(19)
(11) EP 0 035 603 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
16.09.1981  Patentblatt  1981/37

(21) Anmeldenummer: 80200218.8

(22) Anmeldetag:  07.03.1980
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3E01B 25/24, B66C 7/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH FR GB IT LU NL SE

(71) Anmelder: Gloger, Josef
D-4170 Geldern 1 (DE)

(72) Erfinder:
  • Gloger, Josef
    D-4170 Geldern 1 (DE)

(74) Vertreter: Ackmann, Günther 
ACKMANN & MENGES Patentanwälte Postfach 10 01 01
47001 Duisburg
47001 Duisburg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Fahrschiene mit einem I-förmigen Profil für Hängebahnen


    (57) Fahrschiene (6) mit einem I-förmigen Profil für Hängebahnen (1), welche mit Laufrollen (2) auf dem Schienenfuß geführt sind und durch von beiden Seiten gegen den mittleren Schienensteg (7) angepreßte, mit einer Lauffläche aus Gummi oder Kunststoff versehene Reibräder (4) motorisch angetrieben werden.
    Um den Kraftschluß zwischen den Reibrädern (4) und der Laufbahn (7) zu verbessern und eine Einwirkung von Feuchtigkeit auf die Laufbahn (7) zu mindern, ist der Schienensteg (7) im Bereich der Laufbahn (7) der Reibräder (4) mit Löchern (8) versehen. Diese können entweder aus durchgehenden Bohrungen oder aus beiderseits des Schienensteges eingewalzten napfartigen Vertiefungen bestehen. Um die durch die Lochung (8) im Schienensteg (7) verursachte Schwächung des Biegewiderstandes der Fahrschiene (6) auszugleichen, sind unter dem Schienenfuß oder auf dem Schienenkopf Verstärkungsschienen angebracht.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Fahrschiene mit einem I-förmigen Profil für Hängebahnen, welche mit Laufrollen auf dem Schienenfuß geführt sind und durch von beiden Seiten gegen den mittleren Schienensteg angepreßte, mit einer Lauffläche aus Gummi oder Kunststoff versehene Reibräder motorisch angetrieben werden und hat eine besonders zweckmäßige Ausgestaltung der Fahrschiene zum Gegenstand, durch welche die Kraftübertragung verbessert wird.

    [0002] Bei Einschienen-Hängebahnen, welche mit ihren Laufrollen auf dem Schienenfuß einer I-förmigen Fahrschiene geführt werden und welche durch beidseitig gegen den mittleren Schienensteg angepreßte Reibräder angetrieben werden besteht der Nachteil, daß der Kraftschluß zwischen der Lauffläche der Reibräder und der von dem mittleren Schienensteg gebildeten Laufbahn bei Einwirkung von Feuchtigkeit und Nässe, beispielsweise Regen o. dgl. so stark herabgesetzt wird, daß die Reibräder durchrutschen oder zumindest in ihrer Laufeigenschaft erheblich beeinträchtigt werden. Dies gilt insbesondere auch für Einschienen-Hängebahnen, die im Bergbau unter Tage eingesetzt sind. Zur Verbesserung des Kraftschlußbeiwertes ist an sich bekannt, die Laufbahn von Schienen o. dgl., gegen welche die Reibräder angepreßt werden aufzurauhen oder mit Riefen o. dgl. zu versehen. Eine solche Maßnahme ist jedoch bei Hängebahnen der genannten Art in der Regel nicht möglich, da die Laufbahnen für die Reibräder gleichzeitig auch die Bremsbahnen bilden, gegen welche bedarfsweise Bremsbacken gepreßt werden. Für solche Bremsbeläge würden die Rillen bzw. Riefen den Reibungswert verringern und daher zu einer Beeinträchtigung der Bremswirkung Ursache geben. Außerdem würden die Bremsbeläge stark beansprucht und daher sehr schnell zu Bruch gehen können.

    [0003] Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Fahrschiene der gattungsgemäßen Art derart auszubilden, daß der Kraftschluß zwischen den Reibrädern und der Laufbahn erheblich verbessert wird und insbesondere bei einer Einwirkung von Feuchtigkeit auf die Laufbahn nicht so stark beeinträchtigt wird.

    [0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Schienensteg im Bereich der Laufbahn der Reibräder mit Löchern versehen ist.

    [0005] Diese Ausgestaltung des Schienensteges hat den wesentlichen Vorteil, daß die aus Gummi oder Kunststoff bestehende Lauffläche der Reibräder teilweise in die Löcher eingepreßt wird und hierdurch ein wesentlich höherer Kraftschlußbeiwert erzielt wird. Die Gefahr eines Rutschens oder Durchrutschens der Reibräder wird hierdurch ganz erheblich herabgesetzt. Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß die Oberflächen der Schienenstege eine plane Ebene bilden, so daß die Bremsbacken der Hängebahn ohne Beeinträchtigung der Bremswirkung gleichmäßig angedrückt werden können.

