[0001] Die Erfindung betrifft ein photographisches Material aus einem Schichtträger und
mindestens einer hierauf aufgetragenen Schicht, die ein aus einem Polymeren bestehendes
Beizmittel für saure Farbstoffe enthält.
[0002] Die Verwendung von polymeren Beizmitteln für saure Farbstoffe in photographischen
Schichten stellt eine bekannte Maßnahme dar. Hierdurch können entweder diffundierende
saure Farbstoffe festgelegt werden (Bildempfangsschicht) oder es kann bei sauren Farbstoffen
oder auch anderen photographisch wirksamen Verbindungen, die nur eine geringe Diffusionsneigung
haben können, die Diffusionsfestigkeit weiter verbessert werden. Unter photographischen
Schichten können dabei ganz allgemein lichtempfindliche Schichten, z.B. Silberhalo
genidemulsionsschichten, oder auch nicht lichtempfindliche Schichten, z.B. Haftschichten,
Zwischenschichten, Filterschichten, Lichthofschutzschichten und Deckschichten verstanden
werden.
[0003] Zur Durchführung des Farbdiffusionsübertragsverfahren wird üblicherweise ein lichtempfindliches
Material verwendet, das in oder benachbart zu mindestens einer Silberhalogenidemulsionsschicht
farbgebende Verbindungen enthält, und ein Bildempfangsmaterial, bestehend im wesentlichen
aus einer auf einem Schichtträger angeordneten Bildempfangsschicht, in der durch bildmäßig
übertragene diffundierende Farbstoffe das gewünschte Farbbild erzeugt wird. Hierzu
ist es erforderlich, daß zwischen dem lichtempfindlichen Material und der Bildempfangsschicht
mindestens während eines endlichen Zeitraumes innerhalb der Entwicklungszeit.ein fester
Kontakt besteht, so daß die in dem lichtempfindlichen Material als Folge der Entwicklung
erzeugte bildmäßige Verteilung an diffundierenden Farbstoffen auf die Bildempfangsschicht
übertragen werden kann. Der Kontakt-kann hergestellt werden, nachdem die Entwicklung
in Gang gesetzt worden ist, oder er kann bereits hergestellt worden sein, bevor die
Entwicklung beginnt. Letzteres ist beispielsweise der Fall, falls ein integrales Aufzeichnungsmaterial
verwendet wird, in dem das lichtempfindliche Material und das Bildempfangsmaterial-eine
integrale Einheit bilden. Es sind Ausführungsformen des Farbdiffusionsübertragungsverfahrens
bekannt, bei denen eine derartige integrale Einheit auch nach Beendigung des Entwicklungsvorganges
weiter bestehen bleibt; d.h., eine Abtrennung des lichtempfindlichen Materials vom
Bildempfangsmaterial ist auch nach erfolgtem Farbübertrag nicht vorgesehen. Eine solche
Ausführungform ist beispielsweise beschrieben in der DE-OS 2 019 430. Es kann aber
auch gemäß einer anderen Ausführungsform das Bildempfangsmaterial, das nach dem Farbübertrag
das fertige Bild trägt, von dem lichtempfindlichen Material, z.B. mittels einer zwischen
beiden angeordneten Abziehschicht abgetrennt werden. Bezüglich einer solchen Ausführungsform
sei beispielsweise auf die DE-OS 2 049 688 verwiesen.
[0004] Aus der US-PS 3 709 690 sind als Beizmittel zur Herstellung von Bildempfangsschichten
geeignete Polymere bekannt, die durch Quaternierung eines Polymeren mit tertiären
Stickstoffatomen mit einem Alkylierungsmittel oder Aralkylierungsmittel erhalten werden.
[0005] In der DE-OS 2 445 782 werden wasserunlösliche Polymere als Beizen beschrieben, die
durch Umsetzen von Chlormethylgruppen enthaltenden Polymeren mit tertiären Aminen
hergestellt werden und die nach der in der US-PS 3 859 096 beschriebenen Methode vernetzt
werden können. Nachteilig an der Verwendung derartiger Beizmittel in der Sofortbild-Photographie
ist, daß bei ihrer Verwendung die Tendenz besteht, daß die gebeizten Bildfarbstoffe
aus den Bildbezirken in Nicht-Bildbezirke wandern. Diese Farbstoffwanderung, die darauf
beruht, daß das Beizmittel die Farbstoffe nicht fest genug hält, führt zu Farbsäumen
und insbesondere bei Lagerung zu verminderten Farbdichten.
[0006] Aus der DE-OS 2 551 786 ist weiterhin bekannt, zum Beizen von Farbstoffen in Wasser
unlösliche Polymere in Dispersionsform zu verwenden. Diese Latexbeizen weisen den
Vorteil auf, daß sie in einfacher Weise mit den bekannten Bindemitteln zu gießfertigen,
stabilen Lösungen angesetzt werden können. Nachteilig aber ist, daß die aus den Gießlösungen
hergestellten Beizmittelschichten die Farbstoffe nicht in ausreichendem Maße binden.
Es werden zwar direkt nach Übertragung der Farbstoffe in die Beizmittelschicht ausreichende
Farbdichten erzielt, aber nach Lagerung der gefärbten Beizmittelschichten kommt es
insbesondere bei mehrschichtigem Aufbau zu einer als Rückdiffusion bezeichneten Diffusion
der Farbstoffe aus der Beizmittelschicht in den übrigen Schichtverband. Diese Rückdiffusion
führt zu einer Verminderung der Farbdichten-bei Lagerung und damit zu einem nicht
erwünschten Verblassen des Bildes.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es, als Beizmittel für die Herstellung von Bildempfangsschichten
geeignete diffusionsfeste Polymere aufzufinden, welche die auf die Bildempfangsschicht
übertragenen Bildfarbstoffe derart festzuhalten vermögen, daß keine Wanderung der
Bildfarbstoffe mehr erfolgen kann, sodaß Farbstoffbilder erhöhter Dichte auch bei
Lagerung über längere Zeiträume erhalten werden.
