[0001] Die Erfindung betrifft einen Kran nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Bei einem derartigen, bekannten Kran kann der Bedienungs-Handhebel aus einer Neutralstellung,
in der das Bremslüftgerät in der Einbremsstellung und die Windenkupplung in der Auskuppelstellung
steht, in eine Ansteuerstellung für die Hubbewegung oder die Senkbewegung des Lastaufnahmeorganes
überführt werden, in der die Windenkupplung in ihre Einkuppelstellung überführt und
in der einen oder der anderen Richtung angetrieben ist, und das Bremslüftgerät im
Sinne eines Lösens oder Lüftens der Bremse beaufschlagt wird. Eine' solche Steuerung
eignet sich durchaus für den normalen Kranbetrieb. Sofern jedoch zur besseren Nutzung
des Gerätes auch ein Baggerbetrieb ermöglicht werden soll, muß ein Freifall des Greifers
ermöglicht werden, in dem bei gelöster Windenkupplung lediglich eine dosierbare Abbremsung
des Falles des Greifers erfolgt. Bei dem bekannten Kran besteht zwar keine Schwierigkeit
darin, eine Umschaltung derart vorzunehmen, daß in der Ansteuerstellung für die Senkbewegung
des Bedienungs-Handhebels eine Überführung der Windenkupplung in die Einkuppelstellung
vermieden ist, jedoch muß die Abbremsung des freien Falls des Greifers mittels des
Bedienungs-Handhebels derart erfolgen, daß das Bremslüftgerät fein dosiert einbremst.
Abgesehen davon, daß eine solche dosierte Manövrierbremsung mit vielen Bauarten bekannter
Bremslüftgeräte kaum durchführbar.ist, da diese häufig nicht für einen Betrieb in
Zwischenstellungen zwischen der Lüftstellung und der Einbremsstellung oder Totmannstellung
ausgelegt sind, ist es für den Kran- oder Baggerführer auch schwierig, mittels des
Handhebels eine feinfühlige Dosierung zu bewerkstelligen. Aus dem letzteren Grund
sind bei üblichen Baggern Fußpedale zur dosierenden Bremsenbetätigung insbesondere
im freien Fall des Greifers vorgesehen, da sich gezeigt hat, daß der Baggerführer
- in Anlehnung an die übliche Praxis beim Autofahren - mit dem rechten Fuß die Bremsmanöver
am feinfühligsten durchführen kann. Bei derartigen Baggern ist jedoch keine Totmannstellung
unter Verwendung eines Bremslüftgerätes vorgesehen, wie dies wiederum nur bei Kranen
üblich und auch vorgeschrieben ist, um bei Betriebsstörungen irgendwelcher Art ein
Herabfallen der hängenden Last auszuschließen.
[0003] Ausgehend von einem Kran der im Oberbegriff des Anspruchs 1 umrissenen Gattung liegt
daher der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen solchen Kran auch für Baggerbetrieb
mit feinfühliger Bremsendosierung im Freifall des Greifers geeignet zu machen.
[0004] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs
1.
[0005] Bei Überführung des Bedienungs-Handhebels in die Ansteuerstellung für die Senkbewegung
erfolgt am Bremslüftgerät dabei lediglich die volle Umschaltung in die Lüftstellung,
wofür sich jedes Bremslüftgerät von seiner Auslegung her bestens eignet. Bei in der
Lüftstellung stehendem Bremslüftgerät erfolgt die dosierende Bremsung des freien Falles
zur Vermeidung übermäßiger Stoßbelastungen und Kontrolle der Fallbewegung mit dem
insb. rechten Fuß des Baggerführers über das Pedal und die zusätzliche Bremsenbetätigungseinrichtung,
die je nach Pedalstellung selektiv mehr oder weniger Bremskraft aufbringt, ohne daß
dabei das Bremslüftgerät aus seiner völligen Löse- oder Lüftstellung herausgeführt
werden müßte. Mit der pedalbetätigten Bremsenbetätigungseinrichtung wird somit das
in der Lüftstellung stehende Bremslüftgerät gewissermaßen übersteuert und unabhängig
von dessen Stellung eine separat gesteuerte Bremsbetätigung eingeleitet, die mittels
des Pedales in der für den Baggerbetrieb optimalen Weise hinfühlig steuerbar ist.
[0006] Die Unteransprüche haben vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung zum Inhalt.
[0007] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung zweier Ausführungsformen anhand der Zeichnung.
[0008] Die Fig. 1 und 2 zeigen in schaltbildlicher Darstellung die erfindungswesentlichen
Teile zweier Ausführungsformen eines erfindungsgemäßen Kranes.
[0009] In Fig. 1 ist mit 1 schematisch vereinfacht eine Seilwinde mit einer üblichen Seiltrommel
veranschaulicht, an der eine mechanische Reibungsbremse 2 angreift, im Beispielsfalle
eine Bandbremse mit einem den überwiegenden Teil des Umfanges der Seiltrommel der
Seilwinde 1 umschlingenden Bremsband 3. Das Bremsband 3 ist mit einem Betätigungselement
4 in Form eines Schwenkhebels 5 verbunden, der als einarmiger Hebel ausgebildet ist
und eine Schwenklagerung 6 aufweist, in deren Bereich auch das eine, feste Ende des
Bremsbandes 3 befestigt ist. Das andere Ende des Bremsbandes 3 greift im Abstand von
der Schwenklagerung 6 am Schwenkhebel 5 an und ist an diesem bei 7 befestigt. Wird
der gemäß der gewählten zeichnerischen Darstellung nach unten weisende Schwenkhebel
5 mit seinem unteren Ende nach rechts bewegt, so wird das Bremsband 3 an die Seiltrommel
angedrückt und bremst diese, während eine Bewegung nach links die Bremse 2 löst. In
diese Lösestellung ist der Schwenkhebel 5 durch eine bei 8 veranschaulichte Rückholfeder
dauernd belastet, so daß ohne weitere Einwirkungen die Bremse 2 in der Lösestellung
steht.
[0010] Am Schwenkhebel 5 greift ein Bremslüftgerät 9 an, welches im Beispielsfalle als Federspeicherbremszylinder
10 mit einer Speicherfeder 11 und einer Lösekammer 12 ausgebildet ist. An einem zwischen
der Speicherfeder 11 und der Lösekammer 12 angeordneten, gleitbeweglichen Kolben 13
greift nach Art einer Kolbenstange ein Betätigungsorgan 14 an, welches einen am Schwenkhebel
5 befestigten Betätigungszapfen 15 mit einer langlochartigen Öffnung 16 nach Art eines
Schlitzgestänges umschließt. In der gewählten Darstellung steht der Federspeicherbremszylinder
10 in der Löse- oder Lüftstellung, in der durch in die Lösekammer 12 in weiter unten
noch näher erläuterter Weise eingeführtes Druckmittel der Kolben 13 in der gewählten
Darstellung gegen die Kraft der Speicherfeder 11 nach links gedrückt ist, so daß die
Rückholfeder 8 den Schwenkhebel 5 nach links in die Lösestellung überführen kann,
wobei dieser Schaltweg des Schwenkhebels 5 in die Lösestellung durch einen ortsfesten
Anschlag 17 begrenzt sein kann. In dieser Stellung befindet sich der Betätigungszapfen
15 des Schwenkhebels 5 in einem mittleren Bereich der langlochartigen Öffnung 16,
und jedenfalls in einem solchen Abstand d vom dem dem mit 18 bezeichneten Schaltende
gegenüberliegenden Ende 19 der Öffnung 16, der dem Schaltweg der Bremse 2 entspricht,
so daß also der Schwenkhebel 5 nach rechts zu einem vollen Einbremsen der Bremse 2
geschwenkt werden kann, ohne daß der Betätigungszapfen 15 am Ende 19 der Öffnung 16
anschlägt.
[0011] In der veranschaulichten Löse- oder Lüftstellung des Federspeicherbremszylinders
10 wird somit der Schwenkhebel 5 durch die Rückholfeder 8 in die Lösestellung überführt,
so daß die Bremse 2 gelöst ist. Bei Druckentlastung der Lösekammer 12 drückt die Speicherfeder
11 den Kolben 13 in der Zeichnung nach rechts, wodurch das Schaltende 18 der Halteöffnung
16 den Betätigungszapfen 15 des Schwenkhebels 5 mitnimmt und so den Schwenkhebel 5
gegen die Kraft der Rückholfeder 8 in die Einbremsstellung schwenkt. Natürlich ist
die Speicherfeder 11 so bemessen, daß unter Berücksichtigung der Hebelwirkung am Schwenkhebel
5 nicht nur die Rückholfeder 8 überwunden wird, sondern auch eine Einbremsung mit
ausreichender Haltekraft erfolgt.
[0012] Die Bauart des Bremslüftgerätes 9 ist an sich ohne nähere Bedeutung, da nur wesentlich
ist, daß das Bremslüftgerät 9 von einem Bedienungs-Handhebel 20 aus in seine Lüftstellung
überführbar ist, jedoch bietet sich ein mit Druckmittel, insbesondere mit Hydrauliköl
betriebener Federspeicherbremszylinder
10 anstelle etwa elektromotorisch betriebener Bremslüftgeräte schon deshalb an, weil
Hydrauliköl in aller Regel ohnehin als Steuer-Druckflüssigkeit am Gerät vorhanden
ist und die einfache und billige Bauart des Bremslüftgerätes 9 in Form eines Federspeicherbremszylinders
10 allen hier zu stellenden Anforderungen im Normalfall genügt.
[0013] Der Bedienungs-Handhebel 20 ist durch Rückholfedern 21 in seine neutrale Mittelstellung
belastet, in der ein an sich bekanntes, vom Bedienungs-Handhebel 20 aus steuerbares
Steuerorgan 22 eine Entlastungsleitung 23 von der Lösekammer 12 des Federspeicherbremszylinders
her zu einem drucklosen Hydraulikspeicher 24 aufsteuert, so daß die Lösekammer 12
in dieser Stellung des Bedienungs-Handhebels 20 zum Hydraulikspeicher 24 hin druckentlastet
wird und der Federspeicherbremszylinder 10 in seine Einbremsstellung schaltet.
[0014] Aus dieser, mit 0 bezeichneten Neutralstellung kann der Bedienungshebel gemäß den
eingezeichneten Pfeilen in eine Stellung I oder, auf der gegenüberliegenden Seite
der Neutralstellung Oyin eine zweite Steuerstellung II überführt werden. In der Steuerstellung
I erfolgt ein Ansteuern im Sinne einer Hubbewegung des Werkzeugs oder Lastaufnahmemittels
am Seil der Seilwinde 1 dadurch, daß eine Druckleitung 25 Druck erhält, während in
der Steuerstellung II entsprechend eine Senkbewegung angesteuert wird, wozu eine Druckleitung
26 druckbeaufschlagt wird. Hierzu ist in der üblichen und nicht näher dargestellten
Weise ein Druckspeicher vorgesehen, der im Steuerorgan 22 in der Steuerstellung I
des Handhebels 20 mit der Druckleitung 25 und in der Steuerstellung II mit der Druckleitung
26 in Verbindung gesetzt wird.
[0015] Die Druckleitung 26 führt über ein Rückschlagventil 27 zur Lösekammer 12 des Federspeicherbremszylinders
10, so daß bei Druckeinführung in die Druckleitung 26 der Kolben 13 im Sinne einer
Kompression der Speicherfeder 11 der gewählten Darstellung nach links verschoben wird
und der Schwenkhebel 5 durch die Rückholfeder 8 in die Lösestellung geschwenkt wird,
in der die Bremse 2 wirkungslos ist. Bei Druckeinführung in die Druckleitung 25 erfolgt
entsprechende Druckzufuhr zur Lösekammer 12 über ein Rückschlagventil 28, so daß auch
hier die Bremse 2 gelöst wird. Die Druckleitung 26 weist jedoch zusätzlich eine Zweigleitung
26a auf, die zu einer Windenkupplung führt, die bei 29 durch ihr Schaltorgan schematisch
vereinfacht veranschaulicht ist. Bei Druckbeaufschlagung einer Druckkammer 30 zwischen
im Beispielsfalle zwei Schaltkolben 31 rückt die Windenkupplung 29 ein, während bei
Druckentlastung der Druckkammer 30 Speicherfedern 32 die Ausrückbewegung bewirken.
Die Druckentlastung der Druckkammer 30 kann über eine Entlastungsleitung 23a erfolgen,
die an die Entlastungsleitung 23 der Lösekammer 12 des Federspeicherbremszylinders
10 angeschlossen ist. Bei Druckentlastung der Lösekammer 12 in der Neutralstellung
0 des Bedienungs-Handhebels 20 oder auch bei Energieausfall wird somit gleichzeitig
der Federspeicherbremszylinder in seine Einbremsstellung überführt, und wird die Windenkupplung
29 in ihre Auskuppelstellung überführt. In der Steuerstellung I des Bedienungs-Handhebels
20 erfolgt das Lösen der Bremse 2 durch Druckbeaufschlagung der Lösekammer 12 und
zugleich die Überführung der Windenkupplung 29 in die Einkuppelstellung durch Druckbeaufschlagung
der Druckkammer 30, wobei die Entlastungsleitungen 23 und 23a im Steuerorgan 22 abgeschlossen
sind. In der Steuerstellung II erfolgt ebenfalls eine Druckbeaufschlagung der Lösekammer
12 und damit ein Lösen der Bremse 2, jedoch keine Druckbeaufschlagung der Druckkammer
30 der Windenkupplung 29 vom Steuerorgan 22 her, wobei ein Rückschlagventil 33 in
der Entlastungsleitung 23a einen Druckaufbau in der Druckkammer 30 von der Lösekammer
12 her verhindert, so daß in der Steuerstellung II die Winde 1 ungebremst frei drehen
kann.
[0016] In dieser Stellung kann also ein Freifall des Werkzeuges erfolgen. Um diesen Freifall
dosiert bremsen zu können, ist eine zusätzliche Bremsenbetätigungseinrichtung 34 vorgesehen,
die mittels eines Fußpedales 35 mit dem rechten Fuß des Kran- oder Baggerführers feinfühlig
dosierbar betätigt werden kann. Die Winkelstellung des Pedals 35 beeinflußt in irgendeiner
üblichen Weise die Stellung eines Kolbens 36 eines Geberzylinders 37, der über eine
Steuerleitung 38 mit einem im Bereich der Bremse 2 angeordneten Nehmerzylinder 39
mit einem Kolben 40 verbunden ist. Am Kolben 40 ist nach Art einer Kolbenstange ein
Betätigungsteil 41 befestigt, welches im unteren Endbereich des Schwenkhebels 5, in
dem auch die Rückholfeder 8 angeordnet ist, am Schwenkhebel 5 angelenkt ist. Bei Betätigung
des Pedales 35 erfolgt somit über das Druckmittel wie Hydrauliköl in der Steuerleitung
38 eine analoge Bewegung des Betätigungsteiles 41, wobei der Schwenkhebel 5 unter
Zusammendrückung der Rückholfeder 8 in der Zeichnung nach rechts bewegt werden kann,
während der Kolben 13 des Federspeicherbremszylinders 10 unbeweglich bleibt, da der
Betätigungszapfen 15 des Schwenkhebels 5 über den gesamten Schaltweg der Bremse 2
von der vollständigen Lösestellung bis zur vollständigen Einbremsstellung im Bereich
des Abstandes d relativ zum Betätigungsorgan 14 bewegbar ist. Auf diese Weise wird
die Löse- oder Lüftstellung des Federspeicherbremszylinders 10 durch die zusätzliche
Bremsenbetätigungseinrichtung 34 gewissermaßen übersteuert und kann in der für den
Baggerbetrieb optimalen Weise eine selektiv feinfühlig dosierbare Abbremsung der Senkbewegung
vom Pedal 35 aus erfolgen. Zu jedem beliebigen Zeitpunkt des Betriebs kann der Kran-
oder Baggerführer durch Überführung des Bedienungs-Handhebels 20 in die Neutralstellung
0 den Federspeicherbremszylinder in seiner Funktion als Haltebremse einsetzen, was
auch bei jeglichen Betriebsstörungen durch Schaltung in die Totmannstellung automatisch
erfolgt, so daß die Bedienungsperson nicht dauernd das Bremspedal 35 drücken muß.
Bei erneuter Aufnahme des Fallbetriebs braucht lediglich Druck auf das Bremspedal
35 ausgeübt und anschließend der Bedienungs-Handhebel 20 in die Steuerstellung II
überführt werden, um die Senkbewegung wieder mit dem Pedal 35 feinfühlig steuern zu
können.
[0017] Für den Kranbetrieb ist keine Freifallmöglichkeit gefordert, sondern ein geschwindigkeitskontrollierter
Rücklauf durch Reversierbarkeit beispielsweise des hydraulischen Antriebsmotors. Hierzu
kann das Gerät eine Umschaltmöglichkeit besitzen, bei der in der gestrichelt angedeuteten
Weise eine Zweigleitung 25a der Druckleitung 25 zur Windenkupplung 29 geführt ist,
so daß auch bei Druckeinführung in die Druckleitung 25 eine Druckbeaufschlagung der
Druckkammer 30 und damit eine Überführung der Windenkupplung 29 in die Einkuppelstellung
erfolgt, wobei gleichzeitig in nicht näher dargestellter Weise die Antriebsrichtung
zur Erzielung der Senkbewegung umgesteuert wird. Bei Bedarf kann dabei eine Wechselwirkung
zwischen den Zweigleitungen 25a und 26a durch eine Rückschlagventilanordnung 42 ausgeschlossen
werden, die der Anordnung der Rückschlagventile 27 und 28 entspricht, deren Wirkungsweise
bereits weiter oben näher erläutert ist. Die Rückschlagventilanordnung 42 kann ebenso
wie die Rückschlagventile 27 und 28 als übliches Doppel-Rückschlagventil ausgebildet
sein, mit nur einem Schließkörper, der je nach Druckbeaufschlagung an einen der zu
beiden Seiten der abzweigenden Leitung angeordneten Ventilsitze gedrückt wird. Bei
Druckentlastung durch Umschaltung des Handhebels 20 in die Neutralstellung 0 kann
dann im Steuerorgan 2
2 eine Druckentlastung der Leitungen 25 und
26 zum Hydraulikspeicher
24 hin eröffnet werden, so daß über die Druckleitungen auch die Druckentlastung der
Lösekammer 12 bzw. der Druckkammer 30 erfolgen kann und zusätzliche Entlastungsleitungen
23 und
23a entfallen können.
[0018] Weiterhin kann die Überführung des Bremslüftgerätes 9 in die gelüftete Stellung eine
Schaltung mittels Druckknopf oder dgl. und elektrischem Schaltventil erfolgen, gegebenenfalls
zusätzlich zur Ansteuerung durch den Handhebel
20, so daß für den Baggerbetrieb das Bremslüftgerät 9 bei Bedarf für die ganze Betriebsphase
gewissermaßen dauernd außer Betrieb gesetzt werden kann. Dennoch kann das Bremslüftgerät
9 in der bereits erläuterten Weise auch im Rahmen des Baggerbetriebs Funktion einer
Haltebremse ausüben, wenn keine dauernde, von der Baggersteuerung unabhängige Überführung
in die gelüftete Stellung durchgeführt wird.
[0019] Natürlich kann das Pedal 35 auch derart angeordnet werden, daß es mit dem linken
Fuß betätigt werden kann. Bei
Zweiwindenbetrieb kann eine Doppelanordnung des Fußpedales 35 und des Handhebels 20
derart erfolgen, daß die eine Winde mit der rechten Hand und dem rechten Fuß und die
andere Winde mit der linken Hand und dem linken Fuß ansteuerbar ist. Bei der Ausführungsform
gemäß Fig. 2 sind gleiche Teile wie bei der Ausführungsform gemäß Fig. 1 zur Verbesserung
der Übersichtlichkeit mit gleichen Bezugszeichen versehen. Wie aus einem Vergleich
der Fig. 1 und 2 ohne weiteres ersichtlich ist, besteht der einzige Unterschied darin,
daß die das Betätigungsorgan 14 bildende Kolbenstange an dem Schwenkhebel 5 nicht
über ein Schlitzgestänge, sondern in beiden Betätigungsrichtungen im wesentlichen
spielfrei über ein einfaches Gelenk 42 angreift. Die Stellung des Schwenkhebels 5
ist daher ausschließlich abhängig von der Stellung des Betätigungsorganes 14 bzw.
des Bremslüftgerätes 9, und kann über die zusätzliche Bremsenbetätigungseinrichtung
34 nicht beeinflußt werden.
[0020] Dafür weist die Bremsenbetätigungseinrichtung 34 anstelle des Nehmerzylinders 39
der Ausführungsform gemäß Fig. 1 einen Bremszylinder 43 auf, der in das Bremsband
3 eingeschaltet ist. In drucklosem Zustand, also ohne Druckzufuhr vom Geberzylinder
37 her, drückt eine Lösefeder 44 den Kolben 45 und damit die Kolbenstange 46 in eine
äußere Endstellung, in der zwischen den Anlenkpunkten 47 des Gehäuses des Bremszylinders
43 und 48 des Endes der Kolbenstange 46 am Bremsband bzw. einer nicht näher dargestellten,
entsprechend vorgeschalteten Armatur maximaler Abstand besteht und das Bremsband 3
unter Einschluß des Bremszylinders 43 eine Länge besitzt, wie sie für normale Bremsenbetätigung
im Kranbetrieb anhand des Bedienungs-Handhebels 20 ausgelegt ist. Bei Betätigung des
Pedales 35 jedoch wird über den Geberzylinder 37 und eine Bremsleitung 49 Druck in
die mit
50 bezeichnete Bremskammer des Bremszylinders 43 an dessen kolbenstangenseitigem Ende
eingeführt und so der Kolben 45 gegen die Kraft der Lösefeder 44 in Richtung auf das
Blindende des Bremszylinders 43 gedrückt, so daß die Kolbenstange 46 eingezogen wird.
Dadurch verringert sich entsprechend der Abstand zwischen den Anlenkpunkten 47 und
48, und verringert sich entsprechend die wirksame Länge des Bremsbandes 43 ohne Bewegung
des Schwenkhebels 5. Hierdurch ergibt sich die entsprechende Bremswirkung des Bremsbandes
3 , so daß unabhängig von der Stellung des Lüftgerätes 9 bzw. des Schwenkhebels 5
mittels des Pedales 35 eine sehr feinfühlige Bremsendosierung für den Freifall möglich
ist. Wie ohne weiteres ersichtlich ist, tritt die Bremswirkung des Bremsbandes 3 bei
Betätigung des Pedales 35 immer ein, auch dann, wenn im Kranbetrieb über den Bedienungs-Handhebel
20 gesteuert wird. Daher kann das Pedal 35 gewissermaßen auch als Notbremse wirken,
da unabhängig vom Betriebszustand immer dann ein sofortiges vollständiges Abstoppen
mittels der Bremse 2 erfolgt, wenn entsprechend einem durch das Autofahren eingeübten
Reflex auf das Pedal 35 getreten wird.
[0021] Die Ausführungsform der zusätzlichen Bremsenbetätigungseinrichtung 34 gemäß Fig.
2 eignet sich insbesondere auch für einen nachträglichen Einbau, da gegenüber den
üblichen Bedienungs- und Betätigungseinrichtungen eines Kranes lediglich erforderlich
ist, in das Bremsband 3 oder eine entsprechende Anlenkarmatur den Bremszylinder 43
einzusetzen und an den pedalbetätigten Geberzylinder 37 anzuschließen, ohne daß ein
Eingriff an den sonstigen Kraneinrichtungen erforderlich wäre.
