[0001] Die Erfindung betrifft einen Loökenwiokler zum Frisieren von insbesondere trockenem
Haar, mit einem Handgriff, mit einem den Handgriff fortsetzenden Aufwickeldorn, der
auf seinem Umfang mit radial abstehenden Zähnen versehen ist, die in Form von Zahnreihen
auf Stäben angeordnet sind und mit einer Einrichtung zum Absenken der Zähne in das
Innere des Aufwickeldorns.
[0002] Bei bekannten Lockenwicklern dieser Art (US-PS 2 803 256, DE-PS 711 723) sind die
Zähne in Reihen an Kammleisten vorgesehen, die durch längs des Aufwickeldorns ausgebildeten
Längsschlitzen in den Dorn-Hohlraum versenkbar sind. Um diese Kammleisten in Arbeitsstellung
zu halten, in der die Zähne aus dem Dorn vorstehen, sind Federeinlagen vorgesehen.
Zum Absenken der Zähne ist ein Schieber oder ein Druckknopf zu betätigen. Abgesehen
davon, daß diese Bauart kompliziert ist, beanspruchen die gezahnten Kammleisten zum
Absenken den ganzen Hohlraum des Dornes, so daß keine Möglichkeit mehr besteht, darin
einen Heizstab unterzubringen. Außerdem läßt die Schlitzausbildung im Dorn nur gerade
hochstehende Zähne zu, wie andererseits auch nur eine oder höchstens zwei entgegengesetzt
gerichtete Zahnreihen untergebracht werden können. Bei einem anderen Lockenwiekler
(US-PS 3 148 685) sind die Zähne auf Stäben angeordnet, die die Enden einer Federsohlaufe
bilden und unter Druck ebenfalls in das Innere des Aufwickeldornes absenkbar sind.
Auch wenn diese Zahnstäbe etwas weniger Platz beanspruchen und daher leichter im Dorninneren
unterzubringen sind, ist dieser Lockenwickler mit den gleichen, vorerwähnten Mängeln
behaftet. Ein anderer bekannter Lok- kenwickler (US-PS 3 275 007) sient am Aufwiokoldorn-Gehäuse
einzeln gelagerte Zähne vor, die um zur Längsaohse des Aufwickeldornes querliegenden
Achsen auf- und umklappbar sind. Dazu dient eine im Innern des Aufwiokeldornes längsverschiebbare
Hohlschiene, in die nach innen ragende Zahnfortsätze eingreifen. Auf der Oberfläche
des Aufwickeldornes umklappbare Zähne haben den großen Nachteil, daß sie beim Umklappen
die Haare nicht freigeben, sondern auf die Dornoberfläche andrücken und so festhalten.
Außerdem erschweren selbst diese umgeklappten Zähne, die sich von der Dorn-Oberfläohe
abheben, das Herausziehen des Lockenwicklers aus einer geformten Haarrolle, weshalb
diese zum Entfernen des Lockenwicklers wieder entrollt werden muß. Schließlich läßt
sich auch in diesem Aufwickeldorn ein Heizelement nicht sinnvoll unterbringen.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen beheizbaren Lockenwickler zu
schaffen, der eine Vielzahl von Zahnreihen aufweist, die sich vollständig in das Innere
des Wickeldornes absenken lassen.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe ist ein Lookenwiokler der eingangs genannten Art gemäß
der Erfindung dadurch gekennzeiohnet, daß die Stäbe als Schwenkstäbe ausgebildet sind,
daß die Schwenkstäbe parallel zur Wioklerachse und um ein Wioklerrohr angeordnet sind,
daß die Sohwenkstäbe um ihre Längsachsen drehbar und am Wicklerrohr gelagert sind,
daß die Schwenkstäbe von einer gegenüber dem Wicklerrohr drehbaren Drehhülse umgeben
sind, daß die Drehhülse Durchtrittsöffnungen für die Zähne aufweist, wobei diese Durohtrittsöffnungen
Anschlagkanten zum Aufrichten bzw. Umklappen der Zähne bilden.
[0005] Durch die drehbare Lagerung der mit Zahnreihen ausgestatteten Sohwenkstäbe um ein
Wicklerrohr, können an einem Wickler eine Vielzahl von Zahnreihen angeordnet werden,
ohne daß dadurch der Hohlraum im Inneren des Wicklers beansprucht werden muß, der
so zur Unterbringung eines Heizelementes zur Verfügung steht. Die Drehhülse, die einfach
zu betätigen ist, bewegt sämtliche Zähne gleichzeitig und ohne merklichen Widerstand,
insbesondere dann, wenn die Durchtrittsöffnungen mit Anschlagkanten für die Zähne
versehen sind, die ein leichtes Aufrichten und Umklappen derselben gewährleisten.
Weil sich die Zähen vollständig in das Innere eines Aufwickeldornes bringen lassen,
kann dieser Lockenwickler aus jeder erwärmten und eingerollten Haarrolle ohne Behinderung
herausgezogen und die Haarform erhalten werden. Schließlich bleibt das Wicklerrohr
im Innern zur Aufnahme eines Heizstabes frei.
[0006] Als besonders vorteilhaft haben sich entgegen der Aufstellrichtung leicht gebogene
Zähne erwiesen, die einmal das Eindrehen der Haare verbessern und zum anderen das
Aufriohten und Umlegen der Zahnreihen erleichtern, insbesondere dann, wenn die Aufrichtkante
der Durohtrittsöffnungen zu einer Gleitfläche erweitert ist.
[0007] Das Wicklerrohr ist zweckmäßig mit Längsmulden zur Lagerung der Sohwenkstäbe und
mit Ringnuten zur Aufnahme der umgelegten Zähne ausgestattet. Dabei haben die nicht
mit Ausnehmungen versehenen Bereiche des Wicklerrohres zweokmäßig eine solche Wanddioke,
daß es zu einem Kontakt mit der Drehhülse kommt und so die vom Heizstab abgegebene
Wärme direkt auf die Drehhülse übertragen wird.
[0008] Weitere Merkmale der Erfindung sind den übrigen Unteransprüohen zu entnehmen.
[0009] Eine bevorzugte Ausführungsform eines Lockenwicklers gemäß der Erfindung wird nachfolgend
anhand einer Zeichnung näher beschrieben. Es stellen dar:
Fig. 1 einen Längsschnitt,
Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie II-II der Fig. 1, vergrößert, und
Fig. 3 eine perspektivische Ansicht eines Wicklerrohrabschnittes, vergrößert.
[0010] An einem Handgriff 1 eines Lockenwicklers ist ein rohrförmiger Fortsatz 2 ausgebildet,
in den ein Wicklerrohr 3 eingesteckt und mittels einer Schraube 4 darin drehsicher
gehalten ist. In einem Hohlraum 5 dieses Wicklerrohres befindet sich ein Heizstab
6 mit einem Anschlußkabel 7. Auf das offene Ende des Wicklerrohres ist eine Lagerkappe
8 aufgesteckt, die mittels einer Schraube 9 und einer Sperrfeder 10 am Wicklerrohr
festsitzt. Diese Lagerkappe stößt mit ihrer Lagerscheibe 12 an das Wicklerrohr an
und bildet einen Lagerring 13, in den die Enden von Schwenkstäben 15 hineinragen,
die mit ihren anderen Enden in einen Lagerspalt 16 zwischen der Muffe 2 und einem
Steckfortsatz 14 des Wicklerrohres 3 eingreifen. Die Schwenkstäbe 15 verlaufen somit
parallel zur Wicklerachse und sind um die eigene Längsachse dreh- bzw. schwenkbar.
Auf jeden der Schwenkstäbe ist eine Vielzahl von Wicklerzähnen 17, jeweils in einer
Reihe ausgerichtet, ausgebildet. Beim dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Schwenkstäbe
15 in Längsmulden 18 (Fig. 2 und 3) des Wicklerrohres 3 gelagert. Zur Aufnahme der
von den Schwenkstäben abstehenden Zähne 17 weist das Wicklerrohr noch Ringnuten 19
auf, in die diese Zähne vollständig umgelegt werden können (Fig. 2, gestrichelter
Zahn 30). Aus diesem Grunde sind die Ringnuten zweckmäßig etwas tiefer als die Längsmulden.
