[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufbringen einer Gleitschicht auf die Oberfläche
eines mit einer dünnen Aluminiumschicht überzogenen Aufzeichnungsträgers.
[0002] Beim elektrographischen Aufzeichnungsvorgang auf mit einer Aluminiumschicht überzogenen
Folie oder auf mit einer Aluminiumschicht und einer Lackschicht überzogenem Papier
ist es erforderlich, daß die Schreibelektroden direkten elektrischen Kontakt mit der
Aluminiumschicht haben. Nahezu jedes Aufzeichnungsgerät ist für einen kontinuierlichen
Schreibvorgang entworfen, d. h. es findet immer eine Relativbewegung zwischen den
Schreibelektroden und dem mit Aluminium beschichteten Aufzeichnungsträger statt. Auch
während dieser Relativbewegung muß der elektrische Kontakt zwischen den Elektroden
und dem mit Aluminium beschichteten Aufzeichnungsträger gewährleistet sein, d. h.
die Elektroden schleifen auf der Aluminiumschicht, unabhängig davon, ob gerade geschrieben
wird oder nicht. Dieses Schleifen hinterläßt in den Bereichen, in denen das Aluminium
nicht ausgebrannt, d. h. verdampft wurde, Schleif-oder Kratzspuren, deren Stärke und
Eigenart einmal von der Rauhigkeitsstruktur und den verwendeten Materialien bei der
Herstellung des Aufzeichnungsträgers, zum anderen von der Größe und Anordnung der
einzelnen Elektroden abhängen. Insbesondere bei sehr dünnen Elektroden für qualitativ
hochwertige Aufzeichnungen ergeben sich wegen der relativ hohen Flächenpressung starke
Spuren, die im günstigsten Fall nur optisch unschön sind, im ungünstigsten Fall aber
eine Wiedergabe oder Reproduktion des beschriebenen Aufzeichnungsträgers, beispielsweise
durch Kopieren unmöglich machen.
[0003] Es ist bekannt, daß Gleitmittel auf der Aluminiumschicht die Schleifspuren oder Kratzspuren
mehr oder weniger reduzieren können. Schichten aus Öl, Fett, Wachs, aber auch aus
Metalloxiden sind bereits beschrieben worden, wie dies beispielsweise aus der DE-C-849
609 und den DE-B-1011722, DE-B-1014128 und DE-B-1 025 259 im einzelnen entnommen werden
kann.
[0004] Solche Schichten haben sich wegen ihrer lsoliereigenschaften als nicht vorteilhaft
für den Schreibvorgang erwiesen. Entweder sind die Schichten zu dick, dann stellen
sie eine Isolierschicht dar; oder sie sind zu dünn und damit wirkungslos oder sie
werden dann, wenn sie aus flüssigen Materialien bestehen, nach einer gewissen Zeit
von der Lackschicht und dem Papier aufgenommen. Es ist ferner bekannt, daß Seife für
die Reduzierung der Reibung bei hoher Flächenpressung eines der stabilsten und dabei
billigsten Schmiermittel darstellt.
[0005] Ferner wurde in der EP-A-35105, die nach Art. 54(3) und (4) EPÜ als Stand der Technik
gilt, das Aluminium mit einer Fettsäure zu Aluminiumseife reagieren zu lassen, so
daß sich insbesondere auf der Oberfläche eine Seifenschicht, z. B. aus Aluminiumoleat,
als Gleitschicht bildet. Die hohe Wirksamkeit einer solchen Schicht wurde bereits
durch zahlreiche Versuche bestätigt. Allerdings ist Aluminiumseife nicht wasserlöslich
und gemäß dem älteren Vorschlag zudem noch fest in die Aluminiumschicht eingebaut.
[0006] Falls z. B. für eine nachträgliche andersartige Beschriftung die nicht beschriebenen
Teile des Aufzeichnungsträgers hydrophil sein müßten, könnte diese hydrophobe Aluminiumseife
ohne Beschädigung der nur etwa 30 bis 40 nm dicken Aluminiumschicht nicht entfernt
werden. Auch könnte die Stärke dieser bestenfalls monomolekularen Seifenschicht bei
besonders hoher Belastung zu gering sein.
[0007] Es hat sich durch Untersuchungen unter dem Rasterelektronen-Mikroskop gezeigt, daß
während des Ausbrennvorgangs in einem Elektroerosionsdrucker sich metallisches Aluminium
auf den Stirnflächen der Elektroden ablagert, dort erstarrt und auf den nicht beschriebenen
Stellen des Papiers abgerieben werden muß, was besonders starke Kratzspuren hinterläßt.
[0008] Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, in einem neuen Verfahren eine Verringerung,
wenn nicht gar eine vollständige Beseitigung dieser Kratz- und Schleifspuren auf der
Oberfläche eines mit einer Aluminiumschicht überzogenen Aufzeichnungsträgers zu erzielen.
[0009] Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß eine Metallseife in einer Schichtdicke
von 2 bis 1000 nm als Gleitschicht auf die Oberfläche der Aluminiumschicht aufgebracht
wird. Vorzugsweise nimmt man hierzu gesättigte Metallseifen, ungesättigte Metallseifen
oder Mischungen aus gesättigten und ungesättigten Metallseifen aus der Gruppe der
Stearate, Palmitate, Oleate, Linoleate, Resinate, Laurate, Naphthenate und Tallate.
Je nach Verwendungszweck wird man eine hydrophile oder hydrophobe Seife verwenden.
[0010] Von ganz besonderem Vorteil ist es aber, wenn man eine Seife verwendet, deren Metallkomponente
Zinn, Zink, Magnesium oder Lithium ist.
[0011] Es muß darauf hingewiesen werden, daß es besonders günstig ist, wenn die Metallseife
in der Weise aufgebracht wird, daß die natürlichen Unebenheiten, d. h. die Rauhigkeit
der Aufzeichnungsträgeroberfläche im wesentlichen eingeebnet und ausgeglichen wird.
[0012] Wesentlich ist dabei, daß Metallseifen an sich, wenn auch schlechte, Leiter sind.
Da diese Metallseifen aber bei Temperaturen oberhalb von maximal 200°C in jedem Falle
geschmolzen sind, verhalten sie sich bei den hohen, an den Spitzen der Elektroden
auftretenden Temperaturen wie ein Elektrolyt, d. h. sie leiten den elektrischen Strom.
[0013] Dieses neuartige Verfahren hat eine ganze Reihe von Vorteilen. Zunächst sind diese
nachträglich aufgebrachten Seifenschichten sehr leicht herzustellen und können durch
entsprechende Wahl der Metallseife hydrophil oder hydrophob gestaltet werden. Ebenso
können sie abwaschbar oder wasserfest sein. Von ganz besonderem Vorteil ist es aber,
wenn man bei der Auswahl der Metallseife durch entsprechende Wahl der Metallkomponente
der Seife den Schmelzpunkt des Aluminiums günstig beeinflussen kann. Wenn man beispielsweise
eine Seife verwendet, deren Metallkomponente Zinn, Zink, Magnesium oder Lithium ist,
dann findet durch die an den Elektroden auftretenden hohen Temperaturen eine mehr
oder weniger starke Reduktion des Basismetalls statt und es bildet sich eine eutektische
Legierung aus Aluminium und z. B. Lithium, was zu einer merklichen eutektischen Schmelzpunktserniedrigung
führt. Das normalerweise auf den Elektrodenstirnflächen vom Ausbrennvorgang her haftende,
sehr rasch erstarrende Aluminium könnte länger, vorzugsweise so lange flüssig gehalten
werden, bis es auf den nicht beschriebenen Flächen des Aufzeichnungsträgers abgestreift
ist. Normalerweise erstarrt das Aluminium unmittelbar nach dem Ausbrennvorgang und
muß auf den nicht beschriebenen Flächen abgerieben werden, was Anlaß zu den häßlichen
Schleif- und Kratzspuren war.