[0022] Eine weitere Vereinfachungsmöglichkeit für die Bedienung ergibt sich in zeichnerisch
nicht näher dargestellter Weise dadurch, daß mittels eines Umschalthebels der Bedienungs-Handhebel
20 völlig stillgelegt werden kann und bei ständig in der Lüft- oder Lösestellung stehendem
Bremslüftgerät 9 dann ausschließlich mit der zusätzlichen Bremsenbetätigungseinrichtung
34 gebremst werden kann. Hierdurch erfolgt zwar ein Verzicht auf die sogenannte Totmannstellung
und die damit verbundene zusätzliche Sicherheit, jedoch ist diese für einen einfachen
Baggerbetrieb auch nicht erforderlich. Dafür kann in einem einfachen Baggerbetrieb
ohne besondere Sicherheitsanforderungen dann genauso gearbeitet werden, wie dies bei
Baggern üblich ist, ohne daß Besonderheiten der Kranbedienung dabei zu beachten wären.
1. Kran mit einem Hubwerk mit einer kuppelbaren Seilwinde, die mit einer die Stopp-
und Haltefunktion übernehmenden und zugleich als Manövrierbremse dienenden mechanischen
Reibungsbremse versehen ist, die als Lüfterbremse ausgebildet ist und mittels eines
auf ein Bremslüftgerät wirkenden Bedienungs-Handhebels in die gelüftete Stellung überführbar
ist, dadurch gekennzeichnet, daß eine durch ein fußbetätigbares Pedal (35) steuerbare,
zusätzliche Bremsenbetätigungseinrichtung (34) vorgesehen ist, mit der die Bremse
(2) bei in der Lüftstellung stehendem Bremslüftgerät (9) mit selektivem Bremsdruck
in die Einbremsstellung überführbar ist.
2. Kran nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in der die Hubbewegung ansteuernden
Steuerstellung (I) des Bedienungs-Handhebels (20) sowohl die Überführung des Bremslüftgerätes
(9) in die Lüftstellung als auch der Windenkupplung (29) in die Einkuppelstellung
erfolgt, in der die Senkbewegung ansteuernden Steuerstellung (II) des Bedienungs-Handhebels
(20) jedoch keine Überführung der Windenkupplung (29) in die Einkuppelstellung erfolgt.
3. Kran nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Windenkupplung (29)
dauernd in die Auskuppelstellung belastet ist (Rückholfeder 32).
4. Kran nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Betätigungsorgan
(14) des Bremslüftgerätes (9) an einem Betätigungselement (4) der Bremse (2) nur in Einbremsrichtung
schlüssig angreift.
5. Kran nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Betätigungselement (4) der
Bremse (2) einen Betätigungszapfen (15) aufweist, der in eine vorzugsweise langlochartige
Halteöffnung (16) des Betätigungsorgans (14) des Bremslüftgerätes (9) eingreift, wobei
der Bewegungsweg (Abstand d) des Betätigungszapfens (15) in der Halteöffnung (16) in der Lüftstellung größer gehalten ist als der Schaltweg des Betätigungselementes
(4) der Bremse (2).
6. Kran nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Betätigungselement
(4) der Bremse (2) einen Bremszylinder (43) aufweist, der vom fußbetätigbaren Pedal
(35) aus zur Erzielung einer von der Stellung des Lüftgerätes (9) unabhängigen Einbremsung
ansteuerbar ist.
7. Kran nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Bremse (2)
als Bandbremse ausgebildet ist.
8. Kran nach den Ansprüchen 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Bremszylinder
(43) in das Bremsband (3) integriert ist und bei Druckbeaufschlagung durch das fußbetätigbare
Pedal (35) die Kolbenstange (46) des Bremszylinders (43) zur Verkürzung der wirksamen
Länge des Bremsbandes (3) einzieht.
9. Kran nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Bremslüftgerät
(9) als Federspeicherbremszylinder (10) ausgebildet ist.
10. Kran nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Betätigungselement
(4) der Bremse (2) als Schwenkhebel (5) ausgebildet ist.
11. Kran nach einem der Ansprüche 4 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Betätigungselement
(4) der Bremse (2) dauernd in die Lüftstellung belastet ist (Rückholfeder 8).