[0001] Die Erfindung betrifft eine Zentrifuge, insbesondere Rohrkegelzentrifuge, zum Klären
von Flüssigkeiten und zum Eindicken von Schlamm, deren Zentrifugentrommel aus zwei
Trommelhälften und einem die Trommelhälften verbindenden, axial verschiebbaren Rohr
besteht, mit axialer Zuführung des Schleudergutes.
[0002] Obwohl sich bei Rohrkegelzentrifugen gegenüber normalen Zentrifugen eine gute Feststoffkonzentration
erreichen läßt, ist diese immer noch deutlich geringer als zum Beispiel bei Filterpressen.
Dies ist darauf zurückzuführen, daß in Zentrifugen erfahrungsgemäß das Schleudergut
nur begrenzt eingedickt werden kann und der Feststoff radial zur Mitte dünnflüssiger
wird.
[0003] Außerdem setzt nach Füllung der Zentrifuge nach einer bestimmten Laufzeit Eintrübung
ein und es erfolgt keine Feststoffabtrennung mehr.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Zentrifuge der eingangs genannten Gattung
derart zu verbessern, daß eine Erhöhung der Feststoffkonzentration erreicht werden
kann.
[0005] Gelöst wird diese Aufgabe gemäß der Erfindung, daß wenigstens ein Teil wenigstens
einer der Trommelhälften gegenüber der anderen zur Verkleinerung des Trommelinnenraumes
während des Laufes der Zentrifuge axial verschiebbar ist.
[0006] Durch diese Ausbildung ist es möglich, während des Laufes der Zentrifuge, vorzugsweise
gegen Ende der Behandlungsdauer, den Trommelinnenraum zu verkleinern und damit das
Schleudergut zusammenzupressen, so daß klare Flüssigkeit bzw. mit sehr geringer Feststoffkonzentration
nach innen in den Uber-oder Zulauf abgegeben wird, die dann in üblicher Weise abgeführt
werden kann. Dadurch wird die Feststoffkonzentration entsprechend der Volumenverkleinerung
größer.
[0007] Die Erfindung wird nachstehend anhand der Figuren 1 und 2 beispielsweise erläutert.
Es zeigt
Figur 1 einen Querschnitt einer Rohrkegelzentrifuge und
Figur 2 einen Querschnitt einer Doppelkegelzentrifuge.
[0008] Die Rohrkegelzentrifuge der Figur 1 besteht aus zwei axial getrennten Trommelhälften
11, 12, die mit dem Verdrängungskörper 20 drehbar sind. Beide Trommelhälften sind
durch ein Rohr 13 verbunden, das am einen Ende geschlossen ist und durch einen doppelt
wirkenden Hydraulikzylinder 18 axial verschiebbar ist. Durch axiale Verschiebung dieses
Rohres
13 kann das in der Trommel befindliche trockene Schleudergut abgeschleudert werden.
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[0009] Die eine Trommelhälfte 12 ist durch einen Hydraulikzylinder 19 aus ihrer Ausgangsstellung,
die sie einnimmt, wenn die Trommel der Zentrifuge gefüllt ist, gegen die andere, feststehende
Trommelhälfte 12 axial verschiebbar, so daß der Trommelinnenraum verkleinert werden
kann.
[0010] Im Betrieb wird das Schleudergut über einen Kanal 15 dem einen Ende des Trommelinnenraumes
zugeführt. Nach Einführen in den Trommelinnenraum wird das Schleudergut der Zentrifugalkraft
der Zentrifuge unterworfen, so daß sich die Feststoffe radial außen ablagern und die
flüssige Phase bzw.
Klarphase über einen Auslaß 16 abgeleitet werden kann. Auf einem im Trommelinnenraum
angeordneten Verdrängungskörper'20 kann ein Filter angeordnet sein, über das die Klarphase-
in den Auslaß 16 gelangt. Durch die axiale Verschiebung der Trommelhälfte 12 ist es
möglich, das radial außen befindliche Schleudergut zusammenzupressen, so daß es radial
nach innen klare Flüssigkeit abgibt und dadurch die Feststoffkonzentration des im
Trommelinnenraum befindlichen Schleuderguts erhöht wird. Zweckmäßigerweise ist die
verschiebbare Trommelhälfte 12 so ausgebildet, daß sie den über den Verdrängungskörper
20 in die Zentrifugentrommem mündenden Zulauf bei der Verstellung zur Verkleinerung
des Trommelinnenraumes verschließt, so daß in der Endphase des Betriebs kein Schleudergut
mehr in die Trommel gelangt. Auf dem Verdrängungskörper 20 ist zweckmäßigerweise wenigstens
im Bereich des Auslaufs ein Sieb oder Filter angeordnet, das außer der Filterwirkung
auch den Zweck hat, nach einer bestimmten Betriebsdauer im Zulauf einen Druckanstieg
zu bewirken, der für Steuerungszwecke der Zentrifuge verwendet werden kann.
[0011] Figur 2 zeigt die Anwendung des Prinzips der Verkleinerung des Trommelinnenraumes
auf eine Doppelkegelzentrifuge oder einen Separator. Die Zentrifuge hat wiederum zwei
Trommelhälften 11, 12, mit vertikaler Achse, wobei die Trommelhälfte 12 in üblicher
Weise gegenüber der Trommelhälfte 11 zum öffnen der Zentrifuge verschiebbar ist. Die
Trommelhälfte 12 hat einen zylindrischen Ansatz 21, in dem ein Kolben 22 zur Verkleinerung
des Trommelinnenraumes verschiebbar angeordnet ist.
1. Zentrifuge, insbesondere Rohrkegelzentrifuge, zum Klären von Flüssigkeiten und
zum Eindicken von Schlamm, deren Znetrifugentrommel aus zwei Trommelhälften und einem
die Trommelhälften verbindenden, axial verschiebbaren Rohr besteht, mit axialer Zuführung
des Schleudergutes, dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens ein Teil wenigstens einer der Trommelhälften (11, 12) gegenüber der
anderen zur Verkleinerung des Trommelinnenraumes während des Laufes der Zentrifuge
axial verschiebbar ist.
2. Zentrifuge nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die axiale verschiebung
hydraulisch, pneumatisch, elektrisch oder mechanisch erfolgt.
3. Zentrifuge nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine oder beide
Trommelhälften (11, 12) scheibenförmig ausgebildet sind.
4. Zentrifuge nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Trommelhälften
(11, 12) kegelförmig ausgebildet sind.
5. Zentrifuge nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine der kegelförmigen
Trommelhälften einen zylindrischen Ansatz aufweist, in dem ein Kolben verschiebbar
angeordnet ist.
6. Zentrifuge nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Zulauf
ip der Zentrifugentrommel durch die verschiebbare Trommelhälfte verschließbar ist.
7. Zentrifuge nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Zulauf über einen Verdrängungskörper
(20) in die Zentrifugentrommel mündet.
8. Zentrifuge nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens im Auslaufbereich
auf dem Verdrängungskörper (20) ein Sieb oder Filter angeordnet ist.