[0001] Die Erfindung geht aus von einem Verfahren zum Waschen von Wäsche in einer programmgesteuerten
Trommelwaschmaschine, die mit Anschlüssen für kaltes und warmes Frischwasser versehen
ist.
[0002] Es sind Trommelwaschmaschinen mit Anschlüssen für kaltes und warmes Frischwasser
bekannt (DE-PS 853 151). Die darin ablaufenden Waschverfahren unterscheiden sich prinzipiell
nicht von Waschverfahren, die in nur mit einem Kaltwasseranschluß ausgestatteten Trommelwaschmaschinen
angewendet werden.
[0003] Eine allgemein herrschende und bislang nicht ernsthaft bezweifelte Ansicht unter
Fachleuten für Wäschepflege über die Zusammensetzung von optimalen Waschverfahren
drückt sich im sogenannten Sinnerschen Kreis aus (vergleiche Dr.K.Lindner in Zeitschrift
"Seifen-Öle-Fette-Wachse" 1964, Seiten 714 und 715), der eine Gesetzmäßigkeit zwischen
den Anteilen der Einwirkungen der vier Faktoren Zeitaufwand, Temperatur, Mechanik
und Chemie auf die zu waschende Wäsche im Sinne einer gleichbleibenden Summe der Einzelwirkungen
beschreibt.
[0004] Ausgehend von dieser Gesetzmäßigkeit als Tatsache ist der Wäschepflege-Fachmann gehalten,
einen Programmabschnitt zum Waschen normal verschmutzter Wäsche, bei dem anstelle
von nur kaltem ausschließlich oder zusätzlich warmes,Frischwasser zuläuft, so einzurichten,
daß die gesamte Waschzeit während dieses Programmabschnitts etwa so lang ist wie bei
einem entsprechenden Programmabschnitt mit nur kalt zulaufendem Frischwasser. Da nämlich
die Zeit zum Aufheizen der Flotte bei höherer Anfangstemperatur bis auf die erforderliche
Waschtemperatur, z.B. 90°C, kürzer ist, wird dieser Fachmann die hier ausgefallene
Zeit durch Verlängerung der aktiven Waschzeit, die vom Zeitpunkt des Erreichens der
Waschtemperatur bis Ende des Programmabschnitts zählt, wieder ausgleichen, damit der
Faktor Zeitaufwand nicht zu kurz kommt und zu einer Störung des durch den Sinnerschen
Kreis beschriebenen Optimums führt.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein eingangs genanntes Waschverfahren zu
entwickeln, das den durch eine verkürzte Aufheizphase erzielbaren Energie-Spareffekt
noch weiter steigert und zu einer Verkürzung der gesamten Dauer eines Waschprogramms
führt. Dabei sollen die Ergebnisse betreffend Reinigungswirkung, Bleichintensität
und Wäscheschonung verglichen mit solchen Programmabschnitten, bei denen nur kaltes
Frischwasser zuläuft, möglichst auch erzielt, wenn nicht sogar übertroffen werden.
[0006] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß bei einem Programmabschnitt
für normal verschmutzte Wäsche, bei dem warmes Frischwasser zuläuft, im Vergleich
zu einem solchen Programmabschnitt, bei dem nur kaltes Frischwasser zuläuft, die aktive
Waschzeit nach Erreichen der gewünschten Waschtemperatur der Lauge nur ca. 0 bis 40
% beträgt.
