[0001] Die Erfindung betrifft ein Diazoverbindungen enthaltendes Aufzeichnungsmaterial,
insbesondere einen Mikrofilm, aus einem für sichtbare Strahlung mindestens teilweise
durchlässigen Schichtträger, einer lichtempfindlichen Schicht auf der einen und einer
im langweiligen UV- und im kurzwelligen, sichtbaren Spektralbereich absorbierenden
Filterschicht auf der anderen Seite des Schichtträgers und ein Verfahren zu seiner
Herstellung.
[0002] Aufzeichnungsmaterialien der genannten Art erlangen ihrer vorzüglichen Eigenschaften
wegen immer mehr an Bedeutung. Sie werden für die verschiedenen Anwendungsgebiete
speziell ausgerüstet und erlauben als entscheidenden Vorteil eine erhebliche Verdichtung
von Informationen zum Beispiel in Archiven, in der Industrie und in der Verwalung.
[0003] Man kann in der Regel von Duplikaten, die zum Beispiel vom Silberoriginal erstellt
werden, beliebig viele weitere Kopien anfertigen. Diese Eigenschaft ist in vielen
Fällen wünschenswert und von großem Nutzen. Wo jedoch etwa von einem urheberrechtlich
geschützten Original Kopien nur als Lese- oder Arbeitskopien angefertigt und verkauft
werden, ist die Weiterduplizierfähigkeit dieser Kopien nachteilig. Lesekopien für
den Marktsektor »Micropublishing« sollten deshalb so beschaffen sein, daß keine weitern
Kopien, sogenannte »Raubkopien«, angefertigt werden können.
[0004] Vorschläge zur Herstellung von Filmmaterialien mit kopiersicheren Eigenschaften sind
bekannt. So kann man zum Beispiel mit Hilfe einer lichtstreuenden Schicht (DE-B-1
915 210) oder mit Hilfe einer lichtabsorbierenden Schicht (DE-C-671 641, DE-A-2 344
089), das Anfertigen von weiteren Kopien im Durchlichtverfahren unmöglich machen.
Es hat sich jedoch angezeigt, daß lichtstreuende Schichten nur unter großem technischem
Aufwand hergestellt werden können und selbst dann nur bei relativ großer Schichtdicke
wirksam sind. Damit ist aber der Vorteil dünner Materialien als Voraussetzung für
große Informationsdichte verloren. Die Verwendung von lichtabsorbierenden Materialien
erfolgt entweder eingearbeitet in den Schichtträger oder getrennt in einzelner Schicht,
wobei man solche Stoffe einbaut, die im Empfindlichkeitsbereich der bekannten Diazoverbindungen
lichtundurchlässig sind. Die Einarbeitung dieser Stoffe in den Schichtträger ist bei
dessen Herstellung nachteilig, da dies nur unter speziellen Verfahrensbedingungen
erfolgen kann, was zum Beispiel nur bei Produktion großer Mengen überhaupt wirtschaftlich
ist. So fallen bei einer späteren Extruderreinigung mehr oder minder gefärbte, unerwünscht
große Mengen Polyestermasse als Abfall an. Andererseits treten bei Einarbeitung lichtabsorbierender
Materialien in die lichtempfindliche Schicht Auflösungs- und Kontrastverluste ein.
[0005] Es ist im Prinzip auch möglich (US-A-4080208), die lichtabsorbierende Filterschicht
zwischen Schichtträger und lichtempfindlicher Schicht anzuordnen. Lichtabsorbierende
Schichten in dieser Anordnung sind aber nur dann geeignet, wenn die Rollneigung des
Films nicht verstärkt wird. Außerdem muß man dafür Sorge tragen, daß ein Eindiffundieren
des lichtabsorbierenden Materials in die lichtempfindliche Schicht vermieden wird.
Es ist aus dieser Patentschrift auch bekannt, die lichtabsorbierende Filterschicht
auf der Rückseite des Schichtträgers anzuordnen. Diese Schicht erfüllt aber nur dann
ihre Aufgabe ausreichend, wenn sie nicht durch mechanische Behandlung oder Abwaschen
mit Lösungsmitteln so leicht entfernt werden kann, daß danach das Aufzeichnungsmaterial
ohne weiteres als Kopiervorlage verwendet werden kann. Daß man zunächst den lichtabsorbierenden
Stoff aufträgt und dann die lichtempfindliche Schicht, ist der DE-C-671 641 zu entnehmen.
[0006] Es war deshalb Aufgabe der Erfindung, Diazoverbindungen enthaltende Aufzeichnungsmaterialien
zusammen mit lichtabsorbierenden Stoffen zur Verfügung zu stellen, welche sich nicht
zum Weiterkopieren eignen. Die Materialien sollten deshalb so beschaffen sein, daß
die lichtabsorbierenden Stoffe nicht entfernbar sind. Sie sollten zum Beispiel von
dem Schichtträger nicht mehr getrennt, oder nur unter teilweiser Zerstörung des Schichtträgers
und unter Verminderung der beinhaltenden Information entfernbar sein.
[0007] Die Lösung dieser Aufgabe geht aus von einem Diazoverbindungen enthaltenden Aufzeichnungsmaterial,
insbesondere einem Mikrofilm, aus einem für sichtbare Strahlung mindestens teilweise
durchlässigen Schichtträger, einer lichtempfindlichen Schicht auf der einen und einer
im langwelligen UV- und im kurzwelligen, sichtbaren Spektralbereich absorbierenden
Filterschicht auf der anderen Seite des Schichtträgers, welches dadurch gekennzeichnet
ist, daß die Filterschicht ein in Aceton oder einem Isopropanol/Wasser-Gemisch unlösliches
oder ein durch Vernetzung in diesen Lösungsmitteln weniger löslich gemachtes Polymer
und mindestens einen mit den Bestandteilen des Polymers verträglichen Farbstoff mit
einer Absorption im Bereich zwischen 360 nm und 500 nm enthält. Vorzugsweise enthält
die Filterschicht einen gelben bis orangenen Farbstoff.
[0008] Hierdurch wird erreicht, daß ein Diazoverbindungen enthaltendes Aufzeichnungsmaterial
erhältlich ist, welches, auch nach unerlaubter Handhabung, nicht weiter kopierbar
ist. Außerdem bietet die Filterschicht die Möglichkeit, durch die Einarbeitung weiterer
Zugschläge im gleichen Arbeitsgang die Eigenschaften des Films in wirtschaftlicher
Weise vorteilhaft zu beeinflussen.
[0009] Als für sichtbare Strahlung mindestens teilweise durchlässige Schichtträger sind
beispielsweise Celluloseester oder Polymere, Misch-oder Copolymere geeignet, die aus
der Schmelze zu transparenten Folien verarbeitet werden, wie zum Beispiel Polystyrol
oder Polycarbonat. Als besonders vorteilhaft haben sich Folien aus Polyethylenterephthalat
oder aus dessen Co-oder Mischpolymeren erwiesen, die im wesentlichen aufgrund ihrer
optischen und mechanischen Eigenschaften ausgewählt werden.
[0010] Als lichtempfindliche Schichten dienen solche, die auf Basis von Diazoverbindungen
aufgebaut sind. Vorzugsweise werden lichtempfindliche Schichten eingesetzt, die als
lichtempfindliche Substanz mindestens eine Diazoniumverbindung und mindestens eine
Kupplungskomponente enthalten.
[0011] Die im langwelligen UV- und kurzwelligen sichtbaren Spektralbereich absorbierende
Filterschicht enthält als unlösliches Polymer modifizierte Terephthalsäureester zum
Beispiel einen Terephthalsäurecopolyester mit einem Gehalt an Bisoxyethyl-b13phenol
A, Isophthalsäure oder Neopentylglykol. Als durch Vernetzung in aggressiven Lösungsmitteln
weniger löslich gemachte Polymere können solche eingesetzt werden mit geeigneten funktionellen
Gruppen. So können zum Beispiel Celluloseester zusammen mit einem Härtungsmittel,
wie Harnstoff-oder Melamin-Formaldehydharze, und einem Härtungsbeschleuniger, wie
p-Toluolsulfonsäure, verwendet werden. Unter die durch Vernetzung weniger löslich
gemachten Polymere sollen auch fallen Polyamide, Polyisocyanate, Formaldehydharze
und geeignete Prepolymere.
