(19)
(11) EP 0 036 204 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
23.09.1981  Patentblatt  1981/38

(21) Anmeldenummer: 81101945.4

(22) Anmeldetag:  16.03.1981
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3C25D 17/12
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 18.03.1980 DE 3010383

(71) Anmelder: POLYGRAM GmbH
D-2000 Hamburg 13 (DE)

(72) Erfinder:
  • Becker, Johann
    D-3012 Langenhagen (DE)
  • Koop, Hermann, Dr. Dipl.-Chem.
    D-3003 Ronnenberg 1 (DE)
  • Schüddekopf, Hans
    D-3000 Hannover 61 (Misburg) (DE)

(74) Vertreter: Mehl, Ernst, Dipl.-Ing. 
Postfach 22 13 17
D-80503 München
D-80503 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Anodenkasten für ein galvanisches Bad


    (57) Anodenkasten (3), der sich innerhalb einer Abscheidungszelle (1) eines galvanischen Bades befindet und über ein sich über die gesamte Länge des Anodenkastens (3) erstreckendes, im Berich der Einfüllöffnung (4) des Anodenkastens (3) angeschweißtes gelochtes Kontaktblech (9) auf eine Leiterschienenanordnung (2) abstützt und von einem für Anodenschlamm dichten Anodensack (13) überzogen ist, welcher im Bereich des Kontaktbleches (9) in den Schlitz zwischen dem Kontaktblech (9) und dem Anodenkasten (3) eingezogen ist.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Anodenkasten, der sich innerhalb einer Abscheidungszelle von einem galvanischen Bad in gut elektrisch leitendem Kontakt auf eine Leitschienenanordnung abstützt und über eine Einfüllöffnung an der oberen Schmalseite mit Abscheidungsmaterial,z.B. Pellets, beschickt ist.

    [0002] Für das Einsetzen, Herausnehmen oder Umfüllen des Anodenkastens hat es sich als zweckmäßig erwiesen, den Anodenkasten einfach auf eine Leitschienenanordnung innerhalb der Abscheidungszelle zu stellen. Das Eigengewicht des Anodenkastens und des in ihm enthaltenen Anodenmaterials reicht bereits aus, um einen gut leitenden elektrischen Kontakt zwischen der Leitschienenanordnung und dem Anodenkasten herzustellen, so daß auch bei hohen Strömen, wie sie bei einer Schnellgalvanisierung zur Anwendung kommen, Überhitzungen an den Übergangsstellen durch zu große Übergangswiderstände und damit eine Zersetzung des Elektrolyten oder sogar eine Zerstörung des Anordenkastens vermieden ist.

    [0003] Um glatte, pickel- und porenfreie galvanische Niederschläge zu erhalten, muß dafür gesorgt werden, daß der bei der Auflösung des Anodenmaterials gebildete Anodenschlamm nicht an die Kathode gelangt. Wie die Praxis zeigt, reicht es hierzu nicht aus, den Anodenkasten auf der Vorderseite des Anodenkastens, der gegenüber dem, die Kathode darstellenden zu galvanisierenden Werkstück angeordnet ist, mit einem Filtertuch abzudecken.

    [0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, für einen auf einer Leitschienenanordnung stehenden Anodenkasten eine weitere Lösung anzugeben, die bei geringem technischen Mehraufwand ein Übertreten des Anodenschlamms zur Kathode mit Sicherheit unterbindet und zugleich die insbesondere für eine Schnellgalvanisierung erforderlichen ausreichend geringen Übergangswiderstände zwischen Anodenkasten und Leitschienenanordnung gewährleistet.

    [0005] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung.dadurch gelöst, daß am Anodenkasten auf seiten der Leitschienenanordnung, und zwar im Bereich der Einfüllöffnung, ein gelochtes Kontaktblech-elektrisch gut leitend befestigt ist, daß sich. in einem vorgegebenen geringen Abstand über die gesamte Länge des Anodenkastens und die untere Schmalseite hinweg erstreckt und daß der Anodenkasten mit einem für Anodenschlamm undurchlässigen Anodensack derart umhüllt ist, daß sich hierbei der Anodensack auf seiten des Kontaktbleches zwichen dem Kontaktblech und dem Anodenkasten befindet..

    [0006] Durch die erfindungsgemäße Ausbildung des Anodenkasten mit einem. gelochten Kontaktblech wird es in außerordentlich vorteilhafter Weise ermöglicht, ein Anodenschlammfilter in Form eines Anodensackes über den Anodenkasten zu ziehen, ohne daß dadurch der elektrisch gut leitende Kontakt zwischen dem Anodenkasten und der Leitschienenanordnung beeinträchtigt wird.

    [0007] Grundsätzlich bestünde zwar die Möglickeit, die Innenwandlung des Anodenkastens mit einem Filtertuch, beispielsweise in Form eines Sackes auszukleiden, doch hat dies den großen Nachteil, daß ein so angeordneter Anodensack leicht durch scharfkantiges Anodenmaterial beschädigt werden kann. Darüber hinaus ist eine solche Beschädigung nur schwer zu erkennen, so-daß eine ständige Gefahr eines unkontrollierten Austritts von Anodenschlamm gegeben wäre.

