[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Banderolieren von Münzen.
[0002] Um den Geldverkehr mit Münzen zu erleichtern, ist es üblich, Münzen mit Banderolen
zu banderolieren. Dies erfolgt in der Weise, daß eine bestimmte Anzahl, beispielsweise
50, von Münzen eines bestimmten Münzwertes zu einer Münzrolle zusammengestellt wird
und daß diese Münzrolle mittels einer Banderole aus Papier oder dergleichen banderoliert
bzw. umwickelt wird, wobei abschließend die seitlich über die Enden der Münzrolle
vorstehenden Ränder der Banderole eingedrückt werden, so daß eine verhältnismäßig
feste Packung entsteht. Die Banderolen tragen in der Regel einen Aufdruck, der die
Anzahl der Münzen und den Geldwert der Münzrolle angibt; jedem Münzwert ist dann eine
-bestimmte Banderole zugeordnet.
[0003] Es ist bekannt, das Banderolieren in der Weise vorzunehmen, daß die Münzrolle von
Hand auf einer glatten Unterlage zusammengestellt wird und in die Banderole eingerollt
wird. Ferner ist es bekannt, zum Banderolieren ein sogenanntes Rollenbrett zu benutzen,
das zwei parallel verlaufende Walzen mit einem seitlichen Anschlag aufweist, wobei
das Einrollen der Münzrolle in die Banderole ebenfalls von Hand erfolgen muß.
[0004] Das Banderolieren von Hand setzt eine gewisse Geschicklichkeit voraus und ist zeitlich
sehr aufwendig. Darüber hinaus setzt das Banderolieren von Hand immer voraus, daß
die Münzen gezählt werden, so daß die Gefahr besteht, daß die diese Arbeiten ausführende
Person sich verzählt und daß die banderolierte Münzrolle nicht die vorgegebene Anzahl
von Münzen enthält.
[0005] Ferner sind bereits Vorrichtungen und Geräte zum Banderolieren bekannt (DE-PS 807
033, DE-PS 353 100, DE-PS 728 197, DE-OS 1 574 108). Diese bekannten Vorrichtungen
und Geräte benötigen entweder zusätzliche Hilfsmittel, wie unterschiedliche Einsätze
für jeden Münzdurchmesser, oder sie können die üblichen Papierbanderolen nicht verwenden,
oder sie sind so kompliziert konstruiert, daß ihr praktischer und damit auch ihr wirtschaftlicher
Nutzen zu gering ist. Ein weiterer Nachteil der meisten bekannten Vorrichtungen und
Geräte besteht darin, daß sie nicht für Münzen verschiedener Währungen eingesetzt
werden können.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine möglichst einfache Vorrichtung zum
Banderolieren von Münzen zu schaffen, die wenig Bedienungsaufwand erfordert und es
ermöglicht, das Banderolieren innerhalb kurzer Zeit durchzuführen. Ferner soll die
zu schaffende Vorrichtung derart sein, daß es nicht notwendig ist, die zu einer Münzrolle
zusammenzufassenden Münzen abzuzählen, so daß dem unbeabsichtigten Verzählen vorgebeugt
ist. Schließlich soll die zu schaffende Vorrichtung für Münzen beliebiger Währungen
benutzbar sein.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Vorrichtung zum Banderolieren
von Münzen, die sich auszeichnet durch einen Rahmen mit einer Schrägfläche, zwei auf
einer gemeinsamen Achse angeordnete Rollen, die in Axialrichtung Abstand voneinander
haben, eine.n Rollenträger für jede Rolle, der die zugeordnete Rolle trägt und seinerseits
am Rahmen angebracht ist, wobei einer der Rollenträger am Rahmen in Axialrichtung
bewegbar und fixierbar ist, eine Walze, deren Enden in Ausnehmungen des Rahmens derart
geführt sind, daß die Walze aus einer ersten Stellung, in der sie größeren Abstand
von den Rollen hat, stufenlos in Richtung einer Tangente an die Rollen in eine zweite
Stellung nahe den Rollen und nahe der Schrägfläche verstellbar ist, in der sie im
wesentlichen parallel zur Achse der Rollen und der Schrägfläche verläuft, und ein
Gurtband, das über die Walze, unter den Rollen hindurch sowie entlang der Schrägfläche
derart verläuft, daß das Gurtband bei in ihrer ersten Stellung befindlicher Walze
eine nach oben offene Mulde bildet.
[0008] Um die erfindungsgemäße Vorrichtung auf einen bestimmten Münzwert einzustellen, wird
der bewegbare und fixierbare Rollenträger derart verschoben und dann fixiert, daß
der Abstand zwischen den beiden Rollen gleich der Länge der Münzrolle aus der vorgegebenen
Anzahl von Münzen des bestimmten Münzwertes ist.Während sich die Walze in ihrer ersten
Stellung befindet, so daß das Gurtband die nach oben offene Mulde bildet, werden dann
so viele Münzen des bestimmten Münzwertes in die Mulde zwischen den beiden Rollen
gelegt, daß keine weitere Münze mehr zwischen die beiden Rollen paßt. Diese Münzrolle
besteht dann aus der vorgegebenen Anzahl von Münzen, ohne daß die Münzen abgezählt
zu werden brauchen. Danach wird dann die Walze in ihre zweite Stellung gebracht, so
daß das Gurtband die eingelegte Münzrolle umschlingt und lediglich einen kleinen Spalt
zwischen ihrem um die Walze geführten Abschnitt und ihrem entlang der Schrägfläche
verlauf enden Abschnitt freiläßt. In diesen Spalt, wird eine Banderole eingesteckt.
Wenn dann am um die Walze verlaufenden Abschnitt des Gurtbandes gezogen wird, wird
dadurch nicht nur das Gurtband fest um die Münzrolle gelegt, sondern es wird auch
die Münzrolle gedreht, wobei gleichzeitig die Banderole eingezogen und stramm um die
Münzrolle gewickelt wird. Wenn auf diese Weise die Banderole vollständig um die Münzrolle
gewickelt worden ist, wird die Walze in ihre erste Stellung zurückgebracht und wird
einer der Rollenträger in Axialrichtung von der Münzrolle wegbewegt, so daß diese
mit der um sie herumgelegten Banderole erfaßt und aus der Vorrichtung herausgenommen
werden kann. Es brauchen dann lediglich noch die über die Enden der Münzrolle vorstehenden
Ränder der Banderole eingedrückt zu werden, um eine fertig banderolierte Münzrolle
zu erhalten.
[0009] Aufgrund der erfindungsgemäßen Ausbildung entfällt das Abzählen der Münzen. Die Vorrichtung
ist durch Einstellen des bewegbaren und fixierbaren Rollenträgers auf beliebige Münzwerte
einstellbar. Ferner können Münzen beliebigen Durchmessers banderoliert werden, ohne
daß dies einen besonderen Einstellvorgang erfordert, da sich das Gurtband jedem beliebigen
Münzdurchmesser und sogar eckigen Münzen anpaßt. Die Vorrichtung besteht nur aus wenigen
Teilen, ist somit konstruktiv einfach; darüberhinaus ist ihre Bedienung einfach und
erfordert ihre Bedienung wenig Zeit.
[0010] In vorteilhafter Ausbildung der Erfindung sind eine am Rahmen angebrachte Klemmbacke
und ein an der Klemmbacke angreifender Exzenterhebel vorgesehen, der die Klemmbacke
gegen den bewegbaren und fixierbaren Rollenträger andrücken und angedrückt festklemmen
kann und dadurch den Rollenträger fixiert, wobei vorzugsweise die einander zugewandten
Flächen der Klemmbacke und des bewegbaren und fixierbaren Rollenträgers eine feine
Rastverzahnung aufweisen. Dies ermöglicht eine einfache und genaue Einstellung des
Abstandes zwischen den Rollen und somit eine einfache Anpassung an unterschiedliche
Münzwerte, wobei die Rastverzahnung besonders zuverlässig dafür sorgt, daß der eingestellte
Abstand beibehalten bleibt.
[0011] In weiterer vorteilhafter Ausbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, daß der
bewegbare und fixierbare Rollenträger mit einer Längenmaßskala versehen ist, die vorzugsweise
eine metrische Skala ist. Obwohl es auch möglich ist, am bewegbaren und fixierbaren
Rollenträger verschiedene Marken anzubringen, die den Rollenabständen für die verschiedenen
Münzwerte entsprechen, beispielsweise für 50 1-Pfennig-Münzen, 50 2-Pfennig-Münzen,
50 5-Pfennig-Münzen usw., macht es wegen der Vielzahl in- und ausländischer Münzen
und der geringen Längenunterschiede der jeweiligen Münzrollen Schwierigkeiten, für
alle in Betracht kommenden Münzwerte eine Marke anzubringen. Es ist daher zweckmäßiger,
die erwähnte Längenmaßskala vorzusehen. Für den gewünschten Münzwert braucht dann
lediglich die Länge der Münzrolle bekannt zu sein oder ermittelt zu werden und an
der Längenmaßskala eingestellt zu werden.
[0012] Schließlich kann in weiterer vorteilhafter Ausbildung der Erfindung vorgesehen sein,
daß auch der andere Rollenträger am Rahmen in Axialrichtung bewegbar und fixierbar
angebracht ist. In diesem Fall erfolgt dann die Einstellung der Vorrichtung auf einen
bestimmten Münzwert mittels des einen Rollenträgers. Dessen Stellung wird nicht verändert,
wenn die banderolierte Münzrolle entnommen werden soll. Vielmehr wird dann der andere
Rollenträger in Axialrichtung von der Münzrolle weggezogen, so daß diese entnommen
werden kann. Dieser andere Rollenträger nimmt im fixierten Zustand unabhängig vom
Münzwert immer dieselbe Stellung ein, so daß bei seiner Rückführung in die Ausgangsposition
und Fixierung auf den Münzwert und die gewünschte Münzrollenlänge keine Rücksicht
genommen zu werden braucht. Andererseits bleibt die Stellung des ersten Rollenträgers
unverändert, so daß es nicht notwendig ist, diesen nach jedem Banderolierungsvorgang
neu einzustellen.
[0013] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im
folgenden näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1 eine Vorderansicht der bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
ohne Gurtband, wobei Teile der Vorrichtung weggebrochen sind;
Figur 2 eine Schnittdarstellung gemäß II-II in Figur 1, wobei sich die Walze der Vorrichtung
in ihrer ersten Stellung befindet;
Figur 3 eine Schnittdarstellung gemäß II-II in Figur 1, wobei sich die Walze der Vorrichtung
in ihrer zweiten Stellung befindet und Münzen eingelegt sind;
Figur 4 eine ausschnittsweise Ansicht in Richtung des Pfeiles IV in den Figuren 1
und 2.
[0014] Zu der in den Figuren dargestellten Vorrichtung zum Banderolieren von Münzen gehört
ein Rahmen 2, der eine ebene Bodenwand 4 sowie zwei zueinander parallele, senkrechte
Seitenwände 6 aufweist. Außer durch die Bodenwand 4 sind die Seitenwände 6 durch eine
eine Schrägfläche 8 bildende Wand miteinander verbunden. Der hintere Rand 10 der Schrägfläche
8 liegt nahe der Rückseite der Vorrichtung oberhalb der halben Höhe derselben. Vom
hinteren Rand 10 aus verläuft die Schrägfläche 8 schräg nach vorne und unten, wie
dies in den Figuren 2 und 3 erkennbar ist. An dem vorderen Rand der Schrägfläche 8
schließt sich ungefähr unter rechtem Winkel zur Schrägfläche 8 eine Leiste 12 an,
die ebenfalls von der einen Seitenwand zur anderen Seitenwand verläuft und in Figur
1 teilweise weggebrochen dargestellt ist.
[0015] Die in Figur 1 linke Seitenwand 6 trägt verschiebbar einen stabförmigen Rollenträger
14, der ein im wesentlichen kreisförmiges Profil hat, jedoch auf seiner in Figur 1
sichtbaren Vorderseite eine sich über die Länge des Rollenträgers 14 erstreckende
Nut 16 und auf seiner Rückseite eine sich ebenfalls über die Länge des Rollenträgers
14 erstreckende Nut 18 aufweist. Die Nuten 16 und 18 sind in Figur 4 erkennbar, in
der der linke Abschnitt des Rollenträgers 14 im horizontalen Längsschnitt dargestellt
ist..
[0016] In der in Figur 1 linken Seitenwand 6 ist eine dem beschriebenen Profil des Rollenträgers
14 angepaßte, nicht dargestellte Öffnung ausgebildet, durch die der Rollenträger 14
gesteckt ist und in der er in Richtung seiner Längsachse bewegbar ist. An der in Figur
1 linken Seitenwand 6 ist ein Führungsfuß 20 ausgebildet oder befestigt, der in die
Nut 16 eingreift und dadurch den Rollenträger 14 bei seiner Verschiebung führt. Ferner
ist an der in Figur 1 linken Seitenwand 6 eine Klemmbacke 22 angeformt oder angebracht,
die in die Nut 18 des Rollenträgers 14 eingreift und somit den Rollenträger 14 ebenfalls
führt. Die einander zugewandten Flächen der Klemmbacke 22 und des Rollenträgers 14,
d.h. der Boden der Nut 18 und die diesem zugewandte Fläche der Klemmbacke 22, weisen
jeweils eine feine Rasterung bzw. Rastverzahnung 24 auf, die jeweils aus in Figur
4 senkrecht zur Zeichenebene verlaufenden Zähnen besteht.
[0017] An einem Vorsprung 26 an der in Figur 1 linken Seitenwand 6 ist ein Exzenterhebel
28 gelagert, der mit der Klemmbacke 22 derart zusammenwirkt, daß diese durch Verschwenken
des Exzenterhebels 28 mehr oder weniger kräftig gegen den Boden der Nut 18 gedrückt
wird und daß der Exzenterhebel 28 in seiner Fixierstellung festklemmt, in der er die
Klemmbacke 22 gegen den Boden der Nut 18 gedrückt hält.
[0018] Aufgrund der vorstehenden beschriebenen Ausbildung kann der Rollenträger 14 bei gelöstem
Exzenterhebel 28 in Richtung der Achse des Rollenträgers 14 verschoben werden. In
der gewünschten Stellung des Rollenträgers 14 kann dann der Exzenterhebel in seine
Fixierstellung gebracht werden, so daß die Klemmbacke 22 angedrückt wird und aufgrund
der Rastverzahnung 24 der Rollenträger 14 nicht nur fest eingeklemmt sondern gesichert
wird. Die Anzahl der möglichen fixierten Stellungen des Rollenträgers 14 ist dabei
durch die Rastverzahnung 24 bestimmt und, da die Rastverzahnung 24 sehr fein ist,
entsprechend hoch. Der Abstand zwischen benachbarten Stellungen des Rollenträgers
14 kann durch entsprechende Dimensionierung der Rastverzahnung 24 sehr klein gemacht
werden.
[0019] An seinem in den Figuren 1 und 4 rechten Ende trägt der Rollenträger 14 koaxial eine
Rolle 30, die beim dargestellten und bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung
drehbar am Rollenträger 14 gelagert ist. Die gemeinsame Achse von Rollenträger 14
und Rolle 30 läuft parallel zur Schrägfläche 8 und ungefähr oberhalb von deren vorderem
Rand, wie dies in den Figuren 2 und 3 erkennbar ist. Am Boden der Nut 16 ist eine
Längenmaßskala 32 ausgebildet, die beim dargestellten Ausführungsbeispiel in Millimetern
geteilt ist und insofern eine metrische Skala ist. Beispielsweise am in Figur 1 linken
Rand des Führungsfusses 20 kann somit ein Skalenwert abgelesen werden, der der Stellung
der Rolle 30 zugeordnet ist.
[0020] Die in Figur 1 rechte Seitenwand 6 trägt einen weiteren, zweiten Rollenträger-34,
der ebenfalls stabförmig ausgebildet ist und ein im wesentlichen kreisförmiges Profil
hat. Die Achse dieses zweiten Rollenträgers 34 fällt mit der Achse des ersten Rollenträgers
14 zusammen. An seinem in Figur 1 linken Ende trägt der Rollenträger 34 koaxial eine
Rolle 36, die beim dargestellten Ausführungsbeispiel am Rollenträger 34 drehbar gelagert
ist und ähnlich der Rolle 30 ausgebildet ist. In der in Figur 1 rechten Seitenwand
6 ist eine nicht dargestellte öffnung ausgebildet, die dem Profil des Rollenträgers
34 entspricht und inder der Rollenträger 34 axial verschoben werden kann.
[0021] Am in Figur 1 rechten Ende des Rollenträgers 34 ist ein Kopf 38 nach Art einer Flügelschraube
ausgebildet, der auf seiner in Figur 1 sichtbaren Vorderseite und auf seiner in Figur
1 nicht sichtbaren Rückseite jeweils einen Vorsprung 40 aufweist. Jeder Vorsprung
kann in Eingriff mit einem an der in Figur 1 rechten Seitenwand 6 angeformten, hakenförmigen
Ansatz 42 treten. Es ist somit möglich, den Rollenträger 34 dadurch am Rahmen 2 zu
fixieren, daß der Rollenträger 34 durch die öffnung in der zugehörigen Seitenwand
6 so weit nach links in Figur 1 geschoben wird, daß der Kopf 38 auf der Außenseite
der zugehörigen Seitenwand 6 aufliegt, und daß dann der Rollenträger 34 mittels des
Kopfes 38 gedreht wird, bis die Vorsprünge 40 in Eingriff mit den Ansätzen 42 getreten
sind. In fixierter Stellung des Rollenträgers 34 hat die Rolle 36 immer eine bestimmte
Position im Rahmen 2, die durch die axiale Länge des Rollenträgers 34 und der Rolle
36 bestimmt ist. Gelöst wird der Rollenträger 34, indem der Kopf 38 in entgegengesetzter
Richtung gedreht wird und der Rollenträger 34 aus dem Rahmen 2 herausgezogen wird,
nachdem die Vorsprünge 40 von den Ansätzen 42 freigekommen sind.
[0022] In jeder der beiden Seitenwände 6 ist eine Ausnehmung 44 in Form eines Schlitzes
ausgebildet. Jeder Schlitz verläuft beim dargegestellten Ausführungsbeispiel entlang
dem oberen Rand der jeweiligen Seitenwand 6 zunächst waagerecht von vorne nach hinten,
dann im wesentlichen senkrecht nach unten und schließlich parallel zu der Schrägfläche
8 sowie in Richtung einer Tangente an die Rolle 30 bzw. 36. Der parallel zur Schrägfläche
8 verlaufende Abschnitt jeder Ausnehmung44 endet in geringem Abstand vom Rollenträger
in der jeweiligen Wand. Die Ausnehmungen 44 in den beiden Seitenwänden 6 haben identischen
Verlauf.
[0023] Durch die beiden Ausnehmungen 44 ist mit ihren Enden eine stabförmige Walze 46 so
gesteckt, daß ihre Enden seitlich über die Seitenwände 6 vorstehen. Auf jedes Ende
der Walze 46 ist eine Kappe 48 aus elastischem Material gesetzt. Die Walze 46 kann
in und entlang den Ausnehmungen 44 verschoben werden. Wenn sich die Walze 46 am vorderen,
oberen Ende der Ausnehmungen 44 befindet, wie dies in Figur 2 dargestellt ist, nimmt
sie ihre erste Stellung ein. Wenn sich die Walze dagegen in den parallel zur Schrägfläche
8 verlaufenden Abschnitten der Ausnehmungen nahe den Rollenträgern befindet, wie in
Figur 3 dargestellt ist, nimmt sie ihre zweite Stellung ein. In den parallel zur Schrägfläche
8 verlaufenden Abschnitten der Ausnehmungen 44 kann die Walze 46 stufenlos verstellt
werden, d.h. in einem gewissen Bereich jeden beliebigen Abstand von den Rollen 30
und 36 einnehmen.
[0024] Zur Vorrichtung gehört ferner ein Gurtband 50, das in Figur 1 nicht dargestellt ist,
jedoch in den Figuren 2 und 3 erkennbar ist. Das Gurtband kann beispielsweise aus
beschichtetem textilen Material bestehen. Wenn sich die Walze 46 in ihrer in Figur
2 dargestellten ersten Stellung befindet, verläuft das Gurtband 50 oben über die Walze
46, von dort nach unten und unter den Rollen 30 und 36 sowie den Rollenträgern 14
und 34 hindurch sowie dann entlang der Schrägfläche 8 schräg nach oben und nach hinten.
Das Gurtband 50 ist im übrigen nicht am Rahmen 2 befestigt, sondern kann entlang der
durch die Schrägfläche 8, die Rollen 30 und 36 sowie die Walze 46 definierten Bahn
durch Ziehen an einem Ende des Gurtbandes bewegt werden. An den beiden Enden des Gurtbandes
50 sind Griffleisten 52 ausgebildet, die es erleichtern, das Gurtband zu erfassen,
um es von hinten nach vorn oder von vorn nach hinten durch die Vorrichtung zu ziehen.
[0025] Im folgenden wird das Banderolieren von Münzen mittels der vorstehend beschriebenen
Vorrichtung erläutert. Wenn beispielsweise 50 Münzen mit einem Münzwert von jeweils
DM 1 banderoliert werden sollen, muß die Länge der Münzrolle bekannt sein oder ermittelt
werden, die sich beim Stapeln bzw. lückenlosen Aneinanderlegen von 50 dieser Münzen
ergibt. Diese Münzrollenlänge wird an der Vorrichtung als Abstand zwischen den Stirnflächen
der beiden Rollen 30 und 36 eingestellt, wobei dies beispielsweise in der Weise erfolgen
kann, daß an der Längenmaßskala 32 diese bestimmte Münzrollenlänge eingestellt wird.
Möglich ist es jedoch auch, jede bestimmte Münzrollenlänge einem bestimmten Skalenwert
auf der Längenmaßskala 32 zuzuordnen, so daß beispielsweise 50 1-DM-Münzen auf der
Längenmaßskala 32 der Skalenwert 52,5 mm eingestellt wird. Nach erfolgter Einstellung
paßt zwischen die Stirnflächen der beiden Rollen 30 und 36 genau eine Münzrolle mit
der vorgegebenen Anzahl von Münzen. Mehr Münzen als die vorgegebene Anzahl wären zwischen
den beiden Rollen 30 und 36 nicht unterzubringen. Bei weniger Münzen würde eine deutlich
sichtbare Lücke übrigbleiben.
[0026] Nachdem die Vorrichtung in vorstehend beschriebener Weise eingestellt worden ist,
wird die Walze 46 in ihre in Figur 2 dargestellte erste Stellung gebracht, so daß
das Gurtband 50 eine nach oben offene Mulde bildet. In diese Mulde werden dann so
viele der zu banderolierenden Münzen zwischen die Rollen 30 und 36 eingelegt, daß
der Abstand zwischen diesen vollständig durch Münzen ausgefüllt ist. Aufgrund der
vom Gurtband 50 gebildeten Mulde ist es einfach, eine Münzrolle zu bilden, in der
die Münzen ihre Position beibehalten.
[0027] Danach wird dann die Walze 46 in ihre in Figur 3 gezeigte zweite Stellung gebracht,
und es wird am Gurtband 50 in Richtung eines Pfeiles C in Figur 3 gezogen, wodurch
einerseits das Gurtband 50 zu einer über den größten Teil des Umfangs der Münzrolle
aus Münzen 54 an dieser anliegenden Schlaufe gezogen wird, und andererseits die Walze
46 in den Ausnehmungen 44 weitestmöglich in Richtung zur Münzrolle verlagert wird.
Zwischen dem über die Walze 46 geführten Abschnitt des Gurtbandes 50 und dem entlang
der Schrägfläche 8 verlaufenden Abschnitt des Gurtbandes besteht dann ein kleiner
Spalt, durch den eine
Banderole 56 eingeführt wird, bis sie gegen die Münzrolle stößt. Wenn dann kräftiger
am Gurtband 50 in Richtung des Pfeiles C gezogen wird, wird die Münzrolle um ihre
Längsachse vom Gurtband 50 gedreht, während gleichzeitig die
Banderole 56 zwischen dem Gurtband 50 und der Münzrolle eingezogen und faltenfrei dicht
anliegend um die Münzrolle gewickelt wird. Sobald die Banderole 56 vollständig eingezogen
und um die Münzrolle gewickelt worden ist, wird nicht mehr am Gurtband 50 gezogen
und wird die Walze 46 wieder in ihre erste Stellung wie in Figur 2 gebracht. Danach
kann dann mit einer Hand der zweite Rollenträger 34 durch Drehen des Kopfes 38 entriegelt
und in Axialrichtung von der Münzrolle weggezogen werden, während gleichzeitig mit
der anderen Hand die Münzrolle mit der herumgewickelten Banderole erfaßt wird. Wenn
der zweite Rollenträger 34 ausreichend weit aus dem Rahmen 2 herausgezogen worden
ist, kann die Münzrolle mit der Banderole aus der Vorrichtung entnommen werden. Es
brauchen dann lediglich noch die über die Enden der Münzrolle vorstehenden Ränder
der Banderole umgefaltet und angelegt zu werden, um eine fertig banderolierte Münzrolle
zu erhalten.
[0028] Die vorstehende Beschreibung dürfte gezeigt haben, daß sich die erfindungsgemäße
Vorrichtung jedem Münzdurchmesser selbsttätig anpaßt und daß sie auf jeden beliebigen
Münzwert jeder beliebigen Währung einstellbar ist.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0029]

1. Vorrichtung zum Banderolieren von Münzen, gekennzeichnet durch einen Rahmen (2)
mit einer Schrägfläche (8), zwei auf einer gemeinsamen Achse angeordnete Rollen (30,
36), die in Axialrichtung Abstand voneinander haben, einen Rollenträger (14, 34) für
jede Rolle, der die zugeordnete Rolle trägt und seinerseits am Rahmen angebracht ist,
wobei einer der Rollenträger am Rahmen in Axialrichtung bewegbar und fixierbar ist,
eine Walze (46), deren Enden inAusnehmungen (44) des Rahmens derart geführt sind,
daß die Walze aus einer ersten Stellung,in der sie größeren Abstand von den Rollen
hat, stufenlos in Richtung einer Tangente an die Rollen in eine zweite Stellung nahe
den Rollen und nahe der Schrägfläche verstellbar ist, in der sie im wesentlichen parallel
zur Achse der Rollen und zur Schrägfläche verläuft, und ein Gurtband (50), das über
die Walze, unter den Rollen hindurch sowie entlang der Schrägfläche derart verläuft,
daß das Gurtband bei in ihrer ersten Stellung befindlicher Walze eine nach oben offene
Mulde bildet.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine am Rahmen (2) angebrachte
Klemmbacke (22) und einen an der Klemmbacke angreifenden Exzenterhebel (28), der die
Klemmbacke gegen den bewegbaren und fixierbaren Rollenträger (14) andrücken und angedrückt
festklemmen kann und dadurch den Rollenträger fixiert.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die einander zugewandten
Flächen der Klemmbacke (22) und des bewegbaren und fixierbaren Rollenträgers (14)
eine feine Rastverzahnung (24) aufweisen.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der bewegbare
und fixierbare Rollenträger (14) mit einer Längenmaßskala (32) versehen ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet , daß die Längenmaßskala (32)
eine metrische Skala ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet , daß auch
der andere Rollenträger (34) am Rahmen (2) in Axialrichtung bewegbar und fixierbar
angebracht ist.