[0001] Die Patentliteratur über Vorrichtungen zur Herstellung texturierter Fäden mittels
heißer Fluids bzw. nach dem Luftblasverfahren ist sehr umfangreich. Eine große Gruppe
der bekannten Vorrichtungen umfaßt Zweikammer-Düsen: Das zu texturierende Garn wird
mittels einer Venturi-artigen Düse in eine erste Kammer gefördert, während in der
zweiten Kammer, die im allgemeinen zylinderförmig, manchmal auch kegelförmig erweitert
ausgebildet ist, die Texturierung bewirkt wird. So besteht z.B. nach der DE-AS 14
35 653 die zweite Kammer einer derartigen Texturiervorrichtung aus einer "Kräuselkammer",
die über ihre ganze Länge einen konstanten, rohrförmigen Querschnitt hat und als Spiralfeder
ausgebildet ist.
[0002] Eine ähnliche Ausführungsform einer Texturiervorrichtung mit einer zweiten zylinderförmigen
Kammer ist in der CH-PS 545 359 beschrieben.
[0003] Weitere .Ausführungsformen von Texturiervorrichtungen des Standes der Technik sind
aus DE-OS 14 35 366 und DE-OS 21 11 163 bekannt. Die in der DE-OS 21 11 163 angegebene
.Kammer 5 besitzt öffnungen, die durch Lamellen 6 gebildet werden.
[0004] Aus der DE-AS 20 06 022 ist eine Vorrichtung zur Herstellung texturierter Fäden aus
synthetischen linearen hochmolekularen Stoffen mittels erhitzter strömender Medien
bekannt, die aus einer geschlossenen ersten Behandlungskammer mit einem Rohrstutzen
für die Zufuhr eines strömenden Mediums besteht, einem Fadeneinführungskanal, der
von der einen Stirnseite in die erste Behandlungskammer, einem Fadenführungskanal,
der von der anderen Stirnseite in die erste Behandlungskammer hineinragt, wobei dieser
Fadenführungskanal starr mit der Behandlungskammer verbunden ist und das Verhältnis
der lichten Weite von Fadenführungskanal zu Fadeneinführungskanal 1,1:1 bis 4:1 beträgt
und Fadenführungskanal und Fadeneinführungskanal in einem Abstand von 0,1 bis 3 mm
angeordnet sind, und einer zweiten auf dem freien Ende des Fadenführungskanals angebrachten
kanalförmigen Behandlungskammer mit Schlitzen. Bei dieser bekannten Vorrichtung bestehen
die öffnungen der zweiten Behandlungskammer aus Schlitzen, die radial und in Längsrichtung
der zylindrischen Düse angebracht sind. Eine solche Behandlungskammer wird daher auch
Schlitzdüse genannt. Schlitzdüsen weisen allgemein 2 bis 20 Schlitze auf, deren Zahl
je nach Titer und Düsenumfang erhöht werden kann. Die Schlitzweiten betragen in der
Regel 0,2 bis 1 mm. Die CH-PS 530 489 beschreibt eine zweite Behandlungskammer, die
in Fadenlaufrichtung über ihre ganze wirksame Länge schwach konusförmig ausgebildet
ist.
[0005] Die zweiten Behandlungskammern gemäß DE-AS 20 06 022 bzw. CH-PS 530 489 sind verhältnismäßig
empfindlich bezüglich ihrer Maßhaltigkeit. In der DE-AS.23 31 045 wurde daher eine
modifizierte zweite Behandlungskammer, entsprechend der Vorrichtung in der DT-AS 20
06 022 beschrieben die sich in ihrem unteren Teil außen konisch oder absatzmäßig erweitert
und im Inneren eine plötzliche Querschnittserweiterung auf das 2- bis 10-fache des
rohrförmigen Kanals aufweist, wobei die Längsschlitze sich auch in den gegebenenfalls
außen konisch erweiterten Bereich erstrecken, am Ende jedoch durch einen geschlossenen
Ring abgeschlossen sind.
[0006] "Durch die Modifizierung der Schlitzdüse als zweite Be- ' handlungskammer nach DE-AS
23 31 045 wird ihre mechanische Stabilität verbessert, so daß eine gleichmäßigere
Kräuselung unter vereinfachten Betriebsbedingungen möglich ist.
