(19)
(11) EP 0 030 028 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
10.06.1981  Patentblatt  1981/23

(21) Anmeldenummer: 80107480.8

(22) Anmeldetag:  29.11.1980
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3D06P 5/00, C09B 29/09
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE FR GB IT LI

(30) Priorität: 04.12.1979 DE 2948678

(71) Anmelder: CASSELLA Aktiengesellschaft
D-60386 Frankfurt (DE)

(72) Erfinder:
  • Tappe, Horst, Dr.
    D-6057 Dietzenbach (DE)
  • Schuster, Claus
    D-6232 Hofheim (DE)

(74) Vertreter: Urbach, Hans-Georg, Dr. 
Hanauer Landstrasse 526
D-60386 Frankfurt
D-60386 Frankfurt (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Verfahren zum Bedrucken von synthetischem, hydrophobem Fasermaterial nach dem Transferdruckprinzip


    (57) Verfahren zum Bedrucken von synthetischem, hydrophobem Fasermaterial oder von Mischungen von synthetischem, hydrophobem Fasermaterial mit präparierten Cellulosematerialien oder präparierten Cellulosematerialien nach dem Transferdruckprinzip mit sublimierbaren Azofarbstoffen der Formel II

    worin R1 H, eine geradkettige oder verzweigte Alkylgruppe mit 1 bis 4 C-Atomen oder eine geradkettige oder verzweigte Alkenylgruppe mit 3 bis 4 C-Atomen, R2 eine geradkettige Alkylgruppe mit 1 bis 4 C-Atomen oder eine geradkettige Alkenylgruppe mit 3 bis 4 C-Atomen bedeuten.


    Beschreibung


    [0001] Beim Transferdruck wird ein mit der Transferdruckfarbe bedruckter Hilfsträger, im allgemeinen Papier, auf einem Kalander oder einer Bügelpresse auf das zu bedruckende Textilmaterial bei erhöhter Temperatur aufgedrückt. Dabei wird der Farbstoff durch Sublimation auf das Textilmaterial übertragen. Die erhaltenen Textildrucke besitzen eine hervorragende Punkt-und Konturschärfe und benötigen keine der üblicherweise im Textildruck erforderlichen Nachbehandlungen, wie Dämpfen, Fixieren oder Waschen.

    [0002] In der GB-PS 1.504.705 werden Farbstoffe der Formel 1

    für den Transferdruck beschrieben, wobei R4 und R5 H, Alkyl oder Alkenyl mit 1 bis 5 C-Atomen und R3 H, CH3, C2H5 oder OCH3 bedeuten. Überraschenderweise wurde nun gefunden, daß die Farbstoffe der nachstehenden Formel 11 für das Transferdruckverfahren besonders gut geeignet sind. Die vorliegende Erfindung betrifft daher ein Verfahren zum Bedrucken von synthetischem, hydrophobem Fasermaterial oder von Mischungen von synthetischem, organischem Fasermaterial mit präparierten Cellulosefasern, ferner präparierten oder modifizierten Cellulosefasern nach dem Transferdruckprinzip, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man als sublimierbare Farbstoffe Azofarbstoffe der allgemeinen Formel II

    verwendet, worin R H, eine geradkettige oder verzweigte Alkylgruppe mit 1-4 C-Atomen oder eine geradkettige oder ver- zweigte Alkenylgruppe mit 3-4 C-Atomen, R2 eine geradkettige Alkylgruppe mit 1-4 C-Atomen oder eine geradkettige Alkenylgruppe mit 3-4 C-Atomen-hedeuten. Die Farbstoffe der Formel II werden nach an sich bekannten, z.B. in der DE-AS 10 19 415 beschriebenen Verfahren hergestellt, indem man 2-Amino-5-nitro-thiazol diazotiert und auf N-Acetyl-m-phenylendiaminderivate der Formel III

    [0003] 

    kuppelt, worin R1 und R2 die oben angegebene Bedeutung be-sitzen.

    [0004] Die Kupplungskomponenten sind nach an sich bekannten Verfahren z.B. durch Umsetzungen von N-Acetyl-m-phenylendiamin und Alkyl- bzw. Alkenylhalogeniden leicht zugänglich.

    [0005] Als Kupplungskomponenten kommen beispielsweise in Betracht: 1-Acetylamino-3-N,N-diethylamino-benzol, 1-Acetylamino-3-(N-allyl-N-ethyl)amino-benzöl, 1-Acetylamino-3-N-allylamino-benzol, 1-Acetylamino-3-isopropylamino-benzol, 1-Acetylamino-3-tert.-butylamino-benzol, 1-Acetylamino-3-(N-1-propenyl-N-propyl)-amino-benzol, 1-Acetylamino-3-(N-2-butenyl-N-n-butyl)aminobenzol, 1-Acetylamino-3-(N-isopropyl-N-methyl)amino-benzol, 1-Acetylamino-3-N-methallylamino-benzol, 1-Acetylamino-3-(N-methallyl-N-allyl)amino-benzol, 1-Acetylamino-3-(N-isopropyl-N-allyl)amino-benzol.

    [0006] Bevorzugt werden Farbstoffe der Formel IV

    [0007] 

    worin R1 die oben angegebene Bedeutung besitzt. Besonders geeignet für das erfindungsgemäße Verfahren ist der Farbstoff der Formel V

    Das Transferdruckverfahren ist z.B. in den französichen Patentschriften 1.223.330 und 1.334.829 beschrieben worden. Die Farbstoffe werden z.B. in Form von Drucktinten, wie sie z.B. in der französischen Patentschrift 1.573.698 beschrieben sind, oder als Pasten auf Hilfsträger, wie Papier, andere Cellulosematerialien, wie Baumwolle oder Cellophan, Metallfolien und dergleichen, wie sie aus der französischen Patentschrift 1.575.069 bekannt sind, durch Foulardieren, Pflatsch-Walzen oder Spritzpistolen aufgebracht. Die Farbstoffe können auf die Hilfsträger auch nach Druckverfahren mit üblichen Druckmaschinen wie z.B. Rouleaux-, Tief-, Rotationsschablonen-, Flachschablonen-, Relief- oder Flexo-Druckmaschinen aufgebracht werden. Die Drucktinten stellen gegebenenfalls kunstharzhaltige Farbstofflösungen oder -dispersionen in geeigneten, organischen Lösungsmitteln, beispielsweise Kohlenwasserstoffen, wie z.B. Benzol, Toluol, Xylol, Chlorkohlenwasserstoffen, wie z.B. Chlorbenzol, Chloroform, Dichloräthan, Trichloräthylen, Perchloräthylen, Alkoholen, wie z.B. Ethanol, iso-Propanol, Benzylalkohol und Estern, wie z.B. Essigester und deren Mischungen dar.

    [0008] Bei wäßrigen Systemen liegen die Farbstoffe in fein dispergierter Form vor. Die damit hergestellten Druckfarben enthalten Verdickungsmittel, wie z.B. Kernmehlderivate oder Alginate oder synthetische Verdicker, wie z.B. veresterte und/oder verätherte Cellulosederivate, bevorzugt in Kombination mit Ethanol.

    [0009] Für den Transferdruck mit Farbstoffen der Formel II geeignete Substrate sind textile Materialien, die aus Polyester, Cellulosetriacetat, Cellulose 2 1/2-acetat, Polyamid, Polyacrylnitril, gegebenenfalls präparierte oder modifizierte Cellulosefasern und Mischungen dieser Fasern, aber auch nichttextile Gegenstände wie Folien, Bänder oder Blöcke aus handelsüblichen Polymerisat- oder Polykondensatkunststoffen.

    [0010] Vom Hilfsträger werden die Farbstoffe auf das zu bedruckende Material durch Hitzeeinwirkung bei 140 - 250°C, vorzugsweise bei 160 - 220°C, während 15 - 60 Sekunden oder länger übersublimiert. Die Hitzeeinwirkung kann auf verschiedene Weise, z.B. durch Heißluft, Heißdampf, Infrarotstrahlung oder Kontakthitze, gegebenenfalls auch unter Anwendung von vermindertem Druck, erfolgen.

    [0011] Die erfindungsgemäß benutzten Farbstoffe der Formel 11 liefern insbesondere auf Polyester, aber auch auf präparierten Polyester-Baumwoll-Mischfasern und präparierten Cellulosefasern Drucke mit vorzüglichen Farbausbeuten, d.h. hohen Farbstärken, und mit exzellenten Echtheiten wie z.B. Lichtechtheit. Waschechtheit (Wäsche 40° und 60°) und Wasserechtheit. Ferner besitzen die erfindungsgemäß verwendeten Farbstoffe der Formel II eine gewünschte marineblaue Nuance gegenüber den violetten Farbtönen der Farbstoffe aus der GB-PS 1 504 705. In den nachfolgenden Beispielen sind Teile Gewichtsteile, Prozente, sofern nichts anderes angegeben, Gewichtsprozente.

    Beispiel 1



    [0012] 75 Teile des Farbstoffs der Formel

    50 g eines anionischen Dispergiermittels, wie z.B. eines Ligninsulfonates oder eines Kondensationsproduktes aus Naphthalinsulfonsäure und Formaldehyd, und 100 Teile Wasser werden in einer Kugelmühle durch achtstündiges Mahlen in eine feinverteilte Form übergeführt. 50 - 200 Teile der so erhaltenen, wäßrigen Dispersion werden mit 400 Teilen einer 10%igen Johannisbrotkernmehlätherverdickung und 550 bis 400 Teilen Wasser angeteigt. Mit dieser Druckpaste wird ein Papier im Tiefdruckverfahren bedruckt. Verpreßt man dieses Papier während 15 bis 60 Sekunden bei 200°C mit einem Textil aus Polyesterfasern, so erhält man einen klaren, farbstarken, marineblauen Druck mit guten Echtheiten.

    [0013] Der Farbstoff wurde auf folgendem Wege hergestellt: Eine Lösung von (0,2 Mol) diazotiertem 2-Amino-5-nitrothiazol in einem Gemisch aus Schwefelsäure, Essigsäure und Propionsäure (erhalten nach der Vorschrift des Beispiels 1 von DE-AS 1 019 415) wird bei 0 bis +50C zu einer Lösung von 46 g N,N-Diallyl-N'-acetyl-m-phenylendiamin in 200 ml einer Mischung von Propionsäure und Essigsäure (Volumenverhältnis 1:6), die in einem Eisbad gekühlt wird, zugesetzt. Nach einer kurzen Zeit wird die Reaktionsmischung gegen Kongopapier neutralisiert, indem man Natriumacetat portionsweise zusetzt und das Kupplungsgemisch 2 bis 3 Stunden lang sich selbst überläßt. Die Mischung wird dann in Eiswasser gegossen und nach kurzem Rühren der entstandene Azofarbstoff durch Filtrieren isoliert. Es wurde gründlich mit Wasser gewaschen und getrocknet. Man erhält 54 g des Farbstoffs vom Schmelzpunkt 162°C.

    [0014] Das als Kupplungskomponente benötigte N,N-Diallyl-N'-acetyl-m-phenylendiamin ist nach folgendem Verfahren zugänglich: 1000 Teile Wasser, 200 Teile Ethanol, 150 Teile N-Acetyl-m-phenylcndiamin und 383 Teile Allylchlorid werden 10 Stunden am Rückfluß erhitzt, wobei man 200 Teile einer 30 %igen, wäßrigen Ammoniaklösung zusetzt. Anschließend wird 2 Stunden mit Wasserdampf destilliert, dann der Sumpf auf 20°C abgekühlt und das Produkt abfiltriert. Man erhält 195 Teile N,N-Diallyl-N'- acetyl-m-phenylendiamin vom Schmelzpunkt 75°C.

    Beispiel 2



    [0015] 40 Teile des Farbstoffs der Formel

    werden mit 60 Teilen Kolophonium bei 100 bis 110°C in einem Kneter bis zur vollständigen Homogenisierung geknetet und nach dem Abkühlen auf einer der üblichen Mühlen gemahlen. Man erhält ein feinkörniges Farbstoffpulver. 100 Teile der 40 %igen Farbstoffpräparation werden in 960 Teilen Firnis (beispielsweise ein Gemisch aus 20 % kolophoniummodifiziertem Maleinat-Harz, 10 % Polyvinylbutyral, 65% Ethanol und 5 % Ethylglykol) eingerührt. Mit der so erhaltenen Drucktinte wird im Tiefdruck Papier bedruckt. Verpreßt man dieses Papier während 15 - 60 Sekunden bei 200°C mit einem Gewebe aus Polyesterfasern, so erhält man einen farbstarken, marineblauen Druck mit guten Echtheiten.


    Ansprüche

    1. Verfahren zum Bedrucken von synthetischem, hydrophobem Fasermaterial oder von Mischungen von synthetischem, hydrophobem Fasermaterial mit präparierten Cellulosematerialien oder präparierten Cellulosematerialien nach dem Transferdruckprinzip, dadurch gekennzeichnet, daß man als sublimierbaren Farbstoff einen Azofarbstoff der allgemeinen Formel II

    verwendet, worin R1 H, eine geradkettige oder verzweigte Alkylgruppe mit 1-4 C-Atomen oder eine geradkettige oder verzweigte Alkenylgruppe mit 3-4 C-Atomen, R2 eine geradkettige Alkylgruppe mit 1-4 C-Atomen oder eine geradkettige Alkenylgruppe mit 3-4 C-Atomen bedeuten.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man Farbstoffe der Formel IV

    verwendet, worin R1 die im Anspruch 1 angegebene Bedeutung besitzt.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man den Farbstoff der Formel V

    verwendet.
     





    Recherchenbericht