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EP 0 029 087 A1 |
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EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
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Veröffentlichungstag: |
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27.05.1981 Patentblatt 1981/21 |
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Anmeldetag: 06.08.1980 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)3: C22C 1/04 |
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH FR GB IT LI LU NL SE |
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Priorität: |
15.11.1979 DE 2946135
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Anmelder: VEREINIGTE ALUMINIUM-WERKE AKTIENGESELLSCHAFT |
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D-53117 Bonn (DE) |
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Erfinder: |
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- Gruhl, Wolfgang, Prof. Dr. Dipl.-Ing.
D-5300 Bonn 3 (DE)
- Lossack, Edgar, Dr. Dipl.-Ing.
D-5300 Bonn 1 (DE)
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Vertreter: Müller-Wolff, Thomas, Dipl.-Ing. |
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VAW aluminium AG
Georg-von-Boeselager-Strasse 25
Postfach 2468 53014 Bonn 53014 Bonn (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
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Metallpulver und Verfahren zu seiner Herstellung |
(57) Es soll ein Metallpulver angegeben werden, aus dem dichte, kompakte und warmfeste
Halbzeuge hergestellt werden können. Hierzu werden Folien oder folienförmige Granulate
einer Aluminiumlegierung, deren Legierungsbestandteile durch hohe Erstarrungsgeschwindigkeit
in der Größenordnung von 10
5 bis 10
6° C pro Sekunde in eine feste übersättigte Lösung überführt werden, auf eine Teilchengröße
zerkleinert, die unterhalb von 100µm liegt.
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Metallpulver aus Folien
und folienförmigen Granulaten auf Aluminiumbasis, deren Legierungsbestandteile durch
hohe Erstarrungsgeschwindigkeit in der Größenordnung von 10
5 bis 10
6°C pro Sekunde in feste, übersättigte Lösungen überführt wurden.
[0002] Nach der DE-OS 27 43 090 ist es bekannt, in einer Vorrichtung durch Zerteilung und
rasche Erstarrung metallischer Schmelzen mit einem zentralen rotierenden Teller folienförmige
Granulate auf der Basis des Aluminiums herzustellen. Die Granulate sollen durch die
hohe Erstarrungsgeschwindigkeit von mehr als 10
5°C/sec einen optimalen Gefügeaufbau besitzen und für die Weiterverarbeitung durch
Vorpressen und Strangpressen, gegebenenfalls Drahtziehen, besonders geeignet sein.
Mit der bekannten Vorrichtung soll erreicht werden, daß bei Aluminiumlegierungen mit
einigen Gewichtsprozent Eisen der Anteil an feinen, schnell erstarrten Granulatteilchen
wächst und der Anteil an gröberen Legierungsteilchen, die mit einer nicht ausreichenden
Geschwindigkeit erstarrt sind, herabgesetzt wird. Die mit den bekannten Granulaten
hergestellten Halbzeuge sollen gute mechanische Eigenschaften und Korrosionsfestigkeit
aufweisen sowie bis zu einer Temperatur von 300°C eingesetzt werden können.
[0003] Um eine hohe Abkühlgeschwindigkeit von 10
5 bis 10
6°C/sec zu verwirklichen, muß die Wärme der Metallschmelze unmittelbar auf einen metallischen
festen Körper übertragen werden. Dabei darf die Dicke der Schmelzschicht nur gering
sein, damit die erforderliche extrem hohe Abkühlgeschwindigkeit im gesamten Querschnitt
erreicht wird. Dies ist auf verschiedenen Wegen versucht worden. So wurden flüssige
Metalltropfen aus einer Legierung von Aluminium mit 8 % Fe zwischen zwei gekühlten
Kupferplatten zusammengepreßt. Man hat auch versucht, das Metall zwischen zwei Kupferwalzen
mit sehr engem Spalt zu gießen. In allen Fällen erhält man jedoch lediglich Metallfolien,
deren Dicke etwa zwischen 10 und 100 um liegt. Bei größeren Dicken lassen sich wegen
zu langsamer Abkühlgeschwindigkeit die gewünschten Gefüge nicht erzielen.
[0004] Um die günstigen Eigenschaften der dünnen Metallfolien zu nutzen, hat man. versucht,
aus ihnen-durch Walzen, Strangpressen oder Schmieden kompakte Halbzeuge herzustellen.
Diese sind jedoch in ihrem Gesamtquerschnitt nicht ausreichend dicht und kompakt.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Herstellungsverfahren und ein Metallpulver
anzugeben, das zu dichten, kompakten und warmfesten Halbzeugen verarbeitbar ist. Die
Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Folien bzw. folienförmigen Granulate zerkleinert
werden auf eine Teilchengröße, die unterhalb von 100 um liegt. Erfindungsgemäß ist
dies möglich, wenn diese Folien oder Folienstücke vor dem Kompaktieren und Verformen
in einer geeigneten Prall- oder Schneidmühle zu feinem Pulver vermahlen werden, dessen
Teilchengröße nicht mehr als das Zehnfache der Dicke des Folienmaterials beträgt.
Ein auf diese Weise erzeugtes Metallpulver läßt sich unter Erwärmung ggfs. im Vakuum
oder Schutzgas zu. kompakten Teilchen verarbeiten, die entweder unmittelbar als Formteile
Verwendung finden oder anschließend durch Walzen, Schmieden oder Strangpressen weiter
verformt und so in alle gewünschten Halbzeugformen gebracht werden können. Auf diese
Weise lassen sich einsatzfähige Halbzeuge jeder gewünschten Zusammensetzung herstellen.
Dabei ist es möglich; die Eigenschaften nach der splat-cooling-Methode erzeugter Aluminium-Legierungen
mit Fe, Ni, Co, Ti, Zr, Cr, W, Mo, V u.a. mit denen konventioneller Legierungen zu
kombinieren. So weist beispielsweise eine AICuMg- oder A1ZnMgCu-Legierung, der außer
den üblichen Gehalten an Cu, Mg, Zn auch noch 6- 8 % Fe, Co oder Ni zugesetzt werden,
eine weit über den bekannten Werten liegende Festigkeit auf. Gleichzeitig werden zahlreiche
andere Eigenschaften verbessert, insbesondere auch Warmfestigkeit, Dauerschwingverhalten
und Korrosionsbeständigkeit.
[0006] Auf dem genannten Weg ist es möglich, völlig neuartige Legierungen mit bislang noch
nicht erzielbaren Eigenschaften herzustellen. Das Metallpulver besteht bevorzugterweise
aus Einzelteilchen, bei denen das Verhältnis von Länge bzw.Breite : Dicke der Einzelteilchen
den-Faktor 10 nicht überschreitet. Dies bedeutet, daß jedes Teilchen mit einer bestimmten
Ausgangsdicke so weitgehend zermahlen wird, daß seine größte Ausdehnung (gemessen
in der ursprünglichen Folienebene) nicht das Zehnfache der Foliendicke übersteigt.
Es werden also plättchenförmige Teilchen erreicht.
[0007] Bei anderen Teilchenabmessungen bzw. -formen werden keine kompakten Halbzeuge erzielt,
die ausreichend dicht sind. Dies ist darauf zurückzuführen, daß kein allseitiges Verschweißen
der Teilchen stattfindet.
1. Verfahren zur Herstellung von Metall pulver aus Folien und folienförmigen Granulaten
einer Aluminiumlegierung, deren Legierungsbestandteile durch hohe Erstarrungsgeschwindigkeit
in der Größenordnung von 105 bis 106°C/sec in eine feste übersättigte Lösung überführt wurden, dadurch gekennzeichnet, daß
die Folien bzw. folienförmigen Granulate zerkleinert werden auf eine Teilchengröße,
die unterhalb von 100 um liegt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Folien bzw. folienförmigen
Granulate eine Dicke von 10 - 100 um aufweisen.
3. Metallpulver aus Aluminiumlegierungen, deren Legierungsbestandteile durch eine
hohe Erstarrungsgeschwindigkeit in der Größenordnung von 105 bis 106°C/sec in fester übersättigter Lösung vorliegen, dadurch gekennzeichnet, daß die Legierungen
Zusätze bis 8 % Fe und/oder Co, Ti, Cr, Mn, Mo, V, Zr, W, Ni enthalten.
4. Metallpulver nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Teilchengröße zwischen 10 und 50 um liegt.
5. Metallpulver nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
das Verhältnis von Länge bzw. Breite : Dicke der Einzelteilchen den Faktor 10 nicht
überschreitet.