    [0006] Die Löcher sind durchgehend ausgeführt, so daß also ein Loch jeweils für beide Laufbahnen der einander gegenüberliegenden Reibräder wirksam wird. Sie können verschiedene Profile besitzen, beispielsweise als durchgehende Bohrungen ausgeführt sein.

    [0007] Da durch die erfindungsgemäß vorgesehene Lochung des mittleren Schienensteges eine Schwächung des Biegewiderstandes der Fahrschiene erfolgt., können zum Ausgleich unter dem Schienenfuß oder auf dem Schienenkopf Verstärkungsschienen angebracht, beispielsweise angeschweißt sein.

    [0008] Der Gegenstand der Erfindung ist in der Zeichnung anhand eines Ausführungsbeispieles dargestellt; es zeigt:

    Fig. 1 einen mittleren Querschnitt durch eine Fahrschiene, an der die Zuordnung einer Hängebahn schematisch gezeigt ist,

    Fig. 2 eine Fahrschiene in einer seitlichen Ansicht und

    Fig. 3 den Gegenstand der Fig. 1 in einem mittleren Querschnitt, mit anliegenden Laufflächen der Reibräder.



    [0009] Figur 1 zeigt, wie eine Hängebahn 1, beispielsweise eine Zugkatze, an einer Fahrschiene 6 mit einem I-förmigen Profil aufgehängt ist. Sie läuft mit zwei Laufrollen 2 auf der Oberfläche des Schienenfußes. Diese Laufrollen 2 sind in Lagerlaschen 3 geführt, welche gleichzeitig die anhängende Last auf diese Laufrollen übertragen. Die Laufrollen sind frei beweglich, d. h. sind nicht motorisch angetrieben. Der Antrieb erfolgt vielmehr mit Hilfe von zwei seitlich angeordneten Reibrädern 4, die um je eine vertikale Antriebswelle 5 laufen. Diese Wellen 5 werden über ein in der Zeichnung nicht dargestelltes Getriebe motorisch angetrieben, beispielsweise mit Hilfe eines Elektromotors.

    [0010] Erfindungsgemäß sind durch den Schienensteg 7 im Bereich der Laufbahn der Reibräder 4 Löcher 8 angeordnet. Diese führen beim Ausführungsbeispiel durch den Schienensteg hindurch, so daß sie also für beide Laufbahnen der Reibräder wirksam sind. Bei dem in Fig. 2 gezeigten Ausführungsbeispiel sind drei versetzt angeordnete Reihen solcher Löcher 8 vorhanden. Je nach der Breite der Laufbahn können auch mehr oder weniger Löcher vorgesehen sein. Weiterhin besteht die Möglichkeit, anstelle von kreisrunden Bohrungen, wie sie dort dargestellt sind, andere Querschnitte für die Löcher 8 zu wählen. Auch die Größe der Löcher kann verschieden sein. Alternativ können die Löcher 8 auch aus napfartigen Vertiefungen bestehen, die auf beiden Seiten in den Schienensteg 7 eingewalzt sind; der Schienensteg wird hierdurch weniger geschwächt als bei durchgehenden Löchern.

    [0011] Figur 3 zeigt, daß die gegen den mittleren Schienensteg gepreßten Laufflächen der Laufrollen 4 in diese Löcher 8 hineingedrückt werden, wobei ein Teil der Laufflächenmasse 9 in die Löcher hineinragt. Hierdurch wird der Kraftschluß, d. h. die Haftung zwischen der von dem mittleren Schienensteg gebildeten Laufbahn und der Lauffläche der Reibräder 4 erheblich erhöht.

    [0012] Um die durch die Anbringung der Löcher 8 im mittleren Schienensteg bedingte Schwächung auszugleichen, können bedarfsweise unter dem Schienenfuß (wie dargestellt) oder auf dem Schienenkopf Verstärkungsschienen 10 angebracht, beispielsweise angeschweißt sein. Diese können einen massiven Querschnitt besitzen, ebenso lassen sich aber auch U-förmige Schienenteile o. dgl. anschweißen. Die Lauffläche der Reibräder 4 besteht in üblicher Weise aus Gummi oder Kunststoff mit einer Shore-Härte von etwa 90 bis 95 °, vorzugsweise 92°.


    Ansprüche

    1. Fahrschiene mit einem I-förmigen Profil für Hängebahnen, welche mit Laufrollen auf dem Schienenfuß geführt sind und durch von beiden Seiten gegen den mittleren Schienensteg angepreßte, mit einer Lauffläche aus Gummi oder Kunststoff versehene Reibräder motorisch angetrieben werden, dadurch gekennzeichnet, daß der Schienensteg (7) im Bereich der Laufbahn der Reibräder (4) mit Löchern (8) versehen ist.
     
    2. Fahrschiene nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Löcher (8) aus durchgehenden Bohrungen bestehen.
     
    3. Fahrschiene nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß unter dem Schienenfuß oder auf dem Schienenkopf Verstärkungsschienen (10) angebracht sind.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht