(19)
(11) EP 0 038 964 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
04.11.1981  Patentblatt  1981/44

(21) Anmeldenummer: 81102604.6

(22) Anmeldetag:  07.04.1981
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3F24D 17/00, F24D 19/10, F24H 1/18
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH FR IT LI

(30) Priorität: 30.04.1980 DE 3016639

(71) Anmelder: Forbach GmbH & Co. KG
D-97603 Bad Neustadt (DE)

(72) Erfinder:
  • Kurz, Rolf, Ing. grad.
    D-8740 Bad Neustadt (DE)

(74) Vertreter: Vogl, Leo (DE) 
Blumenweg 4
D-90537 Feucht
D-90537 Feucht (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Wasserspeichererhitzer


    (57) Bei Wasserspeichererhitzer, insbesondere zur Brauchwasserbereitung, mit einem. Speicherbehälter (1), der einen unteren Rohrstutzen (2) für das Kaltwasser und einen oberen Rohrstutzen (3) für das Heißwasser aufweist, sind beide Rohrstutzen (2,3) über je eine Leitung (6 bzw. 9) mit einem Durchlauferhitzer (5) verbunden, der einen Temperaturfühler (14) aufweist, wobei in der vom Kaltwasser-Rohrstutzen (2) abgehenden Abzweigleitung (6) eine Absperreinrichtung (7) und eine Umwälzpumpe (8) angeordnet sind.
    Damit auch während des Zapfvorganges ein Nach-bzw. Aufheizen des aus dem Speicherbehälter entnommenen Wassers auf eine gegenüber der Temperatur des Speicherwassers höhere Zapftemperaturen möglich ist, ist an der am Durchlauferhitzer (5) und der zum Durchlauferhitzer (5) führenden Kaltwasser-Abzweigleitung (6) eine Versorgungsleitung (10) für eine oder mehrere Zapfstellen (11,11',11") angeschlossen und der Durchlauferhitzer (5) mit einem strömungsabhängig schaltbaren Kontakt (13) zum Steuern der Umwälzpumpe (8) und des Magnetventils (7) versehen, der während des Zapfvorganges durch Unterbrechen des Stromkreises ein Abschalten der Umwälzpumpe (8) und Schließen des Magnetventils (7) herbeiführt.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Wasserspeichererhitzer, insbesondere zur Brauchwasserbereitung, mit einem Speicherbehälter, der einen unteren Rohrstutzen für das Kaltwasser und einen oberen Rohrstutzen für das Heißwasser aufweist, wobei beide Rohrstutzen über je eine Leitung mit einem Durchlauferhitzer verbunden sind, der einen Temperaturfühler aufweist, und in der vom Kaltwasser-Rohrstutzen abgehenden Abzweigleitung eine Absperreinrichtung und eine Umwälzpumpe angeordnet sind.

    [0002] Ein Wasserspeichererhitzer dieser Art ist Gegenstand der DE-B-26 41 601. Bei diesem Warmwasserspeichererhitzer wird durch den dem Speicherbehälter parallel geschalteten bzw. angeordneten Durchlauferhitzer vor allem während der Niedertarifzeit der Inhalt des Speicherbehälters aufgeheizt. Das geschieht dabei in der Weise, daß das Speicherwasser mittels einer Pumpe so lange umgewälzt wird, d.h. durch den Durchlauferhitzer gepumpt wird, bis dieses die notwendige bzw. eingestellte Temperatur erreicht hat. Ist diese Temperatur erreicht, schaltet der Temperaturfühler im Durchlauferhitzer dessen Beheizung und die Umwälzpumpe ab. Wird während der Hochtarifzeit eine Nachheizung des Speicherwassers erforderlich, so wird über einen weiteren Temperaturfühler im Speicherbehälter der Durchlauferhitzer sowie die Umwälzpumpe eingeschaltet und ein Teil des Speicherwassers aufgeheizt. Die Entnahme des Heißwassers erfolgt hier auf direktem Wege aus dem Speicherbehälter. Bekanntlich wird für Reinigungszwecke, z.B. Spülen, Wasser mit einer wesentlich höheren Temperatur benötigt als dies für die Körperreinigung der Fall ist. Um nun allen Erfordernissen, z.B. in einem Haushalt, gerecht zu werden, muß bei diesem Wasserspeichererhitzer das Speicherwasser auf verhältnismäßig hohe Temperaturen gebracht werden, da ein Nachheizen des Speicherwassers während des Zapfvorganges hier nicht mehr durchführbar ist. Höhere Temperaturen des Speicherwassers haben aber wiederum auch höhere Abkühlverluste zur Folge.

    [0003] Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen. Die Erfindung, wie sie in den Ansprüchen gekennzeichnet ist, löst die Aufgabe, einen Wasserspeichererhitzer der eingangs genannten Art so weiterzubilden, daß mit dem bzw. während des Zapfvorganges ein Nachheizen bzw. Aufheizen des aus dem Speicherbehälter entnommenen Wassers auf gegenüber der Temperatur des Speicherwassers höhere Zapftemperaturen möglich ist.

    [0004] Durch die Erfindung wird in vorteilhafter Weise erreicht, daß das zu zapfende Wasser immer über den Durchlauferhitzer den Zapfstellen zugeführt wird, so daß bei Bedarf das erwärmte Speicherwasser während des Zapfvorganges jederzeit auf erhöhte Temperaturen gebracht werden kann. Daraus ergibt sich der Vorteil, daß es genügt, das Speicherwasser auf einer niederen Temperatur von ca. 45°C bereitzuhalten, wodurch übermäßige hohe Abkühlungsverluste vermieden bzw. in vertretbaren Grenzen gehalten werden. Ein zusätzlicher Temperaturfühler im Speicherbehälter ist hier, im Gegensatz zum bekannten Wasserspeichererhitzer, ebenfalls nicht erforderlich.

    [0005] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist im Prinzip in der Zeichnung dargestellt und wird an Hand dieser nachfolgend näher beschrieben.

    [0006] Ein Speicherbehälter 1 weist unten einen Kaltwasser-Rohrstutzen 2 und oben einen Heißwasser-Rohrstutzen 3 auf. Der Kaltwasser-Rohrstutzen 2 ist einerseits an einer Kaltwasser-Versorgungsleitung 4 angeschlossen und andererseits geht von diesem eine zu einem Durchlauferhitzer 5 führende Abzweigleitung 6 ab. In dieser Abzweigleitung ist als Absperrorgan ein Magnetventil 7 sowie eine mit einer stufenlos hydraulischen Regelung ausgestattete Umwälzpumpe 8 angeordnet. Durch die stufenlose hydraulische Regelung der Umwälzpumpe 8 kann die Aufheizgeschwindigkeit des Speicherwassers durch eine durchflußgesteuerte Leistung auf die von den Energieversorgungsunternehmen individuell festgelegten Freigabezeiten für den Niedertarif angepaßt werden. Vom oberen Heißwasser-Rohrstutzen 3 führt eine Rohrleitung 9 ebenfalls zum vorgenannten Durchlauferhitzer 5. Vom Durchlauferhitzer 5 und der zum Durchlauferhitzer 5 führenden Kaltwasser-Abzweigleitung 6 geht eine Versorgungsleitung 10 zu mehreren Zapfstellen 11,11',11" ab. Die Zapfstellen 11,11', 11" sind zweckmäßig mit je einem den Temperaturfühler 14 des Durchlauferhitzers beeinflussenden und damit die Wasserauslauftemperatur einstellenden bzw. vorwählenden Sollwertgeber 12,12',12" ausgerüstet. Als Durchlauferhitzer 5 dient vorzugsweise ein mit elektronischen Mitteln gesteuerter Durchlauferhitzer, der strömungsrichtungs-unabhängig arbeitet und in dessen hydraulischen System ein strömungsabhängig gesteuerter Kontakt 13 vorgesehen ist, der den Stromkreis zum Magnetventil 7 und der Umwälzpumpe 8 beherrscht und der bei Betrieb die Umwälzpumpe 8 und das Magnetventil 7 geschlossen hält. Weiterhin weist dieser Durchlauferhitzer einen Temperaturfühler 14 auf, der über eine Schalteinrichtung die Beheizung des Durchlauferhitzers temperaturabhängig schaltet.

    [0007] Die Arbeitsweise des Gerätes ist etwa folgende: Zur Niedertarifzeit, also besonders während der Nachtstunden wird über eine sogen. Niedertärifschaltung NT die Umwälzpumpe 8 in Betrieb gesetzt. Das als Absperrorgan wirkende Magnetventil 7 in der Abzweigleitung 6 ist dabei geöffnet. Die Umwälzpumpe 8 arbeitet nun solange, bis das Speicherwasser. im Speicherbehälter 1 die gewünschte Temperatur von z.B. 45°C hat. Ist diese gewünschte Temperatur erreicht, so wird der Temperaturfühler 14 im Durchlauferhitzer 5 entsprechend beaufschlagt und führt eine Abseha ltung der Zeistung des Durchlauferhitzers 5 herbei. Die Aufheizung des Speicherwassers im Speicherbehälter erfolgt vorzugsweise von oben nach unten. Das Speiaherwasser wird-dabei so lange umgewälzt, bis es die vorgenannte Temperatur hat. Wird nun während des Aufheizvorganges an einer der Zapfstellen 11 bis 11" Wasser gezapft, öffnetderströmungsabhängige Kontakt 13 wodurch der Stromkreis des Magnetventils 7 und der Umwälzpumpe unterbrochen wird, so daß das Magnetventil 7 geschlossen und die Umwälzpumpe 8 abgeschaltet wird. Damit werden Zumischungen aus der Kaltwasser-Versorgungsleitung 4 vermieden. Während eines Zapfvorganges wird nun das über den Durchlauferhitzer 5 zu den einzelnen Zapfstellen 11 bis 11" fließende vorgewärmte Speicherwasser von etwa 45°C auf eine höhere Endtemperatur von etwa 60°C oder darüber aufgeheizt oder es wird auf eine mittels der den Zapfstellen zugeordneten Sollwertgebern 12 bis 12" eingestellte bzw. vorgewählte Temperatur zwischen 45°C und 60°C gebracht.

    [0008] Durch einen zusätzlichen Umgehungsschalter 15 könnte noch die Möglichkeit geschaffen werden, außerhalb der nächtli- . chen Niedertarifzeit mit einer erhöhten Umwälzpumpenleistung und einer damit verbundenen höheren elektronisch gesteuerten Heizleistung des Durchlauferhitzers 5 ein Nachheizen des Speicherwassers während bestimmter Tagesze iten mit Nieder- oder Hochtarif vorzunehmen.

    [0009] Durch die vorgeschilderte Arbeitsweise ist die Anwendung der Erfindung bei jedem beliebigen Speicherbehälter 1 nachrüstbar, da alle Schalt- und Funktionsorgane im Durchlauferhitzer oder der Rohrleitung untergebracht sind. Sie ergänzt in idealer Weise Brauchwassererwärmungsanlagen, die mit Wärmepumpen oder im Solar- oder Abwärmebetrieb arbeiten oder im bi- und multivaluten System eine elektrische Auf- und Nachheizung vornehmen können.


    Ansprüche

    1. Wasserspeichererhitzer, insbesondere zur Brauchwasserbereitung, mit einem Speicherbehälter (1), der einen unteren Rohrstutzen (2) für das Kaltwasser und einen oberen Rohrstutzen (3) für das Heißwasser aufweist, wobei beide Rohrstutzen (2,3) über je eine Leitung (6 bzw.9) mit einem Durchlauferhitzer (5) verbunden sind, der einen Temperaturfühler (14) aufweist, und in der vom Kaltwasser-Rohrstutzen (2) abgehenden Abzweigleitung (6) eine Absperreinrichtung (7) und eine Umwälzpumpe (8) angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß an der am Durchlauferhitzer (5) und der zum Durchlauferhitzer (5) führenden Kaltwasser-Abzweigleitung (6) eine Versorgungsleitung (10) für eine oder mehrere Zapfstellen (11,11',11") angeschlossen ist und der Durchlauferhitzer (5) einen strömungsabhängig schaltbaren Kontakt (13) zum Steuern der Umwälzpumpe (8) und des Magnetventils (7) aufweist, der während des Zapfvorganges durch Unterbrechen des Stromkreises ein Abschalten der Umwälzpumpe (8) und Schließen des Magnetventils (7) herbeiführt.
     
    2. Wasserspeichererhitzer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchlauferhitzer (5) ein mit elektronischen Mitteln gesteuerter Durchlauferhitzer ist.
     
    3. Wasserspeichererhitzer nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der strömungsabhängige Kontakt (13) im elektrischen System des Durchlauferhitzers (5) integriert ist.
     
    4. Wasserspeichererhitzer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zapfstellen (11,11',11") mit je einem den Temperaturfühler (14) im Durchlauferhitzer (5) beeinfluBbaren Temperatur-Sollwertgeber (12,12',12") ausgerüstet sind.
     




    Zeichnung