    [0008] Zweckmäßig erstreckt sich das gelochte Kontaktblech über die gesamte Breite des Anodenkastens. Die Lochung, die dabei insbesondere bei der Schnellgalvanisierung einen ausreichend permanenten Austausch von Frischelektrolyt ermöglicht, ist zweckmäßig auf die von der Leitschienenanordnung nicht abgedeckten Bereiche des Kontaktbleches beschränkt.

    [0009] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ragt das freie Ende des gelochten Kontaktbleches über den oberen Rand der unteren Schmalseite des.Anodenkasten hinaus und ist zu einer dem.Fixieren einer Blende dienenden Rinne. zum Anodenkasten hin gekrümmt.

    [0010] Anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles soll die Erfindung im folgenden noch näher erläutert werden.

    [0011] In der Zeichnung bedeuten.

    Fig. 1 die schematische Darstellung einer Abscheidungszelle im Schnitt,

    Fig. 2 ein Anodenkasten im Schnitt nach der Erfindung,

    Fig. 3 eine Aufsicht auf das Kontaktblech beim Anodenkasten nach Fig. 2.



    [0012] In Fig. 1 ist die Abscheidungszelle mit 1 bezeichnet. Der linke Wannenrand ist schräg nach oben gezogen und weist auf der Innenseite eine Leitschienenanordnung 2 auf, auf die sich der Anodenkasten 3 abstützt. Der Anodenkasten hat an der oberen Schmalseite eine Einfüllöffnung 4 für Pellets 5 oder anderes geformtes Anodenmaterial und befindet sich bis nahezu an die Einfüllöffnung 4 im Elektrolyten 6. Die Kathode, die auf der Vorderseite des Anodenkastens 3 in einem geringen Abstand angeordnet ist, besteht hier aus dem zu galvanisierenden Werkstück in Form eines plattenförmigen Aufzeichnungsträgers 7,der am vorderen Ende einer stabförmigen und drehbar angeordneten Stromzuführung 8 befestigt ist. Der in Fig. 2 dargestellte Anodenkasten 3 weist auf selten seiner Auflage auf der Leitschienenanordnung 2. nach Fig. 1 ein Kontaktblech 9 auf, daß im Bereich der Einfüllöffnung 4 am Anodenkasten 3 mittels einer Schweißverbindung 10 befestigt ist. Das Kontaktblech 9, das die Breite des Anodenkastens hat, erstreckt sich über die gesamte Länge des Anordenkastens 3 einschließlich seiner vorderen Schmalseite 11 und endet an seinem freien überstehenden Ende 12 in einer eine Rinne bildenden Krümmung zum Anodenkasten hin. Das so ausgebildet freie Ende 12 erleichtert das Fixieren einer Blende, die für eine gleichmäßige Abscheidung notwendig ist und dient gleichzeitig als Anschlag an der Leitschienenanordnung. Der den Anodenkasten 3 umhüllende Anodensack 13 wird in den von der Unterseite des Anodenkastens und dem Kontaktblech 9 gebildeten Schlitz gezogen.

    [0013] Wie die Aufsicht auf das Kontaktblech 9 nach Fig. 3 erkennen läßt, weist das Kontaktblech drei Gruppen von Lochungen 14 auf, die so angeordnet und ausgebildet sind, daß sie einen möglichst guten Durchsatz von Frischelektrolyt durch den Anodenkasten ermöglichen ohne hierdurch die gleichfalls zu fordernden guten elektrisch leitenden Übergänge zwischen der Leitschienenanordnung und dem Kontaktblech bzw. dem Anodenkasten zu beeinträchtigen.


    Ansprüche

    1. Anodenkasten, der sich innerhalb einer Abscheidungszelle von einem galvanischen Bad in gut elektrisch leitendem Kontakt auf einer Leitschienenanordnung abstützt und über eine EinfUllöffnung an der oberen Schmalseite mit Abscheidungsmaterial, z.B. Pellets,beschickt ist, dadurch gekennzeichnet , daß am Anodenkasten (3) auf seiten der Leitschienenanordnung (2), und zwar im Bereich der Einfüllöffnung (4) ein gelochtes Kontaktblech (9) elektrisch gut leitend befestigt ist, das sich in einem vorgegebenen geringen Abstand über die gesamte Länge des Anodenkastens und die untere Schmalseite (11) hinweg erstreckt und daß der Anodenkasten mit einem für Anodenschlamm undurchlässigen Anodensack (13) derart umhüllt ist, daß sich hierbei der Anodensack auf seiten des Kontaktbleches zwischen dem Kontaktblech und dem Anodenkasten befindet.
     
    2. Anodenkasten nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich das gelochte Kontaktblech (9) über die gesamte Breite des Anodenkastens (3) erstreckt.
     
    3. Anodenkasten nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das freie Ende des gelochten Kontaktbleches (9) über den oberen Rand der unteren Schmalseite (11) des Anodenkastens (3) hinausragt und zu einer dem Fixieren einer Blende dienenden Rinne (12) zum Anodenkasten hin gekrümmt ist.
     
    4. Anodenkasten nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Lochung (14) des Kontaktbleches (9) auf die von der Leitschienenanordnung (2) nicht abgedeckten Bereiche des Kontaktbleches beschränkt ist.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht