen bewirkt. Die Knochenvorsprünge werden dagegen von der Kompressionseinlage nicht beaufschlagt, so daß die Gelenkfunktion nicht beeinträchtigt wird. Zudem kann auch keine Schnürwirkung der Bandage entstehen, wodurch die bei den bisher bekannten Bandagen auftretende Muskelatrophie nicht mehr auftritt.

    [0007] In Ausbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Kompressionseinlage ringförmig ausgebildet ist, so daß die gesamten Weichteile des jeweiligen Gelenkes von der Kompressionseinlage beaufschlagt werden. Dabei ist es für gewisse Anwendungszwecke von Vorteil, wenn an der der Kompressionseinlage gegenüberliegenden Seite eine weitere Kompressionseinlage angeordnet wird.

    [0008] Als ein günstiges Maß für die Kompressionseinlage hat sich eine Dicke von etwa 3 bis 4 mm erwiesen.

    [0009] Die Kompressionseinlage kann beispielsweise aus Schaumstoff bestehen. Als zweckmäßiger hat sich jedoch ein Material gezeigt, das zwar elastisch, jedoch inkompressibel ist. Hierdurch entsteht ein Rolleffekt, der eine intensive Massage der Gelenkweichteile bewirkt. Als Material kommt dafür insbesondere Silikonkautschuk infrage.

    [0010] In der Zeichnung ist die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles näher veranschaulicht. Es zeigen:

    Fig. 1 eine Bandage mit Kompressionseinlage und

    Fig. 2 die Bandage gemäß Fig. 1 in angelegtem Zustand.



    [0011] In Figur 1 ist eine schlauchförmige Bandage 1 aus Bandagengewebe für ein Kniegelenk dargestellt. Sie weist eine ringförmige Kompressionseinlage 2 von etwa 3 bis 4 mm Dicke auf, die so geformt ist, daß sie im angelegten Zustand nicht die Kniescheibe selbst beaufschlagt, sondern ausschließlich die dieser benachbarten Gelenkweichteile.

    [0012] Dies geht insbesondere aus Figur 2 hervor, die die Bandage 1 im angelegten Zustand zeigt. Die ringförmige Kompressionseinlage 2 umgibt die nur durch das Bandagengewebe abgedeckte Kniescheibe, so daß die Gelenkweichteile kompremiert und damit massiert werden. Auf die Kniescheibe selbst wird praktisch kein Druck mehr ausgeübt, so daß die Gelenkfunktion voll erhalten bleibt. Zur Unterstützung ist an der Hinterseite der Bandage 1 noch ein Kniegelenkpolster 3 eingesetzt.

    [0013] Diese Bandage 1 bewirkt ein wesentlich schnelleres Abschwellen und eine verbesserte Resorption der Ergüsse und zeichnet sich darüberhinaus durch angenehmeres Tragen aus, da sie praktisch nicht mehr einschnürt.


    Ansprüche

    1. Bandage aus elastischem Bandagenstoff, insbesondere in Schlauchform für die Abstützung bzw. Kompression von Knie-, Sprung-, Ellenbogen- und/oder Handgelenken, gekennzeichnet durch wenigstens eine im angelegten Zustand die Knochenvorsprünge des Gelenks umgebende, die benachbarten Gelenkweichteile beaufschlagende Kompressionseinlage (2).
     
    2. Bandage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kompressionseinlage (2) ringförmig ausgebildet ist.
     
    3. Kompressionseinlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß an der der Kompressionseinlage (2) gegenüberliegenden Seite eine weitere Kompressionseinlage (3) oder ein Polster angeordnet ist.
     
    4. Bandage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kompressionseinlage (2) etwa 3 bis 4 mm dick ist.
     
    5. Bandage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Kompressionseinlage (2) aus Schaumstoff besteht.
     
    6. Bandage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Kompressionseinlage aus elastischem, jedoch inkompressiblem Material besteht.
     
    7. Bandage nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Kompressionseinlage (2) aus Silikonkautschuk besteht.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht