[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Überwachungsanordnung für eine mit mindestens
einer Rolie und einem Ring/Spindel-System ausgerüstete Textilmaschine, bei welcher
ein Faden längs seiner Laufbahn von einer Vorlagespule zur auf die Spindel aufgesteckten
Aufwikkelspule zuerst um die zylindrische Oberfläche der Rolle mit mindestens einer
Windung gewunden und anschließend über eine zur Spindelachse gleichachsige Fadenöse
zum Ring/Spindel-System geführt wird.
[0002] Beim Fördern von Endlosfilamenten, im folgenden Fäden genannt, wird in der Regel
ein erheblicher Teil des Umfang-s einer Streck-oder Umlenkrolle, im foIgenuon Rolle
genannt, belegt. Es kommt dabei relativ oft vor, daß der Faden bei einem Fadenbruch
auf der Oberfläche der Rolle durch Haftreibung kleben bleibt. Erfolgt der Fadenbruch
zwischen der Rolle und der nachfolgenden Spindel, dann wird der von der Vorlagespule
weiter abgezogene Faden auf die Rollenoberfläche aufgewunden, was zu einer störenden
Wickelbildung führt, die sich unangenehm auf den Arbeitsablauf auswirkt. Erfolgt hingegen
der Fadenbruch vor der Rolle, d. h. zwischen der Vorlagespule und der Rolle, so kommt
es oft vor, daß der »herauslaufende Fadenschwanz« sich nicht von der Rollenoberfläche
ablöst und von dieser mitgenommen wird; womit der Faden auf die Rolle in umgekehrter
Laufrichtung aufgewunden wird. Da nach der Rolle ein Ring/Spindel-System folgt, bei
welchem der Faden über den Kopf der Spule abgezogen werden kann, ergibt sich somit
auch in diesem Fall auf der Rolle eine Wickelbildung, welche theoretisch nicht aufhört,
bis die ganze auf die Spindel aufgesteckte Aufwickelspule abgespult wurde.
[0003] Es sind nun bereits Überwachungsanordnungen bekannt, welche bezwecken, die schädlichen
Folgen solcher Wickelbildungen dadurch zu beseitigen, daß, falls ein Fadenbruch festgestellt
wird, die Fadenzufuhr von der Vorlagespule abgestellt wird. So ist nach der DE-PS
1 940 272 eine Wickel-Überwachungsvorrichtung bekannt, bei welcher die Feststellung
der Entstehung eines Fadenwickels auf einer Rolle mittels einem nahe an der Rollenoberfläche
angestellten, zur Rollenoberfläche gerichteten, als Hebel ausgebildeten Taster erfolgt,
wobei nach Ansprechen des Tasters ein in Fadenlaufrichtung vor die Rolle gelegter
Abschneider die Fadenzufuhr abstellt.
[0004] Diese Vorrichtung weist einige bedeutende Nachteile auf, welche ihre Anwendung bei
einer mit einem Ring/Spindel-System ausgerüsteten Textilmaschine, wie z. B. einer
Streckzwirnmaschine oder einer Strecktexturierzwirnmaschine, unmöglich machen. Zwar
gestattet sie die Bildung von Wickeln auf der Rolle, unabhängig davon, ob sie durch
von der Vorlagspule kommenden oder durch von der Aufwickelspule über Kopf abgezogenem
Material herrühren, zu erkennen; sie setzt aber voraus, daß die Bildung eines Wickels
minimaler Dicke bereits stattgefuiiden hat, so daß immer eine Reinigungsoperation
für die Entfernung des Wickels von der Rolle nötig ist. Weiter ist diese bekannte
Überwachungsvorrichtung nicht in der Lage, den durch Abspulung des Fadens von der
Aufwickelspule hervorgerufenen Wickelbildungen wirksam entgegenzutreten, da sie wohl
den Wickel spürt, nicht aber seine Weiterbildung unterbrechen kann. Der Wickel wird
also immer größer, und es besteht eine große Beschädigungsgefahr für die Arbeitselemente
der Maschine.
[0005] Nach der DE-OS 1 535 034 ist es ebenfalls bekannt, in einer Textilmaschine der oben
genannten Art eine Vorrichtung zum Unterbrechen des Fadenzulaufes anzuwenden, bei
welcher beim Fadenbruch zwischen Streck- bzw. Lieferwerk und Spindel (durch ein zwischen
Streck- bzw. Lieferwerk und Spindel am Faden anliegendes Tastglied erkannt) ein in
der Nähe des Fadenlaufes angeordnetes, zum Trennen des Fadens vorgesehenes elektrisches
Heizelement den Faden von seinem Zulauf zum Streck- oder Lieferwerk trennt. Auch diese
Vorrichtung weist den Nachteil auf, daß die durch Abspulung des Fadens »über Kopf«
von der Aufwickelspule hervorgerufenen Wickelbildungen nicht erfaßt und verhindert
werden können. Die Wickelgefahr bleibt somit bestehen.
[0006] Auch nach dem ebenfalls bekannten Vorschlag nach der CH-PS 582257, welcher zur Entdeckung
eines Fadenbruches die Überwachung der Rotation des Läufers auf dem Ring mittels eines
berührungslos arbeitenden Läuferfühlers vorsieht, ist es nicht mit ausreichender Sicherheit
möglich, die oben geschilderte Gefahr des Abspulens des Fadens »über Kopf« zu beseitigen,
da auch in diesem Fall der Faden im Läufer eingefädelt bleiben kann, womit der Läufer
weiter auf dem Ring rotiert.
[0007] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, in einer Anordnung wie die obengenannte
die erwähnten Nachteile des Standes der Technik zu beseitigen und insbesondere dafür
zu sorgen, daß eine Wickelbildung um die Rolle sofort verhindert wird, d. h. praktisch
keine Windung sich um die Rolle aufwickeln kann, und dies nicht nur wenn der Faden
zwischen der Rolle und der Spindel, bzw. der Aufwickelspule, bricht, sondern auch
wenn der Fadenbruch zwischen der Vorlagespule und der Rolle sich ereignet.
[0008] Anders gesagt, die vorliegende Erfindung bezweckt auch die komplette Beseitigung
der Gefahr des Abspulens »über Kopf« der auf die Spindel gesteckten Aufwickelspule
und dies mit einer einfachen, billigen und betriebssicheren Anordnung.
[0009] Diese Aufgabe wird mit der Anordnung nach Anspruch 1 gelöst.
[0010] Besonders vorteilhaft ist die Überwachungsanordnung nach Anspruch 2, da dank der
Zusammenlegung des zweiten Fadentrennelementes mit der Fadenöse eine sehr einfache
Anordnung entsteht.
[0011] Die Ansprüche 3 bis 6 betreffen besonders vorteilhafte Verwendungen der erfindungsgemäßen
Überwachungsanordnung.
[0012] Die Erfindung wird nun anhand einiger illustrierter Ausführungsbeispiele näher erläutert.
Es zeigt
Fig. 1 die erfindungsgemäße Überwachungsanordnung in schematischer Darstellung in
einer Streckzwirnmaschine;
Fig. einen Schnitt längs der Linie 11-11 der Anordnung der Fig. 1;
Fig. 3 eine Variante eines Details der Anordnung der Fig. 1 und 2;
Fig. 4 die erfindungsgemäße Überwachungsanordnung ebenfalls in schematischer Darstellung
in einer Strecktexturierzwirnmaschine.
[0013] In Fig. 1, welche die Arbeitselemente einer Verarbeitungsstelle einer Streckzwirnmaschine
zeigt, ist 1 die Vorlagespule, welche auf einer nur schematisch dargestellten Aufsteckung
2 der Maschine befestigt ist und aus welcher, mittels eines angetriebenen Lieferwalzenpaares
3/4, ein unverstrecktes Filmanet 5 abgezogen wird. Die Abspulung des Filaments 5 aus
der Spule 1 erfolgt dabei im gezeigten Beispiel so, daß der Klemmpunkt des Filaments
zwischen den Lieferwalzen 3 und 4 im wesentlichen auf der Achse a der Spule liegt.
