[0001] Die Erfindung betrifft eine Betonpumpe mit hydraulisch entlastetem Schieber nach
dem Gattungsbegriff des Patentanspruchs 1. Solche Betonpumpen arbeiten nach der sogenannten
Einkreissteuerung, weil sie von nur einer Hydropumpe versorgt werden.
[0002] Bei solchen Pumpen tritt der Nachteil auf, daß der hydraulisch betätigte Betonschieber
beim Umschaltvorgang unter hohem Betondruck steht und deshalb stark angepresst wird.
Dies erfordert hohe Schaltkräfte infolge hoher Reibung und verursacht hohen Verschleiß.
Eine zu hohe Reibung vermag gelegentlich eine Durchschaltung sogar gänzlich unmöglich
zu machen. In der DE-PS 2 441 831 wird eine Schaltung beschrieben, bei welcher der
Hauptsteuerschieber der Antriebszylinder für die Betonförderkolben eine federzentrierte
Mittelstellung aufweist. Bei dieser Schaltung werden die Hydroanschlüsse der Betonförderzylinder
gleichzeitig miteinander und mit dem Hochdruckanschluß verbunden, mit dem Ziel, eine
Entlastung des Betonschiebers beim Umschaltvorgang zu bewirken. Dabei kommen die Betonförderkolben
in Schwimmstellung, d.h. sie weichen vor dem in der Betonleitung stehenden hohen Druck
kurzfristig zurück. Dadurch wird der Betonschieber augenblicklich entlastet und kann
dann mit geringem Kraftaufwand und weniger Reibung und Verschleiß durchschalten.
[0003] In der Praxis hat sich gezeigt, daß die mit der vorgenannten Schaltung bewirkte Entlastung
nicht unter allen Voraussetzungen zuverlässig eintritt. Dadurch, daß die Anschlüsse
der Betonförderzylinder mit dem Hochdruckanschluß in Verbindung stehen, werden die
Dichtungen der Kolbenstangen in den Betonförderzylindern stark angepresst. Die dadurch
bedingte hohe Reibung verhindert weitgehend die Schwimmstellung. Außerdem sind die
Rückstellfedern der Federmittelzentrierung im Hauptschieber bei hohen Drücken nur
selten in der Lage, eine Federzentrierung herbeizuführen, insbesondere wenn in geschlossenem,
vorgespanntem Hydrokreis gearbeitet wird.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, die Entlastung des Betonschiebers durch zuverlässige
Herbeiführung einer wirkungsvolleren Schwimmstellung der Betonförderkolben sicherzustellen.
[0005] Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des kennzeichnenden Teils des Patentanspruchs
1 gelöst.
[0006] Gegenüber den bekannten Schaltungen bewirkt diese Schaltung eine echte Entlastung
des Betonschiebers während des Umsteuervorgangs unter Vermeidung der oben geschilderten
Nachteile. Dabei ist man von den Wirkungen der Vorspannung im geschlossenen Kreislauf
und der mehr oder weniger guten Mittelzentrierwirkung der Zentrierfeder im Hauptsteuerschieber
weitgehend unabhängig.
[0007] Dies ist nicht nur dadurch gewährleistet, daß die Stopfbuchspackungen durch Beaufschlagung
mit Niederdruck praktisch keine Reibung mehr auf die Kolbenstange ausüben, sondern
auch dadurch, daß die Schwimmstellung im Verhältnis zur kurzen Überdeckungsphase des
Hauptsteuerschiebers in seinen Endlagen besonders lang ist.
[0008] In der Zeichnung sind in schematischer Weise zwei Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen
Schaltung dargestellt. Es zeigen
[0009] Fig. 1 ein erstes Ausführungsbeispiel der Schaltung mit einem einzigen Antriebszylinder
für den Betonschieber,
[0010] Fig. 2 ein zweites Ausführungsbeispiel der Schaltung mit zwei Antriebszylindern für
den Betonschieber.
[0011] Wird der Umsteuerimpuls der Betonförderkolben 15,16 in der jeweiligen Endlage der
Kolben der Antriebszylinder 1 erreicht, dann bewegt sich der Steuerkolben im Hauptsteuerschieber
11 hydraulisch geschoben aus seiner Endlage in Richtung auf die Mittelstellung. Dabei
kann vorausgesetzt werden, daß der Betonschieber noch nicht bewegt werden kann, weil
er vom Betondruck festgeklemmt ist. Sobald jedoch der Haupthydraulik-Steuerkolben
im Hauptsteuerschieber 11 in seine lange Mittelstellung 44,43,45 einzutauchen beginnt,
wird durch eine Verbindung der Anschlüsse der Betonförderzylinder mit der Niederdruckleitung
10 ermöglicht, daß die Betonförderkolben 15,16 vor dem Betondruck zurückweichen und
so eine Betondruck-Entlastung herbeiführen. Gleichzeitig wird durch Absperren des
Hochdruckanschlusses der volle Druck und die volle Fördermenge der Hydropumpe 3 auf
den Antriebszylinder 2 des Betonschiebers angestaut und dieser mit voller Kraft in
die andere Endlage gedrückt. Dieser Duchsteuervorgang benötigt eine gewisse Zeit,
die aufgrund der langen Mittelstellung 44,43,45 des Steuerkolbens im Hauptsteuerschieber
11 zur Verfügung steht. Der Steuerkolben hält über seinen infolge der Wirkung der
Drosseln 18,19 gleichmäßig durchlaufenen Schaltweg die Kolben der Betonförderzylinder
sehr lange in Schwimmstellung und zwar nach der Niederdruckseite bzw. dem Tank hin
entlastet. Die Folge ist, daß die Anpressung der Stopfbuchsen in den Antriebszylindern
1 für die Betonförderkolben entfällt und sich die Kolbenstangen der Antriebszylinder
und der Betonförderzylinder frei schwimmend ohne Reibung bewegen können.
[0012] Anstelle des Antriebszylinders 2 für den Betonschieber können auch, wie in Fig. 2
dargestellt, zwei Einzelzylinder 31,32 in bekannter Weise verwendet werden. Sie können
in der Endschaltstellung am Zylindermantel auf bekannte Weise eine Steuerbohrung aufweisen,
welche vom Kolben nach Erreichen der neuen Endlage des Betonschiebers überfahren wird.
Danach entsteht ein zusätzlicher Schaltimpuls durch die Leitungen 33,34, der parallel
zu jenem der Drosseln 18, 19 verläuft. Die Drosseln 18,19 können bei geringer Öffnung
den Durchschaltvorgang des Hauptsteuerschiebers 11 einleiten. Wenn dann der Betonschieber
durch die Wirkung der Antriebszylinder 31,32 bei gelegentlich geringer Reibung bzw.
geringem Betondruck sehr schnell und ohne Widerstand durchschaltet, wird nach Erreichen
der Endlage durch die Leitungen 33,34 ein Weiterschalt-Impuls parallel zu jenem der
Drosseln 18,19 gegeben. Auf diese Weise wird ein unnötiger Druckanstieg und eine Wartezeit
für die Hydropumpe 3, und damit auch das Auftreten von Druckschlägen und Energieverlust
vermieden.
[0013] Die Rückschlagventile 37,38 können wahlweise in die Steuerleitungen 33,34 eingeschaltet
werden, um ein Abströmen des von den Drosseln 18,19 kommenden Steuerdrucks durch die
Antriebszylinder 31,32 des Betonschiebers 39 zum Tank 36 hin, bzw., wenn ein Tankanschluß
in der Leitung 35 fehlt, zur anderen Zylinderseite hin zu vermeiden.
[0014] Wahlweise können diese Rückschlagventile 37,38 entfallen, wenn der Hauptsteuerschieber
11 noch, wie bekannt, zusätzliche Zentrierfedern erhält. Dann werden während des Durchschaltens
der Antriebszylinder 31,32 des Betonschiebers 39 die Leitungen 33,34 mit der Leitung
35 zum Tank 36 verbunden. Dies erlaubt eine besonders weiche Schalteinstellung für
bestimmte Betriebsbedingungen und erlaubt weiterhin große, schmutzunempfindliche Öffnungen
der Drosseln 18,19. Diese Drosseln 18,19 können beide verstellbar, wahlweise auch
nur eine verstellbar und die andere fest einstellbar, ausgeführt sein.
[0015] Die Drosseln 47,48 in der stangenseitigen Verbindungsleitung 35 der Antriebszylinder
31,32 können durch Rückstau im Stangenraum dieser Zylinder bei ausnahmsweise schnellem
Durchschalten des Betonschiebers 39 eine analog schnelle Durchschaltung des Hauptsteuerschiebers
11 bewirken. Dies begünstigt ruhigen Lauf der Maschine, weiches Umschalten des Betonschiebers
und automatische, innere Ausgleichung der Steuergeschwindigkeiten bei variierender
Ölkonsistenz infolge Temperaturschwankungen, oder auch bei starker Veränderung der
Fördermenge der Hydropumpe 3.
[0016] Wie in Fig. 2 dargestellt, ist dieselbe Wirkung der erfindungsgemäßen Schaltung auch
dann möglich, wenn die Hydroanschlüsse 23,24 der Antriebszylinder 1 der Betonförderkolben
15,16 nicht stangenseitig, sondern bodenseitig in die Antriebszylinder 1 münden. Dann
sind deren stangenseitige Enden direkt über die Leitung 51 verbunden. Die Vorsteuerung
des Schiebers 12 erfolgt hierbei auf an sich bekannte Weise über die Zylinderbohrungen
53,54 kurz vor der stangenseitigen Endlage der Kolben der Antriebszylinder 1. In Fig.2
sind der Einfachheit halber nicht alle hierfür notwendigen Hydroventile im Vorsteuersystem
eingezeichnet.
[0017] Ebenso vorteilhaft funktioniert die Anordnung im sogenannten offenen Kreis, d.h.
ohne die Speisepumpe 6, das Spülventil 8 usw.
[0018] Wahlweise kann auf bekannte Weise der Umsteuer-Schaltimpuls anstelle der mechanischen
Ausführung über den Wippschalter 14 und den Umsteuerschieber 13 auch über elektrische
oder hydraulische Schaltimpulse laufen, welche direkt vom Antriebszylinder 1 ausgehen,
sei es durch Kolbenstangennuten oder Steuerbohrungen am Zylindermantel. Solche Ausführungen
sind bekannt und können nach Belieben entsprechend den Betriebsbedingungen und Einsatzbedingungen
für die betreffende Dickstoffpumpe in Verbindung mit dem Erfindungsgegenstand angewendet
werden.
1. Betonpumpe mit hydraulisch entlastetem Schieber, bei welcher von einer Hydropumpe
die Antriebszylinder für die Betonförderkolben und der Antriebszylinder für den Betonschieber
selbsttätig in hydraulischer Folgeschaltung betätigt werden und die Steueranschlüsse
des Hauptsteuerschiebers für die Antriebszylinder der Betonförderkolben mit dem Druckölanschlüssen
des bzw. der Antriebszylinder für den Betonschieber über Verzögerungsdrosseln in Verbindung
stehen, dadurch gekennzeichnet , daß der Hauptsteuerschieber (11) eine, relativ zum
Weg seines Steuerkolbens, lange Mittelstellung (43,44,45) aufweist, bei welcher die
Anschlüsse (23,24) der Antriebszylinder (1) der Betonförderkolben mit dem Niederdruck
bzw. dem Tankanschluß (10) des Hydrokreislaufes in Verbindung stehen.
2. Betonpumpe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß in den bei den äußeren
Schaltstellungen (41,42) des Steuerkolbens des Hauptsteuerschiebers (11) die Länge
der Überdeckung jeweils weniger als ein Drittel des Gesamtwegs des Steuerkolbens im
Hauptsteuerschieber (11) beträgt.
3. Betonpumpe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet , daß zusätzlich zu den
in den die Steueranschlüsse (25,26) des Hauptsteuerschiebers (11) mit den Antriebszylindern
(31,32) für den Betonschieber (39) verbindenden Leitungen angeordneten Drosseln (18,19)
parallel verlaufende Steuerleitungen (33, 34) vorgesehen sind, die mit Steuerbohrungen
an den Antriebszylindern (31,32) in Verbindung stehen und von deren Kolben kurz vor
bzw. bei Erreichen der Endlage des Schaltwegs am Betonschieber (39) überfahren werden.
4. Betonpumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet , daß in die
Steuerleitungen (33,34) Rückschlagventile (37,38) eingebaut sind.
5. Betonpumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet , daß zwei
zusammengehörige, beispielsweise stangenseitige Anschlüsse der Antriebszylinder (31,32)
des Betonschiebers (39) miteinander durch eine Leitung (35) kleinen Querschnitts verbunden
sind, wobei am Anschluß dieser Leitung (35) an die Antriebszylinder (31,32) Drosseln
(47,48) vorgesehen sind.
6. Betbnpumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet , daß zwei
zueinandergehörige, beispielsweise stangenseitige Anschlüsse der Antriebszylinder
(31,32) des Betonschiebers (39) miteinander durch eine Leitung (35) verbunden und
an einen Tank (36) angeschlossen sind, wobei am Anschluß der Leitung (35) an die Antriebszylinder
(31,32) Drosseln (47,48) vorgesehen sind.