[0007] Die zweite Behandlungskammer nach DA-PS 20 06 022 bzw. DE-AS 23 31 045, wie auch
andere bekannte Vorrichtungen, zeigen bei sehr hohen Texturiergeschwindigkeiten, d.h.
. über 2000 m/min eine gewisse Neigung zur Verstopfung durch die im zylindrischen
Innenraum dynamisch bewegte Garnverdichtung. Diese Verstopfung wird durch die verstärkte
Reibung der Garnverdichtung an den Innenwandungen der zweiten Behandlungskammer bei
sehr hohen Texturiergeschwindigkeiten ausgelöst; sie kann zu Garnabrissen führen und
den Texturierprozeß unterbrechen.
[0008] Andererseits führt eine über ihre ganze wirksame Länge schwach kegelförmig sich erweiternde
zweite Behandlungskammer, z.B. nach CH-PS 530 489 bei hohen Arbeitsgeschwindigkeiten
und niedrigen Garntitern, kleiner als ca. 2000 dtex, oft zum "Ausblasen" der Garnverdichtung
und damit ebenfalls zu einer Unterbrechung des Texturiervorgangs.
[0009] Es wurde nun gefunden, daß sich texturierte Fäden aus synthetischen linearen hochmolekularen
Stoffen mittels eines gasförmigen, erhitzten strömenden Mediums bei hoher Geschwindigkeit
und mit hoher Zuverlässigkeit nach einem Verfahren herstellen lassen, bei dem man
die Fäden zwischen einer Fadeneinführungszone und einer Fadenführungszone in einer
ersten Behandlungszone der Einwirkung des gasförmigen, turbulent strömenden erhitzten
Mediums aussetzt, dabei auf eine Temperatur erwärmt, bei der die Fäden plastifizierbar
werden, mittels des turbulent strö- menden Mediums durch die erste Behandlungszone
transpor- ' tiert und dann in einer zweiten Behandlungszone, aus der ein Teil des
Mediums radial entweichen kann der Einwirkung des in der zweiten Behandlungskammer
verbleibenden Mediums und der einströmenden Umgebungsluft aussetzt, wobei man Faden
und strömendes Medium in der zweiten Behandlungszone zunächst durch eine zylindrische
Zone leitet, aus der das Medium zum Teil radial entweichen kann, und anschließend
durch eine sich schwach kegelförmig erweiternde Zone führt, aus der das Medium ebenfalls
seitlich entweichen kann, mit der Maßgabe, daß die Geschwindigkeiten von strömendem
Medium und Faden so eingestellt werden, daß sich ein Verhältnis der Verweilzeit des
Fadens in der zylindrischen Zone zur Verweilzeit in der sich kegelförmig erweiternden
Zone zwischen 1:19 und 4:1, vorzugsweise zwischen 1:9 und 1:2 einstellt.
[0010] Das Verfahren läßt sich beispielsweise mit einer Vorrichtung durchführen, wie sie
in Fig. 1 und 3 schematisch wiedergegeben ist. Diese Vorrichtung zur Herstellung texturierter
Fäden aus synthetischen linearen hochmolekularen Stoffen mittels erhitzter strömender
Medien besteht aus einem Fadeneinführungskanal 1, einer Behandlungskammer 2, einem
Rohrstutzen 3 für die Zufuhr des strömenden Mediums, einem Fadenführungskanal 4, der
die Behandlungskammer 2 mit einer rohrförmigen Behandlungskammer 5 verbindet, die
mit öffnungen 6 versehen ist, durch die das strömende Medium seitlich entweichen kann,
wobei die Behandlungskammer 5 im Bereich von 1/20 bis 4/5, vorzugsweise von 1/10 bis
1/3 ihrer Länge, gerechnet vom Ende des Fadenführungskanals 4, innen zylinderförmig
ausgebildet ist und sich daran anschließend in Fadenlaufrichtung kegelförmig erweitert,
wobei das Steigungsverhältnis der kegelförmigen Erweiterung 1:5 bis 1:150, vorzugsweise
1:20 bis 1:70, beträgt. .
[0011] "Die Einhaltung des Verfahrensparameters der Relation ' zwischen Verweilzeit in der
zylindrischen Zone und in der sich kegelförmig erweiternden Zone ist für eine störungsfreie
Durchführung der Texturierung bei hohen Geschwindigkeiten wesentlich, z.B. sind die
durch zu hohe Reibung bedingten Garnabrisse seltener.
[0012] Die Verweilzeit ist vornehmlich von der Länge, dem Längenverhältnis des zylindrischen
Teils und des sich kegelförmig erweiternden Teils, aber auch von der Steigung im sich
kegelförmig erweiternden Teil abhängig. Beide Vorrichtungsparameter haben nämlich
Einfluß auf die Verfahrensparameter Verweilzeit bzw. Verweilzeitverhältnis, da sie
die Reibung des Fadens in der Vorrichtung bestimmen. Andere Einflußgrößen sind Gesamt-
und Einzeltiter der Fäden, Unterschiede in der Polymerart, Unterschiede in der Querschnittsform
der Fäden und schließlich die Texturiergeschwindigkeit selbst.
[0013] Unter dem Begriff Fäden werden im vorliegenden Zusammenhang Endloseinzelfäden oder
Bündel von Endloseinzelfäden, Bänder, Flachfäden oder Spleißfäden aus Folien sowie
Folienstreifen verstanden. Der Titer der Einzelfäden kann beispielsweise zwischen
1 und 35 dtex liegen, vorzugsweise werden solche Einzelfäden verwendet, deren Titer
zwischen 10 und 30 dtex liegen. Die Zahl der Einzelfäden im Bündel kann zwischen 2
und einigen Tausend liegen. Vorzugsweise werden Fadenbündel verwendet, die 50 bis
250 einzelne Endlosfäden aufweisen. Vorzugsweise werden Fadenbündel mit einem Gesamttexturiertiter
von 500 bis 5000 dtex verwendet. Die Fäden in den Fadenbündeln oder Garnen können
sowohl verstreckt als auch teilverstreckt der Kräuselbehandlung zugeführt werden.
Ferner ist es möglich, Fäden mit rundem oder profiliertem, beispielsweise trilobalem,
Querschnitt zu verwenden.
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[0014] Als synthetische lineare bzw. praktisch lineare fadenbildende organische hochmolekulare
Stoffe zur Herstellung der Fäden kommen insbesondere übliche lineare synthetische
hochmolekulare Polyamide mit in der Hauptkette wiederkehrenden Carbonamidgruppen,
lineare synthetische hochmolekulare Polyester mit in der Hauptkette wiederkehrenden
Estergruppierungen, fadenbildende Olefinpolymerisate, fadenbildendes Polyacrylnitril
bzw. überwiegend Acrylnitrileinheiten enthaltende fadenbildende Acrylnitril-Copolymerisate
sowie Cellulosederivate, als auch Celluloseester in Betracht. Geeignete hochmolekulare
Verbindungen sind beispielsweise Nylon 6, Nylon 66, Polyäthylenterephthalat, lineares
Polyäthylen oder isotaktisches Polypropylen.
[0015] Als gasförmige, strömende Medien eignen sich die üblicherweise bei Blastexturierverfahren
verwendeten, beispielsweise Stickstoff, Kohlendioxid, Wasserdampf und, insbesondere
aus wirtschaftlichen Gründen, Luft.
[0016] Die erforderlichen Temperaturen des strömenden Mediums können in weiten Grenzen liegen.
Der Temperaturbereich von 100 bis 400°C hat sich als besonders zweckmäßig erwiesen.
Im einzelnen hängen die günstigsten Temperaturbedingungen von den Schmelz- bzw. Plastifizierungstemperaturen
der fadenbildenden Materialien ab, sowie von der Zeit, während welcher die Gasmengen
auf die Fäden einwirken können, sowie von etwaigen Vorerwärmungen und schließlich
von der Dicke der Fäden. Naturgemäß kann man keine Temperatur anwenden, die unter
den angewendeten Bedingungen zu einem Schmelzen der Fäden führt, obwohl die Temperatur
selbst oberhalb der Schmelz- bzw. der Zersetzungspunkte der verwendeten fadenbildenden
Materialien liegen kann, vorausgesetzt, daß die Fäden mit entsprechend hoher Geschwindigkeit,
d.h. kleiner Verweilzeit, durch die Behandlungszone i geführt werden. Je höher die
Texturiergeschwindigkeit ist, ' desto höher kann die Temperatur des Texturiermediums
über dem Schmelz- bzw. Zersetzungspunkt des verwendeten fadenbildenden Materials liegen.
