(19)
(11) EP 0 041 076 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
23.07.1986  Patentblatt  1986/30

(21) Anmeldenummer: 80103579.1

(22) Anmeldetag:  25.06.1980
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4D01G 15/84

(54)

Deckelgarnitur für Karde

Flat clothing for a carding machine

Garniture de chapeau pour une carde


(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE FR GB IT NL SE

(30) Priorität: 29.05.1980 CH 4200/80

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
09.12.1981  Patentblatt  1981/49

(71) Anmelder: Graf & Cie. A.-G.
CH-8640 Rapperswil (CH)

(72) Erfinder:
  • Werner, Siegrist
    CH-8645 Jona (CH)

(74) Vertreter: Blum, Rudolf Emil Ernst et al
c/o E. Blum & Co Patentanwälte Vorderberg 11
8044 Zürich
8044 Zürich (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Deckelgarnitur für eine Karde, mit einer Vielzahl in einem Kratzenband musterförmig eingesetzter Kratzendrähte, bei welcher die von den Kratzendrähten gebildeten Zähne in in Kardierrichtung aufeinanderfolgenden Reihen angeordnet sind und die aufeinanderfolgenden Zähne der Zahnreihen seitlich zur Kardierrichtung mit einer Gassenbreite versetzt angeordnet sind.

    [0002] In der Textilindustrie werden Karden dazu verwendet, Fasern einzeln freizulegen und diese zu einem Vlies zu ordnen und insbesondere in der Baumwollspinnerei das Fasermaterial zu reinigen. Solche Karden weisen allgemein einen Kardenzylinder auf, der mit einem Deckel zur Bearbeitung der Fasern zusammenwirkt. Dazu ist die Mantelfläche des Kerdenzyiinders und die Stäbe der Deckel mit Zähnen, aufrechtstehenden Drähten, Stiften oder Nadeln versehen.

    [0003] Deckelgarnituren in starrer, halbstarrer oder flexibler Ausführung werden in Plattstich, Rippenstich oder Diagonalstich gesetzt. Bei diesen Setzarten sind in Kardierrichtung gesehen zwischen den einzelnen Zähnen gleichmässig verteilte Gassen vorhanden, welche je nach Feinheit der Garnitur unterschiedliche Breiten aufweisen können. Die Kardierwirkung wird insbesondere bei der Baumwollverarbeitung sehr stark durch die Gassenbreite beeinflusst. Bei weiten Gassen können Nissen viel besser zwischen den jeweiligen Zähnen der Deckelgarnituren durchschlüpfen, als dies der Fall bei engen Gassen ist. Daraus ergibt sich das Bestreben, diese Gassen möglichst eng auszubilden. Jedoch ist es nicht möglich, mittels den Setzarten gemäss des standes der Technik beliebig enge Gassen herzustellen, weil sich daraus eine ungünstige Verteilung der Zähne der Kratzengarnitur ergibt, oder es können zuwenig Zähne pro Flacheneinheit gesetzt werden. Dieses wirkt sich ebenfalls nachteilig auf die Kardierwirkung aus.

    [0004] Durch die FR-A- 1 212 550 ist eine Deckelgarnitur für eine Karde bekannt geworden, bei der die Zähne in Kardierrichtung in einander abwechselnd folgend links-Diagonalstich- und rechts-Diagonalstich-Gruppen angeordnet sind. Innerhalb jeder Gruppe sind die aufeinanderfolgenden Zähne der Zahnreihen seitlich zur Kardierrichtung mit einer vorgegebenen Gassenbreite versetzt angeordnet, wobei jede Gruppe dieselbe Gassenbreite aufweist. Weiter sind jeweils unmittelbar aufeinanderfolgende Gruppen, d.h. eine jeweilige rechts-Diagonalstich-Gruppe relativ zu einer jeweiligen links-Diagonalstich-Gruppe, bzw. eine jeweilige links-Diagonalstich-Gruppe relativ zu einer jeweiligen rechts-Diagonalstich-Gruppe insgesamt mit einer Gassenbreite zueinander versetzt angeordnet, die die Hälfte der genannten vorgegebenen Gassenbreite beträgt. Damit erfolgt wohl eine Verminderung der lichten Gassenbreite der gesamten Deckelgarnitur, jedoch ist eine Aufhebung der lichten Gassenbreite nicht gegeben.

    [0005] In der DE-A- 2 052 898 ist eine Deckelgarnitur offenbart, bei der die in Kardierrichtung hintereinander angeordneten Zahnschenkel einen Abstand voneinander haben, der mindestens so gross ist wie die doppelte Gassenbreite. Die Zähne bilden diagonal zur Kardierrichtung verlaufende Ketten, wobei jeweils zwei benachbarte Ketten so zueinander versetzt angeordnet sind, dass sich in dieser Richtung die Zähne der Ketten in ihrer Reihenfolge abwechseln. Zweck dieser Anordnung ist eine Auflockerung der Gassenbegrenzung in Kardierrichtung, die zu einer verhältnismässig stark ändernden Gassenbreite führen soll, so dass festere Faserflocken oder Schalenstücke in die breiteren Bereiche der Gassenbreiten ausweichen können. Eine Aufhebung der lichten Gassenbreite ist jedoch ebenfalls nicht angestrebt.

    [0006] Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen. Die Erfindung, wie sie in den Ansprüchen gekennzeichnet ist, löst die Aufgabe, eine Deckelgarnitur für eine Karde zu schaffen, bei der selbst bei geringer wie auch bei hoher Zahndichte keine lichten Gassenbreiten vorhanden sind

    [0007] Die mit der Erfindung erreichbaren Vorteile sind im wesentlichen darin zu sehen, dass eine bessere Nissenauflösung an der Deckelkarde möglich ist, insbesondere im Falle von feinen Nissen, welche üblicherweise bei den bekannten Anordnungen beim Kardendeckel nicht aufgelöst werden. Auch ergibt sich eine bessere Ausscheidung von Verunreinigungen im Faservlies, Weiter kann eine bessere Parallelisierung der Einzelfasern, seien es natürliche Fasern oder Kunststofffasern, erreicht werden. Da während des Arbeitungsprozesses eine positive Faserführung erreicht werden kann, kann ein wesentlich höherer Parallelisierungsgrad im Kardenband erzeugt werden.

    [0008] Nachfolgend wird der Erfindungsgegestand anhand der Zeichnungen beispielsweise näher erläutert. Es zeigt:

    Fig. 1 einen Plattsticn gemäss des Standes der Technik,

    Fig. 2 einen Rippenstich gemäss des Standes der Technik,

    Fig. 3 einen Diagonalstich gemäss des Standes der Technik,

    Fig. 4 eine Deckelgarnitur gemäß der Erfindung, bei der zwei Gruppen mit identischem Muster dargestellt sind, und

    Fig. 5 eine Deckelgarnitur gemäß der Erfindung mit drei Gruppen von Zahnreihen.



    [0009] In der Fig. 1 ist ein Plattstich nach DIN 64108 gezeigt. Die Zähne einer Reihe R sind so verteilt, dass eine Gassenbreite g1 einen Drittel der Stegbreite e beträgt. Die Kardierrichtung ist mittels des pfeiles K angedeutet, welche Richtung für alle gezeigten Figuren dieselbe ist. In der Fig. 2 ist ein Rippenstich nach DIN 64108 gezeigt, wobei die Zähne einer Reihe R derart verteilt sind, dass die Stegbreite e gleich dem Zahnabstand a ist, wobei wie dies in der linken Seite der Fig. 2 gezeigt ist, eine Gassenbreite g1 vorhanden ist. In der Fig. 3 ist der Diagonalstich nach DIN 64108 dargestellt. Die Zähne einer Reihe sind so verteilt, dass die Stegbreite e gleich dem Zahnabstand a ist. Die Zähne der jeweiligen nächsten Reihe R' sind um ein Drittel der Stegbreite zur vorangehenden Reihe R versetzt. Aus der linken seite der Fig. 3 ist wieder ersichtlich, dass eine Gassenbreite 91 vorhanden ist.

    [0010] Bei den Garnituren gemäß Fig. 1-3 nach DIN 64 108 ist die Gassenbreite 91 größer als die Drahtstärke. Infolgedessen sind lichte Gassenbreiten (=gi minus Drahtstärke) vorhanden, so daß durch diese lichten Gassenbreiten Nissen und andere Verunreiningungen durchschlüpfen können. Dieses Durchschlüpfen wird gemäß der Erfindung dadurch verhindert, daß die Gassenbreite g1 nicht mehr als die Drahtstärke ist.

    [0011] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist in der Fig. 4 eine Deckelgarnitur mit in Kardierrichtung K gesehen, mehreren Gruppen von Zahnreihen dargestellt. In der Fig. 4 sind zwei aufeinanderfolgende Gruppen gezeigt, wobei die in Kardierrichtung vorausgehende Gruppe mit der Bezugsziffer 1 und die unmittelbar nachfolgende Gruppe mit der Bezugsziffer 2 bezeichnet sind. Beide Gruppen weisen dasselbe Muster auf, hier ein Diagonalstich. Die letzte Zahnreihe der vorangehengen Gruppe 1 ist mit R" und die erste Zahnreihe der nachfolgenden Gruppe 2 ist mit R'" bezeichnet. Die Zähne der ersten Reihe R'" der nachfolgenden Gruppe 2 sind in Kardierrichtung K gesehen relativ zu den Zähnen der letzten Reihe R" der vorangehenden Gruppe um eine Strecke G" verschoben. Diese Strecke G" beträgt in der Fig. 4 die Hälfte einer Strecke G', welche ohne die seitliche Versetzung der aufeinanderfolgenden Gruppen der Gasse G' der Fig. 3 entspricht. Somit ist die Gassenbreite des Deckels um die Hälfte vermindert, entsprechend der mit G" angedeuteten Strecke. somit ist das Durchschlüpfen von Nissen, Verunreinigungen etc. bedeutend vermindert. Ist die Ausdehnung der Strecke G", also die lichte Gassenbreite nicht grösser als die Drahtstärke das jewiligen Kratzendrahtes, beträgt die lichte Gassenbreite = 0. Die einzelnen Gruppen 1, 2 etc. der Deckelgarnitur der Fig. 4 weisen dasselbe Muster auf.

    [0012] In der Fig. 5 ist eine Deckelgarnitur gezeigt, der der Ausführung nach Fig. 4 entspricht, jedoch sind drei Gruppen 11, 12, 13 jeweils desselben Musters gezeichnet, wobei jede Gruppe sieben Zahnreihen R aufweist. Die Zähne der jeweils ersten Reihe R"" einer in Kardierrichtung nachfolgenden Gruppe 12 bzw. 13 ist in bezug auf irgendwelche Zahnreihe einer vorangehenden Gruppe 11 bzw. 12, hier z.B. die Zahnreihe R", um eine Strecke verschoben, welche maximal gleich der jeweiligen Drahtstärke des Kratzendrahtes entspricht. Jedoch sind die Zähne der jeweils ersten Zahnreihe R"" in bezug auf die unmittelbar vorangehende, letzte Zahnreihe R'" der jeweils vorangehenden Gruppe um eine Strecke verschoben bzw. versetzt angeordnet, die grösser als die jeweilige Drahtstärke ist. Damit ist ein Reissen des Kratzenträgers an der Stelle zwischen zwei aufeinanderfolgenden Gruppen versetzter Anordnung ausgeschlossen.


    Ansprüche

    1. Deckelgarnitur für eine Karde, mit einer Vielzahl in einem Kratzenband musterförmig eingesetzten Kratzendrähte, bei welcher die von den Kratzendrähten gebildeten Zähne in in Kardierrichtung aufeinanderfolgenden Reihen angeordnet sind und die aufeinanderfolgenden Zähne der Zahnreihen seitlich zur Kardierrichtung mit einer Gassenbreite (g1,G') versetzt angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Gassenbreite (gl,G') nicht mehr als die Drahtstärke des Kratzendrahtes ist, derart, dass die Deckelgarnitur keine lichte Gassenbreite aufweist.
     
    2. Deckelgarnitur nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zähne in mehreren Gruppen angeordnet sind, welche Gruppen jeweils mehrere Zahnreihen mit Gassenbreiten (G') enthalten, wobei in Kardierrichtung aufeinanderfolgende Gruppen relativ zueinander um eine Strecke (G")seitlich zur Kardierrichtung versetzt angeordnet sind, die kleiner als die Gassenbreite (G') einer der Gruppen ist.
     


    Claims

    1. Card clothing for a carding machine, including a plurality of card wires inserted in a patterned fashion, in which the teeth formed by the card wires are arranged in consecutive rows in the carding direction and the consecutive teeth of the rows of teeth are arranged laterally staggered relative to the carding direction by a width of lane (g,,G'), characterized in that the width of lane (g,,G') is not larger than the wire gauge of the card wire such that the card clothing incorporates no free lanes.
     
    2. Card clothing according to claim 1, characterized in that the teeth are arranged in several groups which groups comprise each several rows of teeth having widths of lanes (G'), whereby consecutive rows in the carding direction are arranged relative to each other staggered relative to the carding direction by a distance (G") which is smaller than the width of lane (G') of one of the groups.
     


    Revendications

    1. Garniture à chapeaux pour une carde comportant une pluralité de fils de carde disposés en motifs sur une bande, les dents formées par les fils de carde étant disposées en rangées successives dans le sens du cardage et les dents successives des rangées étant décalées latéralement par rapport au sens de cardage avec un écartement des dents (g1, G'), caractérisée en ce que l'écartement des dents (g1, G') n'est pas plus grand que l'épaisseur des fils de carde si bien que la garniture à chapeaux ne présente aucun intervalle de carde libre.
     
    2. Garniture à chapeaux suivant la revendication 1, caractérisée en ce que les dents sont arrangées en plusieurs groupes qui comportent chacun plusieurs rangées de dents avec un écartement de dents (G'), les groupes successifs étant, dans le sens du cardage, décalés latéralement les uns par rapport aux autres d'un intervalle (G") qui est plus petit que l'écartement de dents (G') de l'un des groupes.
     




    Zeichnung