[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Dosieren von Druckfarbe, die mittels einer
Formwalze mit elastischer Oberfläche auf eine Druckplatte aufzubringen ist, wobei
die elastische Formwalze mit einer Oberflächenumfangsgeschwindigkeit gedreht wird,
die im wesentlichen gleich der Oberflächenumfangsgeschwindigkeit der Druckplatte ist.
[0002] Die Erfindung betrifft weiterhin ein Farbwerk für eine Druckmaschine, bei welcher
Druckfarbe niedriger Viskosität auf eine Druckplatte gebracht wird.
[0003] Um die Bildung sog. "Geisterbilder" zu bekämpfen, weisen die Farbwerke lithographischer
Zeitungsdruckplatten im allgemeinen vier Formwalzen auf, die in rollendem Eingriff
mit einer Druckplatte stehen, wobei jede der Formwalzen Farbe von einer oder mehreren
Schwingwalzen in einem Walzenzug von Walzen verschiedener Durchmesser erhält. Diesem
Walzenzug wird normalerweise Farbe über eine Duktorwalze zugeführt, die oszillierend
in Eingriff und außer Eingriff mit einem Farbfilm gebracht wird, welcher durch eine
flexible Klinge gebildet wird, die mittels sog. Farbtasten (ink keys) gegen die harte
Oberfläche einer in ein Farbreservoir eintauchenden Walze gedrückt wird, um auf diese
Weise den Farbeinsatz zu variieren und die Farbabgabe zu vergleichmäßigen.
[0004] Die Viel-Walzen-Farbwerke erfordern komplizierte Antriebe und sind auch hinsichtlich
ihrer Betriebsweise verhältnismäßig teuer, und zwar schon aufgrund der für den Antrieb
der Walzen erforderlichen Antriebsleistung. Außerdem haben sich Schwierigkeiten bei
der Dosierung und dem gleichmäßigen Auftrag von Farbe auf die Druckplatten ergeben.
[0005] Farbwerke gemäß der US-Patentanmeldung S.N. 918 228 vom 23. Juni 1978 "Reversible
Newspaper Press" bieten eine bemerkenswert verbesserte Farbdosierung und -steuerung,
und zwar schon deswegen, weil bei diesen Farbwerken die Farbe kontinuierlich einer
einzigen Formwalze über eine geschwindigkeitsveränderbare Übertragungswalze zugeführt
wird. Die Geschwindigkeit der mit harter Oberfläche versehenen Übertragungswalze kann
eingestellt werden, um die auf eine Formwalze mit elastischer Oberfläche aufgetragene
Farbmenge zu vergrößern oder zu verkleinern.
[0006] Die vorliegende Erfindung wendet sich dem Problem der Reduzierung der erforderlichen
Leistung zum Antrieb der Walzen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten in einem Farbwerk
des in der US-Patentanmeldung 918 228 offenbarten Typs zu, wobei die verbesserte Dosierfähigkeit,
die auf dem Schlupf der Walzen beruht, aufrechterhalten werden soll.
[0007] Die verbesserte Konstruktion des Farbwerkes besitzt eine Dosierwalze und eine Übertragungswalze,
von denen eine Walze eine harte Oberfläche besitzt und die andere eine elastisch nachgiebige
Oberfläche, wobei beide Walzen unter Druck gegeneinander gepreßt sind. Die Dosierwalze
kann einen Überschuß niedrigviskoser Farbe an einem gefluteten Dosierspalt zwischen
der Dosierwalze und der Übertragungswalze dosieren, so daß ein gleichmäßiger Farbfilm
auf die Oberfläche der Übertragungswalze dosiert wird. Der Farbfilm auf der Übertragungswalze
wird an einem Übertragungsspalt zwischen der Übertragungswalze und einer Auftragswalze
geteilt und zugemessen bzw. dosiert. Die Geschwindigkeitsdifferenz zwischen der Auftragswalze
und der Übertragungswalze gestattet einen Schlupf zur Bildung einer dünnen, glatten
Farbschicht auf der Auftragswalze. Die Auftragswalze bringt Farbe auf die Formwalze.
[0008] Die Auftragswalze und die Formwalze werden mit ein und derselben Oberflächengeschwindigkeit
wie die Druckplatte angetrieben, welche mit der Formwalze im Eingriff ist.
[0009] Wenn die Druckplatte hart ausgebildet ist, so sollte die Formwalze eine elastisch
nachgiebige Oberfläche besitzen. Um die erforderliche Antriebsleistung hinsichtlich
des Schlupfes der Walzen am Übertragungsspalt zu reduzieren, ist die Auftragswalze
mit einer harten Oberfläche versehen und mit größerer Geschwindigkeit angetrieben
als eine mit einem elastischen Überzug versehene Übertragungswalze, gegen welche sie
unter Schlupf läuft.
[0010] Wenn die Walzen unter Druck zusammengepreßt und mit gleicher Umfangsgeschwindigkeit
gedreht werden, so ist die Dicke des Farbfilms auf den beiden Walzen etwa gleich groß.
Eine mit der Formwalze im Eingriff stehende Übertragungswalze trägt demgemäß einen
dünneren Film als eine übertragungswalze, die mit einer Auftragswalze im Eingriff
steht, welche ihrerseits mit einer Formwalze im Eingriff ist, wenn die Formwalze einen
gleich dicken Film trägt. Durch Schlupf zwischen der Übertragungswalze und der Auftragswalze
- lieber als zwischen der Übertragungswalze und einer Formwalze - ist die Schmierung
hinreichend groß, um die erforderliche Antriebsleistung für die Dosierung der Farbe
zu reduzieren.
[0011] Die Auftragswalze und die Übertragungswalze besitzen vorzugsweise einen kleineren
Durchmesser als die Formwalze, um den Abscherabschnitt der Eindrückung am Übertragungsspalt
zu minimalisieren. Da die harte Oberfläche auf der Auftragswalze schneller angetrieben
ist als die benachbarte elastische Oberfläche der Übertragungswalze, wird die elastische-Oberfläche,
welche sich in den Übertragungsspalt bewegt, unter Spannung gehalten, um eine übermäßige
Deformierung des elastischen Überzuges zu verhindern. Eine Veränderung der Verformung
der elastischen Oberfläche in dem Übertragungsspalt hat eine Veränderung der Streifenbreite
und damit des Abscherabschnittes am Übertragungsspalt zur Folge.
[0012] Wenn der sich auf den Übertragungsspalt zubewegende Abschnitt der elastischen Oberfläche
sich schneller bewegt als die benachbarte harte Oberfläche, wird die elastische Oberfläche
einer zusammendrückenden Beanspruchung ausgesetzt und neigt dazu, sich um die harte
Oberfläche herumzulegen. Dieses würde die Streifenbreite vergrößern und damit die
Antriebsleistung vergrößern, die erforderlich ist, um eine Walze gegen die andere
unter Schlupf drehen zu lassen, weil eine zusätzliche Leistung erforderlich ist, um
das elastisch nachgiebige Umhüllungsmaterial zu deformieren.
