[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Glattwalzen einer zylindrischen Werkstückfläche
mit einem Glattwalzwerkzeug, das als Werkzeug zum Glattwalzen von Zylinderinnenflächen
oder als Werkzeug zum Glattwalzen von Zylinderaußenflächen ausgebildet sein kann,
wobei das Glattwalzwerkzeug einen Schaft mit einem Kegel, der beim Außenglattwalzwerkzeug
hohl ausgebildet ist, und einen zum Kegel koaxialen und axial relativ zu diesem verschiebbaren
Käfig mit in den Käfigschlitzen radial verschiebbar und auf der der zylindrischen
Werkstückfläche zugekehrten kegeligen Fläche des Kegels abwälzbar gelagerten konischen
Walzrollen aufweist, mit einer Antriebseinrichtung, die eine relative Drehung und
Axialverschiebung von Kegel und Werkstück bewirkt, und mit einer Kegel und Käfig selbsttätig
in Abhängigkeit von einem vorgegebenen, konstanten Walzdruck axial relativ zueinander
verschiebenden Stelleinrichtung, wobei auch der Kegel des Innengalttwalzwerkzeugs
hohl ist und die Bemessung der Wandstärke des Kegels eine Verformung der Wand durch
den Walzdruck bis etwas über die der zylindrischen Werkstückfläche abgekehrte Kegelseite
hinaus zuläßt, an dieser Kegelseite ein Verformungsfühler angeordnet ist, dessen Ausgangsgröße
dem einen Eingang eines am anderen Eingang durch einen einstellbaren Sollwertgeber
beaufschlagten Vergleichers zugeführt ist, und sich die Größe der relativen Axialverschiebung
von Kegel und Käfig durch die Stelleinrichtung in Abhängigkeit vom Vergleicherausgangssignal
aus dem Abgleich von Verformungsfühler-Ausgangsgröße und Sollwert ergibt.
[0002] In der älteren deutschen Patentanmeldung P 29 35 601.2-14 (DE-A 29 35 601) ist vorgeschlagen
worden, den Walzdruck der Glattwalzvorrichtung beim Walzen selbsttätig zu messen und
selbsttätig durch Vergleichen mit einem einstellbaren Sollwert auf diesen eingestellten,Sollwert
konstant zu regeln.
[0003] Hierbei ist vorausgesetzt, daß die zu glättende Oberfläche einen vorbestimmten Völligkeitsgrad
(der Völligkeitsgrad gibt an, wie völlig der Raum zwischen Hüllfläche und Grundfläche
des "Oberflächengebirges" mit Werkstoff ausgefüllt ist) und eine vorbestimmte Rauheit
aufweist, um bei einem vorbestimmten Walzdruck die gewünschte Glätte an der Werkstückoberfläche
zu erzielen. Da die vor dem Glattwalzen durchgeführte Vorbearbeitung der Werkstücke
häufig nicht bei allen Werkstücken gleichmäßig erfolgt, wäre zur Erzielung einer vorbestimmten
Glätte des jeweiligen Werkstücks jeweils ein entsprechend anderer Walzdruck-Sollwert
zu wählen. Dies setzt vor jedem Glattwalzen eines Werkstücks eine Vermessung der Oberfläche
und Nachstellung des Sollwertgebers voraus. Ein manuelles Vermessen und Nachstellen
ist jedoch arbeits- und zeitaufwendig, insbesondere bei Serienanfertigungen.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Vorrichtung nach der erwähnten deutschen
Patentanmeldung (DE-A 29 35 601) dahingehend zu verbessern, daß ein manuelles Vermessen
der Werkstückoberfläche und entsprechendes Nachstellen des Walzdruck-Sollwertes entfällt.
[0005] Gemäß der Erfindung ist diese Aufgabe dadurch gelöst, daß der Kegel mit einem Wegmeßumformer
in Verbindung steht, daß der Sollwertgeber eine Sollwert-Korrektureinheit und einen
Grundsollwertgeber für einen Grundsollwert des Walzdrucks aufweist, daß der Ausgang
des Wegmeßumformers mit einem Eingang der Sollwert-Korrektureinheit verbunden ist,
daß der Ausgang der Sollwert-Korrektureinheit mit dem Sollwerteingang des Vergleichers
verbunden ist, daß die Sollwert-Korrektureinheit den Grundsollwert in Abhängigkeit
von dem vom Kegel seit Beginn des Walzvorgangs bis zum Erreichen des Grundsollwerts
zurückgelegten Weg korrigiert und als korrigierten Sollwert dem Vergleicher zuführt.
[0006] Dieser Lösung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß der vom Kegel vom Beginn des Glattwalzvorgangs
bis zum Erreichen des Grundsollwerts zurückgelegte Weg als ein Maß für den anfänglichen
Völligkeitsgrad bzw. die Rauheit der Werkstückoberfläche zur Nachstellung bzw. Korrektur
des Grundsollwerts herangezogen werden kann. Je kleiner dieser Weg ist, um so größer
ist der anfängliche Völligkeitsgrad und um so höher müßte der Walzdruck-Sollwert gewählt
werden, um eine gewünschte Glätte zu erzielen. Andererseits ist dieser Weg auch um
so größer, je größer der eingestellte Grundsollwert ist. Wenn das Verhältnis von Weg
zu Grundsollwert daher einen vorbestimmten Wert überschreitet, liegt der erforderliche
Sollwert niedriger, und umgekehrt. Entsprechend wird der Grundsollwert selbsttätig
abgesenkt oder angehoben, so daß sich der erforderliche korrigierte Sollwert ergibt.
[0007] Die Sollwert-Korrektureinheit kann einen elektronischen Rechner bilden, der selbsttätig
alle erforderlichen Korrekturrechnungen in Abhängigkeit vom gemessenen Weg des Kegels
und dem eingestellten Grundsollwert ausführt und den Sollwert entsprechend korrigiert.
[0008] Günstig ist es, wenn die Antriebseinrichtung einen am Werkstück angreifenden Drehantrieb
aufweist und der drehfest gehaltene Kegel und der Schaft des Innenglattwalzwerkzeugs
durchbohrt ist. Hierbei kann die Meßgröße des Verformungsfühlers auf einfache Weise
über eine durch die Kegelbohrung herausgeführte Leitung abgenommen werden, weil sich
der Kegel nicht dreht und mithin die Leitung nicht verdreht wird.
[0009] Der Verformungsfühler kann in einfacher Ausgestaltung eine Druckmeßdose aufweisen.
Hierbei handelt es sich um ein besonders kompaktes Bauelement, das leicht an der den
Glattwalzrollen abgekehrten Seite des Kegels angebracht werden kann.
[0010] Vorzugsweise weist der Verformungsfühler einen Dehnungsmeßstreifen auf. Dieser ist
besonders empfindlich auf kleinste Verformüngs- bzw. Druckänderungen.
[0011] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend anhand der schematischen
Zeichnung näher beschrieben. Darin ist
Fig. 1 ein Längsschnitt durch den mechanischen Teil der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
wobei das Werkzeug mit einem Werkstück in Eingriff steht,
Fig. 2 ein Blockschaltbild eines Walzdruck-Regelkreises in der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
und
Fig. 3 ein ausführlicheres Blockschaltbild des den Vergleicher beaufschlagenden Sollwertgebers.
[0012] Die in Fig. 1 dargestellte Vorrichtung besitzt ein Glattwalzwerkzeug 3 zum Glattwalzen
der zylindrischen Innenfläche 4 eines hohlzylindrischen Werkstücks 5. Das Glattwalzwerkzeug
3 hat einen Kegel 6 mit kegeliger Fläche 7 auf der Außenseite. In axialen Schlitzen
8 eines Käfigs 9 sind kegelige Glattwalzrollen 10 drehbar und radial verschiebbar
gelagert. Die Glattwalzrollen 10 liegen auf der kegeligen Fläche 7 so auf, daß die
Hüllfläche der Glattwalzrollen 10 zylindrisch ist. Der Käfig 9 ist mittels eines Radial-Kugellagers
11 in einem Schlitten 12 drehbar gelagert, der auf Führungsschienen 13 mittels einer
schematisch als Doppelpfeil 14 dargestellten Antriebseinrichtung verschiebbar ist.