[0012] Der mit den Bestandteilen des Polymers verträgliche Farbstoff ist gelb bis orange
gefärbt. Er muß außer den geforderten spektralen Eigenschaften, wie Absorption im
Bereich zwischen 360 und 500 nm und möglichst großer Lichtstabilität, im Lacklösungsmittel
löslich und ausreichend wärmestabil sein. Er darf weder vor noch nach dem Kopiervorgang
aus der Filterschicht infolge Ausschwitzens austreten oder sublimieren, noch sich
infolge Abklatschens auf die Oberfläche andere Filmmaterialien übertragen lassen.
In dieser Hinsicht sind chemische Verbindungen aus dem geeigneten Farbstoff und dem
eingesetzten Polymer von Vorteil. Im Falle der Auftragung durch Coextrusion oder aus
der Schmelze muß der Farbstoff ebenfalls neben den geforderten spektralen Eigenschaften
bei den üblichen hohen Temperaturen mit dem Polymer gut verträglich und so wärmestabil
sein, daß er bei der extremen Beanspruchung seine spektralen Eigenschaften nicht verändert.
[0013] Gut geeignete Farbstoffe sind zum Beispiel Mono- und Bis-Azofarbstoffe wie Sudangelb
GGN (C. I. Solvent Yellow 56), soweit sie die geforderten Löslichkeitskriterien, wie
Löslichkeit zum Beispiel in Alkoholen, Ketonen und/oder Äthern, bzw. die geforderten
Verträglichkeitskriterien erfüllen.
[0014] Eine auf der Rückseite des Schichtträgers aufgebrachte Schicht kann ferner übliche
Zuschläge wie feinteiliges Schlupfmittel oder handelsübliche Antistatika enthalten.
Die erfindungsgemäße Filterschicht erfüllt damit ohne zusätzliche weitere Arbeitsschritte
weitere, wichtige anwendungstechnische Anforderungen.
[0015] Will man vermeiden, daß der Farbton einer aufgedruckten Titelleiste durch die Filterschicht
beeinflußt wird, ist es notwendig, die Schicht nur auf die Fläche anzutragen, die
später nicht mit der Titelleiste bedruckt wird.
[0016] Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung des Diazoverbindungen enthaltenden
Aufzeichnungsmaterials, insbesondere eines Mikrofilms durch Aufbringen einer im langweiligen
UV- und im kurzwelligen, sichtbaren Spektralbereich absorbierenden Filterschicht auf
die eine Seite und durch Aufbringen aus Lösung und Trocknen einer lichtempfindlichen
Schicht auf die andere Seite eines für sichtbare Strahlung mindestens teilweise durchlässigen
Schichtträgers, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß man auf den Schichtträger
zuerst die Filterschicht aus einem in Aceton oder einem lsopropanol/Wasser-Gemisch
unlöslichen oder aus einem durch Vernetzung in diesen Lösungsmitteln weniger löslich
zu machenden Polymer und mindestens einem, mit den Bestandteilen des Polymers verträglichen
Farbstoff mit einer Absorption im Bereich zwischen 360 nm und 500 nm aufbringt und
härtet und anschließend den Schichtträger auf der anderen Seite mit der lichtempfindlichen
Schicht versieht. Vorzugsweise bringt man die Filterschicht unter Verwendung einer
haftvermittelnden Zwischenschicht mit Hilfe einer Lacklösung, die das durch Vernetzung
weniger löslich zu machende Polymer zusammen mit dem Farbstoff enthält auf, trocknet
und härtet anschließend.
