[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von sinterfähigen Legierungspulvern
auf der Basis von Titan durch calciothermische Reduktion der Oxide der die Legierungen
bildenden Metalle in Gegenwart indifferenter Zusätze.
[0002] Titan und Legierungen auf der Basis von Titan haben aufgrund der besonderen Werkstoffeigenschaften
vielfach Anwendung gefunden. Bedingt durch die relativ aufwendigen Herstellverfahren
sind insbesondere die Legierungen des Titans jedoch relativ teuer.
[0003] Zur Herstellung von Titan reduziert man das in der Natur vorkommende Oxid mit Kohle
in Gegenwart von Chlor und gewinnt Titantetrachlorid, das durch Reduktion mit metallischem
Natrium oder Magnesium zum Titanschwamm verarbeitet wird. Der Titanschwamm wird dann,
nach Zusatz der weiteren Legierungsbestandteile, wie z.B. Aluminium und Vanadium,
aufgeschmolzen und zu Stangen, Profilen oder Blechen gegossen bzw. gewalzt. Die konturnahen
Formteile erhalten dabei durch spanabhebende Bearbeitung ihre endgültige Gestalt.
Ein Nachteil dieser Verfahrensweise ist der teilweise beträchtliche Anfall von zerspanter
Legierung. Es ist also nicht ohne weiteres möglich, kompliziert geformte Formteile
auf diese Art zu vertretbaren Preisen herzustellen.
[0004] Die Herstellung derartiger Formteile gelingt besser auf pul-vermetallurgischem Wege.
Für die Herstellung des Legierungspulvers sind insbesondere zwei Verfahren bekannt
geworden. Das eine Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß der Titanschwamm zusammen
mit Legierungspartnern zu einer stabförmigen Elektrode verschmolzen wird. Die Elektrode
wird unter Einwirkung einer Plasmaflamme und bei hohen Drehzahlen rotierend zu Pulver
verdüst, wobei allerdings wegen der
Bil- dung von Agglomeraten im Regelfalle das erhaltene Pulver einer zusätzlichen Zerkleinerung
(Aufmahlung) unterworfen werden muß. Dieses sogenannte REP-Verfahren ist jedoch insbesondere
durch die apparativen Kosten außerordentlich aufwendig und ist überdies bezüglich
des Chargengewichtes auf eine. bestimmte Elektrodengröße beschränkt.
[0005] Der zweite, zur Herstellung des Pulvers bekannte Weg besteht darin, daß man den Titanschwamm
hydriert, das spröde Titanhydrid mahlt, mit den übrigen Legierungspartnern in pulverförmiger
Form versetzt, innig vermahlt, bei erhöhten Temperaturen im Vakuum dehydriert und
das erhaltene Pulver in an sich bekannter Weise verpreßt und sintert. Auch dieser
Verfahrensweg ist aufwendig und kann verfahrenstechnisch nicht befriedigen.
[0006] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung von
sinterfähigen Legierungspulvern auf der Basis von Titan zu finden, welches diese Nachteile
nicht aufweist. Die Legierungspulver müssen zur Erzielung einer ausreichenden Schütt-
und Klopfdichte eine bestimmte Korngröße und Korngrößenverteilung haben. Die Legierungspulver
sollen einheitlich sein, d.h., jedes Pulverteilchen muß bezüglich seiner Zusammensetzung
und Struktur den anderen Legierungsteilchen entsprechen. Die Legierungspulver müssen
ferner frei von Ausscheidungen von Oxiden, Nitriden, Carbiden und Hydriden sein, da
sonst die Sinterfähigkeit nicht gegeben ist. Erst die Summe der vorgenannten Eigenschaften
macht ein Legierungspulver zur Herstellung von Formteilen durch Pressen und Sintern
möglich. Die Pulver sollten somit dem isostatischen Heißpressen unterworfen werden
können, wodurch es gelingt, konturnahe Bauteile ohne aufwendige spanabhebende Nachbearbeitung
herzustellen.
[0007] Der Erfindung liegt insbesondere die Aufgabe zugrunde,
Le-gierungspulver einer solchen Gleichmäßigkeit und Reinheit herzustellen, daß sie
in der Flugzeugindustrie zur Herstellung von mechanisch hoch beanspruchbaren Teilen
geeignet sind.
[0008] Aus der DE-PS 935 456 ist ein Verfahren zur Gewinnung von vorzugsweise zur Herstellung
von Sinterkörpern geeigneten Legierungspulvern durch Reduktion von Metallverbindungen
und gegebenenfalls nachfolgendem Herauslösen von Nebenerzeugnissen bekannt, welches
dadurch gekennzeichnet ist, daß innige Gemische solcher Metallverbindungen, von denen
mindestens eine schwer reduzierbar ist, mit Metallen, wie Natrium, Calcium, reduziert
werden. Eine Ausbildung des Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, daß die Reduktion
in Gegenwart indifferenter, feuerfester, leicht.herauslösbarer Stoffe erfolgt.
[0009] In diesem Patent ist somit die Koreduktion von Oxiden des Titans, des Kupfers und
des Wolframs sowie anderer Oxide beschrieben. Das Verfahren hat jedoch in der Praxis
keinen Eingang gefunden, da nach dieser Arbeitsweise keine sinterfähigen, bezüglich
ihrer Zusammensetzung und Struktur homogenen Pulver erhalten werden konnten. Das in
dieser Patentschrift beschriebene Verfahren schien jedoch ein möglicherweise geeigneter
Schritt in die richtige Richtung gewesen zu sein. Das erfindungsgemäße Verfahren baut
deshalb auf diesem Stand der Technik auf.
[0010] Überraschenderweise wurde nun gefunden, daß die eingangs genannten Aufgaben durch
ein Verfahren gelöst werden können, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß man
a) Titanoxid mit den Oxiden der anderen Legierungsbestandteile in, bezogen auf Metalle,
den der gewünschten Legierung entsprechenden Mengen versetzt, Erdalkalioxid oder Erdalkalicarbonat
in einem Molverhältnis von zu reduzierenden Metalloxiden zu Erdalkalioxid oder Erdalkalicarbonat von 1 : 1 bis 6 : 1 zugibt, das Gemisch homogenisiert,
bei Temperaturen von 1000 bis 1300°C 6 bis 18 h glüht, abkühlt und auf eine Teilchengröße
< 1 mm zerkleinert,
b) kleinstückiges Calcium in einer, bezogen auf Sauerstoffgehalt der zu reduzierenden
Oxide, 1,2- bis 2,0fachen äquivalenten Menge, sowie einen Booster in einem Molverhältnis
von zu reduzierenden Oxiden zu Booster von 1 : 0,01 bis 1 : 0,2 zugibt, diesen Reaktionsansatz
vermischt, die Mischung zu Grünlingen verpreßt und in einen Reaktionstiegel einfüllt
und verschließt,
c) den Reaktionstiegel in einen evakuierbaren und beheizbaren Reaktionsofen eingibt,
den Reaktionstiegel auf einen Anfangsdruck von 1 - 10-4 bis 1 - 10-6 bar evakuiert und auf eine Temperatur von 1000 bis 1300°C für eine Dauer von 2 bis
8 h aufheizt, sodann abkühlt und
d) den Reaktionstiegel aus dem Reaktionsofen entnimmt, das Reaktionsprodukt aus dem
Reaktionstiegel entfernt und auf eine Korngröße < 2 mm zerkleinert, sodann das Calciumoxid
mit einem geeigneten Lösemittel, welches das Legierungspulver nicht löst, auslaugt
und das erhaltene Legierungspulver auswäscht und trocknet.
[0011] Das erfindungsgemäße Verfahren ist somit durch eine Kombination spezieller Verfahrensmaßnahmen
gekennzeichnet.
[0012] Nach dem vorgenannten erfindungsgemäßen Verfahren werden . somit entsprechend der
gewünschten Legierung zunächst die Oxide der Legierungspartner, bezogen auf Metall,
in den Mengen bereitgestellt, die der gewünschten Legierungszusammensetzung entsprechen.
Es hat sich in vielen Versuchen gezeigt, daß man durch direkte Reduktion dieser Gemische
der Oxide unabhängig von der Vorbehandlung keine sinterfähigen Legierungspulver erhält.
Es bilden sich Metallpulver, die zum Teil aus der gewünschten Legierung bestehen können,
jedoch in unkontrollierbaren Mengen auch ausreinem Titan oder aus den Metallen oder
Legierungen der anderen Reaktionspartner bestehen. Es sind ferner Teilchen enthalten,
welche Titan als Basis und die übrigen Metallbestandteile in unterschiedlichen Mengen
legiert enthalten.
[0013] Diese Schwierigkeiten können überraschend dadurch überwunden werden, daß die Gemische
der zu reduzierenden Metalloxide mit bestimmten Mengen Erdalkalioxid oder Erdalkalicarbonat
versetzt und zu einem oxidischen Mehrstoffsystem verglüht werden, dessen Phasenanzahl
kleiner als die Summe der Ausgangskomponenten ist (im folgenden als Mischoxid bezeichnet).
[0014] Erfindungsgemäß ist das Molverhältnis der zu reduzierenden Metalloxide zu Erdalkalioxid
oder Erdalkalicarbonat 1 : 1 bis 6 : 1, bevorzugt ist ein Bereich von etwa 1,2 : 1
bis 2 : 1. Vorzugsweise wird als Erdalkalioxid oder -carbonat Calciumoxid oder Calciumcarbonat
verwendet.
[0015] Im Gegensatz zu der Lehre der im Stand der Technik genannten DE-PS 935 456 wird das
Erdalkalioxid, also vorzugsweise das Calciumoxid, nicht als Phlegmatisierungsmittel
zugesetzt, sondern dient zur Herstellung eines Mischoxids, in dem das Gemisch der
zu reduzierenden Metalloxide mit dem Erdalkalioxid bzw. Erdalkalicarbonat nach dem
Homogenisieren bei Temperaturen von 1000 bis 1300°C, insbesondere 1200 bis 1280°C,
6 bis 18 h, vorzugsweise 8 bis 12 h, geglüht wird. Es bildet sich dabei ein Mischoxid
verringerter Phasenanzahl, das nach der Zerkleinerung auf eine Teilchengröße von etwa
< 1 mm Teilchen aufweist, die gleiche Bruttozusammensetzung haben.
[0016] Es ist von besonderem Vorteil, anstelle von Erdalkalioxid Erdalkalicarbonat, insbesondere
Calciumcarbonat, zu verwenden. Bei dem Glühvorgang zur Herstellung des Mischoxids
spaltet z.B.-das Calciumcarbonat Kohlendioxid ab. Dabei bildet sich Calciumoxid mit
frischer und aktiver Oberfläche. Gleichzeitig wird das geglühte Mischoxid aufgelockert
und kann leichter zerkleinert werden. Die Zerkleinerung des Glühproduktes gelingt
in einfacher Weise z.B. mittels Backenbrechern und nachfolgender Vermahlung mit einer
Kegelmühle.
[0017] In dem zweiten Verfahrensschritt wird das so erhaltene geglühte Mischoxid mit kleinstückigem
Calcium versetzt. Das Calcium soll insbesondere eine Teilchengröße von etwa 0,
5 bis 8 mm, vorzugsweise etwa 2 bis 3 mm, aufweisen. Die Calciummenge steht dabei in
einer Relation zu dem Sauerstoffgehalt der zu reduzierenden Oxide. Man verwendet,
bezogen auf den Sauerstoffgehalt der zu reduzierenden Oxide, die 1,2- bis 2,0fache,
vorzugsweise die 1,3- bis 1,6fache, äquivalente Menge Calcium. Man benötigt somit
z.B. je Mol,Ti0
2 2,4 bis 3,6 Mol. Ca, je Mol-Al
2O
3 3,6 bis 5,4 Mol Ca, je Mol V
20
5 6,0 bis 9,0 Mol
Ca.
[0018] Von besonderer Bedeutung ist der Zusatz eines Boosters zu dem Reaktionsgemisch. Unter
einem Booster versteht man in der Metallothermie eine Verbindung, die bei der metallothermischen
Reduktion mit starker exothermer Wärmetönung reagiert. Beispiele derartiger Booster
sind sauerstoffreiche Verbindungen, wie z.B. Calciumperoxid, Natriumchlorat, Natriumperoxid,
Kaliumperchlorat. Bei der Auswahl der Booster hat man darauf zu achten, daß man keine
Verbindungen einbringt, die die Legierungsbildung als unerwünschter Legierungspartner
stören würden. Beim erfindungsgemäßen Verfahren hat sich in besonderer Weise Kaliumperchlorat
als Booster bewährt. Bei der Umsetzung von Kaliumperchlorat mit Calcium erfolgt eine
stark exotherme Reaktion. Außerdem ist Kaliumperchlorat verhältnismäßig billig. Ein
besonderer Vorteil des Kaliumperchlorats besteht darin, daß es wasserfrei erhältlich
und nicht hygroskopisch ist.
[0019] Die erfindungsgemäße Lehre, bei der calciothermischen Koreduktion einen Booster zu
verwenden, steht in direktem Gegensatz zu der Lehre der DE-PS 935 456. Dort wird die
Meinung vertreten, daß die Reduktion unter so starker Wärmeentwicklung ablaufen würde,
daß die entstehende Legierungsschmelze oder das entstehende Pulver sehr grob anfallen
würde. Die DE-PS 935 456 lehrt deshalb, in solchen Fällen dem Reaktionsgemisch indifferente,
feuerfeste Verbindungen, insbesondere Oxide, zuzusetzen. Gerade der Zusatz eines Boosters
führt aber beim erfindungsgemäßen Verfahren zu Legierungspulvern, bei denen die einzelnen
Teilchen jeweils gleiche Zusammensetzung aufweisen und die zur Erzielung einer notwendig
hohen
Klopf- und Schüttdichte erforderliche Gestalt aufweisen.
[0020] Das Molverhältnis von zu reduzierenden Oxiden zu Booster beträgt 1 : 0,01 bis 1 :
0,2, vorzugsweise 1 : 0,03 bis 1 : 0,13. Der aus den Oxiden, Calcium und Booster bestehende
Reaktionsansatz wird nun innig vermischt.
[0021] Es ist möglich, dem Reaktionsgemisch in der Stufe b) einen oder mehrere der gewünschten
Legierungspulver in Form eines Metallpulvers einer Teilchengröße < 40 }im zuzusetzen.
Dies ist allerdings wegen der Probleme einer gleichmäßigen Verteilung des zugesetzten
Metallpulvers im Oxidgemisch insbesondere nur dann zu empfehlen, wenn das entsprechende
Oxid des Metalles bei verhältnismäßig niedrigen Temperaturen sublimiert und deshalb
nicht in Stufe a) mit den anderen Oxiden gemeinsam ohne Verlust geglüht werden kann.
Ein Beispiel für ein solches Metall ist Molybdän. Molybdäntrioxid sublimiert bei Temperaturen
> 760°C und wird zweckmäßig in Stufe b) in Form eines Feinmetallpulvers zugesetzt.
Die Mischung wird zu Grünlingen verpreßt. Diese Grünlinge werden in einen Reaktionstiegel
eingefüllt. Es hat sich gezeigt, daß man einen guten Füllungsgrad erzielt, eine gleichmäßige
Reaktion durch geeigneten Wärmetransport erreicht und gleichzeitig das reduzierte
Reaktionsgut einwandfrei aus dem Tiegel entnehmen kann, wenn man Grünlinge mit zylindrischer
Form verwendet. Die Grünlinge sollen etwa 50 mm Durchmesser und 30 mm Höhe aufweisen.
Abweichungen von dieser Dimensionierung sind natürlich möglich.
[0022] Die Grünlinge werden nun in einen Reaktionstiegel eingefüllt. Man verwendet einen
Reaktionstiegel, der unter den gegebenen Bedingungen chemisch und mechanisch stabil
ist. Dabei haben sich insbesondere Tiegel aus Titanblechen bewährt.
[0023] In dem dritten Verfahrensschritt wird nun der Reaktionstiegel verschlossen, wobei
sich im Verschlußdeckel ein Stutzen niedrigen Lumens befindet, durch welchen der Tiegel
evakuiert werden kann. Der Reaktionstiegel wird in einen beheizbaren Reaktionsofen
eingebracht und auf einen Anfangsdruck von etwa 1 . 10
-4 bis 1 . 10
-6 bar evakuiert. Der
Reak- tionstiegel wird nun auf eine Temperatur von 1000 bis 1300°
C aufgeheizt. Dabei destilliert etwas Calcium in den Absaugstutzen, kondensiert dort
und verschließt den Stutzen. Ein derartig selbstverschließender Tiegel ist beispielsweise
aus der DE-AS 11 24 248 bekannt. Im Reaktionstiegel stellt sich nun ein Druck ein,
der dem Druck des Calciums bei der gegebenen Temperatur entspricht. Dabei kann das
bei der Reaktion aus dem Gleichgewicht entfernte, als Oxid gebundene Calcium vernachlässigt
werden, da die Nachbildung des gasförmigen Calciums schneller als die Wegreaktion
erfolgt. Der Reaktionstiegel wird etwa 2 bis 8, vorzugsweise 2 bis 6 h, bei der Reaktionstemperatur
belassen.
[0024] In einer besonderen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das bei der
Reduktion des als Booster verwendeten Kaliumperchlorates gebildete gasförmige Kalium,
welches vor dem Verschluß des Reaktionstiegels durch kondensierendes Calcium durch
den Evakuierungsstutzen tritt, in einem Zwischengefäß absorbiert, welches mit Silicagel
gefüllt ist.
[0025] Überraschenderweise hat sich gezeigt, daß das gasförmige Kalium vom Silicagel in
einer Form aufgenommen wird, daß man das kaliumbeladene Silicagel gefahrlos an der
Luft handhaben kann. Gibt man das so beladene Silicagel in Wasser, entwickelt sich
langsam und über einen längeren Zeitraum Wasserstoff, so daß auf diese Weise das metallische
Kalium gefahrlos aufgefangen und beseitigt werden kann.
[0026] Während der Reaktionsperiode.wird der Booster, insbesondere das Kaliumperchlorat,
reduziert. Neben metallischem Kalium bilden sich Calciumoxid und Calciumchlorid. Durch
die hierbei freigesetzte Wärme wird die Reduktion der Metalloxide begünstigt und beschleunigt.
Es tritt bei und nach der
Re-duktion die gewünschte Legierungsbildung ein. Die Schmelztemperatur der Legierung,
die allseitig vom Calciumoxid umgeben ist, wird kurzzeitig überschritten. Dabei bilden
sich, unterstützt durch das schmelzflüssige Calciumchlorid und unter Einwirkung der
Oberflächenspannung, die Legierungsteilchen in der gewünschten Form angenäherter Kugelgestalt
aus.
[0027] In der letzten Verfahrensstufe wird nun der Reaktionstiegel aus dem Ofen entnommen,
der Tiegel geöffnet, das Reaktionsprodukt aus dem Tiegel entfernt und auf eine Korngröße
< 2 mm zerkleinert. Das Calciumoxid wird mit einem geeigneten Lösemittel, insbesondere
verdünnten Säuren, z.B. verdünnter Essigsäure oder verdünnter Salzsäure,oder Komplexbildner,
wie Ethylendiamintetraessigsäure, ausgelaugt. Das zurückbleibende Legierungspulver
wird neutral gewaschen und getrocknet.
[0028] Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, einen oder mehrere der Verfahrensschritte unter
Schutzgasatmosphäre durchzuführen. Als Schutzgas wird insbesondere Argon verwendet.
Eine besonders bevorzugte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist deshalb
dadurch gekennzeichnet, daß man einen oder mehrere Verfahrensschritte unter Schutzgasatmosphäre
durchführt, und zwar insbesondere einen oder mehrere der Verfahrensschritte
der Stufe a): Abkühlen der geglühten Oxidmischung, Zerkleinern der geglühten Oxidmischung,
der Stufe b): Mischen des Reaktionsgemisches, Verpressen des Reaktionsgemisches zu
Grünlingen, Einfüllen der Grünlinge in den Reaktionstiegel,
der Stufe c): Einbringen des Reaktionstiegels in den heizbaren Ofen,
der Stufe d): Entnehmen des Reaktionstiegels aus dem Reaktionsofen, Entfernen des
Reaktionsproduktes aus dem Reaktionstiegel, Zerkleinern, Auslaugen, Trocknen des Reaktionsproduktes.
[0029] Enthält das in der Verfahrensstufe c) erhaltene reduzierte Reaktionsprodukt Wasserstoff
in unzulässiger Menge, empfiehlt es sich, das Reduktionsprodukt einer Vakuumbehandlung
bei
1 . 10-
4 bis 1 · 10
-7 bar bei einer Temperatur von 600 bis 1000°C, insbesondere 800 bis 900°C, für eine
Zeit von 1 bis 8 h, vorzugsweise 2 bis 3 h, zu unterwerfen.
[0030] Das erfindungsgemäß erhaltene Legierungspulver weist infolge seiner Korngröße und
Korngrößenverteilung die geforderte Klopfdichte von etwa > 60 % der theoretischen
Dichte auf. Es werden Klopfdichten bis nahe 70 % der Theorie erzielt. Die Untersuchung
der Legierungspulver durch mikroskopische Schliffbildbetrachtung sowie mit der Mikrosonde
beweisen eine gleichmäßige Zusammensetzung jedes einzelnen der Legierungsteilchen.
Sie sind frei von Ausscheidungen, die die Sinterfähigkeit beeinträchtigen bzw. die
mechanische Beanspruchbarkeit der durch isostatisches Heißpressen erhaltenen Formkörper
verringern würden.
[0031] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren lassen sich die bezüglich ihrer Eigenschaften
untersuchten Normlegierungen, wie z.B. TiA16V4; TiA16V6Sn2; TiAl4Mo4Sn2; TiAl6Zr5Mo0,5Si0,25;
TiA12V11,5Zr11Sn2; TiA13V10Fe3; einwandfrei herstellen.
[0032] Die besonderen Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens bestehen zusätzlich darin,
daß die Rohstoffe, nämlich die Oxide der Metalle, in praktisch unbegrenzter Menge
zur Verfügung stehen. Sie bedürfen außer ihrer Reinigung keiner besonderen Aufarbeitung.
Durch Wahl der Art und Menge der zu reduzierenden Metalloxide lassen sich die Legierungen
in der gewünschten Zusammensetzung ohne weiteres herstellen. Die Ausbeuten sind beim
erfindungsgemäßen Verfahren sehr hoch (> 96 %), da keine verlustbringenden Zwischenschritte,
wie bei dem Verfahren des Standes der Technik, erforderlich sind. Das erfindungsgemäße
Verfahren ist deshalb besonders preisgünstig. Die apparativen Aufwendungen sind auf
ein Minimum beschränkt. Die Reproduzierbarkeit der verfahrensgemäß hergestellten Legierungen
ist groß. Es lassen sich die sinterfähigen Legierungspulver unter Vermeidung von Umschmelzprozessen
direkt aus in der Natur vorkommenden gereinigten Rohstoffen herstellen.
[0033] Das erfindungsgemäße Verfahren wird anhand der folgenden Beispiele noch näher erläutert.
Beispiel 1
Herstellung einer TiA16V4-Legierung
[0034] 1377,10 g Ti0
2, 85,63 g A1203, 65,60 g V
20
5 und 1601,20 g CaCO
3 werden homogen vermischt und bei 1100°C 12 h lang geglüht. Das geglühte Mischoxid
wird über einen Backenbrecher und eine Kegelmühle auf eine Korngröße von < 1 mm zerkleinert
und weist folgende Kornverteilungskurve auf: (w/o = Gewichtsprozent)

[0035] Die Schüttdichte beträgt ca. 1,40 g/cm
3 und die Klopfdichte liegt bei ca. 2,30 g/cm
3. Nach dem Glühen beläuft sich die Ausbeute an gemischten Oxidphasen auf 2418,0 g
≅ 99,7 %.
[0036] 1000 g dieses Mischoxids werden mit 1070,6 g Ca und 91,40 g KClO
4 (≅ 0,08 Mol KC10
4/Mol Legierungspulver) homogen miteinander vermischt und Grünlinge mit den Abmessungen
von 50 mm Durchmesser und 30 mm Höhe daraus hergestellt. Anschließend werden diese
Grünlinge bei einer Temperatur von 1150°C 8 h lang und bei einem Anfangsdruck von
1 x 10
-5 bar im Titantiegel reduziert, nach der Reduktion auf eine Korngröße.< 2 mm zerkleinert,
das Reaktionsprodukt mit verdünnter Salzsäure ausgelaugt, das erhaltene Legierungspulver
vakuumbehandelt und getrocknet. Die Ausbeute an Legierungspulver beträgt ca. 361,0
g ≅ 95,6 %, bezogen auf die theoretische Ausbeute.
[0037] Das erhaltene Legierungspulver hat eine Schüttdichte von 1,96 g/cm
3 ≅ 44,95 % und eine Klopfdichte von 2,56 g/cm
3 = 58,6 % der theoretischen Dichte.
[0038] Die Kornverteilungskurve weist folgende Zusammensetzung auf:

[0039] Die chemische Analyse des Legierungspulvers ergibt folgende Zusammensetzung:

[0040] Die'metallographische Untersuchung des Legierungspulvers ergibt, daß strukturhomogene
Legierungspartikel vorliegen, wobei die Gefügeausbildung als lamellar bis feinglobular
einzuordnen ist. Eine homogene Verteilung zwischen einem hohen a- und geringen ß-Anteil
ist in der Legierung auszumachen.
Beispiel 2
Herstellung einer TiAl6V4-Legierung
[0041] Für eine zweite Legierung werden 1377,10 g TiO
2, 85,63 g A
l2O
3,
65,
60 g
V20
5 und 644,9 g MgO homogen vermischt und bei 1250°C ca. 12 h lang geglüht und das erhaltene
geglühte Oxid wie im Beispiel 1 behandelt.
[0042] Das Mischoxid weist nach der Zerkleinerung folgende Kornverteilung auf:

[0043] Die Schüttdichte des zerkleinerten Mischoxids beträgt ca. 1,33 g/cm
3, die Klopfdichte ca. 1,97 g/cm
3. Nach der Glühung fällt das Mischoxid mit 2154,9 g ≅ 99,16 %iger Ausbeute an.
[0044] 895 g des Mischoxids werden mit 1290 g Ca und 133 g KClO
4 (≅ 0,12 Mol KClO
4/Mol Legierungspulver) innig vermischt, bei 1100°C 12 h lang geglüht und wie unter
Beispiel 1 weiterbehandelt.
[0045] Die Ausbeute an Titanlegierungspulver beträgt 365,5 g, das entspricht 96,75 % der
theoretisch möglichen Ausbeute. Das Legierungspulver weist eine Schüttdichte von 2,14
g/cm
3 ≅ 48,97 % und eine
Klopfdichte von 2,78 g/cm
3 ≅ 63,76 %, bezogen auf die theoretische Dichte, auf.
[0046] . Die Kornverteilungskurve des Legierungspulvers weist folgende Zusammensetzung auf:

[0047] Die chemische Analyse ergibt folgende Zusammensetzung:

[0048] Aus den Ergebnissen der metallographischen Untersuchung läßt sich entnehmen, daß
die Legierungspartikel die gleiche Struktur aufweisen, die weitgehend als lamellar
bis feinglobular charakterisiert werden kann. Die Gefügestruktur zeigt außerdem, daß
die Legierungspartikel eine homogene a- und β-Phasenverteilung aufweisen.
Beispiel 3
Herstellung einer TiAl6V6Sn2-Legierung
[0049] 1334,40 g TiO
2, 103,90 g Al
2O
3, 99,3 g V
2O
5, 45,15 g SnO und 1601,2 g CaCO
3 werden innig bzw. homogen vermischt und ca. 12 h bei 1250°C geglüht. Das geglühte
Oxid wird über einen Backenbrecher und eine Kegelmühle auf eine Korngröße von < 1
mm ≅ 1000 µm zerkleinert und weist folgende Kornverteilungskurve auf:

[0050] Die Schüttdichte des zerkleinerten Oxids beträgt 1,63 g/cm
3 und die Klopfdichte liegt bei 2,58 g/cm
3. Nach der Glühung fällt das Mischoxid mit einer Ausbeute von 2415,0 g ≅ 97,4 % an.
[0051] 1000 g dieses Mischoxids werden mit 1133,9 g Ca und 129,8 g KC10
4 (0,12 Mol KClO
4/Mol Legierungspulver) homogen vermischt, kompaktiert, bei 1150°C 8 h lang reduziert
und, wie im Beispiel 1 beschrieben, weiterverarbeitet. Die Ausbeute an Titanlegierungspulver
beträgt 367,2 g, das entspricht 96,5 %, bezogen auf theoretische Ausbeute.
[0052] Das Legierungspulver hat eine Schüttdichte von 2,18 g/cm
3 ≅ 49,3 % und eine Klopfdichte von 2,81 g/cm
3 ≅ 63,45 % der theoretischen Dichte.
[0053] Die Kornverteilungskurve des Legierungspulvers weist folgende Zusammensetzung auf:

Die chemische Analyse ergibt folgende Zusammensetzung:

[0054] Die metallographische Untersuchung zeigt Legierungspartikel mit homogener Gefügestruktur
und Phasenverteilung. Das Gefüge zeigt feinlamellare Struktur der a-Phase, die durch
Zinnzusätze stabilisiert wird. Ti
3Al-Phasen, die die spanlose Formgebung behindern, sind nicht vorhanden.
Beispiel 4
Herstellung einer TiAl4Mo4Sn2-Legierung
[0055] 1439,5 g Ti0
2, 72,5 g Al
2O
3, 21,8 g SnO und 1601,2 g CaCO
3 werden homogen vermischt und bei 1250°C ca. 12 h lang geglüht, anschließend wird
das geglühte Mischoxid über einen Backenbrecher und eine Kegelmühle auf eine Korngröße
von < 1 mm zerkleinert. Das Mischoxid weist folgende Kornverteilungskurve auf:

Die Schüttdichte des Mischoxids beträgt 1,84 g/cm
3 und die
Klop
fdichte liegt bei
2,
76 g/cm
3. Die Ausbeute an verwendungsfähigem Mischoxid liegt bei 2358,0 g ≅ 98,1 % der theoretischen
Ausbeute.
[0056] 1000 g dieses Mischoxids werden mit 24,90 g Mo-Pulver, 1109,1 g Ca und 115,3 g KClO
4 homogen vermischt, kompaktiert und, wie im Beispiel 1 beschrieben, weiterbehandelt.
Die Ausbeute an Titanlegierungspulver beträgt 384,8 g = 96,5 % der theoretischen Ausbeute.
[0057] Das Legierungspulver weist eine Schüttdichte von 2,39 g/cm
3 ≅ 52,8 % und eine Klopfdichte von 2,88 g/cm
3 ≅ 63,6 % der theoretischen Dichte auf.
[0058] Die Kornverteilungskurve weist folgende Zusammensetzung auf:

[0059] Die chemische Analyse des Legierungspulvers ergibt folgende Zusammensetzung:

[0060] Die metallographische Untersuchung zeigt Legierungspartikel mit homogener Gefügestruktur.
Neben der stabilisierten a-Phase als Hauptanteil ist ein kleiner ß-Anteil in den Legierungspartikeln
vorhanden.
Beispiel 5
Herstellung einer TiAl6Zr5Mo0,5Si0,25-Legierung
[0061] 1379,9 g TiO
2, 106,3 g Al
2O
3, 63,3
g ZrO
2, 10,7
g Si0
2 und 1601,2 g CaCO
3 werden homogen vermischt und bei 1250°
C 12 h lang geglüht. Anschließend wird das geglühte Mischoxid über einen Backenbrecher
und eine Kegelmühle auf eine Korngröße von < 1 mm ≅ 1000 µm zerkleinert. Die Kornver-.
teilungskurve weist folgende Zusammensetzung auf:

[0062] Die Schüttdichte des Mischoxids liegt bei 2,12 g/cm3 ≅ 48,11 % und die Klopfdichte
bei 2,54 g/cm
3 ≅ 57,65 % der theoretischen Dichte. Die Ausbeute an verwendungsfähigem Mischoxid
liegt bei 2425,0 g und entspricht 98,7 % der theoretischen Ausbeute.
[0063] 1000 g dieses Mischoxids werden mit 1,91 g sehr feinkörnigem Molybdänmetallpulver,
1125,9 g Ca und 131,2 g KC10
4 (0,12 Mol KClO
4/Mol Legierungspulver) homogen vermischt und, wie im Beispiel 1 beschrieben, weiterverarbeitet.
Die Ausbeute an Titanlegierungspulver beträgt 369,4 g 96,6 %, bezogen auf die theoretische
Ausbeute an Legierungspulver.
[0064] Das Legierungspulver weist eine Schüttdichte von 2,12 g/cm
3 ≅ 48,11 % und eine Klopfdichte von 2,68 g/cm = 60,9
% der theoretischen Dichte auf.
[0065] Das Legierungspulver weist folgende Kornverteilungskurve auf:

[0066] Die chemische Analyse des Legierungspulvers ergibt folgende Zusammensetzung:

[0067] Metallographische Untersuchungen zeigen, daß strukturhomogene Legierungspartikel
vorliegen, wobei eine ausgeprägte, β-stabilisierte Gefügestruktur vorhanden ist, die
dieser Legierung nach dem Sintern bekanntlich höhere Warmfestigkeiten verleihen.
Beispiel 6
Herstellung einer TiAl2V11,5Zr11Sn2-Legierung
[0068] 1245,22 g TiO
2, 38,0 g Al
2O
3, 207,5
g V
2O
5, 149,4
g ZrO
2, 23,1 g SnO und 1601,2 g CaCO
3 werden innig bzw. homogen vermischt und bei 1250°C 12 h lang geglüht. Das geglühte
Mischoxid wird über einen Backenbrecher und eine Kegelmühle auf eine Korngröße von
< 1 mm ≅ 1000 µm zerkleinert und weist danach folgende Kornverteilungskurve auf:

[0069] Die Schüttdichte des geglühten Mischoxids beträgt 2,415 g/cm 3 ≅ 50,15 % und die
Klopfdichte 3,185 g/cm
3 ≅ 66,2 % der theoretischen Dichte. Die Ausbeute an verwertbaren Mischoxiden liegt
bei 2412,2 g, das sind 94,2 % der theoretischen Ausbeute.
[0070] 1000 g dieses Mischoxids werden mit 1640,2 g Ca und 162,3 g KC10
4 (0,10 Mol KClO
4/Mol Zegierungspulver) homogen vermischt und, wie im Beispiel 1 beschrieben, weiterverarbeitet.
Die Ausbeute an Legierungspulver beträgt.378,2 g ≅ 95,55 % der theoretischen Ausbeute.
[0071] Das Legierungspulver weist eine Schüttdichte von 2,68 g/cm
3 ≅ 55,65 % und eine Klopfdichte von 3,13 g/cm3 ≅ 65,1 % der theoretischen Dichte auf.
[0072] Das Legierungspulver weist folgende Kornverteilungskurve auf:

[0073] Die chemische Analyse des Legierungspulvers ergibt folgende Zusammensetzung:

[0074] Die metallographische Untersuchung des Legierungspulvers zeigt Partikel mit homogener
Gefügestruktur und β-Stabilisierung. Sinterteile, aus diesen Legierungen hergestellt,
ergeben Bauteile mit relativ hoher Bruchzähigkeit.
Beispiel 7
Herstellung einer TiAl3V10Fe3-Legierung
[0075] 1325,2 g TiO
2, 55,2 g Al
2O
3, 168,6
g V
2O
5,
39,4 g Fe304 und 1601,2 g CaCO
3 werden homogen vermischt und bei einer Temperatur von 1100°C 12 h lang geglüht. Anschließend
wird das geglühte Mischoxid über einen Backenbrecher und eine Kegelmühle auf eine
Korngröße von < 1 mm = 1000 µm zerkleinert. Danach weist die Kornverteilungskurve
folgende Zusammensetzung auf:

[0076] Die Schüttdichte des geglühten Mischoxids beträgt 2,314 g/cm
3 ≅ 49,61 % und die Klopfdichte 3,012 g/cm
3 ≅ 64,6 % der theoretischen Dichte. Die Ausbeute an verwertbaren Mischoxiden liegt
bei 2398,6 g ≅ 96,5. % der theoretischen Ausbeute.
[0077] 1000 g dieses Mischoxides werden mit 2833,8 g Ca und 147,95 g KClO
4 (0,12 Mol KClO
4/Mol Legierungspulver) homogen vermischt und, wie im Beispiel 1 beschrieben, weiterverarbeitet.
Die Ausbeute an Legierungspulver beträgt 360,8 g ≅ 94,8 % der theoretischen Ausbeute.
[0078] Das Legierungspulver weist eine Schüttdichte von 2,410 g/cm
3 Z 51,7 % und eine Klopfdichte von 2,981 g/cm
3 = 63,9 % der theoretischen Dichte auf.
[0079] Die Messung der Kornverteilungskurve des Legierungspulvers ergibt folgende Werte:

[0080] Die chemische Analyse des
Legierungspulvers ergibt folgende Zusammensetzung:

[0081] Die metallographische Untersuchung der pulverförmigen Legierung zeigt Partikel mit
homogener Gefügestruktur und stabilisierter a-Phase. Sinterteile, aus diesen Legierungspulvern
hergestellt, sollen eine höhere Kriechfestigkeit aufweisen.
[0082] Aus den Beispielen ist ersichtlich, daß die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
hergestellten Legierungspulver einen verfahrenstypischen Gehalt von 0,05 bis 0,15
Gew.-% Calcium enthalten. Diese Menge hat jedoch keinen Einfluß auf die Qualität und
die Verarbeitbarkeit der Legierungspulver.
Beispiel 8
Herstellung einer TiA16V4-Legierung
[0083] 1377,10 g TiO
2, 85,63 g Al
2O
3, 65,60 g V
20
5 und 1034,52 g CaO (1:1) werden homogen vermischt und bei 1000°C 18 h lang geglüht.
Das geglühte Mischoxid wird über Backenbrecher, Kegel- und Schlagkreuzmühle auf eine
Korngröße von < 1 mm zerkleinert und weist folgende Kornverteilungskurve auf:

[0084] Die Schüttdichte beträgt ca. 1,45 g/cm . Die Klopfdichte ist 2,28 g/cm
3. Nach dem Glühen beläuft sich die Ausbeute.auf 2605,8 g ≅ 98,7 %.
[0085] 1000 g dieses Mischoxids werden mit 1051,62 g Ca (1 : 1,2 Mol) und 228,50 g KClO
4 (≅ 0,20 Mol KC10
4/Mol Legierungspulver) homogen miteinander vermischt und Grünlinge mit den Abmessungen
von 50 mm Durchmesser und 30 mm Höhe daraus hergestellt.
[0086] Anschließend werden diese Grünlinge in den Reaktionstiegel eingebracht, der Reaktionstiegel
in den Ofen eingesetzt und der Ofen verschlossen. Der Reaktionsraum mit Reduktionstiegel
wird bei Raumtemperatur bis auf einen Druck von < 1 x 10
-4 bar evakuiert und anschließend bis auf 1300°C aufgeheizt und bei dieser Temperatur
2 h lang gehalten.
[0087] Nach der Reduktion wird das Reaktionsprodukt bis auf eine maximale Korngröße von
< 2 mm zerkleinert, das zerkleinerte Reaktionsprodukt mit verdünnter Salpetersäure
ausgelaugt, filtriert und neutralgewaschen. Das erhaltene Le
gierungs- pulver wird vakuumbehandelt und getrocknet. Die Ausbeute an Legierungspulver
beträgt 363,5 g ≅ 94,8 %, bezogen auf die theoretische Ausbeute.
[0088] Das erhaltene Legierungspulver weist eine Schüttdichte von
2,03 g/cm
3 ≅ 46,56 % und eine Klopfdichte von 2,69 g/cm
3 ≅ 61,7 % der theoretischen Dichte auf.
[0089] Die Kornverteilungskurve des
Legierungspulvers weist folgende Zusammensetzung auf:

[0090] Die chemische Analyse des Legierungspulvers ergibt folgende Zusammensetzung:

[0091] Die metallographische Untersuchung des Legierungspulvers ergibt, daß strukturhomogene
Legierungspartikel mit gleichmäßiger a- und β-Verteilung vorliegen. Der a-Anteil bei
den Legierungspartikeln überwiegt. Die Ausbildung der einzelnen Phasen läßt sich als
feinglobular bis lamellar einordnen.
Beispiel 9
Herstellung einer TiA16V4-Legierung
[0092] 1377,10 g TiO
2, 85,63 g Al
2O
3, 65,60 g V
20
5 und 172,45
g Ca0 werden homogen miteinander vermischt (6 : 1) und bei 1300°C 6 h lang geglüht.
[0093] Das geglühte Mischoxid wird über einen Backenbrecher, Kegel-und Schlagkreuzmühle
auf eine Korngröße von < 1 mm zerkleinert und weist folgende Kornverteilungskurve
auf:

[0094] Die Schüttdichte der geglühten, gemischten Oxidphasen beträgt 1,58 g/cm
3 und die Klopfdichte liegt bei ca. 2,48 g/cm
3. Nach dem Glühen ergibt sich eine Ausbeute von 1665,7 g 97,9 %, bezogen auf die theoretische
Ausbeute.
[0095] 1000 g dieses Mischoxids werden mit 1991,80 g Ca und 11,43 g KClO
4 (
= 0,01 Mol KClO
4/Mol Legierungspulver) homogen miteinander vermischt und Grünlinge mit den Abmessungen
von 50 mm Durchmesser und 30 mm Höhe daraus hergestellt.
[0096] Die Grünlinge werden anschließend in den Reaktionstiegel eingesetzt, der Reaktionstiegel
in den Ofen eingebracht und danach der Ofen verschlossen. Der Reaktionsraum mit dem
Reduktionstiegel wird anschließend bei Raumtemperatur bis auf einen Druck von < 1
x 10
-6 bar evakuiert und danach bis auf 1000°C aufgeheizt und bei dieser Temperatur 8 h
lang gehalten.
[0097] Nach der Reduktion wird das Reaktionsprodukt auf eine Korngröße < 2 mm zerkleinert,
anschließend mit Ameisensäure ausgelaugt, vakuumbehandelt und getrocknet. Die Ausbeute
an Legierungspulver beträgt ca. 358 g ≅ 93,5 %, bezogen auf die theoretische Ausbeute.
[0098] Das erhaltene Legierungspulver hat eine Schüttdichte von 1,91 g/cm
3 ≅ 43,80 % und eine
Klopfdichte von 2,76 g/cm
3 ≅ 63,6 % der theoretischen Dichte.
[0099] Die Kornverteilungskurve weist folgende Zusammensetzung auf:

[0100] Die chemische Analyse des Legierungspulvers ergibt folgende Zusammensetzung:

[0101] Die metallographische Untersuchung des Legierungspulvers ergibt, daß strukturhomogene
Legierungspartikel vorliegen, wobei die Gefügeausbildung lamellar bis feinglobular
vorliegt. Die Legierung besteht überwiegend aus einem hohen a-Anteil und geringem
β-Anteil.
Beispiel 10
Herstellung einer TiAl3V10Fe3-Leqierung
[0102] 1325,2 g TiO
2, 55,2 g Al
2O
3, 168,6 g V205,
39,
4 g Fe304 und 260,1 g CaO (4 : 1) werden homogen vermischt und bei 1300°C 10 h lang geglüht.
[0103] Das geglühte Mischoxid wird über Backenbrecher, Kegel- und Schlagkreuzmühle auf eine
Korngröße von < 1 mm zerkleinert und weist folgende Kornverteilungskurve auf:

[0104] Die Schüttdichte des Mischoxids beträgt 1,54 g/cm
3 und die Klopfdichte 2,49 g/cm
3. Nach dem Glühen beläuft sich die Ausbeute auf 1869,6 g ≅ 99,7 % der theoretischen
Ausbeute.
[0105] 1000 g dieses Mischoxids werden mit 598,8 g Ca (1 : 1,5) und 128,5 g KC10
4 (
= 0,05 Mol KClO
4/Mol Legierungspulver) homogen vermischt und Grünlinge mit den Abmessungen von 50
mm Höhe und 30 mm Durchmesser daraus hergestellt.
[0106] Anschließend werden diese Grünlinge in den Reaktionstiegel eingebracht und danach
wird der Reaktionstiegel in den Ofen einchargiert und bei Raumtemperatur bis auf einen
Druck von < 1 x 10
-6 mbar evakuiert und anschließend bis auf 1200°C aufgeheizt. Die Reaktionszeit beläuft
sich auf 6 h.
[0107] Nach der Reduktion wird das Reaktionsprodukt bis auf eine maximale Korngröße von
< 2 mm zerkleinert, anschließend mit verdünnter Salzsäure ausgelaugt, vakuumbehandelt
und getrocknet. Die Ausbeute an Legierungspulver beträgt 501,8 g ≅ 97,4 %, bezogen
auf die theoretische Ausbeute.
[0108] Das hergestellte Legierungspulver hat eine Schüttdichte von 2,43 g/cm
3 ≅ 53,3 % und eine Klopfdichte von 2,978 g/cm
3 ≅ 65,2 % der theoretischen Dichte.
[0109] Die Messung der Kornverteilungskurve des Legierungspulvers ergibt folgende Werte:

[0110] Die chemische Analyse des Legierungspulvers ergibt folgende Zusammensetzung:

[0111] Die metallographische Untersuchung des Legierungspulvers zeigt Partikel mit homogener
Gefügestruktur und stabilisierter a-Phase.