[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Steuereinrichtung für einen zahnärztlichen Behandlungsstuhl,
mit einer Programmsteuervorrichtung mit Sollwert-Istwert-Vergleich und mehreren Programmwahltasten,
bei deren Betätigung Verstellvorrichtungen zur Verstellung wenigstens der Sitzhöhe
und der Neigungslage der Rückenlehne des Stuhles aktiviert werden, wodurch der Stuhl
in eine durch Sollwerte vorgegebene Position selbsttätig verstellt wird, sowie mit
auf die Verstellvorrichtungen wirkenden, nur während der Betätigungsdauer wirksamen
Korrekturschaltgliedern.
[0002] Bei bekannten Steuereinrichtungen dieser Art können die in der Programmsteuervorrichtung
vorher programmierbaren Stuhlpositionen durch Tastendruck abgerufen werden. Jeder
Stuhlposition ist dabei eine Programmwähltaste zugeordnet. Nach Drücken der Taste
fährt der Stuhl sodann automatisch in die durch das Programm festgelegte Stuhlposition,
wobei sämtliche vorgesehenen Verstellfreiheitsgrade, z.B. Hubhöhe des Sitzes, Neigungslage
der Rückenlehne, Längsverschiebung des gesamten Stuhloberteils usw., berücksichtigt
werden. Die Verstellbewegungen können dabei nacheinander oder - was zeitsparender
ist - gleichzeitig ablaufen.
[0003] Zusätzlich zu diesen Programmtasten sind am Stuhl noch von Hand oder Fuß zu betätigende
und nur während der Betätigungsdauer wirksame, die betreffenden Verstellvorrichtungen
direkt steuernde Korrekturschalter vorgesehen.
[0004] Mit diesen Korrekturschaltern kann eine durch ein Programm festgelegte Stuhlposition
individuell noch verändert werden, was z.B. dann erwünscht ist, wenn ein Patient behandelt
werden soll, der von der durch das Programm festgelegten Größe abweicht oder wenn
der Arzt für einen speziellen Behandlungsfall die im Programm gespeicherte übliche
Behandlungsposition nicht anwenden kann. Die Praxis hat gezeigt, daß bei solchen Stühlen
hinsichtlich der Bedienung noch gewisse Nachteile bestehen.
[0005] Angenommen, der Stuhl ist durch ein Programm und eine Nachkorrektur mittels der Korrekturschaltglieder
optimal für eine Behandlung des Patienten eingestellt. Wenn nun im Verlauf der Behandlung
der Patient in eine gegebenenfalls durch ein weiteres Programm festgelegte andere
Position, z.B. in eine Speistellung und dann wieder in die Ausgangsposition, zurückgebracht
werden soll, so befindet sich der Stuhl nach Rückfahren in die vorher gewählte Programmstellung,
was durch Drücken der Programmtaste, die dem zuvor eingestellten Programm entspricht,
erzielt wird, nicht mehr in der vorher optimal eingestellten Position. Es ist folglich
die am Anfang bereits erfolgte Nachkorrektur nochmals durchzuführen.
[0006] Diese ständige Nachkorrektur ist für den Behandler zeitaufwendig und lästig; insbesondere
sind eindeutig reproduzierbare Stuhlpositionen schlecht einzustellen. Ein weiterer
Nachteil ist darin zu sehen, daß Zusatzeinrichtungen, wie Instrumententrays und Operationsleuchten,
den Nachkorrekturen des Stuhles entsprechend nachgestellt werden müssen.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es deshalb, eine Steuereinrichtung der eingangs
genannten Art dahingehend zu verbessern, daß bei einer durch ein Programm festgelegten,
aber manuell korrigierbaren Stuhlposition ein Wiedernachstellen vermieden wird, wenn
diese Stuhlposition beispielsweise durch Abrufen eines anderen Programmes zwischenzeitlich
geändert wurde.
[0008] Die gestellte Aufgabe wird bei einer Steuereinrichtung der eingangs genannten Art
erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß eine Logikschaltung mit Vor-Sollspeicher vorhanden
ist, in dem die bei Korrektur durch Betätigung der Korrekturschaltglieder entstehenden
Istwerte als Vor-Sollwerte gespeichert werden, daß eine Abruftaste vorhanden ist,
bei deren Betätigung die Vor-Sollwerte in einen Komparator eingegeben werden, wo sie
mit den augenblicklichen Istwerten verglichen werden, und daß die Logikschaltung mit
den Verstellvorrichtungen der zu verstellenden Stuhlteile elektrisch so geschaltet
ist, daß diesen bei Betätigender Abruftaste Steuersignale im Sinne einer Verstellung
des Stuhles in die zuvor eingestellte, den Vor-Sollwerten entsprechende Position gegeben
werden.
[0009] Das Abspeichern der Vor-Sollwerte erfolgt vorteilhafterweise bei Betätigung einer
Programmwahltaste.
[0010] Nach dem erfindungsgemäßen Vorschlag kann der durch ein Programm vorgewählte und
von Hand nachgestellte Stuhl auch bei einer durch ein anderes Programm zwischenzeitlich
geänderten Stuhlposition wieder in die zuvor korrigierte und demnach optimal eingestellte
Position gefahren werden.
[0011] Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, die Abruf taste'
mit einer Programmwahltaste zu kombinieren, und zwar dergestalt, daß der Stuhl bei
einer ersten Betätigung der Taste in die durch das Programm festgelegte Position und
bei einer erneuten zweiten Betätigung dieser Taste in die zuvor eingestellte, den
Vor-Sollwerten entsprechende Position verstellt wird.
[0012] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den
Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispieles der
Erfindung enthalten.
[0013] Es zeigen:
Figur 1 einen zahnärztlichen Behandlungsstuhl in schematischer Darstellung von der
Seite,
Figur 2 ein Prinzipschaltbild der Steuereinrichtung zur Verstellung der Sitzhöhe des
in Figur 1 gezeigten Stuhles.
[0014] Die Figur 1 zeigt in einer schematischen Darstellung einen zahnärztlichen Behandlungsstuhl
von der Seite gesehen. Der Stuhl besteht im wesentlichen aus einem Basisteil 1, an
dem in bekannter Weise das eine Ende eines Parallelogrammtragarmes 2 angelenkt ist,
dessen anderes Ende an einem Träger 3 für einen Sitz 4 und eine Rückenlehne 5 gelagert
ist. Sitz 4 und Rückenlehne 5 bilden zusammen das Stuhloberteil, welches mittels des
Parallelogrammtragarmes 2 in der Höhe beispielsweise in die beiden gestrichelt angedeuteten
Positionen I und II verstellt werden kann. Als Verstellvorrichtung ist ein elektromotorisch
angetriebener Spindelantrieb 6 mit diagonal zwischen zwei Gelenkpunkten des Parallelogrammarmes
2 angeordneter Spindel vorgesehen. Der zugehörige Antriebsmotor 7 ist außerhalb des
Parallelogrammtragarmes in einem Gehäuse des Basisteils 1 untergebracht. Das Drehmoment
des Motors 7 wird auf die Spindel über Keilriemen 8 und eine Zwischenwelle 9 übertragen.
[0015] Im Sitzträger 3 ist noch eine mit 10 bezeichnete Programmsteuervorrichtung untergebracht,
die anhand der Figur 2 am Beispiel der Einstellung bzw. Verstellung der Hubhöhe des
Sitzes nachfolgend beschrieben wird. Analog dieser Beschreibung kann auch eine Verstellung
der Neigungslage der Rückenlehne über einen entsprechend an geeigneter Stelle vorgesehenen
weiteren Antriebsmotor sowie eine gemeinsame Längsverschiebung von Sitz 4 und Rückenlehne
5 vorgesehen sein.
[0016] Seitlich an der Rückenlehne ist ein Korrekturschalter in Form eines Kippschalters
11 angeordnet, mit dem der Antriebsmotor 7 je nach Kipplage des Schalters in der einen
oder anderen Drehrichtung eingeschaltet werden kann. Der Schalter 11 hat in beiden
Schaltrichtungen eine definierte Ruhelage, d.h. nach Loslassen des Betätigungselements
geht der Schalter stets in seine Ruhestellung zurück. In dieser Ruhestellung ist der
Schaltkreis des Antriebsmotors 7 unterbrochen. Mit dem Schalter 11 läßt sich also
die Sitzhöhe unabhängig von der nachfolgend noch näher erläuterten Steuerung betreffend
feste Programmeindividuell nachstellen. Sofern noch weitere Antriebe vorhanden sind,
z.B. zum Neigen der Rückenlehne und Längsverschieben des Stuhlob.erteiles, so sind
für diese Antriebe selbstverständlich weitere solcher Korrekturhandschalter vorgesehen.
[0017] Mit 12 und 13 sind zwei Programmwahltasten bezeichnet, mit denen zwei (verschiedene)
fest eingestellte Stuhlpositionen für die Sitzhöhe (und gegebenenfalls Neigung der
Rückenlehne bzw. Längsverschiebung des Sitzes) abgerufen werden können. Eine Programmeingabe
erfolgt über die Taste 14. Mit 15 ist eine Memory-Abruftaste bezeichnet, mit der einerseits
ein fest eingestelltes (drittes) Programm abgerufen werden kann, andererseits aber
der Stuhl in eine zuvor durch Programm und manuelle Korrektur über die Schalter 11
individuell eingestellte Position zurückgefahren werden kann.
[0018] Anhand der Figur 2 wird die Steuereinrichtung und die Funktionsweise der Kombinationstaste
15 näher erläutert. Die Taste 15 ist mit einem Flip-Flop 16 verbunden, dessen beide
Ausgänge zu einer Logikschaltung 17 führen. Der Sollwert des fest eingestellten Programms,
welches durch die Taste 15 abgerufen werden kann, ist in einem Sollwertspeicher 18
(RAM) festgelegt. Wird die Taste 15 zum ersten Mal gedrückt, schaltet das Flip-Flop
in die eine Schaltstellung, wodurch der Sollwertgeber 18 den Befehl bekommt, seinen
Wert in einen Komparator 19 einzugeben, wo er mit den Istwerten aus einem Istwertzähler
20 verglichen wird. Der Istwertzähler 20 wird von der Antriebsspindel des Antriebsmotors
7 getaktet und zählt je nach Drehrichtung des Motors vor- oder rückwärts.
[0019] Mit 21 ist ein Vor-Sollspeicher bezeichnet, in dem der Istwert aus dem Istwertzähler
20 beim ersten Drücken der Taste 15 abgespeichert wird. Wird die Taste 15 ein zweites
Mal gedrückt, ohne daß zwischenzeitlich eine Eingabe erfolgt, so gibt die Logikschaltung
17 dem Vor-Sollspeicher 21 den Befehl, den Speicherinhalt dem Komparator 19 über die
Befehlsleitung 22 zuzuführen. Der Komparator 19 vergleicht dann nicht den Sollwert
aus dem Sollwertgeber 18, sondern den aus dem Vor-Sollwertspeicher 21 mit dem Istwert
aus dem Istwertzähler 20 und gibt je nachdem, ob die Werte gleich sind oder eine Differenz
vorliegt, einen Schaltbefehl an den Antriebsmotor 7, der dann z.B. bei Vorhandensein
einer Differenz den Motor in die eine oder andere Drehrichtung einschaltet.
[0020] Im Flip-Flop 16 wird gespeichert, ob die Memory-Taste 15 zum ersten oder zum zweiten
Mal gedrückt wird. Beim zweiten Drücken der Taste 15 wird über eine Rückmeldeleitung
23 das Flip-Flop 16 wieder auf Null gesetzt.
[0021] Mit 24 ist ein externer Speicher für die Istwerte bezeichnet, der batteriegepuffert
ist und ständig die aus dem Istwertzähler 20 kommenden Istwerte abspeichert. Damit
ist auch bei Netzausfall sichergestellt, daß der Stuhl funktionsfähig bleibt.
1. Steuereinrichtung für einen zahnärztlichen Behandlungsstuhl mit einer Programmsteuervorrichtung
mit Sollwert-Istwert-Vergleich und mehreren Programmwahltasten, bei deren Betätigung
Verstellvorrichtungen zur Verstellung wenigstens der Sitzhöhe und der Neigungslage
der Rückenlehne des Stuhles aktiviert werden, wodurch der Stuhl in eine durch Sollwerte
vorgegebene Position selbsttätig verstellt wird, sowie mit auf die Verstellvorrichtungen
wirkenden, nur während ihrer Betätigungsdauer wirksamen Korrekturschaltgliedern, dadurch
gekennzeichnet , daß eine Logikschaltung (17) mit Vor-Sollspeicher (21) vorhanden
ist, in dem die bei Korrektur durch Betätigung der Korrekturschaltglieder (11) entstehenden
Istwerte als Vor-Sollwerte gespeichert werden, daß eine Abruftaste (15) vorhanden
ist,. bei deren Betätigung die Vor-Sollwerte in einen Komparator (19) eingegeben werden,
wo sie mit den augenblicklichen Istwerten (20) verglichen werden, und daß die Logikschaltung
mit den Verstellvorrichtungen (7) der zu verstellenden Stuhlteile (4) elektrisch so
geschaltet ist, daß diesen bei Betätigen der Abruftaste (15) Steuersignale im Sinne
einer Verstellung des Stuhles in die zuvor eingestellte, den Vor-Sollwerten entsprechende
Position gegeben werden.
2. Steuereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß das Abspeichern
der Vor-Sollwerte bei Betätigung einer Programmwahltaste (15) erfolgt.
3. Steuereinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet , daß die Abruftaste
(15) mit der Programmwahltaste (15) kombiniert ist, dergestalt, daß bei einer ersten
Betätigung der Taste (15) der Stuhl in die durch das Programm festgelegte Position
und bei einer erneuten, zweiten Betätigung dieser Taste der Stuhl in die zuvor eingestellte,
den Vor-Sollwerten (21) entsprechende Position verstellt wird.
4. Steuereinrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet , daß die gemeinsame
Abruf- und Programmwahltaste (15) ein Flip-Flop (16) steuert, dessen beide Ausgänge
zur Logikschaltung (17) führen, wobei in der einen Schaltstufe ein Steuersignal zum
Abruf der Sollwerte aus dem Sollwertgeber (18) des eingestellten Programms und in
der anderen Schaltstufe ein Steuersignal zum Abruf der Sollwerte aus dem Vor-Sollspeicher
(21) gegeben wird.
5. Steuereinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet , daß das Flip-Flop (16)
nach 2-maligem Drücken der Taste (15) über Rückmeldeleitung (23) auf Null gesetzt
wird.
6. Steuereinrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet , daß die Istwerte in
an sich bekannter Weise von der Antriebsspindel des Motors (7) abgenommen und einem
Istwertzähler (20) zugeführt werden, dessen Werte einerseits in dem Vor-Sollspeicher
(2,1) und andererseits in einem externen Istwertspeicher (24) ständig abgespeichert
werden.
7. Steuereinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet , daß
die Abruftaste (15) mit der Programmwahltaste zum automatischen Ansteuern des Stuhles
in eine Speistellung kombiniert ist.