[0017] Das erfindungsgemäße Aufzeichnungsmaterial kann durch Koextrusion von Schichtträger
und Filterschicht oder durch Schmelzbeschichtung auf den verstreckten oder unverstreckten
Schichtträger hergestellt werden. Bei der Koextrusion wird aus einer Mehrschlitzdüse
gleichzeitig das Schichtträgermaterial und das gefärbte Filterschichtmaterial koextrudiert
und zusammengeführt. Dieses Verfahren ist deswegen von großem Vorteil, weil hierbei
meistens keine zusätzliche, die Haftung verbessernde Zwischenschicht notwendig ist.
Das Aufbringen nach der Schmelzbeschichtung erfolgt vorzugsweise auf den verstreckten
Schichtträger.
[0018] Gegenüber der Einarbeitung in das Polymer des Schichtträgers bietet die Koextrusion
oder die Schmelzbeschichtung den Vorteil, daß die Farbstoff enthaltende Schmelze gesondert,
zum Beispiel auch über ein Farbmasterbatch, angesetzt werden kann. So können auch
leichter schmelzbare oder besser mit dem Farbstoff mischbare Polymere angewendet werden,
die aus Gründen mechanischer Festigkeit für die Herstellung von Filmträgermaterialien
weniger geeignet sind. Da die Filterschicht nur sehr dünn ist, gemessen an der Gesamtfolienstärke,
läßt sich der Farbstoff auch wirtschaftlicher einarbeiten als bei einer Färbung des
Schichtträgers. Weiterhin können der Zersetzlichkeit der Farbstoffe entgegenkommende
Temperatur/Zeitverhältnisse für die dünne Schmelzschicht gewählt werden.
[0019] Die Beschichtung des Schichtträgers mit einem gefärbten Lack bedarf, wie schon ausgeführt,
einer Haftzwischenschicht, wie sie zum Beispiel in DE-B-1 694 534 beschrieben ist.
Nach Aufbringen der Lacklösung wird getrocknet und infolge einer Wärmebehandlung die
Filterschicht mit entsprechend substrierter Oberfläche des Schichtträgers untrennbar
verbunden. Die Filterschicht ist zusätzlich durch die vernetzte Struktur weniger
Kratzempfindlich. Das Trockenschichtgewicht besagt im allgemeinen 5 bis 20 g/
m2.
[0020] Die lichtabsorbierenden Filterschichten können, soweit sie als Lack verarbeitet werden,
durch Drucken, Gießen oder andere bekannte Verfahren aufgetragen werden. Nach dem
Verdunsten des Lösungsmittels ist durch Erwärmung, Belichtung mit UV-Licht o. ä. dafür
zu sorgen, daß die Filterschicht ausreichend gehärtet wird.
[0021] Bevorzugte Ausführungsform für Farbstoffe mit geringerer Wärmestabilität ist ihre
Verwendung in einer gehärteten Filterschicht, die bei Bedarf vorteilhaft auch mit
farbigen Titelleisten bedruckt werden kann. Während bei nicht gehärteten Filterschichten
das Bedrucken infolge teilweiser oder vollständiger Auflösung der Lackschicht durch
das Lösungsmittel der Druckfarbe schwierig sein kann, ist das Bedrucken gehärteter
Filterschichten ohne verfahrenstechnische Schwierigkeiten wesentlich leicher möglich.
Die Auswahl eines geeigneten Basisdrucksystems ist einfacher und unkritischer als
bei ungehärteten Lackschichten.
[0022] Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung näher erläutern.
Beispiel 1
[0023] Eine 125 µm dicke, glasklare Folie aus Polyethylenterephthalat, die auf beiden Seiten
mit einer Haftschicht versehen ist, wird mit Hilfe eines 10 cm breiten Ziehgießers
von 0,15 mm Spaltweite einseitig mit gelb eingefärbten Klarlacken beschichtet. Die
gelben Lackschichten werden jeweils 3 Minuten bei 100° C getrocknet und anschließend
bis zu 5 Minuten durch Erwärmen nachgehärtet. Während der Trocknungs- und Härtungsphase
liegen die beschichteten Filmmuster auf einer Aluminiumplatte als ebene Unterlage.
