[0001] Die Erfindung betrifft die Brennkammer einer Gasturbine, in welcher innerhalb der
Brennkammerhülle Luftverteilkammer und Brennraum örtlich voneinander getrennt sind.
[0002] Gasturbinen unterliegen zunehmend den strengen Umweltschutzvorschriften vieler Staaten
bezüglich Abgaszusammensetzung. Aus dem Betrieb einer Gasturbine bereitet vor allem
die Einhaltung der Vorschriften über die max. erlaubten NO
x-Emissionen grosse Schwierigkeiten. So sind gegenwärtig rechtsgültige Vorschriften
in Kraft, namentlich in USA, wonach der Gehalt an NO
x-Emissionen 75 ppm bei 15 Vol.% 0
2 nicht überschritten werden darf. Aehnliche Vorschriften gilt es in den meisten Industriestaaten
zu beachten, wobei eher zu erwarten ist, dass in Zukunft die zulässigen Emissionswerte
eine Korrektur nach unter erfahren werden. Diese Vorschriften konnten bis anhin nur
unter Zuhilfenahme grosser Wasser- oder Dampfeinspritzungen in den Verbrennungsraum
eingehalten werden. Die für die Herabsetzung der Emissionswerte eingesetzten Hilfsmittel,
also Wasser oder Dampf, bringen aber einige bedeutende Nachteile mit sich.
[0003] Wird Wasser in den Verbrennungsraum eingespritzt, so ist mit einer Einbusse des Wirkungsgrades
zu rechnen. Darüber hinaus ist Wasser nicht immer und überall in verfügbarer Menge
vorhanden, so z.B. in niederschlagsarmen Ländern. Ferner muss das Wasser vor dessen
Einsatz einer Aufbereitung unterzogen werden, denn viele im Wasser vertretene Mineralien,
so z.B. Natrium, Kochsalz etc., wirken sich auf ihre Umgebung stark korrosiv aus.
Diese Aufbereitung ist indessen kostspielig und energieintensiv.
[0004] Führt man hingegen Dampf dem Verbrennungsraum zu, so umgeht man die oben erwähnte
Wirkungsgradeinbusse. Die Dampferzeugung setzt aber auch Wasser voraus und die Bereitstellung
ist nicht minder energieintensiv.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Brennkammer einer Gasturbine zu schaffen,
in welcher die durch die Verbrennung freiwerdenden Schadstoffe unter die von den Emissionsvorschriften
erlaubten Werte fallen.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss mit den kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspruchs
1 gelöst.
[0007] Der Vorteil der Erfindung ist insbesondere darin zu sehen, dass die Emissionswerte
von Schadstoffen ohne Einspritzung kostspieliger Hilfsmittel in den Verbrennungsraum
unter die von den Emissionsvorschriften erlaubten Werte fallen. Dies wird erreicht,
indem dem eigentlichen Verbrennungsprozess eine Vormisch/Vorverdampfungs-phase vorgeschaltet
wird.
[0008] Zu diesem Zweck wird das Vormischen/Vorverdampfen in mehreren rohrförmigen Elementen
durchgeführt, wobei der Brennstoff mit Luft aus dem Verdichter bei grosser Luftüberschusszahl
vorgemischt/vorverdampft wird. Die Verbrennung mit der grösstmöglichen Luftüberschusszahl
- einmal dadurch gegeben, dass die Flamme überhaupt noch brennt und im weiteren dadurch,
dass nicht zuviel CO entsteht - vermindert indessen nicht nur die Schadstoffmenge
von NO , sondern bewirkt darüber hinaus auch eine konsistente Tiefhaltung anderer
Schadstoffe, nämlich, wie bereits erwähnt, von CO und von unverbrannten Kohlenwasserstoffen.
Dieser Optimierungsprozess kann bei der vorliegenden Brennkammer dadurch in Richtung
noch tieferer NO
X-Werte getrieben werden, dass der Raum für Verbrennung und Nachreaktionen viel länger
gehalten wird als für die eigentliche Verbrennung notwendig wäre. Dies erlaubt die
Wahl einer grösseren Luftüberschusszahl, wobei dann zwar zunächst grössere Mengen
CO entstehen, diese aber zu C0
2 weiterreagieren können, so dass schliesslich die CO-Emissionen klein bleiben. Auf
der anderen Seite bildet sich aber, wegen des grossen Luftüberschusses, nur wenig
zusätzliches NO.
[0009] Da mehrere rohrförmige Elemente das Vormischen/Vorverdampfen übernehmen, ergibt sich
daraus der Verteil, dass bei der Lastregelung jeweils nur soviele Elemente mit Brennstoff
betrieben werden, dass sich für die jeweilige Betriebsphase (Start, Teillast etc.)
die optimale Luftüberschusszahl ergibt.
[0010] Sofern mehrere Pilotelemente zum Einsatz gelangen, ist es zweckmässig, diese geometrisch
gleichmässig unter den eingesetzten rohrförmigen Elementen zu verteilen. Wenn jene
noch durch Initialzündung in Betrieb genommen werden, so entfällt eine solche für
die später in Betrieb genommenen Elemente: Von den Pilotelementen springt die Flamme
zu den umliegenden über, dadurch begünstigt, dass die Flammenhalter dieser Pilotelemente
entweder mit Drallkörpern oder mit Schräglöchern versehen werden, so dass divergierende
Flammenzungen erzeugt werden, welche zusätzlich eine gute kalorische und luftstrahlige
Durchmischung begünstigen, was sich in einer gleichmässigeren Temperatur und Geschwindigkeitsverteilung
nach dem Brennraum niederschlägt.
[0011] Von Vorteil ist es, wenn sowohl die schrägen als auch die zur Achse des Flammenhalters
parallelen Oeffnungen im Flammenhalter eine Länge von mindestens 1,5 Oeffnungsdurchmesser
besitzen. Durch diese Oeffnung strömt das Luft-Brennöldampfgemisch bzw. das Luft-Brenngasgemisch
mit erhöhter Geschwindigkeit zum Brennraum, wodurch eine Flammenrückzündung vermieden
wird.
[0012] Eine weitere Ausgestaltung, um ein Flammenrückschlagen zu vermeiden, besteht darin,
die Oeffnungen im Flammenhalter als Injektoren auszubilden, so dass Luft in die Grenzschicht
der Oeffnungen eingeführt wird.
[0013] Eine weitere Ausgestaltung der Oeffnungen im Flammenhalter besteht darin, sie als
Diffusoren auszubilden. Mit dieser Lösung ist bei gleichem Druckverlust eine höhere
Geschwindigkeit möglich. Die höhere Geschwindigkeit bietet mehr Sicherheit gegen die
Rückzündung der Flamme aus dem Brenn- raum. Zur sicheren Funktionsweise des Diffusors
ist es notwendig eine zylindrische Partie mit einer Mindestlänge von 1,5 Durchmesser
nachzuschalten.
[0014] Von Vorteil ist es auch, wenn die Einspritzung des Brennstoffes gegen die Lufteinströmungsrichtung
gerichtet ist. Dadurch wird der Vormisch/Vorverdampfungsprozess soweit begünstigt,
dass die Länge des rohrförmigen Elementes gegenüber einer anderen Brennstoffzufuhrsart
erheblich kürzer gehalten werden kann. Hierdurch wird die Verweilzeit des Gemisches
im rohrförmigen Element reduziert und die Selbstzündungsgefahr unterbunden.
[0015] Durch den Einsatz einer Bordamündung am Lufteingang des rohrförmigen Elementes wird
in diesem Bereich eine Turbulenz erzeugt, welche den Vormischungs-, Zerstäubungs-
und Vorverdampfungsprozess zusätzlich intensiviert.
[0016] Es ist zweckmässig, den Umfang des Flammenhalterrandes als Polygon auszubilden, so
dass sich die rohrförmigen Elemente platzsparend ineinanderfügen.
[0017] Es empfiehlt sich, im Flammenhalterrand, um den Aussenmantel des rohrförmigen Elementes
herum, mehrere Oeffnungen auszunehmen, durch welche eine Teilmenge der Verdichterluft
durchströmt und so den Flammenhalterrand kühlt.
[0018] Im folgenden ist anhand der Figuren ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen
Brennkammer schematisch dargestellt und näher erläutert. Alle für das Verständnis
der Erfindung unwesentlichen Elemente sind nicht dargestellt. Gleiche Elemente sind
in den verschiedenen Figuren mit gleichen Bezugsziffern versehen.
[0019] Es zeigt:
Fig. l: Eine Schnittdarstellung einer Brennkammer,
Fig. 2: Eine Anordnung der rohrförmigen Elemente in der Brennkammer,
Fig. 3: Eine Schnittdarstellung eines Flammenhalters mit parallelen Löchern,
Fig. 4 Eine Darstellung eines weiteren Flammenhalters
Fig. 5 mit schrägen Löchern,
Fig. 6 Eine Darstellung eines weiteren Flammenhalters
Fig. 7 mit schrägen Löchern,
Fig. 8
Fig. 9 Eine Darstellung eines weiteren Flammenhalters
Fig. 10 mit Drallkörper versehen,
Fig. ll: Eine Schnittdarstellung eines weiteren Flammenhalters mit Oeffnungen als
Injektoren ausgebildet,
Fig. 12 Eine Darstellung eines Pilotelementes mit
Fig. 13 Diffusionsflamme,
Fig. 14: Eine Schnittdarstellung eines weiteren Flammenhalters mit Oeffnungen als
Diffusoren ausgebildet,
Fig. 15: Eine Ansicht des Flammenhalters von Fig. 11 einschliesslich Ausgestaltung
des Luftzuführungskanals,
Fig. 16: Eine Darstellung der mittels Ringe geführten rohrförmigen Elemente mit Bordamündung.
[0020] Fig. 1 zeigt schematisch die Konzeption einer solchen Brennkammer. Im oberen Bereich
der Brennkammerhülle 1 sind eine grössere Anzahl rohrförmiger Elemente 2 angeordnet,
welche den zur Verfügung stehenden Raum optimal ausfüllen. Ein Beispiel einer solchen
Anordnung geht aus Fig. 2 hervor, in der siebenunddreissig rohrförmige Elemente 2
angeordnet sind. Diese Anzahl ist indessen nicht zwingend, denn sie hängt von der
Grösse der Brennkammer ab, welche wiederum in Abhängigkeit zur gewünschten Brennleistung
steht. Eine Tragbrücke 27, an der die rohrförmigen Elemente 2 mittels Abschlussmuttern
5 verbunden sind, ist an einer Tragrippe 23 verankert. Um die rohrförmigen Elemente
2 mit der Tragbrücke 27 zu verbinden, können selbstverständlich auch andere Verbindungsarten
herangezogen werden. Die rohrförmigen Elemente 2 sind im unteren Bereich mittels einer
Führungsplatte 6 seitlich geführt. Mehrere Tragelemente 22, welche ihrerseits mit
der Tragbrücke 27 fest verbunden sind, tragen die Führungsplatte 6. Selbstverständlich
können die rohrförmigen Elemente 2 auch einzeln geführt werden, wie dies aus Fig.
16 hervorgeht, wobei dann nicht mehr eine Führungsplatte eingesetzt wird, sondern
einzelne Führungsringe 25 diese Aufgabe übernehmen. Die Führungsringe 25 werden auch
hier von Tragelementen 22 getragen, die mit der Tragbrücke 27 fest verbunden sind.
Selbstverständlich können die rohrförmigen Elemente 2 auch anders als mit der dargestellten
Tragbrücke 27 verankert werden, immer wird man aber in solchen Fällen darauf achten
müssen, dass die gewählte Verankerung möglichst weit weg vom Brennraum 7 plaziert
ist. damit die Wärmedehnungen keine störende Wirkung entfalten können.
[0021] Der grössere Teil der verdichteten Luft, die im nicht dargestellten Verdichter bereitgestellt
wird, strömt durch die Oeffnungen 9 in eine in der Brennkammerhülle 1 vorgesehene
Verteilkammer 19 ein, welche nach unten durch die Tragbrücke 27 und nach oben durch
den an der Flanschrippe 38 geflanschten Deckel 35 eingegrenzt ist. Von dieser Verteilkammer
19 aus strömt dann die verdichtete Luft durch die Lufttrichter 14 in die einzelnen
rohrförmigen Elemente 2 ein. Die Brennstoffzuführung wird je rohrförmiges Element
2 durch eine Brennstoffleitung 4 beigestellt, wobei eine Brennstoffdüse 15, welche
ins rohrförmige Element 2 hineinragt und eine oder mehrere nicht dargestellte Brennstoff-
öffnungen aufweist, die Zerstäubung des Brennstoffes gegen die Lufteinströmungsrichtung
besorgt. Der Brennstoff muss aber nicht notwendigerweise gegen den Luftstrom eingespritzt
werden. Im Falle eines Einsatzes von Brenngas (Erdgas) beispielsweise wird das Gas
in Lufteinströmungsrichtung eingeblasen. Es ist auch möglich, Oel und Gas gleichzeitig
einzugeben und zu verbrennen. Auch kann bei Einsatz von Brennöl, zur Erzielung einer
feineren Zerstäubung, durch die Düse 15 eine kleinstmögliche Menge Druckluft beigegeben
werden, welche gegenüber dem Prozessdruck einen Ueberdruck aufweist. Der Brennstoff
vermischt sich demnach mit der einströmenden verdichteten Luft, dergestalt, dass im
rohrförmigen Element 2 ein Vormisch/Vorverdampfungsprozess abläuft. Dieser Prozess
kann durch die Einsetzung einer Bordamündung 34 am Lufteingang des rohrförmigen Elementes
2, wie dies aus Fig. 16 hervorgeht, auf Grund der entstehenden Turbulenz intensiviert
werden. In einem solchen Falle muss die Brennstoffeinspritzung bzw. Brennstoffeinblasung
durch die Brennstoffdüse 15 in optimalem Abstand von der Bordamündung 34,aber noch
im Bereich der entstandenen Turbulenz vorgenommen werden.
[0022] In der Zeit, in der das Gemisch durch das rohrförmige Element 2 bis zum Ausgang durch
die im Flammenhalter 3 ausgenommenen Oeffnungen 8 strömt, verdampft der Brennstoff
und vermischt sich mit der Luft. Der Grad der Verdampfung ist umso stärker, je grösser
die Temperatur und die Verweilzeit und je kleiner die Tropfengrösse des zerstäubten
Brennstoffes sind. Mit der Zunahme von Druck und Temperatur verringert sich jedoch
die kritische Zeitdauer bis zur Selbstzündung des Gemisches, so dass die Länge der
rohrförmigen Elemente 2 derart abgestimmt ist, dass eine möglichst gute Verdampfung
während einer möglichst kurzen Zeit resultiert. Im Falle von Gas entfällt die Verdampfung;
das Gas muss mit der Luft nur gleichmässig verteilt werden.
[0023] Eine restliche Menge verdichteter Luft strömt nicht in die Verteilkammer 19, sondern
durch die Oeffnungen 26 in die Brennkammerhülle 1 ein, verteilt sich zwischen den
rohrförmigen Elementen 2 und strömt durch die im Flammenhalterrand 13 (Fig. 2) ausgenommenen
Oeffnungen 18 dem Brennraum zu, wodurch der äussere Teil des Flammenhalters 3 gekühlt
wird, dermassen, dass der Abbrandgefahr, die insbesondere bei Erzeugung von divergierenden
Flammenzungen latent vorhanden ist, entgegengewirkt wird.
[0024] Die Verbrennung des Gemisches wird, wie bereits erwähnt, mit dem grösstmöglichen
Luftüberschuss angestrebt, wobei dieser einmal dadurch gegeben ist, dass die Flamme
überhaupt noch brennt und im weiteren dadurch, dass nicht zuviel CO entsteht. Eine
gute Optimierung kann beispielsweise vorliegen, wenn der Luftanteil des Gemisches
auf das 1,8-fache des stöchiometrischen Wertes gehalten.wird. Die untere Abschlussrippe
24 verhindert eine freie Konvektion der heissen Luft aus dem Brennraum 7, wobei die
Abschlussrippe 24 mit der gleichen durch die Oeffnungen 26 einströmenden Restluft,
die dann durch die Oeffnungen 18 der benachbarten Flammenhalterränder 13 zum Brennraum
7 abströmt, mitgekühlt wird.
[0025] Der Flammenhalter 3, welcher den Abschluss des strömungsabwärts gelegenen Teils des
rohrförmigen Elementes 2 bildet, hat die Aufgabe, eine Rückzündung der Flamme vom
Brennraum 7 ins Innere des rohrförmigen Elementes 2 zu verhindern. Die innere Wandung
der Brennkammerhülle 1 ist im Bereich des Brennraumes 7, also ab Flammenhalter 3,
mit einem nicht dargestellten Kühlungssystem versehen.
[0026] Wie aus Fig. 3 hervorgeht, weist der dargestellte Flammenhalter 3 eine Anzahl zylindrische
und parallel zur Achse des rohrförmigen Elementes 2 verlaufende Löcher 21 auf. Sollen
zusätzlich divergierende Flammenzungen erzeugt werden, so können, wie aus Fig. 4 und
Fig. 5 hervorgeht, die Löcher 30 im Flammenhalter 3, mit Ausnahme des zentralen Loches,
schräg in Radialebenen des Flammenhalters 3 angebracht werden, wobei der Winkel 36
von der Mitte zur Peripherie des Flammenhalters 3 hin stetig zunimmt oder gleichbleibt.
Wie aus Fig. 6, 7 und 8 hervorgeht, können die Löcher 31 im Flammenhalter 3, mit Ausnahme
des zentralen Loches, auch schräg in Tangentialebenen des Flammenhalters 3 angebracht
werden, wobei der Winkel 37, ähnlich wie oben, von der Mitte zur Peripherie des Flammenhalters
3 hin stetig zunimmt oder gleichbleibt. Die Länge sowohl der parallelen Löcher 21
als auch der schrägen Löcher 30,31 muss mindestens 1,5 Lochdurchmesser betragen. Durch
die sich daraus ergebende erhöhte Gemischgeschwindigkeit in den Löchern 21, 30, 31
und die Länge der Löcher wird einer Flammenrückzündung aus dem Brennraum 7 entgegengewirkt.
Die Anzahl der Löcher 21, 30, 31 muss jeweils den gegebenen Verhältnissen angepasst
werden. Im dargestellten Beispiel aus Fig. 7 sind es beispielsweise einundzwanzig
Löcher 31.
[0027] In der in Fig. 11 gezeigten Anordnung, besteht der Flammenhalter 3 aus einer Oberplatte
3a und einer Unterplatte 3b, zwischen denen ein mit den Oeffnungen 8 in Verbindung
stehender Kanal 10 verläuft. Die im Flammenhalter 3 angebrachten Oeffnungen 8 sind
mit je zwei leicht konischen Büchsen 11, 12 ausgekleidet, wobei diese im Bereich des
Kanals 10 sich teleskopartig und mit Spiel 16 überlappen. Ein Rückbrennen der Flamme
aus dem Brennraum 7, insbesondere in der Grenzschicht entlang der Wandung der Büchse
12, wird entgegengewirkt, indem durch den Kanal 10 Druckluft herangeführt wird, welche
durch das Spiel 16, entlang der gefährdeten Wandung der Büchse 12, mit dem Gemisch
abströmt. Strömungsablösungen, die ein Rückzünden begünstigen würden, werden durch
die konische Form der Oeffnungen 8 verhindert.
[0028] Aus Fig. 15 geht hervor, dass der in Fig. 11 dargestellte Flammenhalter 3 sechzehn
Oeffnungen 8 aufweist, welche symmetrisch aus zwei Kanälen 10 mit Druckluft gespeist
werden. Selbstverständlich kann die Speisung der im Flammenhalter 3 angebrachten Oeffnungen
8 mit Druckluft durch andere Kanalkonfigurationen erfüllt werden.
[0029] Wie in Fig. 14 dargestellt ist, werden die Oeffnungen 8 im Flammenhalter 3 als Diffusoren
39 ausgebildet. In Strömungsrichtung des Gemisches zum Brennraum 7 folgt einer anfänglichen
zylindrischen Bohrung 32 eine Partie als Diffusor 40 ausgebildet, welchem eine zylindrische
Bohrung 33 grösseren Durchmessers als die Eingangsbohrung 32 folgt, wobei jene eine
Länge von mindestens 1,5 Bohrungsdurchmesser aufweist. Mit dieser Ausbildung ist bei
gleichem Druckverlust eine höhere Geschwindigkeit an der engsten Stelle möglich, was
sich in mehr Sicherheit gegen eine Flammenrückzündung aus dem Brennraum 7 niederschlägt.
Durch die zylindrische Bohrung 33 wird der Flammenanfang im Brennraum 7 in eine entsprechende
Distanz zum Diffusor 40 gebracht. Dadurch wird bei momentanen Strömungsablösungen
im Diffusor 40 die Strömung im nachfolgenden zylindrischen Teil 33 wieder an die Wandung
anliegen.
[0030] Der Flammenhalter 3 kann, wie dies aus Fig. 9 und 10 hervorgeht, mit einem Drallkörper
28 versehen werden, wobei durch dessen Oeffnungen 41, beispielsweise mit vierzehn
an der Zahl, das Gemisch drallförmig zum Brennraum 7 geleitet wird. Der Drallkörper
28 begünstigt eine gute luftstrahlige Durchmischung des Brennstoff/Luftgemisches und
eine gute Wärmeverteilung, wodurch daraus eine homogene Temperatur-und Geschwindigkeitsverteilung
nach dem Brennraum 7 resultiert mit dem Effekt, dass die nicht dargestellte Turbine
gleichmässig beaufschlagt wird.
[0031] Selbstverständlich können die rohrförmigen Elemente 2 und der einzelne Flammenhalter
3 selbst, kombinationsweise nach Figuren 3, 4/5, 6/7/8, 9/10, 11/15 oder 14 ausgebildet
werden.
[0032] Wie vorne bereits angedeutet, wird die Brennkammerhülle 1 mit einer grösseren Anzahl
rohrförmiger Elemente 2 optimal ausgefüllt. Wie in Fig. 2 gezeigt ist, sind unter
den eingesetzten siebenunddreissig rohrförmigen Elementen 2 dreizehn Pilotelemente
17 geometrisch gleichmässig verteilt. Beim Start der Brennkammer werden vorerst die
Pilotelemente 17 durch ein nicht dargestelltes Initialzündungsaggregat in Betrieb
genommen. Bei Lasterhöhung springt die Flamme von den Pilotelementen 17 zu den umliegenden,
die soeben in Betrieb genommen wurden, über.
[0033] Die Oeffnungen 8 im Flammenhalter 3 der Pilotelemente 17 können wahlweise nach den
Löchern 30 und/oder nach den Löchern 31 ausgebildet werden. Für die Pilotelemente
17 kann auch der Einsatz von Drallkörpern 28 vorgesehen werden, welche ebenfalls wie
die Löcher 30, 31 divergierende Flammenzungen erzeugen und so die Zündung der umliegenden
rohrförmigen Elemente 2 begünstigen.
[0034] Die Anordnung wie sie aus Fig. 12 und 13 hervorgeht, also mit Drallkörper 28, ist
als weitere Variante für die Pilotelemente 17 gedacht. Da hierbei die Brennstoffdüse
15 in den Brennraum 7 hineinragt, findet im rohrförmigen Element 2 kein Vormisch/Vorverdampfungsprozess
statt. Diese Variante eignet sich dementsprechend auch nur als Starthilfe, womit gesagt
ist, dass nur wenige Pilotelemente 17 nach dieser Ausführung vorgesehen zu werden
brauchen.
[0035] Wie aus Fig. 2, 5, 7, 10, 13 und 15 hervorgeht, ist der Flammenhalter 3 in Umfangsrichtung
sechskantförmig 20 ausgebildet. Aus diesen Figuren geht ferner hervor, dass die im
Flammenhalterboden 13 angebrachten Oeffnungen 18 zwischen sechskantförmigem Umfang
20 und rohrförmigem Element gleichmässig verteilt sind. Ein Polygonspiel 29 fängt
die Wärmedehnungen in diesem Bereich auf.
[0036] Wie bereits angedeutet geht aus Fig. 16 hervor, dass am Lufteingang des rohrförmigen
Elementes 2, nach dem Lufttrichter 14, eine Bordamündung 34 eingesetzt ist, welche
in diesem Bereich, also unmittelbar um die Brennstoffdüse 15, eine Turbulenz erzeugt,
die dazu geeignet ist, den Vormischungs-, Zerstäubungs- und Vorverdampfungsprozess
zusätzlich zu den weiter oben beschriebenen Massnahmen, also insbesondere durch die
feine Einspritzung des Brennstoffes gegen die Lufteinströmungsrichtung, zu intensivieren.
Selbstverständlich können auch andere Turbulenzverstärker an Stelle der Bordamündung
34 zum Einsatz ge- . langen.
B e z e i c h n u n g s l i s t e
[0037]
1 = Brennkammerhülle
2 = Rohrförmiges Element
3 = Flammenhalter
3a = Flammenhalteroberplatte
3b = Flammenhalterunterplatte
4 = Brennstoffleitung
5 = Abschlussmutter
6 = Führungsplatte
7 = Brennraum
8 = Oeffnungen im Flammenhalter
9 = Oeffnungen in Brennkammerhülle
10 = Kanal
11 = Büchse Oberplatte
12 = Büchse Unterplatte
13 = Flammenhalterrand
14 = Lufttrichter
15 = Brennstoffdüse im rohrförmigen Element
16 = Spiel zwischen den Büchsen
17 = Pilotbrenner
18 = Oeffnungen im Flammenhalterrand
19 = Verteilkammer
20 = Polygon
21 = Parallele Löcher
22 = Tragelemente
23 = Tragrippe
24 = Untere Abschlussrippe
25 = Führungsring
26 = Kühllufteinlass
27 = Tragbrücke
28 = Drallkörper
29 Polygonspiel
30 = Schräge Löcher in.Radialebene
31 = Schräge Löcher in Tangentialebene
32 = Zylindrische Bohrung
33 = Zylindrische Bohrung
34 = Bordamündung
35 = Deckel
36 = Winkel
37 = Winkel
38 Flanschrippe
39 = Löcher als Diffusoren
40 = Diffusor
41 = Oeffnungen im Drallkörner
1. Brennkammer einer Gasturbine, in welcher, innerhalb der Brennkammerhülle, Luftverteilkammer
und Brennraum örtlich voneinander getrennt sind, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen
Verteilkammer (19) und Brennraum (7) mehrere rohrförmige Elemente (2) eingeordnet
sind, in denen das Vormischen und das Vorverdampfen des am Verteilkammer-seitigen
Ende durch Düsen (15) zugeführten Brennöls und/oder das Vormischen des am Verteilkammerseitigen
Ende durch Düsen (15) zugeführten Brenngases mit der Verdichterluft bei grosser Luftüberschusszahl
abläuft, wobei jedes rohrförmige Element (2) an seinem Brennraum-seitigen Ende durch
einen mit einer oder mehreren Oeffnungen (8) versehenen Flammenhalter (3) verschlossen
ist und wobei sich zwischen den rohrförmigen Elementen (2) ein oder mehrere Pilotelemente
(17) befinden.
2. Brennkammer nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei mehreren Pilotelementen
(17) diese unter den rohrförmigen Elementen (2) so geometrisch gleichmässig angeordnet
sind, dass bei in Abhängigkeit zur Maschinenlast gestaffelter Inbetriebnahme der einzelnen
rohrförmigen Elemente (2) ein Ueberspringen der Flamme zu den jeweils umliegenden
stattfindet.
3. Brennkammer nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Einspritzung
des durch Düsen (15) zugeführten Brennstoffes gegen die Lufteinströmungsrichtung gerichtet
ist.
4. Brennkammer nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Oeffnungen
(8) im Flammenhalter (3) zylindrische und parallel zur Achse des rohrförmigen Elementes
(2) verlaufende Löcher (21) sind,-deren Länge ≥ 1,5 Lochdurchmesser ist.
5. Brennkammer nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Oeffnungen
(8) im Flammenhalter (3) schräg in Radialebenen des Flammenhalters (3) verlaufende
Löcher (30) sind, wobei der Winkel (36) von der Mitte zur Peripherie des Flammenhalters
(3) hin stetig zunimmt oder gleichbleibt und wobei die Länge der Löcher (30)≥ 1,5
Lochdurchmesser ist.
6. Brennkammer nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Oeffnungen
(8) im Flammenhalter (3) schräg in Tangentialebenen des Flammenhalters (3) verlaufende
Löcher (31) sind, wobei der Winkel (37) von der Mitte zur Peripherie des Flammenhalters
(3) hin stetig zunimmt oder gleichbleibt und wobei die Länge der Löcher (31) ≥ 1,5
Lochdurchmesser ist.
7. Brennkammer nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Oeffnungen
(8) im Flammenhalter (3) mit Drallkörpern (28) versehen sind.
8. Brennkammer nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Flammenhalter
(3) aus einer Oberplatte (3a) und einer Unterplatte (3b) besteht, zwischen denen ein
mit den Oeffnungen (8) in Verbindung stehender Kanal (10) verläuft und dass die Oeffnungen
(8) mit je zwei konischen Büchsen (11, 12) ausgekleidet sind, welche sich im Bereich
des Kanals (10) teleskopartig und mit Spiel (16) überlappen, wodurch das durch den
Kanal (10) herströmende Medium mit dem Gemisch aus dem rohrförmigen Element (2) abströmt.
9. Brennkammer nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Oeffnungen
(8) im Flammenhalter (3) als Diffusoren (40) mit anschliessend zylindrischen Oeffnungen
(33) ausgebildet sind, deren Länge mindestens das 1,5-fache ihres Durchmessers beträgt.
10. Brennkammer nach Patentanspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass im Flammenhalterrand
(13), um den Aussenmantel des rohrförmigen Elementes (2) herum, mehrere Oeffnungen
(18) ausgenommen sind.
11. Brennkammer nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Aussenumfang
des Flammenhalters (3) als Polygon (20) ausgebildet ist.
12. Brennkammer nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jedes rohrförmige
Element (2) am Verteilkammerseitigen Ende mit einem Lufttrichter (14) und einer anschliessenden
Bordamündung (34) versehen ist.