[0001] Die Erfindung betrifft eine Bandage aus elastischem Bandagenstoff, insbesondere in
Schlauchform für die Abstützung bzw. Kompression von Knie-, Sprung-, Ellenbogen- und/oder
Handgelenken. Derartige Bandagen werden bei Gelenkverletzungen, wie sie insbesondere
beim Sport vorkommen, aber auch bei degenerativen Gelenkveränderungen verwendet.
[0002] Die bekannten Bandagen sind meist schlauch- oder strumpfförmig aus elastischen Gummi-
oder Kunststoffäden hergestellt und werden bei einer Gelenkverletzung über das betreffende
Gelenk gezogen. Aufgrund ihrer Elastizität üben sie eine stützende und gleichzeitig
massierende Wirkung aus, die dem Abbau (Resorption) des sich bei derartigen Verletzungen
fast immer bildenden entzündlichen Ergusses dienen soll.
[0003] Bei diesen Bandagen werden allerdings die vorstehenden Gelenkknochen, wie beispielsweise
die Kniescheibe und das Wadenbeinköpfchen beim Kniegelenk oder das Radiusköpfchen
und der Ellenhaken beim Ellenbogengelenk, am meisten belastet, da hier die komprimierende
Wirkung am größten ist. Dies ist jedoch unerwünscht, da hierdurch die Gelenkbewegung
erheblich behindert wird. Außerdem ist die Druckausübung auf die Knochenvorsprünge
ohne Nutzen, da in diesen Bereichen naturgemäß nichts komprimiert und somit auch keine
Massagewirkung erzielt werden kann.
[0004] Die Dehnung der Bandage durch die Knochenvorsprünge verhindert darüberhinaus gerade
dort eine Komprimierung, wo sie am meisten erwünscht ist, nämlich in den den Knochenvorsprüngen
direkt benachbarten Gelenkweichteilen. Diese Gelenkweichteile, insbesondere die Kapselanteile
und evtl. vorhandene Fettkörper, sind bei Gelenkverletzungen in der Regel durch Gewebeflüssigkeit
aufgequollen und verdickt. Sie bedürfen deshalb eines gleichmäßigen Wechseldruckes
zur Erzielung eines mechanischen Reizes, damit die eingelagerte Flüssigkeit abtransportiert
wird und der Erguß sich zurückbildet. Eine derartige Massagewirkung tritt aber nicht
oder kaum ein, wenn die Bandage durch die Knochenvorsprünge sozusagen ausgebeult wird.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Bandage so zu gestalten, daß bei Gelenkverletzungen
ein schnelleres Abschwellen und eine bessere Resorption des damit verbundenen Ergusses
und zudem ein angenehmeres Tragen bewirkt wird.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Bandage gelöst, die durch wenigstens
eine im angelegten Zustand die
Knochenvorsprünge des Gelenks umgebende, die benachbarten Gelenkweichteile beaufschlagende
Kompressions- einlage gekennzeichnet ist. Die Kompressionseinlage übt Druckt auf die
Gelenkweichteile aus und erzeugt damit einen mechanischen Reiz, der ein schnelles
Abschwellen bewirkt. Die Knochenvorsprünge werden dagegen von der Kompressionseinlage
nicht beaufschlagt, so daß die Gelenkfunktion nicht beeinträchtigt wird. Zudem kann
auch keine Schnürwirkung der Bandage entstehen, wodurch die bei den bisher bekannten
Bandagen auftretende Muskelatrophie nicht mehr auftritt.
[0007] In Ausbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Kompressionseinlage ringförmig
ausgebildet ist, so daß die gesamten Weichteile des jeweiligen Gelenkes von der Kompressionseinlage
beaufschlagt werden. Dabei ist es für gewisse Anwendungszwecke von Vorteil, wenn an
der der Kompressionseinlage gegenüberliegenden Seite eine weitere Kompressionseinlage
angeordnet wird.
[0008] Als ein günstiges Maß für die Kompressionseinlage hat sich eine Dicke von etwa 3
bis 4 mm erwiesen.
[0009] Die Kompressionseinlage kann beispielsweise aus Schaumstoff bestehen. Als zweckmäßiger
hat sich jedoch ein Material gezeigt, das zwar elastisch, jedoch inkompressibel ist.
Hierdurch entsteht ein Rolleffekt, der eine intensive Massage der Gelenkweichteile
bewirkt. Als Material kommt dafür insbesondere Silikonkautschuk infrage.
[0010] In der Zeichnung ist die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles näher veranschaulicht.
Es zeigen:
Fig. 1 eine Bandage mit Kompressionseinlage und
Fig. 2 die Bandage gemäß Fig. 1 in angelegtem Zustand.
[0011] In Figur 1 ist eine schlauchförmige Bandage 1 aus Bandagengewebe für ein Kniegelenk
dargestellt. Sie weist eine ringförmige Kompressionseinlage 2 von etwa 3 bis 4 mm
Dicke auf, die so geformt ist, daß sie im angelegten Zustand nicht die Kniescheibe
selbst beaufschlagt, sondern ausschließlich die dieser benachbarten Gelenkweichteile.
[0012] Dies geht insbesondere aus Figur 2 hervor, die die Bandage 1 im angelegten Zustand
zeigt. Die ringförmige Kompressionseinlage 2 umgibt die nur durch das Bandagengewebe
abgedeckte Kniescheibe, so daß die Gelenkweichteile kompremiert und damit massiert
werden. Auf die Kniescheibe selbst wird praktisch kein Druck mehr ausgeübt, so daß
die Gelenkfunktion voll erhalten bleibt. Zur Unterstützung ist an der Hinterseite
der Bandage 1 noch ein Kniegelenkpolster 3 eingesetzt.
[0013] Diese Bandage 1 bewirkt ein wesentlich schnelleres Abschwellen und eine verbesserte
Resorption der Ergüsse und zeichnet sich darüberhinaus durch angenehmeres Tragen aus,
da sie praktisch nicht mehr einschnürt.
1. Bandage aus elastischem Bandagenstoff, insbesondere in Schlauchform für die Abstützung
bzw. Kompression von Knie-, Sprung-, Ellenbogen- und/oder Handgelenken, gekennzeichnet
durch wenigstens eine im angelegten Zustand die Knochenvorsprünge des Gelenks umgebende,
die benachbarten Gelenkweichteile beaufschlagende Kompressionseinlage (2).
2. Bandage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kompressionseinlage (2)
ringförmig ausgebildet ist.
3. Kompressionseinlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß an der
der Kompressionseinlage (2) gegenüberliegenden Seite eine weitere Kompressionseinlage
(3) oder ein Polster angeordnet ist.
4. Bandage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kompressionseinlage
(2) etwa 3 bis 4 mm dick ist.
5. Bandage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Kompressionseinlage
(2) aus Schaumstoff besteht.
6. Bandage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Kompressionseinlage
aus elastischem, jedoch inkompressiblem Material besteht.
7. Bandage nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Kompressionseinlage (2)
aus Silikonkautschuk besteht.