Die Plastifizierungsbereiche liegen beispielsweise für lineares Polyäthylen bei 80
bis 90°C, für Polypropylen bei 80 bis 120°C, für Nylon 6 bei 162 bis 190°C, für Nylon
66 bei 210 bis 240°C, für Polyäthylenterephthalat bei 190 bis 230°C und für Polyacrylnitril
bei 215 bis 245°C.
[0017] Die Art der Polymeren hat insofern Einfluß, als die günstigen Plastifizierungstemperaturen
verschieden liegen, und das Verhältnis von Temperatur des strömenden Mediums zu Fadentemperatur
eingeht: je höher die Temperatur des strömenden Mediums ist, umso höher liegt die
Geschwindigkeit. Die Querschnittsform der Einzelfäden hat insofern Bedeutung, als
sie dazu beiträgt, wie weit sich der Faden auf seinem Weg durch die Düse erwärmt und
damit der Plastifizierung zugänglich wird.
[0018] Die Einstellung des angestrebten Verhältnisses der Verweilzeiten ergibt sich aus
dem Längenverhältnis zwischen der zylindrischen und der sich kegelförmig erweiternden
Zone, aber auch aus der Steigung im sich kegelförmig erweiternden Teil, weil sich
danach in Abhängigkeit vom Gesamt- bzw. Einzeltiter der Fäden die Reibung bestimmt.
Beispielsweise ist für eine Texturiergeschwindigkeit von 2000 m/min und höher und
einen Strecktiter des Garns von 1200 f 67 dtex ein Verweilzeitverhältnis zwischen
zylindrischer und sich kegelförmig erweiternder Zone von 2:5 bei einem Steigungsverhältnis
in der kegelförmig sich erweiternden Zone von 1/30 für eine störungsfreie Texturierung
von Vorteil. Wählt man das Verhältnis zwischen zylindrischer und sich kegelförmig
erweiternder Zone kleiner, so kann es zum Ausblasen der Garnverdichtung aus J der
zweiten Behandlungskammer kommen und der Texturierprozeß wird unterbrochen. Im Falle
eines größeren Verhältnisses als 2:5 in obigem Beispiel kann umgekehrt infolge zu
hoher Garnreibung an den Kammerwänden eine Verstopfung eintreten, wobei der Prozeß
ebenfalls unter-- brochen wird.
[0019] Durch die kegelförmige Erweiterung im in Fadenlaufrichtung gesehenen Endteil der
Düse stellen sich dort aufgrund der Wandreibung des Fadenbündels andere Strömungsverhältnisse
ein als im zylindrischen Teil. Diese führen dazu, daß je nach Garntiter, Garnquerschnitt,
Texturiergeschwindigkeit sowie Temperaturverhältnissen und Steigungsverhältnis der
kegelförmigen Erweiterung die Garnverdichtung mehr oder weniger kompakt ist. Bei diesem
Verfahren kommt es innerhalb der zweiten Behandlungszone zu einer Garnverdichtung,
die dazu führt, daß ein Teil der Austrittsöffnungen für das gasförmige Medium verdeckt
wird, so daß der Druck ansteigt und die Garnverdichtung aus der zweiten Behandlungszone
hinausgehoben wird, bis die öffnungen für den seitlichen Austritt soweit freigelegt
sind, daß der Druck nicht mehr ausreicht, die Garnverdichtung durch die zweite Behandlungszone
zu fördern. Dabei entweicht immer ein Teil des Mediums seitlich und ein anderer (kleinerer)
Teil verbleibt in der zweiten Behandlungszone bei der Garnverdichtung. Es sind also
keine besonderen Maßnahmen erforderlich, diese Teilverhältnisse festzulegen, sie stellen
sich unter den gegebenen Bedingungen von selbst ein. Alle Parameter, die zu einer
stärkeren Garnverdichtung führen, wie hoher Garntiter, runder Garnquerschnitt, hohe
Texturiergeschwindigkeit, hohe Temperatur und niedriges Steigungsverhältnis, bewirken,
daß das Texturiermedium in verstärktem Maße seitlich zwischen den Lamellen der zweiten
Texturierkammer austritt. Gleichzeitig nimmt die die Garnförderung bewirkende Komponente
des Texturier-J mediums in axialer Richtung ab. Bei extremen Verhältnissen kann es
dazu kommen, daß die axiale Komponente des Texturiermediums zur kontinuierlichen Förderung
der Garnverdichtung nicht mehr ausreicht, die axiale Förderung zum Stillstand kommt
und damit eine'Verstopfung der zweiten Kammer, verbunden mit einer Unterbrechung des
Texturierprozesses, auftritt. Andererseits kann für niedrigere Temperaturen, geringe
Garntiter, trilobalen Querschnitt und hohes Steigungsverhältnis der kegelförmigen
Erweiterung die Komponente des Texturiermediums in axialer Richtung der zweiten Kammer
so groß werden, daß die Wandreibung der Garnverdichtung nicht mehr ausreicht, um das
dynamische Gleichgewicht aufrechtzuerhalten. Bei diesem anderen Extrem wird die Garnverdichtung
aus der zweiten Kammer quasi ausgeblasen und die Texturierung ebenfalls unterbrochen.
Es ist daher für das erfindungsgemäße Texturierverfahren, wobei unter den gegebenen
Randbedingungen geeignete Reibungs- und Strömungsverhältnisse in der zweiten Behandlungskammer
aufrechterhalten werden müssen, entscheidend, daß das angegebene Verhältnis der Verweilzeit
des Garns in der zylindrischen bzw. kegelförmig sich erweiternden Zone der zweiten
Behandlungskammer gewählt wird.
[0020] Geeignete Vorrichtungen sind in den Fig. 1 bis 4 schematisch widergegeben. Figur
1 stellt einen Längsschnitt durch eine Texturiervorrichtung mit einer zweiten Behandlungskammer
mit zylindrischem und kegelförmig sich erweiterndem Innenraum dar.
[0021] Figur 2 zeigt in Vergrößerung einen Schnitt A-A' der in Figur 1 dargestellten zweiten
Behandlungskammer.
[0022] Figur 3 gibt das Schnittbild einer Texturiervorrichtung mit einer modifizierten Form
der zweiten Behandlungskammer wieder. L
[0023] Figur 4 zeigt in Vergrößerung einen Schnitt B-B' der modi- ' fizierten in Figur 3
schematisch wiedergegebene Form der zweiten Behandlungskammer.
[0024] In Figur 1 ist eine vollständige Texturiereinrichtung mit der für die Vorrichtung
erfindungswesentlichen zweiten Behandlungskammer 5 schematisch wiedergegeben. Die
Behandlungskammer 2 mit Fadeneinführungskanal 1 für den Faden 7 und Fadenführungskanal
4 entspricht der aus DE-AS 20 06 022 bekannten Konstruktion. Sie besteht aus einem
zylindrischen Rohr. In dieses Rohr sind der Fadeneinführungskanal 1 zur Einspeisung
der Fäden 7 in die Behandlungskammer 2 und zum anderen der Fadenführungskanal 4 geschraubt
oder in anderer Weise befestigt. Der Fadenführungskanal weist auf der dem Fadeneinführungskanal
1 zugewandten Seite einen Zentrierkörper 8 auf, der mit gleichrichtenden Luftkanälen
9 versehen ist und eine Buchse 10 mit Außengewinde auf der anderen Seite hat. Der
Stutzen 3 dient der Zufuhr des strömenden Mediums, z.B. Luft. An dem aus der Behandlungskammer
2 herausragenden freien Ende des Fadenführungskanals 4 ist die Behandlungskammer 5
angeordnet. Diese besteht aus einer außen zylindrischen Schlitzdüse, die koaxial auf
den Fadenführungskanal 4 geschoben ist und auf diesem mittels einer Feststellschraube
11 fixiert werden kann. Die Schlitzdüse ist an dem über den Fadenführungskanal 4 hinausragenden
Ende mit die Rohrwandung in radialer Richtung durchsetzenden Schlitzen 6 versehen.
Der Abstand zwischen dem Ende des Fadenführungskanals 4 und dem Anfang der Schlitze
6 im Innenraum beträgt das 0,1- bis 3fache, vorzugsweise 0,8- bis l,4fache des Außendurchmessers
des Fadenführungskanals 4. Der Texturiereffekt steigt mit der Zahl der Schlitze, 4
bis 18 haben sich als günstig erwiesen, im allgemeinen werden 10 bis 16 verwendet.
Die Schlitzbreite beträgt zweckmäßig 0,3 bis 1, vorzugsweise 0,4 bis 0,6 mm.
[0025] Um die Länge der Schlitze 6 variieren zu können,. kann über die zweite Behandlungskammer
ein zylindrisches Metallelement 12 geschoben und mittels einer Schraube 13 fixiert
werden. Dieses verschiebbare Metallelement 12 kann auch als Mündungsschoner ausgebildet
sein. Das erfindungswesentliche Merkmal der zweiten Behandlungskammer besteht darin,
daß ihr Innenraum im Bereich D bis D
o, eine zylindrische o Form aufweist und sich im Bereich D
o, bis D
1 kegelförmig erweitert. Das Längenverhältnis zwischen zylindrischem und sich kegelförmig
erweiterndem Teil liegt bei 1:19 bis 4:1, vorzugsweise bei 1:9 bis 1:2 (anders ausgedrückt,
der zylindrische Teil umfaßt 1/20 bis 4/5, vorzugsweise 1/10 bis 1/3 der Länge (gerechnet
vom Ende des Fadenführungskanals).
[0026] In Figur 2 ist die erfindungswesentliche Innenform der zweiten Behandlungskammer
im vergrößerten Maßstab dargestellt. Die Bezeichnungen entsprechen denjenigen der
Figur 1.
[0027] In Figur 3 gelten im oberen Teil der modifizierten Texturiervorrichtung die gleichen
Bezeichnungen wie in Figur 1. Das heißt: Faden 7, Fadeneinführungskanal 1, Behandlungskammer
2, Fadenführungskanal 4, Zentrierkörper 8, Luftkanäle 9, Zufuhrstutzen 3, Buchse 10,
Schraube 11 und Schlitze 6 entsprechen sich. Die-zweite Behandlungskammer erweitert
sich außen konisch oder auch absatzweise. Die Länge des inneren zylindrischen Teils
vor der kegelförmigen Erweiterung erstreckt sich auf etwa 1/20 bis 4/5 der gesamten
Länge, insbesondere auf 1/10 bis 1/3. Die Gesamtlänge liegt im allgemeinen etwa
[0028] bei 80 bis 150 mm, so daß die Länge des zylindrischen Teils maximal etwa bei 120
mm (bei 150 mm Gesamtlänge), vorzugsweise bei etwa 50 mm (bei 150 mm Gesamtlänge)
liegt.
[0029] Die Schlitze werden auch im außen konisch oder absatzweise erweiterten Teil der zweiten
Behandlungskammer radial nach außen geführt. Innen kann sich der Querschnitt des die
zweite Behandlungskammer durchlaufenden Kanals an einer Stelle, an der der volle Außendurchmesser
erreicht wird, plötzlich auf das 2- bis 10-fache erweitern, vorzugsweise auf das 2-
bis 5-fache. Die Schlitze werden dann noch durch den erweiterten Teil des Zylinders
radial, parallel zur Längsachse des Zylinders, über eine Länge, die etwa dem nunmehrigen
Innendurchmesser entspricht, nach außen geführt. Der zylindrische Teil mit dem größeren
Durchmesser kann durch einen massiven Ring 14 abgeschlossen werden. Um die Länge der
Schlitze variieren zu können, ist es vorteilhaft, über die zweite Behandlungskammer
ein zylindrisches Metallelement 12 zu schieben, das mit geeigneten Mitteln, beispielsweise
der Schraube 13, fixiert werden kann.
[0030] In Figur.4 ist die erfindungswesentliche Innenform der modifizierten zweiten Behandlungskammer
aus Figur 3 in vergrößertem Maßstab dargestellt.
[0031] Der Innenraum der zweiten Behandlungskammer hat bei allen Ausführungsformen nach
Figur 1 bis Figur 4 im Bereich von D bis D , eine zylindrische Form. D
o kennzeichnet die Stelle in der zweiten Behandlungskammer, an der der Fadenführungskanal
4 endet. Die Länge des zylindrischen Teils der zweiten Behandlungskammer D bis D
o, kann 1/20 bis o 4/5, vorzugsweise 1/10 bis'1/3, der Länge der zweiten Behandlungskammer,
gerechnet vom Ende des Fadenführungskanals, betragen.
[0032] Für eine zweite Behandlungskammer einer Gesamtlänge von z.B. 100 mm, in die der Fadenführungskanal
30 mm weit hineinragt (also mit einer wirksamen Länge von 70 mm), kann also die Länge
des zylindrischen Teils von 3,5 bis 56 mm betragen. Für Texturiergeschwindigkeiten
von 2000 m/min und höher und bei hohen Gesamtstrecktitern, z.B. im Bereich von 1200
- 3500 dtex, können durch die verstärkte Reibung der Garnverdichtung bei vollzylindrischer
Innenbohrung in der Schlitzdüse Verstopfungen und damit Abrisse auftreten. Durch Reduktion
der Länge des zylindrischen Innenteils der zweiten Behandlungskammer auf 1/20 bis
4/5, vorzugsweise 1/10 bis 1/3, der wirksamen Länge der zweiten Behandlungskammer
in Kombination mit einer anschließenden kegelförmigen Erweiterung wird diese Störung
beseitigt. Je höher der Garntiter ist, desto kürzer soll der zylindrische Innenteil
der zweiten Behandlungskammer gewählt werden, z. B. empfiehlt sich ein zylindrischer
Teil von 3,5 mm bei einer Gesamtlänge der ,zweiten Behandlungskammer von 100 mm für
einen Garnstrecktiter von ca. 3000 dtex und höher bei einer Tex-turiergeschwindigkeit
von 2000 m/min. Für einen Garnstrecktiter von 800-dtex ist dagegen eine Länge des
zylindrischen Teils der zweiten Behandlungskammer von etwa 23 mm vorteilhaft, was
einer Länge des zylindrischen Teils der zweiten 'Behandlungskammer, bezogen auf ihre
wirksame Länge von 70 mm, von 1/3 entspricht. Die Länge des zylindrischen Teils der
zweiten Behandlungskammer ist in gewissen Grenzen bei sonst gleichen Verfahrensbedingungen
von dem Steigungsverhältnis der anschließenden kegelförmigen Erweiterung abhängig.
Unter Steigungsverhältnis der kegelförmigen Erweiterung sei in diesem Zusammenhang
das Verhältnis d
2 - d
1/h verstanden, wobei d
2 = großer Durchmesser des Kegelstumpfes, d
1 = kleiner Durchmesser des Kegelstumpfes und h = Höhe des Kegelstumpfes bedeuten.
Bei einem Steigungsverhältnis von 1/50 beträgt z.B. bei einer J Höhe des Kegelstumpfes
von 50 mm d
2 - d
1 = 1 mm. überträgt man dieses Beispiel auf die Figuren 1 bis 4, so ergibt sich, daß
im Falle eines Innendurchmessers der zweiten Behandlungskammer im zylindrischen Teil
(Bereich D - D
o') o von z.B. 3 mm bei dem Steigungsverhältnis 1/50 der Enddurchmesser der kegelförmigen
Erweiterung 3,8 mm beträgt, wenn die kegelförmige Erweiterung (D , - D
1) 40 mm lang ist.
[0033] Wenn das Steigungsverhältnis zunimmt, z.B. von 1/50 zu 1/40, kann der zylindrische
Teil in
.Grenzen verlängert werden bzw. vice versa. Im allgemeinen hat sich ein Steigungsverhältnis
der kegelförmigen Erweiterung im Bereich von 1/5 bis 1/150, vorzugsweise 1/20 bis
1/70, bewährt. Bei kleineren Garntitern, unter 1000 dtex, ist es zweckmäßig, ein Steigungsverhältnis
von 1/70 bis 1/100 und kleiner anzuwenden. Umgekehrt lassen sich höhere Garntiter
von über 2000 dtex vorteilhafter mit einem größeren Steigungsverhältnis von 1/40 bis
1/30 und höher verarbeiten. Es ist vorteilhaft, wenn man auch die Länge des zylindrischen
Teils der Schlitzdüse durch einfache Versuche auf den Garntiter, die Geschwindigkeit
sowie die sonstigen Texturierbedingungen anpaßt.