[0008] Es wurde gefunden, daß die nachfolgend beschriebenen polymeren Beizmittel sich überall
dort in vorteilhafter Weise verwenden lassen, wo es gilt, saure Farbstoffe zu beizen.
Sie sind insbesondere als Beizmittel für Bildempfangsschichten geeignet.
[0009] Gegenstand der Erfindung ist ein photographisches Material aus einem Schichtträger
und mindestens einer darauf angeordneten Schicht, die ein aus einem Polymeren bestehendes
Beizmittel für saure Farbstoffe enthält, dadurch gekennzeichnet, daß es als
[0010] Beizmittel ein Polymer mit wenigstens 10 Mol-% an wiederkehrenden Einheiten mit folgender
Formel I enthält:

worin bedeuten:
Q ein Stickstoff- oder Phosphoratom;
R1, R2 und R3 jeweils einen carbocyclischen Rest oder einen Alkylrest wobei R1, R2 und R3 die gleiche oder eine voneinander verschiedene Bedeutung haben können, oder zwei
der genannten Reste vervollständigen zusammen einen 5- oder 6-gliedrigen heterocyclischen
Ring,
R Wasserstoff oder Alkyl,
Xθ ein Anion.
[0011] Die wiederkehrenden Einheiten der obigen Formel I sollen im folgenden durch das Symbol
A wiedergegeben werden.
[0012] Alkylreste, die in Formel I durch R
1, R
2 und R
3 dargestellt werden sind geradkettig oder verzweigt und weisen normalerweise 1 bis
12 Kohlenstoffatome auf. Beispiele hierfür sind etwa Methyl, Ethyl, Propyl, Isobutyl,
Pentyl, Hexyl, Heptyl, Dodecyl.
[0013] Haben in Formel I R
1, R
2, R
3 die Bedeutung von carbocyclischen Resten, so handelt es sich dabei um gegebenenfalls
substituierte Cycloalkyl-, Aralkyl- oder Arylreste mit vorzugsweise 5 bis 12 Kohlenstoffatomen;
als Substituenten kommen beispielsweise in Frage: Halogen, Nitro, Cyano, Alkyl, Alkoxy,
Alkylthio oder Alkoxycarbonyl, wobei im Falle der zuletzt genannten Substituenten
die Alkylgruppe vorzugsweise 1 bis 4 C-Atome aufweist. Beispiele für derartige gegebenenfalls
substituierte Cycloalkyl-, Aralkyl- oder Arylreste sind etwa Cyclopentyl, Cyclohexyl,
Benzyl, p-Methylbenzyl, Chlorbenzyl, Nitrobenzyl, Cyanobenzyl, Methoxybenzyl, Methoxycarbonylbenzyl,
Ethylthiobenzyl, Phenyl, Tolyl.
[0014] Beispiele für 5- oder 6-gliedrige heterocyclische, durch zwei der Reste R
1, R
2 und R
3 vervollständigte Ringe sind etwa der Pyrrolidin-, der Piperidin und der Morpholinring.
[0015] In besonders vorteilhafter Weise stehen
R1 und
R2 für Methyl und R
3 für einen Benzylrest. Ein durch
R4 dargestellter Alkylrest ist vorzugsweise eine Methylgruppe.
[0016] X
θ ist ein übliches photographisch unbedenkliches Anion, beispielsweise ein Halogenidion,
z.B. Bromid oder Chlorid, oder ein Sulfat-, Alkylsulfat-, Alkyl- oder Arylsulfonat-,
beispielsweise ein p-Toluolsulfonat-, Acetat-, Phosphonat- oder Dialkylphosphation.
[0017] Vorzugsweise enthält das erfindungsgemäße Polymer wiederkehrende Einheiten der nachstehenden
Formel II.

worin A die angegebene Bedeutung hat und worin bedeuten
M den Rest eines polymerisierten Monomeren mit einem polymerisierbaren ethylenisch
ungesättigten Rest;
V den Rest eines polymerisierten Monomeren mit mindestens zwei polymerisierbaren ethylenisch
ungesättigten Resten, z.B. Vinylresten;
x,y,z die den Anteil der einzelnen Comonomeren am Polymer kennzeichnenden Zahlwerte
und zwar derart, daß
x für 10 bis 99 Mol-%
y für 0 bis 90 Mol-%
z für 0 bis 5 Mol-% steht.
[0018] Besonders vorteilhafte Polymere zur Erzeugung der Beizmittelschichten sind solche
der Formel II, wobei V der Rest eines durch Additionspolymerisation polymerisierbaren
Monomeren mit mindestens zwei ethylenisch ungesättigten Resten, z.B. Vinylresten.der
folgenden Formel III ist:

worin bedeuten:
n eine ganze Zahl größer als 1, vorzugsweise 2, 3 oder 4;
R5 einen n-bindigen organischen Rest; und
R6 ein Wasserstoffatom oder einen Methylrest.
R5 kann beispielsweise einen 2- oder mehrbindigen organischen Rest bedeuten, der aus
Alkylen-, Arylen-, Aralkylen-, Cycloalkylengruppen (bzw. bei mehrbindigen organischen
Resten aus den entsprechenden mehrbindigen Analoga der genannten Gruppen), weiter
Ester-, Sulfonylester-, Amid-, Sulfonamidgruppen, Ethersauerstoff- und Thioetherschwefelatomen
sowie Kombinationen der erwähnten Gruppen und Atome aufgebaut ist. R5 kann beispielsweise sein eine Methylen-, Ethylen-, Trimethylen-, Phenylen-, Phenylendioxycarbonyl-,
4,4'-Isopropylidenbisphenylenoxycarbonyl-, Methylenoxycarbonyl-, Ethylen-dioxycarbonyl-,
1,2,3-Propantri-yl-tris-(oxycarbonyl)-, Cyclohexylen-bis(methylenoxycarbonyl)-, Ethylenbis(oxyethylehoxycarbonyl)-,
Ethylidyn-trioxycarbonylgruppe. Vorzugsweise werden dabei solche Monomeren ausgewählt,
die in Gegenwart von starkem Alkali stabil sind und nicht besonders reaktiv sind,
so daß keine Hydrolyse während der Copolymerisation erfolgt.
[0019] Beispiele für Monomere, aus denen die Einheiten (V) gebildet sein können, sind:
[0020] Divinylbenzol; Allylacrylat; Allylmethacrylat;
N-Allylmethacrylamid; 4,4'-Isopropylidendiphenyldiacrylat; 1,3-Butylendiacrylat; 1,3-Butylendimethacrylat;
1,4-Cyclohexylendimethylendimethacrylat; Di-ethylenglykoldimethacrylat; Diisopropylenglykoldimethacrylat;
Ethylendiacrylat; Ethylendimethacrylat; Ethylidendiacrylat; 1,6-Diacrylamidohexan;
1,6-Hexamethylendiacrylat; 1,6-Hexamethylendimethacrylat; N,N'-Methylenbisacrylamid;
Neopentylglykoldimethacrylat; Tetraethylenglykoldimethacrylat; Tetramethylendiacrylat;
Tetramethylendimethacrylat; 2,2,2-Trichlorethylidendimethacrylat; Triethylenglykoldiacrylat;
Triethylenglykoldimethacrylat; Ethylidyntrimethacrylat; 1,2,3-Propantriyltriacrylat;
Vinylmethacrylat; 1,2,4-Trivinylcyclohexan, Tetraallyloxyethan.
[0021] Besonders vorteilhafte Monomere für die Erzeugung von Einheiten (V) sind Trivinylcyclohexan,
Divinylbenzol, Tetraallyloxyethan, 1,4-Butylendimethacrylat. Auch können nebeneinander
zwei oder mehrere der genannten Monomeren für die Erzeugung von Einheiten V der erfindungsgemäßen
Polymeren verwendet werden.
[0022] Zur Erzeugung der Einheiten (M) können die verschiedensten mit den übrigen Monomeren
copolymerisierbaren monoethylenisch ungesättigten Monomeren verwendet werden. Auch
können hier Monomere mit konjugierten ethylenisch
ungesättigten Bindungen verwendet werden.
[0023] Typische geeignete Monomere sind:
[0024] Ethylen; Propylen; 1-Buten; 4-Methylpenten-1; Styrol; δ-Methylstyrol; monoethylenisch
ungesättigte Ester von aliphatischen Säuren z.B. Vinylacetate, Isopropenylacetat,
Allylacetat und dergleichen; Ester von ethylenisch ungesättigten Mono- und Dicarbonsäuren,
z.B. Methylmethacrylat, Ethylacrylat, Glycidylacrylat, Glycidylmethacrylat, Butylacrylat,
ferner sonstige monoethylenisch ungesättigte Verbindungen wie beispielsweise Acrylnitril,
Allylcyanid sowie ferner bestimmte konjugierte Diene, z.B. Butadien, Isopren und 2,3-Dimethylbutadien.
[0025] Vorzugsweise liegen die Einheiten (V) zu 1,0 bis 5,0 Mol-% vor, die Einheiten (M)
zu 0 bis 45 Mol-% und die Einheiten mit dem erfindungvsgemäßen ω-substituierten Buten-2-yl-(meth)acrylatrest
(A) zu 40 bis 99 Mol
-% vor.
[0026] Die erfindungsgemäß verwendeten Polymeren lassen sich nach üblichen Emulsions
-Polymerisationsverfahren herstellen, beispielsweise durch Emulsionspolymerisation
eines 4-Halogenbutenylmethacrylats mit einem mehrfach ungesättigten Monomer (V) und
einem mono
-ethylenisch ungesättigten Monomer (M) zweckmäßig in Gegenwart einer anionischen oberflächenaktiven
Verbindung beispielsweise Natriumlaurylsulfat oder in Gegenwart des Natriumsalzes
eines sulfonierten Kondensates eines Alkylphenol-Ethylenoxidkondensates (z.B. Alipal,
Hersteller General Dyestuff Corp., USA) und dergleichen sowie zweckmäßig in Gegenwart
eines Radikalbildners oder Radikalinitiators, beispielsweise in Gegenwart eines freie
Radikale bildenden Initiators vom Redoxtyp z.B. in Gegenwart von Kaliumpersulfat-Natriumbisulfit;
Kaliumpersulfat-Fe ; H
20
2-Fe
2+ und dergleichen. Beispielsweise können Verfahren angewandt werden, wie sie in der
US-PS 3 072 588 beschrieben werden.
[0027] Der bei diesem Verfahren anfallende Polymer-4-halogen- butenylmethacrylatlatex kann
mit einem tertiären Amin oder tertiären Phosphin der folgenden Formel

worin
R1,
R2,
R3 und Q die angegebene Bedeutung haben, umgesetzt werden, zweckmäßig bei Temperaturen
von etwa -20°C bis etwa 150°C. Dabei wird ein polymerer Microgel-Latex erhalten.
[0028] Die als Ausgangsverbindung benötigten 4-Halogenbutenyl-(meth)acrylate sind bekannt,
z.B.. aus US-PS 3 255 163. Sie können beispielswiese erhalten werden durch Umesterung
von Methyl-(meth)acrylat mit 4-Halogen-2-buten-1-ol.
[0029] Ein weiteres Herstellungsverfahren für die genannten Monomeren ist beschrieben in
DE-OS 2 827 323. Die so erhaltenen Monomeren werden entweder direkt der Polymerisation
zum Poly-4-halogen-butenyl-(meth)acrylat unterworfen, das dann anschließend quaterniert
wird, oder sie werden zunächst quaterniert und die so erhaltenen monomeren Quartärsalze
werden anschließend mit den Monomeren (M) und (V) in Gegenwart eines Radikalbildners
polymerisiert. Im letzteren Fall ist die Verwendung einer oberflächenaktiven Verbindung
bei der Polymerisation möglich, aber nicht erforderlich, da das monomere Ammoniumsalz
oberflächenaktive Eigenschaften aufweist. Der dabei anfallende Polymerlatex enthält
ohne weitere Reaktion eine ausreichende Zahl an kationischen Einheiten, die für die
Beizwirkung erforderlich sind. Es ist auch möglich, das 4-Chlorbutenylmonomere zusammen
mit einem daraus erhaltenen monomeren Quaternierungsprodukt zu polymerisieren und
das Polymerisat mit einem tertiären Amin oder Phosphin, das von demjenigen, das für
die Quaternierung des Monomeren verwendet wurde, verschieden sein kann, zu einem erfindungsgemäßen
Polymer zu quaternieren.
[0030] Bei der Herstellung der Polymeren in der beschriebenen Weise können durch Hydrolyse-der
reaktionsfähigen Halogenbutenylmethacrylatreste unter Freisetzen von HCl einige wiederkehrende
Einheiten der folgenden Formel gebildet werden

[0031] Weiterhin können durch Reaktion von zwei reaktionsfähigen Halogenbutenylmethacrylatresten
in Gegenwart von Wasser Vernetzungen innerhalb eines Latexteilchens auftreten, so
daß die Wirkung des polyfunktionellen Monomeren (V) verstärkt wird. In einigen Fällen
kann es auch ausreichend sein, auf die Verwendung eines polyfunktionellen Monomeren
(V) zu verzichten und die Vernetzung des Latexteilchens ausschließlich über die Reaktion
der Halogenbutenylgruppen herbeizuführen. Vorzugsweise bestehen die erfindungsgemäß
verwendeten Polymeren jedoch höchstens bis zu 5 Mol-% aus wiederkehrenden Einheiten,
die in der angegebene Weise durch Abwandlung des Halogenbutenylrestes entstanden sind.
[0032] Die erfindungsgemäß verwendeten in Wasser dispergierbaren Polymeren können eine Teilchengröße
von 20 - 500 nm aufweisen. In der Regel weisen sie eine Teilchengröße von etwa 50
nm bis etwa 200 nm auf, vorzugsweise eine Teilchengröße von 60 - 100 nm.
[0033] Die erfindungsgemäß verwendeten Polymeren lassen sich vergleichsweise leicht herstellen,
da die Herstellung der Polymeren in einem Gefäß erfolgen kann. Die Notwendigkeit der
Verwendung größerer Mengen an Lösungsmitteln entfällt. Die in der beschriebenen Weise
herstellbaren Polymeren sind in typischer Weise nicht vollständig quaterniert. Ganz
allgemein liegt der Quaternierungsgrad bei etwa 80 bis etwa 100 Mol-%.
[0035] Die nach der beschriebenen Methode hergestellten Polymerisate sind im allgemeinen
ausreichend rein und enthalten nur nicht störende Mengen an Verunreinigungen. In einigen
Fällen kann jedoch eine Reinigung der Polymerdispersionen erforderlich sein. Dafür
sind die dem Fachmann bekannten Verfahren der Dialyse oder Ultrafiltration geeignet.
Zur Entfernung ionischer Verunreinigungen können auch mit Erfolg Mischbettionenaustauscher
verwendet werden, die eine vollständige Entsalzung der Polymerisate ermöglichen. Besonders
effektiv lassen sich die erfindungsgemäßen Polymerdispersionen durch einen Flock/Redispergierprozeß
reinigen. Durch Ansäuern der Dispersion kann das Polymerisat geflockt und als Festsubstanz
abgetrennt und mit verdünnten Säuren und Lösungsmitteln gewaschen werden. Die anschließende
Redispergierung des Polymeren erfolgt z.B. durch einfaches Einrühren in Wasser im
neutralen bis schwach alkalischen pH-Bereich.
[0036] Der beschriebene Reinigungsprozeß bietet weiterhin die Möglichkeit, das Polymerisat
nach dem Flock- und Waschprozeß zu trocknen und als pulvrige Feststubstanz zu isolieren
und zu lagern. Ein häufig bei der Lagerung von wäßrigen Dispersionen beobachteter
Bakterienbefall kann damit ausgeschlossen werden.
[0037] Zur Herstellung der erfindungsgemäßen Bildempfangsschichten werden die erhaltenen
Polymere in der Regel als Latex vergossen, wobei sie so eingesetzt werden können,
wie sie bei der Herstellung oder gegebenenfalls bei einer nachgeschalteten Reinigungsoperation
angefallen sind, oder auch in Form eines Redispergats, wenn ein Trocknungsprozeß vorgeschaltet
war.
