[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Hochspannungs-Leistungsschalter mit einem Einschaltwiderstand,
der im Verlaufe des Einschaltvorganges über eine Hilfsschaltstrecke parallel zur Hauptschaltstrecke
geschaltet und nach deren Schließen durch Öffnen der Hilfsschaltstrecke bis zum Wiedereinschalten
der Hauptschaltstrecke ausgeschaltet ist, mit einem in Ausschaltrichtung federbelasteten
beweglichen Schaltstift der Hilfsschaltstelle und mit einer an diesem Hilfsschaltstift
angelenkten Pleuelstange, die mit einem drehbar gelagerten Kurbeltrieb des Antriebsorgans
gelenkig verbunden ist.
[0002] Bei einem derartigen, aus der DE-PS 21 08 915 bekannten Hochspannungs-Leistungsschalter
wird vom Kurbeltrieb ein Kurbelzapfen verschwenkt, der über einen Sperrnocken die
Pleuelstange bewegt, bis dieser Sperrnocken an einem ortsfesten Auslöser anschlägt
und die Pleuelstange zu einer Rücklaufbewegung freigibt. Nach der Freigabe läuft der
Kurbelzapfen in einem in der Pleuelstange angeordneten Langloch, dessen Länge dem
Rücklaufweg des Hilfsschaltstiftes angepaßt ist.
[0003] Aus der Siemens-Druckschrift "2 cycle" SF
6-Leistungsschalter 3AT5, Bestell-Nr. B 122/1698-220, ist ferner ein Hochspannungs-Leistungsschalter
mit Einschaltwiderstand bekannt, dessen Kurbel aus einem mit der Pleuelstange verbundenen
Mitnehmerhebel, einem darin geführten federbelasteten Mitnehmer und einer mit der
Antriebswelle verdrehungssteif verbundenen Mitnehmerscheibe besteht. Im Verlauf der
Einschaltbewegung wird der Hebel aufgrund der verklinkten Lage des Mitnehmers an der
Mitnehmerscheibe gemeinsam mit dieser verdreht, bis ein ortsfester Anschlag den Mitnehmer
entgegen der Kraft der ihn belastenden Feder außer Eingriff mit der Mitnehmerscheibe
bringt und so die Rücklaufbewegung des ebenfalls federbelasteten Hilfsschaltstiftes
einleitet.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Hochspannungs-Leistungsschalter der
eingangs genannten Art anzugeben, dessen Hilfsschaltstellenantrieb konstruktiv vereinfacht
ist. Insbesondere sollen Sperrnocken, Klinkengesperre o. dgl. vermieden werden.
[0005] Diese Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, daß der Kurbeltrieb eine das
zugehörige Gelenk der . Pleuelstange zwangsweise führende Kulisse aufweist, die aus
einem zur Drehwelle des Kurbeltriebs konzentrischen Teil und einem daran anschließenden,
in Einschaltrichtung vorgelagerten, annähernd radial nach außen geknickten geradlinigen
Teil besteht.
[0006] Die Steuerung des Hilfsschaltstiftes wird durch die Kulisse bewirkt, wobei sich der
zeitliche Ablauf der Hilfsschaltstift-Bewegung aus der Gestaltung der beiden Kulissenteile
und ihrer relativ aufeinander bezogenen Längen ergibt.
[0007] Durch die Federbelastung des Hilfsschaltstiftes ergibt sich eine Zwangsführung mit
nur einer Führungsfläche der Kulisse. Um bei Stoßimpulsen des Antriebs einen unerwünschten
Freilauf des Hilfsschaltstiftes zu vermeiden, ist es vorteilhaft, wenn die Kulisse
parallel verlaufende Führungsflächen für das Kurbellager der Pleuelstange aufweist.
Damit ergibt sich eine formschlüssige Verbindung zwischen Pleuelstange und Kurbeltrieb.
[0008] Die unvermeidbaren, auf die Pleuelstange einwirkenden Stoßkräfte können in ihrer
Wirkung auf die Schaltstelle gemindert werden, wenn die Kulisse an den Endstellen
Dämpfungspolster enthält.
[0009] Die Auslösung der Rücklaufbewegung während des Einschaltvorganges des Leistungsschalters
wird an sich durch die Kulisse selbsttätig bewirkt. Dennoch kann es für manche Fälle
vorteilhaft sein, dem geradlinigen Teil der Kulisse einen Vorsprung zuzuordnen, der
auf die Pleuelstange im Sinne einer Auslösung einwirkt. Eine besonders vorteilhafte
Ausgestaltung der Erfindung ergibt sich, wenn die Kulisse mit einer Nabe versehen
ist, die eine Anschlags- und Führungsfläche bildet.
[0010] Anhand der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung beschrieben und die
Wirkungsweise erläutert.
[0011] Die Figur 1 zeigt schematisch einen Hochspannungs-Leistungsschalter mit Einschaltwiderstand.
[0012] Die Figuren 2 bis 6 zeigen Darstellungen für den Bewegungsablauf des für die Steuerung
des Einschaltwiderstandes nach Fig. 1 vorgesehenen Kurbeltriebs anhand verschiedener
Stellungen während des Ein- und Ausschaltvorganges.
[0013] In Fig. 1 ist ein Hochspannungs-Leistungsschalter mit Einschaltwiderstand mit den
zum Verständnis der Erfindung notwendigen Teilen zum Teil im Schnitt schematisch dargestellt,
bei dem alle nicht zur Erläuterung der Erfindung wesentlichen Teile, wie z. B. Stützisolatoren,
Fußgestell und hydraulische bzw. pneumatische Antriebseinrichtungen, der Einfachheit
halber weggelassen sind.
[0014] Der Hochspannungs-Leistungsschalter enthält eine Hauptschaltstrecke 1, der zum Dämpfen
von Einschalt-Überspannungen ein Einschaltwiderstand 2 parallelschaltbar ist. Hierzu
ist dem Einschaltwiderstand 2 eine Hilfsschaltstrecke 3 zugeordnet, die aus einem
beweglichen Schaltstift 3a und einem federbelasteten Festkontakt 3b besteht., Der
Hilfsschaltstift 3a ist von einer Feder 4 in Ausschaltrichtung belastet und wird über
eine Pleuelstange 5 von einer auf einer Drehwelle 6 angeordneten Kurbel 7 betätigt.
Der Bewegungsablauf für den Hilfsschaltstift 3a wird dabei so gesteuert, daß im Verlauf
des Einschaltvorganges die Hilfsschaltstrecke 3 zeitlich vor dem Schließen der Hauptschaltstrecke
1 schließt. Durch das Schließen der Hauptschaltstrecke 1 wird die aus dem Widerstand
2 und-der Hilfsschaltstrecke 3 bestehende Reihenschaltung überbrückt und damit wirkungslos
gemacht. Um während des Ausschaltvorganges den Einschaltwiderstand unbelastet zu lassen,
öffnet die Hilfsschaltstrecke 3 nach dem Schließen der Hauptschaltstrecke 1 selbsttätig.
In dieser Ausschaltlage verbleibt die Hilfsschaltstrecke 3 bis zum Wiedereinschalten
der Hauptschaltstrecke 1.
[0015] Dieser Bewegungsablauf wird durch den in den Figuren 2 bis 6 schematisch dargestellten
Kurbeltrieb bewirkt. Ausgehend von der Ausschaltstellung des Hochspannungs-Leistungsschalters,
in dem die Hauptschaltstreckd 1 und die Hilfsschaltstrecke 3 geöffnet sind, wird während
des Einschaltvorganges die Welle 6 in Pfeilrichtung 8 verdreht. Dadurch wird auch
der Kurbeltrieb 7 in der gleichen Richtung verschwenkt.
[0016] Der Kurbeltrieb 7 weist eine das Gelenk 9 der Pleuelstange 5 umfassende Kulisse 10.mit
parallelen Führungsflächen auf, die aus einem zur Drehwelle 6 des Kurbeltriebs 7 konzentrischen
Teil 10a und einem daran anschließenden, in Einschaltrichtung vorgelagerten, annähernd
radial nach außen geknickten geradlinigen Teil 10b besteht. Wird der Antrieb für die
Hilfsschaltstelle 3, wie die Figur 2 zeigt, in Pfeilrichtung 8 verschwenkt, so wird
das im Kulissenteil 10b angeordnete Pleuellager 9 und die zugehörige Pleuelstange
5 in der Weise betätigt, daß der Schaltstift 3a in Pfeilrichtung 11 bewegt wird.
[0017] In der aus Fig. 3 ersichtlichen Position findet die galvanische Berührung des Hilfsschaltstiftes
3a mit dem Festkontakt 3b statt, d. h. die Hilfsschaltstelle 3 ist geschlossen. Im
weiteren Verlauf der Einschaltbewegung gelangt der Kurbeltrieb in die Ausklinkstellung.
Die entgegengesetzt der Pfeilrichtung 11 wirkende Feder des Hilfsschaltstiftes drückt
das Pleuellager 9 vom Kulissenteil 10b in den Kulissenteil 10a, wobei sich aufgrund
der Abknickung beider Teile eine sprunghafte Auslösung ergibt. Diese sprunghafte Auslösung
kann durch einen Vorsprung 12 unterstützt werden, der als Auslöser auf die Pleuelstange
5 einwirkt (Fig. 4).
[0018] Wie die Figur 5 zeigt, läuft das Pleuellager durch den Kulissenteil 10a hindurch
bis zu einem am Kulissenende vorgesehen Dämpfungspolster 13. In der in der Figur 6
dargestellten Ausschaltstellung der Hilfsschaltstelle ist die Hauptschaltstrecke eingeschaltet.
Zum Ausschalten der Hauptschaltstrecke wird gemeinsam mit dem hierfür vorgesehenen
Getriebe der Kurbeltrieb 7 in Pfeilrichtung 14 bewegt, wobei die die Drehwelle 6 umgebende
Nabe 15 eine Anschlags- und Führungsfläche für die Pleuelstange. 5 bildet. In der
ausgeschalteten Lage der Hauptschaltstrecke gelangt das Pleuellager 9 erneut in den
abgeknickten Teil 10b und steht für eine Wiedereinschaltung bereit. Das Dämpfungspolster
13 kann aus Gummi oder einem anderen geeigneten stoßdämpfenden Material bestehen.
1. Hochspannungs-Leistungsschalter mit einem Einschaltwiderstand, der im Verlaufe
des Einschaltvorganges über eine Hilfsschaltstrecke parallel zur Hauptschaltstrecke
geschaltet und nach deren Schließen durch Öffnen der Hilfsschaltstrecke bis zum Wiedereinschalten
der Hauptschaltstrecke ausgeschaltet ist, mit einem in Ausschaltrichtung federbelasteten
beweglichen Schaltstift der Hilfsschaltstrecke und mit einer an diesem Hilfsschaltstift
angelenkten Pleuelstange, die mit einem drehbar gelagerten Kurbeltrieb des Antriebsorgans
gelenkig verbunden ist, dadurch gekennzeichnet , daß der Kurbeltrieb (7) eine das
zugehörige Gelenk (9) der Pleuelstange (5) zwangsweise führende Kulisse (10) aufweist,
die aus einem zur Drehwelle (6) des Kurbeltriebs (7) konzentrischen Teil (10a) und
einem daran anschließenden, in Einschaltrichtung vorgelagerten,_annähernd radial nach
außen geknickten geradlinigen Teil (10b) besteht.
2. Hochspannungs-Leistungsschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß die
Kulisse (10) parallel verlaufende Führungsflächen für das Kurbellager (9) der Pleuelstange
(5) aufweist.
3. Hochspannungs-Leistungsschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß die
Kulisse (10) an ihren Endstellen Dämpfungspolster (13) hat.
4. Hochspannungs-Leistungsschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß dem
geradlinigen Teil (10b) der Kulisse ein auf die Pleuelstange einwirkender Vorsprung
(12) als Auslöseorgan zugeordnet ist.
5. Hochspannungs-Leistungsschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß die
Kulisse (10) mit einer Nabe (15) versehen ist, die eine Anschlags- und Führungsfläche
für die Pleuelstange (5) bildet.