[0001] Die Erindung betrifft ein pneumatisches Stellglied gemäß den Merkmalen des Oberbegriffes
des Anspruches 1.
[0002] Durch die DE-AS 17 08 158 ist bereits ein pneumatisches Stellglied zur stufenlosen
Betätigung von Abdeckorganen, wie Fenstern, Lichtkuppeln oder dergleichen, mit einer
an seinem freien Ende an dem Abdeckorgan angreifenden Kolbenstange bekannt geworden,
deren Kolben in einem Zylinder beidseitig mit Druckluft beaufschlagbar ist, wobei
zur Arretierung der Kolbenstange ein in beide Richtungen wirkendes Gesperre vorgesehen
ist, daß aus zwei sich verkantenden federbelasteten Sperrplatten besteht, die von
der Kolbenstange druchdrungen sind wobei das Gesperre innerhalb des Zylinders in einem
durch eine Zwischenwand vom Arbeitsraum des Kolbens abgetrennten Zylinderraum angeordnet
ist, in dem mittels eines einseitig mit Druckluft beaufschlagten Hilfskolbens die
Entriegelung des Gesperres bewirkt wird.
[0003] Nachteilig ist bei einem derartigen Gesperre, daß die Kolbenstange durch das Gesperre
leicht beschädigt wird und damit auch die an der Kolbenstange anliegenden Dichtungen
in Mitleidenschaft geraten. Die bekannte Lösung ist daher mit einem relativ großen
Verschleiß behaftet.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein pneumatisches Stellglied der eingangs genannten
Art anzugeben, bei dem die Kolbenstange und das Gesperre keinem wesentlichen Verschleiß
ausgesetzt sind, obwohl die druch das Gesperre bewirkte Arretierung nur mit relativ
großen Kräften lösbar ist, so daß insbesondere normale Windkräfte, die zum Beispiel
auf ein Abdeckorgan einwirken, die Arretierung nicht zu lösen vermögen. Wesentlich
ist dabei auch die Möglichkeit, daß mehrere Abdeckorgane mit unterschiedlichen Verstellwiderständen
gleichzeitig in die gleiche Stellung verschoben werden können, wobei die pneumatischen.Stellgliederalle
an dieselbe Druckluftleitung angeschlossen sind.
[0005] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruches
1 gelöst.
[0006] Vorteilhafte Ausführungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den
Merkmalen der Unteransprüche und/oder der nachfolgenden Beschreibung für Ausführungsbeispiele,
die in einer Zeichung schematisch dargestellt sind. Hierin zeigt:
Fig. 1 einen Längsschnitt durch ein erstes Ausführungsbeispiel,
Fig. 2 ein Druck-Weg-Diagramm eines erfindungsgemäßen pneumatischen Stellgliedes,
Fig. 3 einen Axialschnitt durch einen Zylinderkopf in einer gegenüber dem Zylinderkopf
in Fig. 1 abgeänderte Ausbildung,
Fig. 4 einen Längsschnitt durch ein zweites Ausführungsbeispiel,
Fig. 5 eine Ansicht des in Fig. 4 enthaltenen Zylinderkopfes und
Fig. 6 einen Achsschnitt durch den Zylinderkopf nach Fig. 5 in vergrößerter Darstellung.
[0007] Das Stellglied nach Fig. 1 besteht aus einem Zylinderrohr 1, das mit einem Boden
2 einstückig ist. der Boden 2 ist außenseitig zu einer Halterung 3 erweitert, die
zur schwenkbaren Lagerung an einem nicht dargestellten Bolzen eine durchgehende Bohrung
4 mit eingesetzter Lagerhülse aufweist. Der Boden besitzt außerdem eine Anschlußbohrung
5, die an eine zentrale Bodenöffnung 6 anschließt. Die Anschlußbohrung steht mit einer
pneumatischen Leitung 7 in Verbindung, die über ein Ventil 8 an eine nicht dargestellte
Druckluftquelle angeschlossen ist.
[0008] Im Zylinder 1 ist ein Kolben 9 axial verschieblich angeordnet, der mit dem einen
Ende einer Kolbenstange 10 verbunden ist, die durch eine zentrale Bohrung 10' in einem
Zylinderkopf 11 nach außen geführt ist. Das äußere Ende 12 der Kolbenstange greift
an einem schwenkbaren Abdeckorgan, beispielsweise an einem Fenster an, das hier nicht
dargestellt ist. Der Zylinderkopf 11 ist in das offene Ende des Zylinderrohres fest
eingesetzt.
[0009] Als Hubgegrenzung für den Kolben 9 greift die Kolbenstange 10 durch ein Rohrstück
13, das in der voll ausgefahrenen Stellung der Kolbenstange sich einerseits am Kolben
9 und andererseits am Zylinderkopf 11 abstützt. In das Innere des Zylinderrohres 1
ist eine Regelfeder 14 eingesetzt, die sich mit ihrem einen Ende am Kolben 9 und mit
ihrem anderen Ende am Zylinderkopf 11 abstützt. Die Kolbenstange ist in Fig. 1 in
der am weitesten eingefahrenen Stellung dargestellt, in der der Kolben innenseitig
am Zylinderboden anliegt.
[0010] Die Kolbenstange 10 besitzt zwei umlaufende Nuten 15 und 16, die in einem vorbestimmten
Abstand voneinander angeordnet sind. In dem Zylinderkopf 11 befinden sich mehrere
über den Umfang gleichmäßig verteilte radiale Bohrungen, zum Beispiel vier, von denen
in Fig. 1 nur die miteinander fluchtenden radialen Bohrungen 17 und 18 dargestellt
sind. In jede weitere Bohrung ist eine Kugel 19 beziehungsweise 20 eingesetzt, die
von einer Feder 21 beziehungsweise 22 belastet ist. Die Federn stützen sich jeweils
an einer Schraube 23 beziehungsweise 24 ab, die in den äußeren Teil der mit einem
Gewinde versehenen Bohrungen 17 beziehungsweise 18 eingesetzt ist. Je nach der Einschraubtiefe
drücken die Federn 21 und 22 mit bestimmten Kräften auf die Kugelb 19 und 20. Der
Zylinderkopf 11 besitzt eine durchgehende Bohring 25 über die der Zylinderraum zwischen
dem Kolben 9 und dem Zylinderkopf 11 an Atmosphäre angeschlossen ist.
[0011] In der dargestellten, vollständig eingefahrenen Stellung der Kolbenstange 10 lasten
die Kugeln 19, 20 auf der Kolbenstange außerhalb der Nuten 15 und 16.
[0012] Wird der Kolben 9 über das Ventil 8 und die Druckluftleitung 7 mit Druckluft beaufschlagt,
so wird in Fig. 1 der Kolben 9 mit der Kolbenstange 10 entgegen der Kraft der Feder
14 und der an dem vorderen Ende 12 der Kolbenstange angreifenden Last nach rechts
verschoben, bis die Kugeln 19, 20 in die Nut 16 eingreifen beziehungsweise einschnappen,
wodurch die Kolbenstange 10 in einer bestimmten Stellung arretiert wird.
[0013] Soll die Kolbenstange 10 weiter ausgefahren werden. so muß der Druck der auf den
Kolben 9 lastenden Druckluft erhöht werden. Ist ein bestimmter Druck erreicht, löst
sich die Kolbenstange 10 aus ihrer Rastierung, wobei die Kuglen 19, 20 entgegen den
Kräften der Federn 21, 22 radial nach außen gedrückt werden. Die Kugeln laufen dabei
an den Nutenwänden hoch und rollen auf der ausfahrenden Kolbenstange, bis die Kugeln
in die zweite Nut 15 einrasten beziehungsweise einschnappen. Auch aus dieser zweiten
Arretierung kann sich die Kolbenstange 10 wieder lösen, indem auf den Kolben 9 ein
erhöhter Druck gegeben wird. Der Kolben schlägt schließlich an dem Rohrteil 13 an,
wodurch der Hub begrenzt ist.
[0014] Fig. 2 zeigt den steigenden Druckverlauf 26 des auf den Kolben 9 aufgebrachten Druckes
p über der Weglänge s. Hieraus wird deutlich, daß mit steigendem Druck der Kolben
9 entgegen der Kraft der Regelfeder 14 nach rechts verschoben wird, wobei aufgrund
der Regelfeder ein proportionaler Zusammenhang zwischen dem Kolbenweg s und dem auf
den Kolben wirkenden Druck p besteht. Bei wachsendem pneumatischen Druck auf den Kolben
9 entsprechend der zunehmenden Kraft der Regelfeder 14 wird die Kolbenstange nach
rechts verschoben, bis die Kugeln 19, 20 in die erste Nut 16 einrasten beziehungsweise
einschnappen. Bei dem Einrastvorgang bildet sich in dem Druckdiagramm eine erste Drucksenke
26 aus, der der Druck p 1 zugeordnet ist. Um die Kolbenstange 10 in der rastierten
Stellung zu halten, wird der Druck p 1 aufrechterhalten. Zur Lösung der Kolbenstange
10 aus ihrer Rastierung wird entweder der Druck auf Null abgesenkt, so daß die Regelfeder
14 den Kolben 9 in seine Ausgangslage zurückführen kann, oder der Kolben 9 wird.mit
einem um den Druck p 2 erhöhten Druck p 1 beaufschlagt, um die Kolbenstange 10 weiter
nach rechts zu verschieben. Nach dem Ausschnappen der Kugeln 19, 20 aus der Rastierungsnut
16 bildet sich kurzzeitig-eine weitere Drucksenke aus, wobei mit zunehmendem Druck
entgegen der steigenden Kraft der Feder 14 die Kolbenstange 10 weiter ausgefahren
wird, bis die Kugeln 19, 20 in die zweite Nut 15 einrasten beziehungsweise einschnappen
und die Kolbenstange 10 damit in einer zweiten Stellung arretiert ist. Dabei bildet
sich beim Einrasten der Kugeln 19, 20 eine Drucksenke aus, der der Druck p 3 zugeordnet
ist. Beim Aufrechterhalten des Druckes p 3 bleibt die Kolbenstange 10 in ihrer Rastierung.
Wird der Druck um den Wert p 4 = p 2 angehoben, indem die Kugeln 19, 20 aus der Nut
herausgehoben werden.
[0015] Je nach der Einschraubtiefe der Schrauben 23 und 24 lassen sich die Kräfte der Federn
21 und 22 einstellen. Je mehr Kugeln in einer Arretierungsnut einrasten, um so kleiner
kann die Andruckkraft pro Kugel sein und um so geringer ist der Verschleiß an den
Nutkanten beim Ein- und Ausschnappen der Kugeln.
[0016] Kugeln sind besonders vorteilhaft, weil sie eine rollende Bewegung auf der Kolbenstange
ausführen und damit geringem Verschleiß unterliegen. Es ist aber klar, daß grundsätzlich
statt Kugeln auch federbelastete Klinken oder dergleichen verwendet werden können,
die auf der Kolbenstange eine gleitende Bewegung ausführen
[0017] Statt jede Kugel 19, 20 mit einer Schraubenfeder zu belasten, können mehrere Kugeln
auch durch einen radial elastischen Ringkörper aus Kunststoff, zum Beispiel eine Kunststoffringschnur,
belastet sein. Der Ringkörper kann dabei nach der Art eines Kugelkäfigs ausgebildet
sein, in dem die Kugeln untereinander auf einen festen Abstand gehalten werden, aber
auf der Kolbenstange rollen können. Es ist im übrigen klar, daß die Schrauben 23,
24 in Fig. 1 nicht von dem Zylinderrohr abgedeckt sein müssen.
[0018] Befindet sich der Kolben 9 in seiner rechten Endstellung, in der die Kolbenstange
10 vollständig ausgefahren ist, kann der Druck über das Ventil 8 vermindert werden,
wodurch die Regelfeder 14 zur Wirkung kommt, die entsprechend dem Druckabfall den
Kolben 9 mit der Kolbenstange 10 in seine eingefahrene Ausgangslage zurückschiebt.
Dabei schnappen die Kugeln 19, 20 nacheinander wieder in die Rastierungsnuten 16 und
15 ein. Je nachdem, ob der pneumatische Druck zum Zeitpunkt der Rastierung aufrechterhalten
oder weiter abgesenkt wird, wird die Kolbenstange 10 fixiert oder weiter nach links
zurückgeführt. Zum Lösen der Kolbenstange 10 aus einer Rastierung mittels der Kraft
der Regelfeder 14 muß der Druck um die Druckdifferenz p 2 = p 4 abgesenkt werden.
[0019] In Fig. 3 ist ein Axialschnitt durch einen Kolbenkopf 11 eines neuerungsgemäßen Stellgliedes
dargestellt, das im übrigen entsprechend dem Stellglied nach Fig. 1 ausgebildet ist.
Dabei sind entsprechende Teile mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
[0020] Der Zylinderkopf 11 in Fig
. 3 unterscheidet sich im wesentlichen von dem Zylinderkopf in Fig. 1 dadruch, daß
mehrere über den Umfang der Kolbenstange 10 gleichmäßig verteile Kugeln 19 von einem
Kunststoffband 26 oder einer Ringschnur aus Kunststoff mit einer bestimmten Kraft
radial nach innen gedrückt werden. Das Kunststoffband ist zum Beispiel nach Art eines
Kugelkäfigs ausgebildet, der die einzelnen Kugeln auf Abstand voneinander hält, wobei
sie aber ihre Drehbarkeit im wesentliche beibehalten. Auch im Unterschied zu Fig.
1 schließt an den Zylinderkopf 11 ein Federbalg an, der mit dem vorderen Ende der
Kolbenstange 10 verbunden ist.
[0021] Wie Fig. 3 zeigt, befindet sich das Kunsstoffband 26 in einer Ringausnehmung des
Zylinderkopfes, die von der Bohrung durch den Zylinderkopf ausgeht, durch die die
Kolbenstange geführt ist. Der Zylinderkopf ist zweiteilig ausgebildet.
[0022] Es ist klar, daß die Erfindung nicht auf die Ausführung nach den Fig. 1 und 2 beschränkt
ist, so kann an die Kolbenstange 12 außerhalb des Zylinders 1 auch eine nicht dargestellte
Betätigungsstange angreiften, die auf ein Absperrorgan einwirkt und die entsprechend
wie die Kolbenstange mit Nuten 15,16 versehen ist, in die Kugeln 19, 20 eines entsprechenden
ortsfesten Gesperres eingreifen, wie es in den Fig. 1 und 2 dargestellt ist.
[0023] In Fig. 4 besteht das Stellglied aus einem Zylinderrohr 31, das mit einem Boden 32
einstückig ist. Der Boden 32 ist außenseitig zu einer Halterung 33 erweitert, die
zur schwenkbaren Lagerung an einem nicht dargestellten Bolzen eine durchgehende Bohrung
34 aufweist. Der Boden besitzt außerdem eine Anschlußbohrung 35, die an eine Bodenöffnung
36 anschließt. Die Anschluß- .bohrung steht mit einer schematisch angedeuteten pneumatischen
Leitung 37 in Verbindung, die über ein Ventil 38 an eine nicht dargestellte Druckluftpuelle
angeschlossen ist.
[0024] Im Zylinder 31 ist ein Kolben 39 axial verschieblich angeordnet, der mit dem einen
Ende einer Kolbenstange 40 verbunden ist, die mit duch eine zentrale Bohrung 40' in
einem Zylinderkopf 41 nach außen geführt ist. Das äußere Ende 42 der Kolbenstange
greift an einem schwenkbaren Abdeckorgan, beispielsweise an einem Fensterrahmen an,
das hier nicht dargestellt ist. Der Zylinderkopf 41 ist in das offene Ende an des
Zylinderrohres fest eingesetzt. Außen schließt an dem Zylinderkopf 41 ein Faltenbalg
43 an, dessen vorderes Ende an der Kolbenstange 40 fest ist. In das Innere des Zylinderrohres
31 ist eine Regelfeder 44 eingesetzt, die sich mit ihrem einen Ende am Kolben 39 und
mit Ihrem anderen Ende am Zylinderkopf 41 abstützt. die Kolbenstange 40 ist in Fig.