Diese Art von Abspulung nennt man »über Kopf« und ist dadurch charakterisiert, daß
der abzuspulende Faden einen Ballon 6 um die Spule 1 bildet. Dabei kann die Spule
still stehen, was den eigentlichen Vorteil von der »über Kopf-Abspulung« darstellt,
oder auch sich um ihre Achse a drehen. In beiden Fällen ist ein Abzug »über Kopf«
möglich: der einzige Unterschied zwischen diesen Fällen liegt in der Anzahl Drehungen,
welche im Faden nach den Lieferwalzen 3/4 vorhanden sind. Diese Erklärungen dienen
nur, um den Begriff »Abspulung über Kopf«, welcher bei dieser Erfindung eine maßgebende
Rolle spielt, zu präzisieren. Im Rahmen dieser Erfindung spielt hingegen keine Rolle,
ob die Vorlagespule 1 »über Kopf« oder durch Abrollen abgezogen wird. Die Lieferwalzen
3 und 4 liefern den Faden an eine Streckrolle 7, welche mit einer angetriebenen, in
der Maschine gelagerten Achse 8 (s. auch Fig. 2) rotiert. Mit 9 ist eine Umlenkwalze
bezeichnet, welche im wesentlichen parallel zur Achse 8 der Streckrolle 7 liegt und
in bekannter Weise mit der Rolle 7 zusammenarbeitet. Der Faden wird nun mit mehreren
Windungen 10a (Fig. 2) um die Streckrolle 7 und um die Umlenkwalze 9 gewunden und
bildet auf der Oberfläche der Rolle 7 eine in Fig. von oben nach unten zwischen dem
Auflaufpunkt A (s. auch Fig. 1) und dem Ablaufpunkt B (s. auch Fig. 1) laufende Schraubenlinie.
In der Strecke zwischen dem Lieferwalzenpaar 3/4 und dem Auflaufpunkt A wird dabei
der Faden infolge Geschwindigkeitsunterschied gestreckt. Vom Ablaufpunkt B wird der
nun gestreckte Faden 10 einer Fadenöse 11 zugeführt. Von dort wird der Faden unter
Bildung eines Fadenballons 12 und nach Passieren eines auf einem Ring 13 kreisenden
Läufers 14 auf eine in Rotation angetriebene Aufwickelspule 15 aufgewunden. Die Aufwickelspule
15 sitzt auf einer Spindel 16, welche mit geeigneten Mitteln (z. B. in Fig. 1 mit
einem Riemen 17) in Rotation angetrieben wird. Der Aufwindemechanismus eines solchen
Ring/Spindel-Systems wird hier als bekannt vorausgesetzt und deshalb nicht weiter
beschrieben. Es sei nur noch bemerkt, daß 18 die Spindelbank und 19 die Ringbank darstellen.
Mit dem Pfeil f ist der Drehsinn der Streckrolle 7 angedeutet.
[0014] Wenn nun bei einer solchen Anordnung keine Überwachungselemente vorhanden sind, kann
es vorkommen, daß der Faden z. B. vor der Streckrolle 7 entweder bricht oder wegen
Erschöpfung der Vorlagespule 1 fehlt. In diesem Fall müßte das auslaufende Fadenende
auf der Rollenoberfläche bis zum Ablaufpunkt B sich verschieben und dann die Rolle
7 verlassen und durch die Fadenöse 11 zur Aufwickelspule 15 gelangen. Leider geschieht
es aber immer wieder, daß der Ablauf des freien, d. h. nicht mehr straff geführten
Fadenendes, nicht, wie oben geschildert, korrekt erfolgt, sondern daß das Fadenende
aus den verschiedensten Gründen an der Oberfläche der Rolle 7 haften bleibt und von
dieser mitgenommen wird. In diesem Fall gelangt dann der Faden in die in Fig. 1 strichpunktiert
dargestellte Lage, welche der Abspulbahn m entspricht, womit der Faden 10 nicht mehr
dem Weg von der Rolle 7 zur Aufwickelspule 15, sondern dem umgekehrten Weg von der
Aufwickelspule 15 zur Rolle 7, unter Passieren der Fadenöse 11, folgt. Der Faden ändert
also seine Bewegungsrichtung und wird unter Weiterbildung eines Ballons 12 von der
Aufwickelspule 15 »über Kopf« abgespult. Das abgespulte Material wird dabei auf der
Oberfläche der Streckrolle 7 als störender Wickel aufgewunden, und dieser Abspulprozeß
geht theoretisch weiter, bis die ganze Aufwickelspule 15 vollständig leer steht. Dies
ergibt in den meisten Fällen, insbesondere wenn die Aufwikkelspule 15 viel Material
aufweist, große bedienungstechnische Schwierigkeiten, welchen nach der vorliegenden
Erfindung durch eine bestimmte Anordnung der Überwachungselemente wirksam entgegengetreten
wird.
[0015] Zu diesem Zwecke ist, in Fadenlaufrichtung gesehen, ein erstes Fadentrennelement
20 vor der Streckrolle 7 vorgesehen. Dieses Element, welches in Fig. 1 beispielsweise
als Schere dargestellt wird, ist in der Lage, den Faden zwischen der Vorlagespule
1 und der Streckrolle 7 in irgendeiner Weise (z. B. durch mechanisches Trennen bzw.
Schneiden, durch Abtrennen mittels Temperaturerhöhung, usw.) abzutrennen und wird
ausgehend von einem Steuergerät 21 über die Leitung 22 in später erklärter Art gesteuert.
Ein weiteres Fadentrennelement 23, welches im Aufbau z. B. genau gleich wie das obgenannte
Fadentrennelement 20 sein kann, ist in unmittelbarer Nähe der Fadenöse 11 plaziert,
und zwar so, daß es in der Lage ist, den Faden zwischen der Streckrolle 7 und der
Spindel 16 (bzw. der Aufwickelspule 15) abzutrennen, wenn er die Abepulbahn m verfolgt.
Das Fadentrennelement 23 durch schneidet also die Abspulbahn m. Auch dieses Fadentrennelement
23 wird mittels des Steuergeräts 21 über die Leitung 24 in passender Weise gesteuert.
Dabei darf die Steuerung der Trennelemente 20 und 23 je nach Art der gewählten Elemente
elektrisch, pneumatisch, hydraulisch, usw. erfolgen. Die Leitungen 22 und 24 können
also dementsprechend verschiedenster Art sein, und auch das Steuergerät 21 richtet
sich in seiner Funktionsweise nach der gewählten Art der Fadentrennelemente 20 und
23.
[0016] Weiter ist in der Laufbahn des normal laufenden, gestreckten Fadens 10, zwischen
der Streckrolle 7 und dem zweiten Fadentrennelement 23, ein Fadenfühler 25 vorgesehen,
welcher einen offenen Schlitz 26 (Fig.2) aufweist. Die räumliche Lage des Schlitzes
26 spielt dabei im Rahmen dieser Erfindung eine entscheidende Rolle: der Schlitz 26
soll nämlich den Faden 10 in einer Ebene freigeben können, welche im wesentlichen
senkrecht zur Rollenachse 8 steht, und die Freigabe muß von der Seite, gegen welche
die Rolle 7 liegt, erfolgen können. Dies bedingt also, daß der Schlitz 26 von der
Seite offen ist, wo die Rolle 7 sich befindet, also in der Fig. 1 und 2 gegen links.
Die obengenannten Bedingungen bezüglich der Freigabe des Fadens 10 bedeuten, daß jede
der zwei Flanken 27 und 28 des Schlitzes 26 im wesentlichen in einer Ebene liegen,
welche senkrecht zur Rollenachse 8 steht. Die Lage des Fadenfühlers 25 wird dabei
so gewählt, daß ein der strichpunktierten Abspulbahn m folgender Faden mit Sicherheit
nicht mehr durch den Fadenfühler 25 gefühlt werden kann. Es empfiehlt sich also, den
Fadenfühler 25 in ausreichender Distanz vor der Fadenöse 11 zu plazieren.
[0017] Die Art des Fadenfühlers 25, bzw. seiner Arbeitsweise, kann im Rahmen dieser Erfindung
beliebig gewählt werden: am geeignetsten sind berührungslos arbeitende Fadenfühler
(z. B. optisch, kapazitiv, usw.), da sie den normalen Fadenlauf nicht stören: aber
auch mechanisch abtastende Fadenfühler (nicht gezeigt) sind durchaus brauchbar, sofern
sie die obengenannte Bedingung über die Freigabe des Fadens 10 erfüllen.
[0018] Der Fadenfühler 25 ist über eine Leitung 29 mit dem Steuergerät 21 verbunden. Auch
diese Leitung 29 kann je nach gewählter Art des Fadenfühlers 25 eine elektrische,
eine pneumatische, eine hydraulische, eine mechanische, usw. sein. Die Steuerelemente
21, 22, 24 und 29 müssen erfindungsgemäß eine einzige Bedingung erfüllen, nämlich
daß bei fehlendem Faden im Fadenfühler 25 (d. h. wenn dieser keinen Faden 10 mehr
im Bereich seines Schlitzes 26 fühlt) beide Fadentrennelemente 20 und 23 über die
Leitungen 22 und 24 betätigt werden und die Trennung des Fadens an beiden vorgesehenen
Stellen bewirken. Eine solche Steuerung der Arbeitselemente 20, 23 und 25, bzw. die
im Steuergerät 21 nötigen Schaltungen, sind jedem Fachmann geläufig und brauchen hier
nicht beschrieben zu werden.
[0019] Das zweite Fadentrennelement 23 und die in seiner unmittelbaren Nähe liegende Fadenöse
11 der Anordnung der Fig. 1 und 2 können vorteilhafterweise, wie Fig. 3 zeigt, in
einem einzigen Fadentrennelement 30 kombiniert werden. Dieses besteht z. B. aus einer
unteren Platte 31, in welcher eine passende Bohrung 32 als Fadenöse mit Einfädelungsschlitz
33 vorhanden ist, und aus einem Messer 34, welches um eine Achse 35 auf die Platte
31 schwenkbar gelagert ist und mittels eines Zylinder/Kolbensystems 36 zur Schneideoperation
geschwenkt werden kann. Bei der Schwenkung des Messers 34 wird dann der durch die
Fadenöse gehende Faden zwischen dem oberen Rand der Bohrung 32 und der unteren, vorderen
Kante des Messers 34 durchgetrennt.
[0020] Die hier gezeigte Lösung der Kombination einer Fadenöse mit einer Fadentrennvorrichtung,
welche hier stellvertretend für viele andere denkbare Varianten aufgeführt wurde,
weist den Vorteil der Einfachheit auf.
