[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Gebiet der Medizin, das unter den Begriff Hautkrankheiten,
Virologie, fällt.
[0002] Warzen und Kondylome sind Neubildungen der Haut bzw. Schleimhaut, die durch Viren
erzeugt und durch Viren übertragen werden.
[0003] Je nach Lokalisation können sie zu erheblichen Beschwerden führen, wie dies der Fall
ist bei sogenannten Plantarwarzen (Fußsohlewarzen) oder sie sind aus kosmetischen
Gründen lästig, wenn sie im Gesicht bzw. an Fingern lokalisiert sind.
[0004] Kondylome sind lokalisiert an äußeren Geschlechtsteilen des Mannes und der Frau und
sind sehr infektiös und besonders lästig.
[0005] Die Behandlung von Warzen bzw. Kondylomen läßt sich in zwei Gruppen einordnen: eine
chirurgische und eine konservative. Bei der chirurgischen Methode werden Warzen bzw.
Kondylome mechanisch entfernt. Die Wunde heilt ab, öfters mit Narbenbildung.
[0006] Bei der konservativen Therapie wird über die Warzen bzw. Kondylome eine keratolytische
Substanz, wie z. B. Milchsäure aufgetragen. Sie hat die Fähigkeit, die Oberfläche
der Warze derart aufzuweichen, daß sie die anschließende mechanische Entfernung möglich
macht.
[0007] Wird auf die mechanische Entfernung verzichtet, so muß die Substanz längere Zeit
- wochenlang angewendet werden. Neuerdings werden den keratolytischen Substanzen,
Substanzen mit virostatischen Eigenschaften beigemengt.
[0008] Der Erfindung liegt folgende Beobachtung zugrunde: Neubildungen der Haut bzw. Schleimhaut
wie Warzen und Kondylome bilden sich zurück, wenn über der behandelten Stelle ein
Unterdruck erzeugt wird.
[0009] Warzen bilden sich auch dann zurück, wenn in ihrer unmittelbaren Umgebung ein venöser
Stau induziert wird. Diese Beobachtung läßt sich mit Geräten, die der Gegenstand der
Erfindung sind, in die Praxis umsetzen.
[0010] Das Gerät zur Induktion von Rückbildung der Neubildungen der Haut bzw. Schleimhaut,
insbesondere Warzen und Kondylome besteht aus zwei Teilen: Figur 1
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1. Einem Ansaugtrichter (1), der über die behandelte Stelle aufgesetzt wird
2. Einer Ansaugvorrichtung (2), die ihrerseits auf den Ansaugtrichter aufgesetzt wird.
[0011] Die einzige Aufgabe der Ansaugvorrichtung ist, über dem Ansaugtrichter einen Unterdruck
zu erzeugen. Am zweckmäßigsten wird dazu ein hohler Gummiball mit Fassung für diesen
Ansaugtrichter verwendet. Vor dem Aufsetzen auf die behandelte Stelle wird der Gummiball
mit der Hand zusammengedrückt, das Gerät auf die Haut um die Warze aufgesetzt und
der Gummiball losgelassen.
[0012] Durch den dadurch entstandenen Unterdruck saugt sich das Gerät an der Haut fest.
[0013] Es kann auch eine andere Ansaugvorrichtung als ein Gummiball verwendet werden, z.
B. ein Zylinder mit beweglichem Kolben, der manuell oder durch eine unter Spannung
stehende Feder bewegt wird.
[0014] Es können verschiedene Ansaugtrichter verwendet werden. Sie sind untereinander austauschbar.
Das ermöglicht solche Ansaugtrichter zu verwenden, die sich den örtlichen Bedingungen
der Haut, auf der die Warzen bzw. Kondylome liegen am besten eignen.
[0015] Die Behandlung wird so durchgeführt, daß das Gerät auf die zu behandelnde Stelle
aufgesetzt wird und ein Unterdruck erzeugt wird.
[0016] Das Gerät bleibt auf der behandelnden Stelle 5 - 10 Minuten lang und wird danach
entfernt. Die Behandlung kann mehrmals täglich wiederholt werden. Sie ist auch dann
wirksam, wenn sie nur 2 - 3/Wocheo durchgeführt wird. Die behandelten Warzen bzw.
Kondylome bilden sich innerhalb 2 - 4 Wochen zurück, ohne Narben zu hinterlassen,
wobei je öfter die Behandlung durchgeführt wird, desto schneller bilden sich die Neubildungen
zurück.
[0017] Das Gerät zur Induktion der Rückbildung von Warzen durch Erzeugung von lokalem venösem
Stau wird durch einen Ring gebildet, der aus weichem elastischem Material (Gummi bzw.
Kunststoff) besteht und der über den von Warzen befallenen Finger bzw. Zehe gestülpt
wird.
[0018] Die Behandlung mit dem Ring wird so durchgeführt, daß der Ring nach Anlegen proximal
zur Warze in einer Entfernung von ca. 0,5 - 1 cm, für ca. 5 - 10 Minuten belassen
wird. Die Behandlung kann mehrmals täglich wiederholt werden. Der Druck, der durch
das Anlegen des Ringes erzeugt wird, muß ausreichen, um eine venöse Stauung in unmittelbarer
Umgebung der Warze hervorzurufen. Das wird erkennbar an rasch einsetzender blauer
Verfärbung der Haut um die Warze herum.
[0019] So behandelte Warzen bilden sich (je nach Größe) nach 2 - 4 Wochen zurück, ohne Narben
zu hinterlassen.
[0020] Die Vorteile, die die Behandlung von Warzen bzw. Kondylomen mit diesen Geräten bietet,
sind folgende.
[0021] Die Behandlung ist schmerzlos. Dadurch, daß die Geräte in keinen unmittelbaren Kontakt
mit den Warzen bzw. Kondylomen kommen, fällt das Risiko der Übertragung der Neubildungen
auf die gesunde Haut weg, wie z. B. bei der chirurgischen Methode. Es besteht auch
nicht die Gefahr, daß die gesunde Haut um die Warze herum geschädigt wird, wie das
der Fall sein kann bei Verwendung von keltolytischen Substanzen. Die Dauer der Behandlung
bis zur Heilung bei mehrmaliger täglicher Anwendung ist kürzer als bei der konservativen
Therapie. Es bleiben keine Narben, der Erfolg der Behandlung ist dauerhaft. Ein weiterer
Vorteil der Behandlung bei Verwendung dieser Geräte liegt in seiner Einfachheit.
1. Ein Gerät zur Induktion der Rückbildung der Neubil- dungen der Haut und Schleimhaut, insbesondere Warzen und Kondylome, der dadurch
gekennzeichnet ist, daß mittels der angewandten Geräte über den Warzen bzw. Kondylomen
ein Unterdruck erzeugt wird.
2. Verfahren zur Herstellung eines Geräte nach Patentanspruch 1, der dadurch gekennzeichnet
ist, daß das Gerät zur Erzeugung des Unterdrucks aus zwei Teilen besteht, die untereinander
ausgetauscht werden können: einem Ansaugtrichter und einer Ansaugvorrichtung.
3. Verfahren zur Herstellung eines Gerätes nach Patentanspruch 1, der dadurch gekennzeichnet
ist, daß dieses Gerät zur Erzeugung des Unterdrucks ein in sich unteilbares Gerät
ist, das heißt, der Ansaugtrichter und die Ansaugvorrichtung können nicht voneinander
getrennt werden.
4. Ein Gerät zur Induktion der Rückbildung von Warzen an Fingern bzw. Zehen, der dadurch
gekennzeichnet ist, daß ein Ring oder Binde elastischem Material (Gummi, Kunststoff)
oder gechicbelt proximal zur Warze über den Finger, Zehe, gestülpt wird und in unmittelbarer
Umgebung der Warze ein venöser Stau induziert wird.