4 in der am weitesten eingefahrenen Stellung dargestellt, in der der Kolben innenseitig
am Zylinderboden anliegt.
[0025] Im Beispielsfalle besitzt die Kolbenstange 40 zu ihrer Arretierung in zwei Zwischenstellungen
zwei umlaufende Nuten 45 und 46, die in einem vorbestimmten Abstand voneinander angeordnet
sind. Die Nutenwände 45', 46' sind in gleicher Weise unter relativ steilen Winkeln
abgeschrägt. Außerdem besitzt die Kolbenstange zwei zusätzliche Nuten 47, 48, deren
eine Nutenwände 47
1, 48' jeweils relativ flache Neigungswinkel aufweisen.
[0026] Der Zylinderkopf 43 ist zur Bildung eines Gesperres mit einer hülsenartigen Verlängerung
49-versehen, die im Beispielsfalle einstückig mit dem Zylinderkopf ist. Die hülsenartige
Verlängerung 49 ist durch über ihrem Umfang gleichmäßig verteilte radiale Schlitze
50 in längliche federartige Rastierungsabschnitte 51 (Fig. 2 und 3) unterteilt. Druch
die Wahl eines geeigneten Zylinderkopfmaterials sind die Rastierungsabschnitte 51
in radialer Richtung über einen gewissen Weg nach Art von federnden Armen elastisch
ausgebildet. Hierzu bieten sich dem Fachmann zum Beispiel eine Reihe von thermoplastischen
Materialien an, aus denen der Zylinderkopf mit den Rastierungsabschnitten gefertigt
werden kann, die dann die gewünschten radialelastischen Eigenschaften besitzen.
[0027] Der Innendurchmesser der hülsenartigen Verlängerung 49 beziehungsweise der Rastierungsabschnitte
51 ist geringfügig größer als der Außendurchmesser der Kolbenstange 40. Etwa im vorderen
Drittel besitzen die Rastierungsabschnitte jeweils ein nach innen vorspringendes halbrundes
Profil 52, das in den Kolbenstangennuten 45 bis 48 Platz findet. Greifen die Rastierungprofile
52 in eine Nut ein, dann sind die Rastierungsabschnitte im wesentlichen elastisch
entspannt.
[0028] Die zusätzlichen Nuten 47 und 48 sind auf der Kolbenstange 50 derart angeordnet,
daß die Rastierungsabschnitte 51 in der in Fig. 4 gezeigten voll eingefahrenen Stellung
des Kolbens 39 in die Nut 48 eingerastet, dagegen in der voll ausgefahrenen Stellung
des Kolbens 39 in die Nut 47 eingerastet sind.
[0029] Wird der Zylinder 31 über das Ventil 38 und die Druckluftleitung 37 mit Druckluft
beaufschlagt, so wird in Fig. 4 der Kolben 39 mit der Kolbenstange 40 entgegen der
Kraft der Feder 44 und der an dem vorderen Ende 42 der Kolbenstange angreifenden Last,
zum Beispiel eines Abdeckorgans nach rechts verschoben, bis die Rastierungsabschnitte
51 in die erste Rastierungsnut 46 einschnappen, wodurch die Kolbenstange 40 in einer
ersten Stellung arretiert wird. Die Nutenwand 48' der Nut 48 ist derart flach geneigt,
daß die Rastierungsabschnitte 51 bei einer Druckbeaufschlagung des Kolbens aus der
in Fig. 4 gezeichneten Stellung ohne einen wesentlichen Widerstand aus der Nut herausgespreizt
und die Kolbenstange 40 nach rechts verfahren werden kann. Entsprechendes gilt für
die Nut 47 und die flache Nutwand 47'.