[0021] In Fig.4 wird ferner die Anwendung der erfindungsgemäßen Anordnung in einer Streckexturierzwirnmaschine
gezeigt, wobei die gleichen Elemente wie in der Anordnung der Fig. 1 und 2 mit denselben
Bezugszahlen bezeichnet werden. Anders gegenüber der Anordnung der Fig. 1 und 2 ist
hier die Tatsache, daß der Faden in dieser Maschine nicht nur einem Streckprozeß,
sondern auch einem Texturierprozeß unter Temperaturerhöhung, unterworfen ist. Der
Weg von der Vorlagespule 1 bis zur Spindel 16, bzw. zur Aufwickelspule 15, ist also
hier wesentlich länger und komplizierter. Die Darstellung der Fig. 4, in welcher schematisch
eine Strecktexturierzwirnmaschine für das sogenannte Simultan-Verfahren gezeigt wird,
weist, in Fadenlaufrichtung gesehen, eine erste Fadenführung 37, ein Zufuhrwerk 38
aus zwei Walzen, einen Heizer 39, in welchem der Faden z. B. durch Kontakt auf eine
bestimmte Temperatur erwärmt wird, ein Falschdrahtorgan 40 (z. B. in der Form eines
Mehrschreiben-Falschdrahtorgans), mit welchem dem Faden zwischen der Drall-Stop-Role
41 und dem Organ 40 eine Falschdrehung erteilt, eine Streckrolle 7, auf welcher der
Faden mit mehreren Windungen aufgewickelt wird und welche gestattet, den Faden in
der Texturierzone unter Spannung durch Verstrecken zu halten (weshalb vom Kräuseln
während des Streckens, d. h. simultan, geredet wird) und schließlich die Fadenöse
11 mit Ballon 12 und Ring 13 mit Läufer 14 auf. Die Anordnung der Elemente nach der
Streckrolle 7 entspricht genau derjenigen der Fig. 1 und 2 und auch hier ist die zu
lösende Aufgabe, d. h. die Verhinderung der Gefahr der Abspulung der Aufwickelspule
15, dieselbe wie dort. Die Anordnung des zweiten Fadentrennelementes 23 und des Fadenfühlers
25 entspricht genau derjenigen der Fig. 1 und 2: lediglich das erste Fadentrennelement
20 ist in Fadenlaufrichtung, nicht wie in der Anordnung der Fig. 1 unmittelbar vor
der Streckrolle 7, sondern vor den obengenannten Arbeitsorganen 38 bis 41 plaziert.
Das Fadentrennelement 20 trennt also, wenn betätigt, den Faden unmittelbar nach der
Vorlagespule 1. Erfindungsgemäß ist es jedoch unerheblich, wo genau das erste Fadentrennelement
im Fadenlauf plaziert wird: es muß nur vor der Streckrolle 7 den Faden trennen können.
[0022] Auch hier sind die Fadentrennelemente 20 und 23 und der Fadenfühler 25 mittels der
Leitungen 22, 24 und 29 mit dem Steuergerät 21 verbunden, und die Steuerung der Fadentrennelemente
20 und 23 erfolgt in genau gleicher Weise wie im Falle der Anordnung der Fig. 1 und
2. Auch in Fig. 4 wird mit m der Fadenlauf gezeigt, welchem der Faden beim Abspulen
von der Spule 15 folgen würde, falls dies nicht durch die vorliegende erfindungsgemäße
Anordnung verhindert würde
[0023] Die Anordnungen der Fig. 1 und 2, bzw. 4, funktionieren nun folgendermaßen:
Wenn, aus irgendeinem Grund (z. B. weil sich zwischen der Vorlagespule 1 und der Streckrolle
7 ein Fadenbruch ereignet hat, oder weil sich ein Fadenbruch zwischen der Streckrolle
7 und der Spindel 16, bzw. der Aufwickelspule 15, ereignet hat, der weiter von der
Streckrolle 7 aus der Vorlagespule 1 abgezogene Faden sich auf die Streckrolle 7 aufwickelt,
oder weil die Vorlagespule 1 fertig war und das auslaufende Fadenende sich nicht von
der Oberfläche der Streckrolle 7 trennen konnte und der Faden, der Abspulbahn m folgend,
nun von der Spule 15 abgespult wird) der Fadenfühler 25 keine zwischen der Streckrolle
7 und der Fadenöse 11 normal laufende Fäden mehr spürt, wird er dem Steuergerät 21
ein signal in passender Form abgeben. Das Steuergerät 21 veranlaßt sofort die Betätigung
der beiden Fadentrennelemente 20 und 23, womit der Faden mit Sicherheit vor und nach
der Rolle 7 so durchgetrennt wird, daß jede Wickelbildung auf der Rolle 7 verunmöglicht
wird. Diese Sicherheit wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß beide möglichen
Fadenzufuhrrichtungen zur Rolle 7, nämlich ausgehend von der Vorlagespule 1 und von
der Aufwickelspule 15 bei deren Abspulung, unterbrochen werden.
[0024] Es sei ferner bemerkt, daß das Fadentrennelement 23 so plaziert werden muß, daß es
den der Abspulbahn m folgenden Faden durchtrennen muß: es darf jedoch ohne weiteres,
wie im gezeigten Fall der Variante der Fig. 3, auch z. B. die Laufbahn des normal
laufenden Fadens 10 durchschneiden.
[0025] Die Vorteile der beschriebenen erfindungsgemäßen Überwachungsanordnung sind, neben
der bereits erwähnten hohen Zuverlässigkeit, ihre leichte, nachträgliche Einbaubarkeit
bei schon vorhandenen Textilmaschinen für die Verarbeitung von endlosen Filamenten
sowie die Tatsache, daß die Wickelbildung bereits vor ihrer Entstehung verhindert
wird. Die beschriebene Überwachungsanordnung läßt sich vorteilhafterweise an Streckzwirnmaschinen
und an Strecktexturierzwirnmaschinen verwenden, und in diesen hier beschriebenen Verwendungen
kann dann die Rolle 7 eine sogeannte Streokrolte sein.
1. Überwachungsanordnung für eine mit mindestens einer Rolle und einem Ring/Spindel-System
ausgerüstete Textilmaschine, bei welcher ein Faden längs seiner Laufbahn von einer
Vorlagespule zur auf die Spindel aufgesteckten Aufwickelspule zuerst um die zylindrische
Oberfläche der Rolle mit mindestens einer Windung gewunden und anschließend über eine
zur Spindelachse gleichachsige Fadenöse zum Ring/Spindel-System geführt wird, gekennzeichnet
durch folgende Elemente:
- ein erstes Fadentrennelement (20), welches in Fadenlaufrichtung vor der Rolle (7)
sich befindet und, wenn betätigt, den durchlaufenden Faden zwischen der Vorlagespule
(1) und der Rolle (7) trennt,
- ein zweites Fadentrennelement (23; 30), welches in unmittelbarer Nähe der Fadenöse
(11) sich befindet und, wenn betätigt, den im Störungsfall eventuell von der Aufwickelspule
(15) auf die Rolle (7) zurücklaufenden Faden zwischen der Rolle (7) und der Aufwickelspule
(15) trennt,
- einen Fadenfühler (25), welcher einen offenen Schlitz (26) aufweist, sich in der
Laufbahn des normal laufenden Fadens (10) zwischen der Rolle (7) und der Fadenöse
(11) befindet, und dessen Schlitz (26) den Faden in einer Ebene freigeben kann, welche
im wesentlichen senkrecht zur Rollenachse (8) ist und von der Seite offen ist, wo
die Rolle (7) sich befindet,
- ein Steuergerät (21), welches die Betätigung beider Fadentrennelemente (20 und 23;
30) bei fehlendem Faden im Schlitz (26) des Fadenfühlers (25) bewirkt.
2. Überwachungsanordnung nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das zweite
Fadentrennelement (30) gleichzeitig als Fadenöse (11) ausgebildet ist.
3. Verwendung der Überwachungsanordnung nach Patentanspruch 1 in einer Textilmaschine
für die Verarbeitung von endlosen Filamenten.
4. Verwendung der Überwachungsanordnung nach Patentanspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Maschine eine Streckzwirnmaschine ist.
5. Verwendung der Überwachungsanordnung nach Patentanspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Maschine eine Strecktexturierzwirnmaschine ist.
6. Verwendung der Überwachungsanordnung nach Patentanspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Rolle (7) eine Streckrolle ist.
