(19)
(11) EP 0 030 396 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
17.06.1981  Patentblatt  1981/24

(21) Anmeldenummer: 80201002.5

(22) Anmeldetag:  22.10.1980
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3C22B 1/24, F27B 21/06
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE DE FR GB IT LU NL SE

(30) Priorität: 08.12.1979 DE 2949418

(71) Anmelder: METALLGESELLSCHAFT AG
D-60015 Frankfurt (DE)

(72) Erfinder:
  • Kilian, Alois, Dipl.-Ing.
    D-6000 Frankfurt am Main (DE)

(74) Vertreter: Fischer, Ernst, Dr. 
c/o Metallgesellschaft AG, Reuterweg 14
D-60323 Frankfurt
D-60323 Frankfurt (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Verfahren zur thermischen Behandlung von Pellets


    (57) Pellets (1), insbesondere eisenoxidhaltige Pellets, werden auf einer Pelletsbrennmaschine 3 in einer thermischen Behandlungszone (5, 6, 7, 14) mit heissen Gasen behandelt, die von oben durch das Pellets-Bett (1) geleitet werden. Anschliessend werden die Pellets (1) in einer Kühlzone (8a, 8b, 8c) mit kalten Gasen gekühlt, die von unten durch das Pellets-Bett (1) geleitet werden, sich dabei aufheizen und in die thermische Behandlungszone geleitet werden. Zur weiteren Aufheizung der Kühlgase werden mindestens 10% des von aussen dem Prozess zugeführten Brennstoffs in Form von festem Brennstoff auf die Oberfläche des Pellets-Bettes aufgegeben.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur thermischen Behandlung von Pellets auf einer Pelletbrennmaschine unter Hindurchleiten von heißen Gasen durch das Pellets-Bett, wobei fester kohlenstoffhaltiger Brennstoff zur Erzeugung mindestens eines Teiles der heißen Gase verbrannt wird, die Pellets mittels hindurchgeleiteter Kühlgase gekühlt werden und mindestens ein Teil der aufgeheizten Kühlgase in die thermische Behandlungsstufe geleitet wird.

    [0002] Die thermische Behandlung von Pellets, insbesondere das Hartbrennen von Eisenerzpellets, erfolgt meistens auf Wanderrosten mit Gashauben, die als Pelletsbrennmaschinen bezeichnet werden. Die Pelletsbrennmaschinen haben in Laufrichtung gesehen verschiedene Behandlungszonen, nämlich Trockenzone, thermische Behandlungszone und Kühlzone. Diese Zonen können unterteilt sein, wie z. B. Vortrocknungs- und Nachtrocknungszone, Aufheizzone, Vorbrennzone, Hauptbrennzone, Nachbrennzone, erste und zweite Kühlzone. Die erforderliche Prozeßwärme wird meistens ausschließlich oder überwiegend durch heiße Gase in den Prozeß eingebracht. Diese heißen Gase werden in Gashauben über dem Pellets-Bett durch Verbrennung von flüssigen, gasförmigen oder staubförmigen festen Brennstoffen erzeugt bzw. verteilt und aufgefangen. Da die Abgase zum Teil sehr heiß sind, werden zur Wärmeausnutzung verschiedene Gasrückführungssysteme angewendet.

    [0003] Eine solche Pelletsbrennmaschine ist z. B. aus der DE-PS 14 33 339 bekannt. Bei dieser Maschine wird das heiße Kühlgas aus der ersten Druck-Kühlzone in einer gemeinsamen Gashaube ohne Zwischenschaltung eines Gebläses in die thermische Behandlungszone - die aus Aufheizzone, Brennzone und Nachbrennzone besteht - geleitet. Die Verteilung des heißen Kühlgases auf die einzelnen Zonen der thermischen Behandlungszone erfolgt mittels Einbauten in der gemeinsamen Gashaube, wobei diese Einbauten Kanäle zu den eigentlichen Brennräumen der einzelnen Zonen offen lassen. In den Brennräumen der Aufheiz- und Brennzone werden die heißen Kühlgase durch Brenner auf die erforderliche Temperatur aufgeheizt. Die heißen Gase werden durch das Bett in Windkästen gesaugt. In die Trockenzonen werden Gase aus der zweiten Kühlzone und Abgase aus der Nachbrenn- und Brennzone geleitet. Es ist auch beschrieben, daß die heißen Kühlgase aus einer Gashaube über der Kühlzone durch eine Gassammelleitung abgeführt und durch Verteilungsleitungen in die einzelnen Zonen der thermischen Behandlungszone verteilt werden.

    [0004] Aus der US-PS`36 20 519 ist eine ähnliche Pelletsbrennmaschine bekannt, bei der jedoch die heißen Kühlgase in der gemeinsamen Gashaube über der Kühlzone und/oder in der Übergangszone zur thermischen Behandlungsstufe mittels Brennern aufgeheizt werden. Mindestens in einem Teil der Übergangszone ist in der gemeinsamen Gashaube über dem Pellets-Bett ein Einbau zur Abschirmung der Pellets gegen die heißen Verbrennungsgase angeordnet. Bei der Deckung des gesamten Wärmebedarfs mittels Brennern besteht die Gefahr, daß örtliche Übertemperaturen auftreten, wodurch die Brennstoffasche und/oder der in den Prozeßgasen enthaltene Staub verschlacken, Ansätze im Bereich der Brenneinrichtungen bilden, die durch Flammenablenkung und Infiltration das feuerfeste Material zerstören könnten. Dadurch kann auch die thermische Behandlung nachteilig beeinflußt werden oder die Leistung verringert bzw. die Produktion muß zur Ausbesserung eingestellt werden. Außerdem ist der Brennerbetrieb wegen der Vielzahl der Brenner an Pelletsbrennmaschinen in erster Linie für relativ teure gasförmige und flüssige Brennstoffe besonders geeignet. Bei Kohlenstaubbrennern ist die Verringerung der Brennerzahl wegen der notwendigen Transport- und Verteilungseinrichtungen für den Brennstoff zweckmäßig.

    [0005] Es ist auch bekannt, einen Teil des erforderlichen Brennstoffes in die Pellets einzubinden. Dies ist aber nur zu einem geringen Anteil möglich, ohne die Qualität der Pellets nachteilig zu beeinflussen.

    [0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die örtlichen Überhitzungen und die dabei auftretenden Verschlackungs-und Haltbarkeitsprobleme zu vermeiden oder wesentlich zu verringern. Außerdem soll möglichst billiger Brennstoff verwendet werden können, und das Verfahren soll ohne großen Aufwand auch für Verbesserungen an bestehenden Anlagen verwendbar sein.

    [0007] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß dadurch, daß mindestens 10 % des von außen dem Prozeß zugeführten Brennstoffs in Form von festem Brennstoff auf die Oberfläche des Pellets-Bettes aufgegeben wird.

    [0008] Der gesamtwärmebedarf wird gedeckt durch rückgeführte Prozeßwärme im rückgeführten Gas, plus der Brennstoffwärme aus eventuell in den Pellets eingebundenem Brennstoff, plus eventuell Reaktionswärme (z.B. Oxidationswärme von Fe304 zu Fe203), plus von außen dem Prozeß zugeführtem Brennstoff. Auf diesen von außen zugeführten Brennstoff bezieht sich das Merkmal "mindestens 10 %". Es können alle Kohlesorten als fester Brennstoff verwendet werden, auch solche mit hohem Anteil an flüchtigen Bestandteilen. Die Korngrößenverteilung des festen Brennstoffs, seine Menge und die Wahl der Aufgabestellen werden so eingestellt, daß in den einzelnen Zonen und Abschnitten der Zonen die gewünschte Wärmemenge zur Verfügung steht, daß im Abwurf kein fester Brennstoff mehr enthalten ist, und daß örtliche Übertemperaturen möglichst weitgehend vermieden werden. Dabei muß - bei sonst gleichen Bedingungen - die Reaktivität des festen Brennstoffs und sein Gehalt an flüchtigen Bestandteilen berücksichtigt werden. Die Aufgabe des festen Brennstoffs kann durch mechanische oder pneumatische Beschickung erfolgen. Der Rest des "von außen" zugeführten Brennstoffs wird in konventioneller Weise mittels Brennern zugeführt, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen oder mit Kohlenstaub betrieben werden.

    [0009] Eine vorzugsweise Ausgestaltung besteht darin, daß die Aufgabe des festen Brennstoffs so gesteuert wird, daß mindestens in einem Teil der thermischen Behandlungszone mit abwärts gerichteter Strömung der heißen Gase und mindestens in einem Teil der Kühlzone mit aufwärts gerichteter Gasströmung, aus der die aufgeheizten Kühlgase in die thermische Behandlungszone geleitet werden, fester Brennstoff auf dem Bett vorhanden ist. Der feste Brennstoff kann dabei an einer oder mehreren Stellen nur in der thermischen Behandlungszone aufgegeben werden, wobei dann die Korngrößenverteilung und Aufgabestelle so gewählt wird, daß noch ein Teil des Brennstoffes auf der Oberfläche des Bettes in die Kühlzone gelangt. Ab einer bestimmten Korngröße wird der feste Brennstoff in der Kühlzone durch das aufwärts strömende Kühlgas mitgerissen und verbrennt im Kühlgas auf dem Weg in die thermische Behandlungszone. Falls bis zum Auftreffen des Kühlgases auf die Oberfläche des Pellets-Bettes in der thermischen Behandlungszone der mitgerissene feste Brennstoff noch nicht ausgebrannt ist, fällt dieser wieder auf das Bett. Der feste Brennstoff kann auch in die thermische Behandlungszone und in die Kühlzone aufgegeben werden. Auch in diesem Fall wird in der Kühlzone der feste Brennstoff mitgerissen, wenn er durch die Verbrennung eine bestimmte Korngröße erreicht hat. Bei der Aufgabe in die Kühlzone wird der Anteil, der diese Korngröße bei der Aufgabe bereits besitzt, sofort mitgerissen. Das Vorhandensein von festem Brennstoff in der thermischen Behandlungszone und in der Kühlzone bewirkt eine "mehrstufige Verbrennung", da das in der Kühlstufe aus dem Pellets-Bett austretende Kühlgas durch Verbrennung von festem Brennstoff zunächst in der Schicht aus festem Brennstoff auf den Pellets weiter aufgeheizt wird, dann durch Verbrennung von mitgerissenem festen Brennstoff auf dem Weg in die thermische Behandlungszone und schließlich beim Durchgang durch die Schicht aus festem Brennstoff auf der Oberfläche des Bettes in dieser Zone. Dadurch treten nur geringe Temperaturunterschiede im Gasstrom auf, wodurch die Schlackenbildung aus Asche und Staub sowie die Bildung von thermischem NOX wesentlich verringert wird.

    [0010] Eine vorzugsweise Ausgestaltung besteht darin, daß die in der Kühlzone oberhalb des Pellets-Bettes austretenden aufgeheizten Kühlgase unter einer gemeinsamen Gashaube in die thermische Behandlungszone mit abwärts gerichteter Strömung der heißen Gase geleitet werden, und die Verteilung der heißen Gase durch Steuerung des Strömungswiderstandes des Pellets-Bettes erfolgt. Der Strömungswiderstand des Pellets-Bettes in den einzelnen Abschnitten der thermischen Behandlungszone wird durch Regelung des Unterdruckes in den entsprechenden Abschnitten eingestellt. Dadurch kann die Gasverteilung in der thermischen Behandlungszone ohne Einbauten in der Gashaube erfolgen. Dadurch ist ein geringerer Überdruck in der Kühlzone und ein geringerer Unterdruck in der thermischen Behandlungszone erforderlich, wodurch die Wärmeverluste durch Austritt von heißen Gasen und Ansaugen von Falschluft verringert werden und außerdem der Energieverbrauch der Gebläse gesenkt wird. Außerdem strömen die kältesten Kühlgase - aus dem letzten Teil der Kühlzone - unter der Decke der Gashaube entlang und schützen sie vor hohen Temperaturen.

    [0011] Eine vorzugsweise Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, daß 40 bis 80 % des von außen zugeführten Brennstoffs auf die Oberfläche des Pellets-Bettes aufgegeben werden. Dieser Bereich ist besonders-vorteilhaft, wenn in der thermischen Behandlungszone keine Einbauten in der Gashaube vorhanden sind. Dadurch werden besonders gute Betriebsbedingungen erzielt, weil ein beträchtlicher Teil der Wärme gleichmäßig verteilt auf einer größeren Fläche des Pellets-Bettes erzeugt wird, dieser Anteil kann aus billigem Brennstoff erzeugt werden, und die restliche Wärme kann in leicht regelbarer Weise durch Brenner eingebracht werden, wobei der oder die zum Anfahren sowieso erforderlichen Brenner verwendet werden können.

    [0012] Bei bestehenden Anlagen, die in den Gashauben der thermischen Behandlungszone Einbauten haben, werden bevorzugt etwa 10 bis 40 % des von außen zugeführten Brennstoffs auf die Oberfläche des Pellets-Bettes aufgegeben.

    [0013] Eine bevorzugte Ausgestaltung besteht darin, daß in die thermische Behandlungszone fester Brennstoff mit hohem Gehalt an flüchtigen Bestandteilen aufgegeben wird und die Schichtdicke und/oder Körnung des festen Brennstoffs so eingestellt wird, daß die ausgetriebenen brennbaren flüchtigen Bestandteile überwiegend in unteren Schichten des Pellets-Bettes verbrennen. Dadurch wird auch in den unteren Schichten des Bettes die gewünschte Brenntemperatur erzielt, ohne daß die oberen Schichten überhitzt werden. Außerdem kann die Behandlungszeit verkürzt werden. Mit größerer Schichthöhe des aufgegebenen festen Brennstoffes und gröberer Körnung werden mehr flüchtige Bestandteile in den unteren Schichten des Pellets-Bettes verbrannt. Außerdem kann die Temperatur der oberen Schichten des Pellets-Bettes durch Zufuhr von heißen Gasen mit geringerer Temperatur in der Nachbrennzone bereits gesenkt werden. Außerdem kann durch einen geregelten Anteil an Feinkorn erreicht werden, daß ein Teil des festen Brennstoffs durch die Zwischenräume in tiefere Schichten fällt und dort ausbrennt.

    [0014] Die Erfindung wird an Hand von Figuren und Beispielen näher erläutert.

    Abb. 1 ist ein schematischer Längsschnitt durch die Pellets-Brennmaschine mit Einbauten in der thermischen Behandlungszone;

    Abb. 2 ist ein schematischer Längsschnitt durch die Pellets-Brennmaschine ohne Einbauten in der thermischen Behandlungszone.



    [0015] Die Pellets-Brennmaschine hatte eine Reaktionsfläche von 430 m2 und eine Bandbreite von 3,5 m.

    Abb. 1:



    [0016] Die ungebrannten Pellets 1 werden über einen Rollenrost 2 auf den Wanderrost 3 aufgegeben und in der Drucktrocknungszone 4 und der Saugtrocknungszone 5 mittels rückgeführter Prozeßgase getrocknet. In der Aufheizzone 6 und in der Brennzone 7 werden aufgeheizte Kühlgase durch die Pelletsschicht gesaugt. Diese werden aus der Kühlzone 8b über eine Rekuperationsleitung 9 und 38 Zuführungskanäle 1C den 38 Brennkammern 11 zugeführt, dort mit den 38 Öl-Brennern 12 aufgeheizt und über die Brennkammeraustritte 13 der Aufheiz- und Brennzone zugeführt. (Zur besseren Übersicht ist in Abb. 1 nur ein Zuführungskanal 10 mit Brennkammeraustritt 13 dargestellt.) In der Nachbrennzone 14 wird mittels heißer Kühlgase aus der Kühlzone 8a Wärme aus der oberen in die untere Pelletsschicht transportiert. Die Nachbrennzone 14 ist von der Brennzone 7 durch ein Trennwehr 17 abgeteilt, das den direkten Zutritt der Kühlgase aus der Kühlzone 8a und 8b in die Aufheiz- bzw. Brennzone 6 bzw. 7 verhindert und damit das für den Transport der Kühlgase von der Kühlzone in die vorgenannten Zonen erforderliche Druckgefälle ermöglicht.

    [0017] Durch das Trennwehr 20 sind die Aufheiz- und Brennzone voneinander getrennt.

    [0018] Diese Arbeitsweise entspricht dem bekannten Stand der Technik.

    Ausführungsbeispiel 1



    [0019] In die Nachbrennzone 14 werden 2 t Kohle der Körnung 0 bis 10 mm über die Aufgabestellen 15 und 16 aufgegeben. Diese Kohlenmenge entspräche einer Temperaturerhöhung der Kühlgase von 200 °C. Diese Temperaturerhöhung erfolgt jeweils stufenweise und zwar durch Verbrennung der flüchtigen und feinsten Bestandteile des bei 15 aufgegebenen Brennstoffanteiles, die innerhalb der darunterliegenden Pelletsschicht ihre Wärme an die Kühlluft bzw. Pelletsschicht abgegeben; durch Verbrennung der größeren Brennstoffteilchen der Aufgabestelle 15, die auf der Oberfläche der Pelletsschicht im Bereich der Nachbrennzone (mit abwärts gerichteter Strömung) verbrennen; durch Verbrennen.der flüchtigen und feinsten Bestandteile des an Aufgabestelle 16 zugeführten Brennstoffes innerhalb des zur Aufheizzone 14 gerichteten Kühlgasstromes; durch Verbrennung der größeren Brennstoffteilchen der Aufgabestelle 16, die an der Oberfläche der Pelletsschicht liegend, verbrennen (mit aufwärts gerichteter Strömung).

    [0020] Durch diese, an verschiedenen Orten erfolgende Teilverbrennung (multistage-combustion), bei der also die Temperaturerhöhung in mehreren Stufen erfolgt, werden örtliche Überhitzungen, die die Schlackebildung (aus dem Staubgehalt der Prozeßgase und/oder der Brennstoffasche) verursachen ebenso vermieden bzw. vermindert, wie die Entstehung von thermischen Stickoxiden (NOx). Dieser Effekt wird noch unterstützt durch die gleichmäßige Zuteilung von Brennstoff und Kühlgas auf der Pelletsschicht, da das Kühlgas durch den Widerstand der Pelletsschicht sehr gleichmäßig verteilt dem Brennstoff zugeführt wird. Größere Bereiche, in denen Ungemischtheiten und damit Übertemperaturen auftreten, werden also vermieden. Die Verbrennung in der Schicht kann deshalb auch mit der Verbrennung des Brennstoffes mittels einer Vielzahl von kleinen Brennern verglichen werden.

    [0021] Wie die Vorversuche gezeigt haben, brennen die größeren Brennstoffteilchen der Aufgabestelle 15 (mit abwärts gerichteter Strömung der Kühlgase aus 8a) unter Gewichtsverlust-ab und werden, soweit sie nicht vollkommen abgebrannt sind am Übergang zur bzw. innerhalb der Kühlzone (mit aufwärts gerichteter Strömung der Kühlgase 8a) wieder zur Nachbrennzone 14 rezirkuliert, bis sie vollständig ausgebrannt sind.

    [0022] Diese Ausgestaltung hat folgende Vorteile:

    Die Nachbrennzone 14 wird zusätzlich beheizt, ohne daß ein zusätzlicher Anbau von Zuführungskanälen 10 an die Rekuperationsleitung 9, von Brennkammern 11 mit Brennern 12 und das Versetzen des Trennwehres 17 an die Übergangsstelle zwischen der Nachbrennzone 14 und der Kühlzone 8a notwendig ist, da die Aufheizung der Kühlgase 8a direkt über dem Pellets-Bett durch die daraufliegende und teilweise darüber rezirkulierende Brennstoffschicht erfolgt. Der zusätzliche Druckverlust, der bei Anwendung des vorhandenen Beheizungsverfahrens mit Zuführungskanälen 10, Brennkammern 11 und Brennern 12 durch das größere Gasvolumen am Eintritt in die Rekuperationsleitung entstehen würde, wird vermieden. Damit wird das für den Transport der Kühlgase von der Kühlzone 8b in die Aufheiz- bzw. Brennzone 6 bzw. 7 notwendige Druckgefälle niedriger gehalten und zusätzliche Wärmeverluste durch aus dem Brennofen austretendes Kühlgas 8a (Temperatur 750 °C) oder eintretende Falschluft im Bereich der thermischen Behandlungszonen 6 und 7 entfallen. Der zusätzliche Wärmebedarf für die Beheizung der Nachbrennzone kann durch billigen, verfügbaren festen Brennstoff gedeckt werden. Er beträgt ca. 14 % des von außen zugeführten Brennstoffs.


    Ausführungsbeispiel 2



    [0023] Zusätzlich zu der Aufgabe von festem Brennstoff über Aufgabestellen 15 und 16 werden über die Aufgabestellen 18, 19, 21 und 22 weitere 30 % der von außen dem Prozeß zugeführten Brennstoff in Form von festem Brennstoff aufgegeben, d.h. insgesamt 44 %. Die Brennstoffzugabestellen 18 und 19 werden zum Anfahren der Anlage mit Öl bestrichen. Nach Erreichen der Betriebstemperatur werden dieseAufgabestellen auf festen Brennstoff umgestellt.

    [0024] Die Brennstoffaufgabestelle 22 in der Saugtrocknung 5 ist als kombinierte Brennstelle ausgeführt und zwar mit einer für festen Brennstoff und einer unmittelbar anschließenden für flüssigen oder gasförmigen Brennstoff zur Zündung des vorher aufgegebenen festen Brennstoffs. Diese Brennstelle 22 wird sowohl beim Anfahren der Anlage als auch im Normalbetrieb betrieben.

    Ausführungsbeispiel 3 (Abb. 2)



    [0025] Die Kühlzone 8a, 8b ist mit der Nachbrennzone 14 und Brennzone 7 durch eine gemeinsame Gashaube ohne Einbauten direkt verbunden. Der feste Brennstoff wird über die Aufgabestellen 15, 16, 18, 21 und 22 aufgegeben. Die Verbrennung erfolgt in der für den Bereich der Nachbrennzone bereits beschriebenen Weise in mehreren Stufen, wobei wiederum der Abbrand der flüchtigen und feinsten Bestandteile der Kohle innerhalb der Pelletsschicht erfolgt, soweit diese im Bereich der abwärts gerichteten Strömung der Kühlgase, d.h. an den Aufgabestellen 15, 21 und 22 aufgegeben wird. Auf diese Weise ist es möglich, bis zu 100 % des von außen zugeführten Brennstoffs durch festen Brennstoff zu decken.

