(19)
(11) EP 0 035 098 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
21.12.1983  Patentblatt  1983/51

(21) Anmeldenummer: 81100231.0

(22) Anmeldetag:  14.01.1981
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3D01H 13/18

(54)

Überwachungsanordnung für eine Textilmaschine

Control arrangement for a textile machine

Dispositif de surveillance pour machine textile


(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE FR GB IT LI

(30) Priorität: 28.02.1980 CH 1584/80

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
09.09.1981  Patentblatt  1981/36

(71) Anmelder: MASCHINENFABRIK RIETER AG
CH-8406 Winterthur (CH)

(72) Erfinder:
  • Ernst, Walter
    CH-8570 Weinfelden (CH)
  • Giger, Hans
    CH-8586 Riedt/Erlen (CH)
  • Sigrist, Ernst
    CH-8488 Turbenthal (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Überwachungsanordnung für eine mit mindestens einer Rolie und einem Ring/Spindel-System ausgerüstete Textilmaschine, bei welcher ein Faden längs seiner Laufbahn von einer Vorlagespule zur auf die Spindel aufgesteckten Aufwikkelspule zuerst um die zylindrische Oberfläche der Rolle mit mindestens einer Windung gewunden und anschließend über eine zur Spindelachse gleichachsige Fadenöse zum Ring/Spindel-System geführt wird.

    [0002] Beim Fördern von Endlosfilamenten, im folgenden Fäden genannt, wird in der Regel ein erheblicher Teil des Umfang-s einer Streck-oder Umlenkrolle, im foIgenuon Rolle genannt, belegt. Es kommt dabei relativ oft vor, daß der Faden bei einem Fadenbruch auf der Oberfläche der Rolle durch Haftreibung kleben bleibt. Erfolgt der Fadenbruch zwischen der Rolle und der nachfolgenden Spindel, dann wird der von der Vorlagespule weiter abgezogene Faden auf die Rollenoberfläche aufgewunden, was zu einer störenden Wickelbildung führt, die sich unangenehm auf den Arbeitsablauf auswirkt. Erfolgt hingegen der Fadenbruch vor der Rolle, d. h. zwischen der Vorlagespule und der Rolle, so kommt es oft vor, daß der »herauslaufende Fadenschwanz« sich nicht von der Rollenoberfläche ablöst und von dieser mitgenommen wird; womit der Faden auf die Rolle in umgekehrter Laufrichtung aufgewunden wird. Da nach der Rolle ein Ring/Spindel-System folgt, bei welchem der Faden über den Kopf der Spule abgezogen werden kann, ergibt sich somit auch in diesem Fall auf der Rolle eine Wickelbildung, welche theoretisch nicht aufhört, bis die ganze auf die Spindel aufgesteckte Aufwickelspule abgespult wurde.

    [0003] Es sind nun bereits Überwachungsanordnungen bekannt, welche bezwecken, die schädlichen Folgen solcher Wickelbildungen dadurch zu beseitigen, daß, falls ein Fadenbruch festgestellt wird, die Fadenzufuhr von der Vorlagespule abgestellt wird. So ist nach der DE-PS 1 940 272 eine Wickel-Überwachungsvorrichtung bekannt, bei welcher die Feststellung der Entstehung eines Fadenwickels auf einer Rolle mittels einem nahe an der Rollenoberfläche angestellten, zur Rollenoberfläche gerichteten, als Hebel ausgebildeten Taster erfolgt, wobei nach Ansprechen des Tasters ein in Fadenlaufrichtung vor die Rolle gelegter Abschneider die Fadenzufuhr abstellt.

    [0004] Diese Vorrichtung weist einige bedeutende Nachteile auf, welche ihre Anwendung bei einer mit einem Ring/Spindel-System ausgerüsteten Textilmaschine, wie z. B. einer Streckzwirnmaschine oder einer Strecktexturierzwirnmaschine, unmöglich machen. Zwar gestattet sie die Bildung von Wickeln auf der Rolle, unabhängig davon, ob sie durch von der Vorlagspule kommenden oder durch von der Aufwickelspule über Kopf abgezogenem Material herrühren, zu erkennen; sie setzt aber voraus, daß die Bildung eines Wickels minimaler Dicke bereits stattgefuiiden hat, so daß immer eine Reinigungsoperation für die Entfernung des Wickels von der Rolle nötig ist. Weiter ist diese bekannte Überwachungsvorrichtung nicht in der Lage, den durch Abspulung des Fadens von der Aufwickelspule hervorgerufenen Wickelbildungen wirksam entgegenzutreten, da sie wohl den Wickel spürt, nicht aber seine Weiterbildung unterbrechen kann. Der Wickel wird also immer größer, und es besteht eine große Beschädigungsgefahr für die Arbeitselemente der Maschine.

    [0005] Nach der DE-OS 1 535 034 ist es ebenfalls bekannt, in einer Textilmaschine der oben genannten Art eine Vorrichtung zum Unterbrechen des Fadenzulaufes anzuwenden, bei welcher beim Fadenbruch zwischen Streck- bzw. Lieferwerk und Spindel (durch ein zwischen Streck- bzw. Lieferwerk und Spindel am Faden anliegendes Tastglied erkannt) ein in der Nähe des Fadenlaufes angeordnetes, zum Trennen des Fadens vorgesehenes elektrisches Heizelement den Faden von seinem Zulauf zum Streck- oder Lieferwerk trennt. Auch diese Vorrichtung weist den Nachteil auf, daß die durch Abspulung des Fadens »über Kopf« von der Aufwickelspule hervorgerufenen Wickelbildungen nicht erfaßt und verhindert werden können. Die Wickelgefahr bleibt somit bestehen.

    [0006] Auch nach dem ebenfalls bekannten Vorschlag nach der CH-PS 582257, welcher zur Entdeckung eines Fadenbruches die Überwachung der Rotation des Läufers auf dem Ring mittels eines berührungslos arbeitenden Läuferfühlers vorsieht, ist es nicht mit ausreichender Sicherheit möglich, die oben geschilderte Gefahr des Abspulens des Fadens »über Kopf« zu beseitigen, da auch in diesem Fall der Faden im Läufer eingefädelt bleiben kann, womit der Läufer weiter auf dem Ring rotiert.

    [0007] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, in einer Anordnung wie die obengenannte die erwähnten Nachteile des Standes der Technik zu beseitigen und insbesondere dafür zu sorgen, daß eine Wickelbildung um die Rolle sofort verhindert wird, d. h. praktisch keine Windung sich um die Rolle aufwickeln kann, und dies nicht nur wenn der Faden zwischen der Rolle und der Spindel, bzw. der Aufwickelspule, bricht, sondern auch wenn der Fadenbruch zwischen der Vorlagespule und der Rolle sich ereignet.

    [0008] Anders gesagt, die vorliegende Erfindung bezweckt auch die komplette Beseitigung der Gefahr des Abspulens »über Kopf« der auf die Spindel gesteckten Aufwickelspule und dies mit einer einfachen, billigen und betriebssicheren Anordnung.

    [0009] Diese Aufgabe wird mit der Anordnung nach Anspruch 1 gelöst.

    [0010] Besonders vorteilhaft ist die Überwachungsanordnung nach Anspruch 2, da dank der Zusammenlegung des zweiten Fadentrennelementes mit der Fadenöse eine sehr einfache Anordnung entsteht.

    [0011] Die Ansprüche 3 bis 6 betreffen besonders vorteilhafte Verwendungen der erfindungsgemäßen Überwachungsanordnung.

    [0012] Die Erfindung wird nun anhand einiger illustrierter Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigt

    Fig. 1 die erfindungsgemäße Überwachungsanordnung in schematischer Darstellung in einer Streckzwirnmaschine;

    Fig. einen Schnitt längs der Linie 11-11 der Anordnung der Fig. 1;

    Fig. 3 eine Variante eines Details der Anordnung der Fig. 1 und 2;

    Fig. 4 die erfindungsgemäße Überwachungsanordnung ebenfalls in schematischer Darstellung in einer Strecktexturierzwirnmaschine.



    [0013] In Fig. 1, welche die Arbeitselemente einer Verarbeitungsstelle einer Streckzwirnmaschine zeigt, ist 1 die Vorlagespule, welche auf einer nur schematisch dargestellten Aufsteckung 2 der Maschine befestigt ist und aus welcher, mittels eines angetriebenen Lieferwalzenpaares 3/4, ein unverstrecktes Filmanet 5 abgezogen wird. Die Abspulung des Filaments 5 aus der Spule 1 erfolgt dabei im gezeigten Beispiel so, daß der Klemmpunkt des Filaments zwischen den Lieferwalzen 3 und 4 im wesentlichen auf der Achse a der Spule liegt. Diese Art von Abspulung nennt man »über Kopf« und ist dadurch charakterisiert, daß der abzuspulende Faden einen Ballon 6 um die Spule 1 bildet. Dabei kann die Spule still stehen, was den eigentlichen Vorteil von der »über Kopf-Abspulung« darstellt, oder auch sich um ihre Achse a drehen. In beiden Fällen ist ein Abzug »über Kopf« möglich: der einzige Unterschied zwischen diesen Fällen liegt in der Anzahl Drehungen, welche im Faden nach den Lieferwalzen 3/4 vorhanden sind. Diese Erklärungen dienen nur, um den Begriff »Abspulung über Kopf«, welcher bei dieser Erfindung eine maßgebende Rolle spielt, zu präzisieren. Im Rahmen dieser Erfindung spielt hingegen keine Rolle, ob die Vorlagespule 1 »über Kopf« oder durch Abrollen abgezogen wird. Die Lieferwalzen 3 und 4 liefern den Faden an eine Streckrolle 7, welche mit einer angetriebenen, in der Maschine gelagerten Achse 8 (s. auch Fig. 2) rotiert. Mit 9 ist eine Umlenkwalze bezeichnet, welche im wesentlichen parallel zur Achse 8 der Streckrolle 7 liegt und in bekannter Weise mit der Rolle 7 zusammenarbeitet. Der Faden wird nun mit mehreren Windungen 10a (Fig. 2) um die Streckrolle 7 und um die Umlenkwalze 9 gewunden und bildet auf der Oberfläche der Rolle 7 eine in Fig. von oben nach unten zwischen dem Auflaufpunkt A (s. auch Fig. 1) und dem Ablaufpunkt B (s. auch Fig. 1) laufende Schraubenlinie. In der Strecke zwischen dem Lieferwalzenpaar 3/4 und dem Auflaufpunkt A wird dabei der Faden infolge Geschwindigkeitsunterschied gestreckt. Vom Ablaufpunkt B wird der nun gestreckte Faden 10 einer Fadenöse 11 zugeführt. Von dort wird der Faden unter Bildung eines Fadenballons 12 und nach Passieren eines auf einem Ring 13 kreisenden Läufers 14 auf eine in Rotation angetriebene Aufwickelspule 15 aufgewunden. Die Aufwickelspule 15 sitzt auf einer Spindel 16, welche mit geeigneten Mitteln (z. B. in Fig. 1 mit einem Riemen 17) in Rotation angetrieben wird. Der Aufwindemechanismus eines solchen Ring/Spindel-Systems wird hier als bekannt vorausgesetzt und deshalb nicht weiter beschrieben. Es sei nur noch bemerkt, daß 18 die Spindelbank und 19 die Ringbank darstellen. Mit dem Pfeil f ist der Drehsinn der Streckrolle 7 angedeutet.