[0013] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung handelt es sich bei
der Auftragswalze um eine Zwischenrolle, die in rollendem Eingriff mit der Formwalze
steht. Die Übertragungswalze
.wird durch einen geschwindigkeitsveränderlichen Antrieb mit geringerer Oberflächengeschwindigkeit
angetrieben als die Auftragswalze. Demgemäß wird die Auftragswalze, die in gegenseitigem
eindrückenden Druckeingriff mit der schneller angetriebenen Formwalze und der langsamer
angetriebenen Übertragungswalze steht, mit einer mittleren Geschwindigkeit angetrieben,
so daß der meiste oder gesamte Schlupf zwischen der Auftragswalze und der Übertragungswalze
stattfindet. Die Oberflächenumfangsgeschwindigkeit der Auftragswalze ändert sich mit
den Druckwechseln zwischen der Auftragswalze und der Übertragungswalze, mit Veränderungen
in der Differenzgeschwindigkeit der Formwalze und der Übertragungswalze und der Dicke
des Farbfilms auf der Auftragswalze und der Übertragungswalze.
[0014] Der vorliegenden Erfindung liegt u.a. die Aufgabe zugrunde, ein Farbwerk zu schaffen,
mit dem die Farbfilmdicke durch Variierung der Oberflächengeschwindigkeit einer Formwalze
relativ zu der Oberflächengeschwindigkeit einer benachbarten Walze zu steuern ist.
Dabei soll das Farbwerk mit Walzen ausgestattet sein, welche verhältnismäßig kleine
Durchmesser aufweisen, um am Übertragungsspalt eine beachtliche Eindrückung mit einem
entsprechenden Druck zu schaffen, während die Streifenbreite und damit der Abscherabschnitt
zwischen der Übertragungswalze und der Auftragswalze minimalisiert werden soll. Weiterhin
soll die erforderliche Antriebsleistung zur Erzeugung eines Schlupfes einer Walze
gegen eine andere Walze an einem Farbübertragungsspalt minimalisiert werden durch
Aufrechterhaltung einer Farbfilmdicke benachbart zum Übertragungsspalt und damit durch
Sicherstellung einer entsprechenden Schmierung. Es soll weiterhin eine Walze mit harter
Oberfläche mit einer Walze mit elastischer Oberfläche in gegenseitigem eindrückenden-Druckeingriff
stehen, um Farbe zu dosieren, wobei sich die elastische Oberfläche langsamer dreht
als die harte Oberfläche, um die Verformung der elastischen Oberfläche am Spalt zu
minimalisieren. Schließlich ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß eine Zwischenwalze
mit harter Oberfläche zwischen einem Paar elastischer Walzen vorgesehen ist, wobei
die elastischen Walzen unterschiedliche Geschwindigkeiten aufweisen; um die Dicke
des auf eine der elastischen Walzen aufgebrachten Farbfilms steuern zu können.
[0015] Weitere Ziele der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung.
[0016] Die Erfindung und bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung sind an Ausführungsbeispielen
unter Bezugnahme auf eine Zeichnung nachfolgend weiter beschrieben.
[0017] Es zeigt:
Fig. 1 eine schematische Darstellung des Farbwerkes einer lithographischen Druckmaschine,
wobei insbesondere die verschiedenen Farb- und Feuchtflüssigkeitsfilme erkennbar sind;
Fig. 2 eine Vorderansicht, welche die Dosierwalze, die Übertragungswalze und die Auftragswalze
sowie die Stützkonstruktion zeigt;
Fig. 3 einen Querschnitt in Richtung der Schnittlinie 3-3 in Fig. 2 gesehen;
Fig. 4 eine schematische Darstellung einer Standarddruckstation;
Fig. 5 eine schematische Darstellung einer reversierten Druckstation; und
Fig. 6 eine schematische Darstellung einer elektrischen Schaltung der Motoren für
das Feuchtwerk und das Farbwerk.
[0018] Gleiche oder gleichwirkende Teile sind in den Zeichnungen mit gleichen Bezugszeichen
versehen.
[0019] In Fig. 1 der Zeichnung bezeichnet das Bezugszeichen 1 allgemein eine nachstehend
auch kurz als Farbwerk bezeichnete Farbauftragseinrichtung zum Aufbringen von Farbe
und Feuchtflüssigkeit auf eine lithographische Druckplatte einer Druckmaschine. Bei
einer nachstehend auch kurz als Feuchtwerk 200 bezeichneten Wasserauftragseinrichtung
handelt es sich um ein Feuchtwerk desjenigen Typs, wie er in der US-PS 39 37 141 dargestellt
und beschrieben ist, so daß die Offenbarung dieser Druckschrift hiermit der Einfachheit
halber insoweit zum Gegenstand der vorliegenden Patentanmeldung gemacht wird.
[0020] Wie am besten aus Fig. 2 erkennbar ist, besitzt das Farbwerk 1 mit gegenseitigem
Abstand zueinander angeordnete Seitenrahmen 2 und 4, welche durch nicht dargestellte
Verbindungsträger miteinander verbunden sind und eine kräftige, feste Konstruktion
zum Abstützen einer Formwalze 90, einer Farbauftragswalze 10, einer Farbübertragungswalze
12 und einer Farbdosierwalze 14 bilden. Bei den Seitenrahmen kann es sich um die Seitenrahmen
einer Druckmaschine handeln oder um Seitenrahmen eines Farbwerks, die mit den Seitenrahmen
einer Druckmaschine zu verbinden bzw. verbunden sind.
[0021] An den Seitenrahmen 2 bzw. 4 sind Kinnhebel 16 bzw. 18 mittels Stummelwellen 20 bzw.
22 schwenkbar befestigt. Zwischen den Seitenrahmen 2 und 4 sowie den Kipphebeln 16
und 18 sind Kippzylinder 24 und 26 gelenkig befestigt, mittels derer die Kipphebel
16, 18 um die Stummelwellen 20, 22 zu schwenken sind, um die Übertragungswalze 12
in Stellung zu bringen, wie weiter unten noch ausführlich erläutert wird, und um Farbe
über die Auftragswalze 10 auf die Formwalze 90 einer lithographischen Druckmaschine
zu übertragen.
[0022] Ein Schrägstellungsarm 28 ist vorgesehen, um das eine Ende der Dosierwalze 14 um
die Achse der Farbübertragungswalze 12 zu schwenken bzw. zu drehen. Wie in Fig. 2
schematisch dargestellt ist, ist der Schrägstellungsarm 28 drehbar an einer Stummelwelle
30 befestigt bzw. gelagert, welche sich benachbart zu einem Ende der Übertragungswalze
12 zwischen dem Kipphebel 18 und dem Schrägstellungsarm 28 erstreckt.