Die Trockenschichtgewichte betragen etwa 7 g/
m2.
[0024] Als Basislack dient eine 7%ige Lösung von Celluloseacetopropionat in einem Lösungsmittelgemisch
aus Aceton, Methanol, n-Butanol und Ethylenglykolmonomethylether.
[0025] In 1000 g dieser Lacklösung werden 12,5 g Sudangelb GGN (C. I. Solvent Yellow 56)
aufgelöst. Dieser gelb eingefärbte Lack wird zur Herstellung des nicht vernetzten
Gelbfolienmusters A als Vergleich verwendet.
[0026] Den vernetzbaren, gelb eingefärbten Lack erhält man aus dem nicht vernetzbaren Lack
durch Hinzufügen von so viel Hexamethoxymethylmelamin, daß sich ein Verhältnis von
Celluloseester zu Melaminharz von 9 : 1 einstellt. Als Härtungsbeschleuniger dient
p-Toluolsulfonsäure. Mit diesem vernetzbaren, gelben Lack wird das Gelbfolienmuster
B hergestellt.
[0027] Das hier verwendete Celluloseacetopropionat enthält 3,6% Acetylgruppen, 44,7% Propionylgruppen
und 1,8% Hydroxylgruppen und hat als 20%ige Lösung in Aceton/Äthanol (72: 8) eine
Viskosität von 53-91 dPas.
[0028] Auf die Rückseiten der Gelbfolienmuster A und B wird mit einem Ziehgießer von 10
cm Breite und 0,15 mm Spaltweite eine lichtempfindliche Lösung folgender Zusammensetzung
aufgebracht:
100 ml Basislack
150 mg 5-Sulfosalicylsäure
400 mg 2-Hydroxy-3-naphthoesäure-N(2-methylphenyl)-amid
150 mg Zinkchlorid
500 mg 2,5-Di-n-butoxy-4-morpholinobenzol- diazoniumfluorborat.
[0029] Nach erneuter Trocknung bei 110°C während 1 -2 Minuten erhält man die lichtempfindlichen
Gelbfolienmuster A und B 1. Das Trockenschichtgewicht der lichtempfindlichen Schicht
liegt bei 6 - g/m2.
[0030] Zur Herstellung der 1. Diazofilmgenerationen wird die lichtempfindliche Schicht der
Gelbfolienmuster A 1 und B 1, wie in der Diazotypie üblich, unter einer transparenten
Silberbildvorlage im Kontakt belichtet und dann die latente Diazofilmkopie in einer
feuchten Ammoniakatmosphäre entwickelt. Belichtung und Entwicklung erfolgt in einem
handelsüblichen »Diazomikrofilm-Dupliziergerät«. Man erhält kontrastreiche zweifarbige
Kopien der Vorlage mit einem blauen Farbstoffbild auf der einen und einem orange-gelben
Bilduntergrund auf der anderen Seite der Folie. Im Durchlicht betrachtet erscheinen
die Bildteile der Kopien schwarz, der Bilduntergrund orangegelb. Von den erhaltenen
Diazofilmkopien A 1 und B 1 ist die 2. Diazo-filmgeneration A 2 und B 2 nicht herzustellen,
da eine Differenzierung von Bild- und Nichtbildstellen nicht mehr möglich ist. Die
Diazofilmkopien A 1 und B 1 sind nicht duplizierbar.
[0031] Zur vergleichenden Prüfung des durch die Vernetzung der gelben Filterschicht erreichten
technischen Fortschritts gegenüber einem Filmmaterial mit einer bekannten, nicht vernetzten,
löslichen gelben Filterschicht, wurde versucht, die Filterschicht der Diazofilmkopien
A 1 und B 1, ohne die Bildschicht auf der anderen Folienseite zu zerstören und ohne
die Folie selbst zu beschädigen, durch handelsübliche Lösungsmittel abzulösen. Von
den auf diese Weise behandelten Diazofilmkopien A 1 und B 1 sollte es dann möglich
sein, die 2. Diazofilmgeneration herzustellen.
[0032] Die nicht vernetzte gelbe Filterschicht der Diazofilmkopie A 1 läßt sich mit einem
zum Beispiel mit Aceton getränkten Wattebausch in wenigen Sekunden entfernen. Diejenigen
Bildteile der Diazofilmkopie A 1, die der abgelösten Filterschicht auf der anderen
Folienseite gegenüberliegen, sind wieder duplizierbar. Die Anfertigung der 2. Diazofilmgeneration
A 2 ist durch das Entfernen der gelben Filterschicht möglich geworfen.
[0033] Wird die vernetzte gelbe Filterschicht der Diazofilmkopie B 1 der gleichen Behandlung
unterworfen, dann wird die Filterschicht in der gleichen Zeit deutlich weniger angegriffen.
Die Anfertigung der 2. Diazofilmgeneration B 2 von der Diazofilmkopie B 1 ist deshalb
mit erheblichen Informationsverlusten verbunden. Die praktische Auswertung der Diazofilmkopie
B 2 ist deshalb praktisch nicht möglich.
[0034] Der Vergleichsversuch zeigt, daß durch eine gehärtete gelbe Filterschicht die Sicherheit
eines nicht duplizierbaren Mikrofilms erheblich erhöht wird, selbst dann, wenn ein
so aggressives Lösungsmittel wie Aceton zur Ablösung benutzt wird.
Beispiel 2
[0035] Zur Herstellung der Diazofilmkopie C 1 wird, wie in Beispiel 1 beschrieben, verfahren,
nur dient als Vernetzungskomponente für das Celluloseacetopropionat die gleiche Gewichtsmenge
eines butylierten Harnstoff-Formaldehydharzes. Das verwendete Harnstoffharz ist ein
handelsübliches Produkt mit einer Säurezahl von weniger als 3. Eine 65%ige Lösung
dieses Harzes in Isobutanol besitzt bei 20°C eine Viskosität von 10-12dPas.
[0036] Zur Prüfung wird erneut die Lösungsmittelresistenz der vernetzten gelben Filterschicht
der Diazofilmkopie C 1 mit der nicht vernetzten gelben Filterschicht der Diazofilmkopie
A 1 des Beispiels 1 verglichen. Als Lösungsmittel wird bei diesem Versuch ein Gemisch
aus 80 Gewichtsteilen Isopropanol und 20 Gewichtsteilen Wasser verwendet. Anschließend
wird ein Duplizierversuch durchgeführt.
[0037] Wie in Beispiel 1 zeigt sich auch hier die Überlegenheit der vernetzten gelben Filterschicht
der Diazofilmkopie C 1 gegenüber der unvernetzten der Diazofilmkopie A 1 sowohl bei
der Lösungsmittelbehandlung als auch bei dem nachfolgenden Duplizierversuch. Während
A 1 die bekannten Ergebnisse zeigt, ist die Diazofilmkopie C 1 nur mit deutlichen
Informationsverlusten zu duplizieren. Das Anfertigen der 2. Diazofilmgeneration C
2 ist hier erheblich erschwert.
Beispiel 3
[0038] Es wird wie in Beispiel 1 verfahren, nur dient Dimethylgelb (C. I. Solvent Yellow
2) als Farbstoff für die gelbe Filterschicht. Zur Herstellung der gelb eingefärbten
absorbierenden Filterschicht werden 8,75 g Dimethylgelb in 700 g Basislack gelöst.
[0039] Zur Prüfung wird die nicht vernetzte gelbe Filterschicht der Diazofilmkopie D 1 mit
der vernetzten der Diazofilmkopie E 1 in bezug auf Lösungsmittelbeständigkeit und
Generationsfähigkeit vergleichend geprüft. Als Lösungsmittel wird, wie im Beispiel
2 beschrieben, ein Gemisch aus 80 Gewichtsteilen Isopropanol und 20 Gewichtsteilen
Wasser verwendet.
[0040] Die nicht vernetzte gelbe Filterschicht der Diazofilmkopie D 1 ist in der gleichen
Zeit leichter zu entfernen als die vernetzte der Diazofilmkopie E 1. Die Duplizierfähigkeit
der mit Lösungsmittel behandelten Diazofilmkopie E 1 ist schlechter als bei D 1. Die
Herstellung der 2. Diazofilmgeneration E 2 ist deutlich erschwert gegenüber D 2.
1. Diazoverbindungen enthaltendes Aufzeichnungsmaterial, insbesondere ein Mikrofilm,
aus einem für sichtbare Strahlung mindestens teilweise durchlässigen Schichtträger,
einer lichtempfindlichen Schicht auf der einen und einer im langwelligen UV- und im
kurzwelligen, sichtbaren Spektralbereich absorbierenden Filterschicht auf der anderen
Seite des Schichtträgers, dadurch gekennzeichnet, daß die Filterschicht ein in Aceton
oder einem Isopropanol/ Wasser-Gemisch unlösliches oder ein durch Vernetzung in diesen
Lösungsmitteln weniger löslich gemachtes Polymer und mindestens einen mit den Bestandteilen
des Polymers verträglichen Farbstoff mit einer Absorption im Bereich zwischen 360
nm und 500 nm enthält.
2. Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Filterschicht
einen gelben bis orangenen Farbstoff enthält.
3. Aufzeichnungsmaterial nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Filterschicht mindestens einen Mono- und/oder Bis-Azofarbstoff enthält.
4. Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Filterschicht
Sudangelb GGN (C. I. Solvent Yellow 56) enthält.
5. Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Filterschicht
als unlösliches Polymer ein Terephthalsäurecopolymer enthält.
6. Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Filterschicht
als durch Vernetzung weniger löslich gemachtes Polymer einen Celluloseester enthält.
7. Verfahren zur Herstellung eines Diazoverbindungen enthaltenden Aufzeichnungsmaterials,
insbesondere eines Mikrofilms, durch Aufbringen einer im langwelligen UV- und im kurzweiligen,
sichtbaren Spektralbereich absorbierenden Filterschicht auf die eine Seite und durch
Aufbringen aus Lösung und Trocknen einer lichtempfindlichen Schicht auf die andere
Seite eines für sichtbare Strahlung mindestens teilweise durchlässigen Schichtträgers,
dadurch gekennzeichnet, daß man auf den Schichtträger zuerst die Filterschicht aus
einem in Aceton oder einem lsopropanoi/Wasser-Gemisch unlöslichen oder aus einem durch
Vernetzung in diesen Lösungsmitteln weniger löslich zu machenden Polymer und mindestens
einem, mit den Bestandteilen des Polymers verträglichen Farbstoff mit einer Absorption
im Bereich zwischen 360 nm und 500 nm aufbringt und hfinet und anschließend den Schichtträger
auf der anderen Seite mit der lichtempfindlichen Schicht versieht.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß man die Filterschicht unter
Verwendung einer haftvermittelnden Zwischenschicht mit Hilfe einer Lacklösung, die
das durch Vernetzung weniger löslich zu machende Polymer zusammen mit dem Farbstoff
enthält, aufbringt, trocknet und anschließend härtet.
1. A recording material containing diazo compounds, in particular a microfilm, comprising
a layer support which is at least partially pervious to visible radiation, a light-sensitive
layer arranged on one side of the layer support and a filter layer which absorbs light
in the long-wave ultraviolet spectral range and in the short-wave visible sprectral
range and is arranged on the other side of the layer support, wherein the filter layer
contains a polymer which is insoluble or has been rendered insoluble by crosslinking
in acetone or an isopropanol/water mixture, and at least one dye which is compatible
with the constituents of the polymer and absorbs light in the range between about
360 nm and about 500 nm.
2. A recording material as claimed in claim 1, wherein the fitter layer contains a
yellow to orange-coloured dye.
3. A recording material as claimed in claim 1 and claim 2, wherein the filter layer
contains at least one mono- and/or bis-azo dye.
4. A recording material as claimed in claim 3, wherein the filter layer contains Sudan
yellow GGN (C. I. Solvent Yellow 56).