[0007] Bei beispielsweise Klarwasch-Programmabschnitten mit einer Waschtemperatur bei 90°
C beträgt die Aufheizzeit bei voller Beladung der Waschmaschine ca. 40 min. Daran
schließt sich normalerweise eine aktive Waschzeit von 20 min. an. Die Gesamtzeit dieses
Programmabschnittes beträgt daher ca. 1 h. Diese Gesamtzeit würde der Fachmann, wie
oben erläutert, auch bei einem Programmabschnitt einhalten, bei dem warmes Frischwasser
zuläuft, der also mit einer höheren Anfangstemperatur von ca. 50
0 C eingeleitet wird. Beim erfindungsgemäßen Waschverfahren beträgt für dieses Beispiel
die Aufheizzeit nur ca. 20 min. Anstatt nunmehr die Dauer der aktiven Waschzeit auf
40 min. zu verlängern, um wieder auf eine Gesamtzeit von ca. 1 h für den Programmabschnitt
"Klarwäsche" zu kommen, wird nach dem erfindungsgemäßen Verfahren die aktive Waschzeit
verkürzt. Sie beträgt also beispielsweise nur noch 0 bis 8 min. (entsprechend 0 bis
40 % von üblicherweise 20 min.). Die Gesamtzeit beträgt nunmehr nur noch ca. 25 min:
Eine Verkürzung also um fast 60 %. Während dieser kurzen Zeit geht natürlich auch
weniger Wärme durch Abstrahlung und Übergang an die Umgebung verloren, sodaß ein weiterer
Energie-Spareffekt zu verzeichnen ist.
[0008] Überraschenderweise hat sich weiterhin gezeigt, daß die Ergebnisse betreffend Reinigungswirkung,
Bleichintensität und Wäscheschonung beim erfindungsgemäßen Verfahren kaum beeinträchtigt
sind, ja die Wäsche sogar noch besser geschont wird als mit den bisher üblichen Waschverfahren,
bei denen ausschließlich Kaltwasser zufließt. Die Wäscheschonung ist sogar erheblich
besser gegenüber einem Verfahren, bei dem Warmwasser zufließt und dessen Gesamtwaschzeit
wiederum etwa 1 h dauert.
[0009] Der Verlust an mechanischer Einwirkung auf die Wäsche beim Programmabschnitt, bei
dem warmes Frischwasser zuläuft, infolge kürzerer Waschzeit gegenüber einem solchen
Programmabschnitt, bei dem nur kaltes Frischwasser zuläuft, kann bei einer vorteilhaften
Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens durch Intensivierung des Bewegungsrhythmus
wenigstens teilweise ausgeglichen werden. Dadurch können die Ergebnisse betreffend
Reinigungswirkung und Bleichintensität den jeweiligen Wünschen angepaßt werden.
[0010] Bei einer Gegenüberstellung in einem Test des Anmelders hat sich ergeben, daß mittels
einer handelsüblichen Trommelwaschmaschine bei Vorwäsche und anschließender Kochwäsche
95 °C mit einer aktiven Waschzeit von 15 min. und einer Laugenan-
fangstemperatur von 15
0 C Reinigungswirkungen nach DIN 44983 bei WFK-Schmutzgewebe von 64,2 % und bei EMPA-Schmutzgewebe
von 56 %, eine Bleichintensität von 49,5 % und ein Verlust an Reißkraft von 6,5 %
eintreten. Bei einer Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens ebenfalls bei Vorwäsche
und anschließender Kochwäsche von 95° C ohne aktive Waschzeit und einer Laugenanfangstemperatur
von ca. 50° C lagen die Werte für die zuvor aufgezählten Ergebnisse in derselben Reihenfolge
bei 63 %, 55,4 %, 49,4 % und 5,2 %. Daraus kann klar ersehen werden, daß das erfindungsgemäße
Verfahren wesentliche ökonomische Vorteile gegenüber den bisher bekannten Waschverfahren
aufweist.
[0011] Das erfindungsgemäße Verfahren kann in einer Trommelwaschmaschine durchgeführt werden,
die gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ein Programmsteuergerät mit einer Schaltstufe
enthält, die ausgangsseitig an einen Setzeingang einer Zeitsteuerstufe schaltbar ist,
deren einer Zeitablaufsignal-Ausgang mit einer Fortschaltstufe des Programmsteuergerätes
verbunden ist. Die Schaltstufe kann dabei von einer Fortschalteinrichtung aktiviert
werden und setzt beim Erreichen der gewünschten Waschtemperatur eine Zeitsteuerstufe
in Gang, deren einer Ausgang bei Signalwechsel nach einer gewissen Zeit, z.B. 4 min.,
für den aktiven Waschvorgang die Aktivität dieser Schaltstufe beendet.
