[0001] rstellbaren Dosierschieber vorgenommen wird, wobei ein mechanischer Signalgeber in
Abhängigkeit von der Produktzufuhr ein Geberglied auslenkt, das einen in ein pneumatisches
Ventil eindrückbaren Schaltkontakt betätigt, der bei steigender Produktzufuhr durch
das Geberglied eingedrückt wird, wobei der Eingang des Ventiles an eine Druckluftleitung
angeschlossen und zur Verstellung des Dosierschiebers eine Servoeinrichtung vorgesehen
ist.
[0002] In der CH-A 418791 ist ein Müllerei-Walzenstuhl beschrieben, dessen leistungsabhängige
Elemente über ein zentrales elektrokapazitatives Speisemengen-Messgerät gesteuert
werden, mittels dessen das Vorhandensein eines ausreichenden Produktdepots im Speiseraum
über eine Speisewalze festgestellt und entsprechend elektrische Steuersignale an elektropneumatische
Ventile zur Steuerung u. a. der Stellung eines Dosierschiebers gegeben werden. Hierbei
zeigt es sich allerdings bei besonders schwierigen Produkten, dass die Regelung der
Speiseleistung nicht immer ganz angeglichen ist, weil Produkt an der kapazitativen
Sonde haften bleiben kann, was eine Feinregulierung erschwert.
[0003] In der DE-C 582423 ist eine Kombination elektrischer und mechanischer Steuerungsmittel
beschrieben, die auch zum Einsatz bei grösseren Steuerungskräften geeignet sind, deren
baulicher Aufwand allerdings gerade durch die Verwendung eines mechanischen und eines
elektrischen Systems ganz erheblich ist.
[0004] Bei der Anordnung aus der DE-C 817069 wird das mechanische Ausgangssignal direkt
zur Steuerung eines nachgeschalteten Servomotors eingesetzt, wobei das mechanische
Geberglied direkt das Ein/Aus-Steuerungsventil am Gehäuse des Servomotors beaufschlagt.
In Abhängigkeit von der belastungsbedingten Auslenkung des mechanischen Gebergliedes
betätigt dann der Servomotor über seinen Ausgang und eine zwischengeschaltete Heberuntersetzung
direkt den Dosierschieber. Schwankungen in der Zufuhr des Produktes resultieren in
entsprechenden Schwankungen der Dosiersteuerung.
[0005] In der CH-A 275417 ist schliesslich eine Steuerungsanordnung der eingangs genannten
Art beschrieben, bei der in Abhängigkeit von der Produktzufuhr das mechanische Geberglied
zur Auslenkung gebracht wird und einen Steuerstift eines Pneumatikzylinders betätigt.
Das Gehäuse des Pneumatikzylinders ist starr am Walzengestell befestigt und die in
Abhängigkeit von der Auslenkung des Gebergliedes über den Steuerstift ausgelöste Verschiebebewegung
des Kolbens des Pneumatikzylinders wird wiederum direkt über zwischengeschaltete Hebel
zur Einstellung des Dosierschiebers benutzt.
[0006] Ausgehend hiervon liegt die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe darin, eine Einrichtung
der eingangs genannten Art so weiterzuentwikkeln, dass sie bei relativ einfachem Aufbau
und geringem Aufwand eine im besonderen Mass konstante Produktzuleitung sowie eine
besonders gute Konstanthaltung des Produktniveaus selbst bei starken Leistungsschwankungen
ermöglicht.
[0007] Erfindungsgemäss wird diese Aufgabe bei einer Einrichtung der eingangs genannten
Art dadurch gelöst, dass der Ausgang des pneumatischen Ventiles über eine Steuerleitung
mit dem Eingang der Servoeinrichtung verbunden ist, das pneumatische Ventil in eine
Ausschaltstellung, in der sich der Schaltkontakt in ausgefahrener Position befindet,
und in eine Einschaltstellung, bei welcher der Schaltkontakt ganz eingedrückt ist,
sowie in eine zwischen beiden Schaltstellungen liegende Nullstellung schaltbar ist,
bei der sich der Schaltkontakt in einer mittleren Eindrückposition befindet und beide
Leitungen gesperrt sind, wobei der Schaltkontakt beim Eindrücken in Richtung auf seine
ausgefahrene Stellung hin vorgespannt wird, und dass bei einer Verstellbewegung der
Servoeinrichtung das Gehäuse des pneumatischen Ventiles relativ zum Geberglied stets
in Richtung auf ein Einstellen seiner Null- stellung bewegt wird. Die Erfindung ermöglicht
es, mit einem mechanischen Signalgeber über eine Nachlaufsteuerung unter Einsatz eines
Ventiles mit einer mittleren Null-Schalt-Stellung die Produktspeisung für einen Walzenstuhl
über eine Servoeinrichtung empfindlich zu regeln. Der erfindungsgemäss geforderte
Einsatz eines Drei-Schaltstellungs-Ventiles, das jeder Bewegung des Gebergliedes mit
Verzögerung nachläuft, führt, wie die Praxis zeigt, zu einer Regelung, bei der wirklich
eine gut konstante Produktzuleitung und eine vorzügliche Konstanthaltung des Produktniveaus
im Speiseraum selbst bei starken kurzzeitigen Stossbelastungen in der Produktspeisung
erreichbar ist.
[0008] Eine vorteilhafte Ausgestaltung der erfindungsgemässen Einrichtung besteht auch darin,
dass ein zweites vom Steuerdruck in der Steuerleitung des pneumatischen Ventiles beaufschlagtes
Ventil, zum Steuern des Ein- und Ausrückens von Mahlwalzen vorgesehen ist.
[0009] Eine besonders einfach aufgebaute wirksame und betriebssichere Ausgestaltung der
erfindungsgemässen Einrichtung wird dadurch erreicht, dass ein mit seinem einen Ende
verschwenkbar am Walzenstuhlrahmen befestigter Hebelarm vorgesehen ist, an dem sowohl
das Gehäuse des pneumatischen Ventiles wie auch ein Verstellglied für den Dosierschieber
wie auch die Kolbenstange der ebenfalls am Walzenstuhlrahmen angeordneten Servoeinrichtung
befestigt sind, wobei das Gehäuse des pneumatischen Ventiles am freien Ende des Hebelarms
sitzt, dass weiterhin die Servoeinrichtung einen Pneumatikzylinder mit Kolben und
Kolbenstange aufweist, und dass die Steuerseite des Kolbens über die Steuerleitung
mit dem Steuerdruck des pneumatischen Ventiles beaufschlagt wird, während die andere
Kolbenseite unter Einwirkung einer Vorspannkraft steht. Bei dieser Ausgestaltung bildet
die Servoeinrichtung zusammen mit dem einseitig am Walzenstuhl angelenkten Hebelarm
eine Funktionseinheit, bei der mit wenigen bewegten Teilen eine wirksame und betriebssichere
Regelung der Speiseleistung möglich ist. Der erforderliche bauliche Aufwand ist überraschend
gering. Dabei ist es von Vorteil, wenn am Hebelarm auch Glieder zum Verstellen der
Drehzahl der Speisewalzen befestigt sind, wobei eine Regulierung der Speiseleistung
alternativ oder gleichzeitig mittels Dosierschieber einerseits und Speisewalzendrehzahl
andererseits möglich ist.
[0010] Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung der erfindungsgemässen Einrichtung besteht
auch darin, dass das pneumatische Ventil als Membranventil ausgebildet ist, das durch
einen Stössel oder einen Rollenhebel geschaltet wird, der eine Entlüftungsöffnung
aufweist. Vorzugsweise ist die der Steuerseite des Kolbens zum Einstellen des Dosierschiebers
abgewendete Kolbenseite über eine Druckfeder in Richtung auf eine geschlossene Stellung
des Dosierschiebers hin vorgespannt.
[0011] Die Anwendung der erfindungsgemässen Einrichtung in der Praxis hat gezeigt, dass
bei einer gleichmässigen Produktzufuhr auch das Produktniveau im Speiseraum oberhalb
der Dosierwalzen konstant blieb. Des weiteren hat sich gezeigt, dass auch dann, wenn
sehr starke Leistungsschwankungen auftraten, durch die erfindungsgemässe Anordnung
die Dosierleistung bestens diesen Leistungsschwankungen angepasst wurde, wobei im
Steuerungsverhalten gleichzeitig eine starke Glättung erzielt werden konnte. Stets
hat sich auch gezeigt, dass die Funktionssicherheit ausserordentlich gross war.
[0012] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnungen im Prinzip beispielshalber
noch näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1 eine schematisch dargestellte Ausführungsform für eine erfindungsgemässe Steuerungsanordnung;
Figur 2 und Figur 3 den gemessenen Druckverlauf eines pneumatischen Regelsignales
zu einer Ausführung gemäss Figur 1;
Figur 4 ein vollständiges Steuerschema bei einer erfindungsgemässen Anordnung an einem
Müllerei-Walzenstuhl mit Speiseregulierung, kombiniert mit automatischer Walzenein-
und -Ausrückung;
[0013] In Figur 1 ist schematisch eine Produkt-Speiseregelung gezeigt: in der linken Bildhälfte
ist der Speiseraum 70 wiedergegeben, der unten durch eine Verteilwalze 71, eine Speisewalze
72 sowie einen Dosierschieber 73 abgeschlossen ist. Im Speiseraum 70 ist eine Sonde
74 angeordnet, die über einen Träger 75 an einem Drehbolzen 76 abgestützt ist. Der
Träger 75 weist einen Geber 77 auf, der einerseits mit einer Zugfeder 78 sowie andererseits
mit einem Rollenhebel 79 eines pneumatischen Ventiles 80 in Wirkverbindung steht.
Das pneumatische Ventil 80 ist eingangsseitig an eine Druckluftleitung 81 angeschlossen;
eine Steuerleitung 82 führt von dem pneumatischen Ventil 80 an einen Servozylinder
83 zur Beaufschlagung eines darin befindlichen Kolbens 84 auf dessen einer Seite.
Weiterhin ist eine Kolbenstange 85 vorgesehen, die endseitig mit einem Gelenkbolzen
86 an einem Hebelarm 87 befestigt ist, der seinerseits um ein Drehgelenk 88 gelenkig
an der festen Rahmenkonstruktion 89 fixiert ist. Das pneumatische Ventil ist am anderen
Ende des Hebelarmes 87 befestigt und folgt dabei entsprechend den Hebelgesetzen, der
Bewegung der Kolbenstange 85 bzw. dem Hebelarm 87. An letzterem ist ferner ein Dosierschieber
73 über eine Verbindungslasche 91 bzw. über Bohlen 92 und 93 kraftschlüssig befestigt.
Der Dosierschieber 73 ist um ein Drehlager 94 kippbar, wobei sich, je nach seiner
momentanen Stellung, zwischen ihm und der Speisewalze 72 ein Dosierspalt einstellt.
Das ganze System wird von einer Druckversorgung 95 gespeist.
[0014] Die Druckluft für die Steuerseite kann zusätzlich über einen Handschalter 98 unterbrochen
werden, etwa um Servicearbeiten durchzuführen. Der Systemdruck wird durch die genannte
Versorgung ständig auf einem konstanten Druck gehalten, der (z.B. im Wert von 6 bar)
über eine Leitung 99 als Gegendruck auf die dem Steuerdruck abgekehrte Seite des Kolbens
84 abgegeben wird. An Stelle des genannten konstanten Druckes über die Leitung 99
kann auch eine Feder 100 oder beides gemeinsam eingesetzt werden. Die Verwendung einer
Feder 100 ergibt den Vorteil, dass bei Ausfall der Druckluft der Dosierschieber sicher
schliesst.
[0015] In Figur 2 ist der Druckverlauf des Regelsignals, wie er in der Steuerleitung 82
mit einem Druckschreiber festgestellt werden kann, gezeigt. Die Werte entsprechen
der Messung an einem Walzenstuhl einer B-Passage. Während einer ersten Phase von etwa
50 sec. ist der Druck dabei auffallend stabil und nur kurzzeitig (bei etwa 29 sec.)
durch eine kurze Druckerhöhung unterbrochen. Der im wesentlichen horizontale Verlauf
der Kurve zeigt, dass ganz kurzzeitige Leistungsvariationen im Regelsignal weitergegeben
werden. Bei ca. 50 sec. wird der ganze Regelkreis durch Handausrückung der Mahlwalzen
künstlich unterbrochen, wodurch das Regelsignal entsprechend sofort auf den Wert null
abfällt. Das rasche Ansprechen der Regelung auf eine entsprechende Störfunktion ist
sehr vorteilhaft. Ganz besonders wichtig ist aber der Beginn der Regelung nach dem
Einrücken der Mahlwalzen. Das Auslaufen des Regelsignales dauert entsprechend der
Messung des Druckschreibers etwa 1 sec. Der Wiederbeginn des Signales tritt nahezu
ohne Zeitverzug auf und das Signal geht, was regelungstechnisch besonders interessant
ist, sofort auf einen etwa mittleren Wert über, pendelt dann während etwa 10 sec.
um diesen Wert und leitet sodann sofort wieder in ein stabiles Regelverhalten über.
Besonders bemerkenswert ist die schnelle Reaktion bei der Veränderung, die fast ohne
jegliches Übersteuern und ohne Aufschaukelungen stattfindet.
[0016] In Figur 2 sind ständig wiederkehrende konstante Regelperioden von 5 bis 10 sec.
gezeigt, die allesamt innerhalb eines verhältnismässig engen Regelbereiches liegen.
Für die Mahlwalzen und für die Walzenlagerung ist dies sehr wichtig, da damit durch
die Speiseregelvorrichtung eine Schwingungsaufschaukelung durch ständig wechselnde
Mahlkräfte verhindert werden kann.
[0017] In Figur 3 ist das Regelsignal bei einer C-Passage (d. h. bei einer hinteren Passage)
gezeigt, bei der die dem Walzenstuhl zugeführte Produktmenge über kürzere und längere
Perioden hinweg fast nicht variiert. Dieser Fall ist regelungstechnisch besonders
leicht beherrschbar. Etwa 5 sec. nach Messbeginn war die Produktzufuhr kurzzeitig
gestört, was sogleich einen entsprechenden Abfall beim Regelsignal auslöst. Der nachfolgend
sich einstellende Kurvenverlauf ist regelungstechnisch beinahe als eine Art «Idealverlauf»
anzusehen. Auch bei diesem wurden nach etwa 115 sec. die Mahlwalzen kurzzeitig von
Hand aus- und danach sogleich ohne Zeitverzug wieder eingerückt. Der dargestellte
Diagrammverlauf zeigt erstaunlicherweise, dass sich nach einer sehr geringen Übersteuerung
schon nach etwa 1 bis 2 sec. der gleiche Regelwert wie vor der künstlichen Störung
wieder einstellt und die ursprüngliche Kurve ihren Fortgang findet.
[0018] In Figur 4 ist eine Ausführungsform gezeigt, bei der die im wesentlichen in Figur
1 gezeigte Speiseregulierung mit einer Walzenein- und -ausrückung kombiniert ist.
[0019] In Figur 4 ist eine Ausführungsform für einen typischen Mühlereiwalzenstuhl mit Doppelausführung
für die eigentliche Vermahlungseinheit dargestellt.
[0020] Mittels eines zentralen Steuerventils 96 können alle Walzen Wa
l, Wa
2... mit Hilfe der Schnellentlüfter 97 ausgerückt werden.
[0021] Der Kolben 120 ist über eine Kolbenstange 121 mit der beweglichen Walze bzw. dem
entsprechenden Walzenlager gekoppelt.
[0022] Zusätzlich ist aber auch noch dargestellt, dass der Servozylinder für die Walzenein-
und -ausrückung an jedem Walzenende, also insgesamt 4 fach, vorgesehen ist.
[0023] Die Funktionsweise eines Mühlerei-Walzenstuhles nach einem der gezeigten Ausführungsbeispiele
entsprechend Figuren 1 bis 4 ist wie folgt:
[0024] Der Mahlspalt der Mahlwalzen wird über ein Handrad entsprechend dem zu vermahlenden
Gut vorgewählt. Wird über den Speiseraum 70 noch kein Mahlgut eingespeist, so wird
die Sonde 74 über eine Zugfeder 78 nach oben gedrückt. Der Geber 77 berührt den Schaltkontakt
79 des pneumatischen Ventils 80 nicht, so dass in der Steuerleitung 82 kein Druck
aufgebaut wird. Die Feder 100 oder der Druck aus der Leitung 99 (oder beides, je nach
Wahl des Systems) drücken den Hebelarm 87 gegen den Uhrzeigersinn und damit den Dosierschieber
73 in eine geschlossene Stellung. Der Dosierspalt ist geschlossen, so dass auch kein
Produkt auf die Mahlwalzen ausdosiert wird. Bei Ausbleiben eines Regelsignales in
der Steuerleitung 82 bzw. 115 steht auch am Verstärkerventil 116 kein Steuerdruck
an, weshalb sich die Mahlwalzen über die Zylinder 118 in ausgerückter Position befinden.
[0025] Wird nun Mahlgut über den Speiseraum 70 dem Walzenstuhl zugeführt, so wirkt sofort
der Impuls des strömenden Gutes bzw. eine entsprechende Gewichtskomponente auf die
Sonde 74, die dadurch nach unten gedrückt wird. Der Geber 77 bewegt sich nach rechts,
drückt den Schaltkontakt 79 ein, und löst hierdurch ein Regelsignal aus.
[0026] In der Steuerleitung 82 baut sich nun ein Druck auf, der jedoch vorerst keine Änderung
in der Signalgebung verursacht. Sobald jedoch der Druck einen eingestellten Schwellwert
erreicht hat, werden die Mahlwalzen eingerückt. Hierbei handelt es sich um einen dynamischen
Vorgang. Die Sonde 74 ist mit dem Geber 77 in Bewegung, d. h. der Schaltkontakt 79
wird in einem Zug voll auf das pneumatische Ventil 80 gedrückt. Vom Geber 77 wird,
insbesondere bei Einsatz eines sehr empfindlichen Membranventiles für das pneumatische
Ventil 80, schon durch kleinste Bewegungen der maximale Regeldruck in der Steuerleitung
82 freigegeben. Hieraus resultiert, dass die Kolbenstange 85 mit dem Hebel 87 sowie
dem pneumatischen Ventil 80 in einem Zeitraum von Hundertstel- oder Zehntel-Sekunden
in Bewegung gesetzt werden, wobei sich der direkt verbundene Dosierschieber zu öffnen
beginnt und Produkt auf die Mahlwalzen eingespeist wird. Sowohl der Zylinder 118 wie
auch der Zylinder 83 sind als pneumatische Servozylinder ausgeführt, wodurch die Arbeitskräfte
schnell, aber dennoch nicht schlagartig erzeugt werden. Die Luft im Zylinder bildet
im Gegensatz zu Hydraulikmedien eine Art «Stossdämpfer». Es hat sich gezeigt, dass
durch geeignete Wahl der Zug- und Druckfedern der Querschnitte in den pneumatischen
Leitungen sowie entsprechender Vorspannungen der Federn ein im Hinblick auf die betroffenen
Maschinenelemente vollkommener Gleichlauf der Steuer- bzw. Regelfunktionen sich erreichen
lässt. Dies gilt sowohl beim Einlauf- wie beim Auslauffall.
[0027] Für den weiteren Bewegungsablauf wird auf die Figuren 1 und 4 verwiesen: der Hebelarm
87 führt bei Einsetzen der Produktspeisung als erste Phase eine kleine Schwenkbewegung
im Uhrzeigersinn aus. Gleichzeitig mit dieser läuft auch der Schaltkontakt 79 vom
Geber 77 weg. Die Zugfeder 78 spannt sich proportional zum Wegstück des Gebers 77.
Wird nur eine geringe Produktmenge über den Glaszylinder eingespeist, so stellt sich
zwischen den Mahlgutkräften auf die Sonde 74 sehr rasch ein Gleichgewicht ein, bei
dem das Speisesegment 73, der Hebelarm 87 und das pneumatische Ventil 80 in ihrer
Position verharren bleiben. Gleichzeitig aber sind Geber 77 und Schaltkontakt 79,
der über eine Feder in das pneumatische Venil 80 eingeschoben werden kann, in ständiger
gegenseitiger Wirkverbindung, wobei kleinste Bewegungen auftreten, die allerdings,
was einen wesentlichen Vorteil darstellt, keinen direkten Einfluss mehr auf das umgewan-.
delte pneumatische Regelsignal ausüben. Das pneumatische Ventil 80 verweilt in dieser
Phase in einer Null-Stellung, bei der alle Ein- und Ausgänge verschlossen sind. Dadurch
bleibt der in der ersten Phase erzeugte Druckwert des pneumatischen Regelsignals unverändert
erhalten und der Kolben 84 durch die stabilen Druckverhältnisse auf beiden Kolbenseiten
mit verhältnismässig grossen Kräften starr eingespannt. Der Dosierschieber 73 verweilt
ruhig in seiner Position. Wird nun die Zufuhr des Gutes gesteigert oder wird aus anderen
Gründen die im Speiseraum zugeführte Leistung grösser als die durch den Dosierspalt
abgeführte Leistung, so verschiebt sich der Geber 77 weiterhin in Richtung Schaltkontakt
79 bzw. auf das pneumatische Ventil 80, wobei letzteres dem Geber 77 nachläuft und
bei einem eingestellten Schwellwert erneut ein entsprechendes Regelsignal als erhöhten
Druckwert in die Steuerleitung 82 abgibt. Je nach Gegebenheit, z.B. auch dann, wenn
es sich um einen Anfahrvorgang o.ä. handelt, wird ein pneumatisches Regelsignal etwa
entsprechend Figur 2 bzw. Figur 3 vorgegeben bzw. ausgelöst. Je nach Vorbedingung
kann sich ein stabiles Gleichgewicht über einen gleichmässigen Signalverlauf einstellen,
wie dies aus Figur 3 ersichtlich ist. Es können aber auch bei ständig schwankenden
Zufuhrleistungen einzelne Perioden stabiler Lagen, in denen das pneumatische Ventil
80 an irgendeiner beliebigen Stelle des Hebelarmes 87 sich befindet, sich in der Null-Stellung
abwechseln. Die gezeigte Regelung ist damit imstande, entweder ein sehr gleichmässiges
Regelsignal zu erzeugen (vgl. Figur 3) oder aber, bei sehr variabler Speiseleistung
ein Signal von wiederholt stabilen Phasen aufzuweisen (vgl. Figur 2).
[0028] Wie aus Figur 4 ersichtlich kann der Steuerdruck in der Leitung 119 zur optischen
Anzeige der jeweiligen Stellung der Walzen ausgenützt werden. Mit der Druckluft kann
z.B. eine farbige Koppe hinter einem Glasauge 120 verschoben werden, so dass das Ein-
bzw. das Ausrücken der Mahlwalzen durch entsprechende Farben, z. B. rot und grün,
angezeigt wird.
[0029] Ferner kann das pneumatische Regelsignal in der Steuerleitung 82 auch dafür eingesetzt
werden, um die Mahlwalzen leistungsunabhängig einzustellen. So kann etwa der Mahlspalt
bei Erhöhung der Dosierleistung durch Erhöhung des Mahldruckes konstant gehalten oder
aber auch verkleinert oder vergrössert werden. Eine entsprechende Mahlspalt-Regelvorrichtung
kann direkt aus einem Pneumatik-Zylinder oder aus anderen geeigneten mechanischen
oder elektrischen Mitteln bestehen, die zugleich an eine Fernsteuerung (etwa an einen
Computer oder Prozessrechner) angeschlossen sein können, die dann für die jeweilige
Mahlaufgabe einen Grundwert vorgibt, der leistungsabhängig durch das pneumatische
Regelsignal der Momentanleistung im Walzenstuhl angepasst wird. Es versteht sich von
selbst, dass hier auch noch andere Weiterbildungen vorgenommen oder andere Funktionen
ausgeführt werden können, z. B. bezüglich des Grenzwertes, bezüglich Sicherheitsschaltungen
usw. Besonders vorteilhaft ebenfalls in Abhängigkeit von der Speiseleistung bzw. mittels
des pneumatischen Regelsignals gesteuert werden kann. Weiterhin bemerkenswert ist,
dass über das pneumatische Regelsignal gleichzeitig sowohl die Speiseleistung geregelt,
wie auch die Ein- und Ausrückung der Mahlwalzen gesteuert werden kann.
1. Einrichtung zum automatischen Steuern eines mit einer Produkt-Speiseregelung versehenen
Müllerei-Walzenstuhles, bei der die Einstellung der Produktzufuhr über einen verstellbaren
Dosierschieber (73) vorgenommen wird, wobei ein mechanischer Signalgeber (74-77) in
Abhängigkeit von der Produktzufuhr ein Geberglied (77) auslenkt, das einen in ein
pneumatisches Ventil (80) eindrückbaren Schaltkontakt (79) betätigt, der bei steigender
Produktzufuhr durch das Geberglied (77) eingedrückt wird, wobei der Eingang des Ventiles
(80) an eine Druckluftleitung (81) angeschlossen und zur Verstellung des Dosierschiebers
(73) eine Servoeinrichtung (83) vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausgang
des pneumatischen Ventiles (80) über eine Steuerleitung (82) mit dem Eingang der Servoeinrichtung
verbunden ist, das pneumatische Ventil (80) in eine Ausschaltstellung, in der sich
der Schaltkontakt (79) in ausgefahrener Position befindet, und in eine Einschaltstellung,
bei welcher der Schaltkontakt (79) ganz eingedrückt ist, sowie in eine zwischen beiden
Schaltstellungen liegende Nullstellung schaltbar ist, bei der sich der Schaltkontakt
(79) in einer mittleren Eindrückposition befindet und beide Leitungen (81, 82) gesperrt
sind, wobei der Schaltkontakt (79) beim Eindrücken in Richtung auf seine ausgefahrene
Stellung hin vorgespannt wird, und dass bei einer Verstellbewegung der Servoeinrichtung
(83) das Gehäuse des pneumatischen Ventiles (80) relativ zum Geberglied (77) stets
in Richtung auf ein Einstellen seiner Nullstellung bewegt wird.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein zweites vom Steuerdruck
in der Steuerleitung (82) des pneumatischen Ventiles (80) beaufschlagtes Ventil (116)
zum Steuern des Ein- und Ausrückens von Mahlwalzen (1, 1'; 2,2') vorgesehen ist.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein mit seinem
einen Ende verschwenkbar am Walzenstuhlrahmen (89) befestigter Hebelarm (87) vorgesehen
ist, an dem sowohl das Gehäuse des pneumatischen Ventiles (80), wie auch ein Verstellglied
(91) für den Dosierschieber (93), wie auch die Kolbenstange (85; 121) der ebenfalls
am Walzenstuhlrahmen (89) angeordneten Servoeinrichtung (83; 116, 118) befestigt sind,
wobei das Gehäuse des pneumatischen Ventiles (80) am freien Ende des Hebelarmes (87)
sitzt, dass weiterhin die Servoeinrichtung einen Pneumatik-Zylinder (83; 118) mit
Kolben (84; 120) und Kolbenstange (85; 121) aufweist, und dass die Steuerseite des
Kolbens (84; 120) über die Steuerleitung (82) mit dem Steuerdruck des pneumatischen
Ventiles (80) beaufschlagt wird, während die andere Kolbenseite unter Einwirkung einer
Vorspannkraft (99, 100) steht.
4. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass am Hebelarm (87) auch
Glieder zum Verstellen der Drehzahl der Speisewalzen (71, 72) befestigt sind.
5. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das
pneumatische Ventil als Membranventil ausgebildet ist, das durch einen Stössel oder
einen Rollenhebel geschaltet wird, der eine Entlüftungsöffnung aufweist.
6. Einrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die der Steuerseite
des Kolbens (84; 120) zum Einstellen des Dosierschiebers (73) abgewendete Kolbenseite
über eine Druckfeder (100) in Richtung auf eine geschlossene Stellung des Dosierschiebers
(73) hin vorgespannt ist.
1. A system for automatically controlling a milling roll stand having product feed
control, product feed being adjusted through the agency of an adjustable dispenser
(73), a mechanical detector or sensor (74-77) deflecting an element (77) thereof in
dependence upon product feed, the element (77) operating an actuating contact (79)
adapted to be pressed into a pneumatic valve (80), the latter contact (79) being pressed
in by the detector element (77) as product feed increases, the input of the valve
(80) being connected to a compressed air line (81), a servo device (83) being provided
to adjust the dispenser (73), characterised in that the outlet of the pneumatic valve
(80) is connected by way of a control line (82) to the input of the servo device (83);
the pneumatic valve (80) can take up an "off" position, in which the contact (79)
is in its extended position, an "on" position, in which the contact (79) is in its
fully pressed-in position, in which the contact (79) is in its fully pressed-in position,
and a neutral position which is disposed between the "off" and "on" positions and
in which the contact (79) is in a middle pressed-in position and the two lines (81,
82) are in the closed state, the contact (79) being biased towards its extended position
when pressed in; and when the servo device (83) makes an adjusting movement, the casing
of the pneumatic valve (80) moves continuously towards an adjustment of its zero position
relatively to the detector element (77).
2. A system according to claim 1, characterised in that a second valve (116) actuated
by the control pressure in the control line (82) of the pneumatic valve (80) is provided
to control the engagement and disengagement of milling rolls (1, 1 1; 2,21).
3. A system according to claim 1 or 2, characterised in that a lever arm (87) secured
pivotally at one end to the frame (89) of the milling roll stand is provided and has
secured to it the casing of the pneumatic valve (80) an adjusting element (91) for
the dispenser (93), and the piston rod (85; 121) of the servo device (83; 116, 118),
the same also being disposed on the last-mentioned frame (89), the casing of the pneumatic
valve (80) being disposed at the free end of the lever arm (87); the servo device
has a pneumatic cylinder (83; 118) associated with a piston (84; 120) and a piston
rod (85; 121); and the piston (84; 120) has its control side acted on by way of the
control line (82) with the control pressure of the pneumatic valve (80) and its other
side acted on by a biasing force (99, 100).
4. A system according to claim 3, characterised in that members for adjusting the
speed of the feed rolls (71, 72) are secured to the lever arm (87).
5. A system according to any of claims 1 to 4, characterised in that the pneumatic
valve is a diaphragm valve actuated by a tappet or a cam follower lever having an
airvent opening.
6. A system according to claim 3 or 4, characterised in that the piston side remote
from the control side of the dispenser-adjusting piston (84; 120) is biased by way
of a compression spring (100) towards a closed position of the dispenser (73).
1. Dispositif pour commander automatiquement un moulin à cylindres de meunerie muni
d'un réglage d'alimentation du produit, dans lequel le réglage de l'amenée du produit
s'effectue par l'intermédiaire d'une vanne doseuse déplaçable (73), un émetteur de
signaux mécaniques (74-77) déviant un organe transmetteur (77) en fonction de l'amenée
du produit, lequel actionne un contact de commande (79) qui peut s'enfoncer dans une
valve pneumatique (80) et qui est enfoncé par l'organe transmetteur (77) en cas d'accroissement
de l'alimentation en produit, l'entrée de la valve (80) étant raccordée à une canalisation
d'air comprimé (81) et un dispositif asservi (83) étant prévu pour déplacer la vanne
doseuse (73), caractérisé en ce que la sortie de la valve pneumatique (80) est reliée
par une canalisation de commande (82) à l'entrée du dispositif asservi (83), la valve
pneumatique (80) peut être commutée dans une position d'arrêt dans laquelle le contact
de commande (79) se trouve en position sortie, et dans une position de marche, dans
laquelle le contact de commande (79) est complètement enfoncé, ainsi que dans une
position neutre entre les deux positions précitées, dans laquelle le contact de commande
(79) se trouve dans une position d'enfoncement intermédiaire et les deux canalisations
(81, 82) sont fermées, le contact de commande (79) étant précontraint en direction
de sa position sortie, et, lors d'un mouvement de déplacement du dispositif asservi
(83), le boîtier de la valve pneumatique (80) est déplacé par rapport à l'organe transmetteur
(77) constamment en direction de son réglage sur la position neutre.
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'on prévoit une deuxième
valve (116) alimentée par la pression de commande dans la canalisation de commande
(82) de la valve pneumatique (80) pour commander l'embrayage et le débrayage des cylindres
de mouture (1,1', 2, 2').
3. Dispositif selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'on prévoit un bras
levier (87) articulé par une de ses extrémités sur le bâti du moulin à cylindres (89),
et sur lequel sont fixés le boîtier de la valve pneumatique (80) ainsi qu'un organe
de déplacement (91) pour la vanne doseuse (73) et la tige de piston (85; 121) du dispositif
asservi (83; 116, 118) également disposé sur le bâti du moulin à cylindres (89), le
boîtier de la valve pneumatique (80) étant placé sur l'extrémité libre du bras de
levier (87), qu'en outre le dispositif asservi comporte un vérin pneumatique (83;
118) avec un piston (84; 120) et une tige de piston (85; 121), et le côté commande
du piston (84; 120) étant alimenté avec la pression de commande de la valve pneumatique
(80) par l'intermédiaire de la canalisation de commande (82), tandis que l'autre côté
du piston est assujetti à une force de précontrainte (99, 100).
4. Dispositif selon la revendication 3, caractérisé en ce que sur le bras de levier
(87) sont également fixés des organes pour faire varier la vitesse de rotation des
cylindres d'alimentation (71, 72).
5. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que la valve
pneumatique est réalisée sous forme de valve à membrane, qui est commandé par un poussoir
ou un levier à galet qui comporte un orifice de mise à air libre.
6. Dispositif selon la revendication 3 ou 4, caractérisé en ce que le côté du piston
opposé au côté de commande du piston (84; 120) pour régler la vanne doseuse (73) est
précontraint par l'intermédiaire d'un ressort de pression (100) dans le sens d'une
position fermée de la vanne doseuse (73).