1. Monitoring apparatus for a textile machine equipped with at least one roll and
a ring/spindle system and in which a thread is guided along a path from a feed package
to a wind-up package mounted on the spindle firstly around the cylindrical surface
of the roll, being wound with at least one turn, and thereafter via a thread guide
coaxial with the spindle axis to the ring/spindle system, characterised by the following
elements:
- a first thread cutting element (2) located before the roll (7) considered in the
direction of movement of the thread and which when operated cuts the running thread
between the feed package (1) and the roll (7),
- a second thread cutting element (25, 30) located immediately adjacent the thread
guide (11) and which when operated cuts, between the roll (7) and wind-up package
(15), the thread which in the event of a fault may be running back form the wind-up
package (15) onto the roll (7),
- a thread sensor (25), having an open slot, located in the path of the normally running
thread (10) between the roll (7) and the thread guide (11) and the slot (26), of which
can release the thread in a plane which is substantially normal to the roll axis (8)
and is open form the side where the roll (7) is located,
- a control device (21) which effects operation of both thread cutting elements (20
and 23; 30) when the thread is missing form the slot (26) of the thread sensor (25).
2. Monitoring apparatus according to claim 1 characterised in that the second cutting
element (30) is also formed as thread guide (11).
3. Use of the monitoring apparatus according to claim 1 in a textile machine for processing
of endless filament.
4. Use of the monitoring apparatus according to claim 3, characterised in that the
machine is a draw twisting machine.
5. Use of the monitoring apparatus according to claim 3, characterised in that the
machine is a drawtexturise-twisting machine.
6. Use of the monitoring apparatus according to claim 4 or 5, characterised in that
the roll (7) is a draw roll.
1. Dispositif de surveillance pour une machine textile équipée d'au moins un rouleau
et d'un système anneau/broche, dans lequel un fil, le long de son parcours depuis
la bobine d'alimentation jusqu'à la bobine de renvidage disposée sur la broche, est
d'abord enroulé autour de la surface cylindrique du rouleau avec au moins une spire,
et ensuite guidé, par une queue de cochon qui est coaxiale à l'axe de la broche, vers
le système anneau/broche, caractérisé par les éléments suivants:
- un premier élément de séparation de fil (20) qui se trouve situé avant le rouleau
(7) dans le sens de déplacement du fil, et, s'il est actionné, sectionne le fil allant
depuis la bobine d'alimentation (1) vers e rouleau (7);
- und deuxième élément de séparation de fil (23; 30) qui se trouve dans les environs
immédiats de la queue de cochon (11), et, s'il est actionné, sectionne, en cas de
perturbation, le fil éventuellement reculant depuos la bobine de renvidage (15) sur
le rouleau (7) entre le rouleau (7) et la bobine de renvidage (15);
- un tâteur de fil (25) qui possède une fente ouverte (26) et qui se trouve dans le
chemin de parcours du fil (10) se déplaçant normalement depuis le rouleau (7) et la
queue de cochon (11), et dont la fente (26) peut libérer le fil dans un plan qui est
principalement perpendiculaire à l'axe (8) du rouleau et qui est ouverte du côté où
se trouve le rouleau (7);
- un appareil de commande (21) qui provoque la mise en action des deux éléments de
séparation de fil (20 et 23; 30), lors de l'absence de fil détectée dans la fente
(26) du tâteur de fil (25).
2. Dispositif de surveillance selon revendication 1, caractérisé par le fait que le
deuxième élément de séparation (30) est formé en même temps comme queue de cochon
(11).
3. Utilisation du dispositif de surveillance selon revendication 1, dans une machine
textile pour le travail de filaments sans fin.
4. Utilisation du dispositif de surveillance selon revendication 3, caractérisé par
le fait que la machine est une machine étireuse-retordeuse.
5. Utilisation du dispositif de surveillance selon revendication 3, caractérisé par
le fait que la machine est une machine étireuse-textureuse- retordeuse.
6. Utilisation du dispositif de surveillance selon revendications 4 ou 5, caractérisé
par le fait que le rouleau (7) est un rouleau étireur.