[0001] Die Erfindung betrifft ein Sägeblatt, insbesondere diamantbesetzte Sägeblätter zum
Schneiden von Natursteinen, bestehend aus einem mit Schneidsegmenten besetzten Stammblatt.
[0002] Die Betriebskosten von Sägeblättern werden zum einen von den Anschaffungskosten und
zum anderen von der Zerspanungsleistung und der Standzeit der Sägeblätter bestimmt.
Es ist bekannt, die Standzeit der Sägeblätter dadurch zu verlängern, daß die Höhe
der Schneidsegmente, d.h. der verschleißende Teil dieser Schneidsegmente möglichst
hoch gemacht wird. Die Belaghöhe kann jedoch nicht beliebig erhöht werden, da ansonsten
ein unzureichender seitlicher Freischnitt und eine ungleichmäßige Abnutzung der Schneidsegmente
erfolgt, wodurch diese eine für den Schnitt unvorteilhafte konische Gestaltung erhalten.
[0003] Mit Diamantschneidsegmenten bestückte Sägeblätter von 200 - 4.000 mm Durchmesser
weisen heute eine Zerspanungsleistung von ca. 4oo cm'/min auf. Die Standzeit der Sägeblätter
beträgt bei üblicher
[0004] Belaghöhe ca. 600 m
2. Aufgabe der Erfindung ist es, die
Zerspanungsleistung und die Standzeit von Schneidsegmenten von Sägeblättern, insbesondere
von mit Diamenten besetzten Schneidsegmenten wesentlich zu steigern.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst,daß die Schneidsegmente elastisch
auf dem Stammblatt aufgebracht sind. Vorteilhaft werden die Schneidsegmente auf U-förmig
ausgebildeten Bügeln befestigt, die mit ihren seitlichen Schenkeln am Stammblatt befestigt
sind, wobei der mittlere Verbindungssteg einen Abstand zum Stammblatt aufweist. Es
ist jedoch auch denkbar, im Stammblatt unterhalb der Befestigungsstellen die Schneidsegmente
mit Aussparungen zu versehen, so daß gleichfalls eine elastische Lagerung der Schneidsegmente
erfolgt.
[0006] Die elastische Lagerung der Schneidsegmente hat eine Steigerung der Zerspanungsleistung
und auch der Standzeit um Werte bis zu je 50 % erbracht, wobei die Belaghöhe jeweils
gleich hoch gewählt worden ist. Diese Leistungssteigerung und Erhöhung der Standzeit
ist darauf zurückzuführen, daß durch die elastische Lagerung der Schneidsegmente die
spröden Diamanten im
Schneidbelag erheblich mehr geschont werden, so daß diese bei der stoßartigen Belastung
der Schneidsegmente weniger zerschlagen werden. Die Leistung des Sägeblattes ist proportional
der im Eingriff stehenden Diamantspitzen. Durch die elastische Lagerung der Schneidsegmente
werden die herausragenden und schneidenden Diamantspitzen weniger stark zerschlagen
und herausgebrochen, so daß im jeweiligen Augenblick mehr Diamantsegmente im Eingriff
stehen und länger genutzt werden können. Die Folge ist eine erheblich gesteigerte
Standzeit und Zerspanungsleistung.
[0007] Die Erfindung kommt insbesondere bei diamantbesetzten Schneidsegmenten zum Tragen,
da diese äußerst empfindlich gegen stoßartige Beanspruchungen sind. Die Erfindung
kann jedoch auch gleichermaßen bei anderen harten Schneidelementen eingesetzt werden,
die in einer Masse eingebettet sind.
[0008] Im folgenden wird die Erfindung anhand der Zeichnung näher beschrieben, in dieser
zeigen:
Fig. 1 eine teilweise Seitenansicht eines herkömmlichen Sägeblattes,
Fig. 2 ein erfindungsgemäß ausgebildetes Sägeblatt, bei dem das Schneidsegment auf
einem Bügel befestigt ist,
Fig. 3 eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Stammblattes mit einer
Aussparung im Bereich des Schneidsegmentes und
Fig. 4 einen Schnitt nach Linie IV-IV in Fig.3.
[0009] In den Fig. 1 bis 3 bezeichnet 1 das Stammblatt von Sägeblättern. Dieses Stammblatt
kann einen Durchmesser bis zu drei Metern aufweisen. Auf dem Stammblatt 1 ist bei
den bekannten Sägeblättern das Schneidsegment 2 unmittelbar aufgelötet. Die Schneidsegmente
2 bestehen aus einem rechteckförmigen äußeren Teil, deren Höhe etwa 5 mm beträgt und
einem sich daran anschließenden, nach innen kegelförmig verjüngenden Teil 4, dessen
Höhe etwa 15 mm beträgt, so daß die Höhe des gesamten Schneidsegmentes etwa 20 mm
ausmacht. Der Kegelwinkel des kegelförmigen Teils ist so gewählt, daß sich bei fortschreitender
Abnutzung der Höhe und der Breite des rechteckförmigen Teiles des Schneidsegmentes
die Seitenfläche des rechteckförmigen Teiles 3 derart nach unten verschiebt,daß diese
in etwa die gleiche Höhe behält, jedoch ständig zum Stammblatt zuwandert. Hierdurch
ist gewährleistet, daß ständig sowohl die erforderliche Seitenführung für das Stammblatt
erhalten bleibt wie auch das erforderliche Freischneiden erreicht wird. Hierdurch
ist es möglich, die Höhe des Schneidsegmentes so groß zu machen, daß bereits hierdurch
eine Erhöhung der Standzeit erreicht wird, ohne daß eine ungleichmäßige Abnutzung
und ein Verlaufen des Schnittes zu befürchten ist.