Das Werkstück 5 wird von einer schematisch als Pfeil 15 dargestellten Antriebseinrichtung
gedreht, die außerdem anstelle der Antriebsvorrichtung 14 für eine Axialverschiebung
des Werkstücks 5 sorgen kann, wie es durch den Doppelpfeil 16 angedeutet ist. Durch
die Verschiebung des Schlittens 12 oder des Werkstücks 5 wird eine axiale Relativverschiebung
von Werkstück 5 und Käfig 9 mit den Walzrollen 10 bewirkt, während die Antriebsvorrichtung
15 für die relative Verdrehung von Werkstück 5 und Werkzeug 3 sorgt, wobei der Kegel
6 in nicht dargestellter Weise drehfest gehalten wird, so daß sich die Walzrollen
10 an der Innenfläche 4 des Werkstücks 5 und auf der kegeligen Fläche 7 des Kegels
6 abwälzen, um die Innenfläche 4 des Werkstücks 5 glatt zu walzen.
[0013] Der Kegel 6 ist ferner an seiner vor dem Eingriff von Werkzeug und Werkstück vom
Werkstück abgekehrten Seite mit einem Schaft 17 versehen, der zugleich die Kolbenstange
eines Kolbens 18 in einem Zylinder 19 bildet. Der Druck eines Druckfluids, hier Öl,
das der Zylinderkammer 20 über einen Anschluß 21 zugeführt wird, bestimmt zusammen
mit dem Gegendruck eines der Zylinderkammer 22 über einen Anschluß 23 zugeführten
Druckfluids die axiale Lage des Kegels 6 relativ zum Werkstück 5 und damit die radiale
Lage der Walzrollen 10 und den von diesen auf die Werkstück-Innenfläche 4 ausgeübten
Walzdruck.
[0014] In einer koaxialen Bohrung des Kegels 6 ist ein Verformungsfühler 24 so angeordnet,
daß er an der Innenseite 25 des Kegels 6 anliegt. Die Wandstärke des Kegels 6 ist
so bemessen, daß sie dem Walzdruck im wesentlichen standhält, aber dennoch eine Verformung
der Wand bis zur Innenseite 25 zuläßt, so daß während des Betriebs der Walzdruck durch
die Kegelwand hindurch mittels des Verformungsfühlers 24 gemessen werden kann. Zu
diesem Zweck kann der Verformungsfühler 24 eine Druck- oder Kraftmeßdose, vorzugsweise
mit einem Dehnungsmeßstreifen, aufweisen, in den ein Widerstandsdraht, Metallfilm,
Halbleiter, piezoelektrischer, magnetoelastischer oder induktiver Widerstand eingebettet
ist, dessen Widerstandswert dehnungs- bzw. druckabhängig ist. Die auftretende Widerstandsänderung
stellt dann ein Maß für den ausgebildeten Walzdruck dar und kann in einer Meßbrücke
gemessen werden. In dieser kann gleichzeitig eine Temperaturkompensation temperaturabhängiger
Verformungen des Kegels mittels eines temperaturabhängigen Widerstands erfolgen. Die
Meßgröße wird über eine Leitung 26 herausgeführt, die durch eine koaxiale Bohrung
27 in der Seite 45 des Kegels 6 und des Schafts 17 verlegt ist, und steuert den auf
den Kolben 18 wirkenden Druck so, daß die Lage des Kolbens bzw. Kegels 6 stets einem
Sollwert des Walzdrucks entspricht.
