[0001] Die Erfindung betrifft einen Wasserwerfer od. dgl. mit einem Schwenkantrieb zum Verschwenken
des Werferrohres um eine horizontale und eine vertikale Achse und einer Steuerungseinrichtung
für den Schwenkantrieb, die einen die Werferrohrposition anzeigenden Steuerhebel aufweist.
[0002] Durch das Schwenken des Werferrohres mit Hilfe eines eigenen Antriebes kann die Werferrohrbewegung
vom Bedienungsmann optisch kaum wirklich verfolgt werden, so daß zum Steuern des Werferantriebes
eine Anzeige der Werferrohrposition notwendig ist, was meist durch die Lage des Steuerhebels
selbst erreicht wird, der bisher mechanisch mit dem Werferrohr gekoppelt ist und so
dessen Bewegungen mitmacht. Der Steuerhebel trägt dann seinerseits einen Schalter
od. dgl., der den Schwenkantrieb für das Werferrohr steuert, wobei eben die Bewegung
des Werferrohres am Steuerhebel erkennbar ist. Dies bringt nun einen beträchtlichen
Konstruktionsaufwand mit sich und nimmt außerdem relativ viel Platz in Anspruch, da
eben eine mechanische Antriebsverbindung zwischen Steuerhebel und Werferrohr vorhanden
sein muß. Ein weiterer Nachteil liegt darin, daß der Bedienungsmann den Schwenkantrieb
nur der Steuerhebellage nachsteuern und nicht einfach eine Werferrohrposition mit
dem Steuerhebel bzw. dem Schalter einstellen kann. Es ist dabei auch unmöglich, das
Werferrohr bereits beim Annähern an den Brandplatz zur Brandbekämpfung vorzubereiten,
aus der Transportstellung zu lösen und die gewünschte Werferposition vorzuwählen,
und genauso ist umgekehrt beim Beenden des Einsatzes das Ansteuern der Transportstellung
des Werferrohres, in der das Werferrohr für die Heimfahrt verriegelt wird,heikel und
langwierig.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Wasserwerfer od.dgl. der eingangs
geschilderten Art zu schaffen, der einen sicheren und schnellen Einsatz ermöglicht,
sich durch seine präzise und einfache Steuerung auszeichnet und platzsparend an beliebiger
Stelle des Fahrzeuges anzuordnende Bedienungseinrichtungen aufweist.
[0004] Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, daß der ein Symbol des Werferrohres bildende
Steuerhebel entsprechend dem Werferrohr um eine horizontale und eine vertikale Achse
verschwenkbar gelagert ist, daß die jeweilige Lage des Steuerhebels den Sollwert für
die Steuerungseinrichtung bestimmt und daß die Steuerungseinrichtung diesem Sollwert
gemäß das Werferrohr über den Schwenkantrieb der vom Steuerhebel eingenommenen Lage
nachsteuert. Der Steuerhebel zeigt also nicht nur die Werferrohrposition an, sondern
dient gleichzeitig als Sollwertgeber für die Steuerungseinrichtung, die das Werferrohr
an die durch den Steuerhebel gegebene Position heranführt. Durch diese Nachlaufsteuerung
braucht das Werferrohr nicht mehr in Abhängigkeit von der angezeigten Werferrohrbewegung
gerichtet zu werden, sondern es genügt die Einstellung der gewünschten Werferrohrposition
mit dem Steuerhebel, die dann automatisch vom Werferrohr eingenommen wird. Die Steuerung
selbst kann dabei aus einem elektronischen Steuergerät aber auch auf einfache Weise
aus paarweise einander zugeordneten Potentiometemfür die beiden Schwenkrichtungen
bestehen. Sind nämlich Steuerhebel und Werferrohr in gleicher Richtung, nehmen auch
die Potentiometerpaare gleiche Stellung ein und es erfolgt kein Steuerimpuls. Weicht
hingegen die Lage des Steuerhebels von der des Werfers ab, wird durch Spannungsabgleich
der Potentiometer und entsprechender Verstärkung der Differenzspannung ein Steuerimpuls
ausgelöst, der den Schwenkantrieb aktiviert, bis die Spannungsdifferenz zwischen den
einander zugeordneten Potentiometern wieder aufgehoben ist und Hebel und Rohr parallel
sind. Als Schwenkantrieb eignen sich
z.B. über elektromagnetische Ventile gesteuerte hydraulische Motoren oder Elektromotoren,
wobei ein hydraulischer Antrieb auf einfache Weise eine von der Größe der Steuerhebelabweichung
gegenüber der Rohrposition abhängige Verstellgeschwindigkeit ergibt, so daß die grobe
Annäherung des Rohres an das Ziel schnell und die Feinjustierung dann langsam und
feinfühlig erfolgen kann. Auf Grund des Fehlens einer mechanischen Kopplung zwischen
Steuerhebel und Werferrohr läßt sich der Steuerhebel an beliebiger Stelle des Fahrzeuges
anordnen, das so schwierigkeitslos für eine Ein-Mann-Bedienung auszulegen ist.
[0005] Besonders vorteilhaft ist es dabei, wenn erfindungsgemäß eine Koppeltaste zum Unterbrechen
bzw. Schließen des Steuerkontaktes zwischen Steuerhebel und Steuerungseinrichtung
vorgesehen ist. So kann bereits beliebig vor dem tatsächlichen Einsatz des Wasserwerfers,
beispielsweise bereits bei der Annäherung an den Einsatzort, der Steuerhebel in eine
bestimmte Lage gebracht und so die gewünschte Werferrohrposition vorgewählt werden,
worauf dann durch Betätigung der Koppeltaste das Werferrohr selbständig über die Steuerungseinrichtung
in die gewünschte Position gebracht wird. Von dieser Position aus erfolgt dann wieder
die direkte Ausrichtung des Werferrohres durch die Steuerhebelbewegung.
[0006] Zeigt erfindungsgemäß die Steuerungseinrichtung die Übereinstimmung der Werferrohrposition
mit dem Sollwert durch eine Signallampe od.dgl. an, ergibt sich eine besonders einfache
Bedienung des Werfers, da der Bedienungsmann so die Lage- und Bewegungskopplung zwischen
Steuerhebel und Werferrohr einfach kontrollieren kann.
[0007] Da die Bewegungsabläufe des Werferrohres eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen, kann
in vorteilhafter Weise dieser Bewegungsablauf beim Steuerhebel dadurch simuliert werden,
daß erfindungsgemäß für den Steuerhebel eine Bremse vorgesehen ist. Durch die Wirkung
dieser Bremse ist es nicht mehr möglich, den Steuerhebel ruckartig zu bewegen, was
einerseits eine Überforderung der Steuerungseinrichtung verhindert und anderseits
die Bewegungskopplung zwischen Steuerhebel und Werferrohr sicherstellt.
[0008] Eine besonders vorteilhafte Weiterentwicklung der Erfindung ergibt sich, wenn die
Steuerungseinrichtung einen Programmspeicher für bestimmte Sollwerte, Grenzen der
Werferrohrbewegung u.dgl. besitzt, wobei ein abgerufenes Steuerprogramm unbeeinflußt
von der Steuerhebellage abläuft. So können festliegende Werferrohrpositionen, beispielsweise
die Transportstellung, eingespeichert werden und allein durch Knopfdruck schwenkt
dann das Werferrohr, ohne den Steuerhebel betätigen zu müssen, in die gewünschte Position,
wo zusätzlich eine automatische mechanische Verriegelung erfolgen kann. Neben diesen
festen Werferrohrpositionen ist es aber auch möglich, die Bewegung des Werferrohres
von vornherein durch ein bestimmtes Programm zu begrenzen, beispielsweise hinsichtlich
der Kontur des Feuerwehrfahrzeuges, um ohne Beschädigungsgefahr einen möglichst großen
Schwenkbereich zu gewährleisten. Der Bedienungsmann kann also ohne auf Aufbauten od.dgl.
Rücksicht nehmen zu müssen, seine ganze Aufmerksamkeit auf den Brandherd richten und
den Werfer danach steuern, der automatisch an einem Überschreiten des vorbestimmten
Bewegungsbereiches gehindert ist.
[0009] Da nicht immer von der Fahrerkabine aus ein optimaler Werfereinsatz möglich sein
wird, ist erfindungsgemäß der Steuerungseinrichtung wenigstens ein weiterer Steuerhebel
. zugeordnet, welche Steuerhebel wahlweise als Sollwertgeber dienen und vorzugsweise
jeweils eine eigene Koppeltaste und eine eigene Signallampe aufweisen. Es bedeutet
kaum einen Mehraufwand, ein oder zwei weitere Steuerhebel im Fahrzeug vorzusehen,
wodurch sich aber je nach den herrschenden Verhältnissen der jeweils günstigste Platz
für die Werferbedienung aussuchen läßt. Jeder der Steuerhebel gewährleistet dabei
eine gleichwertige Werferbetätigung, wobei die eigene Koppeltaste bzw. Signallampe
die Übernahme der Steuerung durch den gewählten Steuerhebel schnell und ohne Gefahr
einer ungewollten Werferrohrbewegung ermöglicht.
[0010] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes in einem
rein schematischen Schaltbild dargestellt.
[0011] Ein Wasserwerfer 1 besitzt ein Werferrohr 2, das mittels eines Motors 3a um eine
vertikale Achse und mittels eines Motors 3b um eine horizontale Achse verschwenkbar
ist. Zur Steuerung dieses aus den beiden Motoren 3a, 3b bestehenden Schwenkantriebes
und damit zum Richten des Werferrohres 2 dient eine Steuerungseinrichtung 4, die über
einen Steuerhebel 5 betätigt wird. Der Steuerhebel 5 ist sozusagen eine Verkleinerung
des Werferrohres 2 und im gleichen Maß wie dieses um eine horizontale und eine vertikale
Achse schwenkbar. Die jeweilige Lage des Steuerhebels 5 in horizontaler und vertikaler
Richtung wird beispielsweise über Potentiometer 6 dem Steuergerät 4 als Sollwert eingegeben,
das den Schwenkantrieb 3a, 3b entsprechend dieser Sollwertvorgabe der Lage des Steuerhebels
5 nachsteuert. Über eine Koppeltaste 7 ist nun der Steuerkontakt zwischen Steuerhebel
5 und Schwenkantrieb 3a, 3b herzustellen oder zu unterbrechen, so daß mit dem Steuerhebel
5 nicht nur ein direktes Richten des Werferrohres 2 möglich ist, sondern auch eine
Werferrohrposition vorgewählt werden kann, die dann erst nach Drücken der Koppeltaste
7 von der Steuerungseinrichtung 4 angefahren wird. Bei Übereinstimmung zwischen der
Lage des Steuerhebels 5 und der Position des Werferrohres 2 leuchtet eine Signallampe
8 auf, die dem Bedienungsmann somit eine Kontrolle der Werferrohrposition erlaubt.
[0012] Um ein zu ruckhaftes Bewegen des Steuerhebels 5 zu verhindern und eine entsprechende
Bewegungskopplung zwischen Steuerhebel 5 und Werferrohr 2 sicherzustellen, ist für
den Steuerhebel 5 eine Bremse 9 vorgesehen, die eine gewünschte Geschwindigkeitsbegrenzung
der Hebelbetätigung mit sich bringt.
[0013] Der Steuerungseinrichtung 4 ist außerdem ein Programmspeicher 10 zugeordnet, in dem
bestimmte Werferrohrpositionen oder auch Grenzen für die.Werferrohrbewegung vorprogrammiert
werden können. Bei Abruf eines solchen Programmes wird unabhängig von der Lage des
Steuerhebels 5 das Werferrohr 2 über die Steuereinrichtung 4 und die Schwenkantriebe
3a, 3b in die gewählte Position, beispielsweise die Transportstellung, gebracht, ohne
daß der Bedienungsmann etwas dazu tun müßte. In ähnlicher Weise kann über ein entsprechend
eingespeichertes Programm die Bewegung des Werferrohres 2 innerhalb eines gewissen
Bereiches begrenzt werden, so daß beispielsweise die Fahrzeugkontur gut auszusteuern
ist und dem Werferrohr ohne jede Beschädigungsgefahr ein möglichst weiter Schwenkbereich
verbleibt.
[0014] Um bei eventuell auftretenden Behinderungen eine Ausweichmöglichkeit für die Werferbedienung
zu schaffen, kann der Steuerungseinrichtung 4 ein weiterer Steuerhebel 5a zugeordnet
sein, der dann wahlweise statt des ersten Steuerhebels 5 der Steuerungseinrichtung
4 über die entsprechenden Potentiometer 6a od.dgl. seine Lage als Sollwert eingibt.
Auch dieser Steuerhebel 5a ist mit einer Bremse 9a ausgerüstet und weist eine eigene
Koppeltaste 7a sowie eine Signallampe 8a auf, so daß sich mit beiden Steuerhebeln
5, 5a jeweils gleiche Steuereffekte erreichen lassen, wobei durch die Koppeltasten
7,7a ein funktionssicheres Ein- bzw. Umschalten der Steuerung erfolgt.
1. Wasserwerfer od. dgl. mit einem Schwenkantrieb zum Verschwenken des Werferrohres
um eine horizontale und eine vertikale Achse und einer Steuerungseinrichtung für den
Schwenkantrieb, die einen die Werferrohrposition anzeigenden Steuerhebel aufweist,
dadurch gekennzeichnet, daß der ein Symbol des Werferrohres (2) bildende Steuerhebel
(5) entsprechend dem Werferrohr (2) um eine horizontale und eine vertikale Achse verschwenkbar
gelagert ist, daß die jeweilige Lage des Steuerhebels (5) den Sollwert für die Steuerungseinrichtung
(4) bestimmt und daß die Steuerungseinrichtung (4) diesem Sollwert gemäß das Werferrohr
(2) über den Schwenkantrieb (3a, 3b) der vom Steuerhebel (5) eingenommenen Lage nachsteuert.
2. Wasserwerfer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Koppeltaste (7)
zum Unterbrechen bzw. Schließen des Steuerkontaktes zwischen Steuerhebel (5) und Steuerungseinrichtung
(4) vorgesehen ist.
3. Wasserwerfer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerungseinrichtung
(4) die Übereinstimmung der Werferrohrposition mit dem Sollwert durch ein Signallampe
(8) od.dgl. anzeigt.
4. Wasserwerfer nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß für
den Steuerhebel (5) eine Bremse (9) vorgesehen ist.
5. Wasserwerfer nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Steuerungseinrichtung (4) einen Programmspeicher (10) für bestimmte Sollwerte, Grenzen
der Werferrohrbewegung u. dgl. besitzt, wobei ein abgerufenes Steuerprogramm unbeeinflußt
von der Steuerhebellage abläuft.
6. Wasserwerfer nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der
Steuerungseinrichtung (4) wenigstens ein weiterer Steuerhebel (5a) zugeordnet ist,
welche Steuerhebel (5,5a) wahlweise als Sollwertgeber dienen und vorzugsweise jeweils
eine eigene Koppeltaste (7,7a) und eine eigene Signallampe (8,8a) aufweisen.