[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Aldehyds,
nämlich von p-tert. Butylbenzaldehyd.
[0002] Der p-tert. Butylbenzaldehyd wurde bisher durch Oxydation von p-tert. Butyltoluol
mit chemischen Oxydationsmitteln, insbesondere mit Mangandioxyd, hergestellt. Diese
Verfahrensweise hat schwerwiegende Nachteile, insbesondere im Hinblick auf die hierbei
in grossen Mengen anfallenden Mangansalze. Weiterhin wird das hierbei verwendete Mangandioxyd
nicht in gleichbleibender, sondern vielmehr in sehr unterschiedlicher Qualität geliefert,
was naturgemäss eine einheitliche Verfahrensführung nicht ermöglicht.
[0003] Es wurde nun ein Verfahren gefunden, welches nicht mit diesen Nachteilen und Schwierigkeiten
verbunden ist und welches es dennoch ermöglicht, das gewünschte Produkt in hoher Ausbeute
zu erhalten.
[0004] Das erfindungsgemässe Verfahren zur Herstellung von p-tert. Butylbenzaldehyd besteht
darin, dass man p-tert. Butyltoluol elektrochemisch oxydiert. Eine derartige anodische
Oxydation vermeidet die mit der Verwendung von Mangandioxyd als chemisches Oxydationsmittel
verbundenen Nachteile und gestattet es, p-tert. Butylbenzaldehyd auf einfache Weise
und mit hohen Ausbeuten zu erhalten, wobei ausserdem als gut verwertbares Nebenprodukt
an der ! Kathode noch Wasserstoff anfällt.
[0005] Als Anoden werden beim erfindungsgemässen elektrochemischen Verfahren zweckmässig
Metalloxydanoden, beispielsweise Bleidioxyd- oder Mangandioxyd-Anoden verwendet.
[0006] Eine besonders bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens besteht
darin, dass man eine Metalloxyd-Titan-Verbundanode verwendet. Solche Verbundanoden
bestehen aus einem Träger aus Titan, welcher mit einer Metalloxydauflage versehen
ist, wobei auf der Titanoberfläche vor der Aufbringung des Metalloxydüberzuges eine
Zwischenschicht aus einem Carbid oder Borid der Elemente der IV. und V. Nebengruppe
aufgebracht wird. Eine derartige Verbundanode, nämlich eine Bleidioxyd-Titan-Verbundanode,
sowie deren Herstellung ist in der deutschen Patentschrift 2 344 645 beschrieben.
Ein verbessertes Verfahren zur Herstellung einer derartigen Anode ist in der deutschen
Offenlegungsschrift 2 722 840 beschrieben. Erfindungsgemäss wird bevorzugt eine derartige
Bleidioxyd-Titan-Verbundanode verwendet.
[0007] Bei Verwendung von Mangandioxyd als Anodenmaterial kann dieses entweder auf Graphit
oder auf Blei oder auch auf Bleidioxyd aufgebracht sein.
[0008] Ferner können beim erfindungsgemässen mit Vorteil Graphitanoden verwendet werden.
[0009] Weitere verwendbare Anodenmaterialien sind Edelmetalle, z.B. Platin oder platiniertes
Titan.
[0010] Die beim erfindungsgemässen Verfahren verwendeten
Kathodenmaterialien sind nicht kritisch. Als Kathodenmaterialien sind beispielsweise
Stahl, Nickel und Kupfer geeignet.
[0011] Die Elektroden, und zwar sowohl die Anode wie auch die Kathode, können übliche Formen
aufweisen. Beispielsweise können die Elektroden in Form von Platten oder Gittern oder
als Streckmetall ausgebildet sein.
[0012] Die Elektrolyse kann in ungeteilten oder in unterteilten Zellen durchgeführt werden,
wobei im letzteren Falle die Unterteilung mit Membranen oder Diaphragmen aus üblichen
Membran- bzw. Diaphragmen-Materialien erfolgen kann.
[0013] Die angewandten Spannungen und Stromstärken richten sich nach dem verwendeten Lösungsmittel,
nach der Grösse der Zelle und nach der angewandten Stromdichte. Im allgemeinen arbeitet
man mit einer Spannung zwischen etwa 3 und etwa 20 V. Die Stromdichte kann innerhalb
weiter Grenzen schwanken, wobei die Stromdichten im allgemeinen zwisehen etwa 0,01
und etwa 100 mA pro cm , insbesondere zwischen etwa 0,4 und etwa 50 mA pro cm
2 betragen können.
[0014] Die erfindungsgemässe Elektrolyse kann direkt in einem Gemisch eines Elektrolyten
und des als Ausgangsmaterial verwendeten p-tert. Butyltoluol durchgeführt werden,
wobei kein weiteres Lösungsmittel verwendet wird. Als Elektrolyten können beispielsweise
wässrige Säuren, insbesondere nicht-oxidative Mineralsäuren verwendet werden. Als
besonders geeignet hat sich hierbei die Schwefelsäure erwiesen. Zweckmässig arbeitet
man hierbei mit einer 5-50%igen, insbesondere mit einer 7,5-15%igen wässrigen Schwefelsäure.
[0015] Besonders bevorzugt ist die Verwendung eines Gemisches, welches aus der oben genannten
wässrigen Säure und einem inerten organischen Lösungsmittel besteht, beispielsweise
einem Kohlenwasserstoff, wie Hexan, einem chlorierten Kohlenwasserstoff, wie Dichloräthan
oder Methylenchlorid, einem tertiären niederen Alkanol, beispielsweise tert. Butanol,
oder Aceton. Zweckmässig beträgt der Anteil des organischen Lösungsmittels im Gemisch
etwa 10 bis etwa 60%. Wenn ein derartiges Gemisch als organische Komponente ein mit
Wasser nicht mischbares organisches Lösungsmittel enthält oder wenn man überhaupt
ohne Verwendung eines zusätzlichen Lösungsmittels arbeitet (Verwendung des Ausgangsmaterials
als Lösungsmittel) wird zweckmässigerweise ein Phasentransferkatalysator verwendet,
beispielsweise ein Tetraalkylammoniumsalz, wie Tetrabutylammoniumhydrogensulfat. Ein
weiteres Beispiel eines solchen Phasentransfer-Katalysators ist das Dodecylhydrogensulfat-Natriumsalz.
[0016] Bei Verwendung von Metalloxydanoden, insbesondere von Metalloxyd-Verbundanoden hat
es sich als besonders zweckmässig erwiesen, als Lösungsmittel Dichloräthan zu verwenden,
während sich bei Verwendung von Graphitanoden Aceton als Lösungsmittel als besonders
vorteilhaft erwiesen hat.
[0017] Insbesondere bei Verwendung von Graphitanoden bildet sich neben dem gewünschten p-tert.
Butylbenzaldehyd in geringeren Mengen der entsprechende Alkohol. Dieser kann durch
Destillation abgetrennt und in das Verfahren zurückgeführt, d.h. dem Ausgangsmaterial,
p-tert. Butyltoluol, zugemischt werden.
[0018] Die Konzentration des Ausgangsmaterials im verwendeten Elektrolytgemisch kann im
allgemeinen zwischen etwa 1 und 80% schwanken, insbesondere zwischen etwa 10 und 50%,
vorzugsweise zwischen etwa 10 und 20%.
[0019] Die bei der Ausführung des erfindungsgemässen Verfahrens angewandte Temperatur ist
nicht kritisch. Sie wird jedoch nach oben hin durch den Siedepunkt des Lö- sungsmittels
begrenzt. Im allgemeinen arbeitet man zwischen Raumtemperatur und etwa 80°C, insbesondere
zwischen Raumtemperatur und etwa 60 C.
[0020] Dem Elektrolyten können in an sich bekannter Weise Metallsalze, beispielsweise Mangan-II-Salze,
wie Mangan-II-Sulfat oder Cer-III-Salze, wie Cer-III-Sulfat zugesetzt werden und zwar
in nur geringen Mengen, beispielsweise in einer Menge von etwa 1%o bezogen auf die
Menge des Ansatzes.
[0021] Während der Elektrolyse ist für kräftiges Durchmischen des Ansatzes zu sorgen.
Beispiel 1
[0022] In ein Glasgefäss mit Deckel werden 2,5 ml p-tert. Butyltoluol, 10 ml Dichloräthan
und 110 ml 10N Schwefelsäure gegeben und unter Magnetrührung emulgiert. Als Anode
wird Titanstreckmetall (5 x 5 cm), beschichtet mit Blei- dioxyd, verwendet [Bleidioxyd-Titan-Verbundelektrode,
beschrieben in Zeitschrift für Naturforschung "316, 39-50 (1976)], als Kathode dient
ein Nickeldraht im Abstand von 3 cm von der Anode. Zwischen den Elektroden wird eine
Spannung von 3,4 Volt angelegt, worauf sich ein Strom von 50 mA einstellt. Die Temperatur
wird durch extreme Kühlung auf 25°C gehalten. Nach dem Durchgang von 1,55 Ah, was
100% des theoretisch benötigten Stromes entspricht, wird die Elektrolyse abgebrochen.
Die Reaktionslösung wird dreimal mit je 60 ml Chloroform extrahiert und der kombinierte
Extrakt im Gaschromatogramm quantitativ analysiert. Bei einem Umsatz von 83% resultiert
eine Ausbeute an p-tert. Butylbenzaldehyd von 77% der Theorie.
Beispiel 2
[0023] In einer ungeteilten Elektrolysezelle, versehen mit einer Graphitfolie von 25 cm
2 Oberfläche als Anode und einem Nickeldraht als Kathode, wird eine Lösung von 2,5
ml p-tert. Butyltoluol in 40 ml 3N wässriger Schwefelsäure und 80 ml Aceton bei Raumtemperatur,
0,75 A Stromstärke und 7,8-8,5 V Spannung unter Rühren elektrolysiert. Nach Beendigung
der Elektrolyse (nach 2 Stunden) wird eine Probe entnommen.und mit Chloroform extrahiert.
Die Produkte werden gaschromatographisch bestimmt. Bei einem Umsatz von 79% beträgt
die Ausbeute an p-tert. Butylbenzaldehyd (bezogen, auf umgesetztes p-tert. Butyltoluol)
60 Mol%, die Ausbeute an p-tert. Butylbenzylalkohol 10 Mol%.
1. Verfahren zur Herstellung von p-tert. Butylbenzaldehyd, dadurch gekennzeichnet,
dass man p-tert. Butyltoluol elektrochemisch oxydiert.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als Anode eine Metalloxydanode,
insbesondere eine Bleidioxyd-Anode, verwendet.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass man eine Metalloxyd-Titan-Verbundanode,
insbesondere eine Bleidioxyd-Titan-Verbundanode, verwendet.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass als Lösungsmittel
Dichloräthan verwendet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als Anode eine Graphitanode
verwendet.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,- dass man als Lösungsmittel
Aceton verwendet.