[0001] Nitroanthrachinone üben eine günstige Wirkung bei bestimmten Verfahren zur Gewinnung
und Bleichung von Zellstoff aus Lignocellulosematerialien wie Holz, Stroh und Bagasse
aus, wenn sie in Mengen von 0,001 bis 10 Gew.-%, bezogen auf das Trockengewicht des
Lignocellulosematerials, eingesetzt werden.
[0002] Die Nitroanthrachinone liegen im allgemeinen in Form von Pulvern vor. Die Anwendung
derartiger pulverförmiger Nitroanthrachinone in Verfahren zur Gewinnung von Zellstoffen
aus Lignocellulosematerialien und zu deren Bleichung bereitet jedoch Schwierigkeiten.
Setzt man die pulverförmigen Nitroanthrachinone dem aufzuschließenden Lignocellulosematerial
unmittelbar zu, so gelangen die feineren Anteile der Nitroanthrachinone leicht staubförmig
in die Umgebung. Auf diese Weise werden sie nicht nur der zugedachten Verwendung entzogen,
sondern führen auch zur Belästigung der in der Nähe der Zugabestelle arbeitenden Menschen
und können sogar Staubexplosionen verursachen. Außerdem ist wegen der relativ geringen
Mengen der benötigten Nitroanthrachinone eine gleichmäßige Verteilung schwierig. Eine
gleichmäßige Verteilung der Nitroanthrachinone ist jedoch zur Erzielung einer einheitlichen
Zellstoffqualität unerläßlich.
[0003] Eine gleichmäßige Verteilung der Nitroanthrachinone wird auch dadurch erschwert,
daß die Nitroanthrachinone in Wasser und in den in der Zellstoffgewinnung verwendeten
wäßrigen Aufschlußlösungen im allgemeinen nicht nur sehr wenig löslich sind, sondern
auch schlecht benetzt werden. Infolge der schlechten Benetzung lassen sich die feineren
Anteile der pulverförmigen Nitroanthrachinone nicht oder nur schlecht einrühren und
schwimmen stattdessen unbenetzt, gegebenenfalls unter Einschluß von Luft, auf der
Oberfläche.
[0004] Da die Nitroanthrachinone ein relativ hohes s
pe-zifisches Gewicht haben (z.B. hat 2.7-Dinitroanthrachinon bei 20°C ein spezifisches
Gewicht von 1,558 g/cm
3), setzen sich die gröberen Anteile der pulverförmigen Nitroanthrachinone, beim Einrühren
in Wasser oder in die Aufschlußlösung, rasch ab und bilden nach kurzem Stehen am Gefäßboden
eine kom
pak- te, nur mit Schwierigkeiten wieder aufwirbelbare Schicht. Die Zugabe der Nitroanthrachinone
direkt zur Kochlauge, in die Mischung von Lignocellulosematerialien und Kochlauge
oder in Form einer Anschlämmung in Wasser ist also kein Weg, die erforderliche gleichmäßige
Verteilung der Nitroanthrachinone zu erreichen.
[0005] Es wurde nun gefunden, daß sich die vorstehend beschriebenen Schwierigkeiten bei
der Anwendung der Nitroanthrachinone vermeiden lassen, wenn man die Nitroanthrachinone
in Form bestimmter Dispersionen einsetzt. Diese Dispersionen werden dadurch erhalten,
daß man die Nitroanthrachinone dispergiert und zwar nicht in üblichen Dispersionsmitteln,
z.B. Wasser, sondern,in Dispersionsmitteln, die die gleiche oder eine ähnliche Dichte
aufweisen, wie die zu dispergierenden Nitroanthrachinone.
[0006] Die Erfindung betrifft daher Dispersionen von Nitroanthrachinonen in flüssigen Dispersionsmitteln,
die die gleiche oder eine ähnliche Dichte wie die Nitroanthrachinone aufweisen.
[0007] Im Rahmen der Erfindung werden unter dem Begriff "Zellstoffgewinnung" alle Verfahren
und Verfahrensstufen verstanden, bei denen auf Lignin in Lignin und Cellulose enthaltenden
Materialien auf chemische Weise eingewirkt wird. Beispiele hierfür sind alkalische,
neutrale und saure Aufschlußverfahren für Lignocellulosematerialien wie Holz, Stroh,
Bagasse und Gräser, sowie Bleichverfahren für teilweise oder weitgehend aufgeschlossene
Lignocellulosematerialien.
[0008] Als Vertreter der erfindungsgemäß zu dispergierenden Nitroanthrachinone seien beispielsweise
Mono- oder Dinitroanthrachinone genannt, die gegebenenfalls zusätzlich zu den Nitrogruppen
einen oder mehrere weitere Substituenten aufweisen können. Als weitere Substituenten
kommen beispielsweise Alkyl-, Alkoxy-, Halogen-, Amino-, Hydroxy-, Carboxy- und/oder
Sulfogruppen und/oder annellierte iso- oder heterocyclische Ringe in Frage. Bevorzugt
als weitere Substituenten sind Alkyl- und Alkoxygruppen mit je 1 bis 4 C-Atomen, sowie
Chloro- und/oder Sulfogruppen. Die Anzahl der weiteren Substituenten kann beispielsweise
1 bis 6, vorzugsweise 1 bis 4, betragen. Als Vertreter solcher Mono- und Dinitroanthrachinone
seien beispielsweise genannt: 1- und 2-Nitroanthrachinon, 1.5-, 1.6-, 1.7-, 1.8-,
2.6- und 2.7-Dinitroanthrachinon; 1-Nitro-5-, 1-Nitro-6-, 1-Nitro-8-, 2-Nitro-1-chlor-anthrachinon,
2-Nitro-4.5-dichlor-anthrachinon; 2-Nitro-1.4-, 1-Nitro-5.8-diamino-anthrachinon;
1-Nitro-4-amino-anthrachinon; 1.3-Dinitro-4-amino-anthrachinon; 1-Nitro-4-hydroxy-
anthrachinon, 1-Nitro-3.4-, 1-Nitro-5.8-, 1.5-Dinitro-4.8-dihydroxy-anthrachinon;
1.5-Dinitro-4.8-dihydroxy-anthrachinon, 1.8-Dinitro-4.5-dihydroxy-anthrachinon; 2-Nitro-3.4.7-trihydroxy-
anthrachinon; 1-Nitro-4-ethoxy-anthrachinon; 1-Nitro-2-, 2-Nitro-3-carboxy-anthrachinon;
1-Nitro-3-carboxy-4-amino-anthrachinon; 4.4'-Dinitro-1.1-dianthrimid; 1-Nitro-4-,
2-Nitro-l-methyl-anthrachinon; 1
-Nitro-4-brom-anthrachinon und 1-Nitro-5-ethoxy-anthrachinon.
[0009] Unter Nitroanthrachinonen sind im Rahmen der vorliegenden Erfindung auch die partiell
kernhydrierten Derivate von Nitroanthrachinonen und/oder deren tautomere Formen zu
verstehen.
[0010] Bevorzugt enthalten die erfindungsgemäßen Dispersionen 1- und 2-Nitroanthrachinon,
1.5-, 1.6-, 1.7-, 1.8-, 2.6- und/oder 2.7-Dinitroanthrachinon.
[0011] Besonders bevorzugt enthalten die erfindungsgemäßen Dispersionen Mischungen von unsubstituierten
Mono-und/oder Dinitroanthrachinonen. Solche Mischungen fallen beispielsweise bei der
technischen Nitrierung von Anthrachinon und/oder Mononitroanthrachinonen an. Insbesondere
können die erfindungsgemäßen Dispersionen Mischungen von Mono- und/oder Dinitroanthrachinonen
enthalten, die anfallen, wenn man Anthrachinon in technischem Maßstab mono- oder dinitriert
oder Mononitroanthrachinongemische nitriert und aus den dabei anfallenden Nitrierungsprodukten
die als Farbstoffzwischenprodukte wertvollen Isomeren, z.B. 1-Nitro-, 1.5-Dinitro-
und/oder 1.8-Dinitroanthrachinon abtrennt. Die letztgenannten Mischungen enthalten
als wesentliche Bestandteile 1.5-, 1.6-, 1.7-, 1.8-, 2.6- und 2.7-Dinitroanthrachinon.
Als Nitroanthrachinone besonders bevorzugte Mischungen enthalten beispielsweise 0
bis 3 Gew.-% 1-Nitroanthrachinon, 5 bis 12 Gew.-% 1.5-Dinitroanthrachinon, 15 bis
35 Gew.-% 1.6-Dinitroanthrachinon, 15 bis 35 Gew.-% 1.7-Dinitroanthrachinon, 15 bis
50 Gew.-% 1.8-Dinitroanthrachincn, 0,5 bis 3 Gew.-% 2.6-Dinitroanthrachinon und 0,5
bis 3 Gew.-% 2.7-Dinitroanthrachinon.
[0012] Der Gehalt der erfindungsgemäßen Dispersionen an Nitroanthrachinonen kann von 5 bis
80 Gew.-%, vorzugsweise 20 bis 70
Gew.
-%, bezogen auf das Gewicht der Dispersionen, betragen.
[0013] Als erfindungsgemäß zu verwendende flüssige Dispersonsmittel sind solche Flüssigkeiten
geeignet, die die gleiche oder eine ähnliche Dichte aufweisen wie die zu dispergierenden
Nitroanthrachinone, d.h. Flüssigkeiten, deren Dichte im Bereich von 1,2 bis 1,85 g/ml,
vorzugsweise 1,4 bis 1,65 g/ml liegt. Bei diesen als Dipsersionsmittel geeigneten
Flüssigkeiten kann es sich um Lösungen oder Dispersionen handeln.
[0014] Als erfindungsgemäße Dispersionsmittel seien beispielsweise Elektrolytlösungen wie
wäßrige Lösungen von Metallhydroxiden und/oder -salzen und/oder Säuren und/oder wäßrige
Lösungen von Stickstoffbasen und/oder von Salzen von Stickstoffbasen, z.B. die wäßrigen
Lösungen von Hydroxiden, Sulfiden, Sulfiten, Bisulfiten, Sulfaten, Thiosulfaten, Carbonaten,
Chloriden, Bromiden, Jodiden, Nitraten und Nitriten des Natriums, Kaliums, Ammoniums,
Calciums und/oder Magnesiums und/oder von Schwefelsäure und/ oder Phosphorsäure genannt.
[0015] Bevorzugte Lösungen sind die wäßrigen Lösungen von Natriumhydroxid, Natriumsulfid,
Natriumsulfit, Natriumbisulfit, Natriumsulfat, Natriumthiosulfat, Natriumnitrit, Natriumnitrat,
Kaliumhydroxid, Kaliumcarbonat, Kaliumnitrat, Kaliumsulfid,-Magnesiumbisulfit, Calciumbisulfit
und/oder Ammoniumsulfit.