    [0026] Vorzugsweise werden über die Aufgabestellen 15, 16, 18, 21 und 22 jedoch nur 80 Yo zugeführt und die restlichen 20 % zur Regelung der Temperatur des Kühlgasstromes 8b über die Brennstoffaufgabestellen 19 und 23 benutzt, wobei gleichzeitig mit der Temperatur der Kühlluft auch die Abbrandgeschwindigkeit des festen Brennstoffes im Kühlgasstrom und auf der Pelletsschicht gesteuert wird. Zur Erhöhung der Regelfähigkeit wird über die Brennstoffaufgabestellen 19 und 23 vorzugsweise Kohlenstaub, Öl oder Hydratalkohol verwendet, wobei die flüssigen Brennstoffe vorwiegend während des Anfahrbetriebes zum Einsatz kommen.

    [0027] Die Vorteile der Erfindung bestehen darin, daß örtliche Überhitzungen an den Brennern und die damit verbundenen Nachteile weitgehendst vermieden werden können. Schon bei einer Aufgabe von 10 % festem Brennstoff können die Brenner mit geringerer Belastung betrieben werden und die geschilderten Nachteile wesentlich verringert werden. Die Aufheizung der Gase bei der Verbrennung in der Brennstoffschicht erfolgt sehr gleichmäßig, so daß diese mit einer Vielzahl von Brennern zu vergleichen ist. Bei einer mehrstufigen Aufheizung der Gase in mehreren Stufen hintereinander wird diese Vergleichmäßigung noch wesentlich gesteigert. Die thermische NOx-Bildung wird wesentlich verringert und es ist der Einsatz von billigen Brennstoffen möglich. Das Volumen der Gase wird zum Teil erst bei der Aufheizung in der Brennstoffschicht vergrößert und die Wärmeübertragung innerhalb des Pellets-Bettes verbessert.


    Ansprüche

    1. Verfahren zur thermischen Behandlung von Pellets auf einer Pelletsbrennmaschine unter Hindurchleiten von heißen Gasen durch das Pellets-Bett, wobei fester kohlenstoffhaltiger Brennstoff zur Erzeugung mindestens eines Teiles der heißen Gase verbrannt wird, die Pellets mittels hindurchgeleiteter Kühlgase gekühlt werden und mindestens ein Teil der aufgeheizten Kühlgase in die thermische Behandlungszone geleitet wird, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens 10 % des von außen dem Prozeß zugeführten Brennstoffs in Form von festem Brennstoff auf die Oberfläche des Pellets-Bettes aufgegeben werden.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufgabe des festen Brennstoffs so gesteuert wird, daß mindestens in einem Teil der thermischen Behandlungszone mit abwärts gerichteter Strömung der heißen Gase und mindestens in einem Teil der Kühlzone mit aufwärts gerichteter Gasströmung, aus der die aufgeheizten Kühlgase in die thermische Behandlungszone geleitet werden, fester Brennstoff auf dem Bett vorhanden ist.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die in der Kühlzone oberhalb des Pellets-Bettes austretenden aufgeheizten Kühlgase unter einer gemeinsamen Gashaube in die thermische Behandlungszone mit abwärts gerichteter Strömung der heißen Gase geleitet werden, und die Verteilung der heißen Gase durch Steuerung des Strömungswiderstandes des Pellets-Bettes erfolgt.
     
    4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß 40 bis 80 % des von außen zugeführten Brennstoffs auf die Oberfläche des Pellets-Bettes aufgegeben werden.
     
    5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß in die thermische Behandlungszone fester Brennstoff mit hohem Gehalt an flüchtigen Bestandteilen aufgegeben wird, und die Schichtdicke und/oder Körnung des festen Brennstoffes so eingestellt wird, daß die ausgetriebenen brennbaren flüchtigen Bestandteile überwiegend in unteren Schichten des Pellets-Bettes verbrennen.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht