[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Stützelement für medizinische Lagerungszwecke
mit einer Füllung aus einem Gemisch von weichen, nachgiebigen Schaumstoffkörpern und
festen Kunststoff-perlen.
[0002] Aus dem DE-U-1 889 521 sind Füllpolster bekannt, deren das Polstermaterial aufnehmendes
Inlett in einzelne Abschnitte, sogenannte Pfeifen, unterteilt ist, wobei diese Pfeifen
mit einem Druck von etwa 4 bis 5 bar mit dem eigentlichen Füllmaterial gefüllt werden.
Das Füllmaterial besteht aus Schaumstoffperlen, vorzugsweise Polystyrol-Perlen einer
mittleren Größe von 3 mm Durchmesser, denen entweder Fasern aus Wolle oder Polyamid
od. dgl. oder Schaumstoff-Flocken beigemischt werden können, die aus Polystyrol oder
aus Polyurethan bestehen sollen. Allein durch die Art des Füllens mit hohem Druck
wird ein stramm gefüllter, kissenartiger Körper erzielt, der sich durch eine bemerkenswerte
Wärmespeicherung und eine gleichmäßige Wärmehaltung auszeichnen soll und u. a. auch
bei Rheuma, Bandscheibenschäden, Hämorrhoidalleiden u. dgl. Anwendung finden kann.
[0003] Als Stützelement für medizinische Lagerungszwecke haben derartige bekannte Kissen
keinen Eingang in der Praxis gefunden, da sie nicht ausreichend modellierbar und zugleich
weich sind und nicht die bei Lagerungskissen erforderliche gute Belüftung durch ununterbrochene
Luftzirkulation aufweisen.
[0004] Die Polstermöbel-Industrie hat für einen kurzen Zeitraum Polsterkissen aus Flocken
in Mischung mit Perlen eingesetzt. Die Perlen sollten dabei den bekannten Klumpungs-
und Zerreibungseffekt der Flocken verhindern. Es erfolgt jedoch nach einer gewissen
Zeit eine Trennung zwischen Flocken und Perlen, so daß Verklumpungen nicht zu verhindern
waren. Durch die zerstörten Poren zermahlt sich die Flocke, wird teilweise zu Abrieb
und reduziert dadurch die Füllkraft, wodurch eine Verminderung des Füllvolumens eintritt.
Hierdurch wird auch die Beweglichkeit und damit die Formbarkeit und außerdem die Luftzirkulation
verschlechtert.
[0005] Die Beibehaltung aller dieser wesentlichen Eigenschaften eines guten Kissens oder
Stützelementes sind jedoch gerade im medizinischen Lagerungsbereich Voraussetzung.
[0006] Die angeführten Fasern neigen zu « Verknotungseffekten •. Sie sind häufig nicht mehr
auflösbar und somit nicht fließend modellierbar.
[0007] Man hat diese Nachteile erkannt und insbesondere für den Einsatz auf medizinischem
Gebiet vorgeschlagen (DE-C-1 554 031 Stützkörper so auszubilden, daß die die Schaumstoffperlen
aufnehmende Hülle mit diesen Schaumstoffperlen nur teilweise gefüllt wird, wobei ausschließlich
Schaumstoffperlen als Füllmaterial zum Einsatz kommen. Die hygroskopischen Eigenschaften
derartiger Schaumstoffperlen sind gerade für den medizinischen Einsatzzweck von Vorteil.
Sie gewährleisten eine gewisse Ventilation. Sie tragen den statischen Verhältnissen
der Lagerung eines Patienten oder eines bestimmten Körperteiles Rechnung, lassen aber
Bewegungen des Patienten oder des betreffenden Körperteiles zu. Schließlich bilden
derartige Schaumstoffperlen keinen Nährboden für Bakterien und ballen sich nicht zusammen.
Derartige Kissen sind daher seit langem in der Praxis im Einsatz.
[0008] Als nachteilig wird bei diesen Kissen empfunden, daß sie relativ hart sind und damit
bei längerem Benutzen, insbesondere bei älteren Patienten oder sehr empfindlichen,
z. B. gelähmten Patienten zu Hautreizungen führen können.
[0009] Bei der Auswahl der Größe der die Füllung bildenden Perlen ist man einerseits bestrebt,
die Perlengröße möglichst niedrig zu halten, um dadurch Druckpunkte durch einzelne
vorstehende Schaumstoffperlen zu vermeiden. Je kleiner aber die Perlen sind, um so
geringer ist die Ventilationsmöglichkeit des Stützelementes, so daß man gezwungen
ist, hier einen Mittelweg zu beschrei- . ten, der aber dazu führt, daß bei länger
bettlägerigen Patienten die Perlengröße, die zwar eine gewisse Ventilation gewährleistet,
zu Druckstellen führt.
[0010] Die die Füllung des Kissens bildenden Perlen bestehen aus einem festen Schaumstoff.
Dies führt dazu, daß bei Bewegungen des Patienten ein Geräusch durch das Aneinanderreiben
der Perlen entsteht, was insbesondere bei postoperativen Lagerungen störend empfunden
wird, insbesondere auch dann, wenn der Patient nicht allein liegt.
[0011] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Stützelement zu schaffen, das ausreichend
modellierbar, jedoch zugleich weich ist, das nicht nur eine gewisse Ventilation, sondern
eine gute Belüftung durch ununterbrochene Luftzirkulation aufweist, das nicht zu Druckreizungen
führt und bei dem bei Bewegungen des Patienten ein Raschein vermieden wird, wobei
die vorteilhaften Eigenschaften der bisher bekannten Kissen, nämlich daß ein Zusammenballen
der Füllung vermieden wird, beibehalten werden sollen.
[0012] Diese der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird dadurch gelöst, daß als Schaumstoffkörper
an sich bekannte Kantstäbchen aus Polyätherschaum verwendet werden, deren sämtliche
Seitenflächen Schnittflächen bilden, wobei ca. 50 Vol.- % Kantstäbchen und ca. 50
Vol.- % Perlen das Mischungsverhältnis bilden und das Gesamt-Füllvolumen des Stützelementes
70-80 % beträgt.
[0013] Vorzugsweise ist die Breite der Kantstäbchen nicht größer als 10 mm und die maximale
Länge überschreitet nicht das Fünffache der maximalen Breite.
[0014] Das Stützelement kann kissenartig, matratzenartig oder in sonstiger Weise ausgebildet
sein.
[0015] Kantstäbchen sind beispielsweise aus der DE-B-2 602 706 bekannt. In überraschender
Weise wurde aber gefunden, daß durch die Mischung dieser Kantstäbchen mit an sich
bekannten Kunststoffperlen ein Füllmaterial erreichbar ist, das modellierbar und zugleich
weich ist und das stützt, ohne daß es Reizwirkungen auf die Haut des Patienten ausübt.
Die Kombination von Kantstäbchen aus Polyätherschaum und Kunststoff-perlen, z. B.
Polystyrol-Perlen, bewirkt, daß die Stäbchen mühelos aneinander und an den Perlen
vorbeigleiten können. Es sind keine zerrissenen Poren an der Oberfläche des Kantstäbchens
vorhanden, also keine Widerstandsflächen oderecken, an denen sich Stäbchen oder Perlen
stauen können. Es erfolgt also ein ständiger fließender Mischvorgang, der, da die
Stäbchen relativ kurz sind, auch durch die Stablänge nicht behindert wird.
[0016] Durch diese erfindungsgemäße Mischung ist eine Füllung erreicht, die nicht klumpt
und die außerordentlich weich modellierbar ist, wobei durch die Polyätherstäbchen,
die praktisch nur aus Luftzellen bestehen, der Abstand zwischen den einzelnen Perlen
vergrößert wird. Diese Wirkung sowie die Luftzellen der Polyätherstäbchen sorgen für
eine gute Belüftung, ohne daß die Unterstützungseigenschaften des Kissens bzw. des
Stützelementes verschlechtert werden.
[0017] Die Mischung aus Polyätherstäbchen und Perlen verhindert zudem das bisher störende
Rascheln. Durch die Beimischung der Polyätherstäbchen wird letztlich eine elastischere
und somit schonendere Lagerung bzw. Unterstützung des Körperteiles bewirkt, als dies
bei den bekannten Lagerungskissen möglich ist.
1. Stützelement für medizinische Lagerungszwecke mit einer Füllung aus einem Gemisch
von weichen nachgiebigen Schaumstoffkörpern und festen Kunststoff-Perlen, dadurch
gekennzeichnet, daß als Schaumstoffkörper an sich bekannte Kantstäbchen aus Polyätherschaum
verwendet werden, deren sämtliche Seitenflächen Schnittflächen bilden, wobei ca. 50
Vol.-% Kantstäbchen und ca. 50 Vol.-% Perlen das Mischungsverhältnis bilden und das
Gesamt-Füllvolumen des Stützelementes 70 bis 80 % beträgt.
2. Stützelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge der Kantstäbchen
das Fünffache ihrer maximalen Breite von 10 mm nicht übersteigt.
1. Supporting element for use with medical support apparatus, with a filling comprising
a mixture of soft yielding foam plastic elements and solid synthetic plastic material
beads, characterised in that the foam plastic elements used are per se known small
polygonal rods of polyether foam all of whose side surfaces are as if formed by cutting,
and approximately 50 % by volume os small polygonal rods and approx. 50 % by volume
of beads constitute the mixture ratio, and the total filling volume of the supporting
element amounts to 70 to 80 %.
2. Supporting element according to claim 1, characterised in that the length of the
small polygonal rods does not exceed five times their maximum width of 10 mm.
1. Elément-support pour literie médicale ayant un matériau de remplissage formé par
un mélange de corps en produit mousse mou et souple et de perles fermes en matière
plastique, caractérisé en ce que sont utilisés comme corps en produit mousse des baleines
en soi connues en mousse de polyéther, dont la totalité des faces latérales forme
les sections, environ 50 % en volume de baleines et environ 50 % en volume de perles
formant les proportions du mélange et le volume total du matériau de remplissage dans
l'élément- support étant de 70 à 80 %.
2. Elément-support selon la revendication 1, caractérisé en ce que la longueur des
baleines n'excède pas le quintuple de leur largeur maximale de 10 mm.