[0016] Besonders bewährt haben sich wäßrige Kaliumcarbonat-Lösung und Schwefelsäure.
[0017] Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, solche wäßrigen Elektrolyt-Lösungen zu verwenden,
wie sie in den verschiedenen Stadien der Zellstoffgewinnung ohnehin verwendet werden
bzw. anfallen. Die Dichte der in den Verfahren anfallenden Elektrolytlösungen, z.B.
der sogenannten Weißlaugen, Kochlaugen, Schwarzlaugen, Dicklaugen und/oder Grünlaugen
kann gegebenenfalls durch Aufkonzentrieren, z.B. Verdampfen von Wasser, oder durch
Zugabe zusätzlicher Elektrolyt-Mengen auf die erforderlichen Werte eingestellt werden.
[0018] Unter den genannten Laugen werden folgende Lösungen verstanden:
Als Kochlauge werden Lösungen bezeichnet, die vor dem Aufschluß mit dem Lignocellulosematerial
vereinigt werden. Sie können in ihrer Zusammensetzung je nach Art des aufzuschließenden
Lignocellulosematerials und des angewendeten Aufschlußverfahrens in Art und Konzentration
der Bestandteile in weiten Grenzen schwanken. Beispielsweise kann die Kochlauge 8
bis 20 Gew.-% Alkalimetallbase ausgedrückt als Prozent effektives Alkali, bezogen
auf das Gewicht des Lignocellulosematerials, daneben normalerweise auch Alkalimetallcarbonat,
enthalten. Kochlauge kann aber auch beispielsweise 8 bis 15 Gew.-% Alkalimetallbase,
ausgedrückt als Prozent effektives Alkali (TAPPI T-120S 61), bezogen auf Lignocellulosematerial, und 5 bis 40 Gew.-% Alkalimetallsulfid,
ausgedrückt als Prozent Sulfidität (TAPPI T-1203 OS-61), enthalten. Diese Kochlauge
enthält normalerweise auch Alkalimetallsulfat und Alkalicarbonat, gegebenenfalls auch
Schwefel in einer Menge von 1 bis 5 Gew.-%.
[0019] Als Schwarzlaugen werden die nach erfolgtem Aufschluß des Lignocellulosematerials
vom Zellstoff abgetrennten gebrauchten Kochlaugen bezeichnet. Diese enthalten als
organische Bestandteile die löslich gemachten Begleitsubstanzen der Cellulose, beispielsweise
Ligninsulfonate und/oder Alkalilignine, gegebenenfalls auch Hemicellulosen und niedermolekulare
Umwandlungsprodukte der Bestandteile des Lignocellulosematierals, als anorganische
Bestandteile beispielsweise in der Hauptsache Alkalimetallsulfat und Alkalimetallcarbonat,
sowie an saure organische Bestandteile gebundene Alkalimetallbase, daneben normalerweise
auch freie Alkalimetallbase, Alkalisulfid, Alkalisulfit und Alkalithiosulfat. Das
spezifische Gewicht der Schwarzlaugen schwankt je nach Konzentration der gelösten
Stoffe im allgemeinen von 1,05 bis 1,2 g/ml. Der Feststoffgehalt kann sich beispielsweise
in den Grenzen von 10 bis 70 Gew.-% bewegen.
[0020] Als Dicklauge werden jene Schwarzlaugen bezeichnet, die aufgrund eines hohen Feststoffgehaltes
von beispielsweise mehr als 50 Gew.-% bei Raumtemperatur hochviskos sind. Dicklaugen
können je nach AufschluBverfahren unmittelbar durch Abtrennung von Zellstoffen erhalten
werden oder durch Eindampfen von Schwarzlaugen mit geringem Feststoffanteil.
[0021] Als Grünlaugen werden die Lösungen bezeichnet, die beispielsweise 5 bis 20 Gew.-%
Alkalimetallcarbonat und beispielsweise 1 bis 5 Gew.-% Alkalimetallsulfid enthalten.
Sie werden aus Wasser und jener Salzschmelze bereitet, die beim Verbrennen der organischen
Bestandteile der Dicklaugen anfällt. Normalerweise enthalten Grünlaugen auch Natriumsulfat,
Natriumsulfit, Natriumthiosulfat und Schwefel. Grünlauge weist beispielsweise ein
spezifisches Gewicht im Bereich von 1,1 bis 1,30 g/ml auf.
[0022] Die aus Grünlaugen durch Behandlung mit gebranntem Kalk erhaltenen Laugen werden
als Weißlaugen bezeichnet. Weißlaugen enthalten beispielsweise 80 bis 200 g Alkalimetallbase,
10 bis 80 g Alkalimetallsulfid und 20 bis 50 g Alkalimetallcarbonat pro Liter Lösung.
Normalerweise enthalten sie außerdem noch Alkalimetallsulfit, Alkalimetallsulfat und
Alkalimetallthiosulfat, gegebenenfalls auch Schwefel. Ihr Feststoffgehalt beträgt
beispielsweise etwa 10 bis 35 Gew.-%. Das spezifische Gewicht der Weißlaugen liegt
beispielsweise zwischen 1,1 und 1,3 g/ml.