[0038] Die Redispergierung in wäßrigem Medium läßt sich bemerkenswert einfach durchführen,
was vermutlich auf die große Anzahl an polaren Gruppen in dem Polymer zurückzuführen
ist. Gegebenenfalls können den erfindungsgemäßen Polymeren bei der Herstellung von
Bildempfangsschichten weitere Substanzen zugemischt werden, insbesondere hydrophile
kolloidale Bindemittel. Als Solche kommen die üblichen bekannten hydrophilen Kolloide
in Frage, die ganz allgemein zur Herstellung photographischer Schichten verwendet
werden, beispielsweise Gelatine, kolloidales Albumin, Polysaccharide, Cellulosederivate,
synthetische Harze, z.B. Polyvinylverbindungen, beispielsweise Polyvinylakohol und
Polyvinylalkoholderivate, Acrylamidpolymere, Polyurethane und dergleichen.
[0039] Die erfindungsgemäß verwendeten Polymeren werden dabei in üblichen Konzentrationen
verwendet, wobei die im Einzelfalle optimale Menge an Beizmittel von der Art und Menge
des zu beizenden Farbstoffes, dem Beizmittel selbst sowie der Art und Weise, in welcher
die Bilderzeugung erfolgt, abhängt. Die im Einzelfalle notwendige oder günstigste
Konzentration an Beizmittel läßt sich leicht ermitteln. Zweckmäßigerweise beträgt
die Beizmittelmenge in der Bildempfangsschicht mindestens 10 Gew.-%, bezogen auf den
gesamten Feststoffgehalt, vorzugsweise bis zu 50 Gew.-% und mehr.
[0040] Der Beizmittelschicht können die verschiedensten üblichen bekannten Zusätze einverleibt
werden, beispielsweise UV-Absorber, z.B. substituierte 2-Hydroxyphenylbenzotriazole
(Tinuvin) und Hydroxybenzophenone und dergleichen sowie Antioxidationsmittel, z.B.
tert. Butylhydroxyanisol, butyliertes Hydroxytoluol, substituierte Chromanole und
dergleichen. Soweit es sich bei derartigen Zusätzen um in organischen Lösungsmitteln
lösliche Substanzen handelt, werden sie zweckmäßigerweise in Form eines Emulgates
in wäßrigem Medium eingesetzt.
[0041] Die erfindungsgemäß verwendeten Beizmittel können zur Herstellung der verschiedensten
photographischen Materialien verwendet werden, die eine Beizmittelschicht aufweisen,
mit deren Hilfe saure Farbstoffe gebeizt werden sollen.
[0042] Auch lassen sich ein oder mehrere der erfindungsgemäß verwendeten Beizmittel verwenden,
und zwar in einer Schicht oder in zwei oder mehreren verschiedenen Schichten eines
photographischen Materials. Auch können die erfindungsgemäß verwendeten Beizmittel
gemeinsam mit anderen bekannten Beizmitteln in der gleichen Schicht oder in verschiedenen
Schichten des gleichen Materials verwendet werden.
[0043] Nach der vorliegenden Erfindung werden die genannten Polymeren hauptsächlich als
Beizmittel für diffundierende Bildfarbstoffe verwendet, d.h. sie stellen einen wesentlichen
Bestandteil von Bildempfangsschichten für das Farbdiffusionsübertragungsverfahren
dar. Derartige Bildempfangsschichten sind üblicherweise auf einem transparenten oder
nichttransparenten Schichtträger angeordnet und bilden mit jenem zusammen das Bildempfangsmaterial.
Dieses ist entweder als separates Bildempfangsblatt nicht lichtempfindlich oder es
kann einen integralen Bestandteil eines lichtempfindlichen Aufzeichnungsmaterials
bilden, wenn sich die Bildempfangsschicht in festem Kontakt mit der oder den lichtempfindlichen
Silberhalogenidemulsionsschichten befindet.
[0044] Geeignete Schichtträger sind beispielsweise Papier, gegebenenfalls mit einem Kunststoff
beschichtet, Glas, Metallfolien oder Filme aus organischen Filmbildnern der Materialien
wie Celluloseestern, Polyethylenterephthalat, Polycarbonat oder anderen Polymeren.
Durch Einlagerung von Opazifizierungsmitteln wie Pigmenten können aus den zuletzt
genannten Materialien auch opake Trägerschichten hergestellt werden.
[0045] In der einfachsten Form besteht das erfindungsgemäßephotographische Material aus
einem Schichtträger und einer darauf angeordneten Bildempfangsschicht, die das Polymer
gemäß Formel I, gegebenenfalls zusammen mit einem kolloidalen Bindemittel enthält.
Zur Verbesserung der Haftung der Bildempfangsschicht auf dem Schichtträger kann letzterer
mit einer üblichen Haftschicht versehen werden. Ein solches Material ist als Bildempfangsmaterial
für jede Art von photographischen Farbdiffusionsübertragungsverfahren geeignet, bei
denen saure diffundierende Bildfarbstoffe oder auch saure diffundierende Farbbildner
(Bildfarbstoffvorläufer) verwendet bzw. bildmäßig freigesetzt und auf eine Bildempfangsschicht
übertragen werden können. Nach dem erfolgten Übertrag weist demnach ein solches Material
in der Bildempfangsschicht eine bildgemäße Verteilung eines oder mehrerer saurer Farbstoffe
auf.
[0046] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist das photographische Material
außer einer Bildempfangsschicht mit den erfindungsgemäßen Polymeren mindestens eine
Schicht mit einem sauren Farbstoff oder einer Vorläuferverbindung für einen sauren
Farbstoff auf, sowie mindestens eine lichtempfindliche Schicht, insbesondere eine
lichtempfindliche Silberhalogenidemulsionsschicht. Die erwähnten sauren Farbstoffe
bzw. Vorläuferverbindungen für saure Farbstoffe werden nachfolgend zusammenfassend
als farbgebende Verbindungen bezeichnet. In vorteilhafter Weise kann das erfindungsgemäße
photographische Material auch mehrere lichtempfindliche Silberhalogenidemulsionsschichten
unterschiedlicher Spektralempfindlichkeit enthalten sowie weitere nichtlichtempfindliche
Schichten wie Zwischenschichten, Deckschichten und andere Schichten der verschiedensten
Funktionen, wie sie bei mehrschichtigen farbphotographischen Aufzeichnungsmaterialien
üblich sind.
[0047] Die erfindungsgemäßen photographischen Materialien, d.h. die Bildempfangsmaterialien
und insbesondere die farbphotographischen Aufzeichnungsmaterialien, die als integralen
Bestandteil ein solches Bildempfangsmaterial enthalten, können darüber hinaus noch
saure Schichten und sogenannte Brems- oder Verzögerungsschichten enthalten, die zusammen
ein sogenanntes Neutralisationssystem bilden. Ein solches Neutralisationssystem kann
in bekannter Weise zwischen dem Schichtträger und der darauf angeordneten Bildempfangsschicht
angeordnet sein oder an einer anderen Stelle im Schichtverband, z.B. oberhalb der
lichtempfindlichen Schichten, d.h. jenseits dieser lichtempfindlichen Schichten von
der Bildempfangsschicht aus betrachtet. Das Neutralisationssystem ist normalerweise
so orientiert, daß sich die Brems- oder Verzögerungsschicht zwischen der Säureschicht
und der Stelle befindet, an der die alkalische Entwicklungsflüssigkeit oder -paste
zur Einwirkung gebracht wird. Solche Säureschichten, Bremsschichten bzw. aus beiden
bestehende Neutralisationsschichten sind beispielsweise bekannt aus US 2 584 03
0, US 2 983 606, US 3 362 819, US 3 362 821, DE-OS 2 455 762, DE-OS 2 601 653, DE-OS
2 716 505, DE-OS 2 601 653, DE-OS 2 716 505, DE-OS 2 816 878. Ein solches Neutralisationssystem
kann in bekannter Weise auch zwei oder mehrere Bremsschichten enthalten.
[0048] Das erfindungsgemäße photographische Material kann in einer besonderen Ausgestaltung
des weiteren eine oder mehrere für wäßrige Flüssigkeiten durchlässige pigmenthaltige
opake Schichten enthalten. Diese können zwei Funktionen erfüllen. Einerseits kann
hierdurch der unerwünschte Zutritt von Licht zu lichtempfindlichen Schichten unterbunden
werden und andererseits kann eine solche Pigmentschicht insbesondere, wenn ein helles
oder weißes Pigment z.B. Ti0
2 verwendet wurden, für das erzeugte Farbbild einen ästhetisch angenehmen Hintergrund
bilden. Integrale farbphotographische Aufzeichnungsmaterialien mit einer solchen Pigmentschicht
sind bekannt, z.B. aus US 2 543 181 und DE-AS 1 924 430. Anstelle einer vorgebildeten
opaken Schicht können auch Mittel vorgesehen sein, um eine solche Schicht erst im
Verlauf des Entwicklungsverfahren zu erzeugen. Entsprechend den beiden erwähnten Funktionen
können derartige Pigmentschichten aus zwei oder mehreren Teilschichten aufgebaut sein,
von denen eine beispielsweise ein weißes Pigment und die andere beispielsweise ein
dunkles, Licht absorbierendes Pigment, z.B. Ruß, enthält.
[0049] Bei einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist das photographische
Material ein integrales farbphotographisches Aufzeichnungsmaterial für die Durchführung
des Farbdiffusionsübertragungsverfahrens und weist beispielsweise folgende Schichtelemente
auf:
1) Einen transparenten Schichtträger,
2) eine Bildempfangsschicht,
3) eine lichtundurchlässige Schicht (Pigmentschicht)
4) ein lichtempfindliches Element mit mindestens einer lichtempfindlichen Silberhalogenidemulsionsschicht
und mindestens einer dieser zugeordneten farbgebenden Verbindung,
5) eine Bremsschicht,
6) eine saure Polymerschicht,
7) einen transparenten Schichtträger.
[0050] Dieses Material kann dabei in der Weise zusammengesetzt werden, daß getrennt voneinander
zwei verschiedene Teile hergestellt werden, nämlich der lichtempfindliche Teil (Schichtelemente
1 - 4) und das Abdeckblatt (Schichtelemente 5 - 7), die dann schichtseitig aufeinander
gelegt und miteinander verbunden werden, gegebenenfalls unter Verwendung von Abstandsstreifen,
so daß zwischen den beiden Teilen ein Raum für die Aufnahme einer genau bemessenen
Menge einer Entwicklungsflüssigkeit gebildet wird. Die Schichtelemente 5 und 6, die
zusammen das Neutralisationssystem bilden, können auch, allerdings in vertauschter
Reihenfolge, zwischen dem Schichtträger und der Bildempfangsschicht des lichtempfindlichen
Teiles angeordnet sein.
[0051] Es können Mittel vorgesehen sein, um eine Entwicklungsflüssigkeit zwischen zwei benachbarte
Schichten des integralen Aufzeichnungsmaterials einzuführen, z.B. in Form eines seitlich
angeordneten, aufspaltbaren Behälters, der bei Einwirkung mechanischer Kräfte seinen
Inhalt zwischen zwei benachbarte Schichten des Aufzeichnungsmaterials, im vorliegenden
Fall zwischen den lichtempfindlichen Teil und das Abdeckblatt, ergießt.
[0052] Das lichtempfindliche Element, das im Falle eines integralen Aufzeichnungsmaterials
wesentlicher Bestandteil des erfindungsgemäßen photographischen Materials ist oder,
falls das erfindungsgemäße photographische Material selbst nicht lichtempfindlich
ist, sondern im wesentlichen nur aus Schichtträger und Bildempfangsschicht besteht,
mit jenem während des Entwicklungsverfahrens im Kontakt gebracht werden muß, enthält
im Falle eines Einfarbstoffübertragungsverfahrens eine lichtempfindliche Silberhalogenidemulsionsschicht
und dieser zugeordnet eine farbgebende Verbindung. Dabei kann sich die farbgebende
Verbindung in einer zu der Silberhalogenidemulsionsschicht benachbarten Schicht oder
in der Silberhalogenidemulsionsschicht selbst befinden, wobei im letzteren Fall die
Farbe des Bildfarbstoffes bevorzugt so ausgewählt wird, daß der überwiegende Absorptionsbereich
der farbgebenden Verbindung nicht übereinstimmt mit dem überwiegenden Empfindlichkeitsbereich
der Silberhalogenidemulsionsschicht. Zur Herstellung mehrfarbiger Übertragsbilder
in naturgetreuen Farben enthält das lichtempfindliche Element jedoch drei derartige
Zuordnungen von farbgebender Verbindung und lichtempfindlicher Silberhalogenidemulsionsschicht,
wobei in der Regel der Absorptionsbereich des aus der farbgebenden Verbindung resultierenden
Bildfarbstoffes mit dem Bereich der spektralen Empfindlichkeit der zugeordneten Silberhalogenidemulsionsschicht
im wesentlichen übereinstimmen wird. Günstig für die Erzielung einer möglichst hohen
Empfindlichkeit ist es dann jedoch, wenn jeweils die farbgebende Verbindung in einer
separaten Bindemittelschicht (gesehen in Richtung des bei der Belichtung einfallenden
Lichtes) hinter der Silberhalogenidemulsionsschicht angeordnet ist oder eine Absorption
aufweist, die von derjenigen des Bildfarbstoffes verschieden ist ("verschobene Bildfarbstoffe"
- US 3 854 945).
[0053] Die bei der Entwicklung einer Silberhalogenidemulsion entstehenden Entwickleroxidationsprodukte
dürfen sich selbstverständlich nur auf die zugeordnete farbgebende Verbindung auswirken.
Es sind deshalb im allgemeinen in dem lichtempfindlichen Element Trennschichten vorhanden,
die die Diffusion der Entwickleroxidationsprodukte in andere, nicht zugeordnete Schichten
wirksam unterbinden. Diese Trennschichten können z.B. geeignete Substanzen enthalten,
die mit den Entwickleroxidationsprodukten reagieren, beispielsweise nicht diffundierende
Hydrochinonderivate oder, falls es sich bei der Entwicklerverbindung um eine Farbentwicklerverbindung
handelt, nicht diffundierende Farbkuppler.
[0054] Bei den farbgebenden Verbindungen kann es sich um farbige Verbindungen handeln, die
selbst diffusionsfähig sind und die bei der Behandlung der Schichten mit einer alkalischen
Arbeitsflüssigkeit anfangen, zu diffundieren und lediglich an den belichteten Stellen
durch die Entwicklung festgelegt werden. Die farbgebenden Verbindungen können aber
auch diffusionsfest sein und im Verlauf der Entwicklung einen diffundierenden Farbstoff
in Freiheit setzen.
[0055] Farbgebende Verbindungen, die a priori diffusionsfähig sind, sind beispielsweise
bekannt aus den deutschen Patentschriften 1 036 640, 1 111 936 und 1 196 075. Die
dort beschriebenen sogenannten Farbstoffentwickler enthalten im gleichen Molekül einen
Farbstoffrest und eine Gruppierung, die in der Lage ist, belichtetes Silberhalogenid
zu entwickeln.
[0056] Unter den bisher bekannt gewordenen Verfahren zur Herstellung farbphotographischer
Bilder nach dem Farbdiffusionsübertragungsverfahren gewinnen in jüngster Zeit zunehmend
solche an Bedeutung, die auf der Verwendung diffusionsfest eingelagerter, farbgebender
Verbindungen beruhen, aus denen bei der Entwicklung diffundierende Farbstoffe oder
Farbstoffvorläuferprodukte bildmäßig abgespalten und auf eine Bildempfangsschicht
übertragen werden. Derartige nichtdiffundierende farbgebende Verbindungen sind beispielsweise
in den folgenden Druckschriften beschrieben:
US 3 227 550, US 3 443 939, US 3 443 940,
DE-OS 1 930 215, DE-OS 2 242 762, DE-OS 2 402 900,
DE-OS 2 406 664, DE-OS 2 505 248, DE-OS 2 543 902,
DE-OS 2 613 005, DE-OS 2 645 656, DE-OS 2 809 716,
BE 861 241.
[0057] In den genannten Druckschriften werden sowohl solche nicht diffundierende farbgebende
Verbindungen beschrieben, die bei Verwendung üblicher negativer Silberhalogenidemulsionen
negative Farbbilder erzeugen, als auch solche die bei Verwendung negativer Silberhalogenidemulsionen
positive Farbbilder erzeugen. Im ersteren Fall bedarf es, falls positive Farbbilder
erwünscht sind, entweder der Verwendung direkt positiver Silberhalogenidemulsionen
oder, bei Verwendung von negativen Emulsionen, der Anwendung eines der bekannten Umkehrverfahren,
z.B. nach dem Silbersalzdiffusionsverfahren (US 2 763 800) oder durch Verwendung von
Verbindungen, die als Folge der Entwicklung Entwicklungsinhibitoren in Freiheit setzen.
Beispiel 1
Herstellung des Polymers A
[0058] 400 ml Wasser und 5 g Netzmittel Triton 770 (30 %ig) -(Handelsprodukt der Fa. Röhm
und Haas) wurden unter Durchleiten von Stickstoff auf 60°C erwärmt.
[0059] Dazu gab man unter Rühren 6 g einer Mischung aus 38,5 g 4-Chlor-2-butenylmethacrylat
(Monomer 1), 22,1 g Ethylacrylat (Monomer 2) und 1,45 g 1,2,4-Trivinylcyclohexan (Monomer
3). Nach 10-minütigem Rühren bei 60°C gab man 0,6 g Kaliumperoxidisulfat und 0,6 g
Natriummetabisulfit zu, tropfte den Rest des Monomergemisches in 30 Minuten zu und
rührte weitere 2 Stunden. Der erhaltene Latex (Polymer A) hatte einen Festoffgehalt
von 12 % und war frei von sedimentierten Anteilen. In analoger Weise wurden auch die
Polymeren B, C, D, E und F hergestellt unter Variation der Monomeren 1, 2 und 3 hinsichtlich
Art bzw. Menge wie aus nachstehender Tabelle ersichtlich.
Herstellung des Polymers 1
Beispiel 2
[0061] Ein integrales farbphotographisches Aufzeichnungsmaterial wurde dadurch hergestellt,
daß auf einen transparenten Träger aus Polyesterfolie folgende Schichten nacheinander
aufgetragen wurden. Die Mengenangaben beziehen sich dabei jeweils auf 1m
2. Zu den Formeln der Verbindungen L, M, N, O, P, Q wird auf den Formelanhang verwiesen.
[0062]
1. Eine Beizschicht aus 2,7 g eines Mischpolymerisats bestehend aus Styrol, N,N,N-Trimethyl-N-(4-vinylbenzyl-)ammoniumchlorid
und Divinylbenzol gemäß Beispiel 2 der DE-OS 2 551 786 und 2,7 g Gelatine.
2. Eine Reflektionsschicht mit 18 g TiO2 und 2,6 g Gelatine.
3. Eine Rußabdeckschicht mit 1,87 g Ruß und 2,0 g Gelatine.
4. Eine einen blaugrünen Farbstoff freisetzende Schicht bestehend aus 0,53 g der Verbindung
L und 1,06 g Gelatine.
5. Eine rotempfindliche direktpositiv arbeitende Emulsionsschicht mit 1,46 g Silber,
0,23 g 2-Octadecylhydrochinonsulfosäure-5, 1,9 g Gelatine und 0,028 mg der Verbindung
0 (Verschleierungsmittel).
6. Eine Sperrschicht mit O,4 g 2-Acetyl-5-octadecyl- hydrochinon und 1 g Gelatine.
7. Eine einen purpurnen Farbstoff freisetzende Schicht bestehend aus O,89 g der Verbindung
M und 1,1 g Gelatine.
8. Eine grünempfindliche direktpositiv arbeitende Emulsionsschicht mit 1,33 g Silber,
0,21 g 2-Octadecylhydrochinonsulfosäure-5, 1,75 g Gelatine, 0,07 mg der Verbindung
0 und 1,96 mg der Verbindung P (Verschleierungsmittel).
9. Eine Sperrschicht aus 0,8 g 2-Acetyl-5-octadecyl- hydrochinon und 1 g Gelatine.
10. Eine einen gelben Farbstoff freisetzende Schicht bestehend aus 0,85 g der Verbindung
N und 1,28 g Gelatine.
11. Eine blauempfindliche direktpositiv arbeitende Emulsionsschicht bestehend aus
1,27 g Silber, 0,2 g Octadecylhydrochinonsulfosäure-5, 1,67 g Gelatine und 0,04 mg
der Verbindung 0.
12. Eine Deckschicht mit 0,04 g 2-Acetyl-5-octadecylhy- drochinon und 1,0 g Gelatine.
13. Eine Härteschicht mit 0,3 g der Verbindung Q und 0,3 g Gelatine.
[0063] Auf einen zweiten transparenten Träger wurden eine Neutralisationsschicht und Zeitsteuerschichten
aufgetragen.
[0064] Beide Blätter wurden schichtseitig zu einem Set vereinigt und an den Kanten verklebt.
Nach der Belichtung durch den zweiten Träger wurde zwischen beiden Folien eine Entwicklerpaste
verteilt mit einem Auftrag von 100 µm, der durch Abstandshalter zwischen den Blättern
bestimmt war.
[0065] Die Zusammensetzung der Paste war:

[0066] In analoger Weise wurden erfindungsgemäße integrale Aufzeichnungsmaterialien 1-15
hergestellt und verarbeitet, wobei in der Beizschicht anstelle der bekannten Beize,
die erfindungsgemäßen Polymeren 1-15 verwendet wurden.
[0067] Die Farbdichten gemessen hinter Blau-(B), Grün-(G) bzw. Rotfilter (R) wurden nach
1 Stunde Kontaktzeit gemessen und sind in Tabelle 3 zusammengefaßt.