| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 035 290 B2 |
| (12) |
NEUE EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Veröffentlichungstag und Bekanntmachung des Hinweises auf die Entscheidung über den
Einspruch: |
|
21.06.1989 Patentblatt 1989/25 |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
04.01.1984 Patentblatt 1984/01 |
| (22) |
Anmeldetag: 30.01.1981 |
|
|
| (54) |
Flüssigkeitsgekühlter Kolben für Brennkraftmaschinen
Liquid-cooled piston for internal-combustion engines
Piston refroidi par un liquide pour moteurs à combustion interne
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
CH DE FR GB IT LI NL |
| (30) |
Priorität: |
05.03.1980 DE 3008330
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
09.09.1981 Patentblatt 1981/36 |
| (73) |
Patentinhaber: KOLBENSCHMIDT Aktiengesellschaft |
|
D-74150 Neckarsulm (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Möbus, Horst, Dr. Ing.
D-7107 Neckarsulm (DE)
|
| (74) |
Vertreter: Rieger, Harald, Dr. |
|
Reuterweg 14 60323 Frankfurt 60323 Frankfurt (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
DE-A- 2 000 249 DE-C- 299 067 FR-A- 428 135 FR-A- 1 149 231 FR-A- 2 392 238 GB-A- 309 537
|
DE-A- 2 723 619 DE-C- 355 072 FR-A- 895 664 FR-A- 1 281 687 GB-A- 288 136 US-A- 1 270 663
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen gebauten, flüssigkeitsgekühlten Kolben für Brennkraftmaschinen,
insbesondere für mittelschnellaufende Dieselmotoren, dessen Unterteil mit dem aus
einem Eisenwerkstoff bestehenden Oberteil über übliche Mittel verbunden und bei dem
auf der Unterseite des Oberteils ein konzentrisch verlaufender, auf der gegenüberliegenden
Fläche des Unterteils sich abstützender Ring derart angeordnet ist, daß der Ring sowohl
die radiale innere Begrenzung des im Oberteil hinter dem Feuersteg und wenigstens
einem Teil der Ringpartie befindlichen zur Verbindungsebene offenen, ringförmigen
Kühlkanals bildet als auch einen zentralen, mit dem Kühlkanal über radial angeordnete
Kühlmittelbohrungen verbundenen, zur Verbindungsebene offenen Kühlraum im Oberteil
einschließt, wobei der Kühlkanal und der Kühlraum über entsprechende, im wesentlichen
parallel zur Kolbenlängsachse im Unterteil verlaufende Kühlmittelzu- bzw. -ablaufleitungen
mit dem Kühlmittelumlaufsystem in Verbindung stehen.
[0002] Dieser gebaute Kolben wird für höchste Motorleistungen und/oder Schwerölbetrieb eingesetzt.
Damit ist eine Kühlung in jedem Fall erforderlich. Sie ist eine Zwangskühlung oder
Einspritzkühlung mit Shakerräumen als Standardkonstruktion. Der Öldurchfluß kann radial
von außen nach innen oder umgekehrt erfolgen.
[0003] Um die Maße und Gewicht eines solchen gebauten Kolbens möglichst klein zu halten,
besteht das Oberteil des Kolbens aus einem wärmebeständigen Eisenwerkstoff, insbesondere
Schmiedestahl, und das Unterteil aus einer eutektischen Aluminium/Silizium-Kolbenlegierung
oder Eisenlegierung mit Kugelgraphit, wobei die beiden Bauteile durch Zuganker oder
Schrauben, durch Löten oder Schweißen miteinander verbunden und im Bereich der Verbindungsebene
der Bauteile Kühlräume angeordnet sind, um die im oberen Kolbenbereich anfallende
Wärmemenge, die nicht anders abgeleitet werden kann, abzuführen.
[0004] In der Regel liegt bei solchen Kolben eine relativ flache Brennraummulde vor, so
daß die höchste Bodentemperatur von über im allgemeinen 350 bis 400° C, gegebenenfalls
auch darüber, infolge der Ausbildung der Düsenstrahlen des eingespritzten Brennstoffs
am äußeren schrägen Muldenrand auftritt. An dem korrespondierenden Teil der vom Kühlöl
benetzten Innenwand des Kühlkanals können dann Temperaturen um 240 bis 270° C entstehen,
die sich durch gelbe bis blaue Anlauffarben auf der Stahloberfläche bemerkbar machen
und bereits in der Nähe bzw. über dem Flammpunkt von handelsüblich verwendeten Schmierölen
für Dieselmotoren liegen. Die Erfahrung mit solchen im Betrieb befindlichen Kolben
bestätigt gelegentlich die Vermutung, daß in dem genannten Bereich des Kühlkanals
das Kühlöl sehr schnell verkokt und eine isolierende Ölkohleschicht bildet, die die
Kühlwirkung in der Weise vermindert, daß die Temperaturen wesentlich erhöht und damit
die Festigkeitswerte des Kolbenwerkstoffs absinken, der Kriechwiderstand verringert
und die thermische Deformation erhöht werden. Diese kann, wie verschiedentlich beobachtet,
zu bleibenden Verformungen führen. Diese Erkenntnisse führen zur Konstruktion von
Ölleitringen, die den Ölstrom zu den heißesten Stellen führen, dort die Strömungsgeschwindigkeit
erhöhen und die Oberflächentemperatur absenken (DE-A-2 723 619).
[0005] Ferner ist ein einteiliger Kolben mit einer Beschichtung aus hochwärmeleitendem Stoff
bekannt (GB-A-309 537). Damit wird eine verbesserte Kühlung bezweckt.
[0006] Grundlegende Modelluntersuchungen am Kühlsystem gebauter Kolben haben nun gezeigt,
daß der größte Teil der Wärmemengen im oberen Teil der Kühlraumhälfte, dagegen nennenswerte
Wärmemengen im unteren Teil der Kühlraumhälfte jedoch nicht mehr übertragen werden.
Das hat zur Folge, daß die Temperatur im Bereich des ersten Kolbenrings auf 110 bis
120°C absinkt und es zur unerwünschten Kondensation von S0
3 und allen damit verbundenen Nachteilen, wie z. B. Korrosionserscheinungen, kommt.
Im übrigen wird durch die hohe Wärmekonzentration mit Temperaturen von 300 bis 350°
C an der Bodenaußenfläche die Gestaltfestigkeit des Kolbens durch thermische Deformation
beeinflußt.
[0007] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, bei dem eingangs beschriebenen
Kolben eine Verbesserung der Kühlwirkung in den heißesten Bereichen des Kolbenoberteils
zu erreichen und gleichzeitig eine Kondensation von S0
3 im Ringfeld des Kolbenoberteils zu verhindern.
[0008] Die Lösung dieser Aufgabe besteht erfindungsgemäß in einer Beschichtung der Wand
im Bereich des oberen Kühlkanals mit einem hochwärmeleitenden Stoff, die vorzugsweise
eine Dicke von mindestens 0,5 mm aufweist.
[0009] Durch diese Maßnahme ergibt sich eine optimale Kühlwirkung, die sich insbesondere
dadurch auszeichnet, daß ein wesentlicher Teil der bisher in einer begrenzten Oberfläche
der oberen Kühlraumhälf te übertragenen Wärmemenge nunmehr von der Oberfläche der
gesamten Kühlkanalhä
lfte übertragen wird, was zu einem entscheidenden Temperaturanstieg im Ringfeld und
zu einer Temperaturabsenkung am Kolbenboden führt, so daß die Kondensation von S0
3 im Ringfeld vermieden und die Gestaltfestigkeit des Kolbens nicht mehr beeinträchtigt
wird. Weiterhin wird der Wirkungsgrad der Wärmeabfuhr über den Kühlkanal verbessert,
so daß Oberfläche und Volumen des Kühlkanals bei gleicher Kühlwirkung verringert werden
können.
[0010] Die Erfahrung hat gezeigt, daß es zur Erzielung des gewünschten Effektes schon ausreicht,
wenn lediglich der kolbenaußenseitige Bereich des oberen Kühlkanals mit einem hochwärmeleitenden
Stoff beschichtet ist.
[0011] Im Rahmen der Ausgestaltung der Erfindung weist die Beschichtung eine durch Rippen
vergrößerte, wärmeabführende Oberfläche auf, die von der Kühlflüssigkeit benetzt wird
und den Wärmetransport erhöht.
[0012] Für die Beschichtung kommt vorzugsweise neben reinem Kupfer auch Aluminium bzw. deren
Legierungen in Betracht.
[0013] Zweckmäßigerweise wird die hochwärmeleitende Schicht galvanisch abgeschieden oder
im Verbundguß durch eine feste intermetallische Bindung mit dem Eisenwerkstoff verbunden.
[0014] Es ist ebenso möglich, die Beschichtung mechanisch mit dem Kolbenoberteil zu verklammern
oder zu verstemmen.
[0015] Eine Abwandlung der Erfindung besteht darin, daß die Beschichtung außenseitig im
Bereich des Feuerstegs angebracht ist.
[0016] Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 einen Querschnitt durch den Oberteil 1 eines Kolbens 2 im Bereich des Kühlkanals
3, der mit einer aus Kupfer bestehenden, galvanisch abgeschiedenen Beschichtung 4
versehen ist.
Fig. 2 einen Querschnitt durch den Oberteil 5 eines Kolbens 6 im Bereich des Kühlkanals
7, der mit einer galvanisch aufgebrachten Beschichtung, die kolbenbodenseitig Rippen
8 aufweist, versehen ist.
Fig. 3 und 4 einen Querschnitt durch die Oberteile 9, 10 eines Kolbens 11, 12 im Bereich
des Kühlkanals 13,14, wobei der an den Feuersteg angrenzende Teil des Kühlkanals eine
mit dem Oberteil mechanisch verklammerte Beschichtung 15, 16 aus Aluminium aufweist.
Fig. 5 einen Querschnitt durch den mit einer mechanisch verklammerten, Rippen 17 aufweisenden
Beschichtung 18 versehenen Oberteil 19 eines Kolbens 20 im Bereich des Kühlkanals
21.
Fig. 6 einen Querschnitt durch den Oberteil 22 eines Kolbens 23 im Bereich des Kühlkanals
24. Auf der Außenseite des Kühlkanals ist im Bereich des Feuerstegs 25 eine mechanisch
verklammerte Beschichtung 26 angeordnet.
1. Gebauter, flüssigkeitsgekühlter Kolben für Brennkraftmaschinen, insbesondere für
mittelschnellaufende Dieselmotoren, dessen Unterteil mit dem aus einem Eisenwerkstoff
bestehenden Oberteil über übliche Mittel verbunden und bei dem auf der Unterseite
des Oberteils ein konzentrisch verlaufender, auf der gegenüberliegenden Fläche des
Unterteils sich abstützender Ring derart angeordnet ist, daß der Ring sowohl die radiale
innere Begrenzung des im Oberteil im Bereich hinter dem Feuersteg und wenigstens einem
Teil der Ringpartie befindlichen zur Verbindungsebene offenen, ringförmigen Kühlkanals
bildet als auch einen zentralen, mit dem Kühlkanal über radial angeordnete Kühlmittelbohrungen
verbundenen, zur Verbindungsebene der beiden Kolbenbauteile offenen Kühlraum im Oberteil
einschließt, wobei der Kühlkanal und der Kühlraum über entsprechende, im wesentlichen
parallel zur Kolbenlängsachse im Unterteil verlaufende Kühlmittelzubzw. -ablaufleitungen
mit dem Kühlmittelumlaufsystem in Verbindung stehen, dadurch gekennzeichnet, daß die
Wand im Bereich des oberen Kühlkanals (3, 7, 13, 14, 21, 24) mit einem hochwärmeleitenden
Stoff (4, 15, 16, 18, 26) beschichtet ist, derart, daß gleichzeitig mit einer Temperaturabsenkung
in den heißesten Bereichen des Kolbenoberteils eine Vergleichmäßigung der Temperaturverteilung
und damit Anhebung des Temperaturniveaus im Ringfeld des Kolbenoberteils erzielt ist.
2. Kolben nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schichtdicke mindestens
0,5 mm beträgt.
3. Kolben nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß nur der kolbenaußenseitige
Bereich des oberen Kühlkanals (13,14, 24) beschichtet ist.
4. Kolben nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung
eine durch Rippen (8, 17) vergrößerte wärmeabführende Oberfläche aufweist.
5. Kolben nach einem der beiden Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Beschichtung (26) außenseitig im Bereich des Feuerstegs (25) angebracht ist.
6. Kolben nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung
galvanisch abgeschieden oder im Verbundguß durch eine feste intermetallische Bindung
mit dem Eisenwerkstoff verbunden ist.
7. Kolben nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung
mechanisch mit dem Kolbenoberteil verklammert oder verstemmt ist.