[0023] Der Schrägstellungsarm 28 und der Kipphebel 16 besitzen jeweils Nuten 28a bzw. 16a,
die in den innnenliegenden Seiten ausgebildet sind, in welchen Blöcke 36 gleitbar
angeordnet sind, welche selbstausrichtende Lager 38 tragen. In den oberen Abschnitten
der Nuten 28a und 16a sind Blöcke 35 mit Schrauben 37 fest angeordnet, um eine geeignete
Abstützung bzw. Halterung für die Wellenabschnitte 31 und 32 der Farbübertragungswalze
zu schaffen. Geeignete Mittel wie elastische Federn 40 zwischen den Blöcken 35 und
36 drücken die Blöcke 36 in Längsrichtung des Schrägstellungsarms 28 und des Kipphebels
16 von der Längsachse der Übertragungswalze 12 weg. Eine Druckeinstellschraube 42
drückt den Block 36 in Längsrichtung des Schrägstellungsarms 28 und des Kipphebels
16 gegen die Rückstellkraft der Federn 40. Stummelwellen 44 und 46, die sich von den
einander gegenüberliegenden der Dosierwalze 14 nach außen erstrecken, sind in den
selbstausrichtenden Lagern 38 gelagert, so daß sichergestellt ist, daß die Dosierwalze
14 mit der Übertragungswalze 12 in gegenseitigem drehenden Druckeingriff steht. Die
auch als Stummelwellen zu bezeichnenden Wellenabschnitte 31 und 32 erstrecken sich
von den einander gegenüberliegenden Enden der Übertragungswalze 12 nach außen und
sind in Lagern 39 gelagert, die ihrerseits in den Blöcken 35 angeordnet sind.
[0024] Es ist ersichtlich, daß eine Drehung der Druckeinstell
- schrauben 42 die einander gegenüberliegenden Enden der Dosierwalze 14 relativ zur
Achse der Übertragungswalze 12 bewegt, so daß auf diese Weise der Druck zwischen der
Übertragungswalze 12 und der Dosierwalze 14 einzustellen bzw. zu steuern ist.
[0025] Wie aus Fig. 3 erkennbar ist, ist ein geeignetes Mittel vorgesehen, mit dem die gewünschte
winkelmäßige Relativstellung zwischen dem Kipphebel 18 und dem Schrägstellungsarm
28 einzustellen und aufrechtzuerhalten ist. Bei der in Fig. 3 dargestellten Ausgestaltung
ist eine Einstellschraube 50 in den Schrägstellungsarm 28 gedreht und erstreckt sich
durch Gewindebohrungen, die in Schwenkblöcken 52a und 52b vorgesehen sind. Die Blöcke
52a und 52b sind gelenkig an einem Vorsprung 54 am Schrägstellungsarm 28 bzw. einem
Vorsprung 56 am Kipphebel 18 befestigt. Durch die Einstellschraube 50 kann der Zwischenraum
zwischen den Vorsprüngen 54 und 56 eingestellt werden, um auf diese Weise den Schrägstellungsarm
28 relativ zu dem Kipphebel 18 um die Welle 30 bewegen zu können.
[0026] Die Seitenrahmen 2 und 4 haben geeignete einstellbare Anschläge 5 mit Einstellschrauben
5a, welche sich durch diese hindurcherstrecken, um mit den Kipphebeln 16 und 18 in
Eingriff zu kommen, wenn die Kolbenstangen der Kippzylinder 24 und 26 ausgefahren
werden, um einen gewünschten relativen Druck zwischen der Übertragungswalze 12 und
der farbbeschichteten Auftragswalze 10 zu schaffen, wobei letztere vorgesehen ist,
um Farbe über eine Formwalze 90 auf eine lithographische Druckplatte 112 auf einen
Plattenzylinder P zu übertragen, wie weiter unten noch eingehender erläutert wird.
Blockartige Anschläge 6 mit Einstellschrauben 6a sorgen für eine "Außer-Druck"-Begrenzung,
wenn die Kolbenstangen der Kippzylinder 24 und 36 zurückgezogen sind, um die Übertragungswalze
12 von der Oberfläche der Auftragswalze 10 hinwegzubewegen.
[0027] Die sich von dem Ende der Übertragungswalze 12 nach außen erstreckende Stummelwelle
31 besitzt ein Zahnrad 60, welches mittels einer Paßfeder o.dgl. 61 fest auf sie aufgekeilt
ist, und welches mit einem Zahnrad 62 auf der Welle 44 kämmt.
[0028] Das Zahnrad 62 kämmt mit einem Zahnrad 71 auf einer Welle 58, die sich drehbar durch
eine Öffnung des Seitenrahmens 2 erstreckt. Die Welle 58 ist mit der Welle eines reversierbaren,
geschwindigkeitsveränderbaren Antriebes 69, wie beispielsweise eines elektrischen
Getriebemotors, verbunden. Dieser könnte ersichtlich durch einen anderen Antrieb,
wie beispielsweise einen Antrieb mit Getriebe, Kettenrädern, Riemen o.dgl. ersetzt
und von dem Druckmaschinenantrieb angetrieben sein, und zwar dann vorzugsweise mit
einem geschwindigkeitsveränderlichen Getriebe o.dgl..
[0029] Die Leitung 80, mittels welcher der Motor 69 mit elektrischer Energie versorgt wird,
ist über einen variablen Widerstand 84 mit den Anschlußklemmen des Antriebsmotors
69 verbunden, so daß der Motor mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten laufen und
die Drehgeschwindigkeit steuern kann, so daß demgemäß die Umfangsgeschwindigkeit der
Übertragungswalze 12 und der Dosierwalze 14 unabhängig vom Druckmaschinenantrieb ist.
Wenn es zweckmäßig erscheint, kann der Motor 69 durch eine geschwindigkeitsveränderliche
Kupplung ersetzt werden, welche die Welle 58 mit dem Druckmaschinenantrieb verbindet,
wie dieses weiter oben bereits beschrieben ist.
[0030] Es ist ein geeignetes Mittel vorgesehen, um dem Farbdosierspalt N zwischen den einander
benachbarten Oberflächen der Übertragungswalze 12 und der Dosierwalze 14 einen überschüssigen
Farbvorrat zuführen zu können. Bei der erfindungsgemäßen Ausgestaltung gemäß Fig.
1 ist ein Teil bzw. ein Abschnitt der Dosierwalze 14 in Farbe 14a eingetaucht, die
sich in einer Farbwanne 14b befindet.
[0031] Bei der Farbe 14a handelt es sich vorzugsweise um eine Farbe mit niedriger Viskosität,
also um einen Typ, wie er für die Farbgebung erhabener Bildabschnitte beim Letterndruck
verwendet wird, oder um einen Typ,wie er beim direkten bzw. lithographischen Offsetdruck
oder beim Zeitungsdruck Verwendung findet, oder sie ist von ähnlicher Beschaffenheit.
[0032] Die Übertragungswalze 12 besitzt vorzugsweise eine hohle, rohrförmige Buchse (gleichsam
als Kern), an welche die Stummelwellen 31 und 32 angeformt sind. Ein elastischer Überzug
12c ist an der Außenseite der Buchse befestigt. Das Material der Übertragungswalze
12 ist oleophil; die Oberfläche kann glatt oder texturiert sein.
[0033] Die Dosierwalze 14 ist vorzugsweise hart und besitzt eine äußere Oberfläche, die
glatt oder texturiert ist sowie farbaufnehmend bzw. oleophil. Die Oberfläche der Farbdosierwalze
14 kann demgemäß beispielsweise aus Kupfer, Stahl oder Kunststoff bestehen. Die Oberfläche
der Dosierwalze 14 kann entweder oder elastisch nachgiebig sein.
[0034] Um die Tendenz der Farbe zu vermindern, sich benachbart zu den Enden der Übertragungswalze
12 anzusammeln bzw. aufzubauen, ist die Dosierwalze 14 länger als die Übertragungswalze
12, so daß die Enden der Dosierwalze 14 sich über die Enden der Übertragungswalze
12 hinauserstrecken. Die Übertragungswalze 12 ist vorzugsweise länger als die Auftragswalze
10, welche wiederum länger als die Formwalze 90 ist, um die Ansammlung überflüssiger
Farbe benachbart zu den Enden der Formwalze 90 so klein wie möglich zu halten.
[0035] Die Formwalze 90 wird vorzugsweise mit gleicher Länge zugeschnitten wie die Druckplatte,
um eine Ansammlung überschüssiger Farbe zu verhindern, welche sich auf der Formwalze
aufbauen könnte, wenn diese länger als die Druckplatte wäre.
[0036] Die Auftragswalze 10 besitzt eine harte, glatte Oberfläche ähnlich derjenigen der
Dosierwalze 14.
[0037] Wie aus Fig. 1 der Zeichnung erkennbar ist, ist die Übertragungswalze 12 vorzugsweise
in einem durch Druckeingriff mit der Auftragswalze 10 eingedrückten Zustand. Die Auftragswalze
10 besitzt vorzugsweise einen rohrförmigen Metallkern, an dessen Enden Stummelwalzen
angeordnet sind, die sich nach außen erstrecken und in nicht dargestellten Lagern
gelagert sind, welche von den Seitenrahmen 2, 4 getragen werden und Mittel aufweisen,
um die Übertragungswalze 10 in eindrückenden Druckeingriff mit der Formwalze 90 zu
bringen.
[0038] Die Formwalze 90 wird vorzugsweise durch ein Zahnrad 90a angetrieben, welches mit
einem Zahnrad 90b kämmt, das mit der Druckmaschine angetrieben ist. Sie besitzt einen
glatten, elastisch nachgiebigen äußeren Überzug.
[0039] Eine Farbvorratswalze 94a, die vorzugsweise als Schwingwalze ausgebildet ist, entfernt
Farbe von Abschnitten 128" eines Farbfilms 128 auf der Oberfläche der Formwalze 90
und fügt Farbe den farbmäßig ausgedeuteten Abschnitten 128
1hinzu, wobei sie auf diese Weise einen gleichmäßigen Farbfilm auf der Oberfläche der
Formwalze 90 bildet, der sich vom Spalt 120 zum Spalt A bewegt.
[0040] Eine zweite Farbvorratswalze 94b, die ähnlich der Farbvorratswalze 94a ausgebildet
ist, ist zwischen dem Plattenzylinder P und dem Feuchtwerk 200 angeordnet, um den
Farbfilm beim Rücklauf von der Formwalze zu glätten, wie weiter unten noch ausführlich
erläutert ist.
[0041] Eine vorzugsweise als Schwingwalze ausgebildete Konditionierwalze 86 ist drehbar
auf einer Welle 86a in Blöcken 86d abgestützt und konditioniert und glättet die Oberfläche
des Farbfilms 100, um den Film aufnahmefähiger für die Annahme von Feuchtflüssigkeit
zu machen. Schrauben 86b und 86c drücken die Blöcke 86d und damit die Konditionierwalze
86 in eindrückenden Druckeingriff mit der Formwalze 90. Die Oberfläche der Konditionierwalze
86 besteht vorzugsweise aus einem ähnlichen Material wie diejenige der Formwalze 90,
so daß die Oberfläche die gleiche Affinität für Farbe aufweist wie die Oberfläche
der Formwalze 90.
[0042] Wenn der Farbfilm 100 aus dem Spalt A zwischen der Formwalze und der Auftragswalze
10 herauskommt, ist er geschlichtet und kalandriert. Ein geschlichteter Farbfilm ist
nicht sonderlich aufnahmefähig für Feuchtflüssigkeit, so daß die Oberflächenspannung
der Farbmoleküle die vom Feuchtwerk 200 aufgebrachte dünne Feuchtflüssigkeitsschicht
zurückweisen kann. Die Konditionierwalze 86 nimmt einen Teil des Farbfilms 100 auf
und teilt diesen mithin in einen Film 100' auf der Konditionierwalze 86 und einen
auf der Formwalze verbleibenden Film 100a, der ein mattes Finish mit mikroskopisch
kleinen Einsenkungen aufweist. Dieses matte Finish auf dem Film 100a nimmt williger
die dünne Schicht von Feuchtflüssigkeit an, und zwar aufgrund der molekularen Anziehung,
die nunmehr größer ist als die Oberflächenspannung der einen Film 216 bildenden Feuchtflüssigkeit.
[0043] Die Konditionierwalze 86 und die Farbvorratswalze 94a und 94b besitzen vorzugsweise
derartige Durchmesser, daß bei ihrer Drehung die Farbe ordnungsgemäß auf die Formwalze
90 aufgebracht bzw. von ihr abgenommen bzw. neu verteilt wird.
[0044] Die als Schwingwalzen ausgebildeten Walzen 86, 94a und 94b sind bevorzugt mit nicht
dargestellten Antrieben versehen, mittels derer die Walzen in Längsrichtung hin- und
herzubewegen sind. Geeignete Schwingantriebe dieser Art sind in der Drucktechnologie
hinreichend bekannt, so daß eine eingehende Beschreibung nicht erforderlich erscheint.
Eine Drehung wird durch Reibungskontakt mit benachbarten Oberflächen erzeugt.
[0045] Das Feuchtwerk 200 ist in Fig. 1 schematisch dargestellt. Es besitzt eine hydrophile
Übertragungswalze 210 auf einer Welle 210a und eine elastische Dosierwalze 212 auf
einer Welle 212a, die an dem Farbwerk 1 in ähnlicher Weise montiert ist, wie dieses
in der US-PS 39 37 141 beschrieben ist. Die Dosierwalze 212 dosiert Feuchtflüssigkeit
214a aus einer Wanne 214 auf die Übertragungswalze 210 durch einen Spalt Na. Der durch
den Druck zwischen den Walzen 210 und 212 eingestellte bzw. gesteuerte Wasserfilm
bildet eine dünne Feuchtflüssigkeitsschicht 204, welche durch den Feuchtflüssigkeits-
übertragungsspalt 106a auf das matte Finish des Farbfilms 100a auf der Oberfläche
der Formwalze 90 dosiert wird.
[0046] Die Dosierwalze 212 wird von einem geschwindigkeitsveränderlichen, reversierbaren
Motor 269 angetrieben. Wie in Fig. 6 dargestellt ist, sind die Widerstände 84 und
284 mit einer elektrischen Energiequelle verbunden, sowie mit einem Paar gekoppelter
zweipoliger Umschalter 81a und 81b, um die Drehrichtung der Motoren 69 und 269 zu
steuern. Die Betriebs- und Funktionsweise der vorstehend beschriebenen Vorrichtung
ist wie folgt:
[0047] Der Druck zwischen den Enden der Übertragungswalze 12 und der Dosierwalze 14 wird
durch Drehen der Druckeinstellschrauben 42 eingestellt.
[0048] Da lange Walzen, die unter Druck zusammengepreßt werden, zu einem Verbiegen neigen,
ist der benachbart zu den Mitten der Walzen vorhandene Druck geringer als der Druck
an ihren Endabschnitten. Der Druck in Längsrichtung der Walzen 12 und 14 wird durch
Drehung der Einstellschraube 50 und Drehung des Schrägstellungsarms 28 um die Achse
der Übertragungswalze 12 in eine Stellung eingestellt, in welcher eine gewünschte
Druckverteilung über die Länge der Walzen 12 und 14 vorhanden ist.
[0049] Die Einstellschraube 5a wird in Stellung gebracht, um mit den Kipphebeln 16 und 18
in Eingriff zu kommen und einen gewünschten Druck zwischen der übertragungswalze 12
und der Auftragswalze 10 einzustellen.
[0050] Die Umfangsgeschwindigkeiten der Walzen 12 und 14 werden durch Betätigung des Widerstandes
84 eingestellt, wie dieses weiter oben beschrieben ist.
[0051] Das Feuchtwerk 200 wird auf ähnliche Weise eingestellt, wie das Farbwerk 1.
[0052] Zum Zwecke einer graphischen Darstellung der neuen Funktion und verfahrensmäßigen
Ergebnisse der dargestellten vorstehend beschriebenen Vorrichtung, ist in Fig. 1 eine
schematische Darstellung der Dosierwalze 14, der Übertragungswalze 12, der Auftragswalze
10 und der Formwalze 19 dargestellt. Die Farb- und Wasserfilme sind zur deutlicheren
Darstellung übertrieben stark dargestellt.
[0053] Wie in Fig. 1 dargestellt ist, handelt es sich bei der Dosierwalze 14, wenn diese
vorgesehen ist, um Farbe auf eine Druckplatte 112 zu übertragen, vorzugsweise um eine
Walze mit harter, glatter Oberfläche 14c, deren Unterseite in die in der Farbwanne
14b vorhandene Farbe 14a eingetaucht ist. Die Dosierwalze 14 ist drehbar in gegenseitigem
eindrückenden Druckeingriff mit der Übertragungswalze 12 gelagert, wobei der Druck
zwischen einander benachbarten Walzenoberflächen durch die Einstellschrauben 42 eingestellt
wird, wie oben beschrieben ist, so daß die Oberfläche der Übertragungswalze 12 am
Farbdosierspalt N durch die Oberfläche der Walze 14 regelrecht eingedrückt ist.
[0054] Wenn sich die Oberfläche der Walze 14 drehend zum Farbdosierspalt N zwischen den
Walzen 10 und 12 hin bewegt, wird eine verhältnismäßig dicke Farbschicht 101 aufgenommen
und auf die Oberfläche der Walze 14 gebracht. Am Tangentialpunkt des Farbdosierspaltes
N zwischen den Walzen 12 und 14 baut sich ein Farbwulst 102 auf, der einen Farbüberschuß
bildet. Die Größe der den Farbwulst 102 bildenden überschüssigen Farbmenge wird dadurch
reguliert, daß überschüssige Farbe in die Farbwanne zurückfließt. Der Farbwulst 102
bildet ein Reservoir, aus dem Farbe durch die Übertragungswalze 12 abgezogen wird.
Wenn die Walzen 12 und 14 sich unter gegenseitigem eindrückenden Druckeingriff drehen,
wird eine Farbschicht zwischen den benachbarten Oberflächen aufgeteilt und/oder zugemessen,
die durch eine dünne schmierende Farbschicht 103 voneinander getrennt sind. Da die
Auftragswalze 12 eine glatte ole
qphile. Oberfläche besitzt, haftet ein Teil des Films 103 auf der Oberfläche der Walze
12 und bildet einen Film 104. Der verbleibende Teil 105 auf der Oberfläche 14c wird
zur Farbwanne 14d zurückgeführt. Der Farbfilm 104 wird sodann durch die drehende Quetschwirkung
zwischen den Walzen 12 und 14 an der Tangentiallinie am Farbdosierspalt N verteilt.
Am Spalt T ist zu erkennen, daß die Auftragswalze 10 in die elastisch nachgiebige
Oberfläche der Übertragungswalze 12 eingedrückt ist, und daß der Farbfilm 104 auf
der Übertragungswalze 12 mit dem Farbfilm 107 auf der Auftragswalze 10 in Berührung
kommt. Die Außenseite des Farbfilms 104 und die Außenseite des Farbfilms 107 auf der
Auftragswalze 10 werden zusammengedrückt und rufen eine hydraulische Verbindung zwischen
den Walzen 10 und 12 hervor, wenn diese eng benachbart zueinander drehen, wobei indes
kein physischer Kontakt zwischen den Walzenoberflächen stattfindet.
[0055] Es ist wichtig festzustellen, daß der relativ dicke Farbfilm 104 den Walzen 10 und
12 gestattet, mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten zu rotieren, wie weiter unten
noch erläutert wird.
[0056] Vorzugsweise wird die Auftragswalze 10 durch die Formwalze 90 angetrieben, welche
über das Zahnrad 90a mit der gleichen Umfangsgeschwindigkeit dreht, wie die Druckplatte
112, und dreht sich mit größerer Umfangsgeschwindigkeit als die Walze 12. Durch Regulierung
der Umfangsgeschwindigkeitsdifferenz zwischen der Übertragungswalze 12 und der Auftragswalze
10 kann die auf die Auftragswalze 10 übertragene und auf die Formwalze 90 aufgebrachte
Farbmenge reguliert werden.
[0057] Innerhalb bestimmter Grenzen gilt, wie weiter unten noch eingehender erläutert wird,
daß bei Steigerung der Umfangsgeschwindigkeit der Übertragungswalze 12 der am Farbübertragungsspalt
10 dargebotene Farbfilm schneller anwächst, so daß mehr Farbe auf die Oberfläche der
Auftragswalze 10, der Formwalze 90 und der lithographischen Druckplatte 112 übertragen
wird, und daß das Umgekehrte gilt, wenn die Umfangsgeschwindigkeit der Walze 10 herabgesetzt
wird.
[0058] Der Farbfilm zwischen den einander benachbarten Oberflächenabschnitten der Walzen
10 und 12 gestattet es, den Walzen mit unterschiedlicher Umfangsgeschwindigkeit relativ
zueinander gleitend gedreht zu werden, da der Farbfilm 104 eine Schmierung schafft,
die einen Schlupf zwischen den jeweils einander benachbarten Oberflächenabschnitten
der Walzen 10 und 12 ohne reibungsbedingte Beschädigung oder gar Zerstörung bewirkt.
Aufgrund des Schlupfes zwischen den Walzen 10 und 12 wird der Farbfilm dosiert, d.h.
zugemessen und verteilt, und zwar durch Aufteilung der Farbe zwischen den einander
benachbarten Oberflächenabschnitten der Walzen 10 und 12, um auf diese Weise den Farbfilm
106a zu bilden. Die Dicke des Farbfilms 106a wird durch den Druck zwischen der Dosierwalze-14
und der Übertragungswalze 12 sowie die Geschwindigkeit der Übertragungswalze 12 gesteuert.
[0059] Wenn man einmal annimmt, daß ein eine Einheit dicker Farbfilm auf die Bildabschnitte
der Druckplatte aufgebracht wird, so ist der Farbfilm 216 auf der Formwalze wahrscheinlich
etwa zwei Einheiten dick, wobei die Hälfte auf die Druckplatte 112 übertragen wird
und die andere Hälfte als Film 128' auf der Formwalze 90 verbleibt. Wenn der Film
100 gleich dem Film 216 ist, so würde der Film 106a drei Einheiten dick sein, da der
Film 100 und der Film 107 annähernd gleiche Dicke besitzen, weil der Film 128' mit
dem Film 106a am Spalt A kombiniert wird. Wenn man annimmt, daß kein Schlupf vorhanden
ist, so würde der Film 104 vier Einheiten dick sein und der Film 106b drei Einheiten
dick. Daraus ist erkennbar, daß 33 % der Farbe von der Auftragswalze 10 am Spalt A
entfernt werden, während nur 25 % von der übertragungswalze 12 am Spalt T entfernt
werden, und daß am Spalt T mehr Farbe für die Schmierung vorhanden ist als am Spalt
A. Beim Schlupf zwischen den Walzenoberflächen am Spalt T wird weniger Leistung erforderlich
als am Spalt A.
[0060] Die Übertragungswalze 12 wird vorzugsweise mit einer Umfangsgeschwindigkeit angetrieben,
die beispielsweise einige hundert Fuß/min langsamer ist als die Umfangsgeschwindigkeit
der Auftragswalze 10 und der Formwalze 90.
[0061] Wenn sich beispielsweise durch eine Druckmaschine Papiermit einer Geschwindigkeit
von 1200 Fuß/min bewegt, besitzen normalerweise die Druckplatte 112, die Formwalze
90 und die Auftragswalze 10 Umfangsgeschwindigkeiten von 1200 Fuß/min. Die Übertragungswalze
10 würde vorzugsweise mit einer Umfangsgeschwindigkeit drehen, die weniger als 240
Fuß/min beträgt.
[0062] Die Farbfilme 106a und 130 werden im Farbauftragsspalt A kombiniert bzw. zusammengeführt
und auch gespalten, wenn die Walzen 10 und 90 vom Farbauftragsspalt A weggedreht werden.
Der frische Farbfilm 100 haftet an der Oberfläche der Formwalze 90. Farbe, die von
der Formwalze 90 zurückgewiesen worden ist, bildet einen zurückgeführten Farbfilm
107, der geringfügig ungleichmäßig sein kann, und der an der Oberfläche der Auftragswalze
10 haftet und zum Spalt T zurückgefördert wird, um erneut zugemessen bzw. dosiert
zu werden.
[0063] Die Konditionierwalze 86 spaltet den Film 100 auf, indem sie einen Film 100' aufnimmt
und ein mattes Finish auf den Film 100a bildet. Irgendwelche Ungleichmäßigkeiten des
Films 100 werden ausgeglichen, so daß ein Film 100a von sehr gleichmäßiger Dicke gebildet
wird. Die Grenzspannung zwischen der Außenseite des weniger viskosen Feuchtflüssigkeitsfilms
204 bewirkt aufgrund molekularer Anziehung zwischen der Oberfläche des viskosen Farbfilms
100a, daß ein Teil 216 des glatten und regelmäßigen Feuchtflüssigkeitsfilms 204 der
Oberfläche des Farbfilms 100a hinzufügt wird, der wiederum auf die Platte übertragen
wird, und zwar an der Berührungslinie zwischen der Platte 112 und der Formwalze 90
am Farbspalt 120.
[0064] Die lithographische Druckplatte 112 besitzt hydrophile bzw. wasserfreundliche Nicht-Bild-Abschnitte
und oleophile bzw. farbempfängliche Bildabschnitte 122, die auf der Oberfläche ausgebildet
sind. Wenn die Druckplatte 112 mit erhabenen Bildflächen versehen ist, würde das Feuchtwerk
200 nicht benötigt, um eine Übertragung von Farbe auf Nicht-Bild-Abschnitte zu verhindern.
[0065] Am Spalt 120 zwischen der Formwalze 90 und der Druckplatte 112 wird der Farbfilm
100 bzw. 216 aufgespalten und bildet dünne Filme 125 aus Farbe und Wasser über den
oleophilen Abschnitten 122 auf der Druckplatte. Wenn Feuchtflüssigkeit aufgebracht
wird, wird die Feuchtflüssigkeitsschicht 216 auf und in dem Farbfilm 100 getragen
und außerdem verteilt, um einen dünnen Film 216 von Feuchtflüssigkeit über den hydrophilen
Abschnitten 121 der Druckplatte zu bilden. Eine nicht beachtliche Feuchtflüssigkeitsmenge
verbleibt auf der Oberfläche der Formwalze 90, welche sich von dem Spalt 120 wegbewegt.
Doch diese verbleibende Feuchtflüssigkeit wird mit dem Farbfilm 128 auf den Farbfilm
130a auf der Farbvorratsrolle 94a übertragen, wo die Feuchtflüssigkeit ausgeschieden
und/oder evaporiert werden kann, und zwar in einem solchen Ausmaß, daß sie auf das
Farbsystem keinerlei Auswirkung hat.
[0066] Die Farbe des auf der Formwalze 90 verbleibenden Films 128 wird mit dem Farbfilm
130a auf der Farbvorratswalze 94 kombiniert bzw. zusammengeführt und auf der Walze
94a aufgeteilt und gesammelt. Die Farbe auf der Walze 94a wird den ausgebeuteten Abschnitten
128' des Films 128 zugeführt, so daß auf diese Weise der bekannte Effekt sogenannter
Geisterbilder bezüglich des Films 128 dadurch reduziert wird, daß ein gleichmäßigerer
Film 130 gebildet wird, bevor ein Wiedereintritt in den Spalt A erfolgt. Die Feuchtflüssigkeitsschicht
216 wird im wesentlichen auf gleiche Weise aufgebracht. Ein Feuchtflüssigkeitsüberschuß
201 wird einem Feuchtflüssigkeitswulst 202 zugeführt, um den Feuchtflüssigkeitsfilm
204 zu bilden, der im Spalt 106a auf den Farbfilm 100a auf der Formwalze 90 aufgetragen
wird. Ein Feuchtflüssigkeitsfilm 217 wird zum Feuchtflüssigkeitswulst 202 zurückgeführt,
um am Spalt Na erneut zugemessen bzw. dosiert zu werden.
[0067] Aus dem Vorherigen dürfte erkennbar sein, daß die erfindungsgemäße Vorrichtung zum
Aufbringen von Farbe in einem Drucksystem die Möglichkeit bietet, die Dosierung am
Farbdosierspalt N zu steuern, um einen Farbfilm 104 von genau gesteuerter Dicke zu
schaffen, indem der Druck zwischen der Übertragungswalze 12 und der Dosierwalze 14
eingestellt wird, und indem weiterhin die Umfangsgeschwindigkeiten der Walzen relativ
zueinander gesteuert werden.Es wird das Ausmaß gesteuert, zu dem der dosierte Farbfilm
104 dem Film 107 auf der Auftragswalze 10 am Farbdosierspalt T dargeboten, und auch
die hydraulische Kraft, um die gewünschte Farbdicke zu erhalten.
[0068] Fig. 4 zeigt ein Paar Farbwerke 1 in einer Standardanordnung für einen Druck auf
beiden Seiten einer Bahn W. Eine Druckstation U besitzt normalerweise ein Paar Druckeinheiten
C, die jeweils ein Farbwerk 1 und ein Feuchtwerk 200 besitzen. Wenn es notwendig ist,
zwei Farben auf einer Seite der Bahn W zu drucken, muß die rechte Druckeinheit C,
wie in Fig. 5 dargestellt, reversiert werden, so daß die Bahn W zum Druck auf einer
einzigen Seite durch die Druckstation geführt werden kann. Bei Reversierung der Drehrichtung
der Formwalze 90 wird die Feuchtflüssigkeit auf den dünnen "Geister-Farbfilm" aufgetragen,
welcher die Druckplatte 112 verläßt, nachdem die Farbvorratswalze 94b den Farbfilm
in einem gewissen Ausmaß geglättet hat. Ein frischer Farbvorrat wird der Feuchtflüssigkeit
und Farbe auf der Formwalze 90 zugeführt, wenn die Formwalze 90 sich durch den Spalt
A bewegt. Die Einheit C kann demgemäß auf einfache Weise durch Reversieren des Antriebes
der Einheit und der Motoren 69 und 269 reversiert werden. Es ist ersichtlich, daß
die in Fig. 1 dargestellten Farb- und Feuchtflüssigkeitsfilme eine Standarddruckeinheit
repräsentieren, die sich in normaler Stardardrichtung bewegt
/und daß die Filme sich örtlich von den dargestellten ändern würden, wenn die Druckeinheit
reversiert werden würde, um zunächst Feuchtflüssigkeit und sodann Farbe auf die Feuchtflüssigkeit
aufzubringen.
[0069] Bezugnehmend auf Fig. 1 sei noch ausgeführt, daß das erfindungsgemäß verbesserte
Verfahren zum Dosieren von Farbe allgemein gesprochen die Schritte umfaßt, eine Dosierwalze
14 und eine Übertragungswalze 12 in gegenseitigem eindrückendem Druckeingriff zu-positiönieren,
um einen Farbdosierspalt N zu bilden, und die Farbdosierwalze 14 sowie die Farbübertragungswalze
12 so zu drehen, daß einander benachbarte Oberflächenabschnitte sich in der gleichen
Richtung bewegen, um einen Farbfilm 104 auf der Übertragungswalze 14 zu bilden. Die
Auftragswalze 10 wird in eindrückendem gegenseitigem Druckeingriff mit der elastisch
nachgiebigen Formwalze 90 und der Farbübertragungswalze 14 positioniert und gedreht,
so daß ihre Oberflächengeschwindigkeit im wesentlichen gleich der Oberflächengeschwindigkeit
der Formwalze 90 und der Druckplatte 112 ist. Die Übertragungswalze wird so gedreht,
daß ihre Oberflächengeschwindigkeit wesentlich kleiner ist als die Oberflächengeschwindigkeit
der Farbauftragswalze 10, beispielsweise weniger als 20%, um sicherzustellen, daß
sich keine Farbe an dem gefluteten Farbübertragungsspalt T ansammelt.
[0070] Die elastische Übertragungswalze 12 wird mit einer Oberflächengeschwindigkeit gedreht,
die kleiner ist als die Oberflächengeschwindigkeit der harten Auftragswalze, um denjenigen
Abschnitt der elastisch nachgiebigen Oberfläche der Übertragungswalze 12, der sich
zum Farbübertragungsspalt T bewegt, unter Spannung zu halten. Der Radius des Abschnittes
der elastisch nachgiebigen Oberfläche der Übertragungswalze 12, welcher in den Farbübertragungsspalt
T eintritt, ist vermutlich kleiner als der Radius des Abschnittes, der den Farbübertragungsspalt
T verläßt. Demgemäß wird keine Leistung verbraucht, um die elastische Walzenoberfläche
in unnötiger Weise zu verformen.
[0071] Die Übertragungswalze 12 und die Auftragswalze 10 besitzen einen kleineren Radius
als die Formwalze, so daß die Breite des Übertragungsspaltes T kleiner ist als die
Breite des Auftragsspaltes A, wenn die Oberfläche der Übertragungswalze mit gleichem
Abstand in die Formwalze 90 am Auftragsspalt A und in die Übertragungswalze 12 am
Übertragungsspalt T eingedrückt wird.
