(19)
(11) EP 0 041 117 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
09.12.1981  Patentblatt  1981/49

(21) Anmeldenummer: 81102671.5

(22) Anmeldetag:  09.04.1981
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3B41F 31/04
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE FR GB IT LI SE

(30) Priorität: 29.05.1980 DE 3020306

(71) Anmelder: M.A.N.-ROLAND Druckmaschinen Aktiengesellschaft
63012 Offenbach (DE)

(72) Erfinder:
  • Köbler, Ingo
    D-8901 Gessertshausen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Farbmesser für eine Farbkastenwalze von Druckmaschinen


    (57) Ein Farbmesser (3) für eine Farbkastenwalze (2) von Druckmaschinen besitzt einen in einer Halterung (5) einspannbaren Klemmbereich (4) und einen frei auskragenden Arbeitsbereich (6). Letzterer ist durch nutartige, am Rücken (7) des Farbmessers und von dessen Vorderkante (8) ausgehend angeordnete Aussparungen (9) in einzeln verstellbare, jedoch zusammenhängende Teilbereiche (10) untergliedert. Jeder dieser Teilbereiche ist zur Einstellung einer Farbschichtdicke in einer Farbzone (11) mittels eines Stellgliedes (12) individuell an die Farbkastenwalze anstellbar. Zwischen jeweils zwei benachbarten Teilbereichen des Farbmessers sind jeweils zwei nutartige Aussparungen (9) vorgesehen, die ausgehend von der Vorderkante des Farbmessers zum Klemmbereich desselben hin V-förmig aufeinander zulaufen. Hierdurch ist eine sehr günstige Verformbarkeit des Farbmessers erzielbar, mit der Folge, daß exakt definierte Farbmengen in jeder Farbzone ohne Beeinflussung angrenzender Farbzonen erzielbar sind.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Farbmesser für eine Farbkastenwalze von Druckmaschinen, mit einem in einer Halterung einspannbaren Klemmbereich und einem frei auskragenden Arbeitsbereich, der durch nutartige, am Rücken des Farbmessers und von dessen Vorderkante ausgehend angeordnete Aussparungen in einzeln verstellbare, jedoch zusammenhängende Teilbereiche untergliedert ist, von denen jeder zur Einstellung einer Farbschichtdicke in einer Farbzone mittels eines Stellgliedes individuell an die Farbkastenwalze anstellbar ist.

    [0002] Farbmesser mit diesen Merkmalen sind aus der DE-OS 25 45 737 und der US-PS 2 283 830 bekannt. In beiden Fällen ist beiderseits eines Teilbereiches des Farbmessers jeweils nur eine nutartige Aussparung angeordnet, welche Aussparungen zudem in ihrer Erstrekkungsrichtung parallel zueinander verlaufen. Im Falle der DE-OS besitzen die nutartigen Aussparungen einen halbkreisförmigen Querschnitt, im Falle der US-PS einen rechteckigen oder alternativ hierzu einen dreieckigen Querschnitt. Bei keiner dieser bekannten Lösungen ist jedoch gewährleistet, daß bei Anstellung eines Farbmesserteilbereiches an die Farbkastenwalze die benachbarten Teilbereiche und deren Funktion unbeeinflußt bleiben. Letzteres hat zur Folge, daß auch keine Farbzonen mit definierter Breite ohne Überzeichnung des Randbereiches benachbarter Farbzonen erzielbar sind.

    [0003] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Farbmesser mit einer solchen Geometrie zu schaffen, die in jeder Einstellung der einzelnen Teilbereiche des Farbmessers eine definierte Farbmenge bei gleichbleibender Schichtdicke über die Breite einer Farbzone ohne Beeinflussung benachbarter Farbzonen ermöglicht.

    [0004] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß zwischen jeweils zwei benachbarten Teilbereichen des Farbmessers jeweils zwei nutartige Aussparungen vorgesehen sind, die ausgehend von der Vorderkante des Farbmessers zum Klemmbereich desselben V-förmig aufeinander zulaufen.

    [0005] Die Vorteile der Erfindung sind im Zusammenhang mit einem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel näher erläutert. In der Zeichnung zeigen:

    Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Farbmessers in Bezug auf eine Farbkastenwalze,

    Fig. 2 eine Schnittansicht des Farbmessers nach der in-Fig. 1 eingetragenen Schnittlinie II-II,

    Fig. 3 einen vergrößerten Ausschnitt des Farbmessers in Relation zur Farbkastenwalze, entsprechend Ansicht A von Fig. 1,

    Fig. 4 den gleichen Farbmesserausschnitt wie nach Fig. 3, jedoch hier mit einem an die Farbkastenwalze angestellten Teilabschnitt.



    [0006] Bei der schematischen Darstellung nach Fig. 1 ist mit 1 ein Farbkasten, mit 2 eine Farbkastenwalze und mit 3 ein Farbmesser bezeichnet. Letzteres besitzt einen Klemmbereich 4, mit dem es in einer am Farbkasten 1 befestigten, mehrteiligen Halterung 5 eingespannt ist, und einen frei auskragenden Arbeitsbereich 6. Der Arbeitsbereich ist durch nutartige, am Rücken 7 des Farbmessers 3 und von dessen Vorderkante 8 ausgehend angeordnete Aussparungen 9 in einzeln verstellbare, jedoch zusammenhängende Teilbereiche 10 untergliedert; jeder dieser Teilbereiche ist zur Einstellung einer Farbschichtdicke in einer Farbzone 11 mittels eines Stellgliedes 12 - im gezeigten Ausführungsbeispiel einer Stellschraube, die in der Halterung 5 drehbar gelagert ist - individuell an die Farbkastenwalze 2 anstellbar.

    [0007] Erfindungsgemäß sind zwischen jeweils zwei benachbarten Teilbereichen 10 des Farbmessers 3 jeweils zwei nutartige Aussparungen 9 vorgesehen, die ausgehend von der Vorderkante 8 des Farbmessers zu dessen Klemmbereich hin V-förmig aufeinander zulaufen - siehe auch Fig. 2 -. Die geradlinig oder gegebenenfalls auch bogenförmig aufeinander zulaufenden nutartigen Aussparungen besitzen einen rechteckigen Querschnitt und sind derart in das Farbmesser 3 eingeformt, daß zwischen dessen Unterseite 13 und dem Nutgrund ein Biegebereich 14 - siehe Fig. 3 und 4 - mit rechteckigem Querschnitt sowie zwischen den einander zugewandten Seitenflächen der Aussparungen 9 jeweils ein keilförmiges Messerteil 15 verbleibt. Die beiden, jeweils V-förmig aufeinander zulaufenden Aussparungen 9 sind spitzwinklig zueinander angeordnet, gehen vorzugsweise unmittelbar vor dem Klemmbereich 4 ineinander über und besitzen eine Tiefe von etwa der Hälfte der Farbmesserdicke.

    [0008] Die Breite einer Farbzone 11 ist durch den Abstand zweier Mittellinien bestimmt, die durch die Mitte zweier benachbarter Paare von V-förmig aufeinander zulaufenden Aussparungen 9 verlaufen. Die Breite jeder der Farbzonen 11 bleibt aufgrund der erfindungsgemäßen Farbmessergestaltung sowohl in Farbauftragsstellung eines Teilbereiches 10 als auch in Rakelstellung desselben exakt erhalten. Zur Verdeutlichung dieses Sachverhaltes ist anhand von Fig. 3 und 4, in denen die Verhältnisse am Farbmesser 3 in Bezug auf dessen Lage zur Farbkastenwalze 2 vergrößert dargestellt sind, eine der Farbzonen 11 näher betrachtet.

    [0009] In Fig. 3 ist die betrachtete Farbzone 11/1 zwischen den Pfeilen vollständig, die links und rechts derselben angrenzende Farbzone 11/2 bzw. 11/3 dagegen nur teilweise dargestellt. Die Unterseite 13 des Farbmessers 3 ist, wie aus Fig. 3 ersichtlich, über die ganze dargestellte Breite gleich weit von der Farbkastenwalze 2 entfernt, so daß in allen drei dargestellten Farbzonen 11/1, 11/2 und 11/3 von der Farbkastenwalze 2 Farbe mit gleichbleibender Schichtdicke an eine nachfolgende Walze weitergeleitet wird. Bei der Anordnung der Teile nach Fig. 4 dagegen erfolgt ein Farbtransport im wesentlichen nur in den Farbzonen 11/2 und 11/3, da in der Farbzone 11/1 der zugeordnete Teilbereich 10/1 des Farbmessers 3 vollständig an die Farbkastenwalze 2 angestellt ist und die Farbe in diesem Bereich abgerakelt wird. Die Anstellung des Teilbereiches 10/1 an die Farbkastenwalze 2 erfolgt durch entsprechende Verstellung der Stellschraube 12, die dabei - wie in Fig. 2 gezeigt - etwa am Punkt 16, also nahe der Farbmesservorderkante 8 sowie mittig am betrachteten Teilbereich 10/1 angreift und diesen in Richtung Farbkastenwalze 2 drückt. Der besagte Teilbereich 10/1 verbiegt sich dabei wegen der Geometrie der an ihn angrenzenden Aussparungen 9/1, 9/2 und der Messerteile 15 nicht oder nur ganz unwesentlich; letzteres deshalb, weil durch die beiden an den Teilbereich 10/1 angrenzenden Aussparungen 9/1 und 9/2 mit ihren querschnittsseitig geschwächten Biegebereichen 14 eine Scharnierwirkung gegeben ist, wobei sich - wie aus Fig. 4 ersichtlich - bei Anstellung des Teilbereiches 10/1 an die Farbkastenwalze 2 die Biegebereiche 14 gewissermaßen als Scharnierdrehpunkte verhaltend verbiegen, die Messerteile 15 jedoch weitgehend ihre gerade Form behalten und sich dabei im Bereich der Vorderkante 8 des Farbmessers 3 etwa wie zweiseitig eingespannte starre Träger verhalten.

    [0010] Diese erfindungsgemäß gegebene Verformbarkeit des Farbmessers 3 gewährleistet somit eine exakt definierte Farbmenge in jeder Farbzone ohne Beeinflussung angrenzender Farbzonen, so daß hervorragende Druckergebnisse zu erzielen sind.


    Ansprüche

    1. Farbmesser für eine Farbkastenwalze von Druckmaschinen, mit einem in einer Halterung einspannbaren Klemmbereich und einem frei auskragenden Arbeitsbereich, der durch nutartige, am Rücken des Farbmessers und von dessen Vorderkante ausgehend angeordnete Aussparungen in einzeln verstellbare, jedoch zusammenhängende Teilbereiche untergliedert ist, von denen jeder zur Einstellung einer Farbschichtdicke in einer Farbzone mittels eines Stellgliedes individuell an die Farbkastenwalze anstellbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen jeweils zwei benachbarten Teilbereichen (10) jeweils zwei nutartige Aussparungen (9) vorgesehen sind, die ausgehend von der Vorderkante (8) des Farbmessers (3) zum Klemmbereich (4) desselben hin V-förmig aufeinander zulaufen.
     
    2. Farbmesser nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die nutartigen Aussparungen (9) geradlinig bzw. bogenförmig aufeinander zulaufen, ferner einen rechteckigen Querschnitt besitzen und derart in das Farbmesser (3) eingeformt sind, daß zwischen dem Nutgrund der Aussparungen und der Unterseite (13) des Farbmessers ein Biegebereich (14) mit rechteckigem Querschnitt sowie zwischen den einander zugewandten Seitenflächen der Aussparungen (9) jeweils ein keilförmiges Messerteil (15) verbleibt.
     
    3. Farbmesser nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die nutartigen Aussparungen (9) eine Tiefe von etwa der Hälfte der Farbmesserdicke besitzen.
     
    4. Farbmesser nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden, jeweils V-förmig aufeinander zulaufenden Aussparungen (9) unmittelbar vor dem Klemmbereich (4) ineinander übergehen.
     
    5. Farbmesser nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden, jeweils V-förmig aufeinander zulaufenden Aussparungen (9) spitzwinklig zueinander angeordnet sind.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht