[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur thermischen Behandlung von Pellets auf einer
Pelletbrennmaschine unter Hindurchleiten von heißen Gasen durch das Pellets-Bett,
wobei fester kohlenstoffhaltiger Brennstoff zur Erzeugung mindestens eines Teiles
der heißen Gase verbrannt wird, die Pellets mittels hindurchgeleiteter Kühlgase gekühlt
werden und mindestens ein Teil der aufgeheizten Kühlgase in die thermische Behandlungsstufe
geleitet wird.
[0002] Die thermische Behandlung von Pellets, insbesondere das Hartbrennen von Eisenerzpellets,
erfolgt meistens auf Wanderrosten mit Gashauben, die als Pelletsbrennmaschinen bezeichnet
werden. Die Pelletsbrennmaschinen haben in Laufrichtung gesehen verschiedene Behandlungszonen,
nämlich Trockenzone, thermische Behandlungszone und Kühlzone. Diese Zonen können unterteilt
sein, wie z. B. Vortrocknungs- und Nachtrocknungszone, Aufheizzone, Vorbrennzone,
Hauptbrennzone, Nachbrennzone, erste und zweite Kühlzone. Die erforderliche Prozeßwärme
wird meistens ausschließlich oder überwiegend durch heiße Gase in den Prozeß eingebracht.
Diese heißen Gase werden in Gashauben über dem Pellets-Bett durch Verbrennung von
flüssigen, gasförmigen oder staubförmigen festen Brennstoffen erzeugt bzw. verteilt
und aufgefangen. Da die Abgase zum Teil sehr heiß sind, werden zur Wärmeausnutzung
verschiedene Gasrückführungssysteme angewendet.
[0003] Eine solche Pelletsbrennmaschine ist z. B. aus der DE-PS 14 33 339 bekannt. Bei dieser
Maschine wird das heiße Kühlgas aus der ersten Druck-Kühlzone in einer gemeinsamen
Gashaube ohne Zwischenschaltung eines Gebläses in die thermische Behandlungszone -
die aus Aufheizzone, Brennzone und Nachbrennzone besteht - geleitet. Die Verteilung
des heißen Kühlgases auf die einzelnen Zonen der thermischen Behandlungszone erfolgt
mittels Einbauten in der gemeinsamen Gashaube, wobei diese Einbauten Kanäle zu den
eigentlichen Brennräumen der einzelnen Zonen offen lassen. In den Brennräumen der
Aufheiz- und Brennzone werden die heißen Kühlgase durch Brenner auf die erforderliche
Temperatur aufgeheizt. Die heißen Gase werden durch das Bett in Windkästen gesaugt.
In die Trockenzonen werden Gase aus der zweiten Kühlzone und Abgase aus der Nachbrenn-
und Brennzone geleitet. Es ist auch beschrieben, daß die heißen Kühlgase aus einer
Gashaube über der Kühlzone durch eine Gassammelleitung abgeführt und durch Verteilungsleitungen
in die einzelnen Zonen der thermischen Behandlungszone verteilt werden.
[0004] Aus der US-PS`36 20 519 ist eine ähnliche Pelletsbrennmaschine bekannt, bei der jedoch
die heißen Kühlgase in der gemeinsamen Gashaube über der Kühlzone und/oder in der
Übergangszone zur thermischen Behandlungsstufe mittels Brennern aufgeheizt werden.
Mindestens in einem Teil der Übergangszone ist in der gemeinsamen Gashaube über dem
Pellets-Bett ein Einbau zur Abschirmung der Pellets gegen die heißen Verbrennungsgase
angeordnet. Bei der Deckung des gesamten Wärmebedarfs mittels Brennern besteht die
Gefahr, daß örtliche Übertemperaturen auftreten, wodurch die Brennstoffasche und/oder
der in den Prozeßgasen enthaltene Staub verschlacken, Ansätze im Bereich der Brenneinrichtungen
bilden, die durch Flammenablenkung und Infiltration das feuerfeste Material zerstören
könnten. Dadurch kann auch die thermische Behandlung nachteilig beeinflußt werden
oder die Leistung verringert bzw. die Produktion muß zur Ausbesserung eingestellt
werden. Außerdem ist der Brennerbetrieb wegen der Vielzahl der Brenner an Pelletsbrennmaschinen
in erster Linie für relativ teure gasförmige und flüssige Brennstoffe besonders geeignet.
Bei Kohlenstaubbrennern ist die Verringerung der Brennerzahl wegen der notwendigen
Transport- und Verteilungseinrichtungen für den Brennstoff zweckmäßig.
[0005] Es ist auch bekannt, einen Teil des erforderlichen Brennstoffes in die Pellets einzubinden.
Dies ist aber nur zu einem geringen Anteil möglich, ohne die Qualität der Pellets
nachteilig zu beeinflussen.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die örtlichen Überhitzungen und die dabei
auftretenden Verschlackungs-und Haltbarkeitsprobleme zu vermeiden oder wesentlich
zu verringern. Außerdem soll möglichst billiger Brennstoff verwendet werden können,
und das Verfahren soll ohne großen Aufwand auch für Verbesserungen an bestehenden
Anlagen verwendbar sein.
[0007] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß dadurch, daß mindestens 10 % des
von außen dem Prozeß zugeführten Brennstoffs in Form von festem Brennstoff auf die
Oberfläche des Pellets-Bettes aufgegeben wird.
[0008] Der gesamtwärmebedarf wird gedeckt durch rückgeführte Prozeßwärme im rückgeführten
Gas, plus der Brennstoffwärme aus eventuell in den Pellets eingebundenem Brennstoff,
plus eventuell Reaktionswärme (z.B. Oxidationswärme von Fe
30
4 zu Fe
20
3), plus von außen dem Prozeß zugeführtem Brennstoff. Auf diesen von außen zugeführten
Brennstoff bezieht sich das Merkmal "mindestens 10 %". Es können alle Kohlesorten
als fester Brennstoff verwendet werden, auch solche mit hohem Anteil an flüchtigen
Bestandteilen. Die Korngrößenverteilung des festen Brennstoffs, seine Menge und die
Wahl der Aufgabestellen werden so eingestellt, daß in den einzelnen Zonen und Abschnitten
der Zonen die gewünschte Wärmemenge zur Verfügung steht, daß im Abwurf kein fester
Brennstoff mehr enthalten ist, und daß örtliche Übertemperaturen möglichst weitgehend
vermieden werden. Dabei muß - bei sonst gleichen Bedingungen - die Reaktivität des
festen Brennstoffs und sein Gehalt an flüchtigen Bestandteilen berücksichtigt werden.
Die Aufgabe des festen Brennstoffs kann durch mechanische oder pneumatische Beschickung
erfolgen. Der Rest des "von außen" zugeführten Brennstoffs wird in konventioneller
Weise mittels Brennern zugeführt, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen
oder mit Kohlenstaub betrieben werden.
[0009] Eine vorzugsweise Ausgestaltung besteht darin, daß die Aufgabe des festen Brennstoffs
so gesteuert wird, daß mindestens in einem Teil der thermischen Behandlungszone mit
abwärts gerichteter Strömung der heißen Gase und mindestens in einem Teil der Kühlzone
mit aufwärts gerichteter Gasströmung, aus der die aufgeheizten Kühlgase in die thermische
Behandlungszone geleitet werden, fester Brennstoff auf dem Bett vorhanden ist. Der
feste Brennstoff kann dabei an einer oder mehreren Stellen nur in der thermischen
Behandlungszone aufgegeben werden, wobei dann die Korngrößenverteilung und Aufgabestelle
so gewählt wird, daß noch ein Teil des Brennstoffes auf der Oberfläche des Bettes
in die Kühlzone gelangt. Ab einer bestimmten Korngröße wird der feste Brennstoff in
der Kühlzone durch das aufwärts strömende Kühlgas mitgerissen und verbrennt im Kühlgas
auf dem Weg in die thermische Behandlungszone. Falls bis zum Auftreffen des Kühlgases
auf die Oberfläche des Pellets-Bettes in der thermischen Behandlungszone der mitgerissene
feste Brennstoff noch nicht ausgebrannt ist, fällt dieser wieder auf das Bett. Der
feste Brennstoff kann auch in die thermische Behandlungszone und in die Kühlzone aufgegeben
werden. Auch in diesem Fall wird in der Kühlzone der feste Brennstoff mitgerissen,
wenn er durch die Verbrennung eine bestimmte Korngröße erreicht hat. Bei der Aufgabe
in die Kühlzone wird der Anteil, der diese Korngröße bei der Aufgabe bereits besitzt,
sofort mitgerissen. Das Vorhandensein von festem Brennstoff in der thermischen Behandlungszone
und in der Kühlzone bewirkt eine "mehrstufige Verbrennung", da das in der Kühlstufe
aus dem Pellets-Bett austretende Kühlgas durch Verbrennung von festem Brennstoff zunächst
in der Schicht aus festem Brennstoff auf den Pellets weiter aufgeheizt wird, dann
durch Verbrennung von mitgerissenem festen Brennstoff auf dem Weg in die thermische
Behandlungszone und schließlich beim Durchgang durch die Schicht aus festem Brennstoff
auf der Oberfläche des Bettes in dieser Zone. Dadurch treten nur geringe Temperaturunterschiede
im Gasstrom auf, wodurch die Schlackenbildung aus Asche und Staub sowie die Bildung
von thermischem NO
X wesentlich verringert wird.
[0010] Eine vorzugsweise Ausgestaltung besteht darin, daß die in der Kühlzone oberhalb des
Pellets-Bettes austretenden aufgeheizten Kühlgase unter einer gemeinsamen Gashaube
in die thermische Behandlungszone mit abwärts gerichteter Strömung der heißen Gase
geleitet werden, und die Verteilung der heißen Gase durch Steuerung des Strömungswiderstandes
des Pellets-Bettes erfolgt. Der Strömungswiderstand des Pellets-Bettes in den einzelnen
Abschnitten der thermischen Behandlungszone wird durch Regelung des Unterdruckes in
den entsprechenden Abschnitten eingestellt. Dadurch kann die Gasverteilung in der
thermischen Behandlungszone ohne Einbauten in der Gashaube erfolgen. Dadurch ist ein
geringerer Überdruck in der Kühlzone und ein geringerer Unterdruck in der thermischen
Behandlungszone erforderlich, wodurch die Wärmeverluste durch Austritt von heißen
Gasen und Ansaugen von Falschluft verringert werden und außerdem der Energieverbrauch
der Gebläse gesenkt wird. Außerdem strömen die kältesten Kühlgase - aus dem letzten
Teil der Kühlzone - unter der Decke der Gashaube entlang und schützen sie vor hohen
Temperaturen.
[0011] Eine vorzugsweise Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, daß 40 bis 80 % des
von außen zugeführten Brennstoffs auf die Oberfläche des Pellets-Bettes aufgegeben
werden. Dieser Bereich ist besonders-vorteilhaft, wenn in der thermischen Behandlungszone
keine Einbauten in der Gashaube vorhanden sind. Dadurch werden besonders gute Betriebsbedingungen
erzielt, weil ein beträchtlicher Teil der Wärme gleichmäßig verteilt auf einer größeren
Fläche des Pellets-Bettes erzeugt wird, dieser Anteil kann aus billigem Brennstoff
erzeugt werden, und die restliche Wärme kann in leicht regelbarer Weise durch Brenner
eingebracht werden, wobei der oder die zum Anfahren sowieso erforderlichen Brenner
verwendet werden können.
[0012] Bei bestehenden Anlagen, die in den Gashauben der thermischen Behandlungszone Einbauten
haben, werden bevorzugt etwa 10 bis 40 % des von außen zugeführten Brennstoffs auf
die Oberfläche des Pellets-Bettes aufgegeben.
[0013] Eine bevorzugte Ausgestaltung besteht darin, daß in die thermische Behandlungszone
fester Brennstoff mit hohem Gehalt an flüchtigen Bestandteilen aufgegeben wird und
die Schichtdicke und/oder Körnung des festen Brennstoffs so eingestellt wird, daß
die ausgetriebenen brennbaren flüchtigen Bestandteile überwiegend in unteren Schichten
des Pellets-Bettes verbrennen. Dadurch wird auch in den unteren Schichten des Bettes
die gewünschte Brenntemperatur erzielt, ohne daß die oberen Schichten überhitzt werden.
Außerdem kann die Behandlungszeit verkürzt werden. Mit größerer Schichthöhe des aufgegebenen
festen Brennstoffes und gröberer Körnung werden mehr flüchtige Bestandteile in den
unteren Schichten des Pellets-Bettes verbrannt. Außerdem kann die Temperatur der oberen
Schichten des Pellets-Bettes durch Zufuhr von heißen Gasen mit geringerer Temperatur
in der Nachbrennzone bereits gesenkt werden. Außerdem kann durch einen geregelten
Anteil an Feinkorn erreicht werden, daß ein Teil des festen Brennstoffs durch die
Zwischenräume in tiefere Schichten fällt und dort ausbrennt.
[0014] Die Erfindung wird an Hand von Figuren und Beispielen näher erläutert.
Abb. 1 ist ein schematischer Längsschnitt durch die Pellets-Brennmaschine mit Einbauten
in der thermischen Behandlungszone;
Abb. 2 ist ein schematischer Längsschnitt durch die Pellets-Brennmaschine ohne Einbauten
in der thermischen Behandlungszone.
[0015] Die Pellets-Brennmaschine hatte eine Reaktionsfläche von 4
30 m
2 und eine Bandbreite von 3,5 m.
Abb. 1:
[0016] Die ungebrannten Pellets 1 werden über einen Rollenrost 2 auf den Wanderrost 3 aufgegeben
und in der Drucktrocknungszone 4 und der Saugtrocknungszone 5 mittels rückgeführter
Prozeßgase getrocknet. In der Aufheizzone 6 und in der Brennzone 7 werden aufgeheizte
Kühlgase durch die Pelletsschicht gesaugt. Diese werden aus der Kühlzone 8b über eine
Rekuperationsleitung 9 und 38 Zuführungskanäle 1C den 38 Brennkammern 11 zugeführt,
dort mit den 38 Öl-Brennern 12 aufgeheizt und über die Brennkammeraustritte 13 der
Aufheiz- und Brennzone zugeführt. (Zur besseren Übersicht ist in Abb. 1 nur ein Zuführungskanal
10 mit Brennkammeraustritt 13 dargestellt.) In der Nachbrennzone 14 wird mittels heißer
Kühlgase aus der Kühlzone 8a Wärme aus der oberen in die untere Pelletsschicht transportiert.
Die Nachbrennzone 14 ist von der Brennzone 7 durch ein Trennwehr 17 abgeteilt, das
den direkten Zutritt der Kühlgase aus der Kühlzone 8a und 8b in die Aufheiz- bzw.
Brennzone 6 bzw. 7 verhindert und damit das für den Transport der Kühlgase von der
Kühlzone in die vorgenannten Zonen erforderliche Druckgefälle ermöglicht.
[0017] Durch das Trennwehr 20 sind die Aufheiz- und Brennzone voneinander getrennt.
[0018] Diese Arbeitsweise entspricht dem bekannten Stand der Technik.
Ausführungsbeispiel 1
[0019] In die Nachbrennzone 14 werden 2 t Kohle der Körnung 0 bis 10 mm über die Aufgabestellen
15 und 16 aufgegeben. Diese Kohlenmenge entspräche einer Temperaturerhöhung der Kühlgase
von 200 °C. Diese Temperaturerhöhung erfolgt jeweils stufenweise und zwar durch Verbrennung
der flüchtigen und feinsten Bestandteile des bei 15 aufgegebenen Brennstoffanteiles,
die innerhalb der darunterliegenden Pelletsschicht ihre Wärme an die Kühlluft bzw.
Pelletsschicht abgegeben; durch Verbrennung der größeren Brennstoffteilchen der Aufgabestelle
15, die auf der Oberfläche der Pelletsschicht im Bereich der Nachbrennzone (mit abwärts
gerichteter Strömung) verbrennen; durch Verbrennen.der flüchtigen und feinsten Bestandteile
des an Aufgabestelle 16 zugeführten Brennstoffes innerhalb des zur Aufheizzone 14
gerichteten Kühlgasstromes; durch Verbrennung der größeren Brennstoffteilchen der
Aufgabestelle 16, die an der Oberfläche der Pelletsschicht liegend, verbrennen (mit
aufwärts gerichteter Strömung).
[0020] Durch diese, an verschiedenen Orten erfolgende Teilverbrennung (multistage-combustion),
bei der also die Temperaturerhöhung in mehreren Stufen erfolgt, werden örtliche Überhitzungen,
die die Schlackebildung (aus dem Staubgehalt der Prozeßgase und/oder der Brennstoffasche)
verursachen ebenso vermieden bzw. vermindert, wie die Entstehung von thermischen Stickoxiden
(NO
x). Dieser Effekt wird noch unterstützt durch die gleichmäßige Zuteilung von Brennstoff
und Kühlgas auf der Pelletsschicht, da das Kühlgas durch den Widerstand der Pelletsschicht
sehr gleichmäßig verteilt dem Brennstoff zugeführt wird. Größere Bereiche, in denen
Ungemischtheiten und damit Übertemperaturen auftreten, werden also vermieden. Die
Verbrennung in der Schicht kann deshalb auch mit der Verbrennung des Brennstoffes
mittels einer Vielzahl von kleinen Brennern verglichen werden.
[0021] Wie die Vorversuche gezeigt haben, brennen die größeren Brennstoffteilchen der Aufgabestelle
15 (mit abwärts gerichteter Strömung der Kühlgase aus 8a) unter Gewichtsverlust-ab
und werden, soweit sie nicht vollkommen abgebrannt sind am Übergang zur bzw. innerhalb
der Kühlzone (mit aufwärts gerichteter Strömung der Kühlgase 8a) wieder zur Nachbrennzone
14 rezirkuliert, bis sie vollständig ausgebrannt sind.
[0022] Diese Ausgestaltung hat folgende Vorteile:
Die Nachbrennzone 14 wird zusätzlich beheizt, ohne daß ein zusätzlicher Anbau von
Zuführungskanälen 10 an die Rekuperationsleitung 9, von Brennkammern 11 mit Brennern
12 und das Versetzen des Trennwehres 17 an die Übergangsstelle zwischen der Nachbrennzone
14 und der Kühlzone 8a notwendig ist, da die Aufheizung der Kühlgase 8a direkt über
dem Pellets-Bett durch die daraufliegende und teilweise darüber rezirkulierende Brennstoffschicht
erfolgt. Der zusätzliche Druckverlust, der bei Anwendung des vorhandenen Beheizungsverfahrens
mit Zuführungskanälen 10, Brennkammern 11 und Brennern 12 durch das größere Gasvolumen
am Eintritt in die Rekuperationsleitung entstehen würde, wird vermieden. Damit wird
das für den Transport der Kühlgase von der Kühlzone 8b in die Aufheiz- bzw. Brennzone
6 bzw. 7 notwendige Druckgefälle niedriger gehalten und zusätzliche Wärmeverluste
durch aus dem Brennofen austretendes Kühlgas 8a (Temperatur 750 °C) oder eintretende
Falschluft im Bereich der thermischen Behandlungszonen 6 und 7 entfallen. Der zusätzliche
Wärmebedarf für die Beheizung der Nachbrennzone kann durch billigen, verfügbaren festen
Brennstoff gedeckt werden. Er beträgt ca. 14 % des von außen zugeführten Brennstoffs.
Ausführungsbeispiel 2
[0023] Zusätzlich zu der Aufgabe von festem Brennstoff über Aufgabestellen 15 und 16 werden
über die Aufgabestellen 18, 19, 21 und 22 weitere 30 % der von außen dem Prozeß zugeführten
Brennstoff in Form von festem Brennstoff aufgegeben, d.h. insgesamt 44 %. Die Brennstoffzugabestellen
18 und 19 werden zum Anfahren der Anlage mit Öl bestrichen. Nach Erreichen der Betriebstemperatur
werden dieseAufgabestellen auf festen Brennstoff umgestellt.
[0024] Die Brennstoffaufgabestelle 22 in der Saugtrocknung 5 ist als kombinierte Brennstelle
ausgeführt und zwar mit einer für festen Brennstoff und einer unmittelbar anschließenden
für flüssigen oder gasförmigen Brennstoff zur Zündung des vorher aufgegebenen festen
Brennstoffs. Diese Brennstelle 22 wird sowohl beim Anfahren der Anlage als auch im
Normalbetrieb betrieben.
Ausführungsbeispiel 3 (Abb. 2)
[0025] Die Kühlzone 8a, 8b ist mit der Nachbrennzone 14 und Brennzone 7 durch eine gemeinsame
Gashaube ohne Einbauten direkt verbunden. Der feste Brennstoff wird über die Aufgabestellen
15, 16, 18, 21 und 22 aufgegeben. Die Verbrennung erfolgt in der für den Bereich der
Nachbrennzone bereits beschriebenen Weise in mehreren Stufen, wobei wiederum der Abbrand
der flüchtigen und feinsten Bestandteile der Kohle innerhalb der Pelletsschicht erfolgt,
soweit diese im Bereich der abwärts gerichteten Strömung der Kühlgase, d.h. an den
Aufgabestellen 15, 21 und 22 aufgegeben wird. Auf diese Weise ist es möglich, bis
zu 100 % des von außen zugeführten Brennstoffs durch festen Brennstoff zu decken.
[0026] Vorzugsweise werden über die Aufgabestellen 15, 16, 18, 21 und 22 jedoch nur 80 Yo
zugeführt und die restlichen 20 % zur Regelung der Temperatur des Kühlgasstromes 8b
über die Brennstoffaufgabestellen 19 und 23 benutzt, wobei gleichzeitig mit der Temperatur
der Kühlluft auch die Abbrandgeschwindigkeit des festen Brennstoffes im Kühlgasstrom
und auf der Pelletsschicht gesteuert wird. Zur Erhöhung der Regelfähigkeit wird über
die Brennstoffaufgabestellen 19 und 23 vorzugsweise Kohlenstaub, Öl oder Hydratalkohol
verwendet, wobei die flüssigen Brennstoffe vorwiegend während des Anfahrbetriebes
zum Einsatz kommen.
[0027] Die Vorteile der Erfindung bestehen darin, daß örtliche Überhitzungen an den Brennern
und die damit verbundenen Nachteile weitgehendst vermieden werden können. Schon bei
einer Aufgabe von 10 % festem Brennstoff können die Brenner mit geringerer Belastung
betrieben werden und die geschilderten Nachteile wesentlich verringert werden. Die
Aufheizung der Gase bei der Verbrennung in der Brennstoffschicht erfolgt sehr gleichmäßig,
so daß diese mit einer Vielzahl von Brennern zu vergleichen ist. Bei einer mehrstufigen
Aufheizung der Gase in mehreren Stufen hintereinander wird diese Vergleichmäßigung
noch wesentlich gesteigert. Die thermische NO
x-Bildung wird wesentlich verringert und es ist der Einsatz von billigen Brennstoffen
möglich. Das Volumen der Gase wird zum Teil erst bei der Aufheizung in der Brennstoffschicht
vergrößert und die Wärmeübertragung innerhalb des Pellets-Bettes verbessert.
1. Verfahren zur thermischen Behandlung von Pellets auf einer Pelletsbrennmaschine
unter Hindurchleiten von heißen Gasen durch das Pellets-Bett, wobei fester kohlenstoffhaltiger
Brennstoff zur Erzeugung mindestens eines Teiles der heißen Gase verbrannt wird, die
Pellets mittels hindurchgeleiteter Kühlgase gekühlt werden und mindestens ein Teil
der aufgeheizten Kühlgase in die thermische Behandlungszone geleitet wird, dadurch
gekennzeichnet, daß mindestens 10 % des von außen dem Prozeß zugeführten Brennstoffs
in Form von festem Brennstoff auf die Oberfläche des Pellets-Bettes aufgegeben werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufgabe des festen Brennstoffs
so gesteuert wird, daß mindestens in einem Teil der thermischen Behandlungszone mit
abwärts gerichteter Strömung der heißen Gase und mindestens in einem Teil der Kühlzone
mit aufwärts gerichteter Gasströmung, aus der die aufgeheizten Kühlgase in die thermische
Behandlungszone geleitet werden, fester Brennstoff auf dem Bett vorhanden ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die in der Kühlzone
oberhalb des Pellets-Bettes austretenden aufgeheizten Kühlgase unter einer gemeinsamen
Gashaube in die thermische Behandlungszone mit abwärts gerichteter Strömung der heißen
Gase geleitet werden, und die Verteilung der heißen Gase durch Steuerung des Strömungswiderstandes
des Pellets-Bettes erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß 40 bis 80 % des von außen
zugeführten Brennstoffs auf die Oberfläche des Pellets-Bettes aufgegeben werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß in die
thermische Behandlungszone fester Brennstoff mit hohem Gehalt an flüchtigen Bestandteilen
aufgegeben wird, und die Schichtdicke und/oder Körnung des festen Brennstoffes so
eingestellt wird, daß die ausgetriebenen brennbaren flüchtigen Bestandteile überwiegend
in unteren Schichten des Pellets-Bettes verbrennen.