1. Piston en plusieurs parties, refroidi par un liquide, pour moteurs à combustion
interne, notamment pour moteurs diésel à régime moyen, dont la partie inférieure est
reliée à la partie supérieure en matériau ferreux par l'intermédiaire d'un moyen habituel
et dans lequel sur la face inférieure de la partie supérieure un segment, s'étendant
concentriquement et s'appuyant sur la surface en regard de la partie inférieure, est
disposé de manière à former aussi bien la limite radiale intérieure du canal de refroidissement
annulaire ouvert vers le plan de joint et se trouvant dans la partie supérieure de
la région derrière la zone de feu et derrière au moins une partie de la portion annulaire
qu'à entourer dans la partie supérieure une chambre de refroidissement centrale, ouverte
vers le plan de joint des deux pièces constitutives du piston et communiquant avec
le canal de refroidissement par des orifices pour l'agent réfrigérant disposés radialement,
le canal de refroidissement et la chambre de refroidissement communiquant avec le
système de recirculation de l'agent réfrigérant par l'intermédiaire de conduits correspondants
d'entrée et de sortie de l'agent réfrigérant s'étendant sensiblement dans la partie
inférieure parallèlement à l'axe longitudinal du piston, caractérisé en ce que la
paroi de la région de la partie supérieure de la chambre de refroidissement (3, 7,13,14,21,24)
est revêtue d'une matière très bonne conductrice de la chaleur (15, 16, 18, 26) de
manière à obtenir, en même temps qu'une diminution de température dans les régions
les plus chaudes de la partie supérieure du piston, une uniformisation de la répartition
des températures et donc une élévation du niveau de la température dans la zone des
segments de la partie supérieure du piston.
2. Piston suivant la revendication 1, caractérisé en ce que l'épaisseur de la couche
s'élève au moins à 0,5 mm.
3. Piston suivant les revendications 1 et 2, caractérisé en ce que seule la région
de la partie du canal supérieur de refroidissement (13, 14, 24) se trouvant du côté
extérieur du piston est revêtue.
4. Piston suivant les revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le revêtement présente
une surface de dissipation de la chaleur agrandie par des nervures (8,17).
5. Piston suivant l'unedes revendications 1 et 2, caractérisé en ce que le revêtement
(26) est fixé, du côté extérieur, dans la région de la zone de feu (25).
6. Piston suivant les revendications 1 à 5, caractérisé en ce que le revêtement est
déposé par voie galvanique ou est relié à la matière de fer en coulée composite par
une liaison solide intermétallique.
7. Piston suivant les revendications 1 à 5, caractérisé en ce que le revêtement est
relié mécaniquement à la partie supérieure du piston par agrafage ou par rabattement.
1. Constructed, liquid-cooled piston for internal combustion engines, particularly
for medium- speed diesel engines, the lower part of which is connected to the upper
part, which is made of an iron material, by conventional means, and wherein on the
underside of the upper part a concentric ring which is supported on the opposite surface
of the lower part is arranged in such a way that the ring both forms the radial inner
limit of the annular cooling passage which is located in the upper part in the region
behind the top land and at least part of the annular part and which is open towards
the connecting plane and also encloses in the upper part a central cooling chamber
which is connected to the cooling passage by radially arranged coolant bores and which
is open towards the connecting plane of the two piston components, the cooling passage
and the cooling chamber being connected to the coolant circulating system by appropriate
coolant inlet or outlet lines which run substantially parallel to the longitudinal
axis of the piston, characterised in that the wall in the region of the upper cooling
passage (3, 7, 13, 14, 21, 24) is coated with a highly heat-conductive material (4,
15, 16, 18, 26) in such a way that simultaneously with a lowering of the temperature
in the hottest parts of the upper part of the piston an averaging of the temperature
distribution and hence increase of the temperature level in the annular space of the
upper part of the piston is achieved.
2. Piston according to Claim 1, characterised in that the thickness of the layer is
at least 0.5 mm.
3. Piston according to Claims 1 and 2, characterised in that only the region of the
upper cooling passage (13, 14, 24) on the outer side of the piston is coated.
4. Piston according to claims 1 to 3, characterised in that the coating has a heat-
dissipating surface which is increased by ribs (8, 17).
5. Piston according to one of the two Claims 1 or 2, characterised in that the coating
(26) is applied on the outside in the region of the top land (25).
6. Piston according to Claims 1 to 5, characterised in that the coating is galvanically
deposited or is connected to the iron material by a solid intermetallic bond in the
compound casting.
7. Piston according to Claims 1 to 5, characterised in that the coating is mechanically
clamped or caulked to the upper part of the piston.