[0023] Eine besondere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Dispersionen ist dadurch gekennzeichnet,
daß diese zusätzlich Netzmittel entalten. Als Netzmittel kommen kationische, anionische
oder nichtionische Netzmittel in Frage, vorzugsweise solche, welche in den Verfahren
zur Zellstoffgewinnung als Nebenprodukte anfallen. Beispiele hierfür sind Schwarzlauge,
Dicklauge und/oder die daraus erhältlichen Ligninsulfonate oder Alkalilignine. Die
Netzmittel können, bezogen auf das Gewicht der Dispersionen, in Mengen von beispielsweise
0,01 bis 20 %, vorzugsweise von 0,05 bis 10 Gew.-%, zugesetzt werden. Der Zusatz von
Netzmitteln kann beispielsweise so erfolgen, daß vor Bereitung der Dispersion dem
pulverförmigen zu dispergierenden Stoff pulverförmiges Netzmittel zugegeben wird.
Das Netzmittel kann aber auch dem flüssigen Dispersionsmittel in flüssiger oder fester
Form beigefügt werden.
[0024] Eine weitere besondere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Dispersionen ist dadurch
gekennzeichnet, daß diese zusäztlich die Viskosität erhöhende Stoffe enthalten. Als
die Viskosität erhöhende Stoffe kommen beispielsweise wasserlösliche polymere Verbindungen,
wie Polyvinylalkohol und/oder Methylcellulose, in Frage. Es kann auch Dicklauge verwendet
werden, d.h. beispielsweise auf 50 bis 70 Gew.-% Feststoffanteil eingeengte Schwarzlauge.
Reine Dicklauge mit einem Feststoffanteil von beispielsweise 64 Gew.-%, welche bei
20°C. eine hochviskose Masse darstellt, bildet z.B. bei 80°C mit Nitroanthrachinonverbindungen
eine stabile Dispersion. Der günstige viskositätserhöhende Effekt der Dicklauge wirkt
sich noch aus bei Mischungen aus 60 Teilen Dicklauge und 40 Teilen Wasser oder bei
Mischungen aus 50 Teilen Dicklauge und 50 Teilen Weißlauge. Als die Viskosität erhöhende
Stoffe können auch anorganische Stoffe, wie Polysilikate, beispielsweise pyrogen gewonnene
Kieselsäure mit einer spezifischen Oberfläche von ca. 380 m
2/g eingesetzt werden. Der Einsatz anorganischer, die Viskosität erhöhender Stoffe
ist aber nicht besonders vorteilhaft, da diese durch Verbrennung nicht beseitigt werden
und sich im Zellstoffgewinnungsverfahren anreichern können. Besonders bevorzugt als
die Viskosität erhöhende Stoffe werden deshalb Polyvinylalkohol und Methylcellulose
verwendet. Die Verwendung von Dicklauge oder Dicklauge enthaltenden Mischungen mit
Wasser oder Elektrolytlösungen ist ebenfalls günstig.
[0025] Polyvinylalkohol und/oder Methylcellulose werden beispielsweise in Mengen von 5 bis
20 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht des Dispersionsmittels, Dicklauge in Mengen von
beispielsweise 50 bis 100 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht des Dispersionsmittels,
eingesetzt.
[0026] Der Zusatz die Viskosität erhöhender Stoffe hat sich besonders bei Verwendung von
Dispersionsmitteln bewährt, deren Dichte merklich von der Dichte des zu dispergierenden
Nitroanthrachinons abweicht. Bei Verwendung der die Viskosität erhöhenden Stoffe lassen
sich auch noch mit Dispersionsmitteln, deren Dichte an der unteren Grenze des erfindungsgemäßen
Dichtebereiches, d.h. bei 1,2 g/ml, liegt, stabile Dispersionen herstellen. Bei Verwendung
wäßriger Elektrolytlösungen als Dispersionsmittel kann durch die Verwendung die Viskosität
erhöhender Stoffe Elektrolyt eingespart werden.
[0027] Ein ähnlicher Effekt, wie beim Zusatz von die Viskosität erhöhenden Stoffen wird
bei den erfindungsgemäßen Dispersionen erhalten, wenn man als Dispersionsmittel Trägerdispersionen
verwendet. Unter dem Begriff Trägerdispersion wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung
ein Dispersionsmittel verstanden, das bereits vor Zugabe der Nitroanthrachinone als
Dispersion vorliegt. Derartige Trägerdispersionen werden z.B. erhalten, wenn man Dicklauge
oder Schwarzlauge mit konzentrierten wäßrigen Elektrolytlösungen oder festen Elektrolyten,
insbesondere Natronlauge oder Ätznatron, versetzt. Die Verwendung von Trägerdispersionen
als Dispersionsmittel hat den Vorteil, daß sie die Verwertung von prozeßeigenen Abfallstoffen
für die Herstellung der erfindungsgemäßen Dispersionen gestattet.
[0028] Die Temperatur ist für Herstellung, Stabilität und Anwendung der erfindungsgemäßen
Dispersionen nicht entscheidend und kann in weiten Grenzen schwanken. Aus praktischen
Gründen wird die Temperatur für Herstellung, Lagerung und Anwendung zwischen Raumtemperatur
und der Temperatur gewählt, bei der unter normalem Druck keine merklichen Mengen Wasser
verdampfen und auf diese Weise das spezifische Gewicht des Dispersionsmittels verschieben.
[0029] Beim Einsatz von Dicklauge als Netzmittel, als viskositätserhöhendem Stoff und/oder
als Komponente bei der Herstellung einer Trägerdispersion empfiehlt sich eine Arbeitstemperatur
von 50 bis 90°C, da Dicklauge bei Kontakt mit kaltem Wasser oder kalter Elektrolytlösung
erstarrt und nur langsam aufgelöst oder dispergiert wird.
[0030] Die Herstellung der erfindungsgemäßen Dispersionen kann auf verschiedene Weise erfolgen.
So kann das zu dispergierende Nitroanthrachinon in das gegebenenfalls mit Netzmittel
und/oder viskositätserhöhendem Stoff versetzte Dispersionsmittel eingerührt werden.
Das zu dispergierende Nitroanthrachinon kann auch in das Dispersionsmittel, z.B. eine
dichtegleiche oder dichte ähnliche wäßrige Elektrolytlösung oder Trägerdispersion
eingerührt und die so erhaltene Dispersion nachfolgend mit einem Netzmittel und/oder
einem viskositätserhöhenden Stoff versetzt werden. Man kann auch so vorgehen, daß
man das zu dispergierende Nitroanthrachinon zunächst mit einem Netzmittel in fester
oder flüssiger Form vermischt und dann dieses Gemisch in das Dispersionsmittel, z.B.
eine Elektrolytlösung oder eine Trägerdispersion, einbringt. Weiterhin kann man das
zu dispergierende Nitroanthrachinon mit dem festen Elektrolyten, beispielsweise Natriumhydroxid,
gegebenenfalls zusammen mit einem Netzmittel, mischen und zu dieser Mischung Wasser
zugeben oder diese Mischung in Wasser geben.
[0031] Besonders bevorzugte erfindungsgemäße Dispersionen sind dadurch gekennzeichnet, daß
sie 30 bis 70 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der Dispersion, einer technischen Mischung
von Nitroanthrachinonen enthalten, und 70 bis 30 Gew.%, bezogen auf das Gewicht der
Dispersion, einer wäßrigen Lösung einer Dichte von 1,45 bis 1,62 g/ml von Natriumhydroxid,
Natriumsulfid, Natriumsulfit, Natriumthiosulphat, Natriumcarbonat, Kaliumcarbonat,
Magnesiumbisulfit, Calciumbisulfit, Ammoniumsulfit, Schwefelsäure und/oder Phosphorsäure,
vorzugsweise von Natriumhydroxid und vor allem Kaliumcarbonat oder Schwefelsäure,
_sowie gegebenenfalls 0,05 bis 10 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Dispersion,
an Netzmittel und in der gegebenenfalls die wäßrige Lösung zu 50 bis 100 Gew.-% durch
Dicklauge oder durch eine Trägerdispersion ersetzt ist.
[0032] Die Erfindung betrifft ferner die Verwendung der erfindungsgemäßen Dispersionen,
insbesondere der technische Mischungen von Nitroanthrachinonen enthaltenden Dispersionen,
in Verfahren zur Zellstoffgewinnung. Die erfindungsgemäßen Dispersionen können bei
der Zellstoffgewinnung vor der Kochung, vorteilhaft jedoch bereits vor der Imprägnierung,
eingespeist werden, in der Lignocellulosematerial bei einer Temperatur von 80 bis
100°C mit der wäßrigen Lösung der Aufschlußchemikalien getränkt wird. Die wäßrige
Lösung der Aufschlußchemikalien dient zugleich als Fördermedium zur Beschickung von
Imprägnierer und/oder Kocher mit dem Lignocellulosematerial. Die erfindungsgemäßen
Dispersionen können in die rücklaufende Lösung oder in die mit Hackschnitzeln beladene
Lösung dosiert eingepumpt werden, gegebenenfalls auch unmittelbar in den Imprägnierer
oder Kocher. Mit Hilfe der erfindungsgemäßen Dispersionen werden bei diesem Aufschlußverfahren
Zellstoffe einer ausgezeichnet einheitlichen Qualität erhalten.
[0033] Die erfindungsgemäßen Dispersionen werden bei ihrer Verwendung in der Zellstoffgewinnung
in solchen Mengen eingesetzt, daß die Menge an zugesetztem Nitroanthrachinon 0,001
bis 10 Gew.-%, bezogen auf das Trockengewicht des zu verarbeitenden Lignocellulosematerials
beträgt.
[0034] Die Herstellung der erfindungsgemäßen Dispersionen ist einfach und kann ohne spezielle
Apparate erfolgen. Die erfindungsgemäßen Dispersionen können mit Hilfe geeigneter
Pumpen, beispielsweise Schlauchquetschpumpen, Exenterschneckenpumpen oder Kolbenpumpen
dosiert und durch Rohrleitungen gefördert werden. Die erfindungsgemäßen Dispersionen
sind über längere Zeiträume stabil. Sie können wenigstens einige Tage,,im allgemeinen
aber sogar über mehrere Wochen gelagert werden. Infolge ihrer Stabilität kann die
Herstellung der erfindungsgemäßen Dispersionen örtlich getrennt von der Zellstoffgewinnung
erfolgen, beispielsweise bei den Herstellern der Nitroanthrachinone. Die Herstellung
der erfindungsgemäßen Dispersionen kann jedoch auch bei der Zellstoffherstellung erfolgen,
da mit Ausnahme der zu dispergierenden Nitroanthrachinone nur solche Stoffe erforderlich
sind, die bei der Zellstoffgewinnung ohnehin verwendet werden und/oder anfallen.
[0035] Die Dosierung der erfindungsgemäßen Dispersionen ist besonders einfach. Bei gegebener
Förderleistung einer Dosierpumpe kann man die Dosierung des dispergierteh Stoffes
in der Zellstoffgewinnungsanlage verändern, indem man höhere Gehalte an dispergiertem
Stoff durch Zugabe von pulverförmigem Nitroanthrachinon und niedrigerer Gehalte an
dispergiertem Stoff durch Zugabe von Dispersionsmittel einstellt. Auf diese Weise
können die erfindungsgemäßen Dispersionen den Betriebsbedingungen der Zellstoffgewinnung
angepaßt und verändert werden, gegebenenfalls ohne die Fördermenge der Dosierpumpe
verändern zu müssen.
[0036] Durch den Einsatz der erfindungsgemäßen Dispersionen in Verfahren zur Zellstoffgewinnung
einschließlich der Zellstoffbleichung kann die günstige Wirkung der Nitroanthrachinone
als Aufschlußmittel optimal genutzt werden. Die organischen Bestandteile der erfindungsgemäßen
Dispersionen werden bei der Verbrennung der Prozeßabwässer mitverbrannt. Die anorganischen
Bestandteile der erfindungsgemäßen Dispersionen, insbesondere die wäßrigen Elektrolytlösungen,
können so ausgewählt werden, daß keine prozeßfremden Stoffe in das jeweilige Zellstoffgewinnungsverfahren
gelangen.
[0037] Mit Hilfe der erfindungsgemäß zu verwendenden Dispersionsmittel lassen sich Nitroanthrachinone
eines breiten Korngrößenbereiches in stabile Dispersionen überführen. Die Korngröße
der zu dispergierenden Nitroanthrachinone kann bis zu 5 mm betragen; vorzugsweise
liegt die Korngröße der zu dispergierenden Nitroanthrachinone im Bereich von 0,1>m
bis 3 mm. Da die Korngrößenverteilung der dispergierten Nitroanthrachinone keinen
Einfluß auf die Stabilität der Dispersionen hat, lassen sich erfindungsgemäß technische
Mischungen von Nitroanthrachinonen so dispergieren, wie sie bei der technischen Herstellung
anfallen.
[0038] Es ist überraschend, daß die erfindungsgemäßen Dispersionen die Anforderungen für
den Einsatz bei der Zellstoffgewinnung einschließlich der Zellstoffbleichung vollständig
erfüllen. Stabile Dispersionen werden bekanntermaßen nur dann erhalten, wenn die dispergierten
Teilchen eine Korngröße von weniger als 10 µm aufweisen. Bei gröberen Dispersionen
setzen sich die dispergierten Teilchen normalerweise früher oder später ab (s. Römpp,
Chemielexikon 6. Aufl., Spalte 6285 (1966)). Teilchen einer Korngröße unter 10 µm
können aber nur mit Hilfe aufwendiger Mahlverfahren erhalten werden. Solche Mahlverfahren
sind bei der Herstellung der erfindungsgemäßen Dispersionen nicht erforderlich.
[0039] Ein großer Vorteil der erfindungsgemäßen Dispersionen ist, daß sie sich mit Dispersionsmitteln
herstellen lassen, die eine Anpassung an das jeweilige Zellstoffgewinnungsverfahren
gestatten. Es kann praktisch für jedes übliche Zellstoffgewinnungsverfahren eine erfindungsgemäße
Dispersion zur Verfügung gestellt werden, bei der keine prozeßfremden Stoffe eingebracht
werden müssen.
[0040] Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Zellstoffgewinnung aus Lignocellulosematerialien
in Gegenwart von Nitroanthrachinonen, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man die
Nitroanthrachinone in Form der erfindungsgemäßen Dispersion anwendet.
[0041] Die Verfahren zur Zellstoffgewinnung aus Lignocellulosematerialien als solche werden
in an sich bekannter Weise durchgeführt. Beispielsweise können diese Verfahren durchgeführt
werden; indem man Lignocellulosematerialien in einer Sulfitlösung, die sauer, neutral
oder alkalisch sein kann, digeriert und der Digerierlösung vor oder nach Zugabe des
Lignocellulosematerials die erfindungsgemäßen Dispersionen zusetzt. Man kann die erfindungsgemäßen
Dispersionen auch in den bekannten Zellstoffgewinnungsverfahren einsetzen, die als
Kraft-Verfahren , Soda-Verfahren und Polysulfid-Verfahren bezeichnet werden. Man kann
die erfindungsgemäßen Dispersionen weiterhin in dem bekannten Sauerstoff-Alkali-Verfahren
zur Zellstoffgewinnung und/oder in den für die Zellstoffgewinnung bekannten Bleichverfahren
einsetzen.
Beispiel 1
[0042] 40 g einer technischen Mischung von Nitroanthrachinonen (Zusammensetzung: 30,7 Gew.-%
1.8-, 27,1 Gew.-% 1.6-, 23,0 Gew.-% 1.7-, 10,0 Gew.-% 1.5-, 1,1 Gew.-% 2.7-, 1,0 Gew.-%
2.6-Dinitroanthrachinon; 0,7 Gew.-% 1-Nitroanthrachinon und 6,4 Gew.-% sonstige Nitroanthrachinone;
Korngröße: 40 bis 400µm)werden in 60 g 66 %iger wäßriger Schwefelsäure eingetragen.
[0043] Man erhält zunächst eine dünnflüssig-grünliche Dispersion, auf der ein Teil des dispergierten
Nitroanthrachinons infolge eingeschlossener Luft aufschwimmt. Durch langsames Rühren
wird eine gleichmäßige stabile Dispersion erhalten.
Beispiel 2
[0044] 150 g der in Beispiel 1 beschriebenen technischen Mischung von Nitroanthrachinonen
werden in ein Gemisch aus 90 g 66 %iger Schwefelsäure und 10 g Schwarzlauge (Dichte:
1,07 g/ml) eingerührt. Es wird eine schwachviskose, 60 %ige Dispersion erhalten. Der
sich aus der Dispersion abscheidende Bodensatz läßt sich auch nach längerem Stehen
noch gut aufrühren.
Beispiel 3
[0045] 40 g der in Beispiel 1 beschriebenen technischen Mischung von Nitroanthrachinonen
werden in eine Dispersion (Trägerdispersion) eingerührt, die durch Verrühren von 9,6
g Schwarzlauge (Dichte: 1,07 g/ml) und 50,4 g Natronlauge (Dichte: 1,51 g/ml) hergestellt
worden war.
[0046] Es wird eine dickflüssige, über mehrere Monate stabile Dispersion erhalten, die sich
ohne Schwierigkeiten pumpen läßt.
Beispiel 4
[0047] 40 g einer Mischung von Nitroanthrachinonen (Zusammensetzung: 33 Gew.-% 1.6-, 21,7
Gew.-% 1.8-, 21,6 Gew.-% 1.7-, 6,5 Gew.-% 1.5-, 1,9 Gew.-% 2.6- und 1,8 Gew.-% 2.7-Dinitroanthrachinon
und 1,4 Gew.-% 1-Nitroanthrachinon; Korngröße 100-500µm) werden in 60 g 74 %iger Phosphorsäure
(Dichte 1,565 g/ml) dispergiert.
[0048] Es wird eine stabile dünnflüssige Dispersion erhalten, aus der sich auch nach 2monatiger
Lagerung noch kein Feststoff abgesetzt hat.
Beispiel 5
[0049] 50 g der in Beispiel 1 beschriebenen Nitroanthrachinon-Mischung werden in 50 g 53
%iger Pottaschelösung dispergiert.
[0050] Man erhält zunächst eine dünnflüssige Dispersion, aus der ein Teil des dispergierten
Stoffes infolge eingeschlossener Luft aufschwimmt. Nach Zerstören der Schaumschicht
durch vorsichtiges Rühren wird eine gleichmäßige, stabile Dispersion erhalten, die
sich auch nach zweimonatiger Lagerung nicht verändert.
Beispiel 6
[0051] 233 g der in Beispiel 4 beschriebenen Nitroanthrachinon-Mischung werden in ein Gemisch
aus 90 g 50 %iger Pottasche-Lösung und 10 g Schwarzlauge (Dichte: 1,07 g/ml) eingerührt.
[0052] Es wird eine stabile, viskose 70 %ige Dispersion erhalten, die sich durch gute Pump-
und Dosierbarkeit auszeichnet.
Beispiel 7
[0053] 40 g 1-Nitroanthrachinon (Korngröße 50 bis 600µm) werden in 57 g 51 %iger Kaliumjodidlösung,
der 3 g Schwarzlauge (Dichte: 1,07 g/ml) zugesetzt wurden, dispergiert.
[0054] Es wird eine gleichmäßige, stabile Dispersion erhalten, die sich auch nach 2 Monaten
noch leicht rühren und pumpen läßt.
Beispiel 8
[0055] 40 g pulverförmiges 1.5-Dinitroanthrachinon werden in 57 g 46 %iger, mit 3 g Schwarzlauge
(Dichte: 1,07 g/ml) versetzter Calciumbromid-Lösung eingerührt.
[0056] Nach langsamen Verrühren der Komponenten wird eine stabile, dünnflüssige, gleichmäßige
Dispersion erhalten.
Beispiel 9
[0057] 40 g 1.8-Dinitroanthrachinon (max. Korngröße: etwa 100µm) werden in einer Lösung
aus 3 g Schwarzlauge (1,07 g/ml), 29 g Wasser und 28 g wasserfreiem Zinkchlorid eingerührt.
[0058] Es wird eine dünnflüssige, stabile Dispersion erhalten, die auch noch nach achtwöchiger
Lagerung unverändert ist.
Beispiel 10
[0059] 80 g des in Beispiel 7 beschriebenen 1-Nitroanthrachinons werden in 120 g einer Trägerdispersion
eingerührt, die aus 84 Gew.-% 43 %iger Natronlauge und 16 Gew.-% Schwarzlauge (Feststoffgehalt:
16 %) bereitet worden war.
[0060] Es wird eine viskose, gleichmäßige, stabile
Disper- sion erhalten, die sich durch gute Pump- und Dosierbarkeit auszeichnet.
Beispiel 11
[0061] 40 g der in Beispiel 4 beschriebenen Mischung von Nitroanthrachinonen werden bei
80°C mit 48 g Dicklauge (Dichte: 1,25 g/ml bei 80°C; Feststoffgehalt: 64 Gew.-%) und
mit 12 g gesättigter Sodalösung gemischt. Die Dichte des Dispersionsmittels beträgt
bei 20°C 1,34 g/ml.
[0062] Es wird eine bei Raumtemperatur stabile sehr viskose Dispersion erhalten.
Beispiele 12 und 13
[0063] 100 g der in Beispiel 1 beschriebenen technischen Mischung von Nitroanthrachinonen
werden mit 1 g trockenem Ligninsulfonat unter Mahlen vermischt. Die Korngröße der
Mischung beträgt nach dem Mahlen etwa 40 bis 100µm. 50,5 g dieser Mischung werden
in 49,5 g 50 %iger Pottasche-Lösung bzw. 49,5 g 66 %iger Schwefelsäure eingerührt.
