[0001] Die Erfindung betrifft eine Fahrschiene mit einem I-förmigen Profil für Hängebahnen,
welche mit Laufrollen auf dem Schienenfuß geführt sind und durch von beiden Seiten
gegen den mittleren Schienensteg angepreßte, mit einer Lauffläche aus Gummi oder Kunststoff
versehene Reibräder motorisch angetrieben werden und hat eine besonders zweckmäßige
Ausgestaltung der Fahrschiene zum Gegenstand, durch welche die Kraftübertragung verbessert
wird.
[0002] Bei Einschienen-Hängebahnen, welche mit ihren Laufrollen auf dem Schienenfuß einer
I-förmigen Fahrschiene geführt werden und welche durch beidseitig gegen den mittleren
Schienensteg angepreßte Reibräder angetrieben werden besteht der Nachteil, daß der
Kraftschluß zwischen der Lauffläche der Reibräder und der von dem mittleren Schienensteg
gebildeten Laufbahn bei Einwirkung von Feuchtigkeit und Nässe, beispielsweise Regen
o. dgl. so stark herabgesetzt wird, daß die Reibräder durchrutschen oder zumindest
in ihrer Laufeigenschaft erheblich beeinträchtigt werden. Dies gilt insbesondere auch
für Einschienen-Hängebahnen, die im Bergbau unter Tage eingesetzt sind. Zur Verbesserung
des Kraftschlußbeiwertes ist an sich bekannt, die Laufbahn von Schienen o. dgl., gegen
welche die Reibräder angepreßt werden aufzurauhen oder mit Riefen o. dgl. zu versehen.
Eine solche Maßnahme ist jedoch bei Hängebahnen der genannten Art in der Regel nicht
möglich, da die Laufbahnen für die Reibräder gleichzeitig auch die Bremsbahnen bilden,
gegen welche bedarfsweise Bremsbacken gepreßt werden. Für solche Bremsbeläge würden
die Rillen bzw. Riefen den Reibungswert verringern und daher zu einer Beeinträchtigung
der Bremswirkung Ursache geben. Außerdem würden die Bremsbeläge stark beansprucht
und daher sehr schnell zu Bruch gehen können.
[0003] Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Fahrschiene der gattungsgemäßen
Art derart auszubilden, daß der Kraftschluß zwischen den Reibrädern und der Laufbahn
erheblich verbessert wird und insbesondere bei einer Einwirkung von Feuchtigkeit auf
die Laufbahn nicht so stark beeinträchtigt wird.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Schienensteg im Bereich
der Laufbahn der Reibräder mit Löchern versehen ist.
[0005] Diese Ausgestaltung des Schienensteges hat den wesentlichen Vorteil, daß die aus
Gummi oder Kunststoff bestehende Lauffläche der Reibräder teilweise in die Löcher
eingepreßt wird und hierdurch ein wesentlich höherer Kraftschlußbeiwert erzielt wird.
Die Gefahr eines Rutschens oder Durchrutschens der Reibräder wird hierdurch ganz erheblich
herabgesetzt. Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß die Oberflächen der Schienenstege
eine plane Ebene bilden, so daß die Bremsbacken der Hängebahn ohne Beeinträchtigung
der Bremswirkung gleichmäßig angedrückt werden können.
[0006] Die Löcher sind durchgehend ausgeführt, so daß also ein Loch jeweils für beide Laufbahnen
der einander gegenüberliegenden Reibräder wirksam wird. Sie können verschiedene Profile
besitzen, beispielsweise als durchgehende Bohrungen ausgeführt sein.
[0007] Da durch die erfindungsgemäß vorgesehene Lochung des mittleren Schienensteges eine
Schwächung des Biegewiderstandes der Fahrschiene erfolgt., können zum Ausgleich unter
dem Schienenfuß oder auf dem Schienenkopf Verstärkungsschienen angebracht, beispielsweise
angeschweißt sein.
[0008] Der Gegenstand der Erfindung ist in der Zeichnung anhand eines Ausführungsbeispieles
dargestellt; es zeigt:
Fig. 1 einen mittleren Querschnitt durch eine Fahrschiene, an der die Zuordnung einer
Hängebahn schematisch gezeigt ist,
Fig. 2 eine Fahrschiene in einer seitlichen Ansicht und
Fig. 3 den Gegenstand der Fig. 1 in einem mittleren Querschnitt, mit anliegenden Laufflächen
der Reibräder.
[0009] Figur 1 zeigt, wie eine Hängebahn 1, beispielsweise eine Zugkatze, an einer Fahrschiene
6 mit einem I-förmigen Profil aufgehängt ist. Sie läuft mit zwei Laufrollen 2 auf
der Oberfläche des Schienenfußes. Diese Laufrollen 2 sind in Lagerlaschen 3 geführt,
welche gleichzeitig die anhängende Last auf diese Laufrollen übertragen. Die Laufrollen
sind frei beweglich, d. h. sind nicht motorisch angetrieben. Der Antrieb erfolgt vielmehr
mit Hilfe von zwei seitlich angeordneten Reibrädern 4, die um je eine vertikale Antriebswelle
5 laufen. Diese Wellen 5 werden über ein in der Zeichnung nicht dargestelltes Getriebe
motorisch angetrieben, beispielsweise mit Hilfe eines Elektromotors.
[0010] Erfindungsgemäß sind durch den Schienensteg 7 im Bereich der Laufbahn der Reibräder
4 Löcher 8 angeordnet. Diese führen beim Ausführungsbeispiel durch den Schienensteg
hindurch, so daß sie also für beide Laufbahnen der Reibräder wirksam sind. Bei dem
in Fig. 2 gezeigten Ausführungsbeispiel sind drei versetzt angeordnete Reihen solcher
Löcher 8 vorhanden. Je nach der Breite der Laufbahn können auch mehr oder weniger
Löcher vorgesehen sein. Weiterhin besteht die Möglichkeit, anstelle von kreisrunden
Bohrungen, wie sie dort dargestellt sind, andere Querschnitte für die Löcher 8 zu
wählen. Auch die Größe der Löcher kann verschieden sein. Alternativ können die Löcher
8 auch aus napfartigen Vertiefungen bestehen, die auf beiden Seiten in den Schienensteg
7 eingewalzt sind; der Schienensteg wird hierdurch weniger geschwächt als bei durchgehenden
Löchern.
[0011] Figur 3 zeigt, daß die gegen den mittleren Schienensteg gepreßten Laufflächen der
Laufrollen 4 in diese Löcher 8 hineingedrückt werden, wobei ein Teil der Laufflächenmasse
9 in die Löcher hineinragt. Hierdurch wird der Kraftschluß, d. h. die Haftung zwischen
der von dem mittleren Schienensteg gebildeten Laufbahn und der Lauffläche der Reibräder
4 erheblich erhöht.
[0012] Um die durch die Anbringung der Löcher 8 im mittleren Schienensteg bedingte Schwächung
auszugleichen, können bedarfsweise unter dem Schienenfuß (wie dargestellt) oder auf
dem Schienenkopf Verstärkungsschienen 10 angebracht, beispielsweise angeschweißt sein.
Diese können einen massiven Querschnitt besitzen, ebenso lassen sich aber auch U-förmige
Schienenteile o. dgl. anschweißen. Die Lauffläche der Reibräder 4 besteht in üblicher
Weise aus Gummi oder Kunststoff mit einer Shore-Härte von etwa 90 bis 95 °, vorzugsweise
92°.
1. Fahrschiene mit einem I-förmigen Profil für Hängebahnen, welche mit Laufrollen
auf dem Schienenfuß geführt sind und durch von beiden Seiten gegen den mittleren Schienensteg
angepreßte, mit einer Lauffläche aus Gummi oder Kunststoff versehene Reibräder motorisch
angetrieben werden, dadurch gekennzeichnet, daß der Schienensteg (7) im Bereich der
Laufbahn der Reibräder (4) mit Löchern (8) versehen ist.
2. Fahrschiene nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Löcher (8) aus durchgehenden
Bohrungen bestehen.
3. Fahrschiene nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß unter dem Schienenfuß
oder auf dem Schienenkopf Verstärkungsschienen (10) angebracht sind.