5. A recording material as claimed in claim 1, wherein the filter layer contains a
copolymer of terephthalic acid as the insoluble polymer.
6. A recording material as claimed in claim 1, wherein the filter layer contains a
cellulose ester as the polymer which has been rendered less soluble by crosslinking.
7. A process for producing a recording material containing diazo compounds, in particular
a microfilm, by applying a filter layer, which absorbs light in the long-wave ultraviolet
spectral range and in the short-wave visible spectral range, to one side of a layer
support which is at least partially pervious to visible radiation, and applying and
subsequently drying a light-sensitive layer in the form of a solution to the other
side of said layer support, wherein first the filter layer, comprised of a polymer
which is insoluble in acetone or an isopropanol/water mixture or which is to be rendered
less soluble in these solvents by crosslinking, and of at least one dye which is compatible
with the constituents of the polymer and absorbs light in a range between 360 nm and
500 nm, is applied to the layer support and hardened, and then the light-sensitive
layer is applied to the other side of the layer support.
8. A process as claimed in claim 7, wherein the filter layer is applied using an adhesion-promoting
intermediate layer, in the form of a lacquer solution which contains the polymer which
is to be rendered less soluble by crosslinking together with the dye, the filter layer
being dried after application and subsequently hardened.
1. Matériau d'enregistrement contenant des composés diazoïques, en particulier un
microfilm, constitué d'un support de couche au moins partiellement transparent au
rayonnement visible, d'une couche photosensible sur une des faces du support de couche
et d'une couche filtrante absorbante dans le domaine spectral de l'UV de grande longueur
d'onde et dans celui du visible de faible longueur d'onde sur l'autre face, caractérisé
en ce que la couche filtrante contient un polymère insoluble dans l'acétone ou dans
un mélange isopropanol/eau ou rendu moins soluble dans ces solvants par réticulation
et au moins un colorant compatible avec les constituants du polymère, ayant une absorption
dans le domaine de 360 nm à 500 nm.
2. Matériau d'enregistrement selon la revendication 1, caractérisé en ce que la couche
filtrante contient un colorant jaune à orangé.
3. Matériau d'enregistrement selon les revendications 1 et 2, caractérisé en ce que
la couche filtrante contient au moins un colorant mono- et/ou bis-azoique.
4. Matériau d'enregistrement suivant la revendication 3, caractérisé en ce que la
couche filtrante contient du Jaune Soudan GGN (Solvent Yellow 56 du C. 1.).
5. Matériau d'enregistrement suivant la revendication 1, caractérisé en ce que la
couche filtrante contient comme polymère insoluble un copolymère de l'acide téréphtalique.
6. Matériau d'enregistrement suivant la revendication 1, caractérisé en ce que la
couche filtrante contient, comme polymère rendu moins suluble par réticulation, un
ester de cellulose.
7. Procédé de préparation d'un matériau d'enregistrement contenant des composés diazoïques,
en particulier un microfilm, par application d'une couche filtrante absorbant dans
le domaine spectral de l'UV de grande longueur d'onde et dans celui du visible de
courte longueur d'onde sur la première face, et par application en solution et séchage
d'une couche photosensible sur l'autre face d'un support de couche au moins partiellement
transparent au rayonnement visible, caractérisé en ce qu'on applique sur le support
de couche d'abord la couche filtrante constituée d'un polymère insoluble dans l'acétone
ou dans un mélange isopropanol/eau ou d'un polymère devant être rendu moins soluble
dans ces solvants par réticulation, et d'au moins un colorant compatible avec les
constituants du polymère, ayant une absorption dans le domaine de 360 nm à 500 nm
et on la durcit, puis on munit le support de couche, sur l'autre face, de la couche
photosensible.
8. Procédé suivant la revendication 7, caractérisé en ce qu'on applique la couche
filtrante, en utilisant une couche intermédiaire favorisant l'adhérence à l'aide d'une
solution de laque qui contient le polymère devant être rendu moins soluble par réticulation
en même temps que le colorant, on la sèche puis on la durcit.