[0001] Die Erfindung betrifft eine dreidimensionale Struktur-Tapete, bei der auf einer in
Längs-und/oder Querrichtung verformten gegebenenfalls auch glatten Papierbahn oder
Trägerfolie ein vorzugsweise in Längs- und/oder Querrichtung verformtes Papier oder
Folie angeordnet ist, bei der auf der verformten oder glatten Papierbahn oder Trägerfolie
eine kraftschlüssige Kleberschicht angeordnet ist, auf der das vorzugsweise in Längs-
und/oder Querrichtung verformte Papier oder Folie angeordnet ist.
[0002] Bekannt sind geprägte Tapeten. Die Prägung der Tapete wird dabei insbesondere wegen
ihrer ästhetischen Wirkung verwendet. Dem Betrachter bietet eine solche geprägte Tapete
einen echten, dreidimensionalen Eindruck; dadurch kann dem Tapetenmuster eine besondere
Geschmacksnuance gegeben werden. Insbesondere ist es möglich, mit Hilfe von geprägten
Tapeten Stofftapeten oder natürliche Muster nachzubilden.
[0003] Echte Stofftapeten weisen jedoch räumlich eine sehr enge Rauhigkeit auf. Diese typische
Stoffrauhigkeit, wie z. B. von Leinen oder Seide, kann mit dem üblichen Tapetenpapier
nicht durch Prägung erreicht werden. Verwendet man hingegen dünnes Papier oder eine
dünne Folie um eine räumlich enge Prägung einsetzen zu können, so zeigt es sich, daß
dergestalt aus dünnem Papier oder Folie gebildete Tapeten nicht maßhaltig sind. Dies
heißt, daß sich die Tapetenbahnen bei der Herstellung und beim Einkleistern strecken,
also in Längs- und Querrichtung nicht maßhaltig bleiben. Dies liegt insbesondere darin
begründet, daß die Tapete durch die Feuchtigkeit des Klebers bzw. Kleisters noch zusätzlich
zu ihrer eigenen Zugschwäche aufgeweicht wird.
[0004] Aus der DE-OS 1 635 595 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung von
geprägten und kaschierten Tapeten bekannt. Danach wird ein Prägekarton, nachdem er
eine Prägeeinrichtung allein durchlaufen hat, auf einer Seite mit Leim versehen und
erst dann mit einem Kaschierpapier zur fertigen Tapete vereinigt. Tapeten dieser Art
konnten jedoch nicht die hohen Anforderungen der Feinprägung zur Immitation insbesondere
von Stoff-Rauhigkeit erfüllen. Denn bei der Herstellung einer solchen kaschierten
Tapete wurde der Prägekarton durch die Beschichtung mit Leim erweicht. Dies machte
eine Feinprägung unmöglich. Somit war es nicht möglich mit der bekannten Prägetechnik
für Folien, insbesondere Papier, einen Ersatz für einen textilen Stoff oder sonstigen
Naturwerkstoff herzustellen.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Tapete, im allgemeineren Sinne einen
Ersatz für einen textilen Stoff oder sonstigen Naturwerkstoff, auf Foliengrundlage
oder Papiergrundlage zu schaffen, der sich die bekannte Prägetechnik für Folien, insbesondere
Papier, zunutze macht.
[0006] Der allgemeinere Erfindungsgedanke ist also darauf gerichtet, einen Papier- oder
Folienersatz für einen natürlichen, textilen Werkstoff zu schaffen. Am Ende der Beschreibung
zu der Erfindung sei auf die unterschiedlichsten VerwendungsmÖglichkeiten der erfindungsgemäßen
dreidimensionalen Struktur-Tapete hingewiesen.
[0007] Erfindungsgemäß ist auf einer glatten oder geprägten (verformten) Papierbahn oder
Trägerfolie eine Kleberschicht angeordnet, auf der das vorzugsweise in Längs- und/oder
Querrichtung verformte Papier oder eine vorzugsweise inLängs-und/oder Querrichtung
verformte Folie angeordnet ist. Somit wird vermieden, daß das vorzugsweise in Längs-
und/oder Querrichtung verformte Papier oder die vorzugsweise in Längs- und/oder Querrichtung
verformte Folie beim Kaschieren mit der Papierbahn oder Trägerfolie ihre Prägung infolge
der Tränkung mit Leim verliert. Es kann bis zur Grenze der Zugfestigkeit des Papiers
oder der Folie, die vorzugsweise in Längs- und/oder Querrichtung verformt sind, beim
Kaschiervorgang gegangen werden, was insbesondere bei den modernen Herstellungstechniken,
die mit hohen Arbeitsgeschwindigkeiten arbeiten, wichtig ist. Die Trägerfolie ist
dabei einmal eine glatte Bahn, ein andermal eine bereits geprägte Papier- oder Folienbahn,
während die vorzugsweise in Längs-und/oder Querrichtung verformte Folie bzw. das vorzugsweise
in Längs- und/oder Querrichtung verformte Papier erfindungsgemäß eine geprägte oder
im weitesten Sinne eine Krepp-Papier-ähnliche Bahn ist. Als Folienstoffe kommen auch
Kunststoffe in Frage. Diese in Längs- oder Querrichtung verformte Bahn kann mit einem
mehrfarbigen Dessin bedruckt sein, welches die Stoff- ähnlichkeit noch besonders hervorhebt.
Durch diese erfindungsgemäße Anordnung wird eine maßhaltige Tapete erzielt. Die Maßhaltigkeit
wird dabei von der kraftschlüssigen Kombination, gebildet aus geprägter oder glatter
Papierbahn oder Trägerfolie und verformtes Papier oder verformte Folie, gewährleistet.
Mit der unbedruckten Seite der Papierbahn oder Trägerfolie wird die erfindungsgemäße
dreidimensionale Struktur-Tapete auf die Unterlage, z. B. die Wohnungswand aufgeklebt.
Die erfindungsgemäße dreidimensionale Struktur-Tapete erleidet durch Tränken mit Klebstoff
auf der Trägerfolie bzw. auf der Papierbahn keine Dehnung, die über die normale Feuchtigkeitsdehnung
beim Tapezieren hinausgeht. Dies gilt auch für das Spannen von Hand der erfindungsgemäßen
dreidimensionalen Struktur-Tapete zum Ausrichten der einzelnen Tapetenbahnen beim
Tapezieren. Ebenso vorteilhaft ist die Maßhaltigkeit der erfindungsgemäßen dreidimensionalen
Struktur-Tapete beim Konfektionieren. So werden Tapeten üblicherweise kontinuierlich
hergestellt und auf großen Rollen konfektioniert. Erst der Endverbraucher erhält kleine
Tapetenrollen. Die rasche Aufwicklung von Tapetenrollen erfordert jedoch bei den modernen
Hochgeschwindigkeitstapetenstraßen maßhaltige Tapetenbahnen. Die Maßhaltigkeit der
erfindungsgemäßen dreidimensionalen Struktur-Tapete erlaubt es somit, diese modernen,
rationellen Herstellungstechniken einzusetzen.
[0008] Die erfindungsgemäße dreidimensionale Struktur-Tapete gestattet es, verschiedenste
Naturwerkstoffmuster nachzubilden; insbesondere Seiden- und Leineneffekte können täuschend
ähnlich nachgebildet werden.
[0009] In einer bevorzugten Ausführungsform sind zwischen der glatten oder geprägten Papierbahn
und der Trägerfolie und dem vorzugsweise in Längs- und/ oder Querrichtung verformten
Papier oder der vorzugsweise in Längs- und/oder Querrichtung verformten Folie ungeachtet
der Kleberschicht vereinzelte Hohlräume angeordnet. Dies verbessert die Biegsamkeit
der erfindungsgemäßen dreidimensionalen Struktur-Tapete.
[0010] Schließlich verbessert das Vorhandensein einzelner Hohlräume auch die Maßhaltigkeit
der erfindungsgemäßen dreidimensionalen Struktur-Tapete bei ihrer Verwendung; wird
nämlich die Papierbahn oder Trägerfolie mit Leim bestrichen, um die Tapete an einer
Wand aufzukleben, so behindern die vereinzelten Hohlräume das Kriechen der Feuchtigkeit
bis zum Papier oder der Folie, die vorzugsweise in Längs- unqkder Querrichtung verformt
sind. Das Papier bzw. die Folie behalten daher die ursprüngliche Stabilität ihrer
Prägung. Auch wird die Prägung beim Biegen und Rollen der erfindungsgemäßen dreidimensionalen
Struktur-Tapete nicht zerstört, da eben nicht über dem gesamten Querschnitt zwischen
der Papierbahn bzw. Trägerfolie und dem Papier oder der Folie, die vorzugsweise in
Längs- und/oder Querrichtung verformt sind, eine kraftschlüssige Verbindung existiert.
[0011] In einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen Struktur-Tapete ist nicht
nur das Papier oder die Folie vorzugsweise in Längs- und/oder Querrichtung verformt,
sondern auch die Papierbahn oder Trägerfolie. Die Verformung der Papierbahn oder Trägerfolie
kann dabei unabhängig und verschieden von derjenigen des Papiers oder der Folie sein.
[0012] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden anhand der folgenden Figuren erläutert.
Es zeigen:
Figur 1 eine erfindungsgemäße dreidimensionale Struktur-Tapete mit vereinzelten Hohlräumen und einer Kleberschicht auf der glatten Papierbahn
oder Trägerfolie;
Figur 2 eine erfindungsgemäße dreidimensionale Struktur-Tapete bei der auch die Papierbahn
verformt ist;
Figur 3 eine erfindungsgemäße dreidimensionale Struktur-Tapete mit vereinzelter Kleberverbindung
zwischen Papierbahn oder Trägerfolie und Papier oder Folie;
Figur 4 eine halbperspektivische Darstellung des Erfindungsgegenstandes mit sogenannten
Längs- und Querwellen.
[0013] In Figur 1 ist mit der Ziffer 1 die Trägerfolie bzw. Papierbahn gekennzeichnet. Auf
dieser ist eine Kleberschicht 2 angeordnet. Auf dieser Kleberschicht 2 ist schließlich
die vorzugsweise in Längs- und/oder Querrichtung verformte Folie bzw. das entsprechend
verformte Papier 4 angeordnet; dabei befinden sich zwischen dem Papier oder der Folie
4 und der Kleberschicht 2 vereinzelte Hohlräume 3.
[0014] In Figur 2 ist in Abänderung zu Figur 1 auch die Papierbahn bzw. Trägerfolie 1 verformt.
[0015] In Figur 3 ist eine erfindungsgemäße dreidimensionale Struktur-Tapete dargestellt
bei der sowohl das Papier oder die Folie 4 als auch die Papierbahn oder Folie 1 verformt
sind. Die Verformung der Papierbahn oder Trägerfolie 1 kann dabei, wie abgebildet,
unabhängig von derjenigen des Papiers oder der Folie 4 sein. In einer besonderen Ausführungsform
ist, wie abgebildet, die Kleberschicht 2 nicht durchgehend ausgebildet. Vielmehr verbindet
die Kleberschicht 2 die Papierbahn oder Trägerfolie 1 mit dem Papier oder Folie 4
nur punktweise. Dadurch wird die erfindungsgemäße dreidimensionale Struktur-Tapete
besonders biegsam ; desweiteren wird Kleber gespart.
[0016] In Figur 4, die eine halbperspektivische Darstellung gemäß Figur 3 zeigt, sind mit
4' die sogenannten Längswellen und mit 4" die sogenannten Querwellen bezeichnet.
[0017] Der Verwendungszweck der erfindungsgemäßen Tapete beschränkt sich nicht allein darauf,
einen Ersatz für Stofftapeten zu schaffen. Die erfindungsgemäße dreidimensionale Struktur-Tapete
kann z. B. auch als Serviette oder Wegwerf-Tischdecke verwendet werden. Ebenfalls
denkbar ist der Einsatz des erfindungsgemäßen Materials, also der dreidimensionalen
Struktur-Tapete als Ausgangsstoff für Wegwerf-Kleidung z.B. medizinische Verwendungen.
Dazu wäre es vorteilhaft, die Trägerfolie 1 und die verformte Folie 4 und gegebenenfalls
die Kleberschicht 2 durch Mikropunktur, also das Eindringen mikroskopisch kleiner
Bohrungen, besonders luftdurchlässig zu machen. Im allgemeineren Sinne richtet sich
daher der Gegenstand der Erfindung darauf, einen Ersatz für textile Stoffe oder Naturstoffe
zu schaffen. Dies soll durch die Erfindung ebenfalls beinhaltet sein.
1. Dreidimensionale Struktur-Tapete, bei der auf einer in Längs- und/oder Querrichtung
verformten, gegebenenfalls auch glatten Papierbahn oder Trägerfolie ein vorzugsweise
in Längs- und/oder Quer - richtung verformtes Papier oder Folie angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß auf der verformten oder glatten Papierbahn oder Trägerfolie (1) eine kraftschlüssige
Kleberschicht (2) angeordnet ist, auf der das vorzugsweise in Längs- und/oder Querrichtung
verformte Papier oder Folie (4) angeordnet ist.
2. Dreidimensionale Struktur-Tapete nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen der Kleberschicht (2) und dem vorzugsweise in Längs- und/oder Querrichtung
verformten Papier oder Folie (4) vereinzelte Hohlräume (3) angeordnet sind.
3. Dreidimensionale Struktur-Tapete nach
Anspruch 1 und/oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Papierbahn oder Trägerfolie (1) ebenfalls in Längs- und/oder Querrichtung,
gegebenenfalls verschieden von dem Papier oder Folie (4), verformt ist.
4. Dreidimensionale Struktur-Tapete nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet,
daß die Hohlräume (3) mit Kleber und/oder anderem Füllmaterial ausgefüllt sind.
5. Dreidimensionale Struktur-Tapete nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet,
daß die Trägerfolie (1) und/oder die verformte Folie (4) und/oder die Kleberschicht
Mikropunkturen aufweist.