[0001] Die Erfindung betrifft eine Einzugsvorrichtung für Rollen-Rotationsdruckmaschinen
zum Einziehen von Materialbahnen mit einem flexiblen Einzugselement, das entlang des
Einzugsweges in einer rohrförmigen Führung verschiebbar ist.
[0002] Aus der DE-Patentschrift 22 41 127 ist eine Vorrichtung zum Einziehen von Materialbahnen
in Rotationsdruckmaschinen bekannt, bei der längs unterschiedlicher Einzugswege, die
durch außerhalb des Walzenbereiches liegende Führungen und Weichen gebildet sind,
ein flexibles Einzugselement endlicher Längenausdehnung in den Führungen entlang des
eingestellten Einzugsweges hin- und herbewegbar ist. Bedingt durch die flache Form
dieses Einzugselementes ist eine Biegung, abgesehen von einer gewissen Verwindungsmöglichkeit,
nur in zwei Richtungen möglich.
[0003] Die Aufgabe der Erfindung ist es, eine Einzugsvorrichtung für Rollen-Rotationsdruckmaschinen
der eingangs definierten Art in der Weise auszubilden, daß eine Begrenzung der Einzugswege
nicht durch das verwendete Einzugselement in Kauf genommen werden muß.
[0004] Diese Aufgabe wird bei der Erfindung dadurch gelöst, daß das flexible Einzugselement
eine Querschnittsform aufweist, durch die der Biegewiderstand in allen Richtungen
annähernd gleich groß ist.
[0005] Durch das in allen Richtungen biegbare erfindungsgemäße Einzugselement können die
Führungen für das Einzugselement zur Festlegung des Einzugsweges individuell und ohne
richtungsmäßige Einschränkungen entsprechend den vorhandenen räumlichen Gegebenheiten
einer Druckmaschine gewählt werden.
[0006] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und
aus der Beschreibung in Verbindung mit den Zeichnungen. In diesen zeigen:
Fig. 1 eine bekannte Rollen-Rotationsdruckmaschine mit verschiedenen Papierbahnführungswegen,
Fig. 2 eine schematische Darstellung Vorderansicht des erfindungsgemäßen Einzugselementes,
Fig. 3 eine Längsansicht des Einzugselementes nach Fig. 2,
Fig. 4 eine Weichenanordnung zur Festlegung von zwei unterschiedlichen Transportwegen,
Fig. 5 eine Weichenanordnung für drei unterschiedliche Transportwege und
Fig. 6 eine Führungsmöglichkeit des Einzugselementes um in Vorderansicht dargestellte
Wendestangen,
Fig. 7 eine Seitenansicht der Vorrichtung nach Fig. 6,
Fig. 8 eine Draufsicht der Vorrichtung nach Fig. 6 und
Fig. 9 bis 14 drei Zugseilantriebsstationen, jeweils in zwei Ansichten.
[0007] Fig. 1 zeigt eine bekannte Rollen-Offsetrotationsdruckmaschine, in der die vielfältigen
und zum Teil äußerst komplizierten Bahnführungen gezeigt sind. Die in
Druckwerken 1, 2, 3 und 4 bedruckten, von Rollensternen 5, 6, 7, 8 zugeführten Papierbahnen
9, 10, 11, 12 werden über nicht näher bezeichnete Führungs- und Wendestangen nach
entsprechender Längsteilung einer Falzvorrichtung 13 zugeführt, in der die Zuschneidung
und Falzung der bedruckten Bahnen 9 bis 12 vorgenommen wird. Entsprechend den jeweiligen
Anforderungen bezüglich der zu druckenden Farben auf der Vorder- und Rückseite der
Papierbahnen 9 bis 12 erfolgt der Einzug der Papierbahnen 9 bis 12 zwischen bestimmten,
nicht näher bezeichneten Zylindern der Druckwerke 1 bis 4. Der Übersicht halber wurde
bei der in Fig. 1 gezeigten Druckmaschine darauf verzichtet, Druck- und Feuchtwerke
sowie weitere notwendige Einrichtungen darzustellen. Mit Fig. 1 soll veranschaulicht
werden, in welch mannigfaltiger und komplizierter Art bei modernen Druckmaschinen,
deren Umfang häufig über ein Vielfaches der in Fig. 1 gezeigten Maschine hinausgeht,
die Papierbahnführungen möglich sind. Besonders bei Bahnrissen ergeben sich bei derartigen
Maschinen schwerwiegende Störungen. Um die Einzugswege für ein Einzugselement den
jeweiligen gegebenen örtlichen Verhältnissen anpassen zu können, wird gemäß der Erfindung
das in Fig. 2 und 3 gezeigte als Einzugselement dienende Zugseil 14 verwendet. Anstelle
eines Seiles oder einer Spirale mit rundem Querschnitt kann auch ein Einzugselement
mit einem polygonalem Querschnitt verwendet werden. Wesentlich ist es, daß das Einzugselement
nach allen Seiten biegbar ist, so daß keine Einengung der möglichen Einzugswege durch
die Form des Einzugselementes entsteht.
[0008] Das Zugseil 14 wird in einem Führungsrohr 15, das entsprechend den gewünschten Einzugswegen
in der Druckmaschine verlegt ist, geführt.
[0009] Das Zugseil 14 weist einen Schlepphaken 16 auf, der durch in den Führungsrohren 15
vorgesehene Schlitze 17 herausragt und an den die einzuziehende Papierbahn gegebenenfalls
über ein Seil angehängt werden kann.
[0010] An Unterbrechungen zwischen verschiedenen Führungsrohren 15 greift mindestens ein
Friktionsräderpaar 20, 21 an. Mindestens ein Rad, hier das Rad 21, besteht aus einer
Rolle, z. B. aus Hartgummi, die durch eine Druckfeder 22 gegen das Zugseil 14 gepreßt
wird. Dadurch ist eine sichere Führung des Zugseiles 14 gewährleistet, wobei zwischen
mehreren Friktionsräderpaaren eine Synchronisierung infolge der Schlupfmöglichkeit
nicht erforderlich ist.
[0011] Durch herkömmliche Befestigungslaschen 18 werden die Führungsrohre 15 an einer Maschinenseitenwand
19 oder an einer anderen gestellfesten Halterung in der Druckmaschine fixiert.
[0012] Fig. 4 zeigt in Weiterbildung der Erfindung eine Weiche 23, mit deren Hilfe das in
einem Führungsrohr 24 geführte Einzugselement wahlweise in ein Führungsrohr 25 oder
ein Führungsrohr 26 eingebracht werden kann. Für diese Steuerung wird ein mit einem
Drehteller 27 verbundener Pneumatikzylinder 28 verwendet, der um einen Schwenkzapfen
29 drehbar ist.
[0013] Fig. 5 zeigt eine erweiterte Wahlmöglichkeit. Die hier gezeigte Weiche 30 bietet
dem in dem Führungsrohr 31 ankommenden Einzugselement drei Wege an, nämlich das Führungsrohr
32, das Führungsrohr 33 oder das Führungsrohr 34, an. Die Auswahl der Wege erfolgt
durch die Einstellung eines Drehtellers 35, der durch einen doppeltwirkenden Pneumatikzylinder
36 in drei Stellungen gebracht werden kann. Bei der dargestellten Stellung in Fig.
4 wird das Einzugselement geradlinig von dem Führungsrohr 31 zu dem Führungsrohr 33
geführt. In der linken Stellung des Pneumatikzylinders 36 erfolgt eine Weiterleitung
zu dem Führungsrohr 32 und in der rechten Stellung zu dem Führungsrohr 34. Der zweiteilige,
durch ein Zwischenstück 37 geteilte Pneumatikzylinder 36 ist zur Ausgleichung der
Längendifferenz um einen Schwenkzapfen 38 drehbar.
[0014] Fig. 6, 7 und 8 zeigen die Führungsmöglichkeit des Einzugselementes 14 bzw. die Anordnung
der Führungsrohre um bzw. zwischen Seitenwänden 39 und 40 liegenden Wendestangen 41
und 42. Bedingt durch die vorteilhafte Querschnittsform des Zugseiles 14 ist eine
individuelle Führung in verschiedensten Richtungen, Ebenen und Krümmungsradien möglich.
[0015] Fig. 9 und 10 zeigen schematisch in Vorder- und Seitenansicht eine Antriebsvorrichtung
für das Zugseil 14. In dieser wird das zwischen Führungsrohren 43 und 44 freiliegende
Führungsseil 14 zwischen durch Zahnräder 45, 46 und 47 antreibbare Reibräder 48, 49
und einem Reibrad 50 in Längsrichtung angetrieben, d. h. geschoben. Durch die Reibräder
48, 49 wird dabei das Zugseil 14 um einen Teil des Umfanges des Reibrades 50 geführt,
wodurch die Reib- und somit die Vorschubwirkung bezogen auf eine tangentiale Seilführung
wesentlich verbessert wird. Durch entsprechende Vertiefungen - vorzugsweise mit halbkreisförmigem
Querschnitt - am Umfang der Reibräder 48, 49, 50 für die Zugseilführung wird eine
zusätzliche Verbesserung erzielt. Die Zahnräder 45, 46, 47 werden durch einen Motor
51 angetrieben.
[0016] In den Fig. 11 und 12 ist eine zweite Antriebsvorrichtung gezeigt, in der der zwischen
Führungsrohren 52, 53 verlaufende Abschnitt des Zugseiles 14 durch Reibräderpaare
54, 56 und 55, 57 antreibbar ist. Diese werden mit Hilfe eines Motors 58 über Zahnräder
59, 60, 61, 62 und 63 in Drehung versetzt.
[0017] Eine besonders wirkungsvolle Antriebsvorrichtung ist in den Fig. 13 und 14 dargestellt,
mit der ein hohes Schubmoment auf das Zugseil übertragbar ist. Das z. B. aus einem
Führungsrohr 64 austretende und in ein Führungsrohr 65 einlaufende Führungsseil 14
ist um ein Reibrad 71 geführt, an dessen Peripherie zwei Reibräder 70, 72 angeordnet
sind. Die Reibräder 70, 71, 72 sind über Zahnräder 66, 67, 68 durch einen Motor 69
antreibbar. Zur besseren Seilführung ist um das Reibrad 71 ein Leitapparat 73 in Form
eines Leitmantels vorgesehen. Durch die Umschlingung des Reibrades 71 wirkt sich die
Funktion e µα bei der Berechnung des Reibwertes aus, wobei e die Basis des natürlichen
Logarithmus, µ den materialspezifischen Reibwert und α den Umschlingungswinkel bedeutet.
1. Einzugsvorrichtung für Rollen-Rotationsdruckmaschinen zum Einziehen von Materialbahnen
mit einem flexiblen Einzugselement, das entlang des Einzugsweges in einer rohrförmigen
Führung verschiebbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß das flexible Einzugselement
(14) eine Querschnittsform aufweist, durch die der Biegewiderstand in allen Richtungen
annähernd gleich groß ist.
2. Einzugsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Einzugselement
(14) ein Seil oder eine Spirale mit rundem Querschnitt ist.
3. Einzugsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Einzugselement
(14) ein Seil mit polygonalem Querschnitt ist.
4. Einzugsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß das Einzugselement (14) in einer mit einem Schlitz (17) versehenen rohrförmigen
Führung (15) läuft.
5. Einzugsvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß mit dem Einzugselement
(14) ein aus dem Schlitz (17) herausragender Schlepphaken (16) verbunden ist.
6. Einzugsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß das Einzugselement (14) durch ein oder mehrere angetriebene Friktionsräderpaare
(20, 21) antreibbar ist.
7. Einzugsvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß ein Friktionsrad
(21) durch ein Federelement (22) gegen das Einzugselement (14) preßbar ist.
8. Einzugsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß durch Weichen (23, 30) die Einzugswege des Einzugselements (14) wählbar sind.
9. Einzugsvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß Drehteller (27,
35) der Weichen (23, 30) auf verschiedene Einzugswege einstellbar sind.
10. Einzugsvorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Einzugselement
(14) über ein Reibrad (50) geführt wird, an dem mindestens zwei weitere Reibräder
(48, 49) so angeordnet sind, daß das Einzugselement (14) das Reibrad (50) teilweise
umschlingt.
11. Einzugsvorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Einzugselement
(14) mindestens einmal ein Reibrad (71) umschlingt und daß an dem Reibrad (71) mindestens
ein Gegenreibrad (z. B. 70) angeordnet ist.
12. Einzugsvorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß um das Reibrad
(71) zur Zugseilführung ein Leitapparat (73) angeordnet ist.