[0001] Verfahren zur Erzeugung niedriger molekularer Kohlenwasserstoffe aus höher molekularen
Kohlenwasserstoffen
[0002] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzeugung niedriger molekularer Kohlenwasserstoffe
aus höher molekularen Kohlenwasserstoffen, insbesondere ein Verfahren zur Verflüssioung
von Kohle.
[0003] Unter hochmolekularen Kohlenwasserstoffen werden im Zusammenhang dieser Anmeldung
feste und flüssige fossile Energie-Rohstoffe, wie z. B. Kohle, Bitumen, Mineralöl,
Teersand oder Ölschiefer verstanden.
[0004] Diese Kohlenwasserstoffe sind für den Verbrauch um so wertvoller, je niedriger ihr
Molekulargewicht ist. Deshalb sind allenthalben Bestrebungen im Gange, aus im natürlichen
Zustand hochmolekularen Kohlenwasserstoffen solche niedrigeren Molekulargewichtes
zu gewinnen. Typisch hierfür sind die Bemühungen um eine wirtschaftliche Verflüssigung
der Kohle, wie sie z. B. aus der DE-OS 27 11 105 und der DE-OS 28 03 985 bekannt sind.
Man untersucht gegenwärtig verschiedene Verfahrens-Varianten, die sich bezüglich Druck,
Temperatur, Beschaffenheit der eingesetzten Kohle, Wahl der Hydrierungs
gase, Gestaltung der Reaktionsführung (Verfahrenstechnik im engeren Sinne) und insbesondere
hinsichtlich der angewendeten Katalysatoren unterscheiden.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei entsprechenden Verfahren die Umwandlung
hochmolekularer Kohlenwasserstoff-Gemische in niedriger molekulare durch Verwendung
von Hilfsstoffen zu begünstigen und dadurch eine höhere Wertschöpfung aufgrund des
günstigeren C:H-Verhältnisse in den Endprodukten zu erreichen. Insbesondere soll mit
der Erfindung ein verbessertes Verfahren zur Verflüssigung von Kohle angegeben werden.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgabe wird bei einem Verfahren zur Gewinnung relativ niedrig
molekularer Kohlenwasserstoffe aus höher molekularen Kohlenwasserstoffen erfindungsgemäß
die Verwendung von Guanidinium-Verbindungen als Hilfsstoffe vorgeschlagen.
[0007] Unter "Verwendung von Guanidinium-Verbindungen" ist die Verwendung nur einer Guanidinium-Verbindung
allein oder die Verwendung einer Kombination verschiedener Guanidinium-Verbindungen
zu verstehen. Mit "Hilfsstoffen" sind hier Stoffe gemeint, die wie Katalysatoren dem
umzusetzenden Ausgangsmaterial in relativ kleinen Mengen beigegeben sind, aber im
Gegensatz zu Katalysatoren nicht allein durch ihre Gegenwart wirken, sondern mit Ablauf
des entsprechenden Verfahrens bzw. der diesemzugrundeliegenden physikalischen und/oder
chemischen Reaktion verändert bzw. verbraucht werden.
[0008] Es wurde erkannt, daß die erfindungsgemäß als Hilfsstoffe verwendeten Guanidinium-Verbindungen
bei der üblichen Behandlung der umzusetzenden Kohlenwasserstoffe unter Druck und erhöhter
Temperatur die ausgeprägte Wirkung haben, die Bindungskräfte in den hochmolekularen
Kohlenwasserstoffen zu labilisieren und/oder aufzubrechen und dadurch die Verfahren
in Richtung einer Anreicherung von leichteren, niedriger molekularen Kohlenwasserstoffen
zu lenken. Hierbei sind Bindungskräfte in einem weiten Sinne zu verstehen; es kann
sich um physikalische, chemische und/oder als Übergangsformen zwischen beiden vorliegende
Bindungskräfte handeln. Durch die Labilisierung bzw. Lockerung bis hin zur vollständigen
Aufbrechung der Bindungskräfte wird die eingangs umrissene Erzeugung niedriger molekularer
Kohlenwasserstoffe unmittelbar erleichtert. Hinzu kommt, daß durch die erfindungsgemäß
verwendeten Guanidinium-Verbindungen die Lösbarkeit der behandelten Kohlenwasserstoffe
erhöht wird, was ersichtlich ebenfalls den Gewinnungsvorgang unmittelbar erleichtert.
So wird z. B. bei der Kohleverflüssigung, bei der die Kohle zunächst in einem Öl suspendiert
und so eine Aufschlämmung gebildet wird, durch die Guanidinium-Verbindungen die Freisetzung
und/oder Auflösung von Kohlenwasserstoff-Masse begünstigt und der Umsatz erhöht, so
daß insgesamt weniger Umläufe notwendig sind. Der Anteil freigesetzter oder gelöster
Kohle kann bis zu 30 Gew.-% der zugeführten Kohle im Gegensatz zu 1 oder 2 % bei vielen
bekannten Verfahren bettagen.
[0009] Im Rahmen der Erfindung ist die Verwendung der Guanidinium-Verbindungen in Substanz
oder in gelöster Form vorgesehen, z. B. gelöst in Wasser im Fall von Guanidinium-Carbonat.
Die hierbei jeweils eingesetzten Gesamt-Mengen an Guanidinium-Verbindungen betragen
bis zu 10 Gew.-% und lie
pen bevorzugt zwischen 0,1 und 3 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Ausgangsmaterial.
Bei Einsatz der Guanidinium-Verbindungen in gelöster Form kann man bis zu 10 Gew.-%,
vorzugsweise zwischen 0,01 und 3 Gew.-%, verwenden, jeweils bezogen auf das Lösungsmittel.
Im einzelnen wird man die verwendete Menge unter wirtschaftlichen Aspekten festlegen.
[0010] Unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit ist insbesondere Guanidinium-Carbonat
als Hilfsstoff geeignet, weil es die billipste aller Guanidinium-Verbindungen darstellt.
Daneben hat es weitere wichtige Vorzüge. Guanidinium-Carbonat wirkt nämlich weder
korrosiv noch umweltbelastend, außerdem ist sein Zerfall sehr out steuerbar und kann
daher besonders gezielt ausgenutzt werden. Darüber hinaus verleiht der basische Charakter
des Carbonat-Teils dem Guanidinium-Carbonat eine zusätzliche Reaktivität, die sich
bei Umsetzun-
gen mit sauren Gruppen auf vorteilhafte Weise nutzen läßt. Ein interessanter Nebeneffekt
kann somit dadurch erzeugt werden, daß es aufgrund des sauren Charakters der phenolischen
und thiophenolischen Gruppen eines hochmolekularen Kohlenwasserstoffgemisches fossilen
Ursprungs bei der Reaktion mit Guanidinium-Carbonat zu einer Kohlendioxid-Bildung
"in situ" und dadurch zu einem Lockerung bewirkenden "Bläschen-Effekt" kommt.
[0011] Zur Verstärkung der Wechselwirkung zwischen behandeltem Kohlenwasserstoff
gemisch und Guanidinium-Verbindungen kann es sich empfehlen, das Guanidinium-Carbonat
in Kombination mit anderen Guanidinium-Verbindungen, insbesondere in Verbindung mit
carbonsauren, vorzugsweise fettsauren Guanidinium-Salzen wie Palmitaten, Oleaten oder
Stearaten, und/oder zusammen mit Guanidinium-Phenolaten einzusetzen. Dabei ist es
nicht unbedingt erforderlich, die entsprechenden Guanidinium-Verbindungen in exakten
stöchiometrischen Verhältnissen herzustellen und anschließend in exakt einzuhaltenden
Gewichtsverhältnissen dem entsprechenden Reaktionsgemisch zuzugeben. Vielmehr richten
sich Zusammensetzung und Dosierung der optimalen Formulierung immer nach Wirtschaftlichkeitsprinzipien.
Gerade dies stellt einen wesentlichen Vorteil der Erfindung dar, daß nämlich die Mengen
und Mischungsverhältnisse der erfindungsgemäß verwendeten Guanidinium-Verbindungen
ohne Effizienzeinbußen in einem weiten Bereich vorrangig nach Wirtschaftlichkeitsüberlegungen
variiert werden können.
[0012] So bietet sich eine weitere, sehr wirtschaftliche Verwendung in der Form an, daß
man das Guanidinium-Carbonat im Unter- oder Überschuß mit zugesetzten oder im Kohlenwasserstoffgemisch
schon vorhandenen, freien Säuren, wie Carbonsäuren, insbesondere Fettsäuren, Sulfonsäuren
und/oder Phenolen oder auch mit sauren Alkoholen einsetzen kann. Hierbei kann das
Gewichtsverhältnis von Guanidinium-Carbonat zu freien Säuren zwischen 0,1 : 1 und
10 : 1 liegen. Bei Verwendung von Guanidinium-Carbonat im Unterschuß entsteht ein
Gemisch aus nicht umgesetzter Ausgangs-Chemikalie und entsprechender Guanidinium-Verbindung,
die dann erfindungsgemäR als Hilfsstoff wirkt. Bei Verwendung von Guanidinium-Carbonat
im Überschuß entsteht ein Gemisch aus Guanidinium-Carbonat und entsprechender Guanidinium-Verbindung,
das entsprechend wirkt. Ein Höchstmaß an Wirtschaftlichkeit wird erreicht, wenn die
oben erwähnten Ausgangs-Chemikalien Abfall- oder Rückstandsprodukte sind. Insbesondere
eignen sich die in großen Mengen anfallenden Abfall-Fettsäuren oder auch die Roh-Teersäuren
als äußerst wirtschaftliche Ausgangsprodükte zur Umsetzung mit Guanidinium-Carbonat.
[0013] Unabhängig von den verschiedenen Ausgestaltungen der erfindungsgemäß zur Verwendung
gelangenden Guanidinium-Verbindungen beinhaltet die Erfindung im Kern den Tatbestand,
daß Guanidinium-Verbindungen aufgrund der chemischen Struktur des Guanidinium-Kations
eine fragmentierende Wirkung auf hochmolekulare Kohlenwasserstoffgemische ausüben
und dadurch die Gewinnung niedriger molekularer Kohlenwasserstoffe begünstigen. Daneben
und sich überschneidend hiermit liegt außerdem eine die Lösbarkeit der Kohlenwasserstoffgemische
fördernde Wirkung der Guanidinium-Verbindung vor.
[0014] Ein besonders bevorzugtes Anwendungsgebiet der Erfindung ist die Be- arbeitun
g fester Kohlenwasserstoffe und hier ganz besonders die Verflüssigung oder Vergasung
von Kohle unter Einschluß solcher Ver
ga-sungsverfahren, bei denen die Kohle in wäßriger Lösung zur Reaktion gebracht wird.
[0015] Hier ermöglicht die Verwendung von Guanidinium-Verbindungen als Hilfsstoff im besonderen
Maße, die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen.
[0016] Die erfindungsgemäß verwendeten Guanidinium-Verbindungen haben dabei im wesentlichen
die Wirkung, daß sie den gewünschten Rruch von Bindungskräften innerhalb des Molekül-Gitters
der Kohle erleichtern und die im molekularen Reaktionsgeschehen nachfolgende Absättigung
der Bruchstellen mit Wasserstoff beschleunigen. Es wird dadurch der Vorteil er- reicht,
daß der bei den meisten Verfahrens-Varianten vorgesehene Einsatz von Katalysatoren
reduziert oder sogar ganz überflüssig gemacht wird, und daß es außerdem möglich wird,
statt reinem molekularem Wasserstoff mindestens teilweise billigere Hydriergase für
die Verflüssigung oder Vergasung der Kohle zu verwenden. Durch beides werden die bekannten
Verfahren unmittelbar kostenmäßig entlastet.
[0017] Die erfindungsgemäß verwendeten Guanidinium-Verbindungen zersetzen sich bei erhöhter
Temperatur zu hochreaktiven Zerfallsprodukten, die ihrerseits wiederum in sehr erwünschter
Weise die Hydrierunpsreaktion begünstigen können. Besonders stark ausgeprägt wird
dieser Effekt mit Guanidinium-Carbonat erhalten. Dem in dieser Hinsicht auch in Betracht
kommenden Chlorid, Sulfat oder Nitrat ist das Guanidinium-Carbonat aus den bereits
früher genannten Gründen der
Korrisionsverhinderung, des Umweltschutzes und eines besser steuer-
"baren Zerfalls überlegen. Außerdem ist es, wie bereits ebenfalls angegeben, besonders
preiswert.
[0018] Das Guanidinium-Carbonat kann im Prinzip auch bei der Kohleverflüssigung als Hilfsstoff
allein eingesetzt werden. Besonders vorteilhaft gerade hier ist allerdings die Verwendung
in Verbindung mit fettsauren Guanidinium-Salzen. Durch diese, insbesonde durch Stearate,
wird die Wechselwirkung des Guanidinium-Carbonats mit dem Kohlenwasserstoffgemisch
im Sinne einer Lösehilfe verbessert, und zwar besonders im Bereich niedriger Temperaturen,
etwa unter
150 °C. Dies trägt in vorteilhafter Weise zur Stabilisierung der bei der Kohleverflüssigung
verarbeiteten Kohle-Anreiböl-Suspension bei und lenkt die Heterogen-Reaktion Wasserstoff/Kohle
mehr in Richtung einer Homogen-Reaktion.
[0019] Das angewandte Verhältnis von Guanidinium-Carbonat zu der/den stärker als Lösehilfe
wirkenden Guanidinium-Verbindung(en) richtet sich im Einzelfall nach den jeweiligen
Verflüssiounos-Verfahren und den Eigenschaften der Ausgangsstoffe. Das bevorzugte
Verhältnis von Guanidinium-Carbonat zu fettsaurem Guanidinium-Salz, insbesondere Stearat,
beträgt zwischen 0,3 : 1 und 3 : 1, wobei ungefähr 3 : 1 ganz besonders bevorzugt
wird.
[0020] Im allgemeinen wird man die erfindungsgemäß verwendeten Guanidinium-Verbindungen
am Eingang des Verflüssigun
gs- bzw. Vergasungs-Verfahrens den Ausgangsstoffen, und zwar vorzugsweise in Substanz,
zusetzen. Z. B. kann die Zugabe zusammen mit den gegebenenfalls noch verwendeten Katalysatoren
erfolgen. So ist eine geeignete Zugabe-Stelle bei den Kohle-Verflüssigungs-Verfahren
gemäß DE-OS ?8 03 985 und DE-OS 27 11 105, für die die Erfindung besonders geeignet
ist, der in den DE-OS hinsichtlich seiner übrigen Funktion und seiner Anordnung näher
erläuterte Mischbehälter 2.
[0021] In diesem Mischbehälter wird eine Suspension der zu behandelnden, fein gemahlenen
Kohle bereitgestellt. Die Suspension gelangt bei den bekannten Verfahren unmittelbar
in eine Reaktionszone, in welcher durch Behandlung der Suspension unter erhöhtem Druck
von typischerweise 10 bis 300 bar und bei einer erhöhten Reaktionstemperatur von typischerweise
250 bis 500°C nieder molekulare, flüssige Kohlenwasserstoffe erzeugt werden.
[0022] Für die Zwecke der Erfindung hat es sich als günstio erwiesen, in Abweichung von
diesem bekannten Vorgehen der Behandlung in der Reaktionszone eine Vorwärmung vorzuschalten,
bei welcher die bereits mit Guanidinium-Verbindung(en) versetzte und ggf. schon unter
erhöhtem Druck stehende Suspension auf eine Zwischentemperatur, die kleiner als die
Reaktionstemperatur ist, erwärmt und auf dieser Zwischentemperatur für 1 bis 30 min
gehalten wird, bevor die Erhitzung auf die Reaktionstemperatur erfolgt. Durch diese
Vorwärmung wird die Wirkung der Guanidinium-Verbindungen in höchstem Maße ausgenutzt
und der Umsatz bei der anschließenden, eigentlichen Hydrierungs-Behandlung besonders
hoch.
[0023] Insgesamt wird mit der Erfindung erreicht, daß sich unter den verschiedensten Reaktionsbedingungen
eine erhöhte Freisetzung und/oder Auflösung von Kohlenwasserstoffen und dementsprechend
ein erhöhter Umsatz ergibt. Dies ermöglicht es auch, die Hydrierung unter milderen
Bedingungen, als sie bei den bekannten bisherigen Verfahren angezeigt waren, durchzuführen.
Hierzu das folgende
[0024] Beispiel:
In einem Zwei-Liter-Autoklav wurden 200.g Flamm-Kohle, 300 g Kohle-Öl (Siedetemperatur
über 200 °C) und 3 g Guanidinium-Stearat (= 1,5 Gew.-%, bezogen auf das Trockengewicht
der Flamm-Kohle) unter 30-bar-N2-Druck durch intensives Rühren miteinander vermischt. Dann wurde die Mischung auf
eine Zwischentemperatur von 180 °C erwärmt und für 30 min auf dieser Temperatur gehalten.
Anschliessend wurde die Mischung auf eine Reaktionstemperatur von 200 °C erhitzt und
wiederum für 30 min auf dieser Temperatur gehalten. Zwei weitere Versuche wurden bei
im übrigen gleichen Bedingungen mit einer Reaktionstemperatur von 250 °C und 300 °C
durchgeführt.
[0025] In einer zweiten Versuchsreihe aus drei Versuchen wurde statt 3 g Guanidinium-Stearat
3
g Guanidinium-Carbonat verwendet. Alle übrigen Bedingungen waren die gleichen wie zuvor
beschrieben.
[0026] Schließlich wurde zu Vergleichszwecken eine dritte Versuchsreihe mit drei Versuchen
durchgeführt, bei welcher ohne Zusatz von Guanidinium-Verbindungen gearbeitet wurde.
Alle übrigen Bedingungen waren wiederum die gleichen wie zuvor beschrieben.
[0027] Die bei den verschiedenen Versuchen erhaltenen Reaktionsmischungen wurden in 30-o-Anteilen
aufgearbeitet. Die Anteile wurden unter Rückfluß von 100 ml THF ausgewaschen. Nach
Filtration wurde der
Auflösungsgrad der Kohle anhand der analytisch gemessenen Anreicherung des Asche-Gehaltes
der Rückstands-Kohle bestimmt. Es ergaben sich folgende

[0028] Es ist offenkundig, daß die erhöhte Auflösung, die in den vorstehenden Versuchsreihen
aufgezeigt ist, zu einem erhöhten Umsatz führt, wenn die entsprechende Reaktionsmischung
hydriert wird. Die Versuchsdurchführung unter Stickstoffdruck ermöglicht es, die isolierte
Wirkung der Guanidinium-Verbindung zu demonstrieren. Bei einer Versuchsdurchführung
in Gegenwart von Wasserstoff würde dessen zusätzliche, ähnliche Wirkung den spezifischen
Beitrag der Guanidinium-Verbindung teilweise maskieren.
1. Verfahren zur Erzeugung niedriger molekularer Kohlenwasserstoffe aus höher molekularen
Kohlenwasserstoffen, insbesondere zur Verflüssigung von Kohle, gekennzeichnet durch
die Verwendung von Guanidinium-Verbindungen als Hilfsstoffe.
2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Verwendung der Guanidinium-Verbindungen
in einer Gesamt-Menge von bis zu 10 Gew.-%, bevorzugt von 0,1 - 3 Gew.-%, bezogen
auf das Gewicht der als Ausgangsmaterial eingesetzten Kohlenwasserstoffe.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch die Verwendung von Guanidinium-Carbonat.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch die Verwendung von Guanidinium-Caarbonat
in Verbindung mit einer oder mehreren der aus der Gruppe carbonsaures Guanidinium-Salz,
Guanidinium-Phenolat, Guanidinium-Sulfonat, Guanidinium-Alkoholat ausgewählten Substanzen.
5. Verfahren nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch die Verwendung von Guanidinium-Carbonat
in Verbindung mit fettsauren Guanidinium-Salzen.
6. Verfahren nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch die Verwendung von Guanidinium-Carbonat
in Verbindung mit Guanidinium-Phenolaten.
7. Verfahren nach Anspruch 4, 5 oder 6, gekennzeichnet durch eine Verwendung des Guanidinium-Carbonats
in Verbindung mit anderen Guanidinium-Verbindungen in einem Gewichtsverhältnis des
Guanidinium-Carbonats zu den anderen Guanidinium-Verbindungen zwischen 0,3:1 und 3:1.
8. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch die Verwendung von Guanidinium-Carbonat
im Gemisch mit einer oder mehreren der aus der Gruppe Carbonsäure, Phenol, Sulfonsäure,
Alkohol ausgewählten Substanzen.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei welchem eine Suspension fester
höher molekularer Kohlenwasserstoffe unter erhöhtem Druck auf eine erhöhte Reaktionstemperatur
erhizt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die mit mindestens einer Guanidinium-Verbindung
versetzte Suspension auf eine unterhalb der Reaktionstemperatur liegende Zwischentemperatur
erwärmt, für ungefähr 1 bis 30 min auf der Zwischentemperatur gehalten und dann auf
die Reaktionstemperatur erhitzt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9 zur Verflüssigung von Kohle, dadurch gekennzeichnet,
daß mit einer Zwischentemperatur von 100 bis 300 °C, vorzugsweise ca. 200 °C gearbeitet
wird.