Bezugszeichenliste
[0072]
1 Farbwerk
2 Seitenrahmen
3 Seitenrahmen
5 Anschläge 5a - Einstellschrauben
6 Anschläge 6a - Einstellschrauben
10 Farbauftragswalze
12 Farbübertragungswalze 12c - elastischer Überzug
14 Farbdruckwalze 14a - Farbe, 14b - Farbwanne 14c - Oberfläche (von 14)
16 Kipphebel
18 Kipphebel
20 Stummelwelle
22 Stummelwelle
24 Kippzylinder
26 Kippzylinder
28 Schrägstellungsarm 28a - Nut
30 Stummelwelle
31 Stummelwelle
32 Stummelwelle
35 Blöcke
36 Blöcke
38 Lager
39 Lager
40 Federn
42 Einstellschraube
44 Stummelwelle
46 Stummelwelle
50 Einstellschraube
52 52a, 52b - Schwenkblock
54 Vorsprung
56 Vorsprung
58 Welle
60 Zahnrad
61 Paßfeder
62 Zahnrad
69 Motor
71 Zahnrad
80 Leitung
81 81a, 81b - Umschalter
84 Widerstand
86 Konditionierwalze 86a - Welle, 86b - Schraube 86d - Blöcke,86c - Schraube
90 Formwalze 90a, 90b - Zahnrad
94 94a, 94b - Farbvorratswalze
100 Farbfilm 100a, 100' - Farbfilm
101 Farbschicht
102 Farbwulst
103 Farbschicht
104 Farbfilm (auf 12)
105 Farbfilm
106 106a - Spalt
107 Farbfilm (auf 10)
112 Druckplatte
120 Spalt
121 Nicht-Bild-Abschnitte (auf 42)
122 Bildabschnitte (auf 112)
125 Film
128 Farbfilm (auf 90) 128 - Abschnitte (von 128) 128" - Abschnitte (von 128)
130a Farbfilm (auf 94a)
200 Feuchtwerk
201 Feuchtflüssigkeitsüberschuß
202 Feuchtflüssigkeitswulst
204 Feuchtflüssigkeitsschicht
210 Übertragungswalze (von 200) 210a - Welle
212 Dosierwalze (von 200) 212a - Welle
214 Wanne 214a - Feuchtflüssigkeit
216 Feuchtflüssigkeitsfilm
217 Feuchtflüssigkeitsfilm
A Spalt (10/90)
C Druckeinheiten
N Farbdosierspalt (10/12)
Na Spalt
P Plattenzylinder
U Druckstation
W Bahn
1. Verfahren zum Dosieren von Druckfarbe, die mittels einer Formwalze mit elastischer
Oberfläche auf eine Druckplatte aufzubringen ist, wobei die elastische Formwalze mit
einer Oberflächenumfangsgeschwindigkeit gedreht wird, die im wesentlichen gleich der
Oberflächenumfangsgeschwindigkeit der Druckplatte ist, dadurch gekennzeichnet, daß
eine Dosierwalze und eine Übertragungswalze zur Bildung eines Farbdosierspaltes in
gegenseitigem eindrückenden Druckeingriff angeordnet werden; daß dem Dosierspalt Farbe
zugeführt wird; daß die Dosierwalze und die Übertragungswalze zwecks Bildung eines
Farbfilms auf der Übertragungswalze so gedreht werden, daß sich die einander benachbarten
Oberflächenabschnitte in gleicher Richtung bewegen; daß eine Farbauftragswalze in
gegenseitigem eindrückenden Druckeingriff mit der elastischen Formwalze und der Übertragungswalze
angeordnet werden; und daß die Farbübertragungswalze so gedreht wird, daß ihre Oberflächenumfangsgeschwindigkeit
kleiner ist als die Oberflächenumfangsgeschwindigkeit der Farbauftragswalze.
2. Farbwerk für eine Druckmaschine, bei welcher Druckfarbe niedriger Viskosität auf
eine Druckplatte gebracht wird, gekennzeichnet durch eine Formwalze (90) mit elastischer
Oberfläche; einen Antrieb (90a, 90b) für die Formwalze (90); eine Auftragswalze (10)
mit einer harten Oberfläche; Mittel, mit denen die harte Oberfläche der Auftragswalze
(10) mit der elastischen Oberfläche der Formwalze (90) in eindrückenden Druckeingriff
zu bringen ist, um einen Auftragsspalt (A) zu bilden; eine Übertragungswalze (12)
mit elastischer Oberfläche; Mittel, mit denen ein Farbfilm (106b) auf der elastischen
Oberfläche der Übertragungswalze (12) zu bilden ist; Mittel, mit denen die harte Oberfläche
der Auftragswalze (10) in gegenseitigem eindrückenden Druckeingriff mit der Übertragungswalze
(12) zu bringen ist, um einen Farbübertragungsspalt (N) zu bilden; und Mittel (69)
zum Drehen der Übertragungswalze (12) mit einer Oberflächenumfangsgeschwindigkeit,
die kleiner ist als die Oberflächenumfangsgeschwindigkeit der Auftragswalze (10).
3. Farbwerk nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,' daß die Übertragungswalze (12)
und die Auftragswalze (10) einen kleineren Durchmesser aufweisen als die Formwalze
(90), so daß die Breite des übertragungsspaltes (T) kleiner ist als die Breite des
Auftragsspaltes (A), wenn die Übertragungswalze (12) um einen gleichen Abstand in
die Formwalze (90) am Auftragsspalt (A) und in die Übertragungswalze (12) am Übertragungsspalt
(T) eingedrückt ist.
4. Farbwerk nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Mittel zum Bilden
eines Farbfilms (106b) auf der elastischen Oberfläche der Übertragungswalze (12) eine
Dosierwalze (14) mit harter Oberfläche aufweist, die unter gegenseitigem eindrückenden
Druckeingriff mit der Übertragungswalze (12) im Eingriff steht, sowie Mittel (60,
62, 69) zum Drehen der Dosierwalze (14) und der Übertragungswalze (12) derart, daß
einander benachbarte Oberflächenabschnitte sich in gleicher Richtung bewegen.
5. Farbwerk nach einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß der Antrieb (69) zum Drehen der Übertragungswalze (12) drehzahlveränderlich ist.
6. Farbwerk nach einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Auftragswalze (10) eine Zwischenwalze ist, die am Auftragsspalt (A) von der
Formwalze (90) angetrieben ist.
7. Farbwerk nach einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß eine erste Farbvorratswalze (94a) vorhanden ist, die in gegenseitigem eindrückenden
Druckeingriff mit der Formwalze (90) steht, um überschüssige Farbe von dem Abschnitt
der Oberfläche der Formwalze (90) zu entfernen, der sich aus dem Berührungskontakt
mit der Druckplatte (112) zum Auftragsspalt (A) hin bewegt und diese entfernte überflüssige
Farbe Oberflächenabschnitten der Formwalze (90) zuführt, denen Farbe entnommen ist;
und daß eine zweite Farbvorratswalze (94b) vorhanden ist, die in gegenseitigem eindrückenden
Druckeingriff mit dem Abschnitt der Formwalze (90) steht, der sich von dem Auftragsspalt
(A) zur Druckplatte (112) hin bewegt.