[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Auftragen von Abbindeverzögerungsmittel
auf Waschbetonplatten od. dgl. und weiterhin auf eine Vorrichtung zur Durchführung
des Verfahrens.
[0002] Das erfindungsgemäße Verfahren besteht darin, daß die Waschbetonplatten in horizontaler
Lage von unten mit flüssigem Abbindeverzögerungsmittel besprüht und anschließend auf
eine Palette od. dgl. abgelegt werden und daß die nicht auf die Waschbetonplatten
od. dgl. gelangende Menge des Abbindeverzögerungsmittel abgesaugt und wieder verwendet
wird.
[0003] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren werden eine Reihe von Vorteilen erzielt. Durch
das Auftragen von flüssigem Abbindeverzögerungsmittel entfällt beispielsweise das
Ablösen von mit einem Abbindeverzögerungsmittel getränktem Papier, welches bislang
bei der Herstellung von Waschbetonplatten od. dgl. in die jeweilige Form eingelegt
wurde. Außerdem wird durch das Aufsprühen von flüssigem Abbindeverzögerungsmittel
von der Unterseite der Platten her gesehen eine einwandfreie gleichmäßige Benetzung
der später auszuwaschenden 'Sichtflächen gewährleistet, insbesondere auch bis an die
Kanten der Platten.
[0004] Da die nicht auf die Platten gelangende Menge des Abbindeverzögerungsmittels erfindungsgemäß
abgesaugt und dem weiteren Bearbeitungsprozeß zugeführt wird, entsteht praktisch kein
Verlust an Abbindeverzögerungsmittel, so daß das Verfahren als äußerst wirtschaftlich
anzusehen ist.
[0005] Ein weiterer Verfahrensschritt besteht darin, daß die Waschbetonplatten od. dgl.
auf die mit dem Abbindeverzögerungsmittel besprühten Unterseiten abgelegt werden.
[0006] Damit wird der Vorteil erzielt, daß das Abbindeverzögerungsmittel nichtoder nur sehr
langsam trocknet, so daß der Auswaschvorgang gegenüber dem Zeitpunkt der Herstellung
der Platten sehr lange hinausgeschoben werden kann. Dies ist insbesondere von Vorteil,
wenn vor Schichtschluß oder am letzten Arbeitstage einer Woche noch frische Platten
hergestellt und diese erst zu einem erheblich späteren Zeitpunkt ausgewaschen werden
können.
[0007] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens ist gekennzeichnet
durch eine horizontal und vertikal verfahrbare und mit Haltemitteln für mindestens
eine Waschbetonplatte od. dgl. versehene Haube sowie eine unterhalb der Haube angeordnete
Sprühvorrichtung, wobei Haube und Sprühvorrichtung relativ zueinander und parallel
zur Unterseite der Platten verfahrbar sind.
[0008] Die mit Haltemitteln für mindestens eine Waschbetonplatte od. dgl. versehene, vertikal
und horizontal verfahrbare Haube ist dazu bestimmt, die von einer Plattenpresse ausgestoßenen,
frischen t:aschbetonplatten aufzunehmen und anzuheben, anschließend kann die Haube
über die Sprühvorrichtung hinwegbewegt oder die Sprühvorrichtung relativ zur Haube
verfahren und dabei die Waschbetonplatte mit Abbindeverzögerungsmittel besprüht werden.
Dabei wird im Bereich der Haube das nicht benötigte Abbindeverzögerungsmittel abgesaugt.
[0009] Nach dem Besprühen der Waschbetonplatten od. dgl. wird dieselbe auf eine bereitgestellte
Palette abgelegt.
[0010] Ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung ist in-den beigefügten
Zeichnungen dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben.
[0011] Es zeigen :
Fig. 1 eine Seitenansicht einer Vorrichtung zum Auftragen von Abbindeverzögerungsmittel
auf Waschbetonplatten,
Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie II - II in Fig. 1.
[0012] Wie aus den Fig. 1 und 2 hervorgeht, ist innerhalb eines Gestelles 1 eine Haube 2
horizontal verfahrbar und außerdem, über zwei Hydraulikzylinder 3, vertikal heb- und
senkbar.
[0013] Die Haube 2 ist zur Unterseite hin offen und mit zwei Haltevorrichtungen 4 zur Halterung
von Waschbetonplatten 5 ausgestattet.
[0014] Die Haltevorrichtungen 4 bestehen aus jeweils unten offenen Saugkästen, die über
Saugleitungen 6 mit einer in den Zeichnungen nicht dargestellten Saugpumpe verbunden
sind.
[0015] Die von einer Plattenpresse ausgestoßenen, frischen Waschbetonplatten 5 werden also
über Saugwirkung an den Haltevorrichtungen 4 der Haube 2 gehalten.
[0016] Unterhalb der Haube 2 ist eine Sprühvorrichtung 7 innerhalb des Gestelles 1 angeordnet,
die aus einer Vielzahl von nebeneinanderliegenden Sprühdüsen 8 gebildet ist. Den Sprühdüsen
8 ist mittels einer Pumpe 9 und einer Zuführleitung 10 in einem Vorratsbehälter 11
befindliches Abbindeverzögerungsmittel zuführbar.
[0017] Die Haube 2 ist über die Sprühvorrichtung 7 hinweg verfahrbar, so daß bei eingeschalteter
Sprühvorrichtung 7 die Unterseiten der Waschbetonplatten 5 mit Abbindeverzögerungsmittel
besprüht werden, wenn die Haube 2 über die Sprühvorrichtung 7 hinwegfährt.
[0018] Nachdem die Waschbetonplatten 5 mit Abbindeverzögerungsmittel besprüht worden sind,
wird die Haube 2 nach unten abgesenkt, bis die Waschbetonplatten 5 auf einer Palette
12 aufliegen, mittels derer die Waschbetonplatten 5 aus der gesamten Vorrichtung herausgefahren
werden können.
[0019] Wie aus den Fig. 1 und 2 hervorgeht, ist mittels eines Ventilators 13, dessen Saugseite
über ein Verbindungsrohr 14 an die Haube 2 angeschlossen ist, in derselben ein Sog
erzeugbar, der an den Waschbetonplatten 5 vorbeisprühendes Abbindeverzögerungsmittel
aus der Haube 2 absaugt.
[0020] Dieses abgesaugte Abbindeverzögerungsmittel wird über eine Leitung 15 in einen Zwischenbehälter
16 zurückgeführt, der unter Zwischenschaltung einer Pumpe 17 und eines Filters 18
mit dem Vorratsbehälter 11 in Verbindung steht.
[0021] Durch diese Konstruktion wird erreicht, daß keinerlei Verlust von Abbindeverzögerungsmittel
entsteht, da das an den Waschbetonplatten vorbeigesprühte Mittel dem Verarbeitungsprozeß
nach einer Reinigung im Filter 18 wieder zugeführt wird.
[0022] Wie die Fig. 1 und 2 sehr deutlich zeigen, werden die Waschbetonplatten 5 mit derjenigen
Seite auf die Paletten 12 abgelegt, die mit Abbindeverzögerungsmittel besprüht worden
sind. Die Paletten 12 weisen eine geschlossene Oberfläche auf, so daß das Trocknen
des Abbindeverzögerungsmittels erheblich hinausgezögert wird.
[0023] Es ist in Abweichung vom dargestellten Ausführungsbeispiel allerdings auch möglich,
die Waschbetonplatten 5 nach dem Besprühen mit Abbindeverzögerungsmittel hochkant
abzustellen, dann ist es allerdings sinnvoll, die Waschbetonplatten 5 sehr nahe aneinander
zu stellen, um das Trocknen des Abbindeverzögerungsmittels zu verlangsamen.
[0024] Da sich während des Besprühens der Waschbetonplatten 5 mit dem Abbindeverzögerungsmittel
auch ein gewisser Niederschlag desselben an den Innenwandungen der Haube 2 bildet,
ist es sinnvoll, auch dieses überschüssige Abbindeverzögerungsmittel dem Verarbeitungsprozeß
wieder zuzuführen. Dies erfolgt durch eine Absaugleitung 19, die im unteren, als Auffangrinne
ausgebildeten Randbereich in die Haube 2 einmündet und durch die mittels einer Pumpe
20 das in der Auffangrinne gesammelte Abbindeverzögerungsmittel in den Zwischenbehälter
16 zurückgepumpt wird.
[0025] In Abweichung vom dargestellten Ausführungsbeispiel wäre es auch denkbar, während
des Besprühens der Waschbetonplatten 5 die Haube 2 stillstehen und die Sprühvorrichtung
7 verfahren zu lassen.
[0026] Es ist auch noch ausdrücklich darauf hingewiesen, daß statt Waschbetonplatten 5 auch
andere Formlinge, die mit Abbindeverzögerungsmittel besprüht werden müssen, mit einer
entsprechenden Vorrichtung verarbeitet werden können. Insofern ist weder das erfindungsgemäße
Verfahren noch die erfindungsgemäße-Vorrichtung nicht ausschließlich für Waschbetonplatten
einsetzbar, sondern ganz allgemein für solche Formlinge, die mit Abbindeverzögerungsmittel
besprüht werden müssen, um Sichtflächen der Formlinge zu einem späteren Zeitpunkt
auswaschen zu können.
Berungszeichenliste
[0027]
Gestell
2 Haube
3 Hydraulikrylinder
4 Haltevorrichtungen
Weschbetonplatten
6 Saugleitungen
7 Sprühvorichtung
8 Sprühdüser,
9 Pumpe
10 Zuführleitung
11 Vorratabehälter
12 Febtte (n)
13 Ventilator
14 Verbindungarohr
15 Leitung
16 Zwischenbehälter
17 Pumpe
18 Filter
19 Absaugleitung
20 Pumpe
1. Verfahren zum Auftragen von Abbindeverzögerungsmittel auf Waschbetonplatten od.
dgl., die einer Plattenpresse entnommen werden,
dadurch gekennzeichnet , daß die Waschbetonplatten in horizontaler Lage von unten
mit flüssigem Abbindeverzögerungsmittel besprüht und anschließend auf eine Palette
od. dgl. abgelegt werden und daß die nicht auf die Waschbetonplatten od. dgl. gelangende
Menge des Abbindeverzögerungsmittels abgesaugt und wieder verwendet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Waschbetonplatten od.
dgl. auf die mit dem Abbindeverzögerungsmittel besprühten Unterseiten abgelegt werden.
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch
eine horizontal und vertikal verfahrbare und mit Haltemitteln für mindestens eine
Waschbetonplatte (5) od. dgl. versehene Haube (2) sowie eine unterhalb der Haube (2)
angeordnete Sprühvorrichtung (7), wobei Haube (2) und Sprühvorrichtung (7) relativ
zueinander und parallel zur Unterseite der Platten verfahrbar sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß.die Haltemittel für die
Waschbetonplatten (5) od. dgl. aus als Saugkästen ausgebildeten Haltevorrichtungen
(4) bestehen, die über Saugleitungen (6) an eine Saugpumpe angeschlossen sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Sprühvorrichtung
(7) aus einer Vielzahl von Sprühdüsen (8) gebildet ist, denen aus einem Vorratsbehälter
(11) mittels einer Pumpe (9) und einer gemeinsamen Zuführleitung (10) Abbindeverzögerungsmittel
zuführbar sind.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
über einen Ventilator (13), dessen Saugseite über ein Verbindunasrohr (14) mit der
Haube (2) verbunden ist,in der Haube (2) befindliches Abbindeverzögerungsmittel absaugbar
und über eine Leitung (15) in einen Zwischenbehälter (16) rückführbar ist, welcher
Zwischenbehälter (16) über eine Pumpe (17) und ein Filter (18) mit dem Vorratsbehälter
(11) ververbunden ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Haube (2) über zwei parallel zueinander verlaufende Hydraulikzylinder (3) heb-
und senkbar ist.