(19)
(11) EP 0 031 016 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
01.07.1981  Patentblatt  1981/26

(21) Anmeldenummer: 80106860.2

(22) Anmeldetag:  07.11.1980
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3D06F 35/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE FR GB IT SE

(30) Priorität: 21.12.1979 DE 2951926

(71) Anmelder: Bosch-Siemens Hausgeräte GmbH
D-81669 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Brodzina, Lieselotte
    D-1000 Berlin 31 (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Verfahren zum Waschen von Wäsche


    (57) Bei einem Verfahren zum Waschen von Wäsche in einer programmgesteuerten Trommelwaschmaschine, die mit Anschlüssen für kaltes und warmes Frischwasser versehen ist, soll der durch eine verkürzte Aufheizphase erzielbare Energie-Spareffekt weiter gesteigert und die gesamte Dauer eines Waschprogrammes verkürzt werden. Waschergebnisse dürfen dadurch aber nicht beeinträchtigt werden.
    Die Lösung dieses Problems besteht darin, daß bei einem Programmabschnitt für normal verschmutzte Wäsche, bei dem warmes Frischwasser zuläuft, im Vergleich zu einem solchen Programmabschnitt, bei dem nur kaltes Frischwasser zuläuft, die aktive Waschzeit nach Erreichen der gewünschten Waschtemperatur der Lauge nur ca. 0 bis 40 % beträgt.
    Das erfindungsgemäße Verfahren wird in einer automatisch arbeitenden Trommelwaschmaschine durchgeführt, bei der das Programmsteuergerät (Fig. 2) eine Schaltstufe (13) enthält, die ausgangsseitig an einen Setzeingang einer Zeitsteuerstufe (23) schaltbar ist, deren einer Zeitablaufsignal-Ausgang mit einer Fortschaltstufe (1) des Programmsteuergerätes verbunden ist.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung geht aus von einem Verfahren zum Waschen von Wäsche in einer programmgesteuerten Trommelwaschmaschine, die mit Anschlüssen für kaltes und warmes Frischwasser versehen ist.

    [0002] Es sind Trommelwaschmaschinen mit Anschlüssen für kaltes und warmes Frischwasser bekannt (DE-PS 853 151). Die darin ablaufenden Waschverfahren unterscheiden sich prinzipiell nicht von Waschverfahren, die in nur mit einem Kaltwasseranschluß ausgestatteten Trommelwaschmaschinen angewendet werden.

    [0003] Eine allgemein herrschende und bislang nicht ernsthaft bezweifelte Ansicht unter Fachleuten für Wäschepflege über die Zusammensetzung von optimalen Waschverfahren drückt sich im sogenannten Sinnerschen Kreis aus (vergleiche Dr.K.Lindner in Zeitschrift "Seifen-Öle-Fette-Wachse" 1964, Seiten 714 und 715), der eine Gesetzmäßigkeit zwischen den Anteilen der Einwirkungen der vier Faktoren Zeitaufwand, Temperatur, Mechanik und Chemie auf die zu waschende Wäsche im Sinne einer gleichbleibenden Summe der Einzelwirkungen beschreibt.

    [0004] Ausgehend von dieser Gesetzmäßigkeit als Tatsache ist der Wäschepflege-Fachmann gehalten, einen Programmabschnitt zum Waschen normal verschmutzter Wäsche, bei dem anstelle von nur kaltem ausschließlich oder zusätzlich warmes,Frischwasser zuläuft, so einzurichten, daß die gesamte Waschzeit während dieses Programmabschnitts etwa so lang ist wie bei einem entsprechenden Programmabschnitt mit nur kalt zulaufendem Frischwasser. Da nämlich die Zeit zum Aufheizen der Flotte bei höherer Anfangstemperatur bis auf die erforderliche Waschtemperatur, z.B. 90°C, kürzer ist, wird dieser Fachmann die hier ausgefallene Zeit durch Verlängerung der aktiven Waschzeit, die vom Zeitpunkt des Erreichens der Waschtemperatur bis Ende des Programmabschnitts zählt, wieder ausgleichen, damit der Faktor Zeitaufwand nicht zu kurz kommt und zu einer Störung des durch den Sinnerschen Kreis beschriebenen Optimums führt.