[0030] Um dagegen die Rastierungsabschnitte 51 aus ihren Rastierungsstellungen in der Rastierungsnut
46 herauszuspreizen, muß der in den Zylinder eingesteuerte Druck der Druckluft einen
vorgegebenen Wert übersteigen. Das liegt daran, daß die Nutenwand 46' der Nut unter
einem relativ steilen Winkel abgeschrägt ist. Der Druck, der erforderlich ist, um
die Kolbenstange 40 aus einer Rastierung herauszufahren, ist somit abhängig von der
Elastizität der Rastierungsabschnitte 51 und der Gestalt der Rastierungsprofile 52
sowie dem Profil der Rastierungsnuten 46, 47. Bei einer bestimmten Elastizität der
Rastierungsabschnitte 51 ist der aufzubringende Druck zum Herausfahren der Kolbenstange
aus einer Arretierung um so höher, je tiefer die Rastierungsabschnitte 51 in die Rastierungsnut
eingreifen und je steiler die Nutenwände 41' sind.
[0031] Nachdem die Kolbenstange 40 durch Einschnappen der Rastierungsabschnitte 51 in die
Rastierungsnut 46 in ihrer ersten Stellung arretiert ist,-wird in den Zylinder 31
ein zweiter erhöhter Druck eingesteuert, um die Kolbenstange 40 aus ihrer Arretierung
zu lösen und derart weiter nach rechts auszufahren, bis die Rastierungsabschnitte
51 in die zweite Rastierungsnut 45 einschnappen. Durch noch weitere Druckerhöhung
wird die Kolbenstange 40 auch aus ihrer zweiten Arrtetierungsstellung herausgefahren,
bis der Kolben 39 an dem Zylinderkopf 41 anschlägt und die Rastierungsabschnitte 51
in die Nut 47 einschnappen. Durch Druckabsenkung um einen bestimmten Betrag wird der
Kolben 39 durch die Feder 44 zunächst bis zum Einschnappen der Rastierungsabschnitte
in die Rastierungsnut 45 nach links zurückgedrückt. Druch weiters Druckabsenken wird
der Kolben 39 dann bis zum Einschnappen der Rastierungsabschnitte 51 in die Rastierungsnut
46 weiter nach links verschoben und gelangt schließlich bei einer Entlüftung des Zylinders
31 in seine in Fig. 4 gezeigten Ausgangsstellung zurück, in der die Rastierungsabschnitte
wieder in die Nut 48 einschnappen.
[0032] Es ist klar, daß die Nuten 47 und 48 auch entfallen können, wenn die Rastierungsabschnitte
51 in ihren aufgespreizten Stellungen außerhalb einer Nut keinerlei Ermüdung ausgesetzt
sind.
[0033] Die Rastierungsabschnitte 51 weisen an ihren Außenflächen einzelne eine umlaufende
Nut bildende Nutabschnitte 53 auf (Fig. 5 und 6), in die ein elastischer Ring 54 (Fig.
4) eingelegt ist. Der elastische Ring 54, zum Beispiel ein 0-Rtng aus Gummi oder einem
gummiähnlichen Material, wirkt der elastischen Ermüdung der Rastierungsabschnitte
51 entgegen. Je nach der Steifigkeit dieses elastischen Ringes lassen sich die Spreizkräfte
zum Auseinanderspreizen der Rastierungsabschnitte 51 bziehungsweise die Arretierungskräfte
wählen, durch die die Kolbenstange 40 durch Einschnappen der Rastierungsabschnitte
in einer der beiden Nuten 46 und 47 in einer bestimmten Stellung arretiert wird. Es
ist klar, daß der elastische Ring 54 auch flach ausgebildet sein kann.
[0034] Es ist besonders vorteilhaft, die Rastierungsabschnitte 51 mit dem Zylinderkopf 41
einstückig auszubilden. Es ist jedoch klar, daß die Erfindung auf eine derartige Lösung
nicht beschränkt ist. So kann ein hülsenartiger Körper zur Bildung entsprechender
Rastierungsabschnitte 51 teilweise radial geschlitzt sein. Der ungeschlitzte Hülsenabschnitt
des Körpers kann mit einer Stirnseite des Zylinderkopfes 39 fest verbunden sein. Für
eine solche Verbindung bieten sich verschiedene Möglichkeiten an, die hier nicht im
Einzelnen aufgezeigt werden müssen. Bei einer derartigen Lösung kann dann der Zylinderkopf
39 aus einem anderen Material gewählt sein als die Rastierungsabschnitte.
[0035] Schließlich ist die Erfindung nicht auf die Ausführung beschränkt, daß dei Rastierungsabschnitte
außerhalb des Zylinders liegen. Diese können auch innerhalb des Zylinders liegen.
Auch ist es denkbar, am Zylinderkopf 39 beidseitig zwei sich entsprechende, in entgegengesetzte
Richtungen weisende Rastierungsabschnitte 51 vorzusehen, die gleiche oder unterschiedliche
elastische Eigenschaften aufweisen, und die gleichzeitig oder getrennt voneinander
in Nuten einrasten.
[0036] Weiterhin ist es besonders vorteilhaft, die Rastierungsabschnitte 51 mit einem Zylinderkopf
zu kombinieren. Es ist aber klar, daß die Kolbenstange auch außerhalb des Zylinders
mit einer nicht dargestellten Betätigungsstange verbunden sein kann, die entsprechend
wie die Kolbenstange mit Nuten 45 und 46 oder 45 bis 58 versehen ist, in die die Rastierungsabschnitte
51 eines separaten Gesperres eingreifen, das ortsfest mit Abstand vom Zylinderkopf
41 angeordnet ist.
[0037] Es besteht aber auch die Möglichkeit, daß der ungeschlitzte Htjlsenabschnitt des
Körpers an einer Stirnseite des Zylinderkörpers an- oder aufgesetzt ist. Weiterhin
besteht die Möglichkeit, daß die Rastierungsabschnitte aus einzelnen federelastischen
bügelartigen Abschnitten bestehen, die am Zylinderkopfumfang gleichmäßig verteilt
angeordnet sind und zur Rastierung der Kolbenstange mit ihren freien Enden in eine
Kolbenstangennut elastisch einschnappen. Die bügelartigen Abschnitte können zum Beispiel
durch einen elastischen Ringkörper oder dergleichen am Zylinderkopf festgehalten sein.
[0038] Wenn die Rastierungsabschnitte zum Beispiel entsprechend Fig. 6 einstückig mit dem
Zylinderkopf sind, lassen sich diese bei der Montage durch Abbrechen leicht entfernen,
sofern eine Rastierung nicht vorgesehen ist. Auf diese Weise ist ein- und derselbe
Zylinderkopf für einfache und Rastierungszylinder verwendbar, wodurch die Lagerhaltung
von Zylinderköpfe für unterschiedliche pneumatische Stellglieder vereinfacht ist.
[0039] Vorteilhafterweise können beliebig viele Abdeckorgane, insbesondere Be- oder Entlüftungsjalousien
in einem Industriegebäude über eine Druckluftleitung gleichzeitig in die gleiche Stellung
gebracht werden. Hierzu wird zum Beispiel jedem Abdeckorgan ein erfindungsgemäßes
Stellglied zugeordnet-. Alle Stellglieder in der Gestalt von pneumatischen Zylindern
sind an dieselbe Druckluftleitung angeschlossen.
[0040] In der Druckluftleitung befindet sich eine Druckluftsteuerung über die ein bestimmter
Druck in die Druckluftleitung eingesteuert wird, wodurch zum Beispiel die Abdeckorgange
alle aus einer Schließstellung in dieselbe öffnungsstellung gebracht werden, die einer
bestimmten Arretierung zugeordnet ist. Die Druckhöhe ist dabei derart gewählt, daß
sie die maximal auftretenden Verstellwiderstände der Abdeckorgane überwindet, daß
aber die Kolbenstangen nicht über die betreffenden Arretierungen hinaus verschoben
werden. Die auf ein Gesperre wirkende Sperrkraft einschließlich der gegen einen Kolben
wirkendenFederkraft ist also höher als die eingesteuerte Druckkraft.
[0041] Um die Arretierung aller Absperrorgane in Öffnungsrichtung zu lösen, muß die Druckkraft
entsprechend erhöht werden.
1. Pneumatisches Stellglied, insbesondere zur Betätigung mindestens eines Abdeckorgans,
beispielsweise Be- oder Entlüfungsjalousie, mit einer mit dem Abdeckorgan in Verbindung
stehenden Kolbenstange, deren Kolben entgegen einer Federkraft in einem Zylinder einseitig
mit Druck beaufschlagbar und die Kolbenstange in wenigstens einer Zwischenstellung
zwischen ihren voll aus-und eingefahrenen Endstellungen arretierbar ist, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kolbenstange oder eine außerhalb des Zylinders an die Kolbenstange angreifende
Betätigungsstange zu Arretierung wenigstens eine Vertiefung aufweist, in die ein ortsfestes
Gesperre einrastet.
2. Pneumatisches Stellglied nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Vertiefung
aus einer umlaufenden Nut besteht.
3. Pneumatisches Stellglied nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das
Gesperre aus wenigstens einer federbelasteten Kugel besteht.
4. Pneumatisches Stellglied nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die auf die
Kugel radial nach innen wirkende elastische Kraft der Feder einstellbar ist.
5. Pneumatisches Stellglied nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß der
Zylinderkopf mehrere radiale Bohrungen aufweist, die den Zylinderkopf druchdringen
und daß in die Bohrungen je eine Kugel eingesetzt ist, die von einer Schraubenfeder
belastet ist, welche zwischen der Kugel und einer Schraube eingespannt ist, die zur
Einstellung der Federkraft in einen äußeren Gewindeabschnitt der Bohrung eingreift.
6. Pneumatisches Stellglied nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das
Gesperre außerhalb des Zylinders angeordnet ist.
7. Pneumatisches Stellglied nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Gesperre
aus mehreren an ihren einen Enden am Zylinderkopf gehaltenen und über den Umfang der
Kolbenstange gleichmäßig verteilen gleichartigen, federelastischen, bügelartigen Teilen
besteht, die mit ihrem freien anderen Enden zur Arretierung in die Kolbenstangenvertiefung
einschnappen.
8. Pneumatisches Stellglied nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß sich am Zylinderkopf
ein von der Kolbenstange druchdrungener, hülsenartiger Körper befindet, der zur Bildung
der bügelartigen Teile mit in Achsrichtung verlaufenden radialen Schlitzen versehen
ist.
9. Pneumatisches Stellglied nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die bügelartigen
Teile an ihren Außenflächen eine umlaufende Nut bildende Nutabschnitte zum Eingreifen
eines elastischen Ringkörpers (0-Ring) aufweisen.
10. Pneumatisches Stellglied nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüchen,dadurch
gekennzeichnet, daß der Zylinderkopf und die das Gesperre bildende bügelartigen Teile
aus einem einteiligen Körper aus thermoplastischem Kunststoff bestehen, der in den
Zylinder eingepresst ist.
11. Pneumatisches Stellglied nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Gesperre jeweils mit einer gewählten Sperrkraft in
eine Vertiefung einrasten und daß zum gleichzeitigen Verstellen von mehreren, unterschiedliche
Verstellwiderstände aufweisenden Abdeckorganen in ihre volle öffnungs- oder Schließstellung
oder jeweils in mindestens eine Zwischenstellung jedem Abdeckorgan mindestens ein
Stellglied zugeordnet ist, daß sämtliche Stellglieder an die gleiche Druckluftleitung
angeschlossen sind und daß in die Druckluftleitung eine Drucksteuervorrichtung eingeschaltet
ist, die zum Verschieben der Kolben bis zum Einrasten aller Gesperre in die jeweils
gleichen Vertiefungen in die Zylinder einen Druck einsteuert, der etwas niedriger
ist als die auf ein Gesperre wirkende gewählte Sperrkraft einschließlich der auf die
Kolben wirkenden Federkraft, aber ausreichend höher ist als der an einem Abdeckorgan
maximal auftretende Verstellwiderstand zum Verstellen des Abdeckorgans in die der
Rastierung zugeordneten Stellung und die zum Ausrasten aller Gesperre aus den zugehörigen
Vertiefungen in die Zylinder einen erhöhten Druck einsteuert, der höher ist als die
Sperrkraft einschließlich der Federkraft.