[0064] Man erhält stabile, gleichmäßige 50 %ige Dispersionen, die auch nach zweimonatiger
Lagerung unverändert sind und die sich durch gute Pump- und Dosierbarkeit auszeichnen.
1) Dispersionen von Nitroanthrachinonen, dadurch gekennzeichnet, daß sie die Nitroanthrachinone
in flüssigen Dispersionsmitteln gleicher oder ähnlicher Dichte wie die Nitroanthrachinone
enthalten.
2) Dispersionen gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als flüssige Dispersionsmittel
Lösungen oder Dispersionen verwendet werden und daß die Dichte der flüssigen Dispersionsmittel
im Bereich von 1,2 bis 1,85 liegt.
3) Dispersionen gemäß Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß als flüssige Dispersionsmittel
wäßrige Lösungen von Metallhydroxiden und/oder -salzen und/oder Säuren und/oder Lösungen
von Stickstoffbasen und/oder von Salzen von Stickstoffbasen verwendet werden.
4) Dispersionen gemäß Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als flüssige Dispersionsmittel
wäßrige Lösungen von Natriumhydroxid, Natriumsulfid, Natriumsulfit, Natriumbisulfit,
Natriumsulfat, Natriumthiosulfat, Natriumnitrit, Natriumnitrat, Kaliumhydroxid, Kaliumcarbonat,
Kaliumnitrat, Kaliumsulfid, Magnesiumbisulfit, Calciumbisulfit , Ammoniumsulfit und/oder
Schwefelsäure verwendet werden.
5) Dispersionen gemäß Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß als flüssige Dispersionsmittel
aus Dicklauge oder Schwarzlauge und festen Elektrolyten oder konzentrierten wäßrigen
Elektrolyt- Lösungen bereitete Trägerdispersionen verwendet werden.
6) Dispersionen gemäß Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß ihr Gehalt an
Nitroanthrachinonen 5 bis 80 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der Dispersionen, beträgt.
7) Dispersionen gemäß Anspruch 1 bis 6 , dadurch gekennzeichnet, daß sie als Nitroanthrachinone
Mischungen-von Mono- und/oder Dinitroanthrachinonen enthalten, wie sie bei der Mono-
oder Dinitrierung von Anthrachinon oder bei der Nitrierung von Mononitroanthrachinongemischen
in technischem Maßstab und nachfolgender Abtrennung der als Farbstoffzwischenprodukte
wertvollen Isomeren aus den Nitrierungsprodukten, anfallen.
8) Dispersionen gemäß Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß sie zusätzlich
Netzmittel enthalten.
9) Dispersionen gemäß Anspruch 1 bis dadurch gekennzeichnet, daß sie zusätzlich die
Viskosität erhöhende Stoffe enthalten.
10 ) Verwendung der Dispersionen gemäß Anspruch 1 bis 9 in Verfahren zur Gewinnung
von Zellstoff aus Lignocellulosematerialien.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 86(2) EPÜ.
1) Verfahren zur Herstellung von Dispersionen von Nitroanthrachinonen, dadurch gekennzeichnet,
daß man die Nitroanthrachinone in flüssigen Dispersionsmitteln gleicher oder ähnlicher
Dichte wie die der Nitroanthrachinone dispergiert.
2) Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als flüssige Dispersionsmittel
Lösungen oder Dispersionen verwendet und daß die Dichte der flüssigen Dispersionsmittel
im Bereich von 1,2 bis 1,85 liegt.
3) Verfahren gemäß Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man als flüssige
Dispersionsmittel wäßrige Lösungen von Metallhydroxiden und/oder -salzen und/oder
Säuren und/oder Lösungen von Stickstoffbasen und/oder von Salzen von Stickstoffbasen
verwendet.
4) Verfahren gemäß Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man als flüssige
Dispersionsmittel wäßrige Lösungen von Natriumhydroxid, Natriumsulfid, Natriumsulfit,
Natriumbisulfit, Natriumsulfat, Natriumthiosulfat, Natriumnitrit, Natriumnitrat, Kaliumhydroxid,
Kaliumcarbonat, Kaliumnitrat, Kaliumsulfid, Magnesiumbisulfit, Calciumbisulfit, Ammoniumsulfit
und/oder Schwefelsäure verwendet.
5) Verfahren gemäß Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man als flüssige
Dispersionsmittel aus Dicklauge oder Schwarzlauge und festen Elektrolyten oder konzentrierten
wäßrigen Elektrolyt-Lösungen bereitete Trägerdispersionen verwendet.
6) Verfahren gemäß Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Menge an Nitroanthrachinonen
5 bis 80 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der Dispersionen, beträgt.
7) Verfahren gemäß Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß man als Nitroanthrachinone
Mischungen von Mono- und/oder Dinitroanthrachinonen verwendet, wie sie bei der Mono-
oder Dinitrierung von Anthrachinon oder bei der Nitrierung von Mononitroanthrachinongemischen
in technischem Maßstab und nachfolgender Abtrennung der als Farbstoffzwischenprodukte
wertvollen Isomeren aus den Nitrierungsprodukten, anfallen.
8) Verfahren gemäß Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß man zum Dispergieren
zusätzlich Netzmittel verwendet.
9) Verfahren gemäß Anspruch 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß man zum Dispergieren
zusätzlich die Viskosität erhöhende Stoffe verwendet.
10) Verwendung der gemäß Anspruch 1 bis 9 hergestellten Dispersionen in Verfahren
zur Gewinnung von Zellstoff aus Lignocellulosematerialien.