    [0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein eingangs genanntes Waschverfahren zu entwickeln, das den durch eine verkürzte Aufheizphase erzielbaren Energie-Spareffekt noch weiter steigert und zu einer Verkürzung der gesamten Dauer eines Waschprogramms führt. Dabei sollen die Ergebnisse betreffend Reinigungswirkung, Bleichintensität und Wäscheschonung verglichen mit solchen Programmabschnitten, bei denen nur kaltes Frischwasser zuläuft, möglichst auch erzielt, wenn nicht sogar übertroffen werden.

    [0006] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß bei einem Programmabschnitt für normal verschmutzte Wäsche, bei dem warmes Frischwasser zuläuft, im Vergleich zu einem solchen Programmabschnitt, bei dem nur kaltes Frischwasser zuläuft, die aktive Waschzeit nach Erreichen der gewünschten Waschtemperatur der Lauge nur ca. 0 bis 40 % beträgt.

    [0007] Bei beispielsweise Klarwasch-Programmabschnitten mit einer Waschtemperatur bei 90° C beträgt die Aufheizzeit bei voller Beladung der Waschmaschine ca. 40 min. Daran schließt sich normalerweise eine aktive Waschzeit von 20 min. an. Die Gesamtzeit dieses Programmabschnittes beträgt daher ca. 1 h. Diese Gesamtzeit würde der Fachmann, wie oben erläutert, auch bei einem Programmabschnitt einhalten, bei dem warmes Frischwasser zuläuft, der also mit einer höheren Anfangstemperatur von ca. 500 C eingeleitet wird. Beim erfindungsgemäßen Waschverfahren beträgt für dieses Beispiel die Aufheizzeit nur ca. 20 min. Anstatt nunmehr die Dauer der aktiven Waschzeit auf 40 min. zu verlängern, um wieder auf eine Gesamtzeit von ca. 1 h für den Programmabschnitt "Klarwäsche" zu kommen, wird nach dem erfindungsgemäßen Verfahren die aktive Waschzeit verkürzt. Sie beträgt also beispielsweise nur noch 0 bis 8 min. (entsprechend 0 bis 40 % von üblicherweise 20 min.). Die Gesamtzeit beträgt nunmehr nur noch ca. 25 min: Eine Verkürzung also um fast 60 %. Während dieser kurzen Zeit geht natürlich auch weniger Wärme durch Abstrahlung und Übergang an die Umgebung verloren, sodaß ein weiterer Energie-Spareffekt zu verzeichnen ist.

    [0008] Überraschenderweise hat sich weiterhin gezeigt, daß die Ergebnisse betreffend Reinigungswirkung, Bleichintensität und Wäscheschonung beim erfindungsgemäßen Verfahren kaum beeinträchtigt sind, ja die Wäsche sogar noch besser geschont wird als mit den bisher üblichen Waschverfahren, bei denen ausschließlich Kaltwasser zufließt. Die Wäscheschonung ist sogar erheblich besser gegenüber einem Verfahren, bei dem Warmwasser zufließt und dessen Gesamtwaschzeit wiederum etwa 1 h dauert.

    [0009] Der Verlust an mechanischer Einwirkung auf die Wäsche beim Programmabschnitt, bei dem warmes Frischwasser zuläuft, infolge kürzerer Waschzeit gegenüber einem solchen Programmabschnitt, bei dem nur kaltes Frischwasser zuläuft, kann bei einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens durch Intensivierung des Bewegungsrhythmus wenigstens teilweise ausgeglichen werden. Dadurch können die Ergebnisse betreffend Reinigungswirkung und Bleichintensität den jeweiligen Wünschen angepaßt werden.

    [0010] Bei einer Gegenüberstellung in einem Test des Anmelders hat sich ergeben, daß mittels einer handelsüblichen Trommelwaschmaschine bei Vorwäsche und anschließender Kochwäsche 95 °C mit einer aktiven Waschzeit von 15 min. und einer Laugenan- fangstemperatur von 150 C Reinigungswirkungen nach DIN 44983 bei WFK-Schmutzgewebe von 64,2 % und bei EMPA-Schmutzgewebe von 56 %, eine Bleichintensität von 49,5 % und ein Verlust an Reißkraft von 6,5 % eintreten. Bei einer Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens ebenfalls bei Vorwäsche und anschließender Kochwäsche von 95° C ohne aktive Waschzeit und einer Laugenanfangstemperatur von ca. 50° C lagen die Werte für die zuvor aufgezählten Ergebnisse in derselben Reihenfolge bei 63 %, 55,4 %, 49,4 % und 5,2 %. Daraus kann klar ersehen werden, daß das erfindungsgemäße Verfahren wesentliche ökonomische Vorteile gegenüber den bisher bekannten Waschverfahren aufweist.