[0010] Durch diese Maßnahme kann zwar die Standzeit erhöht werden, jedoch ist eine Erhöhung
der Schneidleistung durch die geometrische Gestaltung des Schneidsegmentes, wenn überhaupt,
nur in sehr geringem Umfange möglich. Gemäß der Erfindung wird jedoch auch die Schneidleistung
wie auch die Standzeit eines Schneidsegmentes definierter Höhe bis zu 50 % gesteigert,
wenn das Schneidsegment 2 elastisch, d.h. federnd nachgiebig auf dem Stammblatt 1
befestigt ist. Hierdurch wird erreicht, daß die Diamanten des Schneidsegmentes, die
aus der Oberfläche desselben herausragen und im Einsatz sind, nicht durch die stoßweise
Belastung zersplittert oder aus dem Schneidsegment herausgerissen werden. Bei der
herkömmlichen Anordnung der Schneidsegmente wurden etwa lediglich 30
.% der.Diamanten zum Schneiden ausgenutzt, während der Rest der Diamanten aus dem Schneidsegment
herausgeschlagen wurden. Bei der elastischen Anordnung des Schneidsegmentes wurde
gefunden, daß die Diamanten bis zu 70 % für die Zerspanarbeit herangezogen werden
konnten, während lediglich noch ca. 30 % zersplitterten oder aus dem Schneidsegment
herausgeschlagen wurden.
[0011] Diese elastische Lagerung der Schneidsegmente 2 auf dem Stammblatt 1 kann entweder,
wie dies in Fig. 2 dargestellt ist, dadurch-erfolgen, daß die Schneidsegmente 2 auf
einem U-förmig ausgebildeten Bügel 5 aufgelötet werden, dessen Schenkel 6, 7 ihrerseits
mit dem Stammblatt 1 fest verbunden sind. Der die Schenkel 6, 7 verbindende Steg 8
weist einen ausreichenden Abstand zur Oberkante 9 des Stammblattes auf, so daß das
Schneidsegment 2 einen ausreichenden Federweg erfährt. Die Elastizität des Bügels
kann zum einen durch die Wahl der Stärke des Bügels 8 und zum anderen gleichfalls
durch die Höhe der Schenkel 6, 7 bestimmt werden.
[0012] Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 ist das Schneidsegment 2 in herkömmlicher
Weise unmittelbar auf das Stammblatt 1 aufgelötet. Allerdings weist dieses Stammblatt
1 unterhalb eines jeden Schneidsegmentes 2 eine Aussparung lO auf, die sich zumindest
über die Breite des Schneidsegmentes 2 erstreckt. Hier wird die federnde Lagerung
des Schneidsegmentes 2 durch die Breite der Aussparung lO und durch die Höhe des verbleibenden
Steges 11 des Stammblattes 1 bestimmt.
[0013] In Fig. 4 ist ein Schnitt durch Fig. 3 dargestellt, der die Anordnung des Schneidsegmentes
2 auf dem Stammblatt 1 zeigt. Bei geeigneter Wahl der Elastizität des Schneidsegmentes
auf dem Stammblatt 1 kann, wie die Versuche gezeigt haben, eine Erhöhung der Standzeit
um 50 % und der Zerspanungsleistung gleichfalls um 50 % bei gleicher Schneidsegmenthöhe
2 erhalten werden. Hierdurch läßt sich die Wirtschaftlichkeit der Sägeblätter, insbesondere
der mit Diamantspitzen besetzten Sägeblätter, in erheblichem Umfange erhöhen. Die
Erfindung ist jedoch gleichermaßen auch für Sägeblätter geeignet eingesetzt zu werden,
bei denen zum Schneiden nicht Diamanten, sondern andere spröde, harte Körper dienen.
1. Sägeblatt, insbesondere diamantbesetzte Sägeblätter zum Schneiden von Natursteinen,
bestehend aus einem mit Schneidsegmenten besetzten Stammblatt, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schneidsegmente (2) elastisch auf dem Stammblatt (1) angebracht sind.
2. Sägeblatt nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schneidsegmente (2)
auf einem U-förmigen Bügel (5) befestigt sind, dessen die am Stammblatt angreifenden
Schenkel (6, 7) verbindender Steg (8) mit Abstand zum Stammblatt (1) geführt ist.
3. Sägeblatt nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Stammblatt (1) unterhalb
jedem Schneidsegment (2) eine Aussparung (10) aufweist.
4. Sägeblatt nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Form
der Schneidsegmente (2) im Querschnitt aus einem oberen rechteckförmigen (3) und einem
sich daran anschließenden, sich zum Stammblatt (1) des Sägeblattes verjüngenden kegelförmigen
Teil (4) besteht.
5. Sägeblatt nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Höhe des rechteckförmigen
Teiles ca. 5 mm beträgt.
6. Sägeblatt nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Kegelwinkel des
kegelförmigen Teiles etwa 9,2° beträgt.