Das so mit Schwenkstäben 15 bestückte Wicklerrohr ist von einer Drehhülse 20 umschlossen,
die mit ihm in Berührung steht, um so einen direkten Übergang für die vom Heizstab
6 abgegebenen Wärme zu gewinnen. Die Drehhülse übergreift auch die Lagerscheibe 12
und sitzt mit ihrem Ende 21 auf einem Drehgriff 22 fest. Dieser kappenförmige Drehgriff
ist mittels eines inneren Führungsringes 23 in einer Nut 24 der Lagerkappe gegen axiale
Verschiebung fixiert, jedoch um seine Längsachse in beiden Richtungen drehbar gelagert.
Das andere Ende 25 der Drehhülse endet nahe dem Fortsatz 2. Es kann von einer Schutzmuffe
26 abgedeckt sein. Die Drehhülse 20 weist beim Ausführungsbeispiel für jeden Zahn
17 der Zahnreihen eine Durchtrittsöffnungen 28 auf, die in Drehrichtung der Drehhülse
etwas größer als die Zähneabmessungen ist. Durch diese öffnungen stehen die Zähne
in Arbeitsstellung hoch (Fig. 2). Diese hochstehenden Zähne werden aber umgeklappt,
wenn die Drehhülse in Peilrichtung gemäß der Fig. 2 gegenüber dem Wicklerrohr gedreht
wird, weil dabei die Anschlagkanten 29 der Durchtrittsöffnungen an die Zähne anstoßen
und sie umlegen, bis sie auf der Ringnut 19 im Wicklerrohr 3 aufliegen (Fig. 2, gestrichelter
Zahn 30). In dieser Stellung befinden sich die Zähne im Inneren der Drehhülse und
auch die freien Enden 31 stehen nicht aus den Durchtrittsöffnungen vor. Sollen die
Zähne wieder aufgerichtet werden, genügt eine Gegendrehung. Dabei stoßen die freien
Zahnenden an die angrenzenden Anschlagkanten 32, die zu Gleitflächen 33 erweitert
sind. Entlang dieser Gleitflächen werden beim Weiterdrehen der Drehhülse die Zähne
aufgerichtet, bis sie wieder die Betriebsstellung einnehmen. Weil die Durchtrittsöffnungen
28 etwas größer als die Umrisse der durchstehenden Zähne sind, sind diese in Aufricht-
bzw. Betriebsstellung in einem gewissen Umfang beweglich. Um auch dies zu verhindern,
braucht nur die Drehhülse so weit zurückgedreht zu werden, bis die Zähne leichter
Schrägstellung nach hinten (Fig. 2 gestrichelter Zahn 35) zwischen den beiden Anschlagkanten
der Durchtrittsöffnung eingeklemmt sind. Die in das Wicklerrohr hineinstehenden Gleitflächen
33 müssen natürlich schmäler als die Ringnuten 19 sein, um die Drehbewegung nicht
zu behindern.
[0011] Es hat sich als zweckmäßig erwiesen, die Bewegung der Drehhülse gegenüber dem Wicklerrohr
durch einen im Wicklerrohr 3 verankerten Anschlagstift 36 zu begrenzen, der in einen
entsprechend langen Schlitz 37 in der Drehhülse eingreift und dessen Anschläge die
Dreh-Endstellungen bestimmen. Um diese Drehstellungen'auch zu fixieren, kann an diesem
Stift 36, oder an dessen Stelle noch eine Rasterung oder eine Klinke (nicht gezeichnet)
angebracht sein.
[0012] Der Gebrauch des Lockenwicklers ist-einfach und leicht ausführbar. Sind die Zähne
des Wicklers aufgestellt, dann kann er wie jeder andere Wickler eingesetzt werden.
Soll er nach Beendigung einer Behandlung abgenommen werden, wozu er in der Regel aus
einer eingedrehten Haarlocke bzw. -rolle herausgezogen werden muß, dann werden zunächst
die hochstehenden Zähne durch Gegendrehung des Drehgriffes 22 gegenüber dem Handgriff
1 aus den Haaren zurückgezogen, bis sie auf das Wicklerrohr umgelegt sind und nicht
mehr aus der Drehhülse vorstehen. In dieser Stellung läßt sich dann der an seiner
Oberfläche im wesentlichen glatte Wickler ohne Behinderung aus der Haarlocke entfernen.
[0013] Die Erfindung beschränkt sich nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel. So
könnten die Durchtrittsöffnungen 28 sich auch auf die ganze oder einen Teil der Länge
der Drehhülse erstrecken und so mehrere oder alle Zähne einer Reihe erfassen. Die
Schwenkstäbe 15 brauchen nicht in Längsmulden eines verstärkten Wicklerrohres untergebracht
zu sein, wenn das Wicklerrohr nur eine Wanddicke aufweist, die zwischen dem Rohr und
der Drehhülse einen Freiraum schafft, in dem dann die Schwenkstäbe, beispielsweise
mit ihren Enden, gelagert sind. Die Zähne der einzelnen Reihen können zueinander ausgerichtet,
oder aber auch gegeneinander versetzt sein.
[0014] Wenn in der vorstehenden Beschreibung nur von der Drehung des Drehgriffes 22 die
Rede ist, so schließt dies nicht aus, daß zum Umlegen bzw. Aufrichten der Zähne auch
nur der Handgriff oder beide Griffe entsprechend gedreht werden. Anstelle der stiftförmigen
Zähne können auch einzelne oder Bündel von Borsten vorgesehen sein. Sofern diese genügend
elastisch sind, lassen sie sich bei entsprechender Ausbildung der Gleitflächen an
der Drehhülse oder am Wicklerrohr umlegen und aufrichten.
1. Lockenwickler zum Frisieren von insbesondere trockenem Haar, mit einem Handgriff,
mit einem den Handgriff fortsetzenden Aufwickeldorn, der auf seinem Umfang mit radial
abstehenden Zähnen versehen ist, die in Form von Zahnreihen auf Stäben angeordnet
sind und mit einer Einrichtung zum Absenken der Zähne in das Innere des Aufwickeldorns,
dadurch gekennzeichnet, daß die Stäbe als Schwenkstäbe (15) ausgebildet sind, daß
die Schwenkstäbe parallel zur Wicklerachse und um ein Wicklerrohr (3) angeordnet sind,
daß die Schwenkstäbe um ihre Längsachsen drehbar und am Wicklerrohr gelagert sind,
daß die Schwenkstäbe von einer gegenüber dem Wicklerrohr drehbaren Drehhülse (20)
umgeben sind, daß die Drehhülse Durchtrittsöffnungen (28) für die Zähne aufweist,
wobei diese Durchtrittsöffnungen Anschlagkanten (29, 32) zum Aufrichten bzw. Umklappen
der Zähne bilden.
2. Lockenwickler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß für jeden Zahn (17)
eine Durchtrittsöffnung (28) ausgebildet ist.
3. Lockenwickler nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufrichtkante
(32) der Durchtrittsöffnungen (28) zu einer Gleitfläche (33) erweitert ist.
4. Lockenwickler nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,daß die
Zähne (17) entgegen der Aufrichtbewegung konvex gebogen sind.
5. Lockenwickler nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,; daß die
Schwenkstäbe (15) in Längsmulden (18) des Wicklerrohres (3) gelagert sind, das zur
Aufnahme der umgelegten Zähne noch mit Ringnuten (19) versehen ist.
6. Lockenwickler nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Wicklerrohr an seinen
nicht vertieften Stellen mit der Drehhülse (20) in Kontakt steht.
7. Lockenwickler nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die
Drehhülse (20) auf einem auf einer Lagerkappe (8) drehbar gelagerten Handgriff (22)
festsitzt.
8. Lockenwickler nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die
Drehbewegung der Drehhülse und/oder des Wicklerrohres gegeneinander durch einen Anschlagstift
(36) begrenzt und/oder durch Rasterung oder Klinke in den Dreh-Endstellungen fixiert
ist.