[0001] Die Erfindung betrifft einen Motorantrieb für Niederspannungs-Schutzschalter mit
einem Betätigungshandgriff sowie mit einer an dem Gehäuse des Schutzschalters befestigten
Tragplatte für einen den Betätigungshandgriff mit einer fensterartigen Öffnung übergreifenden
Schieber, der hin- und hergehend antreibbar ist.
[0002] Ein Motorantrieb dieser Art ist durch die US-PS 33 28 731 bekannt geworden. Bei diesem
steht der Schieber mit den Flanken des Betätigungshandgriffes in linienhafter Berührung,
um die Flächenpressung an dem aus einem Kunststoff bestehenden Betätigungshandgriff
gering zu halten. Es bedeutet jedoch einen erheblichen Aufwand bei der Herstellung
des Schiebers, eine Formgebung und Oberflächengüte der mit dem Betätigungshandgriff
des Schutzschalters in Berührung tretenden Flächen des Schiebers zu erreichen, daß
der Betätigungshandgriff auch bei häufiger Beanspruchung durch den Schieber nicht
beschädigt wird. Dieser Aufwand wird um so größer, je höher die zu beherrschenden
Kräfte sind. Dies hat bereits dazu geführt, daß bei einem Frontdrehantrieb der Kipphebel
mit einer Rolle versehen worden ist, der mit weiteren Rollen eines Schwenkhebels zusammenwirkt
(US-PS 37 52 947).
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen auch für höhere Betätigungskräfte
geeigneten Motorantrieb für Niederspannungs-Schutzschalter zu schaffen, der beim Anbau
keine besondere Justierung oder eine Umrüstung der normalen Schalter erfordert, der
ferner aus einfachen Teilen herstellbar ist und insbesondere das Problem einer Überbeanspruchung
des Betätigungshandgriffes vermeidet.
[0004] Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe bei einem Motorantrieb der eingangs genannten
Art dadurch gelöst, daß zwischen dem Betätigungshandgriff und der Öffnung des Schiebers
ein das Ende des Betätigungshandgriffes umgreifender zylindrischer Körper angeordnet
ist, dessen Zylinderachse parallel zu der Ebene des Schiebers verläuft und der durch
eine Führungsbahn gegen radiales Entweichen gesichert ist. Der zylindrische Körper
ist als Kunststoff-Form- oder -Spritzteil preiswert herstellbar. Andererseits genügen
als Gegenflächen des Schiebers einfache,.z. B. rechtwinklig aus der Ebene des Schiebers
herausgedrückte Lappen.
[0005] Eine vorteilhafte Zuordnung des Schiebers, der Tragplatte und der Führungsbahn ist
dadurch zu erreichen, daß der Schieber an der dem Betätigungshandgriff zugewandten
Seite der Tragplatte geführt und die FUhrungsbahn in die Tragplatte eingeformt ist.
Hierbei lassen sich die Tragplatte und die Führungsbahn einstückig herstellen.
[0006] Die Erfindung wird im folgenden anhand der in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele
näher erläutert.
[0007] Die Figur 1 zeigt einen Längsschnitt durch einen Motorantrieb entlang der Linie I-I
in Fig. 2.
[0008] Die Figur 2 ist eine Ansicht des Motorantriebes in Richtung des Pfeiles II in Fig.
1.
[0009] In der Figur 3 ist der Motorantrieb in einem Schnitt entlang der Linie III-III in
Fig. 1 gezeigt.
[0010] Einen Querschnitt entlang der Linie IV-IV in Fig. 1 zeigt die Figur 4.
[0011] Eine Einzelheit der Verbindung des Schutzschalters mit dem Motorantrieb ist in der
Figur 5 dargestellt.
[0012] Eine Einzelheit der Befestigung einer Kappe an einer Tragplatte des Motorantriebes
zeigt die Figur 6.
[0013] Die Figur 7 zeigt einen Drehgriff zur Handbetätigung des Motorantriebes in Notfällen.
[0014] In der Figur 1 ist strichpunktiert der Umriß eines zur Bauart der Kompaktschalter
gehörenden Niederspannungs-Schutzschalters 1 in der Ausführung mit Isolierstoffgehäuse
und Kipphebelantrieb dargestellt. Der Schutzschalter 1 umfaßt ein Gehäuse 2, dessen
Oberteil durch je eine Stufe 3 abgesetzt ist und das eine mittige Erhebung 4 besitzt,
die einen Betätigungshandgriff 5 umgibt. Dieser ist auf einen Kipphebel 6 aufgesetzt,
der um ein Drehlager 7 schwenkbar ist. Die übrigen Bestandteile des Schutzschalters
1 sind nicht dargestellt. Sie können z. B. so ausgebildet und angeordnet sein, wie
dies der DE-PS 28 11 441 zu entnehmen ist. Auf dem Oberteil des Schutzschalters 1
ist ein erhabenes Bezeichnungsschild 10 (Fig. 5) angebracht, das fast bis zum Rand
des Oberteiles 23 des Gehäuses 2 reicht. Eine gleichfalls dort verlaufende seitliche
Abwinklung 11 einer aus Blech bestehenden Tragplatte 12 ist mit einer Ausnehmung 13
versehen, während die gegenüberliegende Abwinklung 14 (Fig. 4) ohne Ausnehmung ausgeführt
ist. Daher läßt sich die Tragplatte 12 nur in der gezeigten, nicht dagegen in einer
um 180 gedrehten Stellung auf dem Schutzschalter anbringen. Zur Befestigung an dem
Gehäuse 2 des Schutzschalters 1 ist die Tragplatte 12 noch mit quer zu ihrer Längsrichtung
stehenden Winkelstücken 15 und 16 versehen, die auf dem Oberteil des Gehäuses 2 aufliegende
Schenkel 17 und 18 mit Aussparungen 20 und 21 besitzen. Die Aussparungen sind zum
Durchtritt von Schrauben 22 bestimmt, die bei entsprechender Länge nicht nur die Tragplatte
12 an dem Gehäuse des Schutzschalters 1 befestigen, sondern zugleich auch das.Oberteil
23 und das Unterteil 24 des Schutzschalters 1 (Fig. 5) miteinander verbinden. Anstelle
von angeschweißten Winkeln sind auch angeformte Winkel oder Abstandsstücke verwendbar.
[0015] Die Tragplatte 12 ist Bestandteil eines als Ganzes mit 25 bezeichneten Motorantriebes.
Aus der parallel zu der Frontseite des Schutzschalters 1 liegenden Fläche sind insgesamt
vier Führungslappen 26 herausgedrückt, die einen Schieber 27 an seinen Rändern umgreifen
und dadurch an der Tragplatte 12 längsverschiebbar führen, wie dies durch einen Doppelpfeil
30 in den Figuren 1 und 2 angedeutet ist. Der Schieber 27 besitzt eine fensterartige
Öffnung 28, aus der zwei senkrecht zur Längserstreckung des Schiebers 27 stehende
Lappen 31 rechtwinklig herausgedrückt sind. Zwischen diesen Lappen 31 befindet sich
ein aus einem Kunststoff bestehender zylindrischer Körper 32, dessen Zylinderachse
parallel zu der Ebene des Schiebers 27 und der Achse des Drehlagers 7 des Kipphebels
6-liegt. Der zylindrische Körper 32 besitzt eine Ausnehmung, deren Form dem Ende des
Betätigungshandgriffes 5 entspricht, so daß der zylindrische Körper 32 auf den Betätigungshandgriff
5 aufgesteckt werden kann. Die flächenhafte Berührung zwischen dem zylindrischen Körper
32 und dem Betätigungshandgriff 5 sorgt für eine niedrige spezifische Beanspruchung
des Werkstoffes des Betätigungshandgriffes. An seinen bei den Schaltvorgängen nicht
mit den Lappen 31 in Berührung tretenden Flächen ist der zylindrische Körper 32 abgeflacht.
Der oberen Abflachung 33 steht mit einem geringen Abstand eine Führungsbahn 34 gegenüber,
die durch einen Stanzvorgang auf der Tragplatte 12 herausgedrückt ist. Der Figur 2
ist zu entnehmen, daß beidseitig der Führungsbahn 34 längliche Durchbrüche 35 vorhanden
sind. Diese werden zuerst aus der Tragplatte 12 ausgestanzt, um dann den verbleibenden
Streifen so formen zu können, daß die Führungsbahn mit einem Radius entsprechend dem
Abstand des Drehlagers 7 des Kipphebels 6 entsteht.
[0016] Auf der Tragplatte 12 ist ferner eine Motorgetriebeeinheit 36 angeordnet, wobei ein
Motor 37 mit parallel zu der Tragplatte 12 verlaufender Achse und das Getriebe 38
mit senkrecht zu der Tragplatte 12 stehender Drehachse eines Kurbelarmes 41 angeordnet
ist. Schrauben 40 (Fig. 2) dienen zur Befestigung der Motorgetriebeeinheit 36 an der
Tragplatte 12. Ein Kurbelzapfen 42 des Kurbelarmes 41 greift zwischen die Schenkel
43 einer mit dem Schieber 27 verbundenen U-förmigen Blattfeder 44 ein. Die Schenkel
43 sind an einem Montagekörper 45 befestigt, der seinerseits mit dem Schieber starr,
z. B. durch Schrauben, Niete oder Nietzapfen, verbunden ist. Der Montagekörper 45
kann z. B. ein Gußstück sein, bei dessen Herstellung die Enden der Schenkel 43 der
Blattfeder 44 eingegossen werden. Statt dessen kann als Montagekörper auch ein Metallklotz
dienen, in dem die Blattfeder durch Klemmung oder durch einen Stift befestigt ist.
Neben einer starren Befestigung kommt auch eine begrenzt bewegliche Einspannung der
Schenkelenden der Blattfeder 44 in Betracht.
[0017] Zur Steuerung des Motors 37, d. h. zur Abschaltung des Motorantriebes in den Umschaltpunkten
des Schutzschalters 1, dient ein an den Schieber 27 angeformter Ansatz 46 in Verbindung
mit zwei Endschaltern 47 und 48. Wie insbesondere die Figuren 1 und 2 zeigen, dienen
als Endschalter Mikroschalter, deren Betätigungsstößel 50 bzw. 51 durch an den Gehäusen
der Mikroschalter schwenkbar gelagerte Hebel 52 und 53 betätigbar sind. Durch eine
winklige Stellung der Endschalter 47 und 48 ist dafür gesorgt, daß der Ansatz 46 bei
der Bewegung des Schiebers 27 in seine Endlagen entsprechend dem Doppelpfeil 30 in
Fig. 2 abwechselnd mit dem Hebel 52 des Endschalters 47 oder dem Hebel 53 des Endschalters
48 in Berührung tritt und die Betätigungsstößel 50 bzw. 51 dieser Endschalter beaufschlagt.
[0018] Wie die Figur 1 zeigt, ist der Ansatz 46 mit einer Stufe 49 versehen, durch die zwei
gegeneinander versetzte Arbeitsflächen für die Betätigungshebel 52 und 53 entstehen.
Durch die Lage der Stufe an dem Ansatz 46 kann der Schalthub trotz unveränderter Stellung
der Endschalter 47 und 48 bestimmt werden.
[0019] Zugleich ermöglicht diese Anordnung bei ausreichender Länge des Ansatzes einen Überlauf,
d. h. der Ansatz.46 kann die Hebel 52 und 53 nicht beschädigen, wenn er sich nach
der Berührung mit den Hebeln infolge des Auslaufes des Motors 37 und damit des Schiebers
27 noch etwas weiter bewegt. Die erwünschte Winkelstellung der Endschalter 47 und
48 ist zugleich mit dernach entgegengesetzten Richtungen weisenden Anordnung der Hebel
52 und 53 auf einfache Weise dadurch gewährleistet, daß zwei gleiche Endschalter um
180° gedreht aufeinandergelegt und dann mit zwei Schrauben 54 an der Tragplatte 12
befestigt sind, die sich durch bezüglich der Rechteckform der Endschalter diagonal
angeordnete Befestigungslöcher erstrekken.
[0020] Wie insbesondere die Figur 3 zeigt, ist auf der Tragplatte 12 etwa neben dem Getriebe
38 eine Klemmleiste 55 mit Schrauben 56 befestigt. An diese sind Anschlußleitungen
57 und 58 für den Motor 37 und weitere Anschlußleitungen 60 bis 63 der beiden Endschalter
47 und 48 angeschlossen. Wie man erkennt, führt somit die Anbringung der beiden Endschalter
47 und 48 auch zu einer kurzen und einfachen Leitungsführung.
[0021] Alle auf der Tragplatte 12 angeordneten Teile sind durch eine aus isolierendem Kunststoff
bestehende Kappe 64 nach außen abgedeckt. Diese ist durch eine Schnappbefestigung
an der Tragplatte 12 befestigt. Hierzu übergreift die Kappe 64 mit ihren Seitenwänden
65 und 66 die seitlichen Abwinklungen 11 und 14 der Tragplatte 12. Diese besitzt kantig
herausgedrückte Lappen 67 und 68, hinter die Vorsprünge 70 und 71 der Seitenwände
65 bzw. 66 greifen. Dabei ist der Vorsprung 71 scharfkantig ausgebildet, während der
gegenüberliegende Vorsprung 70 abgerundet ist. Eine sich an den Vorsprung 71 anschließende
schräge Fläche 72 gestattet es, die Kappe zur Montage auf die Tragplatte 12 aufzudrücken,
bis die Vorsprünge 70 und 71 hinter die Lappen 67 und 68 gelangen und einschnappen.
[0022] Zum Lösen der Kappe 64 ist an der einen Stirnseite 73 eine kleine Öffnung 74 vorgesehen,
durch die sich ein längliches Hilfswerkzeug, z. B. ein dafür vorgesehener Stab oder
ein passender Schraubendreher, einführen läßt. Mit diesem Hilfswerkzeug kann die Seitenwand
65 elastisch so weit nach außen gedrückt werden, daß der Vorsprung 71 von dem Lappen
68 der Tragplatte 12 gelöst wird und die Kappe dann abgenommen werden kann.
[0023] Wie insbesondere die Figur 4 zeigt, ist die Breite der Kappe 64 um ein geringes Maß
kleiner als die Breite des Schutzschalters 1 gewählt, und entsprechend schmaler ist
die Tragplatte 12, damit die Kappe 64 mit ihren Seitenwänden 65 und 66 die Abwinklungen
11 und 13 der Tragplatte 12 überdecken kann. Das Untermaß der Kappe 64 gegenüber dem
Schutzschalter 1 gestattet es, in der angegebenen Weise die Kappe von dem Motorantrieb
auch dann abzunehmen, wenn mehrere Schutzschalter ohne Zwischenraum nebeneinander
montiert sind. Es genügt hierbei ein geringer Zwischenraum von 1 oder 2 mm, um die
eine Seitenwand der Kappe mit ihrem Vorsprung außer Eingriff mit dem zugeordneten
Lappen der Tragplatte zu bringen.
[0024] Der Schieber 27 erfüllt neben den bereits beschriebenen Funktionen, nämlich der Betätigung
des Schutzschalters 1 und der Steuerung des Motors 37, noch eine weitere Funktion,
nämlich die Anzeige der jeweiligen Schaltstellung des Schutzschalters 1. Hierzu sind
an seinem einen Ende auf der dem Schutzschalter abgewandten Seite Kennzeichnungen
75 und 76 angebracht, z. B. "0" für die Ausschaltstellung und "I" für die Einschaltstellung.
Diese Kennzeichnungen können aufgedruckte, aufgeklebte oder eingeprägte Symbole mit
oder ohne farbliche Hervorhebung sein. In der Tragplatte 12 befindet sich oberhalb
der Kennzeichnungen eine Öffnung 77, um die Kennzeichnungen sichtbar zu machen. Eine
weitere Öffnung 80, die oberhalb der Öffnung 77 liegt, befindet sich in einem Teil
81 der Kappe 64, der bis auf einen geringen Abstand 82 von der Tragplatte herabgezogen
ist, um eine gute Sichtbarkeit der jeweils unter der Öffnung 80 stehenden Kennzeichnung
75 oder 76 zu gewährleisten.
[0025] In seiner der Kurbel 41 gegenüberliegenden Seite ragt aus dem Getriebe 40 ein mit
Abflachungen versehener Wellenstumpf 83 heraus. Auf diesem ist ein Drehgriff 84 zur
Betätigung des Schutzschalters 1 bei Ausfall der zum Betrieb des Motorantriebes benötigten
Hilfsspannung aufgesetzt. Für den Durchtritt des Drehgriffes 84 durch die Kappe 64
ist diese mit einer entsprechenden Öffnung 85 versehen. Ein Bund 86 des Drehgriffes
sichert diesen gegen Abnahme bei aufgesetzterKappe 64. Um die Notbetätigung des Schutzschalters
1 ohne Demontage des Motorantriebes zu erleichtern, enthält das Getriebe 40 eine Freilaufkupplung,
die ein Drehen des Kurbelarmes 41 mittels des Drehgriffes 84 ohne gleichzeitiges Mitdrehen
des Motors 37 ermöglicht: Freilaufkupplungen sind an sich bekannt und stehen in einer
Reihe geeigneter Ausführungen zur Verfügung. Von ihrer Darstellung ist im Rahmen der
vorliegenden Anmeldung daher abgesehen worden. Durch eine Besonderheit des Drehgriffes
84 wird jede Gefährdung des Bedienungspersonals vermieden, die ansonsten denkbar wäre,
wenn eine Bedienungsperson den Schutzschalter 1 durch Betätigung des Drehgriffes 84
ein- oder ausschalten möchte und gleichzeitig ferngesteuert die Motorgetriebeeinheit
36 in Gang gesetzt wird. Hierzu ist der Drehgriff 84 (Fig. 7) an seiner dem Benutzer
zugewandten Seite beidseitig eines mittleren Steges 87 mit gegenläufigen schrägen
Flächen 88 versehen. Dadurch sind zwei parallel zur Achse des Wellenstumpfes 83 verlaufende
Griffflächen 90 gebildet, über die in den Drehgriff mittels Daumen und Zeigefinger
ein Drehmoment eingeleitet werden kann. Wird dagegen der Drehgriff 84 getriebeseitig
betätigt, so werden Daumen und Zeigefinger von den Schrägen 87 abgewiesen und können
nicht in irgendeiner Weise mitgenommen und verletzt werden. Der Drehgriff 84 in Verbindung
mit der erwähnten Freilaufkupplung bewirkt den wesentlichen Vorteil, daß der Motorantrieb
25 bei Ausfall der Hilfsspannung zur Betätigung des Schutzschalters nicht demontiert
werden muß und dennoch eine rasche Notbetätigung möglich ist.
[0026] Der beschriebene Motorantrieb wirkt in folgender Weise: Ausgehend von der in den
Figuren dargestellten Einschaltstellung wird der Schieber 27 beim Einschalten des
Motors 37 mittels der Kurbel 41 und des Kurbelzapfens 42 nach rechts verschoben, wobei
die Kraftübertragung von dem Kurbelzapfen 42 über die Blattfeder 44, einen der Lappen
31 und den zylindrischen Körper 32 auf den Betätigungshandgriff 5 des Schutzschalters
1 erfolgt. Beim Erreichen der Ausschaltstellung nach einer Drehung des Kurbelarmes
41 von etwa 180° läuft der Ansatz 46 gegen den Betätigungshebel 52 des Endschalters
47 und unterbricht dadurch den Speisestromkreis des Motors 37. Die Blattfeder 44 ermöglicht
dabei einen Toleranzausgleich und verhindert dadurch eine zu starke Beanspruchung
des Betätigungshandgriffes 5. Bei dem beschriebenen Schaltvorgang treten im übrigen
nennenswerte radiale Kräfte zwischen dem Betätigungshandgriff 5 und dem zylindrischen
Körper 32 nicht auf. Die Führungsbahn 34 der Tragplatte 12 unterliegt daher nur einer
geringen und zufälligen Beanspruchung durch die obere Abflachung des zylindrischen
Körpers 32 und bedarf daher keiner besonderen Oberflächenbehandlung. Dementsprechend
steht der zylindrische Körper 32 der Führungsbahn normalerweise mit einem gewissen
Abstand gegenüber, so daß auch hinsichtlich der Toleranzen keine besonderen Vorkehrungen
erforderlich sind. Zwischen dem zylindrischen Körper 32 und.den Lappen 31 besteht
eine Linienberührung in der Form einer ebenen Fläche und einem großen Radius, was
in Verbindung mit der gewählten Paarung der Werkstoffe zu einer niedrigen spezifischen
Beanspruchung führt. Insbesondere wird aber durch den aufgesteckten zylindrischen
Körper 32 jede örtlich konzentrierte und schabende Beanspruchung von dem Betätigungshandgriff
5 ferngehalten.
[0027] In umgekehrterRichtung vollzieht sich der Schaltvorgang in sinngemäß der gleichen
Weise, indem nach erneuter Einschaltung des Motors 37 bei gleichbleibender Drehrichtung
des Motors und damit des Getriebes 38 und der Kurbel 41 um weitere 180
0 der Schieber 27 in entgegengesetzter Richtung verschoben wird, bis beim Erreichen
des Umschaltpunktes des Schutzschalters der Endschalter 48 betätigt und der Motorantrieb
stillgesetzt wird. Auch in diesem Fall sorgt die Blattfeder 44 für die Übertragung
der Antriebskraft und für einen Toleranzausgleich beim Erreichen der Endstellung des
Schiebers 27.
1. Motorantrieb für Niederspannungs-Schutzschalter mit einem Betätigungshandgriff
sowie mit einer an dem Gehäuse des Schutzschalters befestigten Tragplatte für einen
den Betätigungshandgriff mit einer fensterartigen Öffnung übergreifenden Schieber,
der hin- und hergehend antreibbar ist, dadurch gekennzeichnet , daß zwischen dem Betätigungshandgriff
(5) und der Öffnung (28) des Schiebers (27) ein das Ende des Betätigungshandgriffes
(5) umgreifender zylindrischer Körper (32) angeordnet ist, dessen Zylinderachse parallel
zu der Ebene des Schiebers (27) verläuft und der durch eine Führungsbahn (34) gegen
radiales Entweichen gesichert ist.
2. Motorantrieb nach Anspruch 1, dadurch . gekennzeichnet , daß der Schieber (27)
an der dem Betätigungshandgriff (5) zugewandten Seite der Tragplatte (12) geführt
und die Führungsbahn (34) in die Tragplatte (12) eingeformt ist.
3. Motorantrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß der zylindrische Körper
aus einem Kunststoff besteht und an seiner der Führungsbahn (34) zugewandten Seite
mit einer Abflachung (33) versehen ist.