[0012] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen Trommelwaschmaschine
enthält das Programmsteuergerät eine Schaltstufe, die ausgangsseitig an einen Umschalteingang
eines Taktgebers für den Bewegungsrhythmus schaltbar ist, wenn der Warmwasserzufluß
beendet und die gewünschte Waschtemperatur erreicht ist. Dadurch kann für den Trommelantriebsmotor
in der Aufheizphase ein intensiver Bewegungsrhythmus, z.B. 12 s Lauf und 3 s Pause,
gewählt werden, der bei beendetem Warmwasserzufluß und erreichter Waschtemperatur
auf normalen Bewegungsrhythmus, z.B. 7.5 s Lauf und 7,5 s Pause, umgestellt wird.
[0013] Bei 4 min. Ablaufzeit zwischen dem Setzsignal an die Zeitsteuerstufe und deren Zeitablaufsignal
hat sich eine aktive Waschzeit ergeben, bei der sich erfahrungsgemäß sehr gute Ergebnisse
einstellen.
[0014] Vorteilhafterweise kann das Programmsteuergerät weiterhin eine Schaltstufe enthalten,
die mit einem Schalter für ein den Fluß des warmen Frischwassers steuerndes Magnetventil
verbunden ist bzw. eine weitere Schaltstufe, die mit einem Schalter für eine die Waschlauge
aufheizende Heizeinrichtung verbunden ist. Eine solche Ausgestaltung läßt beispielsweise
eine Abhängigkeitsschaltung zum Wasserstand und zur Waschtemperatur zu.
[0015] Anhand eines in Figur 1 dargestellten Diagramms und einer in Figur 2 dargestellten
blockschaltbildartigen Schaltungsanordnung sind das erfindungsgemäße Verfahren und
eine zur Durchführung dieses Verfahrens geeignete, automatisch arbeitende Trommelwaschmaschine
nachstehend beschrieben.
[0016] Die unausgefüllte Diagrammlinie in Figur 1 zeigt von 0 bis 40 min., gerechnet vom
Beginn des für einen Klarwaschgang vorgesehenen Programmabschnittes, die Aufheizphase
bei einem Programmabschnitt, bei dem nur kaltes Frischwasser zuläuft, das eine Anfangstemperatur
von 15° C hat. Nach Beendigung des kontinuierlich verlaufenden Aufheizvorganges hat
die Waschflotte eine Temperatur von voraussetzungsgemäß 90° C. Daran schließt sich
eine 20-minütige aktive Waschzeit, sodaß dieser Programmabschnitt nach insgesamt 60-minütiger
Dauer beendet ist und mit stufenweisem Zufluß von Kaltwasser und Abkühlen der Waschflotte
ausläuft.
[0017] Im Gegensatz dazu zeigt die ausgefüllte Diagrammlinie den zeitlichen Verlauf der
Temperatur beim erfindungsgemäßen Waschverfahren im Programmabschnitt für normal verschmutzte
Wäsche, bei dem warmes Frischwasser zuläuft. Anfangs befindet sich auch im Warmwassernetz
kühles Wasser, sodaß die Laugentemperatur schnell von etwa 15° C bis zum Abschalten
des Frischwasserzulaufs auf etwa 50° C ansteigt. Dort beginnt die Aufheizphase, deren
Verlauf im wesentlichen parallel zu dem Verlauf bei Aufheizen von kaltem Wasser verläuft.
Nach 20 min. seit Beginn dieses Programmabschnittes ist die Aufheizphase beendet und
eine Waschtemperatur von 90° C erreicht. Daran schließt sich noch eine aktive Waschzeit
von etwa 5 min., sodaß nach 25 min. GesamtWaschzeit innerhalb dieses Programmabschnittes
der Klarwaschgang beendet ist.
[0018] In Figur 2 ist ein Teil eines Blockschaltbildes für ein erfindungsgemäß in einer
automatisch arbeitenden Trommelwaschmaschine vorgesehenes Programmsteuergerät dargestellt,
welches das erfindungsgemäße Waschverfahren steuert. Es enthält Fortschaltstufen 1,
2 und 3, die nacheinander die Schaltstufen 11,12 und 13 aktivieren können. Der Ausgang
der Schaltstufe 11 steuert die Kippstufe 21 in eine Lage, in der sie das an ihren
Ausgang 210 geschaltete Magnetventil 30 einschaltet. Dieses Magnetventil steuert den
Warmwasserzufluß in der Leitung 31.
[0019] Die Schaltstufe 12 steuert die bistabile Kippstufe 22 in eine Lage, in der ihr Ausgang
220 das Schütz 40 für die Laugenheizung 41 einschaltet.
[0020] Im Laugenbehälter 50 mündet die Zuflußleitung 31. Ferner sind im Laugenbehälter ein
Wasserstandgeber 51 und ein Temperaturgeber 52 angeordnet, deren Schalter 53 und 54
geeignete Signale an die Schaltstufe 13 abgeben. Die Schaltstufe 13 gibt ihr Ausgangssignal
auf den Seitzeingang einer Zeitsteuerstufe 23, deren einer Ausgang mit dem Schiebeeingang
der Fortschaltstufen 1 bis 3 verbunden ist. Das Ausgangssignal der Schaltstufe 13
ist abhängig vom Signal der Schalter 53 und 54.
[0021] Der Schalter 53 ist außerdem an den Rücksetzeingang der bistabilen Kippstufe 21 geschaltet,
die beim Rücksetzen das Magnetventil 30 wieder abschaltet. Der Schalter 54 ist außerdem
an den Rücksetzeingang der bistabilen Kippstufe 22 geschaltet, die beim Rücksetzen
das Heizungsschütz 40 abschaltet.
1. Verfahren zum Waschen von Wäsche in einer programmgesteuerten Trommelwaschmaschine,
die mit Anschlüssen für kaltes und warmes Frischwasser versehen ist, adurch gekennzeichnet
, daß bei einem Programmabschnitt für normal verschmutzte Wäsche, bei dem warmes Frischwasser
zuläuft, im Vergleich zu einem solchen Programmabschnitt, bei dem nur kaltes Frischwasser
zuläuft, die aktive Waschzeit nach Erreichen der gewünschten Waschtemperatur der Lauge
nur ca. 0 bis 40 % beträgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Verlust an mechanischer
Einwirkung auf die Wäsche beim Programmabschnitt, bei dem warmes Frischwasser zuläuft,
infolge kürzerer Waschzeit gegenüber einem solchen Programmabschnitt, bei dem nur
kaltes Frischwasser zuläuft, durch Intensivierung des Bewegungsrhythmus wenigstens
teilweise ausgeglichen wird.
3. Automatisch arbeitende Trommelwaschmaschine zur Durchführung des Verfahrens nach
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Programmsteuergerät (Fig. 2) eine Schaltstufe
(13) enthält, die ausgangsseitig an einen Setzeingang einer Zeitsteuerstufe (23) schaltbar
ist, deren einer Zeitablaufsignal-Ausgang mit einer Fortschaltstufe (1) des Programmsteuergerätes
verbunden ist.
4. Trommelwaschmaschine nach Anspruch 3 zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch
2, dadurch gekennzeichnet, daß das Programmsteuergerät eine Schaltstufe enthält, die
ausgangsseitig an einen Umschalteingang eines Taktgebers für den Bewegungsrhythmus
schaltbar ist, wenn der Warmwasserzufluß beendet und die gewünschte Waschtemperatur
erreicht ist.
5. Trommelwaschmaschine nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Ablaufzeit
zwischen dem Setz-Signal an die Zeitsteuerstufe (23) und deren Zeitablaufssignal höchstens
4 min. beträgt.
6. Trommelwaschmaschine nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß eine der Schaltstufen (11) des Programmsteuergerätes mit einem Schalter (21) für
ein den Fluß des warmen Frischwassers steuerndes Magnetventil (30) verbunden ist.
7. Trommelwaschmaschine nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß eine der Schaltstufen (12) des Programmsteuergerätes mit einem Schalter (22) für
eine die Waschlauge aufheizenden Heizeinrichtung (41) verbunden ist.