[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Optimieren einer Elektrofilteranlage.
[0002] Zur Abscheidung von Staub sind bereits seit längerer Zeit Elektrofilter bekannt,
bei denen die Staubteilchen elektrisch geladen und an Elektroden abgeschie-c den werden.
Die Abscheideleistung ist dabei in etwa dem Quadrat der Filterspannung proportional.
Steuerverfahren und Schaltungen für derartige Filter sind beispielsweise aus der Siemens-Zeitschrift
1971, Seiten 567-572 bekannt.
[0003] Es gibt nun Elektrofilteranlagen, die aus einer Reihe von Einzelkammern bestehen,
die parallel und/oder in Reihe geschaltet sind. Sieht man für jede dieser Kammern
eine eigene Spannungsversorgungsanlage mit Regelung vor, so kann man sich die Gesamtanlage
aus einer Reihe von einzelnen Elektrofiltern zusammengesetzt denken. Aus Gründen der
Reinhaltung der Luft und/oder Rückgewinnung wertvollen Nutzstaubes ist es häufig bei
einer Elektrofilteranlage von größtem Interesse, die Abscheideleistung und damit den
Entstaubungsgrad auf einen vorgegebenen Wert zu halten. Hierzu kann die Staubbeladung
des die Anlage verlassenden Rauches oder Gases gemessen und dann entsprechend in die
Anlage eingegriffen werden.
[0004] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine Elektrofilteranlage im
Hinblick auf Energieaufwand und Abscheidung zu optimieren.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die den einzelnen Elektrofiltern
zugeführten elektrischen Energien auf iterativem Wege derart selbsttätig verändert
werden, daß die Gesamtsumme der Energien bei vorgegebener Staubbeladung am Anlagenausgang
einem Minimum zustrebt. Alternativ wird zur Optimierung die vorzugebende Staubbeladung
selbsttätig aüs dem Vergleich der aufzuwendenden Gesamtenergie mit der Menge des abscheidbaren
Nutzstaubes ermittelt.
[0006] Auf die erste Weise werden die Abscheideleistungen so auf die jeweiligen Filter verteilt,
daß sich für die einzelnen Filter der günstigste Wirkungsgrad - d.h. elektrischer
Aufwand zur abgeschiedenen Staubmenge - ergibt.
[0007] Bei einer Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens ist vorteilhafterweise den
Energiereglern der einzelnen Filter ein Staubbeladung und Energieminimum steuernder
Leitregler überlagert, der die Führungsgrößen für die Regler vorgibt. Hierbei sind
vorzugsweise die einzelnen Regler als Mikrocomputersysteme ausgebildet, die über einen
Sammelbus mit einem als Leitregler dienenden Leitrechner verbunden sind.
[0008] Anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles sei die Erfindung
näher erläutert; es zeigen:
Figur 1 ein schematisches Schaltbild der Anlage und
Figur 2 Zusammenhänge zwischen Staubbeladung und Energieaufwand in den einzelnen Filtern.
[0009] Die schematisch gezeigte Elektrofilteranlage besteht aus den einzelnen Filtern 1,
2 und 3; der zu reinigende Gasstrom 6 durchfließt in Richtung des Pfeiles 7 nacheinander
die einzelnen Filter 1 bis 3.
[0010] Wie schematisch in Figur 1 angedeutet, besteht jedes Elektrofilter 1 aus dem eigentlichen
Filterteil 11 mit den Elektroden zur Abscheidung des Staubes und einer Spannungsversorgung
12, die in an sich bekannter Weise aus einem an ein Wechselstromnetz angeschlossenen
Thyristorstellglied, einem Hochspannungstransformator und einem sekundärseitigen Hochspannungsgleichrichter
aufgebaut ist. Durch Ansteuerung des Thyristorstellgliedes über den Regler 13 kann
sekundärseitig eine vorgegebene Gleichspannung eingehalten werden.
[0011] Die am Ausgang der Anlage herrschende Staubbeladung wird mit einem Meßgerät 5 erfaßt
und der Entstaubungsgrad D
i in einem als Rechner ausgebildeten Leitregler 4 mit einem vorgegebenen Sollwert D
s verglichen. Dieser gibt dann die einzelnen Energiesollwerte US über den Datenbus
41 an die Regler 13, 23 und 33 der Filter 1, 2 und 3 vor.
[0012] Die dem Elektrofilter 1 zugeführte Leistung E1 ist z.B. über das Produkt von Primärspannung
und Primärstrom oder durch die sekundärseitigen Filtergrößen erfaßtbar. Ein dieser
Leistung E1 proportionales Signal wird an einen Energieminimumregler 42 im Leitregler
4 geführt. Gleichzeitig werden auch den Energien E2 und E3 der Filter 2 und 3 proportionale
Signale diesem Regler 42 zugeführt. Dieser bildet die Summe ≥ der Energien und beeinflußt
den Leitregler 4 derart, daß die Energiesumme ein Minimum wird; und zwar geschieht
dies dann durch entsprechende Vorgabe der einzelnen Sollwertenergien
[0013] U
S an die einzelnen Regler 13, 23 bzw. 33.
[0014] Figur 2 zeigt diese Zusammenhänge der Regelung.
[0015] Es ist z.B. gefordert, die Entstaubung auf den mit D angegebenen Wert zu halten.
Dies geschieht bis zum Zeitpunkt t1 durch die gezeigte Verteilung der elektrischen
Energien E1, E2 und E3 auf die einzelnen Filter 1, 2 und 3. Dies ergibt dann die Gesamtenergie
≥E.
[0016] Zum Zeitpunkt t1 wird die Energie des Filters 1 um den Betrag △E abgesenkt. Dies
hat zwar eine Absenkung der Gesamtenergie ΣE zur Folge, aber gleichzeitig auch eine
Senkung des tatsächlichen Entstaubungsgrades D . Zum Zeitpunkt t2 wird daher die dem
Filter 2 zugeführte Leistung E2 erhöht. Dies bringt zwar wieder'den Entstaubungsgrad
auf den alten Wert D , ergibt aber eine Vergrößerung des Gesamtenergieverbrauches
Σ E gegenüber dem ursprünglichen Zustand. Im Zeitpunkt t3 wird daher zu einer anderen
Strategie gegriffen, und zwar wird die Energie E1 erhöht. Dies erhöht gleichzeitig
den Abscheidegrad über das geforderte Maß D , daher wird zum Zeitpunkt t4 die Leistung
des Filters 2 soweit herabgesetzt, daß sich wieder der vorgegebene Entstaubungsgrad
D ergibt. Durch diesen Eingriff wird auch gleich- zeitig die erforderliche Gesamtenergie
Σ E des Elektrofiltersystems bei vorgegebenem Entstaubungsgrad geringer. Das vorstehend
beschriebene Verfahren wird dann auf iterativem Wege durch Verändern der einzelnen
Werte während des Betriebes der Elektrofilteranlage fortgesetzt, so daß die Anlage
stets am Energieoptimum arbeitet.
[0017] Durch das vorbeschriebene Vorgehen, das mit Hilfe der Rechnersysteme relativ leicht
und relativ schnell ausgeführt werden kann, wird sichergestellt, daß nicht mehr wertvolle
elektrische Energie verbraucht wird, als für das Erreichen eines vorgegebenen Entstaubungsgrades
erforderlich ist.
[0018] Eine weitere Optimierungsstrategie bei einer Elektrofilteranlage im Hinblick auf
Energieaufwand und Abscheidung ist dadurch gegeben, daß im Leitrechner die Kosten
der elektrischen Energie in bezug zu dem Wert des Nutzstaubes gesetzt wird und daß
hieraus der vorzugebende Entstaubungsgrad - der selbstverständlich über dem gesetzlich
vorgeschriebenen Standard liegen muß - ermittelt wird.
1. Verfahren zum Optimieren des Energieaufwandes bei einer aus mehreren Elektrofiltern
bestehenden Anlage, dadurch gekennzeichnet, daß die den einzelnen Elektrofiltern (1,
2, 3) zugeführten elektrischen Energien (E1, E2) auf iterativem Wege derart selbsttätig
verändert werden, daß die Gesamtsumme (E E) der Energien bei vorgegebener Staubbeladung
(D ) am Anlagenausgang einem Minimum zustrebt. s
2. Verfahren zum Optimieren der Reingasstaubbeladung. einer Elektrofilteranlage, dadurch
gekennzeichnet, daß die vorzugebende Staubbeladung (D ) selbsttätig aus dem Vergleich
der aufzuwendenden Gesamtenergie (ΣE) mit der Menge des abscheidbaren Nutzstaubes
ermittelt wird.
3. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß den Energiereglern (13, 23, 33) der einzelnen Filter (1, 2, 3) ein Reingasstabbeladung
und Energieminimum steuernder Leitregler (4) überlagert ist, der die Führungsgrößen
für die Regler vorgibt.
4. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Regler (13,
23, 33) als Mikrocomputersysteme ausgebildet sind, die über einen Sammelbus (41) mit
einem als Leitregler dienenden Leitrechner (4) verkehren.