[0034] 'Durch Abstimmung der Länge des zylindrischen Teils der zweiten Behandlungskammer
mit der Länge einer nachgeschalteten kegelförmigen Erweiterung, variabel in ihrer
Länge (und dem Steigungsverhältnis), ist es möglich, für eine Texturiervorrichtung
einen ungewöhnlich breiten Anwendungsbereich zu schaffen. So lassen sich Garnstrecktiter
in weiten Bereichen, vorzugsweise im Bereich von 450 bis 4500 dtex und mehr, bei hohen
Geschwindigkeiten von 2000 m/min und höher störungsfrei verarbeiten. Auch läßt sich
die Texturiervorrichtung durch einfache Vorversuche auf die Querschnittsform der Einzelkapillaren
des Garns, die Kapillarenzahl und andere Garnparameter leicht anpassen. Schließlich
eignet sich die Texturiervorrichtung durch Anpassung des zylindrischen und des sich
kegelförmig erweiternden Teils auch für teil- oder vollintegrierte Texturierprozesse,
z.B. Strecktexturierung oder Spinnstrecktexturierung, die sich aufgrund der unterschiedlichen
Verfahrensführung in der Struktur der Oberflächeneigenschaften und der Plastizität
des Garns vor Einlauf in die Texturiervorrichtung stark unterscheiden.
[0035] Zur Charakterisierung des Effektes der Texturierung von Garnen etc. wird die sogenannte
"Einkräuselung" bestimmt.
[0036] Darunter wird folgender Wert verstanden, der in % ausgedrückt wird:
Man belastet das in kochendem Wasser entwickelte und noch feuchte Garn mit einem Gewicht
von 0,05 cN/dtex und bestimmt die Länge L1. Daran anschließend wird das gleiche Garnstück mit dem Gewicht von 0,001 cN/dtex
belastet und die Länge L2 gemessen. Die Einkräuselung ergibt sich dann folgendermaßen:

Beispiel 1
[0037] Ein unverstrecktes Polyamid-6-Vorgarn mit dem Titer 4100 f 67 dtex wird von einem
Wickelkörper abgezogen und der Verstreckvorrichtung einer Strecktexturiermaschine
zugeführt, wobei das Streckverhältnis 1:3,45 eingestellt ist. Die Temperatur der Einlaufgalette
in das Streckfeld beträgt 100
0C und die Temperatur der Auslaufgalette des Streckfeldes 150°C. Der vorgewärmte und
verstreckte Faden mit einem Strecktiter von 1200 dtex wird mit einer Gej schwindigkeit
von 2000 m/min einer in Fig. 1 gezeigten Kräuselvorrichtung zugeführt. Durch den Rohrstutzen
3 wird Luft der Temperatur 300°C bei einem Druck von 5,3 bar zugeführt, wobei die
Luftmenge durch Justierung des Fadeneinführungskanals 1 gegenüber dem'Fadenführungskanal
4 auf 6,5 Nm
3/h eingestellt wird.
[0038] Der Fadeneinführungskanal hat eine lichte Weite von 1,1 mm; der Fadenführungskanal
4 hat eine lichte Weite von 2,4 mm, einen Außendurchmesser von 3,0 mm und eine Gesamtlänge
von 127 mm. Der Fadenführungskanal 4 ragt in die Behandlungskammer 5, eine außen zylindrische
Schlitzdüse, bis zu der mit D
0 gekennzeichneten Stelle 30 mm hinein. Die Gesamtlänge der Behandlungskammer 5 beträgt
100 mm, woraus eine wirksame Länge von 70 mm resultiert. Über diese wirksame Länge
ist die Behandlungskammer 5 mit 12 radial in Längsrichtung verlaufenden Schlitzen
von 0,5 mm Breite durchsetzt. Der zylindrische Innenteil der Behandlungskammer 5,
also die Strecke D
O - D
0, in Fig. 1-4 beträgt 20 mm, was einer Länge von 2/7 der wirksamen Länge von 70 mm
der Behandlungskammer 5 entspricht. Die an den zylindrischen Innenteil anschließende
kegelförmige Erweiterung D
0, - D
1 hat eine Länge von 50 mm und ein Steigungsverhältnis von 1/50.
[0039] Die Einkräuselung des so hergestellten Garns beträgt 11,2 %.
Beispiel 2-7
[0040] In der beiliegenden Tabelle sind die erfindungswesentlichen Bedingungen für verschiedene
Garnstrecktiter angegeben. Alle übrigen Texturierparameter mit Ausnahme der lichten
Weite des Fadeneinführungskanals bei Beispiel 7, wo ein Durchmesser von 1,3 mm (statt
1,1 mm) verwendet wurde entsprechen den Angaben aus Beispiel 1.