    [0014] Wenn nun bei einer solchen Anordnung keine Überwachungselemente vorhanden sind, kann es vorkommen, daß der Faden z. B. vor der Streckrolle 7 entweder bricht oder wegen Erschöpfung der Vorlagespule 1 fehlt. In diesem Fall müßte das auslaufende Fadenende auf der Rollenoberfläche bis zum Ablaufpunkt B sich verschieben und dann die Rolle 7 verlassen und durch die Fadenöse 11 zur Aufwickelspule 15 gelangen. Leider geschieht es aber immer wieder, daß der Ablauf des freien, d. h. nicht mehr straff geführten Fadenendes, nicht, wie oben geschildert, korrekt erfolgt, sondern daß das Fadenende aus den verschiedensten Gründen an der Oberfläche der Rolle 7 haften bleibt und von dieser mitgenommen wird. In diesem Fall gelangt dann der Faden in die in Fig. 1 strichpunktiert dargestellte Lage, welche der Abspulbahn m entspricht, womit der Faden 10 nicht mehr dem Weg von der Rolle 7 zur Aufwickelspule 15, sondern dem umgekehrten Weg von der Aufwickelspule 15 zur Rolle 7, unter Passieren der Fadenöse 11, folgt. Der Faden ändert also seine Bewegungsrichtung und wird unter Weiterbildung eines Ballons 12 von der Aufwickelspule 15 »über Kopf« abgespult. Das abgespulte Material wird dabei auf der Oberfläche der Streckrolle 7 als störender Wickel aufgewunden, und dieser Abspulprozeß geht theoretisch weiter, bis die ganze Aufwickelspule 15 vollständig leer steht. Dies ergibt in den meisten Fällen, insbesondere wenn die Aufwikkelspule 15 viel Material aufweist, große bedienungstechnische Schwierigkeiten, welchen nach der vorliegenden Erfindung durch eine bestimmte Anordnung der Überwachungselemente wirksam entgegengetreten wird.

    [0015] Zu diesem Zwecke ist, in Fadenlaufrichtung gesehen, ein erstes Fadentrennelement 20 vor der Streckrolle 7 vorgesehen. Dieses Element, welches in Fig. 1 beispielsweise als Schere dargestellt wird, ist in der Lage, den Faden zwischen der Vorlagespule 1 und der Streckrolle 7 in irgendeiner Weise (z. B. durch mechanisches Trennen bzw. Schneiden, durch Abtrennen mittels Temperaturerhöhung, usw.) abzutrennen und wird ausgehend von einem Steuergerät 21 über die Leitung 22 in später erklärter Art gesteuert. Ein weiteres Fadentrennelement 23, welches im Aufbau z. B. genau gleich wie das obgenannte Fadentrennelement 20 sein kann, ist in unmittelbarer Nähe der Fadenöse 11 plaziert, und zwar so, daß es in der Lage ist, den Faden zwischen der Streckrolle 7 und der Spindel 16 (bzw. der Aufwickelspule 15) abzutrennen, wenn er die Abepulbahn m verfolgt. Das Fadentrennelement 23 durch schneidet also die Abspulbahn m. Auch dieses Fadentrennelement 23 wird mittels des Steuergeräts 21 über die Leitung 24 in passender Weise gesteuert. Dabei darf die Steuerung der Trennelemente 20 und 23 je nach Art der gewählten Elemente elektrisch, pneumatisch, hydraulisch, usw. erfolgen. Die Leitungen 22 und 24 können also dementsprechend verschiedenster Art sein, und auch das Steuergerät 21 richtet sich in seiner Funktionsweise nach der gewählten Art der Fadentrennelemente 20 und 23.

    [0016] Weiter ist in der Laufbahn des normal laufenden, gestreckten Fadens 10, zwischen der Streckrolle 7 und dem zweiten Fadentrennelement 23, ein Fadenfühler 25 vorgesehen, welcher einen offenen Schlitz 26 (Fig.2) aufweist. Die räumliche Lage des Schlitzes 26 spielt dabei im Rahmen dieser Erfindung eine entscheidende Rolle: der Schlitz 26 soll nämlich den Faden 10 in einer Ebene freigeben können, welche im wesentlichen senkrecht zur Rollenachse 8 steht, und die Freigabe muß von der Seite, gegen welche die Rolle 7 liegt, erfolgen können. Dies bedingt also, daß der Schlitz 26 von der Seite offen ist, wo die Rolle 7 sich befindet, also in der Fig. 1 und 2 gegen links. Die obengenannten Bedingungen bezüglich der Freigabe des Fadens 10 bedeuten, daß jede der zwei Flanken 27 und 28 des Schlitzes 26 im wesentlichen in einer Ebene liegen, welche senkrecht zur Rollenachse 8 steht. Die Lage des Fadenfühlers 25 wird dabei so gewählt, daß ein der strichpunktierten Abspulbahn m folgender Faden mit Sicherheit nicht mehr durch den Fadenfühler 25 gefühlt werden kann. Es empfiehlt sich also, den Fadenfühler 25 in ausreichender Distanz vor der Fadenöse 11 zu plazieren.

    [0017] Die Art des Fadenfühlers 25, bzw. seiner Arbeitsweise, kann im Rahmen dieser Erfindung beliebig gewählt werden: am geeignetsten sind berührungslos arbeitende Fadenfühler (z. B. optisch, kapazitiv, usw.), da sie den normalen Fadenlauf nicht stören: aber auch mechanisch abtastende Fadenfühler (nicht gezeigt) sind durchaus brauchbar, sofern sie die obengenannte Bedingung über die Freigabe des Fadens 10 erfüllen.

    [0018] Der Fadenfühler 25 ist über eine Leitung 29 mit dem Steuergerät 21 verbunden. Auch diese Leitung 29 kann je nach gewählter Art des Fadenfühlers 25 eine elektrische, eine pneumatische, eine hydraulische, eine mechanische, usw. sein. Die Steuerelemente 21, 22, 24 und 29 müssen erfindungsgemäß eine einzige Bedingung erfüllen, nämlich daß bei fehlendem Faden im Fadenfühler 25 (d. h. wenn dieser keinen Faden 10 mehr im Bereich seines Schlitzes 26 fühlt) beide Fadentrennelemente 20 und 23 über die Leitungen 22 und 24 betätigt werden und die Trennung des Fadens an beiden vorgesehenen Stellen bewirken. Eine solche Steuerung der Arbeitselemente 20, 23 und 25, bzw. die im Steuergerät 21 nötigen Schaltungen, sind jedem Fachmann geläufig und brauchen hier nicht beschrieben zu werden.

    [0019] Das zweite Fadentrennelement 23 und die in seiner unmittelbaren Nähe liegende Fadenöse 11 der Anordnung der Fig. 1 und 2 können vorteilhafterweise, wie Fig. 3 zeigt, in einem einzigen Fadentrennelement 30 kombiniert werden. Dieses besteht z. B. aus einer unteren Platte 31, in welcher eine passende Bohrung 32 als Fadenöse mit Einfädelungsschlitz 33 vorhanden ist, und aus einem Messer 34, welches um eine Achse 35 auf die Platte 31 schwenkbar gelagert ist und mittels eines Zylinder/Kolbensystems 36 zur Schneideoperation geschwenkt werden kann. Bei der Schwenkung des Messers 34 wird dann der durch die Fadenöse gehende Faden zwischen dem oberen Rand der Bohrung 32 und der unteren, vorderen Kante des Messers 34 durchgetrennt.

    [0020] Die hier gezeigte Lösung der Kombination einer Fadenöse mit einer Fadentrennvorrichtung, welche hier stellvertretend für viele andere denkbare Varianten aufgeführt wurde, weist den Vorteil der Einfachheit auf.

    [0021] In Fig.4 wird ferner die Anwendung der erfindungsgemäßen Anordnung in einer Streckexturierzwirnmaschine gezeigt, wobei die gleichen Elemente wie in der Anordnung der Fig. 1 und 2 mit denselben Bezugszahlen bezeichnet werden. Anders gegenüber der Anordnung der Fig. 1 und 2 ist hier die Tatsache, daß der Faden in dieser Maschine nicht nur einem Streckprozeß, sondern auch einem Texturierprozeß unter Temperaturerhöhung, unterworfen ist. Der Weg von der Vorlagespule 1 bis zur Spindel 16, bzw. zur Aufwickelspule 15, ist also hier wesentlich länger und komplizierter. Die Darstellung der Fig. 4, in welcher schematisch eine Strecktexturierzwirnmaschine für das sogenannte Simultan-Verfahren gezeigt wird, weist, in Fadenlaufrichtung gesehen, eine erste Fadenführung 37, ein Zufuhrwerk 38 aus zwei Walzen, einen Heizer 39, in welchem der Faden z. B. durch Kontakt auf eine bestimmte Temperatur erwärmt wird, ein Falschdrahtorgan 40 (z. B. in der Form eines Mehrschreiben-Falschdrahtorgans), mit welchem dem Faden zwischen der Drall-Stop-Role 41 und dem Organ 40 eine Falschdrehung erteilt, eine Streckrolle 7, auf welcher der Faden mit mehreren Windungen aufgewickelt wird und welche gestattet, den Faden in der Texturierzone unter Spannung durch Verstrecken zu halten (weshalb vom Kräuseln während des Streckens, d. h. simultan, geredet wird) und schließlich die Fadenöse 11 mit Ballon 12 und Ring 13 mit Läufer 14 auf. Die Anordnung der Elemente nach der Streckrolle 7 entspricht genau derjenigen der Fig. 1 und 2 und auch hier ist die zu lösende Aufgabe, d. h. die Verhinderung der Gefahr der Abspulung der Aufwickelspule 15, dieselbe wie dort. Die Anordnung des zweiten Fadentrennelementes 23 und des Fadenfühlers 25 entspricht genau derjenigen der Fig. 1 und 2: lediglich das erste Fadentrennelement 20 ist in Fadenlaufrichtung, nicht wie in der Anordnung der Fig. 1 unmittelbar vor der Streckrolle 7, sondern vor den obengenannten Arbeitsorganen 38 bis 41 plaziert. Das Fadentrennelement 20 trennt also, wenn betätigt, den Faden unmittelbar nach der Vorlagespule 1. Erfindungsgemäß ist es jedoch unerheblich, wo genau das erste Fadentrennelement im Fadenlauf plaziert wird: es muß nur vor der Streckrolle 7 den Faden trennen können.

    [0022] Auch hier sind die Fadentrennelemente 20 und 23 und der Fadenfühler 25 mittels der Leitungen 22, 24 und 29 mit dem Steuergerät 21 verbunden, und die Steuerung der Fadentrennelemente 20 und 23 erfolgt in genau gleicher Weise wie im Falle der Anordnung der Fig. 1 und 2. Auch in Fig. 4 wird mit m der Fadenlauf gezeigt, welchem der Faden beim Abspulen von der Spule 15 folgen würde, falls dies nicht durch die vorliegende erfindungsgemäße Anordnung verhindert würde

    [0023] Die Anordnungen der Fig. 1 und 2, bzw. 4, funktionieren nun folgendermaßen:

    Wenn, aus irgendeinem Grund (z. B. weil sich zwischen der Vorlagespule 1 und der Streckrolle 7 ein Fadenbruch ereignet hat, oder weil sich ein Fadenbruch zwischen der Streckrolle 7 und der Spindel 16, bzw. der Aufwickelspule 15, ereignet hat, der weiter von der Streckrolle 7 aus der Vorlagespule 1 abgezogene Faden sich auf die Streckrolle 7 aufwickelt, oder weil die Vorlagespule 1 fertig war und das auslaufende Fadenende sich nicht von der Oberfläche der Streckrolle 7 trennen konnte und der Faden, der Abspulbahn m folgend, nun von der Spule 15 abgespult wird) der Fadenfühler 25 keine zwischen der Streckrolle 7 und der Fadenöse 11 normal laufende Fäden mehr spürt, wird er dem Steuergerät 21 ein signal in passender Form abgeben. Das Steuergerät 21 veranlaßt sofort die Betätigung der beiden Fadentrennelemente 20 und 23, womit der Faden mit Sicherheit vor und nach der Rolle 7 so durchgetrennt wird, daß jede Wickelbildung auf der Rolle 7 verunmöglicht wird. Diese Sicherheit wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß beide möglichen Fadenzufuhrrichtungen zur Rolle 7, nämlich ausgehend von der Vorlagespule 1 und von der Aufwickelspule 15 bei deren Abspulung, unterbrochen werden.



    [0024] Es sei ferner bemerkt, daß das Fadentrennelement 23 so plaziert werden muß, daß es den der Abspulbahn m folgenden Faden durchtrennen muß: es darf jedoch ohne weiteres, wie im gezeigten Fall der Variante der Fig. 3, auch z. B. die Laufbahn des normal laufenden Fadens 10 durchschneiden.

    [0025] Die Vorteile der beschriebenen erfindungsgemäßen Überwachungsanordnung sind, neben der bereits erwähnten hohen Zuverlässigkeit, ihre leichte, nachträgliche Einbaubarkeit bei schon vorhandenen Textilmaschinen für die Verarbeitung von endlosen Filamenten sowie die Tatsache, daß die Wickelbildung bereits vor ihrer Entstehung verhindert wird. Die beschriebene Überwachungsanordnung läßt sich vorteilhafterweise an Streckzwirnmaschinen und an Strecktexturierzwirnmaschinen verwenden, und in diesen hier beschriebenen Verwendungen kann dann die Rolle 7 eine sogeannte Streokrolte sein.


    Ansprüche

    1. Überwachungsanordnung für eine mit mindestens einer Rolle und einem Ring/Spindel-System ausgerüstete Textilmaschine, bei welcher ein Faden längs seiner Laufbahn von einer Vorlagespule zur auf die Spindel aufgesteckten Aufwickelspule zuerst um die zylindrische Oberfläche der Rolle mit mindestens einer Windung gewunden und anschließend über eine zur Spindelachse gleichachsige Fadenöse zum Ring/Spindel-System geführt wird, gekennzeichnet durch folgende Elemente:

    - ein erstes Fadentrennelement (20), welches in Fadenlaufrichtung vor der Rolle (7) sich befindet und, wenn betätigt, den durchlaufenden Faden zwischen der Vorlagespule (1) und der Rolle (7) trennt,

    - ein zweites Fadentrennelement (23; 30), welches in unmittelbarer Nähe der Fadenöse (11) sich befindet und, wenn betätigt, den im Störungsfall eventuell von der Aufwickelspule (15) auf die Rolle (7) zurücklaufenden Faden zwischen der Rolle (7) und der Aufwickelspule (15) trennt,

    - einen Fadenfühler (25), welcher einen offenen Schlitz (26) aufweist, sich in der Laufbahn des normal laufenden Fadens (10) zwischen der Rolle (7) und der Fadenöse (11) befindet, und dessen Schlitz (26) den Faden in einer Ebene freigeben kann, welche im wesentlichen senkrecht zur Rollenachse (8) ist und von der Seite offen ist, wo die Rolle (7) sich befindet,

    - ein Steuergerät (21), welches die Betätigung beider Fadentrennelemente (20 und 23; 30) bei fehlendem Faden im Schlitz (26) des Fadenfühlers (25) bewirkt.


     
    2. Überwachungsanordnung nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das zweite Fadentrennelement (30) gleichzeitig als Fadenöse (11) ausgebildet ist.
     
    3. Verwendung der Überwachungsanordnung nach Patentanspruch 1 in einer Textilmaschine für die Verarbeitung von endlosen Filamenten.
     
    4. Verwendung der Überwachungsanordnung nach Patentanspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Maschine eine Streckzwirnmaschine ist.
     
    5. Verwendung der Überwachungsanordnung nach Patentanspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Maschine eine Strecktexturierzwirnmaschine ist.
     
    6. Verwendung der Überwachungsanordnung nach Patentanspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Rolle (7) eine Streckrolle ist.
     


    Claims

    1. Monitoring apparatus for a textile machine equipped with at least one roll and a ring/spindle system and in which a thread is guided along a path from a feed package to a wind-up package mounted on the spindle firstly around the cylindrical surface of the roll, being wound with at least one turn, and thereafter via a thread guide coaxial with the spindle axis to the ring/spindle system, characterised by the following elements:

    - a first thread cutting element (2) located before the roll (7) considered in the direction of movement of the thread and which when operated cuts the running thread between the feed package (1) and the roll (7),

    - a second thread cutting element (25, 30) located immediately adjacent the thread guide (11) and which when operated cuts, between the roll (7) and wind-up package (15), the thread which in the event of a fault may be running back form the wind-up package (15) onto the roll (7),

    - a thread sensor (25), having an open slot, located in the path of the normally running thread (10) between the roll (7) and the thread guide (11) and the slot (26), of which can release the thread in a plane which is substantially normal to the roll axis (8) and is open form the side where the roll (7) is located,

    - a control device (21) which effects operation of both thread cutting elements (20 and 23; 30) when the thread is missing form the slot (26) of the thread sensor (25).


     
    2. Monitoring apparatus according to claim 1 characterised in that the second cutting element (30) is also formed as thread guide (11).
     
    3. Use of the monitoring apparatus according to claim 1 in a textile machine for processing of endless filament.
     
    4. Use of the monitoring apparatus according to claim 3, characterised in that the machine is a draw twisting machine.
     
    5. Use of the monitoring apparatus according to claim 3, characterised in that the machine is a drawtexturise-twisting machine.
     
    6. Use of the monitoring apparatus according to claim 4 or 5, characterised in that the roll (7) is a draw roll.
     


    Revendications

    1. Dispositif de surveillance pour une machine textile équipée d'au moins un rouleau et d'un système anneau/broche, dans lequel un fil, le long de son parcours depuis la bobine d'alimentation jusqu'à la bobine de renvidage disposée sur la broche, est d'abord enroulé autour de la surface cylindrique du rouleau avec au moins une spire, et ensuite guidé, par une queue de cochon qui est coaxiale à l'axe de la broche, vers le système anneau/broche, caractérisé par les éléments suivants:

    - un premier élément de séparation de fil (20) qui se trouve situé avant le rouleau (7) dans le sens de déplacement du fil, et, s'il est actionné, sectionne le fil allant depuis la bobine d'alimentation (1) vers e rouleau (7);

    - und deuxième élément de séparation de fil (23; 30) qui se trouve dans les environs immédiats de la queue de cochon (11), et, s'il est actionné, sectionne, en cas de perturbation, le fil éventuellement reculant depuos la bobine de renvidage (15) sur le rouleau (7) entre le rouleau (7) et la bobine de renvidage (15);

    - un tâteur de fil (25) qui possède une fente ouverte (26) et qui se trouve dans le chemin de parcours du fil (10) se déplaçant normalement depuis le rouleau (7) et la queue de cochon (11), et dont la fente (26) peut libérer le fil dans un plan qui est principalement perpendiculaire à l'axe (8) du rouleau et qui est ouverte du côté où se trouve le rouleau (7);

    - un appareil de commande (21) qui provoque la mise en action des deux éléments de séparation de fil (20 et 23; 30), lors de l'absence de fil détectée dans la fente (26) du tâteur de fil (25).


     
    2. Dispositif de surveillance selon revendication 1, caractérisé par le fait que le deuxième élément de séparation (30) est formé en même temps comme queue de cochon (11).
     
    3. Utilisation du dispositif de surveillance selon revendication 1, dans une machine textile pour le travail de filaments sans fin.
     
    4. Utilisation du dispositif de surveillance selon revendication 3, caractérisé par le fait que la machine est une machine étireuse-retordeuse.
     
    5. Utilisation du dispositif de surveillance selon revendication 3, caractérisé par le fait que la machine est une machine étireuse-textureuse- retordeuse.
     
    6. Utilisation du dispositif de surveillance selon revendications 4 ou 5, caractérisé par le fait que le rouleau (7) est un rouleau étireur.
     




    Zeichnung