[0014] Ferner können diese neuartigen aus Metallseifen bestehenden Schichten zusätzlich
zu einer chemisch gebundenen Seifenschicht gemäß der EP-A-35105 angewendet werden,
wodurch Schleif- und Kratzspuren vollständig entfernt werden können.
[0015] Ferner lassen sich diese Seifen auch so einsetzen, daß das Reflexionsverhalten der
Aluminiumoberfläche in Richtung auf diffuse Reflexion verändert werden kann. Außerdem
können durch diese Metallseifen einzelne Welenlängenbereiche aus dem Kontinuum bevorzugt
absorbiert werden.
[0016] Wie die mit den neuartigen Überzügen aus Metallseifen auf der Oberfläche der Aluminiumschicht
von Aufzeichnungsträgern durchgeführten Versuche in geradezu frappierender Weise zeigen,
lassen sich die bisher so störenden Schleif- und Kratzspuren tatsächlich vollkommen
vermeiden, d. h., daß selbst unter starker Vergrößerung keinerlei Schleifspuren mehr
feststellbar sind, unabhängig davon, ob die Seifenschicht auf der Oberfläche nach
dem Druckvorgang verbleibt oder aber im Falle einer wasserlöslichen Seife abgewaschen
wird.
1. Verfahren zum Aufbringen einer Gleitschicht auf die Oberfläche eines mit einer
dünnen Aluminiumschicht überzogenen Aufzeichnungsträgers, dadurch gekennzeichnet,
daß eine Metallseife in einer Schichtdicke von 2 bis 1000 nm als Gleitschicht auf
die Oberfläche der Aluminiumschicht aufgebracht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Metallseife aus der
Gruppe der Stearate, Palmitate, Oleate, Linoleate, Resinate, Laurate, Naphthenate
und Tallate verwendet wird.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine Seife auf
der Basis von Salzen der Metalle Zinn, Zink, Lithium oder Magnesium verwendet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Metallseife in der Weise
aufgebracht wird, daß die natürlichen Unebenheiten, d. h. die Rauhigkeit der Aufzeichnungsträgeroberfläche,
im wesentlichen eingeebnet und ausgeglichen werden.
1. Process for applying a sliding layer to the surface of a record carrier covered
with a thin aluminium layer, characterized in that a 2 to 1000 nm thick layer of a
metallic soap is applied as a sliding layer to the surface of the aluminium layer.
2. Process according to claim 1, caracterized in that a metallic soap selected from
the group of stearates, palmitates, oleates, linoleates, resinates, laurates, naphthenates
and tallates is used.
3. Process according to claims 1 and 2, characterized in that a soap on the basis
of salts of the metals tin, zinc, lithium or magnesium is used.
4. Process according to claim 1, characterized in that the metallic soap is applied
in such a manner that the inherent unevenness, i. e., roughness, of the surface of
the record carrier is essentially levelled out and compensated for.
1. Procédé pour appliquer une couche de glissement à la surface d'un support d'enregistrement
revêtu d'une couche mince d'aluminium, caractérisé en ce qu'on applique un savon métallique
à une épaisseur de couche de 2 à 1.000 nm en tant que couche de glissement à la surface
de la couche d'aluminium.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on utilise un savon métallique
du groupe des stéarates, des palmitates, des oléates, des linoléates, des résinates,
des laurates, des naphténates et des tallates.
3. Procédé selon la revendications 1 et 2, caractérisé en ce que l'on utilise un savon
à base de sels des métaux étain, zinc, lithium ou magnésium.
4. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on applique le savon
métallique de manière à essentiellement compenser et planer les irrégularités naturelles
de surface, c'est-à-dire les irrégularités de la surface du support d'enregistrement.