[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Antennenanordnung für einen Störer, der sowohl
ein entferntes Objekt (Fremdschutz) als auch sich selbst oder ein unmittelbar in seiner
Nähe'befindliches Objekt (Eigenschutz) schützen soll.
[0002] Eine solche Störerantennenanordnung soll vom Boden oder vom Schiff aus gegen Flugzeuge,
die in konstanter Höhe fliegen, oder vom Flugzeug aus gegen Objekte auf dem Boden
oder auf dem Wasser eine Störstrahlung abstrahlen und zwar in der Weise, daß unabhängig
von der Entfernung dieselbe Störwirkung erzielt wird und daß dies sowohl für den Eigenschutzfall
als auch für den Fremdschutzfall möglich ist.
[0003] Zur Erzielung einer optimalen Störwirkung am Empfangsort weisen Störantennen häufig
eine bleistiftförmige Strahlungsbündelung (pencil beam) auf. Dabei ergibt sich allerdings
die Schwierigkeit der Ausrichtung und Nachführung in zwei Ebenen, beispielsweise in
der.horizontalen und in der vertikalen Ebene. Das Gegenstück mit dem geringsten Antennenaufwand
stellt ein Rundstrahler dar, dessen Nachteil jedoch in dem niedrigen Antennengewinn
und in der leichten Entdeckbarkeit liegt.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, zum einen den Aufwand, der bei der bleistiftförmigen
Bündelung nötig ist, zu vermindern und zum anderen die Nachteile der ungebündelten
Antennenanordnung zu vermeiden. Die Antennenanordnung soll einfach, klein, leicht
und schnell schwenkbar ausgebildet werden können, damit sie universell verwendbar
und rasch wechselnd auf verschiedene Objekte gerichtet werden kann.
[0005] Gemäß der. Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß für den Fremdschutz und
für den Eigenschutz jeweils eine eigene Antenne vorgesehen ist, daß die beiden Antennen
in einer ersten Ebene ein scharf
gebündeltes Strahlungsdiagramm und in einer zweiten Ebene, die auf der ersten Ebene
senkrecht steht, ein auf Fremdschutz bzw. Eigenschutz optimiertes Strahlungsdiagramm
aufweisen und daß die beiden Antennen, zwischen denen umgeschaltet werden kann, baulich
kombiniert und in der ersten Ebene gemeinsam drehbar ausgebildet sind.
[0006] Eine andere Lösung der Aufgabe besteht darin, daß für den Fremdschutz und für-den
Eigenschutz eine einzige - Antenne vorgesehen ist, die in einer ersten Ebene ein scharf
gebündeltes Strahlun
gsdiagramm und in einer zweiten Ebene, die auf der ersten Ebene senkrecht steht, ein
Strahlungsdiagramm erzeugt, das zwar nicht auf Fremd- bzw. Eigenschutz optimiert ist,
aber eine für die beiden Schutzarten gemeinsame mittlere Diagrammform aufweist, und
daß die Antenne in der zweiten Ebene kippbar ausgebildet ist, so daß ihre Haüptstrahlrichtung
in einem Fall mit einer für'Fremdschutz günstigsten Richtung (kleinerer Erhebungswinkel)
und im anderen Fall mit einer für den Eigenschutz günstigsten Richtung (größerer Erhebungswinkel)
übereinstimmt, daß die Antenne in der ersten Ebene drehbar ausgebildet ist und daß
eine Einrichtung zum Umschalten zwischen Fremd- und Eigenschutz vorgesehen ist, deren
Steuerung gemeinsam mit der Antennenkippsteuerung erfolgt. Da bei dieser Lösung nur
auf die grobe Diagrammform Wert gelegt wird, läßt sich die Antennenanordnung einfacher
als bei der ersten Lösung ausbilden. Es werden dann allerdings auch nicht die optimalen
Reichweiten über den ganzen Erhebungswinkelbereich erreicht.
[0007] Eine nach der Erfindung ausgebildete Antennenanordnung braucht somit nur in einer
Ebene, nämlich in der ersten Ebene nachgeführt werden. Sie braucht deswegen auch nur
in dieser Ebene beweglich sein und wird zweckmäßig durch eine Aufklärungsanlage eingewiesen.
In der dazu senkrechten Ebene überdeckt ihr Strahlungsdiagramm einen großen Erhebungswinkelbereich
- je nach dem,welche der Antennen eingeschaltet ist -. mit der Fremdschutz- bzw. Eigenschutzwirkung.
Durch die nach der Erfindung ausgebildete Antennenanordnung läßt sich der Störer der
jeweils vorliegenden Bedrohungslage anpassen und es kann zwischen mehreren Objekten
schnell hin- und hergewechselt werden.
[0008] Normalerweise ist die erste Ebene die Horzontalebene, d. h. die Azimutebene, und
die zweite Ebene die Vertikalebene, d. h. die Elevationsebene. Es wird dann in der
horizontalen Ebene nachgeführt, wogegen in der Elevationsebene das geeignet geformte,
breitere Strahlungsdiagramm verwendet wird, durch welches der jeweils für den Fremd-
bzw. Eigenschutz in Frage kommende Erhebungswinkelbereich überdeckt wird.
[0009] Die Erfindung wird im folgenden anhand von acht Figuren näher erlutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine Darstellung zum Verständnis der Bildung des optimalen Fremdschutz-Strahlungsdiagramms,
Fig. 2 eine Darstellung zum Verständnis der Bildung eines optimalen Eigenschutz-Strahlungsdiagramms,
Fig. 3 optimale Störerantennen-Vertikalstrahlungsdiagramme für Fremdschutz und Eigenschutz,
Fig. 4 Eigenschutzdiagramme -für unterschiedliche Flughöhen,
Fig. 5 bis 8 Ausführungsbeispiele von verschiedenen Störer-Antennenanordnungen für
Fremd- und Eigenschutz.
[0010] Wie bereits vorstehend beschrieben, wird nur in einer Ebene, z. B. der horizontalen
Ebene, eine Antennennachführung vorgenommen und in der Elevationsebene ein geeignet
geformtes breiteres Strahlungsdiagramm verwendet, durch welches der in Frage kommende
Erhebungswinkelbereich überdeckt wird. Die optimale Formgebung des Strahlungsdiagramms
in diesem Erhebungswinkelbereich unter der Annahme einer konstanten Flughöhe oder
eine Störwirkung bis zu einer bestimmten Höhe, hängt von der Aufgabe des Störers ab.
[0011] Zur Erklärung des Fremdschutzes dient Fig. 1, in der an der Abszisse die Horizontalentfernung
a und an der Ordinate die Flughöhe h aufgetragen ist. Soll ein Störer 1 ein fremdes
Objekt 2 schützen, kommt es darauf an, daß ein Ziel 3 unabhängig von der Entfernung
r (θ) zum Störer 1 mit einer Bestimmten Störleistung beaufschlagt wird. Nimmt man
an, daß das feindliche Ziel 3 in einer konstanten Höhe H fliegt und vom Boden oder
vom Schiff aus gestört werden soll, so muß die abgestrahlte Störleistung G
F(θ) mit der Entfernung um r2(g) zwischen dem Störer 1 und dem Ziel 3 wachsen, damit
am.
[0012] Zielort eine gleichbleibende Störleistung ankommt. Es gilt dann folgender Zusammenhang:

[0013] Aus der Geometrie von Fig. 1 folgt:

Da.die Flughöhe H konstant ist, ergibt sich

[0014] Für Fremdschutz ohne eine vertikale Nachführung ist also das bekannte Kosekans-Quadrat-Gesetz
anzustreben. In der Bedeckungsdiagramm-Darstellung von Fig. 1, welche wegen der linearen
Abnahme der Feldstärke mit der Entfernung einer polaren Feldstärkedarstellung entspricht,
kann die Linie konstanter Flughöhe als relatives Feldstärkediagramm der Störantenne
betrachtet werden. Dieses Gesetz gilt ebenso, wenn sich der Störer 1 an Bord eines
Flugobjekts befindet und ein Ziel 3 am Boden stören soll. Die Darstellung von Fig.
1 ist dann nur auf den Kopf zu stellen. Der Störer 1 befindet sich in der Höhe H.
Der Diagrammverlauf G
F(θ) mit dem am weitesten entfernten Ziel fällt dann mit dem Boden zusammen.
[0015] Zur Erläuterung des Eigenschutzes dient die Darstellung in Fig. 2, wobei an der Abszisse
ebenfalls die Horizontalentfernung a und an der Ordinate die Flughöhe h .aufgetragen
ist. Für den Fall, daß der Störer 4 sich selbst bzw. ein unmittelbar in seiner Nähe
befindliches Objekt schützen soll, liegen gänzlich andere Verhältnisse als beim Fremdschutz
nach Fig. 1 vor. Das an Bord des Zie- . les 5 befindliche Radar habe, so wird vorausgesetzt,
die Anlage am Störer 4 erfaßt und empfängt eine vom Rückstrahlquerschnitt der Anlage
abhängige Nutzleistung N. Diese Nutzleistung hängt nach der Funktion

von der Entfernung r ab.
[0016] Eine wirksame Störung muß unabhängig von der Entfernung r arbeiten, d. h. das Verhältnis
Störleistung S zu Nutzleistung N darf nicht von r(θ) abhängen. Die am 'Ziel ankommende
Störleistung ergibt sich aus der von der Störantenne abgestrahltung Leistung G
E(θ) nach der Gleichung

[0017] Aus den Gleichungen (4) und (5) folgt
[0018] 
Soll

unabhängig von r(θ) sein, so gilt:

[0019] Nach der Gleichung (2) ergibt sich

In der Bedeckungsdiagrammdarstellung von Fig. 2 ergibt sich das relative Feldstärkediagramm
G
E(θ) der Störantenne (4) als Halbkreis 6.
[0020] Der Winkelbereich in der Nähe des Zenits bzw. Nadirs im Falle eines Bordstörers erfordert
demnach den größten Energieanteil, ist jedoch wegen der Kürze der Überflugphase und
wegen der beschränkten Handlungsfähigkeit an dieser Stelle unwichtig. Es ist deshalb
günstig, die Halbkreisform im Bedeckungsdiagramm nur bis zu einem mittleren Erhebungswinkel
zu verfolgen und das Strahlungsdiagramm dann abbrechen zu lassen. Für die bodennahen
Erhebungswinkel im untersten Teil des Halbkreises sollte dagegen zum Ausgleich von
Bodenstörungen der Diagrammpegel etwas angehoben werden.
[0021] Für die beiden Fälle des Fremd- und Eigenschutzes entstehen dann die in Fig. 3 dargestellten
optimalen Strahlungsdiagrammtypen für Störer. Dabei ist das optimale Strahlungsdiagramm
für Fremdschutz mit 7 und das optimale Strahlungsdiagramm für Eigenschutz mit 8 bezeichnet.
[0022] Der Zusammenhang zwischen den optimalen Eigenschutzdiagrammen und unterschiedlichen
Anflughöhen geht aus Fig. 4 hervor. Entsprechend der geringeren Entfernung bei niedriger
Anflughöhe ist mehr Störerleistung notwendig. Die Diagrammform und damit die Antennengestaltung
bleibt davon unbeeinflußt. Der Grenzwinkel ist mit α und die maximale Entfernung mit
E bezeichnet. Dagegen ist die Diagrammform bei Fremdstörung durch die maximale Reichweite
abhängig von der Flughöhe und bestimmt durch das Verhältnis Erfassungshöhe: Reichweite.
Dies beeinflußt auch die Antennengestaltung.
[0023] Eine einfache Realisierung eines in der vertikalen Ebene geformten Strahlungsdiagrammes
erfolgt durch einen doppelt gekrümmten Reflektor. Die unterschiedlichen Strahlungsdiagramme
von Fig. 3 können nur durch unterschiedliche Antennen bzw. Reflektoren erzeugt werden.
Hätte ein Störer nur eine der beiden Aufgaben, d. h. entweder Eigen- oder Fremdschutz,
zu erfüllen, so würde es genügen, eine dazu passende Anordnung auszuwählen. Soll der
Störer dagegen je nach Bedrohung sich selbst oder ein anderes Objekt schützen, so
kann dies durch eine Kombination von zwei Antenne erfolgen, die besonders im Frequenzbereich
X/Ku-Band in kompakter Weise möglich ist. Dazu gibt es verschiedene zweckmäßige Möglichkeiten,
die in den Fig. 5 bis 8 dargestellt sind. Wendet man das Prinzip des rotierenden Reflektors
und feststehenden Strahlers an, so kommt man bei einer kompßakten Anordnung der beiden
Reflektoren zu einer Antennenausführung nach Fig. 5. Hierbei sind die beiden Primärstrahler
der beiden Antennen als feststehende Hornstrahler 9 und 10 ausgebildet. Die beiden
Reflektoren 11 und 12 sind im wesentlichen schräg übereinander, aber zueinander Rücken
an Rückden drehbar um eine gemeinsame, vertikal verlaufende Achse 13 angeordnet. Die
beiden Reflektoren 11 und 12 sind mit einer Halterung 14 paketartig vereinigt und
möglichst.trägheitsfrei in einer Lagerung 15 gelagert, um kurze Dreh- und Einstellzeiten
zu ermöglichen. Die beiden Speiseleitungen 16 und 17 sind genauso wie die beiden Hornstrahler
9 und 10 feststehend, wobei die Speiseleitung 17 für den oberen Hornstrahler 10 außen
hochgeführt wird. Dadurch entstehen zwar geringe Abschattungen, welche jedoch die
Strahlungsdiagramme nicht wesentlich beeinflussen. Die untere Antenne, die aus dem
Hornstrahler 9 und dem rotierenden Reflektor 11 besteht, dient, als Fremdschutz-Antenne,
während die oben angeordnete Antenne, welche aus dem Hornstrahler 10 und dem rotierenden
Reflektor 12 zusammengesetzt ist, zum Eigenschutz vorgesehen ist. Die gesamte Antenne
wird von einem ebenfalls feststehenden Radom 18, beispielsweise aus einem verlustarmen
Polyurethan-Integralschaum, abgedeckt, an welchem die Speiseleitung 17 für den oberen
Hornstrahler 10 befestigt sein kann.
[0024] Zur Vermeidung einer richtungsabhängigen Polarisation werden für die feststehenden
Strahler zweckmäßig solche mit zirkularer Polarisation ausgewählt. Die naheliegende
Anwendung von Spiralantennen wird in vielen Fällen wegen der begrenzten Leistung nicht
möglich sein. Deshalb werden in vorteilhafter Weise zirkularpolarisierte Hornstrahler
verwendet, für die Frequenzbandbreiten bis zu einer Oktave zu erreichen sind. Die
größere Bandbreite der linearpolarisierten Hornstrahler, welche von Steghohlleitern
gespeist werden, würde durch einen rotierenden Vollmetallreflektor zu einer richtungsabhängigen
linearen Polarisations führen.
[0025] Eine andere Ausführungsmöglichkeit einer Antennenanordnung für Fremd- und Eigenschutz
nach der Erfindung zeigt die Fig. 6. Hierbei ist nur einer der beiden Primärstrahler,
nämlich der Hornstrahler 19 feststehend, während der andere Hornstrahler 20 zusammen
mit den beiden Reflektoren 21 und 22, die schräg übereinander, aber zueinander Rücken
an Rücken angeordnet sind, drehbar um eine gemeinsame, vertikal verlaufende Achse
gelagert ist. Die Speiseleitung 23 zum oberen Hohrnstrahler 20 dreht sich somit mit
den beiden Reflektoren 21 und 22 mit und wird über eine Drehkupplung 24 mit dem Störsender
verbunden. Bei dieser Antennenanordnung tritt keine Abschattung durch eine Speiseleitung
mehr auf und für die obere, insgesamt drehende Antenne kann eine beliebige Polarisation,
z. B. auch eine lineare Polarisation mit 45° gewählt werden. Bei der Antenne nach
Fig. 6 dient die aus dem feststehenden Hornstrahler 19 und dem rotierenden Reflektor
21 bestehende Antenne zum Fremdschutz und die aus dem rotierenden Hornstrahler 20
und dem mitrotierenden Reflektor 22 bestehende obere Antenne zum Eigenschutz. Auch
bei der Anordnung nach Fig- 6 ist aus Schutzgründen die gesamte Antenne durch ein
Radom 25 abgedeckt.
[0026] Bei den Ausführungsbeispielen nach Fig. 5 und 6 sind die Reflektoren der beiden Antennen
Rücken an Rücken angeordnet, wodurch die Hauptstrahlrichtungen der beiden Antennen
im Azimut zueinander um 180° versetzt sind. Dies ist jedoch bei den unterschiedlichen
Aufgaben der beiden Antennen unerheblich.
[0027] Eine weitere Ausführungsmöglichkeit für eine Antennenancrdnung zum Fremd- und Eigenschutz
nach der Erfindung ist in Fig. 7 dargestellt. Hierbei sind die beiden Antennen derart
nebeneinander angeordnet, daß die beiden Reflektoren 26 und 27 etwa in einer Höhe
und Rücken an Rücken zueinander liegen. Beide Reflektoren 26 und 27 sind zusammen
mit den zwei ihnen zugeordneten Primärstrahlern in Form von Hornstrahlern 28 und 29
drehbar um eine gemeinsame vertikale Achse gelagert. Zur elektrischen Verbindung zu
den drehbar gelagerten Hornstrahlern 28 und 29 ist eine Drehkupplung 30 vorgesehen.
Der Schalter 31 zum Umschalten zwischen Fremd- und Eigenschutz liegt im Gegensatz
zur Anordnung nach Fig. 6 .zwischen der einkanalig ausgebildeten Drehkupplung 30 und
den Zuleitungen 32 und 33 zu den beiden Hornstrahlern 28 und 29. Die Drehbasis für
die gesamte Antenne ist mit 34 bezeichnet. Die Polarisation kann für die beiden nebeneinander
angeordneten Antennen beliebig gewählt werden, ist jedoch vorzugsweise linear 45°.
Die Anordnung benötigt zwar einen größeren Gesamtdurchmesser als die Anordnungen nach
Fig. 5 und 6, ist jedoch niedriger. Auch diese Antenne ist mit einem strahlungsdurchlässigen
Radom 36 überdeckt.
[0028] Eine gemeinsame azimutale Hauptstrahlrichtungder beiden Antennen wird erzielt, wenn
diese entsprechend der Anordnung nach Fig. 8 übereinander angebracht werden. Die beiden
Reflektoren 36 und 37 sind übereinander an einer gemeinsamen Halterung 38 angebracht
und werden von zwei Hornstrahlern 39 bzw. 40 beaufschlagt. Beide Reflektoren 36 und
37 sind zusammen mit den zwei ihnen zugeordneten Hornstrahlern 39 und 40 drehbar um
eine gemeinsame vertikale Achse gelagert. Zur elektrischen Verbindung zu den drehbar
gelagerten Hornstrahlern 39 und 40 ist eine Drehkupplung 41 vorgesehen. Der Schalter
42 zum Umschalten zwischen Fremd
- und Eigenschutz liegt, genauso wie bei der Anordnung nach Fig. 7, zwischen der einkanalig
ausgebildeten Drehkupplung 41 und den Zuleitungen.43 und 44 zu den beiden Primärstrahlern
39 und 40. Auch hierbei kann die Polarisation für beide Antennen beliebig gewählt
werden, ist jedoch vorzugsweise linear und beträgt 45°. Die Anordnung nach Fig. 8
ist höher als diejenige nach Fig. 7, benötigt dafür aber einen kleineren Durchmesser.
Sie ist von einem strahlungsdurchlässigen Radom 45 umgeben.
[0029] Die Anordnungen nach Fig. 7 und 8 lassen sich im Prinzip um zusätzliche Strahler
zu beiden Seiten der vorhandenen Hornstrahler erweitern, so daß sie einen Radarbetrieb
mit Monopulsempfang zur Azimutnachführung ermöglichen. Dabei muß jedoch die Frequenzbandbreite
eingeengt und die Antennendimension evtl. vergrößert werden.
[0030] Eine weniger aufwendige Antennenausführungsform ist dann realisierbar, wenn nur auf
die grobe Diagrammform Wert gelegt wird. In diesem Fall wird nur eine Antenne, die
aus einem Reflektor und einem Primärstrahler besteht und kippbar ausgebildet ist,
verwendet. Die Vertikaldiagramme für den Fremd- und den Eigenschutz zeigen nicht mehr
die in Fig. 3 dargestellten unterschiedlichen Formen, sondern eine gemeinsame mittlere
Diagrammform. Die beiden unterschiedlichen-Hauptstrahlrichtungen der Antenne werden
durch deren Kippung eingestellt. Die optimalen Reichweiten über den gesamten Erhebungswinkelbereich
werden allerdings dabei nicht mehr erreicht.
[0031] Für den Einsatz der Störerantennen-Kombination nach der Erfindung wird davon ausgegangen,
daß ein Radar- oder Aufklärungsgerät vorhanden ist, welches den Azimutwinkel des zu
störenden Objekts ermittelt. Da diese Geräte in den meisten Fällen nur eine Zielortung
im Azimut durchführen, arbeitet eine ebenfalls nur im Azimut nachgeführte Störantennen-Kombination
damit optimal zusammen. Die Einweisung und Zielverfolgung der Störerantenne wird also
durch das Radar- oder Aufklärungsgerät gesteuert. Zur Störung mehrerer Objekte kann
die Störerantenne durch eine schnelle Drehbewegung von einem Objekt zum anderen eingestellt
werden.
[0032] Durch eine geringe Antennengröße, durch Leichtbauweise der Reflektoren aus metallisiertem
Schaumstoff und durch ein die Windkräfte und die Luftzufuhr von außen abhaltenden
Radom werden die dazu notwendigen, sehr hohen Drehgeschwindigkeiten (z.B. 300 Umdrehungen
pro Minute) und Beschleunigungen ermöglicht. Ist die Bedrohung durch die verschiedenen
Objekte unterschiedlich, d. h. muß Fremd- oder Eigenschutz gewährt werden, so ist
während des Einweisens von der einen auf die andere Antenne umzuschalten. Durch eine
schnell schwenkbare, nach der Erfindung aufgebaute Antennenkombination, läßt sich
eine wirksame Störung mehrerer Objekte bei Fremd- oder Eigenschutz erzielen.
1. Antennenanordnung für einen Störer, der sowohl ein entferntes Objekt (Fremdschutz)
als auch sich selbst oder ein unmittelbar in seiner Nähe befindliches Objekt (Eigenschutz)
schützen soll, dadurch gekennzeichnet , daß für den Fremdschutz und für den Eigenschutz
jeweils eine eigene Antenne vorgesehen ist, daß die beiden Antennen in einer ersten
Ebene ein scharf gebündeltes Strahlungsdiagramm und in einer zweiten Ebene, die auf
der ersten Ebene senkrecht steht, ein auf Fremdschutz bzw. Eigenschutz optimiertes
Strahlungsdiagramm (7, 8) aufweisen und daß die beiden Antennen, zwischen denen umgeschaltet
werden kann, baulich kombiniert und in der ersten Ebene gemeinsam drehbar ausgebildet
sind.
2..Antennenanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß die erste Ebene
die Horizontalebene (Azimutebene) und die zweite Ebene die Vertikalebene (Elevationsebene)
ist.
3. Antennenanordnung nach Anspruch 1 oder 2, d a - durch gekennzeichnet , daß das
Strahlungsdiagramm (7) der Fremdschutzantenne in der zweiten Ebene ein cosec2-Diagramm
ist oder zumindest einem cosec2-Diagrgmm stark angenähert ist.,
4. Antennenanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet , daß das Strahlungsdiagramm
(8) der Eigenschutzantenne in der zweiten Ebene ein im wesentlichen die Form eines
Halbkreises, dessen Durchmesser in der Richtung des Zenits verläuft, aufweisendes
Diagramm ist, das jedoch im mittleren Erhebungswinkelbereich abbricht.
5. Antennenanordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet , daß der Pegelverlauf
des Strahlungsdiagramms (8) der Eigenschutzantenne in der zweiten Ebene im untersten
Erhebungswinkelbereich gegenüber dem halbkreisförmigen Verlauf etwas angehoben ist.
6. Antennenanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet
, daß jede der beiden Antennen aus einem Primärstrahler (9, 10) und einem doppelte
gekrümmten Reflektor (11, 12) zusammengesetzt ist.
7. Antennenanordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Primärstrahler
(9, 10) der beiden Antennen feststehend und die beiden Reflektoren (11, 12) im wesentlichen
schräg übereinander, aber zueinander Rücken an-Rücken drehbar um eine gemeinsame Achse
(13) angeordnet sind.
8 Antennenanordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet , daß einer-der beiden.
Primärstrahler (19) feststehend und der andere (20) zusammen mit den beiden Reflektoren
(21, 22),die schräg übereinander, aber zueinander Rücken an Rücken angeordnet sind,
drehbar um eine gemeinsame Achse gelagert ist und daß für den Anschluß des drehbar
gelagerten Primärstrahlers eine Hochfrequenzdrehkupplung vorgesehen ist.
9. Antennenanordnung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet , daß die Polarisation
zumindest der feststehenden Primärstrahler (9, 10, 19) bzw. des feststehenden Primärstrahlers
zirkular ist.
10. Antennenanordnung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet , daß
der untere (11) der beiden Reflektoren der Antenne für den Fremdschutz und der obere
Reflektor (12) der Antenne für den Eigenschutz angehört.
11. Antennenanordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet , daß die beiden Antennen
derart nebeneinander angeordnet sind, daß die beiden Reflektoren (26, 27) etwa in
einer Höhe und Rücken an Rücken zueinander liegen, daß beide Reflektoren (26, 27)
zusammen mit den zwei ihnen zugeordneten Primärstrahlern (28, 29) drehbar um eine
gemeinsame Achse gelagert sind und daß zur elektrischen Verbindung zu den drehbar
gelagerten Primärstrahlersn (28, 29) eine Drehkupp-Iung (30) vorgesehen ist.
12. Antennenanordnung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet , daß der Schalter
(31) zum Umschalten zwischen Fremd- und Eigenschutz zwischen der einkanalig ausgebildeten
Drehkupplung (30) und den Zuleitungen (32, 33) zu den beiden Primärstrahlern (28,
29) liegt.
13. Antennenanordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet , daß die beiden Antennen
übereinander angeordnet und zusammen drehbar um eine gemeinsame Achse gelagert sind
und daß zur elektrischen Verbindung zu den drehbar gelagerten Primärstrahlern (39,
40) eine Drehkupplung (41) vorgesehen ist.
14. Antennenanordnung nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet ,
daß die Polarisation der Antennenstrahlung linear 45° ist.
15. Antennenanordnung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet , daß der Schalter
(42) zum Umschalten zwischen Fremd- und Eigenschutz zwischen der einkanalig ausgebildeten
Drehkupplung (41) und den Zuleitungen (43, 44) zu den Primärstrahlern(39, 40) liegt.
16. Antennenanordnung nach einem der Ansprüche 6 bis 15, dadurch gekennzeichnet ,
daß zu beiden Seiten des Primärstrahlers jeder der beiden Antennen noch zusätzliche
Strahler zum Radarbetrieb mit Monopulsempfang zur Azimutnachführung vorgesehen sind.
17. Antennenanordnung für einen Störer, der sowohl ein entferntes Objekt (Fremdschutz)
als auch sich selbst oder ein unmittelbar in seiner Nähe befindliches Objekt (Eigenschutz)
schützen soll, dadurch gekennzeichnet , daß für den Fremdschutz und für den Eigenschutz
eine einzige Antenne vorgesehen ist, die in einer ersten Ebene ein scharf gebündeltes
Strahlungsdiagramm und in einer zweiten Ebene, die auf der ersten Ebene senkrecht
steht, ein Strahlungsdiagramm erzeugt, das zwar nicht auf Fremd- bzw. Eigenschutz
optimiert ist, aber eine für beide Schutzarten gemeinsame mittlere Diagrammform aufweist,
und daß die Antenne in der zweiten Ebene kippbar ausgebildet ist, so daß ihre Hauptstrahlrichtung
in einem Fall mit einer für Fremdschutz günstigsten Richtung (kleinerer Erhebungswinkel)
und im anderen Fall mit einer für den Eigenschutz günstigstenRichtung (größerer.Erhebungswinkel)
übereinstimmt, daß die Antenne in der ersten Ebene drehbar ausgebildet ist und daß
eine Einrichtung zum Umschalten zwischen Fremd- und Eigenschutz vorgesehen ist, deren
Steuerung gemeinsam mit der Antennenkippsteuerung erfolgt.
18. Antennenanordnung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet , daß die erste Ebene
die Horizontalebene (Azimutebene) und die zweite Ebene die Vertikalebene (Elevationsebene)
ist.
19. Antennenanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet
, daß zur Abdeckung der gesamten Anordnung ein feststehendes Radom (18), z. B. aus
einem verlustarmen Polyurethan-Integralschaum, vorgesehen ist.