[0001] Die Erfindung betrifft ein Farbmesser für eine Farbkastenwalze von Druckmaschinen,
mit einem in einer Halterung einspannbaren Klemmbereich und einem frei auskragenden
Arbeitsbereich, der durch nutartige, am Rücken des Farbmessers und von dessen Vorderkante
ausgehend angeordnete Aussparungen in einzeln verstellbare, jedoch zusammenhängende
Teilbereiche untergliedert ist, von denen jeder zur Einstellung einer Farbschichtdicke
in einer Farbzone mittels eines Stellgliedes individuell an die Farbkastenwalze anstellbar
ist.
[0002] Farbmesser mit diesen Merkmalen sind aus der DE-OS 25 45 737 und der US-PS 2 283
830 bekannt. In beiden Fällen ist beiderseits eines Teilbereiches des Farbmessers
jeweils nur eine nutartige Aussparung angeordnet, welche Aussparungen zudem in ihrer
Erstrekkungsrichtung parallel zueinander verlaufen. Im Falle der DE-OS besitzen die
nutartigen Aussparungen einen halbkreisförmigen Querschnitt, im Falle der US-PS einen
rechteckigen oder alternativ hierzu einen dreieckigen Querschnitt. Bei keiner dieser
bekannten Lösungen ist jedoch gewährleistet, daß bei Anstellung eines Farbmesserteilbereiches
an die Farbkastenwalze die benachbarten Teilbereiche und deren Funktion unbeeinflußt
bleiben. Letzteres hat zur Folge, daß auch keine Farbzonen mit definierter Breite
ohne Überzeichnung des Randbereiches benachbarter Farbzonen erzielbar sind.
[0003] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Farbmesser mit einer solchen Geometrie zu
schaffen, die in jeder Einstellung der einzelnen Teilbereiche des Farbmessers eine
definierte Farbmenge bei gleichbleibender Schichtdicke über die Breite einer Farbzone
ohne Beeinflussung benachbarter Farbzonen ermöglicht.
[0004] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß zwischen jeweils zwei benachbarten
Teilbereichen des Farbmessers jeweils zwei nutartige Aussparungen vorgesehen sind,
die ausgehend von der Vorderkante des Farbmessers zum Klemmbereich desselben V-förmig
aufeinander zulaufen.
[0005] Die Vorteile der Erfindung sind im Zusammenhang mit einem in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiel näher erläutert. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Farbmessers in Bezug auf eine Farbkastenwalze,
Fig. 2 eine Schnittansicht des Farbmessers nach der in-Fig. 1 eingetragenen Schnittlinie
II-II,
Fig. 3 einen vergrößerten Ausschnitt des Farbmessers in Relation zur Farbkastenwalze,
entsprechend Ansicht A von Fig. 1,
Fig. 4 den gleichen Farbmesserausschnitt wie nach Fig. 3, jedoch hier mit einem an
die Farbkastenwalze angestellten Teilabschnitt.
[0006] Bei der schematischen Darstellung nach Fig. 1 ist mit 1 ein Farbkasten, mit 2 eine
Farbkastenwalze und mit 3 ein Farbmesser bezeichnet. Letzteres besitzt einen Klemmbereich
4, mit dem es in einer am Farbkasten 1 befestigten, mehrteiligen Halterung 5 eingespannt
ist, und einen frei auskragenden Arbeitsbereich 6. Der Arbeitsbereich ist durch nutartige,
am Rücken 7 des Farbmessers 3 und von dessen Vorderkante 8 ausgehend angeordnete Aussparungen
9 in einzeln verstellbare, jedoch zusammenhängende Teilbereiche 10 untergliedert;
jeder dieser Teilbereiche ist zur Einstellung einer Farbschichtdicke in einer Farbzone
11 mittels eines Stellgliedes 12 - im gezeigten Ausführungsbeispiel einer Stellschraube,
die in der Halterung 5 drehbar gelagert ist - individuell an die Farbkastenwalze 2
anstellbar.
[0007] Erfindungsgemäß sind zwischen jeweils zwei benachbarten Teilbereichen 10 des Farbmessers
3 jeweils zwei nutartige Aussparungen 9 vorgesehen, die ausgehend von der Vorderkante
8 des Farbmessers zu dessen Klemmbereich hin V-förmig aufeinander zulaufen - siehe
auch Fig. 2 -. Die geradlinig oder gegebenenfalls auch bogenförmig aufeinander zulaufenden
nutartigen Aussparungen besitzen einen rechteckigen Querschnitt und sind derart in
das Farbmesser 3 eingeformt, daß zwischen dessen Unterseite 13 und dem Nutgrund ein
Biegebereich 14 - siehe Fig. 3 und 4 - mit rechteckigem Querschnitt sowie zwischen
den einander zugewandten Seitenflächen der Aussparungen 9 jeweils ein keilförmiges
Messerteil 15 verbleibt. Die beiden, jeweils V-förmig aufeinander zulaufenden Aussparungen
9 sind spitzwinklig zueinander angeordnet, gehen vorzugsweise unmittelbar vor dem
Klemmbereich 4 ineinander über und besitzen eine Tiefe von etwa der Hälfte der Farbmesserdicke.
[0008] Die Breite einer Farbzone 11 ist durch den Abstand zweier Mittellinien bestimmt,
die durch die Mitte zweier benachbarter Paare von V-förmig aufeinander zulaufenden
Aussparungen 9 verlaufen. Die Breite jeder der Farbzonen 11 bleibt aufgrund der erfindungsgemäßen
Farbmessergestaltung sowohl in Farbauftragsstellung eines Teilbereiches 10 als auch
in Rakelstellung desselben exakt erhalten. Zur Verdeutlichung dieses Sachverhaltes
ist anhand von Fig. 3 und 4, in denen die Verhältnisse am Farbmesser 3 in Bezug auf
dessen Lage zur Farbkastenwalze 2 vergrößert dargestellt sind, eine der Farbzonen
11 näher betrachtet.
[0009] In Fig. 3 ist die betrachtete Farbzone 11/1 zwischen den Pfeilen vollständig, die
links und rechts derselben angrenzende Farbzone 11/2 bzw. 11/3 dagegen nur teilweise
dargestellt. Die Unterseite 13 des Farbmessers 3 ist, wie aus Fig. 3 ersichtlich,
über die ganze dargestellte Breite gleich weit von der Farbkastenwalze 2 entfernt,
so daß in allen drei dargestellten Farbzonen 11/1, 11/2 und 11/3 von der Farbkastenwalze
2 Farbe mit gleichbleibender Schichtdicke an eine nachfolgende Walze weitergeleitet
wird. Bei der Anordnung der Teile nach Fig. 4 dagegen erfolgt ein Farbtransport im
wesentlichen nur in den Farbzonen 11/2 und 11/3, da in der Farbzone 11/1 der zugeordnete
Teilbereich 10/1 des Farbmessers 3 vollständig an die Farbkastenwalze 2 angestellt
ist und die Farbe in diesem Bereich abgerakelt wird. Die Anstellung des Teilbereiches
10/1 an die Farbkastenwalze 2 erfolgt durch entsprechende Verstellung der Stellschraube
12, die dabei - wie in Fig. 2 gezeigt - etwa am Punkt 16, also nahe der Farbmesservorderkante
8 sowie mittig am betrachteten Teilbereich 10/1 angreift und diesen in Richtung Farbkastenwalze
2 drückt. Der besagte Teilbereich 10/1 verbiegt sich dabei wegen der Geometrie der
an ihn angrenzenden Aussparungen 9/1, 9/2 und der Messerteile 15 nicht oder nur ganz
unwesentlich; letzteres deshalb, weil durch die beiden an den Teilbereich 10/1 angrenzenden
Aussparungen 9/1 und 9/2 mit ihren querschnittsseitig geschwächten Biegebereichen
14 eine Scharnierwirkung gegeben ist, wobei sich - wie aus Fig. 4 ersichtlich - bei
Anstellung des Teilbereiches 10/1 an die Farbkastenwalze 2 die Biegebereiche 14 gewissermaßen
als Scharnierdrehpunkte verhaltend verbiegen, die Messerteile 15 jedoch weitgehend
ihre gerade Form behalten und sich dabei im Bereich der Vorderkante 8 des Farbmessers
3 etwa wie zweiseitig eingespannte starre Träger verhalten.
[0010] Diese erfindungsgemäß gegebene Verformbarkeit des Farbmessers 3 gewährleistet somit
eine exakt definierte Farbmenge in jeder Farbzone ohne Beeinflussung angrenzender
Farbzonen, so daß hervorragende Druckergebnisse zu erzielen sind.
1. Farbmesser für eine Farbkastenwalze von Druckmaschinen, mit einem in einer Halterung
einspannbaren Klemmbereich und einem frei auskragenden Arbeitsbereich, der durch nutartige,
am Rücken des Farbmessers und von dessen Vorderkante ausgehend angeordnete Aussparungen
in einzeln verstellbare, jedoch zusammenhängende Teilbereiche untergliedert ist, von
denen jeder zur Einstellung einer Farbschichtdicke in einer Farbzone mittels eines
Stellgliedes individuell an die Farbkastenwalze anstellbar ist, dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen jeweils zwei benachbarten Teilbereichen (10) jeweils zwei nutartige Aussparungen
(9) vorgesehen sind, die ausgehend von der Vorderkante (8) des Farbmessers (3) zum
Klemmbereich (4) desselben hin V-förmig aufeinander zulaufen.
2. Farbmesser nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die nutartigen Aussparungen
(9) geradlinig bzw. bogenförmig aufeinander zulaufen, ferner einen rechteckigen Querschnitt
besitzen und derart in das Farbmesser (3) eingeformt sind, daß zwischen dem Nutgrund
der Aussparungen und der Unterseite (13) des Farbmessers ein Biegebereich (14) mit
rechteckigem Querschnitt sowie zwischen den einander zugewandten Seitenflächen der
Aussparungen (9) jeweils ein keilförmiges Messerteil (15) verbleibt.
3. Farbmesser nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die nutartigen Aussparungen (9) eine Tiefe von etwa der Hälfte der Farbmesserdicke
besitzen.
4. Farbmesser nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die beiden, jeweils V-förmig aufeinander zulaufenden Aussparungen (9) unmittelbar
vor dem Klemmbereich (4) ineinander übergehen.
5. Farbmesser nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die beiden, jeweils V-förmig aufeinander zulaufenden Aussparungen (9) spitzwinklig
zueinander angeordnet sind.