[0001] Beim Transferdruck wird ein mit der Transferdruckfarbe bedruckter Hilfsträger, im
allgemeinen Papier, auf einem Kalander oder einer Bügelpresse auf das zu bedruckende
Textilmaterial bei erhöhter Temperatur aufgedrückt. Dabei wird der Farbstoff durch
Sublimation auf das Textilmaterial übertragen. Die erhaltenen Textildrucke besitzen
eine hervorragende Punkt-und Konturschärfe und benötigen keine der üblicherweise im
Textildruck erforderlichen Nachbehandlungen, wie Dämpfen, Fixieren oder Waschen.
[0002] In der GB-PS 1.504.705 werden Farbstoffe der Formel 1

für den Transferdruck beschrieben, wobei R
4 und R
5 H, Alkyl oder Alkenyl mit 1 bis 5 C-Atomen und R
3 H, CH
3, C
2H
5 oder OCH
3 bedeuten. Überraschenderweise wurde nun gefunden, daß die Farbstoffe der nachstehenden
Formel 11 für das Transferdruckverfahren besonders gut geeignet sind. Die vorliegende
Erfindung betrifft daher ein Verfahren zum Bedrucken von synthetischem, hydrophobem
Fasermaterial oder von Mischungen von synthetischem, organischem Fasermaterial mit
präparierten Cellulosefasern, ferner präparierten oder modifizierten Cellulosefasern
nach dem T
ransferdruckprinzip, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man als sublimierbare Farbstoffe
Azofarbstoffe der allgemeinen Formel II

verwendet, worin R H, eine geradkettige oder verzweigte Alkylgruppe mit 1-4 C-Atomen
oder eine geradkettige oder ver-
zweigte Alkenylgruppe mit 3-4 C-Atomen, R
2 eine geradkettige Alkylgruppe mit 1-4 C-Atomen oder eine geradkettige Alkenylgruppe
mit 3-4 C-Atomen-hedeuten. Die Farbstoffe der Formel II werden nach an sich bekannten,
z.B. in der DE-AS 10 19 415 beschriebenen Verfahren hergestellt, indem man 2-Amino-5-nitro-thiazol
diazotiert und auf N-Acetyl-m-phenylendiaminderivate der Formel III
[0003]

kuppelt, worin R
1 und R
2 die oben angegebene Bedeutung be-sitzen.
[0004] Die Kupplungskomponenten sind nach an sich bekannten Verfahren z.B. durch Umsetzungen
von N-Acetyl-m-phenylendiamin und Alkyl- bzw. Alkenylhalogeniden leicht zugänglich.
[0005] Als Kupplungskomponenten kommen beispielsweise in Betracht:
1-
Acetylamino-3-N,N-diethylamino-benzol, 1-Acetylamino-3-(N-allyl-N-ethyl)amino-benzöl,
1-Acetylamino-3-N-allylamino-benzol,
1-
Acetylamino-3-isopropylamino-benzol, 1-Acetylamino-3-tert.-
butylamino-benzol, 1-Acetylamino-3-(N-1-propenyl-N-propyl)-amino-benzol, 1-Acetylamino-3-(N-2-butenyl-N-n-butyl)aminobenzol,
1-Acetylamino-3-(N-isopropyl-N-methyl)amino-benzol, 1-Acetylamino-3-N-methallylamino-benzol,
1-Acetylamino-3-(N-methallyl-N-allyl)amino-benzol, 1-Acetylamino-3-(N-isopropyl-N-allyl)amino-benzol.
[0006] Bevorzugt werden Farbstoffe der Formel IV
[0007]

worin R
1 die oben angegebene Bedeutung besitzt. Besonders geeignet für das erfindungsgemäße
Verfahren ist der Farbstoff der Formel V

Das Transferdruckverfahren ist z.B. in den französichen Patentschriften 1.223.330
und 1.334.829 beschrieben worden. Die Farbstoffe werden z.B. in Form von Drucktinten,
wie sie z.B. in der französischen Patentschrift 1.573.698 beschrieben sind, oder als
Pasten auf Hilfsträger, wie Papier, andere Cellulosematerialien, wie Baumwolle oder
Cellophan, Metallfolien und dergleichen, wie sie aus der französischen Patentschrift
1.575.069 bekannt sind, durch Foulardieren, Pflatsch-Walzen oder Spritzpistolen aufgebracht.
Die Farbstoffe können auf die Hilfsträger auch nach Druckverfahren mit üblichen Druckmaschinen
wie z.B. Rouleaux-, Tief-, Rotationsschablonen-, Flachschablonen-, Relief- oder Flexo-Druckmaschinen
aufgebracht werden. Die Drucktinten stellen gegebenenfalls kunstharzhaltige Farbstofflösungen
oder -dispersionen in geeigneten, organischen Lösungsmitteln, beispielsweise Kohlenwasserstoffen,
wie z.B. Benzol, Toluol, Xylol, Chlorkohlenwasserstoffen, wie z.B. Chlorbenzol, Chloroform,
Dichloräthan, Trichloräthylen, Perchloräthylen, Alkoholen, wie z.B. Ethanol, iso-Propanol,
Benzylalkohol und Estern, wie z.B. Essigester und deren Mischungen dar.
[0008] Bei wäßrigen Systemen liegen die Farbstoffe in fein dispergierter Form vor. Die damit
hergestellten Druckfarben enthalten Verdickungsmittel, wie z.B. Kernmehlderivate oder
Alginate oder synthetische Verdicker, wie z.B. veresterte und/oder verätherte Cellulosederivate,
bevorzugt in Kombination mit Ethanol.
[0009] Für den Transferdruck mit Farbstoffen der Formel II geeignete Substrate sind textile
Materialien, die aus Polyester, Cellulosetriacetat, Cellulose 2 1/2-acetat, Polyamid,
Polyacrylnitril, gegebenenfalls präparierte oder modifizierte Cellulosefasern und
Mischungen dieser Fasern, aber auch nichttextile Gegenstände wie Folien, Bänder oder
Blöcke aus handelsüblichen Polymerisat- oder Polykondensatkunststoffen.
[0010] Vom Hilfsträger werden die Farbstoffe auf das zu bedruckende Material durch Hitzeeinwirkung
bei 140 - 250°C, vorzugsweise bei 160 - 220°C, während 15 - 60 Sekunden oder länger
übersublimiert. Die Hitzeeinwirkung kann auf verschiedene Weise, z.B. durch Heißluft,
Heißdampf, Infrarotstrahlung oder Kontakthitze, gegebenenfalls auch unter Anwendung
von vermindertem Druck, erfolgen.
[0011] Die erfindungsgemäß benutzten Farbstoffe der Formel 11 liefern insbesondere auf Polyester,
aber auch auf präparierten Polyester-Baumwoll-Mischfasern und präparierten Cellulosefasern
Drucke mit vorzüglichen Farbausbeuten, d.h. hohen Farbstärken, und mit exzellenten
Echtheiten wie z.B. Lichtechtheit. Waschechtheit (Wäsche 40° und 60°) und Wasserechtheit.
Ferner besitzen die erfindungsgemäß verwendeten Farbstoffe der Formel I
I eine gewünschte marineblaue Nuance gegenüber den violetten Farbtönen der Farbstoffe
aus der GB-PS 1 504 705. In den nachfolgenden Beispielen sind Teile Gewichtsteile,
Prozente, sofern nichts anderes angegeben, Gewichtsprozente.
Beispiel 1
[0012] 75 Teile des Farbstoffs der Formel

50 g eines anionischen Dispergiermittels, wie z.B. eines Ligninsulfonates oder eines
Kondensationsproduktes aus Naphthalinsulfonsäure und Formaldehyd, und 100 Teile Wasser
werden in einer Kugelmühle durch achtstündiges Mahlen in eine feinverteilte Form übergeführt.
50 - 200 Teile der so erhaltenen, wäßrigen Dispersion werden mit 400 Teilen einer
10%igen Johannisbrotkernmehlätherverdickung und 550 bis 400 Teilen Wasser angeteigt.
Mit dieser Druckpaste wird ein Papier im Tiefdruckverfahren bedruckt. Verpreßt man
dieses Papier während 15 bis 60 Sekunden bei 200°C mit einem Textil aus Polyesterfasern,
so erhält man einen klaren, farbstarken, marineblauen Druck mit guten Echtheiten.
[0013] Der Farbstoff wurde auf folgendem Wege hergestellt: Eine Lösung von (0,2 Mol) diazotiertem
2-Amino-5-nitrothiazol in einem Gemisch aus Schwefelsäure, Essigsäure und Propionsäure
(erhalten nach der Vorschrift des Beispiels 1 von DE-AS 1 019 415) wird bei 0 bis
+5
0C zu einer Lösung von 46 g N,
N-Diallyl-N'-acetyl-m-phenylendiamin in 200 ml einer Mischung von Propionsäure und
Essigsäure (Volumenverhältnis 1:6), die in einem Eisbad gekühlt wird, zugesetzt. Nach
einer kurzen Zeit wird die Reaktionsmischung gegen Kongopapier neutralisiert, indem
man Natriumacetat portionsweise zusetzt und das Kupplungsgemisch 2 bis 3 Stunden lang
sich selbst überläßt. Die Mischung wird dann in Eiswasser gegossen und nach kurzem
Rühren der entstandene Azofarbstoff durch Filtrieren isoliert. Es wurde gründlich
mit Wasser gewaschen und getrocknet. Man erhält 54 g des Farbstoffs vom Schmelzpunkt
162°C.
[0014] Das als Kupplungskomponente benötigte N,N-Diallyl-N'-acetyl-m-phenylendiamin ist
nach folgendem Verfahren zugänglich: 1000 Teile Wasser, 200 Teile Ethanol, 150 Teile
N-Acetyl-m-phenylcndiamin und 383 Teile Allylchlorid werden 10 Stunden am Rückfluß
erhitzt, wobei man 200 Teile einer 30 %igen, wäßrigen Ammoniaklösung zusetzt. Anschließend
wird 2 Stunden mit Wasserdampf destilliert, dann der Sumpf auf 20°C abgekühlt und
das Produkt abfiltriert. Man erhält 195 Teile N,N-Diallyl-N'- acetyl-m-phenylendiamin
vom Schmelzpunkt 75°C.
Beispiel 2
[0015] 40 Teile des Farbstoffs der Formel

werden mit 60 Teilen Kolophonium bei 100 bis 110°C in einem Kneter bis zur vollständigen
Homogenisierung geknetet und nach dem Abkühlen auf einer der üblichen Mühlen gemahlen.
Man erhält ein feinkörniges Farbstoffpulver. 100 Teile der 40 %igen Farbstoffpräparation
werden in 960 Teilen Firnis (beispielsweise ein Gemisch aus 20 % kolophoniummodifiziertem
Maleinat-Harz, 10 % Polyvinylbutyral, 65% Ethanol und 5 % Ethylglykol) eingerührt.
Mit der so erhaltenen Drucktinte wird im Tiefdruck Papier bedruckt. Verpreßt man dieses
Papier während 15 - 60 Sekunden bei 200°C mit einem Gewebe aus Polyesterfasern, so
erhält man einen farbstarken, marineblauen Druck mit guten Echtheiten.