[0001] Die Erfindung betrifft einen Druckgasschalter mit einem festen und mit einem beweglichen
Kontaktstück, die in einer Schaltkammer in und ausser Eingriff miteinander bringbar
sind, wobei die Schaltkammer einerseits über eine in Einschaltstellung durch das bewegliche
Kontaktstück verschlossene Blasdüse mit einem Expansionsraum in Verbindung steht und
andererseits über ein zur Schaltkammer hin öffnendes Rückschlagventil an die Druckseite
eines ortsfest im Expansionsraum angeordneten Pumpzylinders angeschlossen ist, welchem
ein beweglicher Pumpkolben zugeordnet ist, der bei einem Ausschalthub den Pumpzylinder
mit zeitlicher Verzögerung unter Druck setzt.
[0002] Ein solcher Druckgasschalter ist beispielsweise aus der DE-OS 27.50.762 (Fig. 2)
bekannt. Bei diesem bekannten Schalter wird die an sich erwünschte zeitliche Verzögerung
des eigentlichen Pumphubes des Pumpkolbens dadurch erreicht, dass das bewegliche Kontaktstück
bzw. dessen Schaltstange über eine federbelastete Schleppverbindung an den Pumpkolben
gekoppelt ist, so dass bei einem Ausschalthub der Pumpkolben erst dann seinen Pumphub
beginnt, wenn das bewegliche Kontaktstück bzw. dessen Schaltstange einen durch die
Art der Schleppverbindung bestimmten Teil des Ausschalthubes zurückgelegt hat. Die
zeitliche Verzögerung des Pumphubes ist deswegen erwünscht, weil Löschgas unter Druck
zur Beblasung des entstehenden Schaltlichtbogens nicht gleich zu Beginn des Ausschalthubes
erforderlich ist, so dass die zur Ausführung des Pumphubes vom Schalterantrieb aufzubringende
Leistung zunächst voll zur Beschleunigung der beweglichen Bestandteile des Schalters
aus der Einschaltstellung heraus zur Verfügung steht.
[0003] Beim bekannten Schalter ist demnach der Pumpkolben in bezug auf das bewegliche Kontaktstück
bzw. dessen Schaltstange beschränkt beweglich und darüber hinaus hat der Antrieb zu
Beginn des Ausschalthubes noch die Kraft der in der Schleppverbindung vorgesehenen
Feder zu überwinden. Wenn aber aus irgend einem Grunde (sei es wegen mangelnder Schmierung
oder wegen Festsitzens infolge Anlagerung von Abriebpartikeln) die Beweglichkeit des
Pumpkolbens in bezug auf das bewegliche
iKontaktstück nicht mehr voll gewährleistet ist, d.h. wenn die Schleppverbindung nicht
mehr oder nur noch zögernd funktioniert, dann beginnt der Pumphub beim bekannten Schalter
zu Beginn des Ausschalthubes, also zu früh, wozu die Leistung des Schalterantriebes
gegebenenfalls nicht ausreicht.
[0004] Es ist daher als ein Zweck der Erfindung anzusehen, einen Schalter der eingangs genannten
Art zu schaffen, der unter Verzicht einer Schleppverbindung dennoch Gewähr für ein
zeitlich verzögertes Einsetzen des Pumphubes bietet. Dieser Zweck wird beim vorgeschlagenen
Druckgasschalter dadurch erreicht, dass der Pumpkolben starr mit dem beweglichen Kontaktstück
verbunden ist und dass die Länge des Pumpzylinders geringer als der Schalthub des
beweglichen Kontaktstückes ist, so dass der Pumpkolben im Bereich der Einschaltstellung
sich ausserhalb des Pumpzylinders befindet.
[0005] Merkmale bevorzugter Ausführungsbeispiele sind den abhängigen Patentansprüchen zu
entnehmen.
[0006] Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist nachstehend anhand der Zeichnung
näher beschrieben, wobei deren einzige Figur einen schematischen Achsialschnitt durch
einen Druckgasschalter zeigt.
[0007] Der dargestellte Druckgasschalter 10 besitzt ein mit einem Löschgas, beispielsweise
SF
6, gefülltes, nach aussen dicht abgekapseltes Gehäuse 11 aus einem Isolierstoff, dessen
Innenraum durch eine Trennwand 12 in eine Schaltkammer 13 und in einen Expansionsraum
14 unterteilt ist. In der Schaltkammer 13 ist ein ortsfester Kontakt 15 angeordnet,
der durch die obere Stirnwand 16 des Gehäuses herausgeführt ist,und in dieser Stirnwand
verankert ist. Der ortsfeste Kontakt 15 weist einen Kranz federnder Kontaktfinger
17 auf, denen - gehalten von einer den Kranz umgebenden, leitenden Hülse 18-ein Abbrandring
19 vorgelagert ist. Ein bewegliches, stiftförmiges Kontaktstück 20 erstreckt sich
- in der ausgezogen dargestellten Einschaltstellung - durch einen nabenartig in der
Trennwand 12 ausgebildeten und als Blasdüse 21 wirkenden Durchlass und greift mit
seinem freien Ende 22 in den Kranz der Kontaktfinger 17. Das bewegliche Kontaktstück
20 erstreckt sich koaxial durch den Expansionsraum 14 und ist an seinem unteren Ende
über eine isolierende Schaltstange 23 an einen nur schematisch dargestellten Antrieb
24 gekoppelt, mit dem das bewegliche Kontaktstück 20 axial verschiebbar ist. Im Bereich
seines unteren Endes ist das bewegliche Kontaktstück 20 durch einen Satz Gleitkontakte
25 geführt, die ihrerseits an einem Ring 26 befestigt sind, welcher das innere Ende
eines Anschlussleiters 27 bildet. Dieser ist bei 28 dicht im Gehäuse 11 befestigt
und seitlich aus diesem herausgeführt.
[0008] Im Expansionsraum 17 ist - beispielsweise durch radiale Streben 29 bezüglich des
Gehäuses 11 ortsfest gehaltert - ein Pumpzylinder 30 angeordnet. Im Boden 31 des Pumpzylinders
30 ist ein nur schematisch angegebenes Ansaugventil 32 sowie ein federbelastetes,
nach aussen hin öff- nendes Ueberdruckventil 33 eingebaut. Ferner ist im Boden 31
eine mit Dichtungen versehene Durchlassbohrung 34 für das bewegliche Kontaktstück
20 vorgesehen. Von dem an den Boden 31 angrenzenden Teil der Seitenwand des Pumpzylinders
30 geht eine Druckleitung 35 aus, die durch die Trennwand 12 hindurch in die Schaltkammer
13 führt, und die an ihrem Ende mit einem zur Schaltkammer 13 hin öffnenden Rückschlagventil
36 versehen ist.
[0009] Am beweglichen Kontaktstück 20 ist ein Pumpkolben 37 fest verankert, der sich in
Einschaltstellung ausserhalb des mit einer Ansenkung 38 versehenen Pumpzylinders 30
befindet. Erst in der punktiert angegebenen Momentanlage des beweglichen Kontaktstückes
20 (entspricht etwa der minimalen Löschdistanz) fährt der Pumpkolben 37 in den Pumpzylinder
30 ein und verdrängt dann das dort befindliche Löschgas bis die gestrichelt angegebene
Ausschaltstel- lung erreicht ist.
[0010] Das ortsfeste Kontaktstück 15 und die Blasdüse 21 sind von einem Hohlzylinder 39
umgeben. Dessen gegenüber seinen Basislinien etwas zurückversetzten, ringförmigen
Stirnwände 30, 41 sind an der Aussenseite der Hülse 18 bzw. der Blasdüse 21 befestigt.
Somit unterteilt dieser Hohlzylinder 39 mit seinen Stirnwänden 40, 41 die Schaltkammer
13 in einen eigentlichen, die Schaltstrecke unmittelbar enthaltenden Lichtbogenraum
42 und in einen Druckspeicherraum 43 mit einem grösseren Rauminhalt.
[0011] In der Stirnwand 40 sind federbelastete Ueberdruckventile 44 eingebaut, die zum Druckspeicherraum
43 hin\öffnen, während in der Stirnwand 41 zum Lichtbogenraum 42 hin öffnende Rückschlagventile
45 eingebaut sind.
[0012] Zur Funktionsweise des dargestellten Schalters:
Bei einem Ausschalthub wird das bewegliche Kontaktstück 20 von der in der Zeichnung
ausgezogen dargestellten Stellung in die gestrichelt angegebene Stellung bewegt. Die
Beblasung des zwischen dem freien Ende 22 und dem Abbrandring 19 gezogenen Lichtbogens
erfolgt nun je nach abzuschaltenden Stromstärken durch verschiedene Löschgasmengen.
[0013] Bei kleinen Stromstärken und mithin wenig intensiven Schaltlichtbögen ergeben diese
im Lichtbogenraum 42 eine vergleichsweise bescheidene Druckerhöhung, die nicht ausreicht,
um die Ueberdruckventile 44 zum Ansprechen zu bringen. Sobald die Blasdüse 21 durch
das nach unten sich bewegende Kontaktstück 20 freigegeben wird, wird dieser Schaltlichtbogen
zunächst durch das im Lichtbogenraum 42 unter erhöhten Druck gesetzte Löschgas beblasen,
wozu dann gegen Ende des Ausschalthubes noch das frische, aus dem Pumpzylinder 30
über die Druckleitung 35 in den Druckspeicherraum 43 verdrängte Löschgas hinzukommt,
das die Rückschlagventile 36 und 45 öffnet.
[0014] Bei mittleren Stromstärken ist der Druckanstieg im Lichtbogenraum 42 grösser, so
dass ein Teil dieses höher komprimierten Löschgases aus dem Lichtbogenraum 42 durch
die Ueberdruckventile 44 nach oben in den Druckspeicherraum 43 entweicht. Dadurch
erfährt auch der gesamte Druckspeicherraum eine Druckerhöhung, wobei sich aber in
seinem unteren Bereich noch frisches, unverseuchtes Löschgas befindet. Sobald nun
das bewegliche Kontaktstück 20 die Blasdüse 21 freigibt, entlädt sich der Druck aus
dem Lichtbogenraum 42 sofort durch die Blasdüse 2l,und sozusagen gleichzeitig öffnen
die Rückschlagventile 45, wodurch praktisch frisches Löschgas aus dem Druckspeicherraum
43 nachströmt und ebenfalls den Schaltlichtbogen bebläst. Noch bevor das aus dem Pumpzylinder
30 verdrängte Löschgas hinzukommt.
[0015] Bei noch höheren Stromstärken erfolgt die Beblasung des Schaltlichtbogens auf ähnliche
Art und Weise, wobei indessen das aus dem Pumpzylinder verdrängte Löschgas etwas später
zum Zuge kommt, weil der erhöhte Druck im Druckspeicherraum 43 zunächst noch das Rückschlagventil
36 geschlossen hält. Um in diesem Fallekeinen allzu hohen Druck im Pumpzylinder 30
entstehen zu lassen - was einer Ueberbelastung des Antriebes 24 gleichkommen könnte
- ist das Ueberdruckventil 33 vorgesehen, das öffnet, solange der Druck im Druckspeicherraum
43 noch höher ist als der Druck im Pumpzylinder 30 (wodurch das Rückschlagsventil
36 noch geschlossen bleibt), welcher seinerseits ausreichend hoch ist, um die Federkraft
des Ueberdruckventiles 33 zu überwinden.
1. Druckgasschalter mit einem festen und mit einem beweglichen Kontaktstück (15 bzw.
20), die in einer Schaltkammer (13) in und ausser Eingriff miteinander bringbar sind,
wobei die Schaltkammer (13) einerseits über eine in Einschaltstellung durch das bewegliche
Kontaktstück (20) verschlossene Blasdüse (21) mit einem Expansionsraum (14) in Verbindung
steht und andererseits über ein zur Schaltkammer (13) hin öffnendes Rückschlagventil
(36) an die Druckseite eines ortsfest im Expansionsraum (14) angeordneten Pumpzylinders
(30) angeschlossen ist, welchem ein beweglicher Pumpkolben (37) zugeordnet ist, der
bei einem Ausschalthub den Pumpzylinder (30) mit zeitlicher Verzögerung unter Druck
setzt, dadurch gekennzeichnet, dass der Pumpkolben (37) starr mit dem beweglichen
Kontaktstück (20) verbunden ist und dass die Länge des Pumpzylinders (30) geringer
als der Schalthub des beweglichen Kontaktstückes ist, so dass der Pumpkolben (37)
im Bereich der Einschaltstellung sich ausserhalb des Pumozylinders (30) befindet.
2. Druckgasschalter nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein vom Druckraum
des Pumpzylinders (30) ausgehendes, zum Expansionsraum (14) hin öffnendes, federbelastetes
Ueberdruckventil (33) vorgesehen ist.
3. Druckgasschalter nach Patentanspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Ueberdruckventil
(33) am Pumpzylinder (30) angebaut ist.
4. Druckgasschalter nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge
des vom Pumpkolben (37) von der Einschaltstellung bis zum Eintritt in den Pumpzylinder
(30) im Zuge eines Ausschalthubes zurückgelegte Leerhub etwa der minimalen Löschdistanz
entspricht.
5. Druckgasschalter nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaltkammer
(13) mittels einer das feste Kontaktstück (15) und die Blasdüse (21) umgebenden Wand
(39, 40, 41) in einen Lichtbogenraum (42) und einen Druckspeicherraum (43) unterteilt
ist, wobei die Druckseite des Pumpzylinders (30) mit dem Druckspeicherraum (43) verbunden
ist, der seinerseits über wenigstens ein zu diesem hin öffnendes, federbelastetes
Ueberdruckventil und über wenigstens ein zum Lichtbogenraum (42) hin öffnendes, federüberbelastetes
Rückschlagsventil (45) mit dem Lichtbogenraum (42) verbunden ist.
6. Druckgasschalter nach Patentanspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Federbelastung
des zum Druckspeicherraum (43) hin öffnenden Ueberdruckventiles verschieden ist als
die Federbelastung des zum Lichtbogenraum hin öffnenden Rückschlagventiles (45).
7. Druckgasschalter nach Patentanspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Federbelastung
des zum Lichtbogen- raum hin öffnenden Rückschlagventiles (45) geringer ist als die
Federbelastung des zum Druckspeicherraum (43) hin öffnenden Ueberdruckventiles (44).
8. Druckgasschalter nach Patentanspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Rauminhalt
des Lichtbogenraumes (42) geringer ist als jener des Druckspeicherraumes (43).
9. Druckgasschalter nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand
des Pumpzylinders (30) von der Schliessstelle der Blasdüse (21) geringer ist als der
Abstand vom Pumpkolben (37) zum freien Ende (22) des beweglichen Kontaktstückes (20).