[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufbringen von Phosphatüberzügen auf Eisen,
Zink und/oder Aluminium mittels einer Zink, Mangan, Phosphat und Beschleuniger enthaltenden
Phosphatierungslösung.
[0002] Aus der GB-PS 983 924 ist ein Verfahren zum Aufbringen von Phosphatüberzügen auf
Eisen- oder Zinkoberflächen durch Spritzbehandlung mit einer Lösung einer Temperatur
von 38
0C oder weniger bekannt, die Zink- und Manganphosphat sowie einen oxidierenden Beschleuniger
enthält. Der Mangangehalt der Lösung liegt dabei zwischen 5 und 50 Gew.-% des Zinkgehaltes.
[0003] Weiterhin geht aus der DE-OS 28 18 426 hervor, daß der Eintrag von Borfluorid Vorzüge
mit sich bringt und insbesondere zur Bildung von befriedigenden Phosphatschichten
auf Aluminium führt bzw. die Qualität der Phosphatschichten auf Eisenoberflächen stark
verbessert.
[0004] In den vergangenen Jahren ist eine große Zahl von oxidierenden Beschleunigern für
Zink und Phosphat enthaltende Phosphatierungslösungen vorgeschlagen worden. Hierzu
zählen Chlorate, Nitrate, organische Nitroverbindungen, wie Natriummetanitrobenzolsulfonat
und -dinitrobenzolsulfonat, Wasserstoffperoxid, Nitrite, Bromate und Jodate.
[0005] Die GB-PS 15 42 222 beschreibt die Verwendung von Chlorat und Nitrobenzolsulfonat
als Beschleuniger bei einem mit Zink und Phosphat.arbeitenden Phosphatierungsverfahren.
[0006] Trotz der zahlreichen Erwähnung unterschiedlicher oxidierender Beschleuniger sind
die bevorzugten Beschleuniger bei den Verfahren gemäß GB-PS 983 924 bzw. gemäß DE-OS
28 18 426 Nitrat, gegebenenfalls mit Nitrit. Auch Chlorat ist als eventueller Zusatz
bezeichnet.
[0007] Bei Mischungen, die sowohl Mangan als auch Chlorat enthalten, war zu befürchten,
daß sie eine unbefriedigende Lagerstabilität aufweisen würden, die deren Herstellung
am Ort und zur Zeit des Verbrauches erforderlich macht. Dies würde Mischungen mit
Chlorat weit weniger attraktiv machen als solche, die frei von Chlorat sind.
[0008] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Phosphatierverfahren bereitzustellen, das zu einwandfreien,
mit dem Untergrund fest verwachsenen Phosphatschichten auf Eisen, Zink und/oder Aluminium
führt und das - insbesondere auch bei niedrigen Temperaturen - mit hoher Schichtbildungsgeschwindigkeit
abläuft.
[0009] Die Aufgabe wird gelöst, indem das Verfahren der eingangs genannten Art entsprechend
der Erfindung derart ausgestaltet wird, daß man die Metalloberflächen mit einer Phosphatierungslösung
in Berührung bringt, deren Mangangehalt 5 bis 33 Gew.-% des Zinkgehaltes beträgt und
die als Beschleuniger Chlorat und Nitrobenzolsulfonat enthält.
[0010] Eine bevorzugte Ausgestaltung innerhalb des erfindungsgemäßen-Verfahrens besteht
darin, eine Phosphatierungslösung einzusetzen, die

enthält.
[0011] Besonders vorteilhaft ist der Einsatz einer Phosphatierungslösung mit einem Gehalt
von

[0012] Der Mangangehalt sollte insbesondere 5 bis 20 Gew.-%, vorzugsweise 9 bis 13 Gew.-%,
des Zinkgehaltes ausmachen.
[0013] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen bestehen darin, die Metalloberflächen mit einer
Phosphatierungslösung in Berührung zu bringen, die zusätzlich
bis 0,5 Gew.-%, vorzugsweise 0,01 bis 0,03 Gew.-% Ni-Ionen, und/oder zusätzlich
aliphatische e-Hydroxysäuren bzw. deren wasserlösliche Salze, wie Weinsäure oder Tartrat,
in Mengen bis 0,8 Gew.-%, vorzugsweise 0,02 bis 0,2 Gew.-% (berechnet als Tartrat),
und/oder zusätzlich
einfaches, insbesondere aber komplexes Fluorid in Mengen bis 0,4 Gew.-%, vorzugsweise
0,05 bis 0,1 Gew.-% (berechnet als F)
enthält.
[0014] Für den Fall eines Fluoridzusatzes ist die Verwendung von Borfluorid - zweckmäßig
als freie Säure eingebracht - besonders bevorzugt.
[0015] Neben dem zur Erzielung einer hohen Schichtbildungsgeschwindigkeit erforderlichen
Beschleunigerpaar Chlorat und Nitrobenzolsulfonat können auch noch weitere Beschleuniger,
insbesondere Nitrat, Verwendung finden. Falls Nitrat eingesetzt wird, sollte dessen
Menge unter 2,25 Gew.-% sein. Der bevorzugte Bereich liegt zwischen 0,4 und 1,0 Gew.-%.
Nitrit sollte infolge der unvermeidlichen Bildung nitroser Gase möglichst nicht zugesetzt
werden. Ansonsten können weitere, im Zusammenhang mit den Verfahren gemäß GB-PS 983
924 und DE-OS 28 18 426 beschriebene Zusätze vorgenommen werden.
[0016] Damit das erfindungsgemäße Verfahren insbesondere bei den bevorzugt anzuwendenden
Temperaturen von 25 bis 50 °C bzw. besonders vorteilhaft von 25 bis 35 C in hinreichend
kurzer Zeit zur erwünschten Phosphatschichtausbildung führt, sollte der pH-Wert der
Phosphatierungslösung 3,4 bis 4,4 betragen.
[0017] Weiterhin betragen vorzugsweise die Gesamtsäure 20 und die freie Säure 0,8 bis 1,0
Punkte.
[0018] Die beim erfindungsgemäßen Verfahren zur Anwendung kommende Phosphatierungslösung
kann durch Auflösen der Komponenten in Wasser hergestellt werden. Vorzugsweise wird
sie durch Verdünnen von Konzentraten, die die wirksamen Komponenten im gleichen Verhältnis
wie in der arbeitenden Phosphatierungslösung enthalten, gewonnen.
[0019] Der Kontakt zwischen Metalloberfläche und Phosphatierungslösung erfolgt üblicherweise
durch Spritzen und beträgt dabei etwa 50 bis 120, vorzugsweise 80 Sekunden. Zuvor
sollten die Metalloberflächen in konventioneller Weise gereinigt und gespült werden.
Nach der Phosphatierungsschichtausbildung kann z.B. mit einer verdünnten wäßrigen
Lösung von Chromverbindungen gespült und dann getrocknet werden.
[0020] Die Erfindung wird anhand des Beispiels beispielsweise und näher erläutert.
Beispiel
[0021] Es wurde eine Phosphatierungslösung hergestellt, die

enthielt.
[0022] Stahlbleche, die zuvor mit einer alkalischen Reinigungslösung einer Gesamtalkalinität
von 26 Punkten bei 35 °C während 90 Sekunden durch Spritzbehandlung gereinigt und
dann mit Wasser gespült worden waren, wurden mit der vorgenannten Phosphatierungslösung
80 Sekunden bei 30 C im Spritzen behandelt. Anschließend wurde mit Wasser und mit
destilliertem Wasser gespült und durch Preßluft getrocknet.
[0023] Die erzeugten Phosphatschichten waren glatt, vollständig deckend und festhaftend.
[0024] Die Bleche wurden dann mit einem Lack (ED 3002 der Firma International Paints) kathodisch
elektrotauchlackiert und bei 182
0C während 20 Minuten im Ofen getrocknet. Die Trockenfilmdicke des Lackes war 18 µm.
[0025] Danach wurden die Bleche mit einem Kreuzschnitt versehen und dem Salzsprühtest gemäß
ASTM B 117-64 während einer Zeitdauer von 500 Stunden unterworfen. Nach Abschluß des
Testes wurde zur Ermittlung der Menge gelösten Lackes Klebeband über die Kreuzschnittstellen
geklebt und wieder abgezogen. Es wurde keine Lackentfernung beobachtet.
[0026] Das Beispiel veranschaulicht, daß das erfindungsgemäße Verfahren innerhalb kurzer
Behandlungsdauer und bei tiefen Behandlungstemperaturen gute Phosphatschichten entstehen
läßt.
1. Verfahren zum Aufbringen von Phosphatüberzügen auf Eisen, Zink und/oder Aluminium
mittels einer Zink, Mangan, Phosphat und Beschleuniger enthaltenden Phosphatierungslösung,
dadurch gekennzeichnet, daß man die Metalloberflächen mit einer Phosphatierungslösung
in Berührung bringt, deren Mangangehalt 5 bis 33 Gew.-% des Zinkgehaltes beträgt und
die als Beschleuniger Chlorat und Nitrobenzolsulfonat enthält.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Metalloberflächen
mit einer Phosphatierungslösung in Berührung bringt, die

enthält.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Metalloberflächen
mit einer Phosphatierungslösung in Berührung bringt, die

enthält.
4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß man die Metalloberflächen
mit einer Phosphatierungslösung in Berührung bringt, die zusätzlich bis 0,5 Gew.-%,
vorzugsweise 0,01 bis 0,03 Gew.-%, Ni-Ionen enthält.
5. Verfahren nach Anspruch l, 2, 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß man die Metalloberflächen
mit einer Phosphatierungslösung in Berührung bringt, die zusätzlich aliphatische α-Hydroxysäuren
bzw. deren wasserlösliche Salze, wie Weinsäure oder Tartrat, in Mengen bis 0,8 Gew.-%,
vorzugsweise 0,02 bis 0,2 Gew.-% (berechnet als Tartrat), enthält.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß man die Metalloberflächen mit einer Phosphatierungslösung in Berührung bringt,
die zusätzlich einfaches, insbesondere aber komplexes Fluorid in Mengen bis 0,4 Gew.-%,
vorzugsweise 0,05 bis 0,1 Gew.-% (berechnet als F), enthält.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch qekennzeichnet,
daß man die Metalloberflächen mit einer Phosphatierungslösung in Berührung bringt,
deren pH-Wert 3,4 bis 4,4 beträgt.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß man die Metalloberflächen mit einer Phosphatierungslösung in Berührung bringt,
deren - Temperatur 25 bis 50°C, vorzugsweise 25 bis 35°C, beträgt.