[0015] Eine zur Regelung des Walzdrucks in Abhängigkeit vom gemessenen Walzdruck geeignete
Einrichtung ist in Fig. 2 schematisch dargestellt. Danach schließt sich an die Leitung
26 ein Verstärker 28 an. Das Ausgangssignal des Verstärkers 28 wird dem einen Eingang
eines elektrischen Vergleichers 29 zugeführt. Bei dem Vergleicher 29 kann es sich
um einen Differenzverstärker hoher Verstärkung mit negativer Rückführung (Gegenkopplung)
handeln, wobei die Rückführung eine Einstellung des Regelverhaltens der Regeleinrichtung
gestattet. Dem zweiten Eingang des Vergleichers 29 wird von einem Walzdruck-Sollwertgeber
30 ein Walzdruck-Sollwert zugeführt. Das Vergleicherausgangssignal wird einer Stelleinrichtung
zugeführt, die einen Leistungsverstärker 31, ein steuerbares magnetisches Druckminderungsventil
32, die Kolben-Zylinder-Anordnung 18, 19, ein einstellbares Druckminderungsventil
33 und zwei Druckfluid-Pumpen 34, 35 aufweist. Dabei sind der Ausgang des Vergleichers
29 über den Leistungsverstärker 31 mit dem Steuereingang des Druckminderventils 32,
der Ausgang der Pumpe 34 mit dem Eingang des Druckminderventils 32 und der Zylinderkammer
22, der Ausgang der Pumpe 35 mit dem Eingang des Druckminderventils 33 und der Zylinderkammer
20 und die Ausgänge der Druckminderventile 32, 33 mit einem Druckfluidbehälter 36
verbunden.
[0016] Die von den Pumpen 34, 35 maximal abgebbaren Drücke seien etwa gleich und so bemessen,
daß die Pumpe 35
'bestrebt ist, mindestens einen so hohen Druck auszubilden, wie er am Druckminderventil
33 einstellbar ist, so daß der Druck in der Zuleitung zur Zylinderkammer 20 stets
auf den am Druckminderventil 33 eingestellten Wert begrenzt und konstant gehalten
wird, wobei dieser Druck niedriger als der Maximaldruck der Pumpen im unbelasteten
Zustand ist. Der gleiche geminderte Druck ist dann auch in der Zylinderkammer 20 wirksam.
Er bestimmt daher den gewünschten Walzdruck, der über den Kolben 18, den Kegel 6 und
die Walzrollen 10 auf die Innenfläche 4 des Werkstücks 5 ausgeübt wird. Dabei wird
am Sollwertgeber 30 und am Druckminderventil 33 der gleiche Walzdruck eingestellt.
Ferner sind der Vergleicher 29 und/oder der Verstärker 31 so ausgebildet, daß schon
das geringste positive oder negative Ausgangssignal des Vergleichers 29 ausreicht,
das Druckminderventil 32 vollständig zu schließen oder vollständig zu öffnen.
[0017] Wenn daher die dem Vergleicher 29 zugeführte Druckmeßgröße den am Sollwertgeber 30
eingestellten Sollwert überschreitet, z.B. weil sich der Innendurchmesser des Rohres
im Verlauf des Vorschubs des Werkstücks 5 oder des Schlittens 12 geringfügig aufgrund
von Herstellungstoleranzen verringert, dann bewirkt das daraufhin auftretende (positive)
Ausgangssignal des Vergleichers 29, daß das Druckminderventil 32 vollständig geschlossen
wird. Die Folge ist, daß der Druck in der Zylinderkammer 22 sehr rasch bis auf den
Maximaldruck der Pumpe 34 ansteigt und den am Druckminderventil 35 eingestellten Sollwert
überschreitet. Dadurch wird der Kolben 18 und damit der Kegel 6 relativ zum Werkstück
nach rechts in Fig. 1 verschoben, so daß der Walzdruck und damit die Druckmeßgröße
unter den am Sollwertgeber 30 eingestellten Wert abnimmt. Gleichzeitig wird das Druckminderventil
32 sofort wieder vollständig geöffnet und der Druck in der Zylinderkammer 22 über
das Druckminderventil 32 vollständig abgebaut, so daß wieder allein der Druck in der
Zylinderkammer 20 den Walzdruck bestimmt.
[0018] Wenn dagegen der Walzdruck weiter unter den vom Sollwertgeber 30 vorgegebenen Sollwert
abnimmt, z.B. weil der Innendurchmesser des Werkstücks 5 im Verlaufe der axialen Relativbewegung
von Werkstück und Werkzeug zunimmt, bleibt zwar das Druckminderventil 32 geöffnet,
doch verstellt der in der Zylinderkammer 20 herrschende Druck den Kegel 6 dann solange
weiter nach links in Fig. 1 und 2, bis die Walzrollen 10 wieder mit dem am Druckminderventil
33 eingestellten Druck an der glattzuwalzenden Werkstück-Innenfläche 4 anliegen.
[0019] Auf diese Weise wird der Istwert des Walzdrucks selbsttätig auf dem eingestellten
Sollwert konstant gehalten.
[0020] Nach Fig. 2 enthält der Sollwertgeber 30 einen am Schaft 17 des Kegels 6 angeschlossenen
Wegmeßumformer 37, der den vom Kegel 6 zurückgelegten Vorschubweg mißt und in ein
elektrisches Signal umformt. Ferner enthält der Sollwertgeber 30 einen einstellbaren
Grundsollwertgeber 38 für einen Grundsollwert S
9 des Walzdrucks, eine am Ausgang des Wegmeßumformers 37, am Ausgang des Istwert-Verstärkers
28 und am Ausgang des Grundsollwertgebers 38 angeschlossene Sollwert-Korrektureinheit
39, die dem Sollwerteingang des Vergleichers 29 einen korrigierten Sollwert S
k zuführt.
[0021] Die Korrektureinheit 39 enthält eine Funktionseinheit 40 und eine Angleicheinheit
41. Die Funktionseinheit 40 erfaßt den vom Beginn des Walzvorgangs bis zum Erreichen
des eingestellten Grundsollwerts S
g gemessenen Weg W und bildet daraus das Verhältnis von Grundweg W
g zu Weg W, d.h. W
g/W. Der Grundweg W ist der vom Kegel 6 zurückzulegende Weg, um die Glattwalzrollen
bei einem Werkstück mit vorbestimmter Vorbearbeitung soweit vom Augenblick des Werkzeugeingriffs
an radial nachzustellen, bis der gewünschte Grundsollwert S
g des Walzdrucks erreicht ist. Für ein Werkstück mit anderer Vorbearbeitung ist dann
eine Sollwertkorrektur nach der Beziehung

erforderlich, wenn der Zusammenhang zwischen Weg und Walzdruckänderung als angenähert
umgekehrt proportional angenommen wird. Ist der dann bei dem neu eingespannten Werkstück
gemessene Weg W gleich W , dann bleibt der eingestellte Grundsollwert unverändert,
d.h. S
k= S .
[0022] Der Beginn des Walzvorgangs wird der Funktionseinheit 40 durch das Einsetzen des
ihr vom Verstärker 28 zugeführten Druckistwertsignals x signalisiert. Das Istwertsignal
x setzt ein, sobald der Kegel 6 die Glattwalzrollen (etwas weiter als) bis an die
zu glättende Oberfläche des Werkstücks herangeführt hat.
[0023] Das Verhältnis Wg/W bestimmt den Korrekturwert, der der Angleicheinheit 41 zugeführt
wird und die in Abhängigkeit davon den Grundsollwert S
g erhöht oder verringert, so daß sich ein korrigierter Sollwert S
k ergibt. Ferner ist der Übertragungsfaktor der Angleicheinheit 41 einstellbar.
[0024] Das ausführlichere Blockschaltbild nach Fig. 3 stellt eine mögliche Ausführungsform
der Funktionseinheit 40 und der Angleicheinheit 41 dar.
[0025] Der Wegmeßumformer 37 erzeugt mit jedem Inkrement des vom Kegel 6 zurückgelegten
Weges, der ein Maß für die beim Walzen bewirkte Verformung bzw. Glättung der Werkstückoberfläche
ist, einen Impuls. Sein Ausgang ist mit dem einen Eingang eines Tors 42 in Form eines
UND-Verknüpfungsgliedes verbunden, an dessen Ausgang der Impulszähleingang eines Zählers
43 angeschlossen ist. Der andere Eingang des Tors 42 ist mit dem Setzausgang eines
Flipflop 44 (auch bistabiles Kippglied genannt) verbunden, der außerdem mit einem
Rücksetzeingang des Zählers 43 verbunden ist. Der Setzeingang des Flipflop 44 ist
mit dem Setzausgang eines weiteren Flipflop 45 verbunden, dessen Setzeingang am Ausgang
des Istwert-Verstärkers 28 liegt. Der Ausgang des Zählers 43 ist mit dem einen Eingang
eines weiteren Tors 46 verbunden, dessen Ausgang am einen Eingang eines Dividierers
47 liegt.
[0026] Der Ausgang des Verstärkers 28 ist ferner mit dem einen Eingang und der Ausgang des
Grundsollwertgebers 38 mit dem anderen Eingang eines weiteren Vergleichers 48 verbunden.
Der Ausgang des Vergleichers 48 wird von einem Null-Detektor 49 überwacht, der dann,
wenn das Ausgangssignal des Vergleichers 48 null ist, ein 1-Signal dem anderen Eingang
des Tors 46 und über ein ODER-Verknüpfungsglied 50 dem Rücksetzeingang des Flipflop
44 zuführt.
[0027] Sodann ist der Ausgang des Grundsollwertgebers 38 mit einem Eingang eines Multiplizierers
51 in der Angleicheinheit 41 und der Ausgang eines Grundweggebers 47a mit dem zweiten
Eingang des Dividierers 47 verbunden. Mittels des Grundweggebers 47a ist der zuvor
an einem Werkstück mit definierter Oberflächen-Vorbearbeitung gemessene Grundweg W
g einstellbar. Die Angleicheinheit 41 enthält ferner ein dem Multiplizierer nachgeschaltetes
Übertragungsglied 52 mit einstellbarem Übertragungsfaktor. Der Ausgang dieses Übertragungsgliedes
52 ist mit dem Sollwerteingang des Vergleichers 29 verbunden. Dieses Glied 52 ermöglicht
eine Änderung des selbsttätig korrigierten Sollwerts Sk von Hand, um gewünschtenfalls
eine noch bessere oder schlechtere Oberflächenglätte einzustellen.
[0028] Ein Rücksetzeingang 53 ist ebenfalls mit dem Rücksetzeingang des Flipflop 44 über
das ODER-Verknüpfungsglied 50 und direkt mit dem Rücksetzeingang des Flipflop 45 verbunden.
[0029] Vor Beginn eines Walzvorgangs wird dem Rücksetzeingang 53 durch Betätigung eines
nicht dargestellten Schalters ein 1-Signal als Rücksetzsignal zugeführt, das die beiden
Flipflops 44 und 45 zurücksetzt. Sowie dann das Glattwalzwerkzeug mit den Glattwalzrollen
bis an das Werkstück herangefahren ist, erscheint am Ausgang des Verstärkers 28 ein
den Walzdruckeinsatz anzeigendes Signal, das das Flipflop 45 setzt, so daß es seinerseits
das Flipflop 44 setzt. Das dadurch am Setzausgang des Flipflop 44 auftretende 1-Signal
setzt den Zähler43 auf null zurück und tastet gleichzeitig das Tor 42 auf. Die von
jetzt an vom Wegmeßumformer 37 durch den weiteren Vorschub des Kegels 6 beim Walzen
erzeugten Vorschubwegimpulse werden daher über das aufgetastete Tor 42 zum Impulszähleingang
des Zählers 43 durchgeschaltet. Dieser zählt die Impulse solange, bis der Vergleicher
48 feststellt, daß das Istwertsignal x gleich dem Grundsollwert S ist. Denn in diesem
Augenblick stellt der Null-Detektor 49 durch Abgabe eines 1-Signals fest, daß das
Ausgangssignal des Vergleichers 48 null ist. Dieses 1-Signal wird dem Rücksetzeingang
des Flipflop 44 über das ODER-Verknüpfungsglied 50 zugeführt, so daß das Flipflop
44 zurückgesetzt wird und an seinem Setzausgang ein 0-Signal erscheint, das das Tor
42 und mithin die Zufuhr weiterer Vorschubwegimpulse zum Zähler 43 sperrt. Der im
Zähler 43 nunmehr gespeicherte Zählwert entspricht dem Weg W, den der Kegel 6 vom
Beginn des Walzvorgangs an bis zu dem Zeitpunkt zurückgelegt hat, in dem der Istwert
des Walzdrucks den Grundsollwert erreicht. Dieser Weg W wird jetzt durch das vom 1-Signal
des Null-Detektors 49 aufgetastete Tor 46 auf den einen Eingang des Dividierers 47
durchgeschaltet.
[0030] Der Dividierer 47 bildet das Verhältnis von Wg/W und überträgt dieses zum Multiplizierer
51. Dieser multipliziert es mit dem Grundsollwert Sg, und das Produkt wird dem Vergleicher
29 über das Übertragungsglied 52 mit einem Übertragungsfaktor V bewertet zugeführt,
der im Normalfalle gleich 1 gewählt ist. Das heißt, für den korrigierten Sollwert
gilt

[0031] Anstelle der in der Angleicheinheit 41 vorgesehenen Multiplikation des Grundsollwerts
S
g mit dem Verhältnis W
g/W kann auch eine Vertauschung der Eingangsgrößen S
g und W von Multiplizierer 51 und Dividierer 47 erfolgen.
[0032] Zur Durchführung der erforderlichen Rechenoperationen, einschließlich der Vergleichsoperationen,
kann ein analoger oder digitaler elektronischer Rechner eingesetzt werden, wobei der
digitale Rechner ein Mikroprozessor sein kann und mit entsprechenden Analog/Digital-Umsetzern
bzw. Digital/Analog-Umsetzern eingangs- bzw. ausgangsseitig beschaltet ist. Das Flipflop
45 kann auch durch ein Differenzierglied ersetzt werden, das nur auf die Anstiegsflanke
des Istwertsignals x anspricht.
[0033] Ferner kann anstelle der Pumpe 34 und des Druckminderventils 32 ein magnetisches
Umschaltventil benutzt werden, das den Ausgang der Pumpe 34 bzw. den Eingang des Druckminderventils
33, gesteuert durch das Ausgangssignal des Vergleichers 29, mit der Zylinderkammer
20 oder der Zylinderkammer 22 verbindet, z.B. bei positivem Ausgangssignal des Vergleichers
29 mit der Zylinderkammer 22 und bei negativem oder abgeglichenem (Null-) Ausgangssignal
mit der Zylinderkammer 20.
[0034] Außerdem ist es möglich, anstelle der dargestellten Stelleinrichtung 18, 19, 31 -
35 eine Stelleinrichtung zu benutzen, die das Ausgangssignal des Vergleichers 29 in
eine proportionale Anzahl negativer oder positiver Impulse umsetzt und diese einem
Schrittmotor zuführt, der die axiale Verstellung des Kegels 6 über eine Leitspindel
oder Ritzel und Zahnstange bewirkt und in der Ruhestellung, wenn das Ausgangssignal
des Vergleichers 29 null ist, eine Lage einnimmt, die dem vom Sollwertgeber 30 vorgegebenen
Walzdruck-Sollwert entspricht.
[0035] Ferner kann der Kegel 6 auch innen konisch sein, so daß die Innenfläche 25 und die
Außenfläche 7 parallel sind.
[0036] Statt das Werkstück 5 mit einem Drehantrieb 15 zu kuppeln, kann auch der Kegel 6
mit einem Drehantrieb kuppelbar sein. In diesem Falle kann das Meßsignal des Fühlers
24, um eine Verdrehung der Leitung 26 zu vermeiden, über Schleifkontakte oder kontaktlos,
z.B. über optische, elektromagnetische oder akustische Wellen, in die Regeleinrichtung
übertragen werden. Auf die gleiche Weise kann auch die Stromversorgung des Fühlers
24 erfolgen.
[0037] Sodann kann das gleiche Walzdruck-Regelprinzip bei einem Außen-Glattwalzwerkzeug,
d.h. bei einem Werkzeug der gattungsgemäßen Art zum Glattwalzen von Werkstück-Außenflächen,
angewandt werden. Bei einem derartigen Werkzeug übergreift der Kegel das Werkstück,
d.h. er ist von vornherein hohl, und die Walzrollen sind in einem Käfig zwischen Kegel
und Werkstück gelagert. In diesem Falle ist der Verformungsfühler so ausgebildet und
angeordnet, daß er den Kegel außen umgibt.
1. Vorrichtung zum Glattwalzen einer zylindrischen Werkstückfläche mit einem Glattwalzwerkzeug,
das als Werkzeug zum Glattwalzen von Zylinderinnenflächen oder als Werkzeug zum Glattwalzen
von Zylinderaußenflächen ausgebildet sein kann, wobei das Glattwalzwerkzeug einen
Schaft mit einem Kegel, der beim Außenglattwalzwerkzeug hohl ausgebildet ist, und
einen zum Kegel koaxialen und axial relativ zu diesem verschiebbaren Käfig mit in
den Käfigschlitzen radial verschiebbar und auf der der zylindrischen Werkstückfläche
zugekehrten kegeligen Fläche des Kegels abwälzbar gelagerten konischen Walzrollen
aufweist, mit einer Antriebseinrichtung, die eine relative Drehung und Axialverschiebung
von Kegel und Werkstück bewirkt, und mit einer Kegel und Käfig selbsttätig in Abhängigkeit
von einem vorgegebenen, konstanten Walzdruck axial relativ zueinander verschiebenden
Stelleinrichtung, wobei auch der Kegel des Innenglattwalzwerkzeugs hohl ist und die
Bemessung der Wandstärke des Kegels eine Verformung der Wand durch den Walzdruck bis
etwas über die der zylindrischen Werkstückfläche abgekehrte Kegelseite hinaus zuläßt,
an dieser Kegelseite ein Verformungsfühler angeordnet ist, dessen Ausgangsgröße dem
einen Eingang eines am anderen Eingang durch einen einstellbaren Sollwertgeber beaufschlagten
Vergleichers zugeführt ist, und sich die Größe der relativen Axialverschiebung von
Kegel und Käfig durch die Stelleinrichtung in Abhängigkeit vom Vergleicherausgangssignal
aus dem Abgleich von Verformungsfühler-Ausgangsgröße und Sollwert ergibt,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Kegel (6) mit einem Wegmeßumformer (37) in Verbindung steht, daß der Sollwertgeber
(30) eine Sollwert-Korrektureinheit (39) und einen Grundsollwertgeber (38) für einen
Grundsollwert des Walzdrucks aufweist, daß der Ausgang des Wegmeßumformers (37) mit
einem Eingang der Sollwert-Korrektureinheit (39) verbunden ist, daß der Ausgang der
Sollwert-Korrektureinheit (39) mit dem Sollwerteingang des Vergleichers (29) verbunden
ist, daß die Sollwert-Korrektureinheit (39) den Grundsollwert (Sg) in Abhängigkeit
von dem vom Kegel (6) seit Beginn des Walzvorgangs bis zum Erreichen des Grundsollwerts
(Sg) zurückgelegten Weg (W) korrigiert und den korrigierten Sollwert (Sk) dem Vergleicher (29) zuführt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet ,
daß ein elektronischer Rechner die Sollwert-Korrektureinheit (39) bildet.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet ,
daß die Antriebseinrichtung (14 bis 16) einen am Werkstück (5) angreifenden Drehantrieb
(15) aufweist und der drehfest gehaltene Kegel (6) und der Schaft (17) des Innenglattwalzwerkzeugs
durchbohrt (27) ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet ,
daß der Verformungsfühler (24) eine Druckmeßdose aufweist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet ,
daß der Verformungsfühler (24) einen Dehnungsmeßstreifen aufweist.