    [0011] Das erfindungsgemäße Verfahren kann in einer Trommelwaschmaschine durchgeführt werden, die gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ein Programmsteuergerät mit einer Schaltstufe enthält, die ausgangsseitig an einen Setzeingang einer Zeitsteuerstufe schaltbar ist, deren einer Zeitablaufsignal-Ausgang mit einer Fortschaltstufe des Programmsteuergerätes verbunden ist. Die Schaltstufe kann dabei von einer Fortschalteinrichtung aktiviert werden und setzt beim Erreichen der gewünschten Waschtemperatur eine Zeitsteuerstufe in Gang, deren einer Ausgang bei Signalwechsel nach einer gewissen Zeit, z.B. 4 min., für den aktiven Waschvorgang die Aktivität dieser Schaltstufe beendet.

    [0012] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen Trommelwaschmaschine enthält das Programmsteuergerät eine Schaltstufe, die ausgangsseitig an einen Umschalteingang eines Taktgebers für den Bewegungsrhythmus schaltbar ist, wenn der Warmwasserzufluß beendet und die gewünschte Waschtemperatur erreicht ist. Dadurch kann für den Trommelantriebsmotor in der Aufheizphase ein intensiver Bewegungsrhythmus, z.B. 12 s Lauf und 3 s Pause, gewählt werden, der bei beendetem Warmwasserzufluß und erreichter Waschtemperatur auf normalen Bewegungsrhythmus, z.B. 7.5 s Lauf und 7,5 s Pause, umgestellt wird.

    [0013] Bei 4 min. Ablaufzeit zwischen dem Setzsignal an die Zeitsteuerstufe und deren Zeitablaufsignal hat sich eine aktive Waschzeit ergeben, bei der sich erfahrungsgemäß sehr gute Ergebnisse einstellen.

    [0014] Vorteilhafterweise kann das Programmsteuergerät weiterhin eine Schaltstufe enthalten, die mit einem Schalter für ein den Fluß des warmen Frischwassers steuerndes Magnetventil verbunden ist bzw. eine weitere Schaltstufe, die mit einem Schalter für eine die Waschlauge aufheizende Heizeinrichtung verbunden ist. Eine solche Ausgestaltung läßt beispielsweise eine Abhängigkeitsschaltung zum Wasserstand und zur Waschtemperatur zu.

    [0015] Anhand eines in Figur 1 dargestellten Diagramms und einer in Figur 2 dargestellten blockschaltbildartigen Schaltungsanordnung sind das erfindungsgemäße Verfahren und eine zur Durchführung dieses Verfahrens geeignete, automatisch arbeitende Trommelwaschmaschine nachstehend beschrieben.

    [0016] Die unausgefüllte Diagrammlinie in Figur 1 zeigt von 0 bis 40 min., gerechnet vom Beginn des für einen Klarwaschgang vorgesehenen Programmabschnittes, die Aufheizphase bei einem Programmabschnitt, bei dem nur kaltes Frischwasser zuläuft, das eine Anfangstemperatur von 15° C hat. Nach Beendigung des kontinuierlich verlaufenden Aufheizvorganges hat die Waschflotte eine Temperatur von voraussetzungsgemäß 90° C. Daran schließt sich eine 20-minütige aktive Waschzeit, sodaß dieser Programmabschnitt nach insgesamt 60-minütiger Dauer beendet ist und mit stufenweisem Zufluß von Kaltwasser und Abkühlen der Waschflotte ausläuft.

    [0017] Im Gegensatz dazu zeigt die ausgefüllte Diagrammlinie den zeitlichen Verlauf der Temperatur beim erfindungsgemäßen Waschverfahren im Programmabschnitt für normal verschmutzte Wäsche, bei dem warmes Frischwasser zuläuft. Anfangs befindet sich auch im Warmwassernetz kühles Wasser, sodaß die Laugentemperatur schnell von etwa 15° C bis zum Abschalten des Frischwasserzulaufs auf etwa 50° C ansteigt. Dort beginnt die Aufheizphase, deren Verlauf im wesentlichen parallel zu dem Verlauf bei Aufheizen von kaltem Wasser verläuft. Nach 20 min. seit Beginn dieses Programmabschnittes ist die Aufheizphase beendet und eine Waschtemperatur von 90° C erreicht. Daran schließt sich noch eine aktive Waschzeit von etwa 5 min., sodaß nach 25 min. GesamtWaschzeit innerhalb dieses Programmabschnittes der Klarwaschgang beendet ist.

    [0018] In Figur 2 ist ein Teil eines Blockschaltbildes für ein erfindungsgemäß in einer automatisch arbeitenden Trommelwaschmaschine vorgesehenes Programmsteuergerät dargestellt, welches das erfindungsgemäße Waschverfahren steuert. Es enthält Fortschaltstufen 1, 2 und 3, die nacheinander die Schaltstufen 11,12 und 13 aktivieren können. Der Ausgang der Schaltstufe 11 steuert die Kippstufe 21 in eine Lage, in der sie das an ihren Ausgang 210 geschaltete Magnetventil 30 einschaltet. Dieses Magnetventil steuert den Warmwasserzufluß in der Leitung 31.

    [0019] Die Schaltstufe 12 steuert die bistabile Kippstufe 22 in eine Lage, in der ihr Ausgang 220 das Schütz 40 für die Laugenheizung 41 einschaltet.

    [0020] Im Laugenbehälter 50 mündet die Zuflußleitung 31. Ferner sind im Laugenbehälter ein Wasserstandgeber 51 und ein Temperaturgeber 52 angeordnet, deren Schalter 53 und 54 geeignete Signale an die Schaltstufe 13 abgeben. Die Schaltstufe 13 gibt ihr Ausgangssignal auf den Seitzeingang einer Zeitsteuerstufe 23, deren einer Ausgang mit dem Schiebeeingang der Fortschaltstufen 1 bis 3 verbunden ist. Das Ausgangssignal der Schaltstufe 13 ist abhängig vom Signal der Schalter 53 und 54.

    [0021] Der Schalter 53 ist außerdem an den Rücksetzeingang der bistabilen Kippstufe 21 geschaltet, die beim Rücksetzen das Magnetventil 30 wieder abschaltet. Der Schalter 54 ist außerdem an den Rücksetzeingang der bistabilen Kippstufe 22 geschaltet, die beim Rücksetzen das Heizungsschütz 40 abschaltet.


    Ansprüche

    1. Verfahren zum Waschen von Wäsche in einer programmgesteuerten Trommelwaschmaschine, die mit Anschlüssen für kaltes und warmes Frischwasser versehen ist, adurch gekennzeichnet , daß bei einem Programmabschnitt für normal verschmutzte Wäsche, bei dem warmes Frischwasser zuläuft, im Vergleich zu einem solchen Programmabschnitt, bei dem nur kaltes Frischwasser zuläuft, die aktive Waschzeit nach Erreichen der gewünschten Waschtemperatur der Lauge nur ca. 0 bis 40 % beträgt.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Verlust an mechanischer Einwirkung auf die Wäsche beim Programmabschnitt, bei dem warmes Frischwasser zuläuft, infolge kürzerer Waschzeit gegenüber einem solchen Programmabschnitt, bei dem nur kaltes Frischwasser zuläuft, durch Intensivierung des Bewegungsrhythmus wenigstens teilweise ausgeglichen wird.
     
    3. Automatisch arbeitende Trommelwaschmaschine zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Programmsteuergerät (Fig. 2) eine Schaltstufe (13) enthält, die ausgangsseitig an einen Setzeingang einer Zeitsteuerstufe (23) schaltbar ist, deren einer Zeitablaufsignal-Ausgang mit einer Fortschaltstufe (1) des Programmsteuergerätes verbunden ist.
     
    4. Trommelwaschmaschine nach Anspruch 3 zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Programmsteuergerät eine Schaltstufe enthält, die ausgangsseitig an einen Umschalteingang eines Taktgebers für den Bewegungsrhythmus schaltbar ist, wenn der Warmwasserzufluß beendet und die gewünschte Waschtemperatur erreicht ist.
     
    5. Trommelwaschmaschine nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Ablaufzeit zwischen dem Setz-Signal an die Zeitsteuerstufe (23) und deren Zeitablaufssignal höchstens 4 min. beträgt.
     
    6. Trommelwaschmaschine nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß eine der Schaltstufen (11) des Programmsteuergerätes mit einem Schalter (21) für ein den Fluß des warmen Frischwassers steuerndes Magnetventil (30) verbunden ist.
     
    7. Trommelwaschmaschine nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß eine der Schaltstufen (12) des Programmsteuergerätes mit einem Schalter (22) für eine die Waschlauge aufheizenden Heizeinrichtung (41) verbunden ist.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht