[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Perforieren von Papier,
insbesondere Zigaretten-und Mundstückbelagpapier für Zigaretten, wobei das zu perforierende
Papier in Bahnenform zwischen Elektroden hindurchgeführt wird, zwischen denen elektrische
Entladungen stattfinden.
[0002] Verfahren und Vorrichtungen der vorstehend genannten Art sind incbr unterschiedlichsten
Weise bekannt. Bei diesen bekannten Verfahren wird eine Bahn zwischen den Elektroden
hindurchgeführt. Die Elektroden weisen Spitzen auf, so daß zwischen ihnen elektrische
Überschläge stattfinden, die das Perforieren bedingen. Der angelegte Strom weist eine
hohe Frequenz und eine hohe Spannung im Kilovoltbereich auf. Hierdurch wird eine sehr
feine Perforation erzeugt, die mit dem bloßen Auge kaum erkennbar ist. Insbesondere
wird die Perforation bei Zigarettenpapier und dort wiederum bei Mundstückbelagpapier
durchgeführt, um die Luftdurchlässigkeit dieses Papiers zu erhöhen. Hier ist es verständlich,
daß die Perforation möglichst nicht erkennbar sein soll. Das Mundstückbelagpapier
ist darüberhinaus. häufig bedruckt, um einen bestimmten ästhetischen Eindruck zu erzeugen.
Die-Leistung derartiger Verfahren ist nicht immer zufriedenstellend, insbesondere
wenn man berücksichtigt, daß bei der Zigarettenherstellung eine große Stückzahl von
Zigaretten in kleinen Zeiteinheiten hergestellt werden. Dieses bedeutet einen großen
Papierbedarf, der wiederum entsprechend große bzw. zahlreiche Vorrichtungen nach sich
zieht. Bei der Perforation von bedrucktem Papier hat sich weiterhin als nachteilig
erwiesen, daß Farbreste an den Entladungsspitzen der Elektroden hängenbleiben. Dieses
behindert die Entladung und verändert die erzeugte Porosität, d.h. diese wird geringer.
Die Elektroden müssen daher häufiger gereinigt werden.
[0003] Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung
der eingangs genannten Art zu schaffen, um die Produktivität und die Qualität der
Perforation insbesondere bei bedrucktem Papier zu verbessern.
[0004] Diese Aufgabe wird grundsätzlich dadurch gelöst, daß zwei Papierbahnen mit gleicher
Geschwindigkeit zwischen den Elektroden hindurchgeführt werden.
[0005] Es hat sich in überraschender Weise herausgestellt, daß bei gleichzeitiger Perforation
von zwei Bahnen eine'fast ebensogute Porosität wie bei der Perforation von einer Bahn
erzeugt wird. Die Tatsache, daß zwei Bahnen auf einmal perforiert werden, hat sich
hinsichtlich der erzeugten Porosität kaum ausgewirkt. Durch Versuche hat sich herausgestellt,
daß die Produktivität, d.h. der Wirkungsgrad bis zu 80 % gesteigert werden kann. Dies
gilt insbesondere, wenn verhältnismäßig dünnes Zigarettenpapier perforiert wird, da
hier die elektrische Durchschlagsfestigkeit im Verhältnis zur Spannung, die notwendig
ist, um zwischen den Elektrodenspitzen eine sichere Entladung zu gewährleisten, gering
ist. Insbesondere ist es beibedrucktem Papier möglich, dieses so zwischen den Elektroden
hindurchzuführen, daß die beiden bedruckten Seiten einander zugekehrt sind, d.h. auf
der den Elektrodenspitzen abgewandten Seite liegen. Hierdurch wird verhindert, daß
Farbreste der Druckfarben auf die Spitzen der Elektroden gelangen können. Eine entsprechende
häufig erforderliche Reinigung wird dadurch vermieden.
[0006] Das Verfahren nach der Erfindung kann entweder so durchgeführt werden,daß die beiden
Bahnen als Paket aufeinanderliegen, oder in einem geringen Abstand zueinander durch
die Elektroden hindurchgeführt werden. Wenn ein entsprechender Abstand vorhanden ist,
kann sich dieses bei bestimmten Papiersorten und Qualitäten als Vorteil hinsichtlich
der Feinheit der Perforation aufweisen. Dieses hängt von dem zu perforierenden Papier
und von weiteren Parametern ab.
[0007] Im folgenden wird die'Erfindung unter Hinweis auf die Zeichnung anhand eines Ausführungsbeispiels
näher erläutert.
[0008] Es zeigt:
Fig. 1 eine schematische Seitenansicht einer Vorrichtung zur Durchführung eines'Verfahrens nach der Erfindung, bei dem die beiden zu perforierenden Papierbahnen als
Paket aufeinanderliegend geführt werden; und
Fig. 2 eine der Fig. 1 entsprechende Ansicht, wobei die Papierbahnen aber einen geringen
Abstand zueinander aufweisen.
[0009] Die in der Zeichnung schematisch dargestellte Vorrichtung besteht aus jeweils zwei
Abwicklungen 1 und 3 und zwei Aufwicklungen 2 und 4 für die zu perforierenden Papierbahnen.
[0010] Bei der Ausführungsform nach Fig. 1 werden die beiden Papier- . bahnen 6 und 7 über
gemeinsame Leitwalzen 9 zwischen den Elektroden 5 hindurchgeführt. Zwischen den Elektroden
auf den beiden Seiten des Papierbahnenpaketes findet die hochfrequente elektrische
Entladung mit hoher Spannung von beispielsweise 2 kV statt.
[0011] Bei der Ausführungsform nach Fig. 2 sind wiederum die Auf-und Abwicklungen vorhanden.
Die Papierbahn 6 läuft über Leitwalzen 9. Die Papierbahn 7 wird zuerst über eine Umlenkwalze
11 und dann zu gesonderten Leitwalzen 10 geführt, damit der Abstand eingehalten werden
kann. Dieser Abstand liegt beispielsweise in einem Bereich von 0,2 bis 0,4 mm.
[0012] Insbesondere wenn, so wie in Fig. 2 dargestellt, gearbeitet wird, ist es nicht möglich,
daß Farbrückstände auf die Spitzen der Elektroden 5 gelangen, da die bedruckten Seiten
von den Elektroden abgewandt, d.h. auf den einander zugekehrten Seiten der Papierbahnen
liegen. Evtl. anfallende Farbrückstände gelangen zwischen die Papierbahnen und werden
von diesen mit aus dem Bereich der Elektroden heraustransportiert. Ein häufiges Reinigen
der Elektroden ist nicht erforderlich. Ein evtl. Absinken der Porosität wird verhindert.
1. Verfahren zum Perforieren von Papier, insbesondere Zigaretten- und Mundstückbelagpapier
für Zigaretten, bei dem das zu perforierende Papier als Bahn zwischen Elektroden hindurchgeführt
wird, zwischen denen elektrische Entladungen stattfinden, dadurch gekennzeichnet,
daß zwei Papierbahnen (6,7) mit gleicher Geschwindigkeit zwischen den Elektroden (5)
hindurchgeführt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Papierbahnen (6,7) in
einem geringen Abstand (8) zwischen den Elektroden (5) hindurchgeführt werden.
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß für jede Papierbahn (6,7) eine Abwicklung (1,3) und eine Aufwicklung (2,4) vorgesehen
ist, von denen die Papierbahnen über gemeinsame Leitwalzen (9) laufen.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß für jede Papierbahn (6,7) eine Abwicklung (1,3) und eine Aufwicklung (2,4) vorgesehen
ist, von denen die Papierbahnen über getrennte Leitwalzen (9,10) laufen.