[0001] Die Erfindung betrifft ein zweischaliges Mauerwerk mit einer inneren Dämmschicht
aus Mineralwolle od. dgl. und einem Freiraum zwischen Dämmschicht und Außenschale
zur Mauerwerkshinterlüftung.
[0002] Zweischalige Mauerwerke mit einer mittigen Isolierschicht zeichnen sich durch ihre
gute Wärmespeicherfähigkeit und vor allem durch ihre hervorragende Dämmeigenschaften
aus, wobei sich als Isoliermaterial besonders Mineralwolle oder dampfdurchlässiges
Polystyrol oder andere Dämmstoffe mit gegenüber dem tragenden Mauerwerksteil, also
der Innenschale, geringerem Dampfdiffusionswiderstandsfaktor bewährt haben, da diese
Materialien ein Atmen des Mauerwerkes zulassen. Da sich aber die Dämmwirkung der Mineralwolle
od. dgl. mit zunehmender Feuchtigkeit wesentlich verschlechtert, muß zusätzlich dafür
gesorgt sein, daß durch eine ausreichende Hinterlüftung des Mauerwerkes weder durch
die Innenschale eindiffundierender Wasserdampf noch durch die Außenschale eindringender
Schlagregen die Dämmschicht über ein zulässiges Maß hinaus durchnässen können. Aus
diesem Grund gibt es zwischen Dämmschicht und Außenschale einen im Bodenbereich mit
der Außenluft in Verbindung stehenden und nach oben hin offenen Freiraum, der so eine
Hinterlüftung und damit eine entsprechende Feuchtigkeitsabfuhr erlaubt. Um aber einen
solchen Freiraum zu erreichen, ist es bisher notwendig, die Dämmschicht mittels eigener
Haltevorrichtungen, wie einer Lattung, einer Schienenkonstruktion oder einer Vielzahl
von speziellen großköpfigen Distanznägeln u. dgl., in ihrer Stärke auf das gewünschte
Maß zu begrenzen, was einen enormen Arbeits- und Materialaufwand mit sich bringt und
bei einem etwas sorgloseren Verlegen der Dämmschicht sofort unangenehmste und irreparable
Folgen nach sich zieht.
[0003] Gemäß der DE-A-2417 138 gibt es auch schon ein zweischaliges Mauerwerk mit einer
zwischenliegenden Dämmschicht, die an ihrer der Außenschale zugewendeten Seite mit
einer Deckplatte abgedeckt ist, wobei Abstandselemente die Deckplatte im Abstand zur
Dämmplatte halten. Die Deckplatte kann lose oder mit der Dämmplatte zusammenhängend
ausgebildet sein, und Dämmplatte, Abstandselemente und Deckplatte können auch zu einer
Verbundplatte zusammengefaßt sein. Die zusätzlich erforderlichen Deckplatten und Abstandselemente
führen zu einem entsprechenden Mehraufwand, und das Errichten dieses Mauerwerkes bleibt
arbeitsintensiv und teuer, wozu noch kommt, daß lediglich fester Isolierstoff und
nicht die günstigere Mineralwolle od. dgl. für die Dämmschicht verwendbar ist.
[0004] Aus der FR-A-2 247 588 geht ein mehrschaliges Mauerwerk hervor, das aus komplizierten,
Hohlräume und Rippen bildenden Bausteinen besteht und vor allem zur Schalldämmung
dient. Innerhalb eines Freiraumes zwischen den Schalen befindet sich eine beiderseits
mit Folien kaschierte lsolierschicht, die sich gegenüber der Innenschale an Horizontalrippen
abstützt und zur Außenschale hin einen Luftspalt freiläßt. Hier ist die Außenschale
die tragende Schale, und zwischen Außenschale und Dämmschicht gibt es überhaupt keinerlei
Sicherung zur Freihaltung des Luftspaltes. Das Mauerwerk ist auf eine innenliegende
Schalldämmung ausgerichtet, und eine Hinterlüftung der Fassade oder Außenschale ist
nicht vorgesehen.
[0005] Die unter Artikel 54 (3) des EPÜ fallende EP-A-0 032 519 zeigt Ziegelsteineinheiten
zur Herstellung von Fassadenvorhängen für Hängefassaden, wobei die in Flächen geschliffenen
oder geschnittenen, verklebten Ziegelsteineinheiten nach innen vorspringende Rippen
zur Abstützung an Isolierplatten aufweisen. Diese Ziegelsteineinheiten müssen aber
wegen der für ihren Aufbau erforderlichen Montagearmatur exakt aufeinander ausgerichtet
sein, so daß jeweils Rippen und Fugen der übereinanderliegenden Einheiten fluchten,
wodurch der Aufbau umständlich und zeitraubend wird.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, diese Mängel zu beseitigen und ein
Mauerwerk der eingangs geschilderten Art zu schaffen, das auf einfache, rationelle
Weise aufgebaut werden kann und stets die gewünschte Hinterlüftung gewährleistet.
[0007] Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, daß die Außenschale aus Bausteinen besteht,
die nach innen vorragende, lotrecht verlaufende Rippen aufweisen und derart aufgemauert
sind, daß die Fugen einer Reihe versetzt zu den Fugen der darüber angeordneten Reihe
liegen, wobei die Breite der Rippen und die Weite der zwischen ihnen verbleibenden
Lücken derart gewählt sind, daß die Rippen des einen Steines nicht die Lücken des
anderen, darüber angeordneten Steines verschließen können. Diese Rippen halten die
Dämmschicht von selbst stets auf entsprechende Distanz, wodurch alleine mit einem
üblichen Aufmauern des Mauerwerkes ohne die Notwendigkeit einer zusätzlichen Lattung,
Montagearmatur od. dgl. die Ausbildung des für die Hinterlüftung notwendigen Freiraumes
sichergestellt ist. Durch die entsprechenden Breitenverhältnisse von Rippen und Lücken
entstehen beim Aufbau der Außenschale unabhängig von der Art bzw. Größe der Versetzung
übereinanderliegender Steinreihen von unten nach oben durchgehende Luftkanäle, die
kaminartig wirken und eine gewünschte Hinterlüftung mit sich bringen. Dabei können
die Rippen direkt vom Baustein oder von mit dem Baustein durch Kleben, Schäumen od.
dgl. verbundenen Leisten ausgebildet sein, ihre Querschnittsform ist variabel, und
sie brauchen außerdem nicht über die gesamte Steinhöhe durchgehend zu verlaufen, es
genügt ihr abschnittsweises Vorhandensein.
[0008] Um zu verhindern, daß es durch die zeitweise unterkühlte Außenschate zu einer Kondensation
der in die Dämmschicht eindiffundierenden Feuchtigkeit kommt, ist die Berührungsfläche
zwischen den Rippen und der Dämmschicht möglichst klein zu halten. Die Rippen müssen
darüber hinaus aber auch entsprechend hoch sein, um ein Verschließen der Lücken durch
das weiche Dämmaterial sicher zu verhindern, wobei die Rippenhöhe für die Weite der
Lücken maßgebend ist, so daß sich im Hinblick auf die vorhandenen Festigkeitseigenschaften
ein bestimmter Zusammenhang zwischen Form und Größe der Rippen und ihres gegenseitigen
Abstandes ergibt. Durchaus günstige Verhältnisse treten auf, wenn die mittlere Rippenbreite
etwa halb so groß wie die maximale Rippenhöhe ist und die mittlere Lückenweite etwa
dem Zweibis Fünffachen der maximalen Rippenhöhe entspricht. Dabei sollten die mittlere
Breite bzw. die maximale Höhe der Rippen mindestens 1 bzw. 2 cm und die mittlere Lückenweite
5 cm betragen. Diese Maßangaben sind selbstverständlich nur ungefähre Richtwerte,
die stark vom Material des Bausteines und der Dämmschicht und auch von der Querschnittsform
der Rippen beeinflußt werden. Die geradlinig verlaufenden Rippen sind ja nicht auf
eine bestimmte Ausführungsform beschränkt, sie können an und für sich beliebigen,
z. B. rechteckigen, trapezförmigen oder runden Querschnitt aufweisen, wobei diese
Maßangaben dann Mittelwerte darstellen. Im Endeffekt kommt es ja nur darauf an, daß
die zwischen den Rippen verbleibenden Lücken groß genug sind, um eine Kaminwirkung
zu erzeugen, und die Rippen bei kleinster Berührungsfläche mit der Dämmschicht ein
Eindringen dieser Dämmschicht in die lichte Weite der Lücken weitgehend ausschließen.
[0009] In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in einem Ausführungsbeispiel rein schematisch
dargestellt, und zwar zeigen
[0010] Fig. 1 und 2 ein erfindungsgemäßes Mauerwerk im Horizontalschnitt und im Vertikalschnitt
nach der Linie 11-11 der Fig. 1.
[0011] Ein zweischaliges Mauerwerk 1 besteht aus der tragenden Innenschale 2, der mit Abstand
davon aufgerichteten Außenschale 3 und einer mittigen Dämmschicht 4 aus Mineralwolle
od. dgl. Um ein Durchnässen der Dämmschicht 4 zu verhindern, was ein starkes Absinken
der Isoliereigenschaften und eine wesentliche Verschlechterung des Wohnklimas zur
Folge hätte, muß für eine Hinterlüftung des Mauerwerkes 1 gesorgt sein, die einen
Freiraum zwischen Außenschale 3 und Dämmschicht 4 für die Luftführung erfordert. Um
auf einfache Weise diesen Freiraum gleichzeitig mit dem üblichen Aufmauern des Mauerwerkes
entstehen zu lassen, wird die Außenschale 3 aus Bausteinen 5 mit nach innen vorragenden,
lotrecht verlaufenden Rippen 6, die schmäler sind als die zwischen zwei benachbarten
Rippen 6 vorhandenen Lücken 7, aufgebaut. Die Lücken 7 der einzelnen Bausteine 5 bilden
in der fertigen Außenschale 3 von unten nach oben durchgehende Kanäle, die von Luft
durchströmt werden (Pfeile 8) und die gewünschte Hinterlüftung des Mauerwerkes 1 mit
sich bringen. Die Rippen 6 der Bausteine 5 halten dabei die Dämmschicht 4 auf Distanz
und verhindern das Eindringen des relativ weichen Isoliermaterials dieser Dämmschicht
in die Lücken 7. Wie in Fig. 2 angedeutet, können die einzelnen Bausteine 5 der Außenschale
3 in gewohnter Weise versetzt aufgemauert sein, ohne daß dadurch die Kanalbildung
für die Luftströmung 8 beeinträchtigt würde, da keine Rippe des einen Steines irgendeine
Lücke der benachbarten Steine verschließen kann.
1. Zweischaliges Mauerwerk mit einer inneren Dämmschicht (4) aus Mineralwolle od.
dgl. und einem Freiraum zwischen Dämmschicht und Außenschale (3) zur Mauerwerkshinterlüftung,
dadurch gekennzeichnet, daß die Außenschale (3) aus Bausteinen (5) besteht, die nach
innen vorragende, lotrecht verlaufende Rippen (6) aufweisen und derart aufgemauert
sind, daß die Fugen einer Reihe versetzt zu den Fugen der darüber angeordneten Reihe
liegen, wobei die Breite der Rippen (6) und die Weite der zwischen ihnen verbleibenden
Lücken (7) derart gewählt sind, daß die Rippen des einen Steines nicht die Lücken
des anderen, darüber angeordneten Steines verschließen können.
2. Mauerwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die mittlere Rippenbreite
etwa halb so groß wie die maximale Rippenhöhe ist und die mittlere Lückenweite etwa
dem Zweibis Fünffachen der maximalen Rippenhöhe entspricht.
1. Two-leaf masonry comprising an inner insulating layer (14) of mineral wool or the
like and a free spece for ventilating the masonry between the insulating layer and
the outer leaf (3), characterized in that the outer leaf (3) consists of building
blocks (5), which have inwardly protruding, vertical ribs (6) and are superimposed
in such a manner that the joints of one course are offset from the joints of the overlying
course, the width of the ribs (6) and the width of the gaps (7) between the ribs being
so selected that the ribs of one block cannot close the gaps of the other, overlying
course.
2. Masonry according to claim 1, characterized in that the average width of the ribs
is about one-half the largest height of the ribs and the average width of the gaps
is about twice to five times the largest height of the ribs.
1. Maçonnerie à deux parois comportant une couche isolante intérieure (4) formée de
laine minérale ou matière similaire et un espacement libre entre couche isolante et
paroi extérieure (3) pour la ventilation de la maçonnerie par derrière, caractérisée
par le fait que la paroi extérieure (3) est formée de blocs (5) qui présentent des
nervures (6) dirigées verticalement faisant saillie vers l'intérieur, et sont maçonnés
de telle sorte que les joints d'une rangée sont placés avec décalage relativement
aux joints de la rangée disposée au dessus, la largeur des nervures (6) et la largeur
des lacunes (7) qui subsistent entre elles étant choisies de façon telle que les nervures
d'un bloc ne puissent pas fermer les lacunes de l'autre bloc disposé au dessus.
2. Maçonnerie selon la revendication 1, caractérisée par le fait que la largeur moyenne
des nervures est à peu près égale à la moitié de la hauteur maximale des nervures
et que la largeur moyenne des nervures correspond à peu près à deux à cinq fois la
hauteur maximale des nervures.